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Archive for Dezember 2014

mrjamesMontague Rhodes James (1862 – 1932) war nicht nur ein bekannter Gelehrter, sondern auch ein erfolgreicher Verfasser von Geistergeschichten. Seine Popularität führte dazu, dass er in England auch unter dem Namen „Gespenster-James“ bekannt war. Das Besondere seiner Geschichten liegt darin, dass sie wie tatsächliche Begebenheiten wirken. James fand die Ideen für seine Geschichten auf seinen Reisen durch Europa, wo er mündlich überlieferte Gespenstergeschichten sammelte. In seinen unheimlichen Erzählungen, die in der Regel mitten auf dem Land spielen, geht es nicht selten um Kirchen und deren schreckliche Geheimnisse. Über diese Geheimnisse erfährt der Protagonist in der Regel in alten Büchern oder Manuskripten.

Trotz seines Erfolges betrachtete sich James stets bescheiden als Hobbyautor. Dies verhinderte jedoch nicht, dass er viele professionelle Schriftsteller bis heute beeinflusst. Auch H. P. Lovecraft war seinerzeit von den Gespenstergeschichten des englischen Gelehrten sehr angetan.

nightofthedemonM. R. James‘ Ideen sollten später auch von Drehbuchautoren aufgegriffen und filmisch umgesetzt werden. Eine der bekanntesten Adaptionen einer James-Geschichte (die Umsetzung basiert auf „Casting the Runes“) ist Jacques Tourneurs „Night of the Demon“ aus dem Jahr 1957. Es geht darin um den bekannten Psychiater Hamond, der in London an einem wissenschaftlichen Kongress teilnehmen soll. Kaum ist er dort angekommen, als er erfährt, dass einer seiner Kollegen auf rätselhafte Weise ums Leben gekommen ist. Der verstorbene Wissenschaftler stand in engem Kontakt mit einem Mann namens Karswell, der einen satanischen Zirkel leiten soll. Nicht nur das, denn Karswell selbst soll ein echter Hexenmeister sein. Hamond, ein Skeptiker, versucht, Karswell als Betrüger zu entlarven. Dabei gerät er jedoch zunehmend in Zwischenfälle, die er sich rational  nicht mehr erklären kann.

„Night of the Demon“, der in den USA unter dem Titel „Curse of the Demon“ lief und dort um 13 Minuten gekürzt wurde, gilt bis heute als einer der besten Horrorfilme, die je gedreht wurden. Das liegt zum einen sicherlich an den Fähigkeiten des Regisseurs, der in den 40er Jahren mit seinem Film „Katzenmenschen“ berühmt geworden war. Doch auch die Schauspieler erweisen sich in dem Film als erstklassig. Auch heute noch schafft der Film eine unheimlich-mysteriöse Dichte, die vor allem von den konfliktreichen Begegnungen zwischen Hamond und Karswell und deren intensiven Dialogen am Leben erhalten wird.

thechurch1989 kam es zu einer weiteren Adaption einer Geschichte von M. R. James. Es handelt sich dabei um den italienischen Horrorfilm „The Church“ von Michael Soavi. Dario Argento war für das Drehbuch und die Produktion verantwortlich. Böse Zungen behaupten, dass Soavi den Film gar nicht gedreht hat, sondern viel mehr Argento selbst die Zügel in der Hand hielt. In der Tat verweisen sehr viele Szenen auf die Arbeiten Argentos, sodass das Gerücht durchaus als eine Tatsache bewertet werden kann.

Der Film basiert auf der Geschichte „The Treasure of Abbot Thomas“. Soavi bzw. Argento machte daraus ein wahres Kunstwerk. Es ist eine Ansammlung surrealer Ideen, die sich um das Geheimnis einer alten Kirche drehen. Die Kirche wurde auf einem mittelalterlichen Massengrab errichtet. Ein Ritterorden hatte ein Dorf überfallen und sämtliche Bewohner ermordet. In einem alten Schriftstück, das eine Restauratorin entdeckt, wird auf das Geheimnis hingewiesen. Doch die Kirche beginnt ein unheimliches Eigenleben. Die Portale schließen sich plötzlich und die Besucher sehen sich einer tötlichen Gefahr gegenüber.

Der Film führt bis heute leider ein Schattendasein unter den Werken Argentos. Vor allem in Deutschland ist dieser Film so gut wie unbekannt. „The Church“ ist wahre Filmkunst, ein Rausch aus Farben, traumartiger Sequenzen und einer spannend inszenierten Handlung. Soavi, der mit seinem Film „Dela Morte, Del Amore“ einen großen Bekanntheitsgrad erreicht hatte, gelang nach „The Church“ nichts Erwähnenswertes mehr.

The BorderlandsIm Jahr 2013 wurde mit „The Borderlands“ eine weitere James-Geschichte frei adaptiert. Es handelt sich dabei um eine Low-Budget-Produktion im Stil des Lost Footage-Genres. Zwei Parapsychologen erhalten den Auftrag, seltsame Geschehnisse in einer alten Dorfkirche zu untersuchen. Der Film ist im Groben und Ganzen nicht schlecht. Regisseur Elliot Goldner gelingt es, eine klassisch angehauchte Gespensteratmosphäre zu schaffen. Doch leider fällt ihm nicht sonderlich viel ein, sodass sich sowohl der Anfang als auch das Ende ziehen. Das ist sicherlich schade, denn Goldner zeigt, dass er sein Handwerk versteht.

Die Geschichten von M. R. James erfreuen sich auch heute noch einer großen Leserschaft. In Deutschland sind seine Geschichtensammlungen nur noch antquarisch zu bekommen. Vielleicht ändert sich dies ja wieder. Seine Geschichten sind auf jeden Fall immer wieder lesenswert.

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Hook des Clips „Marionette“ der Gruppe Stellar.

Über koreanische Boy-Groups braucht man nicht sonderlich viel zu erzählen. Die Konzepte der jeweiligen Gruppen gleichen sich wie ein Ei dem anderen. Auch 2014 änderte sich dies nicht. Im Gegensatz dazu legten die Produktionsfirmen den (vor allem visuellen) Fokus auf ihre Girl-Groups.

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Gekonnter Hüftschwung im Dance-Shot von „Marionette“.

Das Motto, unter dem die Konzepte weiter entwickelt wurde, lautete: Provokation. Und am leichtesten geht dies durch die Zunahme von erotischen Aspekten in den Videoclips. So überraschte die Formation Stellar, die bis dahin als eine der schlechtesten K-Pop-Groups überhaupt galt, mit dem Clip „Marionette“. Ziemlich freizügige Kostüme und eine Nahaufnahme des weit ausgeschnittenen Dekoltees einer der Sängerinnen, sorgten dafür, dass das Video erst zu später Stunde ausgestrahlt werden durfte. Besonders dieses Jahr legten es die Musikkonzerne darauf an, Clips nur für Erwachsene zu drehen, in der Hoffnung, dadurch den gewünschten Medienrummel zu verursachen. Bei „Marionette“ klappte dies auf jeden Fall. Da die Konkurrenz zwischen den Firmen und den einzelnen Gruppen immer intensiver wird, bleibt den Machern gar nichts mehr anderes übrig, als mit Erotik zu trumpfen. Andere Gruppen müssen unweigerlich nachziehen.

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Dance-Shot in dem Clip „Mask“ der Gruppe Stellar.

Doch schon der Nachfolge-Clip mit dem Titel „Mask“ fiel weit hinter „Marionette“ zurück. Auf antik gestylte Kostüme und eine lesbisch angehauchte Choreographie sollten für eine gewisse Dekadenz sorgen. Aber der erhoffte Knall verhallte ungehört. Die Dance-Shots haben zwar durchaus Stil, doch das angedeutete Busenstreicheln hilft nicht einmal, um einen Möchtegern-Skandal auszulösen. Besonders, da speziell diese einstudierte Handbewegung mittlerweile zum Standardprogramm verschiedener Girl-Groups gehört.

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Eine Szene aus dem Style-Film der Gruppe Rainbow-Blaxx.

Die Produzenten der neu gegründeten Girl-Group „Rainbow Blaxx“ gingen sogar soweit, eine Art Softerotikkurzfilm zu drehen, der wenige Wochen vor dem Videorelease ausgestrahlt wurde (wir berichteten darüber). Das als „Style-Film“ bekannt gewordene Filmchen erwies sich als äußerst medienwirksam. Es gab kaum ein Magazin, in dem nicht darüber berichtet wurde. Das Video, das daraufhin veröffentlicht wurde, wirkte dagegen eher harmlos, obwohl es gut gemacht war.

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4L beim Po-Wackeln. Die Dance-Shots wirken teilweise unfreiwillig komisch.

Schließlich war es die Gruppe 4L (Four Ladies), welche mit ihrem Clip „Move“ für ein negatives Echo im Internet sorgten. Durch Nahaufnahmen der Leistengegenden und angedeutete Selbstbefriedigung erhoffte man sich anscheinend einen Knüller. Doch die Sängerinnen wurden mit übelsten Schimpfwörtern angegriffen. 4L war bewusst als Erotik-Formation ins Leben gerufen worden. Während die narrativen Elemente, die einen lesbischen Liebesakt andeuten, gekonnt umgesetzt waren, wirkten die angeblich erotischen Dance-Shots doch eher unfreiwillig komisch. Die Produzenten meinten damals, das Video „Move“ sei erst der Anfang. Doch nach den schlimmen Reaktionen, die dadurch ausgelöst wurden, dürfte es fraglich sein, ob das Konzept weiter aufrecht erhalten werden kann.

Und wie wird all das weitergehen? K-Pop ist noch immer einer der erfolgreichsten Musikstile, welcher derzeit auf dem internationalen Markt zu finden ist. Dennoch haben es die koreanischen Produktionsfirmen schwer, an den früheren Erfolgen anzuknüpfen. Unserer Meinung nach drücken die Erotik-Konzepte eher eine Einfallslosigkeit aus. Der anfänglichen Kreativität, welche K-Pop so populär gemacht hat, geht langsam die Luft aus. Es werden höchstwahrscheinlich weitere, vielleicht sogar intensivere Erotik-Konzepte entwickelt werden, um mit der sog. Dampfhammermethode die erhoffte Aufmerksamkeit zu erlangen. Was wie ein derzeitiger Trend wirkt, könnte auch der Anfang einer Krise sein.

 

 

 

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totmacher2Im Sommer 2014 erschien im Verlag Kirchschlager von Gerd Frank der Band „Totmacher 1“, der sich mit deutschen Kriminalfällen aus den Jahren 1945 bis 1977 beschäftigte. Der Fokus lag dabei auf Serienmörder. In „Totmacher 2“ legt der Autor das Augenmerk auf europäische Serienmörder, wobei die Fälle den Zeitraum von 1910 bis 1987 abdecken.

Dem Leser begegnen solch unheimliche Gestalten wie Henri Landru, der zwischen 1914 und 1919 in Paris Frauen spurlos verschwinden ließ, oder Marcel Petiot, der zwischen 1942 und 1944 Flüchtlingen, die nach Südamerika reisen wollten, auf kaltblütige Weise umbrachte. Seine Untaten wurden ürbigens 1990 verfilmt, mit Michael Serrault als Doktor Petiot. Auch mehrere Fälle aus Österreich sind in dem Buch enthalten. So versuchte die Wiener Polizei Anfang der 60er Jahre verzweifelt, einen Mord in der Oper aufzuklären. Zwischen den Jahren 1951 und 1957 kam es in und um Steyr zu einer Reihe von Morden und Mordversuchen.

Einer der wohl unheimlichsten Fälle spielte sich 1951 in Dänemark ab, wo ein hypnotisierter Mörder umging. Im London der frühen 80er Jahre sorgte ein Mann für Schrecken, der seine ermordeten Opfer bei sich zuhause aufbewahrte.

Die Fälle, die Gerd Frank in seinem zweiten Band zusammengetragen hat, sind überaus spannend geschrieben. Wie auch in „Totmacher 1“ belässt es der Autor nicht nur bei der Schilderung der Fälle, sondern sucht nach Ursachen dafür, wie es überhaupt zu diesen Untaten kommen konnte. Die Biografien der Mörder zeigen dabei meist ein tragisches Schicksal. Gerd Frank verurteilt nicht, er schildert objektiv die jeweiligen Sachverhalte. Zugleich verleiht er den jeweiligen Berichten eine intensive Lebendigkeit und Dichte, sodass es schwer fällt, das Buch wieder aus der Hand zu legen.

Gerd Frank. Totmacher 2. Massenmord ohne Leichen und andere unheimliche Kriminalfälle europäischer Serienmörder (1910-1987). Kirchschlager Verlag 2014, 199 Seiten, 12,80€, ISBN: 978-3-934277-50-2

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Es ist verwunderlich. 2013 schien es so, als würde K-Horror in stylischer Form reanimiert werden. Filme wie „Doctor“ oder „Killer Toon“ sorgten für großen Beifall. Die Filme waren hervorragend konzipiert und erstklassig umgesetzt. Zu jenem Zeitpunkt war die Behauptung angebracht: K-Horror ist wieder im Rennen.

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„A Touch of Unseen“ (2014)

Doch weit gefehlt. Die Euphorie, die durch die Filme, welche 2013 veröffentlicht wurden, ausgelöst wurde, war verfrüht. Denn 2014 versenkte sich K-Horror quasi selbst. Die ersten beiden Filme gaben allerdings noch Hoffnung. „Mourning Grave“ ließ den koreanischen Schulhorrorfilm nochmals aufleben. Die Produktion war zwar kein Knaller, dennoch präsentierte sie nostalgisch geprägte K-Horror-Atmosphäre mit Witz, Ironie und durchaus unheimlichen Momenten. Auch die erste Horrorproduktion aus dem Jahr 2014 mit dem Titel „A Touch of Unseen“ zeigte durchaus interessantes Kino, auf dem man hätte aufbauen können. – Genaue Besprechungen zu diesen Filmen findet ihr hier auf dem Blog.

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„The Tunnel“ (2014)

Doch im Laufe des Sommers, und dies ist bekanntlich die Saison, in welcher koreanische Horrorfilme in die Kinos kommen, wurde man nur noch enttäuscht. Ein Desaster reihte sich an das andere. Dämliche Storys, schlechte Visualisierungen, keine Ideen. Um die Zuschauer dennoch in die Kinos zu locken, wurde z. B. „The Tunnel“ als 3D-Horrorschocker beworben. Was der Film aber in Wahrheit ist, bemerkte man bereits nach den ersten paar Minuten: ein langweiliges, sinnloses Etwas. FILM und BUCH verabreichte dem Machwerk eine glatte Sechs. Der Film, der in einem stillgelegten Bergwerksstollen spielt, klaut gelegentlich von dem 80er Jahre-Klassiker „My bloody Valantine“, schafft es dabei aber nicht einmal, die „Klaumente“ gekonnt in den Film einzufügen, sondern versagt im Grunde genommen auf ganzer Linie. Um es auf den Punkt zu bringen: „The Tunnel“ ist so schlecht, dass es schon weh tut.

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„Manhole“ (2014)

Genauso miserabel ist „Manhole“, der als eine Mischung aus Psycho- und Horror-Thriller beworben wurde. Es geht um einen wahnsinnigen Killer, der Frauen in Kanalöffnungen zerrt. Ähnlich wie in „Tunnel“ versuchte man, sich am US-Horrorkino der frühen 80er Jahre zu orientieren, schaffte es aber nicht. „Manhole“ ist von der ersten Minute an uninteressant. Die Story ist komplett vorhersehbar, das Ende vollkommen dämlich und zwischendurch quält sich der Zuschauer von einer Minute zur nächsten und hofft nur noch, dass dieser Sch… aufhört.

Nein, 2014 war alles andere als ein Jahr des koreanischen Horrorfilms. Junge Regisseure wurden für miserable Produktionen verheizt, um die Kosten niedrig zu halten. Leider waren die Regisseure vollkommen unbegabt. Ihre Arbeiten wirken unbeholfen, haben weder Hand noch Fuß und sind zudem optische Rohrkrepierer.

Im Gegensatz zum Horrorgenre, konnten allerdings koreanische Thriller und Historienfilme erneut Punkte einfahren. Hier wurden die Produktionen aufwendiger und ästhetisch ausgereifter. K-Horror aber ist ein Genre, dessen Zeit nun endgültig vorbei zu sein scheint.

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geheimsache monsterNick Redfern ist in den USA eine Art Koryphäe, wenn es um außergewöhnliche Phänomene und Artefakte geht. In seinem neuesten Buch beschäftigt er sich mit Ungeheuern aller Art. Das Besondere an dem Buch ist, dass Redfern nicht die althergebrachten Gerüchte und Legenden wiedergibt, die die meisten Leser sicherlich schon kennen, sondern er auf bisher geheim gehaltene Akten diverser Geheimdienste zurückgreift.

Es ist wirklich erstaunlich, dass sich Organisationen wie z.B. der CIA mit dem Thema Bigfoot intensiv beschäftigt haben. Doch auch andere Regierungen und Geheimdienste ließen Untersuchungen über rätselhafte Wesen durchführen. Ob in England das allseits beliebte Nessie oder andere, abscheuliche Kreaturen – Nick Redfern hat die öffentlich zugänglichen Geheimdienstdokumente gesichtet.

Heraus kam dabei ein äußerst unterhaltsames Buch, das kryptozoologische Themen von einer anderen Seite her beleuchtet. Redfern geht u. a. Gerüchten nach, ob die sowjetische Regierung unter Stalin tatsächlich eine Armee aus Affenmenschen schaffen wollte, was es mit dem geheimnisvollen Mothman auf sich hat und von was hinter dem sog. „Bloop“, eine außergewöhnliche akustische Anomalie, die von Unterwassermikrofonen aufgenommen wurde, steckte.

Das Buch beinhaltet insgesamt 27 schön-schaurige Kapitel über seltsame Lebewesen, von denen man nicht weiß, ob sie tatsächlich existieren. Redfern berichtet über sie in einem netten, lockeren Plauderton, gibt hin und wieder ein paar ironische Kommentare von sich und liefert insgesamt sehr interessante Informationen.

Letzten Endes muss jeder für sich entscheiden, für wie plausibel er die Augenzeugenberichte hält, welche der Autor zusammengetragen hat. Auf jeden Fall ist Geheimsache „Monster“ ein durchaus spannendes und sehr unterhaltsames Buch, das für jeden geeignet ist, der sich mit Kryptozoologie beschäftigt oder sich auch einfach mal wieder angenehm gruseln möchte.

Nick Redfern. Geheimsache „Monster“. Kopp Verlag 2014, 271 Seiten, 19,95€, ISBN: 978-3-86445-154-6

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Das Warten hat ein Ende. Mit der neunten Ausgabe unseres e-Magazins präsentieren wir euch einmal mehr interessante Interviews und spannende, informationsreiche Artikel.

Dieses Mal konnten wir den bekannten Grenzwissenschaftler Reinhard Habeck interviewen, dessen neues Buch „Steinzeit-Astronauten“ im Herbst erschienen ist. Für das Interview stellte Herr Habeck uns faszinierendes Fotomaterial zur Verfügung, wie z. B. ein Madonnen-Gemälde, in dessen Hintergrund ein UFO zu erkennen ist. Sabine Schwientek gelang es, den bekannten Toningenieur Tony Buba zu interviewen, der in den 70er Jahren vor allem mit Horrorikone George R. Romero zusammengearbeitet hat. In unserer Reihe „Kleinverleger stellen sich vor“ gibt es dieses Mal ein Interview mit Karlheinz Schlögl und Hannes Riffel vom Golkonda Verlag.

Unsere Artikel beschäftigen sich mit der Zwillingssymbolik in Mythologie und Phantastik (Alessandra Reß), dem Ton im Horrorfilm (Sabine Schwientek), mit dem Kleinverlag Achilla Presse (Alexander Pechmann) und mit Horrorfilmen, die am Nord- und Südpol spielen (Max Pechmann). – Viel Spaß beim Lesen!

Film und Buch Cover 9

Mit einem Klick könnt ihr FILM und BUCH 9 kostenlos herunterladen:

Film und Buch 9

 

Inhalt

Interviews

Reinhard Habeck – Steinzeit-Astronauten und andere Rätsel der Geschichte

Karlheinz Schlögl und Hannes Riffel – Golkonda Verlag

Tony Buba – Von unheimlichen Geräuschen

Artikel

Getrennt wird, was stets verbunden bleibt (Alessandra Reß)

Die Bücherträume der Achilla Presse (Alexander Pechmann)

Symphonie des Grauens (Sabine Schwientek)

Phantastische Pole (Max Pechmann)

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Die K-Pop-Gruppe Sunny Hill begann eigentlich völlig unoriginell: Ein paar kitschige Liebeslieder und damit hatte es sich. Der Erfolg war zwar da, doch die Gruppe war nun einmal Durchschnitt. Aber was danach aus der Gruppe gemacht wurde, ist durchaus erwähnenswert.

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Die Formation Sunny Hill in einem Danceshot aus „Monday Blues“.

Die Formation bestand aus vier Sängerinnen und dem Sänger Janghyun, wobei letzterer auch die Songs schrieb. Zurzeit besteht Sunny Hill nur aus den vier Sängerinnen. Der radikale Wandel der Gruppe vollzog sich, nachdem sie die Produktionsfirma gewechselt hatten. Seit 2011 wird Sunny Hill von Leon Entertainment produziert. Radikal war der Wandel deswegen, da von dem vorangegangenen Konzept nichts mehr übrig blieb. Im Gegenteil, die brave Strahlemann-Gruppe wurde zu einer düsteren, mit sozialkritischen Themen ausgestatteten K-Pop-Group.

Gleich ihre erste Single „Midnight Circus“ wurde ein riesiger Erfolg, das surreale Musikvideo mehrfach ausgezeichnet. Mit ihrem Folgevideo „Pray“ produzierten sie einen Medienskandal. Der Clip zeigt Experimente an einem deformierten Menschen. Das Musikvideo wurde für unmoralisch erachtet und indiziert, obwohl auch hier Film- und Musikkritiker den kunstvollen Gehalt des Clips über alle Maßen lobten.

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„Grasshopper Song“ setzt auf kafkaeske Büro- und Arbeitswelten.

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Der Protagonist möchte aus dieser Welt ausbrechen.

Schließlich gelangte Sunny Hill mit „Grasshopper Song“ wiederum ein enormer Erfolg. Zugleich startete die Gruppe in ihre antikapitalistische Phase. Der Song handelt von sinnloser Gleichförmigkeit in der Arbeitswelt und dem Wunsch daraus auszubrechen. Das Video besticht durch eine kafkaeske Sicht auf den Alltag eines Angestellten, der zum Schluss seine sieben Sachen packt und der Eintönigkeit entflieht. Trotz der scharfen Kritik am Kapitalismus gelangte der Song in die Top 10 der koreanischen Charts. In Südkorea, einem Land in dem Kapitalismus und Konfuzianismus eine untrennbare Verbindung eingegangen sind, ist dies durchaus erstaunlich.

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In „Waiting for the Prince“ geht es um Äußerlichkeiten, welche das Leben bestimmten.

Auch der nächste Song „Waiting for the Prince“ machte in Sachen Sozial- und Kapitalismuskritik keine halben Sachen. Es geht darum, immer der Beste sein zu müssen. Die Gruppe macht sich lustig über diesen Erfolgsstress, der sich bis hinein ins Intimleben fortsetzt. In kurzen Szenen werden skurrile Nominierungen gezeigt, in denen die Sängerinnen Opfer eines Rituals werden, das von niemandem hinterfragt wird und ohne Rücksicht auf Verluste das Leben bestimmt. Zum Schluss des Clips wird ein großes A – als Symbol für das Erfolg-haben-müssen – in den Müllwagen befördert.

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„Monday Blues“ macht sich lustig über den Büroalltag.

Mit „Monday Blues“ setzte Sunny Hill seine Kritik an Wirtschaft und Gesellschaft fort. In dem Clip wird der Büroalltag aufs Korn genommen. Mit viel Witz und Ironie werden so ernste Themen wie völlige Erschöpfung (neudeutsch Burn Out), sinnlose Aufgaben, soziale Konflikte und sexuelle Übergriffe am Arbeitsplatz angesprochen. Der Clip endet damit, dass sämtliche Mitarbeiter aus dem „Gefängnis“ des Büroalltags ausbrechen. In einer der radikalsten Szenen des Clips kniet der Bürochef am Boden, dabei hächelnd wie ein braver Hund, wobei ihm eine der Sängerinnen den Kopf tätschelt.

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Szene aus dem Hook des Clips „Monday Blues“.

Sunny Hill ist eindeutig eine Ausnahmegruppe innerhalb des K-Pops. Ihre düstere Weltsicht verpacken sie in Videos, die vollgepackt sind mit direkter Kritik an der koreanischen Gesellschaft und an der kapitalistisch geprägten Lebenswelt. Dass die Formation mit antikapitalistischen Statements einen so großen Erfolg erzielt, ist mehr als nur überraschend, besteht doch der Hauptteil der K-Pop-Clientel aus Jugendlichen, welche sich, kritisch gesprochen, im besten „Konsum-Animierungs“-Alter befinden und sich keine Gedanken darüber machen, was es mit dem reinen Kapitalismus auf sich hat. In TV-Dokumentationen sind zwar immer wieder kritische Töne hör- und sehbar, doch hat man Angst, zu direkt zu werden (so kritisierte eine koreanische Doku aus dem Jahr 2013 zwar den US-amerikanischen und chinesischen Kapitalismus, nicht aber den koreanischen. In der Tat wurde Südkorea überhaupt nicht erwähnt). Ein Gegensatz besteht dabei im modernen koreanischen Film, bei dem Kapitalismuskritik quasi zum guten Ton gehört. Dass jedoch in Mainstream-Songs darauf eingegangen wird, ist durchaus mutig und zeigt, dass Sunny Hill ernst genommen werden muss. Man darf gespannt sein, auf welche Weise sie in zukünftigen Songs und Clips ihren Hang zur Kapitalismuskritik fortsetzen werden.

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