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Archive for August 2016

darkdecemberDie Zeit des Kalten Krieges war für viele SF-Autoren eine Epoche, in der Gedanken darüber gesponnen wurden, was mit der Menschheit nach einem nuklearen Kahlschalg passieren würde. Gäbe es noch immer eine Zivilisation oder würden wir uns – wie Einstein dies behauptete – mit Keulen die Köpfe einschlagen? Doch auch Autoren, die im Grunde genommen nicht zum SF-Genre zu zählen sind, befassten sich mit diesem Thema. Einer davon ist Alfred Coppel (1922-2004), der eigentlich im Bereich des Western- und Kriegsromans beheimatet war.

Sein einziger in Deutschland bekannter Roman trägt den Titel „Nach der Stunde Null“ und erschien 1971 im Heyne Verlag (in den USA erschien der Roman bereits 1960 unter dem Titel „Dark December“). Die Geschichte beginnt kurz nach dem Atomkrieg, der beinahe die ganze Welt verwüstet hat. Major Kenneth Gavin, Spezialist für Atomraketen, quittiert den Dienst und macht sich auf in seine Heimat, um zurück zu seiner Familie zu gelangen. Auf einem der letzten militärischen Stützpunkte, begegnet er dem kriegsgeilen und extrem sadistischen Major Collingwood. Als Gavin diesen wegen seines Sadismus zur Anzeige bringt, hat er zugleich einen seiner ärgsten Feinde gefunden. Von Rache getrieben, verfolgt Collingwood Gavin durch das gesamte entvölkerte und degenerierte Amerika, bis es schließlich kurz vor Gavins Heimat zum Showdown kommt…

Coppels Roman ist gekennzeichnet durch eine Vielzahl lebendiger Charaktere, spannender Dialoge und einer fesselnden Verfolgungsstory. Beinahe skizzenhaft schildert der Autor die einzelnen Stationen von Gavins Reise, bringt dabei zugleich aber eine emotionale Tiefe und eine elektrisierende Dichte ins Spiel, die den Roman wie das Drehbuch für einen SF-Film erscheinen lassen. Überhaupt stellt sich beim Lesen die Frage, wieso Hollywood diesen grandiosen Roman nie verfilmt hat. Die Story schreit richtiggehend danach. Vielleicht aber ist es auch besser so, denn wer weiß, was die Herren Produzenten wieder für Kokolores angestellt hätten. Die Schilderung einer postatomaren Bevölkerung wirkt recht wahrscheinlich. So grenzen sich einzelne Dörfer und Kleinstädte durch Warnschilder und einer intakten Bürgerwehr von der Umwelt ab, da sie Angst vor plündernden Banden haben. Bestechung ist zur Normalität geworden. Unzählige Menschen leiden unter den Folgen der radioaktiven Strahlung. Durch sein Emblem erkenntlich als Raketenexperte, wird Gavin zu einem nicht gern gesehenen Außenseiter unter den Menschen. Sein Feind Collingwood kann dagegen vom Krieg nicht genug bekommen. Getrieben durch seinen Sadismus und seinen Minderwertigkeitskomplex, wird Collingwood zu einem Psychopathen, der Gavin das so wie so bereits kaputte Leben zur Hölle macht. Die Stellen, in denen Gavin und Collingwood ihren Konflikt austragen, sind dermaßen spannend und aufwühlend, dass man inständig hofft, dass dieser widerliche Militärjunky ein ungutes Ende findet.

Alfred Coppel: Nach der Stunde Null (OT: Dark December), Verlagsdaten: Heyne Verlag (1971), Nr. 3078, 157 S.

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krabatfilm„Krabat“ gehört nicht nur zu Ottfried Preußlers bekanntesten Romanen, sondern ist ein Klassiker schlechthin. 1977, also dreißig Jahre vor der Realverfilmung, produzierten die Bavaria-Studios gemeinsam mit ihren tschechischen Kollegen einen Trickfilm, der schnell ebenfalls zu einem Klassiker wurde, zu einem Klassiker des Kinderfilms.

Die bekannte Geschichte handelt von dem Waisenjungen Krabat, der in die schwarze Mühle kommt, wo zwölf Jungen nicht nur das Müllerhandwerk lernen, sondern ebenso in schwarze Magie eingeweiht werden. Jedes Jahr muss einer der Müllersburschen sterben. Krabat, der sich zunächst den Regeln des Meisters unterwirft, versucht nach und nach, diese zu umgehen. Natürlich ruft er dabei den Zorn des Meisters heraus, der letztendlich Krabat als diesjähriges Opfer auswählt.

Karel Zemans Verfilmung besticht durch ihre Schlichtheit. Alles erscheint mehr angedeutet, als konkret ausgefeilt. Die Figuren bewegen sich wie in einem Scherenschnitttheater. Diese Form der Andeutung findet sich auch in der sprachlichen Umsetzung wieder. Denn „Krabat“ kommt beinahe vollständig mit nur einer einzigen Erzählerstimme aus.

Doch wird der Film dadurch keineswegs langweilig. Im Gegenteil, Zeman, der ja vor allem durch seine Jules Verne-Verfilmungen bekannt ist, übernimmt die düster-unheimliche Stimmung des Buches und fügt ihr zudem eine teils recht drastische Note hinzu. Die Duelle zwischen den Lehrlingen und dem Hexenmeister gleiten teilweise ins Psychedelische über, besonders was Farben, Muster und die Darstellung der Verwandlungen anbelangt. Der Film, der zunächst als ein Drama beginnt, erhält dadurch alptraumhafte Zwischentöne, die sich von Mal zu Mal verstärken. Diese finden sich zum Beispiel in der Szene wieder, in welcher einer der Müllersburschen alleine mit einem Spaten ausgeschickt wird, um sein eigenes Grab zu schaufeln, oder in derjenigen, in der die in Raben verzauberten Gesellen die Osternacht auf einem Galgengerüst verbringen müssen.

Die Trickfilmversion von „Krabat“ erscheint in diesem Licht gar nicht mehr als ein reiner Kinderfilm, sondern mehr noch als ein Kunstfilm für Kinder und Erwachsene. Ein Klassiker eben.

Krabat, Regie, Drehbuch: Karel Zeman, Produktion: Karel Hutecka, Stimmen: Christian Brückner, Friedrich Schütter, Tschechoslowakei/Deutschland 1977, Laufzeit: 73 Min.

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nirvanaMan könnte sagen, „Nirvana“ ist die europäische Antwort  auf „Blade Runner“. Die Handlung spielt in einer düsteren Megalopolis, die überbevölkert ist und in der die unterschiedlichsten Kulturen und Religionen zusammenleben. Hauptfigur ist der Computerspielentwickler Jimi, der in drei Tagen seine neueste Kreation mit dem Namen Nirvana abliefern soll. Doch in der Endphase der Entwicklung befällt das Spiel ein Virus, was zur Folge hat, dass der Protagonist Solo ein eigenes Bewusstsein erlangt. Er bittet Jimi, ihn zu löschen. Doch dieser ist auf der Flucht vor einem Computerkonzern, der das Spiel unbedingt herausbringen möchte.

„Nirvana“ bewegt sich zwischen Existenzphilosophie und Cyberpunk. Die im Mittelpunkt stehende Fragen lauten: Was ist Realität? Was bedeutet Leben? Was überhaupt ist Bewusstsein? Diese grundlegenden menschlichen Fragen fügt Regisseur Gabriele Salvatores ein in einen spannenden SF-Thriller, dessen Design zwar stellenweise sein Vorbild „Blade Runner“ imitiert, zugleich jedoch mit einer Liebe zum Detail hervorsticht. Die Geschichte verfolgt die beiden Protagonisten Jimi und Solo parallel in ihren jeweiligen Welten. Besonders die Situationen, in die Solo gerät, sind mit viel Witz ausgedacht. Solo, eine Figur in einem Spiel, beginnt über sich selbst und seine Umgebung nachzudenken. Er kommt zu dem Schluss, dass er überhaupt nicht existiert und versucht, andere Spielfiguren von seinen Erkenntnissen zu überzeugen. Über einen Computer können er und Jimi miteinander kommunizieren. Jimi leidet seit dem spurlosen Verschwinden seiner Freundin an Depressionen. Erst der Kontakt mit dem Computerfreak Joystick bringt ihn wieder – wenn auch zwanghaft – auf die Beine.

Obwohl der Film 1997 produziert wurde, ist sein Design eher typisch für die 80er Jahre, vielleicht um dadurch die Anlehnung an „Blade Runner“ ein wenig zu unterstreichen. Die einzelnen Szenen und Bilder sind nur so voll gepackt mit Ideen, die jede wiederum für sich genommen eigene Geschichten erzählen. Dadurch entsteht ein wahrer Ideenrausch, der bis zum Schluss aufrechterhalten wird. Die oben angesprochenen Fragen lässt Salvatores jedoch nie aus den Augen. Stets kreisen die Geschehnisse um diese eigentlichen Themen. Dies hebt „Nirvana“ auf eine großartige ästhetische Ebene – nicht zu denken, was Hollywood aus der Thematik gemacht hätte. – Ein erstklassiger SF-Film mit Tiefgang.

Nirvana, Regie: Gabriele Salvatores, Drehbuch: Pino Cacucci, Gloria Corica, Produktion: Vittorio Cecchi Gori, Rita Rusic, Darsteller: Christopher Lambert, Sergio Rubini, Diego Abatantuono, Stefania Rocca, Emmanuelle Seigner. Frankreich/Italien 1997, Laufzeit: 113 Min.

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gods of egyptMit seinem neuesten Streich ging Regisseur Alex Proyas glatt in die Filmgeschichte ein. „Gods of Egypt“ war einer der ersten Filme, welcher die Rassismusdebatte in Hollywood erneut entfachte (die letzte fand in den 60er und 70er Jahren statt). Der Grund: Beinahe sämtliche Figuren werden von weißen Schauspielern verkörpert, schwarze Darsteller treten in der Hauptsache als Statisten im Hintergrund auf. Die Folge: Die Produktionsfirma sowie der Vertrieb Lions Gate entschuldigten sich dafür und versprachen, dass etwas in dieser Art nicht wieder vorkommen würde. Die zweite Konsequenz: Es hagelte schlechte Kritiken, die Proyas dazu veranlasste, dies als eine Art Hetze zu bezeichnen.

„Gods of Egypt“ spielt, wie es der Titel bereits impliziert, im Alten Ägypten. Doch wird hier kein Geschichtsunterricht geliefert, sondern man bezieht sich auf die damalige Mythologie, sodass der Film kein Historien-, sondern ein mythologisch angehauchter Fantasyfilm ist. Die Götter leben unter den Menschen und regeln deren Alltag. Alles funktioniert prächtig. Doch dann bricht eine Fede zwischen Horus und Set aus, die dazu führt, dass Set von nun an die Alleinherrschaft ausübt. Zusammen mit dem Dieb Bek versucht Horus, Set die Herrschaft wieder zu entreißen …

Meiner Meinung nach haben viele der negativen Kritiken etwas mit dem oben genannten Rassismusvorwurf zu tun. Denn „Gods of Egypt“ ist ein durchweg witziger und spannender Action-Fantasy-Film, der am Anfang das klassische Hollywood aufleben lässt, indem er Filme wie „Der Dieb von Bagdad“ zitiert, bevor er in die aktuelle Superhelden-Klopperei übergeht. Doch nimmt sich der Film hierbei nie wirklich ernst. Mit viel Selbstironie, gelungenen Gags und einem regelrechten Sprüchefeuerwerk gehen Bek und Horus daran, Bösewicht Set das Handwerk zu legen. Dabei überrascht es, dass „Gods of Egypt“ ein so lockerer, gut gelaunter Film ist, ist doch Proyas durch seine düster-pessimistischen Werke wie „The Crow“ oder „Dark City“ bekannt. Nein, hier zeigt der Regisseur seine spaßige Seite und dies mit Bravour. Denn der teils eigenwillige, skurrile Humor macht Laune und reißt einen regelrecht mit. Dabei übt er auch gerne Kritik an Politik und Wirtschaft, was dem Film in manchen Szenen eine gelungene satirische Note verleiht.

Gut, was auffällt, ist, dass die Spezialeffekte von unterschiedlicher Qualität sind. Sie sind zwar nie schlecht, doch wirken manche eindeutig billiger als andere im selben Film. Woran das liegt, darüber könnte man nun natürlich rätseln, auf jeden Fall scheint es hier anscheinend Produktionsprobleme gegeben zu haben. Stören tut das nicht wirklich, verleiht es dem Film doch zugleich eine sympathisch-trashige Note. Da der Film so viele schlechte Kritiken erhalten hat, dürfte „Gods of Egypt“ zu einer Art Geheimtipp werden für Leute, die sich von schlechten Kritiken nicht abschrecken lassen. Von mir erhält der Film, was den Spaßfaktor betrifft, eine glatte Eins.

Gods of Egypt, Regie u. Produktion: Alex Proyas, Drehbuch: Matt Sazama, Burk Sharpless, Darsteller: Nikolaj Coster-Waldau, Brenton Thwaites, Chatwick Boseman, Elodie Young, Rufus Sewel, USA/Australien 2016, Laufzeit: 127 Min.

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Amityville3DDas Haus in dem kleinen Ort Amityville kam in den 70er Jahren zu einer unheimlichen Berühmtheit. Ronald DeFeo ermordete dort seine gesamte Familie. Was diese Tat ins Sonderbare rückt, ist, dass DeFeo angab, Stimmen hätten ihn dazu verleitet. Der gesamte Tathergang gibt bis heute Polizei und Journalisten Rätsel auf. Wenige Jahre nach diesem grausamen Mord zog die Familie Lutz in das Haus, nur um nach 28 Tagen wieder auszuziehen. George und Kathy Lutz behaupteten, dass es in dem Haus spuke. Poltergeistphänomene und seltsame Erscheinungen haben so an Intensität zugenommen, dass sie schließlich das Haus verlassen mussten. Sofort wurde damals natürlich ein Buch darüber publiziert, in dem die Aussagen des Ehepaares in gewürzter Form nochmals dargestellt wurden. Mittlerweile ist jedoch klar, dass das Ehepaar Lutz den Spuk bloß erfunden hat. Durch den Erwerb des Hauses hatten sich beide finanziell übernommen und wollten so schnell wie möglich aus ihrer prekären Lage fliehen. Trotz dieser ernüchternden Botschaft, hielt dies Hollywood nicht davon ab, einen Horrorfilm über die angeblichen Geschehnisse in dem Haus zu drehen. „Amityville Horror“ (1979) wurde zu einem der bekanntesten und auch erfolgreichsten Geisterhausfilme. Natürlich zog dies Sequels nach sich. Unter anderem den 1983 erschienenen Film „Amityville 3D“, in dem – wie der Titel schon sagt – das Grauen in 3D auf die Zuschauer losgelassen wird. Regie führte der bekannte Action-Regisseur Richard Fleischer.

In diesem Film geht es um das Ehepaar Baxter, das sich nach einem neuen Zuhause umsieht. Als sie das Haus in Amityville sehen, kauft es John Baxter sofort. Es ist nun einmal billig zu haben. Die Warnungen schlagen beide in den Wind. Doch kaum sind beide eingezogen, als der Spuk bereits seinen Lauf nimmt. Der Ursprung des Spuks führt in den Keller des Hauses, wo sich ein alter, tiefer Brunnen befindet.

Während der Originalfilm von 1979 die Ursachen des Spuks mehr oder weniger nur andeutet, wird Richard Fleischer in seiner Version schon konkreter. Die Idee des Brunnens aber erinnert dann doch zu sehr an H. P. Lovecraft, und so ist man auch nicht erstaunt, als schließlich ein glubschäugiges Monster zum Vorschein kommt. Ein paar Handlungsfehler runden das Ganze ab. Trotzdem gelingt es Fleischer, den Film sehr unterhaltsam in Szene zu setzen und gelegentlich auch für ein paar Gruselmomente zu sorgen. Dies vor allem dadurch, da der gesamte Film nichts anderes möchte, als die 3D-Optik so gut wie möglich in Szene zu setzen. Dies geschieht auf sehr witzige Weise und macht den Film zu einem gelungenen Filmspaß. Nach Teil 3 nahm die Qualität der Sequels rapide ab. Dennoch ist interessant, dass bei diversen Aufzählungen von Filmreihen, die „Amityville“-Reihe nie erwähnt wird. Vielleicht deshalb, da die Sequels eher sporadisch als kontinuierlich erscheinen. Nach dem Motto: Wenn niemandem etwas einfallt, dann machen wir halt nochmals einen Film über dieses Geisterhaus.

Amityville Horror III (OT: Amityville 3D), Regie: Richard Fleischer, Drehbuch: Willian Wales, Produktion: Stephen K. Kesten, Darsteller: Tony Roberts, Tess Harper, Lori Laughlin, Robert Joy, Meg Ryan, Candy Clark. USA 1983, Laufzeit: 90 Min.

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stepfather„Kill Daddy Kill“ lautete in den 80er Jahren der Alternativtitel zu „The Stepfather“. Wie immer brachte dies Pädagogen und Elterninitiativen außer Rand und Band, die ja bereits mit ihrem Slogan „Mama, Papa, Zombie“ in der ersten Hälfte der 80er Jahre auf die angebliche Schädlichkeit von Horrorfilmen aufmerksam machen wollte. Ein weiteres Mal hatte das Horrorgenre gegen sein schlechtes Image zu kämpfen. „The Stepfather“ wurde indiziert. Erst vor wenigen Jahren wurde die Indizierung aufgehoben.

Der Film handelt von Jerry Blake, einem Psychopathen, der auf der Suche nach der perfekten Familie ist. Da trifft er auf Susan Maine, die zusammen mit ihrer Tochter Stephanie in einer netten Vorortsiedlung wohnt. Bereits nach kurzer Zeit heiraten Jerry und Susan. Ihr neuer Ehemann gilt geradezu als vorbildlich. Doch der Schein trügt. Denn Stephanie kann ihn nicht leiden. Dies bringt Jerry immer mehr in Rage.

Was dem Zuschauer hier geboten wird, ist der etwas andere Familienfilm. „The Stepfather“ ist Psycho-Thriller und Gesellschaftssatire zugleich. Er macht sich lustig über das suburbane Spießertum der US-amerikanischen Mittelschicht, indem er ausgerechnet einen völlig gestörten Serienmörder als jemanden auftreten lässt, der nach dem perfekten Familienglück strebt. Dies sorgt für viele ironische Momente und ein paar äußerst schwarzhumoriger Gags. Dabei kommt auch die Spannung nicht zu kurz. Denn Jerry Blake ist eine tickende Zeitbombe. Alles, was nicht in sein Schema einer vorbildlichen Familie passt, treibt ihn sofort in den Wahnsinn. Mit Stephanie, einer pubertierenden Jugendlichen, stößt er hierbei an seine Grenzen. Denn sie ist ständig am Nörgeln und möchte nichts lieber, als dass Jerry endlich wieder verschwindet.

„The Stepfather“ gehört inzwischen zu den Klassikern des 80er Jahre Horrorfilms. Wie auch „Nightmare on Elmstreet“, „Bloody Valentine“ oder „Poltergeist“ blickt er hinter die ruhigen Fassaden der Vororte der Post-Hippie-Ära. Im Gegensatz zu den oben genannten Filmen ist „The Stepfather“ allerdings kein Teeny-Slasher, sondern ein reiner Psychopathenfilm. Terry O’Quinn haucht der Figur des Jerry Blake ein wirklich fieses Eigenleben ein. Sein Spruch „Wer bin ich hier?“ ist inzwischen einer der bekanntesten des Horrorfilmgenres.

The Stepfather, Regie: Joseph Ruben, Drehbuch: Caroline Lefcourt, Donald E. Westlake, Produktion: Jay Benson, Darsteller: Terry O’Quinn, Jill Schoelen, Shelley Hack. USA 1986, Laufzeit: 86 Min.

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buckaroobanzaiWenn ein Film floppt, heißt das noch lange nicht, dass es sich dabei um eine schlechte Produktion handelt. Manche Filme, die zunächst kaum wahrgenommen wurden, entwickeln mit der Zeit eine immer größere Fangemeinde. So auch „Buckaroo Banzai“, der zunächst nur wenig Beachtung fand, inzwischen aber als Kultfilm bezeichnet wird.

Buckaroo Banzai arbeitet als Gehirnchirurg. Doch gleichzeitig ist er auch ein gefeierter Rockstar. Es gibt sogar eine Comicreihe über ihn. Nebenher ist er auch eine Art Tüftler. Eines Tages entwickelt er einen Oszillations-Overthruster, mit dem es möglich ist, in die 8. Dimension zu reisen. Nachdem sein Experiment tatsächlich geglückt ist, wird der verrückte Wissenschaftler Dr. Lizardo auf ihn aufmerksam. Er setzt alles daran, die Erfindung zu stehlen, um damit die Welt zu vernichten. Ihm zur Seite stehen dabei eine Gruppe Außerirdischer, die genau dasselbe vorhaben. Buckaroo Banzai und seine Freunde haben alle Hände voll zu tun, um Dr. Lizardos Plan zu durchkreuzen.

Möchte man den Film als Groteske einstufen, so kommt man „Buckaroo Banzai“ ziemlich nahe, wird ihm mit dieser Bezeichnung aber nicht ganz gerecht. Das schöne ist, dass sich der Film selbst nicht ernst nimmt. Er versucht, eine Reihe abstruser Situationen zu einer einheitlichen Story zu verbinden, was ihm durchaus auch gelingt. Dabei verknüpft er verschiedene Genres miteinander, die von Science Fiction über Superheldenfilm bis hin zur Komödie reichen.

Jede Szene ist bespickt mit einer angenehmen Ironie, die sich vor allem dadurch bemerkbar macht, dass der Regisseur sämtliche Klischees bedient und diese gekonnt durch den Kakao zieht. Dabei sind Ähnlichkeiten zu einem anderen bekannten Superheldenfilm mit dem Titel „Doc Savage“ nicht von der Hand zu weisen. Auch dort wurde das Heldentum gehörig verballhornt. Wie auch „Buckaroo Banzai“ floppte der Film an den Kinokassen. Interessant hierbei ist, dass beide Filme am Ende auf eine Fortsetzung hinweisen, die jedoch nie gedreht wurde.

„Buckaroo Banzai“ kann man ohne weiteres als Klassiker des 80er Jahre Kinos bezeichnen (inklusive obligatorischer Lagerhallenballerei). Es soll ja noch immer Filmkritiker geben, die sich darüber den Kopf zerbrechen, wieso Buckaroo ausgerechnet in die 8. Dimension reist. Im Grunde ist dieser Aspekt völlig egal. Der Film ist dahingehend konzipiert, einfach Spaß zu machen. Und diese Aufgabe erledigt er mit Bravour.

Buckaroo Banzai – Die 8. Dimension (OT: The Adventures of Buckaroo Banzai across the 8th Dimension), Regie u. Produktion: W. D. Richter, Drehbuch: Earl Mac Rauch, Darsteller: Peter Weller, John Lithgow, Ellen Barkin, Jeff Goldblum, Christopher Llyod. USA  1984, Laufzeit: 103 Min.

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