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Archive for Januar 2016

isellthedeadcover2008 schuf die bekannte New Yorker Indie-Produktionsfirma Glass Eye Pix mit „I sell the Dead“ eine freie Adaption von Robert Louis Stevensons Erzählung „Die Leichendiebe“. Regie führte Glenn McQuaid, der bereits früher mit Glass Eye Pix zusammengearbeitet hat, so z.B. bei dem Film „The Roost“, bei dem er für die Spezialeffekte verantwortlich gewesen war.

„I sell the Dead“ ist eine Mischung aus Horrorfilm und Horrorkomödie, in der es um den Leichendieb Arthur Blake geht, der kurz vor seiner Hinrichtung Pater Duffy seine Lebensgeschichte erzählt. Bereits sein Vater arbeitete als Leichendieb. Nach dessen Tod übernahm quasi Arthur den Job. Als Lehrling des ungehobelten Willie Grimes macht er sich auf, um nachts Leichen aus ihren Gräbern zu stehlen. Dies geht so lange gut, bis sie eines Tages von einer seltsamen Ladung Särge erfahren, die nach einem Schiffsunglück auf eine einsame Insel getrieben wurde. Willie und Arthur setzen alles daran, um die Särge zu bergen. Doch haben sie die Rechnung ohne den Wirt gemacht. Denn zum einen befinden sich in den Särgen keine Toten, sondern Untote, und zum anderen möchte die Verbrecherbande House of Murphy ebenfalls an die Särge herankommen.

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Willie Grimes und Arthur Blake. „I sell the Dead“ 2010; Copyright: Glass Eye Pix.

Um die Kosten des Films gering zu halten, übernahm Produzent Larry Fessenden die Rolle des Willie Grimes. Ihm zur Seite standen Horror-Ikone Angus Scrimm und Ron Perlman. Mit einem Budget von gerade einmal 450.000 Dollar machten sich alle ans Werk. Das Schöne bei den meisten Indie-Filmen ist, dass sich die jeweiligen Teams mit voller Motivation  an die Arbeit machen. Dies sieht man auch „I sell the Dead“ an. Die Schauspieler gehen voll und ganz in ihren Rollen auf. Für Ron Perlman, der zeitgleich bei „Hellboy 2“ vor der Kamera stand, war dies die zweite Zusammenarbeit mit Larry Fessenden (davor hatte er in „The Last Winter“ mitgespielt). Hier tritt er in der Rahmenhandlung als Pater Duffy auf, was der „Beichte“ Arthurs eine köstliche schwarzhumorige Note verleiht.

Überhaupt ist schwarzer Humor das Markenzeichen des Films. In einer der bekanntesten Szenen beißt ein Junge in ein weißes Kaninchen. Die Aufregung war natürlich groß, da manche Zuschauer glaubten, es handele sich dabei um ein echtes Tier. Hier merkt man mal wieder, wie gut manche Spezialeffekte sind. Nein, hier handelte es sich nicht um einen CGI-Effekt, sondern schlicht und ergreifend um eine Puppe.

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Willie Grimes‘ und Arthur Blakes Konkurrenz: Die Bande House of Murphy; „I sell the Dead“ (2010); Copyright: Glass Eye Pix.

„I sell the Dead“ zieht natürlich auch das Thema „Arbeitswelt“ gehörig durch den Kakao, denn im Grunde genommen erzählt der Film, wie ein junger Mann versucht, sich in einer bestimmten Branche zu qualifizieren. Aus dieser Perspektive funktioniert der Film auch hervorragend als Satire. Schon allein die „Einarbeit“ Arthurs durch Willie Grimes ist grandios. So geht z.B. einmal etwas schief, was zur Folge hat, dass eine Vampirfrau hinter ihnen her ist. Die Konkurrenz schläft natürlich nicht. Die degenerierte Verbrecherfamilie House of Murphy ist in derselben Branche tätig und macht keine halben Sachen, wenn es um Gewinnmaximierung geht.

Doch egal, ob man den Film als einfache Komödie, als Horrorfilm oder eben als Satire sieht, „I sell the Dead“ ist erstklassige Unterhaltung, die in den Kinos leider floppte, und deren DVD-Release – jedenfalls in Deutschland – nur am Rande wahrgenommen wurde.

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monsterimmittelalterDer Germanist Rudolf Simek beschäftigt sich am liebsten mit dem Problem der Monsterdarstellungen in mittelalterlichen Texten und Bildern. Die Idee, ein Buch darüber zu schreiben, hatte er bereits Anfang der 80er Jahre. Doch erst jetzt konnte er sein Projekt zu einem erfolgreichen Ende bringen.

„Monster im Mittelalter“, so der Titel des Werkes, beschäftigt sich mit den kulturhistorischen Hintergründen von Beschreibungen sog. Wundervölker und Fabelwesen aus dem Mittelalter. Simek geht dabei der Frage nach, aus welchem Grund diese Monster überhaupt beschrieben bzw. in Bildern dargestellt wurden. Handelte es sich dabei um Darstellungen realer Ungeheuer oder steckte dahinter etwas völlig Anderes?

Die Spur führt Simek und den Leser bis zurück in die Antike, als zum ersten Mal Berichte über Fabelrassen z.B. bei Plinius auftauchen. Richtig populär wurden die Beschreibungen dann in der „Alexanderdichtung“, welche den Feldzug Alexander des Großen beschreibt. Simek zufolge hatten die Darstellungen speziell in diesem Text die Aufgabe, den oder das Fremde zu stilisieren und dadurch einen Kontrast zwischen Alexander dem Großen und dem Anderen zu betonen. Es wurden, statt reale Beschreibungen abzuliefern, Sozialutopien geschaffen.

Da sich aber die Darstellungen der diversen Monster immer gleichen und sogar die Namen oder Bezeichnungen dieser Kreaturen immer wieder aufgelistet wurden, musste wohl mehr dahinterstecken als bloße Fantastereien.

So geht Simek der Frage nach, auf welche realen Umstände die jeweiligen Darstellungen zurückzuführen sind, ob auf genetische Defekte oder auf verallgemeinerte Missgeburten.  Eine weitere Frage lautet, ob diese Monster eher einen religiös-moralischen Zweck zu erfüllen hatten.

Rudolf Simeks Untersuchung über die Monster im Mittelalter ist eine spannende und informationsreiche Reise in ein bisher kaum erforschtes Sachgebiet. Lebendig und detailreich geht der Autor auf die unterschiedlichen Ungeheuer und ihre kulturhistorischen Wurzeln ein, lässt dabei auch nicht die Meeresungeheuer aus, und findet zum Schluss sogar eine Verbindung zu heutigen SF- und Fantasy-Romanen und Filmen, wobei dieses letzte Kapitel das eindeutig schwächste im ganzen Buch darstellt. In diesem Kapitel gibt es nicht nur falsche Angaben (z.B. nennt Simek als Autor von „Krieg der Welten“ den Schauspieler und Regisseur Orson Welles und nicht H. G. Wells), sondern die germanistische Perspektive schränkt den Blickwinkel stark ein. Obwohl der Ansatz durchaus interessant ist. Die eigentliche Untersuchung aber, die zum Schluss mit einem „Lexikon der menschlichen Monster im Mittelalter“ aufwartet, ist nicht nur für Monsterliebhaber von großem Interesse.

Rudolf Simek. Monster im Mittelalter. Die phantastische Welt der Wundervölker und Fabelwesen. Böhlau Verlag 2015, 345 Seiten, 29,90 Euro, ISBN: 978-3-412-21111-0.

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lovecraftAls der amerikanische Horrorautor Howard Philip Lovecraft und Sonia Greene am 3. März 1925 heirateten, war dies vor allem für Lovecrafts Freundeskreis eine große Überraschung. Niemand seiner Freunde und Autorenkollegen hätte je daran geglaubt, dass Lovecraft überhaupt jemals heiraten würde.

Engere Beziehungen zu Frauen hatte er davor nie gehabt. Er selbst sagte einmal, dass Sonia (beide hatten sich bei einem Treffen von Amateurjournalisten kennen gelernt) die erste Frau gewesen war, die ihn geküsst habe. Sonia Greene war bereits vor ihrer Heirat mit Lovecraft verheiratet gewesen. Ihr erster Mann soll Selbstmord begangen haben. Doch unabhängig davon waren Lovecrafts Tanten, mit denen er in Providence wohnte, von Anfang an gegen seine Beziehung mit Sonia Greene und ganz und gar gegen eine Heirat.

Lovecraft setzte jedoch seinen eigenen Willen durch. Kurz nach der Hochzeit zog er zusammen mit seiner Frau nach New York. Sonia Greene arbeitete als Hutdesignerin und verdiente damit recht gut. Dies war wichtig, denn Lovecraft war unfähig, selbst Arbeit zu finden. Er war ein durch und durch geistiger Mensch, der gelegentlich von sich selbst behauptete, im falschen Jahrhundert geboren zu sein. Doch all das schreckte Sonia nicht ab. Die erste Zeit lebten sie glücklich miteinander. Lovecraft lernte in New York viele Intellektuelle und Schriftsteller kennen. Und Sonias Kochkünste führten dazu, dass er, dessen Hauptnahrungsmittel eigentlich Kaffee darstellte, gehörig zunahm.

lovecraft1Wichtig zu erwähnen ist, dass Sonia Greene Jüdin war. Dies ist insofern von Bedeutung, da Lovecraft durch und durch rassistisch geprägt war. Einer Anekdote zufolge, soll er in New York am Hafen einen regelrechten Starrkrampf bekommen haben, als er all die farbigen Hafenarbeiter gesehen habe. Seinen Freunden zufolge soll er am Veröffentlichungstag der englischen Ausgabe von „Mein Kampf“ in aller Früh zu seinem Buchladen gelaufen sein, um als einer der ersten das Buch in seinem Besitz zu bekommen. Denn Lovecraft sah darin seine eigenen verqueren Rassentheorien bestätigt. Es erscheint daher als eine Art Paradoxon. dass ausgerechnet er eine Jüdin heiratete. Als Sonia ihn einmal darauf ansprach, lautete seine Antwort, dass sie nun durch ihn einer höheren Rasse angehöre. Sonia schien seine Aussage mit einem gewissen Humor genommen zu haben, kannte sie ihn und seine seltsamen Theorien doch in- und auswendig.

Auf ihre Beziehung hatte dies keine Auswirkung. Doch etwas anderes führte schließlich dazu, dass sich Lovecraft und Sonia wieder trennten. Sonia Greene hatte sich selbständig gemacht. Aber ihr Geschäft ging bankrott, was dazu führte, dass sie aus dem Haus in Brooklyn in eine kleine Wohnung ziehen mussten. Da Lovecraft unfähig war, Arbeit zu finden (er scheiterte bereits an den Bewerbungsschreiben), war es an ihr, weiterhin Geld zu verdienen. Da ihr neuer Job verlangte, dass sie viel reiste, konnte sie nur wenige Tage im Monat zuhause sein.

Lovecraft magerte in dieser Zeit gehörig ab. Er schrieb einmal, dass er kein Geld mehr habe und für mehrere Tage nur von ein paar Schreiben Brot und einem Stück Käse gelebt habe. Dennoch schrieb er beharrlich an seinen Geschichten weiter. Dann kam der Tag, an dem in die kleine Wohnung eingebrochen wurde. Lovecraft erlitt eine Art Schock, was dazu führte, dass er praktisch über Nacht New York verließ, um wieder zurück in sein geliebtes Providence zu kehren.

Sonia ging weiter ihrem Beruf nach, bis sie später einen anderen Mann kennen lernte. Mit Lovecraft blieb sie weiterhin in Briefkontakt. Dieser blieb bis zu seinem Tod 1937 Single. Obwohl er Sonia nie sagte, dass er sie liebte, so gestand er einmal in einem Brief an einen Freund, dass sie seine einzige große Liebe gewesen sei.

Die Informationen zu diesem Text stammen zum einen aus der Biographie „H. P. Lovecraft“ von L. Sprague de Camp und zum anderen aus dem Buch „Der Einsiedler von Providence“ (Hrsg. von Franz Rottensteiner), in dem Erinnerungen von Freunden und von Sonia Greene an Lovecraft enthalten sind.

 

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wearestillhereDie Welle an Spukhausfilmen hat vergangenes Jahr wieder zugenommen. Eine dieser Produktionen trägt den Titel „We are still here“ und stammt vom Jungregisseur Ted Geogehgan. Das Drehbuch hatte er eigentlich für einen befreundeten Regisseur geschrieben. Als dieser jedoch zu sehr mit anderen Projekten beschäftigt war, hatte Geogehgan die Sache einfach selbst in die Hand genommen.

Der Film spielt in einem einsam gelegenen Haus, in welches das Ehepaar Paul und Anne ziehen, nachdem sie ihren Sohn bei einem Autounfall verloren haben. Beide hoffen, dadurch ein neues Leben beginnen zu können. Doch schnell stellt sich heraus, dass etwas in dem Haus umgeht.

Sehr viele Geisterhausfilme beinhalten eine ganz ähnliche Handlung, doch geht es letztendlich darum, wie das Unheimliche in den Filmen umgesetzt wird. In dieser Hinsicht wird man nicht enttäuscht. In hervorragenden Bildkompositionen lässt Geoghegan das Grauen zunächst unterschwellig in Aktion treten, bevor es schließlich zur direkten Konfrontation kommt. Dabei kommt der Film zum Glück ganz ohne CGI-Effekte aus. Alles ist handgemacht, und es zeigt sich einmal mehr, dass genau dies die beste Methode ist, um dem Zuschauer das Gruseln zu lehren. Bei den einzelnen Szenen sollte man stets auf den Hintergrund achten, in dem sich so manche unheimliche Gestalt verbirgt.

Da die Handlung Anfang der 80er Jahre spielt, orientiert sich Ted Geoghegan in Sachen Farbgebung und Effekte an die damaligen Filme, vor allem an die damaligen Indie-Produktionen und italienischen Horrorfilme. All das ist hervorragend umgesetzt und löst dabei so etwas wie eine Horrorfilmnostalgie aus.

Neben Trash-Ikone Barbara Crampton, die vor allem aus den „Reanimator“-Filmen bekannt ist, ist auch Indie-Regisseur, Autor und Schauspieler Larry Fessenden mit von der Partie. Obwohl Fessenden hier „nur“ als Schauspieler agiert, sieht man dem Film an, dass er im Hintergrund dennoch immer mal wieder für diverse Ratschläge gesorgt hat. Viele der wunderbaren Landschaftsaufnahmen prägen eindeutig seinen Stil, was dem Film eine noch höhere Ästhetik verleiht.

Insgesamt ist „We are still here“ ein sehr gut gemachter Geisterhausfilm, der zeigt, dass kein großes Budget notwendig ist, um gelungene Arbeit zu leisten. Im Gegenteil, in der Regel sind es die Filme mit geringen Produktionskosten, die überzeugen und Spaß machen.

We are still here, Regie u. Drehbuch: Ted Geoghegan, Produktion: Travis Stevens, Darsteller: Barbara Crampton, Andrew Sensening, Larry Fessenden, Monte Markham, Lisa Marie; USA 2015; Laufzeit: 80 Min.

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thenunposterNun muss ich doch etwas weiter ausholen. „The Nun“ (La Monja) ist ein spanischer Horrorfilm aus dem Jahre 2005. Produziert wurde der Film von Brian Yuzna, einem der bekanntesten Produzenten und Regisseure in Sachen Trash-Filme. Yuzna wurde durch „Re-Animator“ (1985), eine freie Adaption von H. P. Lovecrafts gleichnamiger Erzählung, weltbekannt. Seine einzige Big Budget-Produktion war eine Koproduktion zusammen mit Walt Disney mit dem Titel „Liebling, wir haben die Kinder geschrumpft“ (1989). Danach begab er sich wieder zurück in die Gefielde des Low-Budget-Kinos.

Als Ende der 90er Jahre die Hollywoodkrise ihren Anfang nahm, sahen viele Produktionsstätten außerhalb der USA ihre Chance gekommen. So auch die spanische Produktionsfirma Filmax. Diese begann ab ca. 2000 mit der Wiederbelebung des spanischen Horrorfilms, dessen klassische Phase in den 60er und 70er Jahren gewesen war. Mit großem Erfolg. Zwei der bekanntesten Filme, die innerhalb dieser neuen Phase entstanden, waren „Rec“ (2007) und „Das Waisenhaus“ (2007).

Brian Yuzna kam ebenfalls im Jahr 2000 ins Spiel, als er die Produktionsfirma Fantastic Factory gründete, deren Ziel es war, auf möglichst kostengünstige Weise Horrorfilme herzustellen. Den Anfang nahm die Comicadaption „Faust“ (2001), gefolgt von etwa zehn weiteren Filmen, bevor die Firma ihre Pforten wieder schloß. Da mittlerweile auch die Homepage der Firma verschwunden ist, ist anzunehmen, dass die Firma tatsächlich nicht mehr existiert.

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So viel zum Thema Weihwasser; Szenenfoto „The Nun“ (Copyright: Filmax/Fantastc Factory)

Aus der Endphase dieser Firma stammte der Film „The Nun“ (2005). Und wie der Titel bereits verrät, handelt die Geschichte von einer Nonne. Ihr Name lautet passenderweise Schwester Ursula. Es handelt sich um eine sadistische Person, die die Schülerinnen, die ihr anvertraut sind, gerne foltert. Doch eines Tages rächen sich die Klassenkameradinnen an ihr, was ihr gar nicht gut bekommt. 30 Jahre später wird eine der damaligen Schülerinnen brutal ermordet. Es folgen weitere Todesfälle. Schließlich fliegt die Tochter eines der Opfer mit ihren Freunden nach Spanien, um zu klären, was damals wirklich geschehen ist. Doch das Kloster ist seit den 80er Jahren geschlossen. Aber irgendetwas scheint darin noch immer umzugehen.

„The Nun“ ist eine überaus gelungene Mischung aus Trash und Horror. Überraschend ist die tolle Optik, die Regisseur Luis de la Madrid in seinem Debut kreiert. Elegante Kamerafahrten, satte, düstere Farben, eine sehr gute Beleuchtung. Auch die Schauspieler sind voll bei der Sache. Insgesamt schafft der Film eine dichte, bedrohliche Atmosphäre und erzeugt dadurch Spannung pur. Leider geizte man etwas mit dem Humor, sodass man auf schwarzhumorige oder ironische Seitenhiebe vergeblich wartet.

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Schwester Ursula kommt nicht zum Kaffeeklatsch; „The Nun“ (Copyright: Filmax/Fantastic Factory).

In der Tat nimmt sich der Film selbst zu ernst. Vielleicht hatte Regisseur Madrid auch Bammel davor, es sich mit den Produzenten zu verscherzen. Jedenfalls wirkt dadurch die Figur der Nonne unfreiwillig komisch, sodass dadurch dann doch wieder ein gewisser Spaßfaktor aufkommt. Die Effekte, die bewirken, dass die böse Schwester Ursula durch die Luft schwebt oder sich von hinten an ihre Opfer heranschleicht, sind wirklich gelungen. Und wenn Schwester Ursula dann noch ihre Dämonenfratze zeigt, sind alle Zuschauer voll auf ihrer Seite.

Natürlich finden sich in „The Nun“ auch so manche Logiklöcher. Diese stören seltsamerweise nicht weiter. Was dann aber doch enttäuscht, ist das Ende. Dieses wirkt wie eine Spaßbremse, rückt es doch alle Zwischenfälle in ein völlig anderes Licht. Insgesamt aber ist „The Nun“ ein sehenswerter Horrorfilm aus Spanien. Luis de la Madrid scheint die Arbeit als Regisseur dennoch nicht wirklich gefallen zu haben. Nach „The Nun“ kehrte er zu seinem eigentlichen Beruf zurück und ist seitdem wieder als Cutter tätig.

 

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