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Posts Tagged ‘Spannung’

Das Kinoerlebnis in den 80er Jahren war vor allem geprägt durch die Eiswerbung, die kurz vor dem Film lief. Untermalt von dem Song „Like Ice in the Sunhshine“ von  Beagle Music Ltd. wurde die Werbung rasch zum Kult und zum Wahrzeichen der Spaßgesellschaft. Und dennoch steckte das Kino damals wieder einmal in der Krise.

Der Video-Boom führte dazu, dass die Leute Filme lieber in ihren eigenen vier Wänden ansahen, als ins Kino zu gehen. Die sog. Direct-to-Video-Produktionen kamen auf. Das Kino musste reagieren. Und wie? – Und wie! Denn in den 80er Jahren wurde Trash zum Mainstream erklärt. Die großen Studios produzierten Filme, die nach denselben Konzepten wie diejenigen von Roger Corman funktionierten, nur waren sie eben besser. Der Grund dafür ist ganz einfach: ein viel größeres Budget.

Corman und seinen Kollegen wurde dadurch der Markt weggeschnappt. Doch erfanden sich Corman und Co. neu, indem sie auf den damals boomenden Videomarkt auswichen. Die Folge: eine Flut an Horrorfilmen, welche Pädagogen und unsere bekannte Zensurstelle FSK zum Schwitzen brachten.

Der deutsche Film konnte da nicht mithalten und geriet in eine lang anhaltende Krise. Gedreht wurden allerhöchstens Filme wie „Otto – Der Film“ oder „Die Supernasen“, womit sich Deutschland in Sachen Filmkunst international ganz weit hinten anstellen musste.

Normalerweise stellen wir in unserer Reihe „Double Feature“ jeweils zwei Filme vor, von denen wir glauben, dass  sie das jeweilige Jahrzehnt besonders gut abbilden. Bei den 80er Jahren ist dies unmöglich, da dieses Jahrzehnt so viele prägende Filme hervorgebracht hat, dass man dieser einzigartigen Hochphase der Popkultur mit nur zwei Filmen einfach nicht gerecht wird. Daher haben wir von verschiedenen Genres jeweils zwei Filme genommen: Action, Science Fiction, Fantasy, Horror, Liebesfilm/Drama. – Viel Spaß dabei! 🙂

Actionfilme der 80er

In Sachen Action kamen in den 80er Jahren durch den Erfolg von „Rambo“ (1982) die Militär-Actionfilme auf, von denen sicherlich „Missing in Action“ mit Chuck Norris am dümmsten abschnitt. Parallel dazu wurde eine Vielzahl von Polizei-Filmen produziert (weißer Einzelgänger mit schwarzem Kollegen), mal als Komödie, mal als Drama und mal als Mischung aus allem. Ab 1981 entwickelte sich aber auch eine Mischung aus Fantasy- und Abenteuerfilmen, von denen die „Indian Jones“-Filme am bekanntesten sind. Harrison Ford spielte den Helden und suchte in seinem ersten Abenteuer „Jäger des verlorenen Schatzes“ (1981) nach der Bundeslade. Mit vielen Effekten, viel Humor und jeder Menge Action wurde der Film zum absoluten Hit, auch wenn Steven Spielberg noch ein Jahr warten musste, bis er den Zenit seines Erfolgs als Regisseur erreichen sollte.

Und ja, in den 80er Jahren konnte man auch ohne weiteres einen Film übers Armdrücken drehen. „Over the Top“ (1987) hätte man vielleicht eher „Over the Flop“ bezeichnen sollen, denn das Sport-Trucker-Familiendrama, basierend auf einem Drehbuch von Sylvester Stallone, wollte nicht jeder sehen. Heute zählt der Film zu den Trash-Klassikern, damals jedoch begannen Cannon Films damit, ihr eigenes Grab zu schaufeln und gingen wenige Jahre später pleite. Aber grunzende, Schweiß triefende Männer in Unterhemden waren nun einmal nicht jedermanns Sache – obwohl sie ebenfalls ein typisches Merkmal der Actionfilme der 80er Jahre waren.

Science Fiction-Filme der 80er

Natürlich beherrschten die „Star Wars“-Filme die erste Hälfte der 80er Jahre. Doch die SF-Fantasy-Horror-Welle, welche das Jahrzehnt bestimmte, brachte noch viele andere sehenswerte Filme heraus. So versuchte sich John Carpenter 1982 an einer Neuverfilmung von „Das Ding“ und landete einen Flop. Damals galt das Remake, das Carpenter nicht als Remake verstanden wissen wollte, als der brutalste Film überhaupt. Die mechanischen Puppeneffekte sind grandios und die Story orientiert sich stärker an der literarischen Vorlage „Who goes there?“ von John W. Campbell als der Klassiker aus dem Jahr 1951.

Das Gegenstück zu „Das Ding“ schuf Steven Spielberg mit „E.T.“ (1982). Kein bluttriefender Gestaltwandler, sondern ein kleines, hässliches Knuddelalien strandet auf der Erde und will – wer kann es ihm verdenken – so schnell wie möglich wieder nachhause. Der Film zählt nicht nur zu den erfolgreichsten Filmen der Filmgeschichte, sondern ebnete Spielberg endgültig den Weg zum Podest der wichtigsten Regisseure Hollywoods. Seitdem darf in jedem Film, der in den 80er Jahren spielt, das BMX-Rad nicht fehlen. Drew Barrymore, die die kleine Gertie spielte, ist heute selbst Filmproduzentin und finanzierte u. a. „Donnie Darko“.

Fantasy-Filme der 80er

Mit dem Film „Krull“ (1983) hoffte Regisseur Peter Yates aufgrund der Fantasywelle zu punkten, landete aber einen gewaltigen Flop. Heute zählt der Film zu den Klassikern des Fantasy-Genres, damals aber wollte ihn kaum einer sehen. Trotz toller Effekte, konzentrierte sich Yates nicht auf ein reines Actionspektakel, sondern viel mehr darauf, eine durchgängig spannende Story zu kreieren. Irgendwie zwischen „Star Wars“ und „Excalibur“ angesiedelt, verbindet der Film gekonnt beide Genres miteinander. In einer Nebenrolle darf auch Liam Neeson mitspielen – ein bisschen mehr, als ihm zwei Jahre zuvor in „Excalibur“ zugestanden wurde.

Wieso wurden in den 80er Jahren so viele Fantasyfilme gedreht, wenn doch die Mehrzahl davon floppte? So auch „Legend“ (1985) von Ridley Scott. Der Film floppte nicht nur, sondern Scott und sein Team brachten es sogar fertig, die berühmten Pinewood Studios, in denen der Film gedreht wurde, abzufackeln. Stellenweise ist der Film unglaublich kitschig, an anderen Stellen aber schuf Scott eine wunderbare düstere Fantasy-Horror-Mischung, die immer wieder fasziniert. Tragend hierbei ist natürlich Tim Curry als Herr der Finsternis. Tom Cruise dagegen wirkte in der Rolle als Jack ziemlich belämmert.

Horrorfilme der 80er

Die 80er Jahre waren das Jahrzehnt der Splatter- und Slasher-Filme. Besonders ins Visier unserer Zensur- bzw. FSK-Stelle geriet „Tanz der Teufel“ (1981). Die Mischung aus Horror und Slapstick führte in Deutschland dazu, dass Sam Raimis Debut beschlagnahmt wurde. Erst 2017 wurde diese aufgehoben. Fünf Freunde verbringen eine Nacht in einer einsam gelegenen Hütte und werden dabei von Dämonen überfallen. So einfach und so genial funktionieren eben nur Horrorfilme. Besonders originell an dem Film ist die Kameraführung, die „Tanz der Teufel“ fast schon zu einer Art „Handbuch“ für angehende Kameraleute werden lässt. Denn darin findet man nicht nur jede Einstellung, die es überhaupt gibt, sondern zulgeich eine grandiose Experimentierfreude. Die deutschen Behörden verstanden den Film dennoch nicht und machten sich zudem auch international lächerlich, indem sie darüber diskutierten, ob Zombies nun Menschen seien oder nicht.

Was wären die 80er Jahre ohne Freddy? Freddy Krüger gehört inzwischen ebenso zum festen Bestandteil der Popkultur wie seine Kollegen Jason oder Michael Meyers. Einen hässlichen Ringelpullover, Klingenhandschuhe und einen fransigen Hut, und fertig war eine der berühmtesten Horrorfiguren. Darsteller Robert Englund, der bis dahin nur in Nebenrollen zu sehen gewesen war, wurde dadurch über Nacht berühmt. Wes Craven, der u. a. Psychologie studiert hatte, brachte mit „Nightmare on Elmstreet“ (1984) die Thematik des Horrorgenres auf den Punkt: Albträume. Für Johnny Depp war dies die erste Rolle – sein filmischer Abgang in der berühmten Bettszene stellt eine gewitzte Parodie auf Kubricks „Shining“ dar.

Liebesfilme und Dramen der 80er

Frankreich brachte in den 80er Jahren nicht nur Actionfilme auf den Markt, sondern auch die eine oder andere Komödie. Eine der berühmtesten Liebeskomödien ist „La Boum – Die Fete“ (1980), die Sophie Marceau mit nur 13 Jahren zum internationalen Star machte. Der Song „Reality“ wird auch heute noch im Radio gespielt und hat nichts von seiner Ohrwurmqualität eingebüßt. Apropos Ohrwurm, der Film machte den Walkman zum Verkaufsschlager. Und zugleich führte der Film nicht nur zu einer Fortsetzung, sondern zu einer ganzen Reihe ähnlich gestrickter Teenager-Komödien, welche ein zentraler Aspekt der 80er Jahre waren.

Wer wie ich in einer Kleinstadt mit nur einem Kino aufwuchs, der hat sich wahrscheinlich genauso geärgert, als 1987 wochenlang eben dieses eine Kino von nur einem Film blockiert wurde: „Dirty Dancing“ (1987). Damals ging absolut nichts mehr, alle anderen Filme konnte man sich praktisch selbst malen. Patrick Swayze machte dieser Film zum Star. Davor kämpfte er in der TV-Serie „Fackeln im Sturm“ mit. Niemand weiß eigentlich, wieso „Dirty Dancing“ solch ein Erfolg wurde. Dem hauptsächlich weiblichem Publikum hat der Film gefallen – niemand hatte anscheinend gewusst, dass Swayze seit Mitte der 70er verheiratet gewesen war. Als ich den Film dann später im Fernsehen sah, fand ich ihn auch nicht so schlecht wie befürchtet, aber ein Knaller war er auch nicht.

 

 

 

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Was im Jahr 1828 an Bord der Mary Russell geschehen ist, gehört bis heute zu den rätselhaftesten Kriminalfällen der Seefahrtsgeschichte. Nun hat der bekannte Übersetzer Alexander Pechmann, der erst kürzlich an dem gewaltigen Lovecraft-Band Das Werk mitgearbeitet hat, daraus einen historischen Kriminalroman geschrieben, den man nicht so schnell aus der Hand legt.

Der berühmte Arktisforscher und Theologe William Scoresby möchte unbedingt in Erfahrung bringen, was an Bord der Mary Russell tatsächlich geschehen ist. Nur so viel ist sicher: sieben Mitglieder der Besatzung wurden brutal ermordet. Der Kapitän ist verschwunden. Scoresby beginnt nun, die Überlebenden des Massakers zu befragen. Doch die Geschichte wird von Mal zu Mal mysteriöser, je mehr er über das Geschehen an Bord erfährt.

Sieben Lichter gestaltet sich als eine Mischung aus klassischem Kriminalroman und Mystery-Thriller. Alexander Pechmann gelingt es dabei, von Anfang an eine dichte und rätselhafte Atmosphäre zu gestalten, die das gesamte Buch durchzieht. Besonders gut gelingen ihm dabei atmosphärische Momentaufnahmen, wie etwa die Mischung aus Schock und Bedrückung, die Scoresby entgegen schlägt, als er zum ersten Mal an Bord des Schiffes kommt.

Verfasst in einem erstklassigen Schreibstil wird der Roman zu einem wahren Pageturner, der noch dazu bis ins kleinste Detail hervorragend recherchiert ist. Man merkt, dass sich der Autor schon seit Jahren mit der Geschichte der Seefahrt auseinandersetzt, was dem Roman eine zusätzliche realistische Note verleiht.

Die Spannung nimmt dabei von Kapitel zu Kapitel zu, sodass man kaum noch mit dem Lesen aufhören kann. Stets möchte man wissen, welche Informationen Scoresby noch herausfindet, um dadurch hinter das Geheimnis des unheimlichen Falls zu kommen. Dies macht Sieben Lichter zu einem echten Leckerbissen nicht nur für Krimifans, sondern überhaupt für Leute, die auf der Suche nach einem wirklich guten Buch sind

Alexander Pechmann. Sieben Lichter. Steidl Verlag 2017, 166 Seiten, 18,00 Euro, ISBN: 978-3-95829-370-0

 

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Einmal gegrilltes Huhn bitte; „Weltraumbestien“ (1957); Copyright: JSV

Wenn es einen Regisseur gibt, der mit dem Phantastischen Film eng verbunden ist, so ist dies Ishiro Honda. Auf sein Konto geht nicht nur „Godzilla“, sondern auch jede Menge weiterer Monsterfilme, die das Image des japanischen Films (neben den Werken Akira Kurosawas) im Ausland prägten.

1957 drehte Honda den SF-Film „Weltraumbestien“, den Kritiker gelegentlich als die japanische Version von „Krieg der Welten“ bezeichnen. In Hondas Film als auch in der berühmten Adaption von H. G. Wells‘ Klassiker geht es um eine Invasion vom Mars. Nur, dass sich die Hintergründe der Invasion in „Weltraumbestien“ ein wenig komplexer gestalten.

Originalplakat von „Weltraumbestien“

Denn in diesem Film stammen die außerirdischen Invasoren von einem Asteroiden namens Mysteroid, der einst Teil eines Planeten gewesen sein soll. Von dort seien die Außerirdischen auf den Mars geflohen und wollen nun die Erde besetzen. Das alles beginnt mit einem sonderbaren Waldbrand, der bereits das erste Anzeichen der Landung der Mysteroiden ist. Kurz darauf greift ein Riesenroboter eine kleine Stadt an. Während das Militär vergeblich gegen die Invasoren kämpft, versucht eine Gruppe internationaler Wissenschaftler, eine Waffe zu entwickeln, die gegen die überlegene Technik der Außerirdischen doch noch etwas bewirken kann …

„Weltraumbestien“ weist in allererster Linie eine hervorragende Optik auf. Auch wenn aus heutiger Sicht der Roboter ziemlich trashig wirkt, so ist die riesige Kampfmaschine dennoch genial in Szene gesetzt. Doch bleibt es nicht allein bei dem Angriff der gewaltigen Maschine, sondern es kommt zu Erdbeben und Überflutungen – und nicht zuletzt ist da der verzweifelte Kampf der Menschen gegen die Außerirdischen.

Aber das ist … das ist doch … 🙂 ; „Weltraumbestien“ (1957); Copyright: JSV

Es ist also mächtig was los in dem Film, der, ähnlich wie in „Godzilla“, die Verzweiflung und die Tragik der Katastrophe hervorhebt, was „Weltraumbestien“ recht düster und ernst erscheinen lässt. Man sieht, dass hier die Erfahrungen aus dem Zweiten Weltkrieg verarbeitet wurden. Die Bilder der fliehenden Bewohner der Stadt erscheinen beinahe wie aus einer Wochenschau.

US-Plakat von „Weltraumbestien“

Diesem Realismus gegenüber stehen die detailverliebten Spezialeffekte sowie der geniale Trash-Faktor des Films, der sich z.B. bei der Entführung der Frauen bemerkbar macht, da die Außerirdischen sich mit ihnen paaren wollen, um den zunehmenden Mutationen entgegenzuwirken. So steht plötzlich einer der fremden Besucher im Garten, schnappt sich die Frau und zieht sie mit sich hoch in das im Himmel schwebende UFO, was ungefähr so aussieht, als würde ein verkleideter Ken auf einem unsichbaren Seil Barbie in die Höhe ziehen. Immerhin handelt es sich bei der Darstellerin um Momoko Kochi, die durch ihre Rolle in Hondas „Godzilla“ weltberühmt wurde.

Auf jeden Fall ist „Weltraumbestien“ ein durch und durch sehenswerter Film, bei dem einem aufgrund seines Lärmpegels nur so die Ohren dröhnen. Während der Film in Japan ein großer Erfolg war, wollte sich dieser im Ausland und vor allem in den USA leider nicht einstellen.

Weltraumbestien (OT: Chikyū Bōeigun). Regie: Ishiro Honda, Drehbuch: Takeshi Kimura, Produktion: Tomoyuki Tanaka, Darsteller: Kenji Sahara, Yumi Shirakawa, Momoko Kochi, Akihito Hirata, Takashi Shimura. Japan 1957, 89 Min.

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Mit dem Titel „Invasion der Doppelgänger“ ist nun bereits der fünfte Band der erfolgreichen eBook-Serie „Prähuman“ erschienen. Der Titel ist Programm, denn der Grenzwissenschaftler Frederic Tubb und seine beiden Mitarbeiter Maki Asakawa und Hans Schmeißer werden auf einmal von Leuten heimgesucht, die ihnen bis aufs Haar gleichen.

Hier der Inhalt: Frederic Tubbs Ruf als Grenzwissenschaftler ist ruiniert, nachdem er auf einem Kongress in Lissabon verkündet hat, dass die prähumane Hyperzivilisation überhaupt nicht existiert. Doch gibt es da ein noch viel größeres Problem: Denn Tubb befand sich gar nicht auf dem Kongress. Wer aber war dann der Mann, der sich als Tubb ausgegeben hat? Als wäre dies noch nicht genug, ereignen sich in London auf einmal sonderbare Zwischenfälle, in denen wie aus dem Nichts Doppelgänger erscheinen und für Unruhe sorgen. Auch Tubbs Mitarbeiter Hans Schmeißer und Maki Asakawa bleiben davon nicht verschont. Und als Maki auf einmal spurlos verschwindet, nimmt die Bedrohung eine weitaus größere Form an …

Auch Band fünf ist eine Mischung aus SF, Action und Abenteuer, wobei dieser Band doch wiederum anders ist als die vorangegegangenen vier. Die Story rast beinahe atemlos voran und die Gags sind wieder einmal herrlich skurril. Dieses Mal nimmt die Handlung teilweise surreale Züge an, besonders die zweite Hälfte des Bandes ist davon geprägt. Insgesamt macht Band fünf genauso Spaß wie die ersten vier. Und die dichte, spannende Handlung bringt einen dazu, das eBook in einem Rutsch durchzulesen.

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Mit seinem neuesten Roman spinnt der bekannte SF-Autor Stephen Baxter die Geschichte von H. G. Wells‘ Klassiker „Krieg der Welten“ weiter. 14 Jahre sind seit dem Angriff der Marsianer auf die Erde vergangen. Die marsianische Technologie hat den sozialen Wandel und den Modernisierungsprozess der Gesellschaften beeinflusst. Doch da kommt es zu einem neuen Angriff und die Menschheit muss sich erneut gegen die Invasoren verteidigen.

Baxter schildert die Geschehnisse um diese zweite Invasion aus der Sicht einer Journalistin. Dabei entwirft er ein alternatives Geschichtsmodell, das zugleich bespickt ist mit Anspielungen auf weitere klassische SF-Romane. Zu erwähnen wäre hier vor allem Sakis „Als Wilhelm kam“. Auch bei Baxter hat Deutschland einen Krieg (alternativ zum Ersten Weltkrieg) gewonnen und herrscht nun über ganz Europa – teilweise auch über England.

Dies schafft Baxter viel Raum für ironische und satirische Anspielungen, die teils zwischen den Zeilen versteckt sind, teils offen hervortreten und nicht nur die Splendid Isolation betreffen. Sehr schön ist z.B. wie die englischen Behörden auf emanzipierte Frauen reagieren und der Journalistin am liebsten ein Einreiseverbot erteilen wollen. Durchaus interessant ist auch der Schreibstil, den Baxter für „Das Ende der Menschheit“ gewählt hat, da dieser sich an den klassischen SF-Romanen orientiert.

Auch bei den späteren Kriegsszenen bleibt Baxter diesem Stil treu. Für den einen oder anderen Leser mag dies gewöhnungsbedürftig sein. Wer sich aber mit den klassischen Romanen (nicht nur von Wells) beschäftigt, wird darin durchaus einen angenehmen Witz finden. Insgesamt ließt sich das Buch dann auch tatsächlich wie ein Roman aus den 20er Jahren, was durchaus Baxters Können unterstreicht.

„Das Ende der Menschheit“ ist bespickt mit witzigen und interessanten Ideen, manchmal wirkt die Story zwar etwas umständlich konzipiert, doch alles in allem ist „Das Ende der Menschheit“ ein spannender und durchaus gelungener SF-Roman, der irgendwo zwischen Alternativwelt- und Invasionsroman anzusiedeln ist.

Stephen Baxter. Das Ende der Menschheit. Heyne Verlag 2017, 588 Seiten, 16,99 Euro, ISBN: 978-3-453-31845-8

 

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Graham Masterton ist der Meister des Grauens aus England. Seit seinem Debut „Manitou“ ist er aus dem Horrorgenre nicht mehr wegzudenken. In seinem neuen Roman „Bleiche Knochen“ verbindet er gekonnt Krimielemente mit Aspekten des Horrorromans.

Es geht um die Ermittlerin Katie Maguire, die es plötzlich mit einem äußerst unheimlichen Fall zu tun hat. Auf einem Bauernhof werden bei Bauarbeiten die Skelette von elf Frauen gefunden, die dort 1915 vergraben wurden. Die Untersuchung der Knochen ergibt, dass die Frauen bei lebendigem Leib entbeint wurden. Gerade als die Ermittlungen zu den Akten gelegt werden sollen, ereignet sich jedoch ein neuer Fall, der nach demselben Muster verläuft …

Wenn man es genau nimmt, gibt es nicht gerade viele Kriminalromane, die nicht nur spannend, sondern auch hervorragend geschrieben sind. „Bleiche Knochen“ ist solch eine wunderbare Ausnahme. In dem Roman stimmt einfach alles. Nicht nur der perfekte Spannungsaufbau lässt einem das Buch nicht mehr aus der Hand legen. Hinzu kommt ein wirklich toller Schreibstil, mit dem es Masterton gelingt, eine dichte und mysthisch angehauchte Atmosphäre zu schaffen. Aber das ist noch nicht alles, denn der Roman ist bespickt mit interessanten und vielschichtigen Figuren, denen man gerne durch die Geschichte folgt.

Besonders Katie Maguire ist Masterton sehr schön gelungen. Kein 08/15-Charakter wie in so vielen anderen Krimis und Thrillern, sondern eine komplexe Figur, die sich gegenüber der Männerwelt behaupten muss und dabei mit ihren Schwächen und Stärken beschrieben wird. Sehr überzeugend stellt Masterton dabei die Skepsis und Abneigung der traditionellen Bewohner der Stadt Cork dar, in der Maguire als Chefermittlerin tätig ist.

Doch ist „Bleiche Knochen“ ja nicht nur ein Kriminalroman, sondern genauso ein Mystery-Thriller und nicht weniger ein Horrorroman. Masterton setzt alles daran, um das Grauen nicht abwegig oder übertrieben darzustellen, sondern ihm liegt daran, sowohl mit direkten als auch mit subtilen Mitteln eine Bedrohung zu schaffen, die einem im wahrsten Sinne des Wortes unter die Haut geht.

Besser als Masterton mit „Bleiche Knochen“ kann man einen Horrorthriller nicht schreiben. Eindeutig das Highlight des Jahres.

Graham Masterton. Bleiche Knochen. Festa Verlag 2017, 441 Seiten, 13,99 Euro, ISBN: 978-3-86552-558-1

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Band vier der eBook-Serie „Prähuman“ ist erschienen. Auch dieses Mal bietet die Mischung aus SF, Fantasy und Abenteuer spannende Unterhaltung.

Die Handlung:

Ist Shangri-La eine bloße Legende? Seitdem Frederic Tubb in New York auf die Spur einer Expedition aus dem Jahr 1933 gekommen ist, ist er anderer Meinung. Denn damals suchten zwei umstrittene Forscher nach dem sagenumwobenen Ort und brachten von ihrer Reise sonderbare Artefakte mit, die seitdem in einem Berliner Museum lagern. Als Tubbs Mitarbeiter Maki Asakawa und Hans Schmeißer die Artefakte besichtigen, kommt es zu einem mysteriösen Zwischenfall, durch den die eigenartigen Objekte auf einmal ein zerstörerisches Eigenleben entwickeln. Kurz darauf empfängt die Zentrale der LOGE rätselhafte Funksignale, deren Ursprung in einem abgelegenen Gebiet des Himalajagebirges liegen.

Sogleich reist Tubb zusammen mit seinem Team nach Tibet, um die Quelle der Signale ausfindig zu machen. Doch sind sie nicht allein. Ein zwielichtiger Mann namens Viktor Leng möchte ebenfalls das Geheimnis um Shangri-La lüften und geht dabei über Leichen. Doch die Gefahr, die von diesem Menschen ausgeht, ist nichts im Vergleich zu dem, was sie in dem entlegenen Gebiet des Himalaja erwartet …

Bei Prähuman 04 handelt es sich um den bisher umfangreichsten Band der Serie. Und als kleiner Hinweis: Die Expedition, von der die Rede ist, hat es tatsächlich gegeben.

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