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Posts Tagged ‘Actionfilme’

Eigentlich wie immer: Als der neueste Film von Mario Bava 1968 herauskam, mochten ihn die Kritiker nicht. Heute zählt die Comicadaption „Danger: Diabolik“ zu den besten Trash-Filmen der 60er Jahre. Und das zu recht. Denn kaum ein anderer Film aus dieser Zeit dürfte derart bunt, durchgeknallt und rasant sein wie eben dieses herrliche James Bond-Imitat.

Es geht um den Meisterdieb Diabolik, dem die Polizei seit Jahren vergeblich das Handwerk legen will. Seine Verbrechen erheben ihn zu einer Art Staatsfeind. Während die Polizei weiterhin versucht, ihm eine Falle nach der anderen zu stellen, vollbringt Diabolik zusammen mit seiner hübschen Freundin Eva ein kriminelles Meisterstück nach dem anderen.

Diabolik (John Philip Law) und Eva (Marisa Mell) bringen das Gold zum Schmelzen; „Danger: Diabolik“ (1968); Copyright: Paramount

Diabolik wäre kein Superganove, wenn er keine unterirdische Festung hätte. Und schon allein das poppige Design der Kulissen ist es wert, sich diesen Film anzusehen. Doch Mario Bava wäre nicht er selbst gewesen, wenn er seinen gesamten Film nicht mit seinen Lieblingsfarben und seinem Hang zum Künsterlischen gewürzt hätte.

Gleich zu Anfang, wenn Diabolik die Millionen Dollar der Polizei abnimmt, indem er am Hafen einen Nebel austreten lässt, ist es nicht einfach irgendein Rauch, sondern ein wundervoller Farbenmix aus knalligem Gelb und sattem Violett. Diesem Geschehen folgt wohl eine der längsten Kussszenen der Filmgeschichte. Denn kaum ist Diabolik mit Eva wieder in seiner Festung, als sich beide in die Arme fallen, wobei diese Kussszene verbunden ist mit einem Hin- und Herschieben von Art Deco- und Pop Art-Kulissen, dass man gar nicht weiß, wo man vor Begeisterung hinschauen soll – in erster Linie natürlich auf Trash-Ikone Marisa Mell mit ihrem orangefarbenen Ausschnitt von einem Kleid, aber die Szenerie als Ganzes ist geradezu einmalig und liegt irgendwo zwischen „Barbarella“, „Camille 2000“ und „James Bond“.

Diabolik (John Philip Law) und Eva (Marisa Mell) nach einem ihrer genialen Streiche; „Danger: Diabolik“ (1968); Copyright: Paramount

Nicht weniger faszinierend sind Bavas Ausflüge ins Surreale. Hier wäre z. B. die Disco-Szene zu erwähnen, in denen die Kulissen lediglich angedeutet sind, in der ein tiefes Blau vorherrscht und in der sich die Statisten wie in einem postmodernen Theaterstück bewegen.

Bava gelingt nun das geniale Kunststück, all diese optischen Feinheiten in eine rasante und Action reiche Story zu packen, die voller Witz und Selbstironie steckt. Fast schon besser als der eigentliche James Bond, erhebt Bava damit das Actiongenre zu einem Kunstwerk, das untermalt ist von Ennio Morricones coolem Easy Listening-Sound und dem genialen Titelsong „Deep Deep Down“, der so ziemlich alles schlägt, was man als Titelsong bezeichnet. Kurz gesagt, ein echter Knaller.

Gefahr: Diabolik (Danger: Diabolik). Regie: Mario Bava, Drehbuch: Dino Mairui, Brian Degas, Tudor Gates, Mario Bava, Produktion: Dino de Laurentis, Darsteller: John Philip Law, Marisa Mell, Michel Piccoli, Terry-Thomas, Adolfo Celi. Italien/Frankreich 1968, 105 Min.

 

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Hollywood versucht sich wieder an den großen Monstern und dieses Mal muss statt Godzilla King Kong ran. Interessanterweise verlegte man die Handlung ins Jahr 1973 – an einen filmgeschichtlichen Wendepunkt des Hollywoodkinos. Damals wurden die Filme zunehmend sozialkritischer und man könnte annehmen, dass der Regisseur diese Anspielung dazu nutzt, um seinen Film ebenfalls unbequem werden zu lassen. Doch weit gefehlt.

Jordan Vogt-Roberts macht zwar aus dem Abenteuer einen farblichen Augenschmaus, ganz zu schweigen von den Effekten, die sich mehr als nur sehen lassen können, doch für kritische Aspekte reicht es dann doch nicht, auch wenn er anfangs die US-Außenpolitik anhand der schießwütigen Soldaten durch den Kakao zieht. Doch damit hat es sich dann auch schon, der restliche Film konzentriert sich auf reine Action, visuell allerdings wirklich stark umgesetzt, verliert dabei allerdings den Sinn und Zweck seiner menschlichen Figuren fast vollkommen aus den Augen.

Zum Beispiel ist Tom Hiddelstons Rolle regelrecht nicht vorhanden. Die Figur ist nicht nur zu hundert Prozent uninteressant, sondern besitzt im ganzen Film so gut wie keine Funktion. Nicht weniger ärmlich sieht es mit der weiblichen Hauptrolle aus, bei der es Brie Larson sogar fertig bekommt, sie schlecht zu spielen. Einzig und allein ist es mal wieder Samuel L. Jackson, dessen charismatische Ausstrahlung die Aufmerksamkeit zwischendurch auch wieder auf das Verhalten der Menschen zieht.

In dieser Hinsicht funktioniert der Film einzig und allein durch seine wirklich gute Optik, seine teils schöne und interessante Farbgebung und, wie oben bereits erwähnt, durch die Effekte. Aber dann bekommt Vogt-Roberts an manchen Stellen dann doch einen Sinn fürs Hintergründige, indem er hier und da ein paar eigenwillige Filmzitate einstreut – schon allein das Plakat, das einen skurrilen Querverweis auf „Apokalypse Now“ darstellt, ist ein Beispiel dafür. Besonders originell und witzig ist dabei allerdings die Anspielung auf Park Chan-Wooks „Oldboy“, wenn King Kong ein Armstück des Riesenkraken verspeist und dieser genauso an seinen Wangen kleben bleibt wie in der berühmtberüchtigten Szene mit Choi Min-Sik, wenn dieser einen lebendigen Kraken mampft.

Da der Film jedoch im Hinblick auf die Story unglaublich oberflächlich bleibt, bleibt am Ende außer den Filmzitaten und den satten Farben nicht mehr viel hängen. Es wirkt letztendlich wie ein teurer Schnellschuss, dessen Wirkung in Sekundenschnelle wieder verpufft.

Kong: Skull Island. Regie: Jordan Vogt-Roberts, Drehbuch: Dan Gilroy, Produktion: Jon Jashni, Darsteller: Tom Hiddelston, Samuel L. Jackson, Brie Larson, John Goodman, John C. Reilly. USA 2016, 119 Min.

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Die 70er Jahre veränderten das Kino vollständig. Der Hauptgrund lag vor allem darin, da die USA sich nicht weiter als Übernation präsentieren konnte. Besonders der Krieg in Vietnam führte zu einem Verlust des nationalen wie internationalen Ansehens, der zusätzlich von diversen sozialen Bewegungen forciert wurde. Die Hippie-Bewegung war noch voll im Gange, hinzu kamen Frauenbewegungen und Schwarzenbewegungen, die gegen Diskriminierung und Rassismus auf die Straße gingen. Der Begriff „Black Power“ wurde zum Programm. In dieser Zeit übernahmen die Regisseure die Kritik der Protestwelle und kreierten Filme, die diese Bewegungen unterstützten – allen voran Horrorfilme wie „Last House on the Left“ (1972) oder „Texas Chainsaw Massacre“ (1973) und später die Filme David Cronenbergs, die jeweils althergebrachte Moral- und Wertvorstellungen hinterfragten.

Die Filme wurden rauher und brutaler, in Sachen Sex legten sie die Andeutungen der vorangegangenen Jahrzehnte ab und wurden direkter. Die Schmuddelfilmära war dadurch geboren. Parallel dazu entstand das Blacksploitationgenre, das die Black Power-Bewegung unterstützte. Mitte der 70er Jahre wurde der Begriff „Blockbuster“ geprägt, als Spielbergs „Der weisse Hai“ sämtliche Rekorde brach. George Lucas (wie Spielberg von der aus Frankreich in die USA übergeschwappten Nouvelle Vague beeinflusst) mischte mit „Krieg der Sterne“ (1978) die Geschichte des Films erneut auf. Und schließlich präsentierte „Alien“ (1979) den Kinozuschauern zum ersten Mal eine Frau als Heldin in einem Männergenre.

Der europäische Film gab sich dank der gelockerten Zensurbestimmungen experimentierfreudiger und gewagter. In dieser Zeit entstanden eine Reihe der bekanntesten Trash- und Horrorfilme, wie etwa der Kultklassiker „Suspiria“ (1978) von Dario Argento. In Deutschland setzten u. a. Rainer Werner Fassbinder und Volker Schlöndorf das Konzept des Neuen Deutschen Films konsequent um. Der Leichtigkeit und Verspieltheit der Karl May- und Edgar Wallace-Filme der 60er Jahre folgten dadurch die sog. Autorenfilme, in deren Fokus soziale und politische Probleme standen.

1971 sorgte ein schwarzer Privatdetektiv für klingelnde Kinokassen. Shaft zählt zu den ersten Blacksploitationfilmen und dies, obwohl in der Romanvorlage von Ernest Tidyman die Figur als ein Weißer beschrieben wird. Die Veränderung der Figur war den sozialen Bewegungen zuzuschreiben und sollte eine der besten Entscheidungen von MGM werden, brachte der Film doch das Zehnfache der Produktionskosten ein.

Das Besondere an „Shaft“ ist u. a., dass man versuchte, den sog. „Black Power-Slang“ in die Dialoge mit einfließen zu lassen, was den Film noch lebendiger und realer erscheinen ließ und was es davor noch nicht gegeben hatte. Der Film handelt davon, dass Shaft die entführte Tochter eines Gangsterbosses finden soll. Dabei gerät er jedoch mehr und mehr in den Konflikt zwischen rivalisierenden Banden.

„Shaft“ ist ein Film, der einen von der ersten Sekunde an packt und einen regelrecht in die Handlung hineinzieht. Dies hängt sicherlich auch mit der berühmten Anfangssequenz zusammen, in der Richard Roundtree als John Shaft durch die Straßen New Yorks schlendert, während Isaac Hayes‘ „Shaft-Theme“ erklingt, für das Hayes dann auch den Oscar erhielt.

Der Film ist voller Action und cooler Sprüche und wirkt wie eine Art Noir-Film im postmodernen Gewand. Der riesige Erfolg führte zu zwei Sequels, die jedoch nicht mehr diesen gekonnten Stil des Originals beinhalten. Auch das Remake aus dem Jahr 2000 wurde zu einem kommerziellen Erfolg, auch wenn Manches dann doch zu sehr gestellt wirkte. Seit 2015 gibt es das Gerücht, dass ein neuer Shaft-Film geplant sei. Man darf also gespannt sein.

1975 schuf Steven Spielberg mit Der weisse Hai den ersten Blockbuster der Filmgeschichte. Die abenteuerliche Jagd nach dem Hai gleicht einem Duell, einer Art „High Noon“ auf dem Meer, wobei ein Acht-Meter-Hai einem wasserscheuen Polizisten gegenübersteht bzw. gegenüberschwimmt. Der Hai lässt sich nicht so leicht zur Strecke bringen. Und da die Gefahr besteht, dass er jederzeit erneut ahnungslose Badegäste verspeist, wird Jagd auf ihn gemacht.

Die Geschichte ist nicht nur eine Adaption des gleichnamigen Romans von Peter Benchley, sondern basiert auf einer wahren Begebenheit aus dem Jahre 1916, als bei New Jersey ein Hai mehrere Menschen attackierte. 2006 wurde der Bericht über jene Geschehnisse von Jack Sholder unter dem Titel „12 Days of Terror“ verfilmt. Steven Spielberg macht sich in seinem Horrorstreifen die Angst des Menschen vor den ungeahnten Tiefen des Ozeans zunutze, in denen noch unbekannte, gefährliche und vor allem enorm große Wesen hausen. Taucht eine dieser Bestien an die Oberfläche, dann ist erst einmal Schluss mit lustig.

In „Der Weiße Hai“ erscheinen der Spannungsaufbau der einzelnen Szenen sowie die Optik des Films wie aus dem Lehrbuch, eine Spezialität Spielbergs. die er auch auf alle seine späteren Filme anwenden sollte. Und dies, obwohl er beim Dreh von „Der weisse Hai“ mit erheblichen technischen Problemen zu kämpfen hatte.

Zum einen war das Haimodell, das von den Mitarbeiterin Bruce genannt wurde, zu schwer und ging einfach unter, zum anderen versagte mehrmals die Mechanik des Hais. Schließlich und endlich gelang es dann doch, das Modell für die relevanten Szenen zu verwenden. Somit entstand letztendlich einer der bekanntesten Tierhorrorfilme. Die beiden Sequels aus den Jahren 1978 und 1983 erreichten weder die Qualität noch die Spannung des Originals, auch wenn in „Der weiße Hai 3“ das Ungetüm in 3-D auf die Zuschauer losgelassen wurde. Seinen Erfolg sollte Steven Spielberg 1982 mit „E.T.“ nochmals toppen. Aber das ist eine andere Geschichte.

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Egal, wie man es dreht oder wendet, die paradox klingende Bezeichnung Action-Drama passt voll und ganz auf den Film „Deepwater Horizon“. Regie führte der auf Thriller und Actionfilme spezialisierte Peter Berg, auf dessen Konto etwa die Filme „Battleship“ oder „Welcome to the Jungle“ gehen.

Mit „Deepwater Horizon“ setzte sich Berg mit einer wahren Begebenheit auseinander, die sich gerade einmal vor sieben Jahren im Golf von Mexico zugetragen hat. Auf einer Ölplattform brach damals ein Feuer aus, das letztendlich die gesamte Station zerstörte. In dem Film spielt Mark Wahlberg den Chefelektriker Mike Williams, der die Wartung der gesamten Anlage durchführen soll. Dabei stellt sich jedoch heraus, das eine der Pumpen nicht so funktioniert, wie sie funktionieren sollte. Ein Überdruck baut sich auf. Schließlich, aufgrund falscher Entscheidungen, kommt es zur Katastrophe.

Hollywood scheint es sich abgewöhnt zu haben, Filme mit einem Paukenschlag zu beginnen. So startet auch „Deepwater Horizon“ mit sehr leisen Tönen, indem Peter Berg das Familienleben Mike Williams verfolgt. All dies erinnert beinahe an den Stil einer Doku-Soap, der jedoch schlagartig umschwängt, wenn die neue Crew sich zur Ölplattform aufmacht.

Von da an erfolgt alles Schlag auf Schlag. Während die Mitarbeiter sich zunächst noch gegenseitig aufs Korn nehmen, bahnt sich parallel dazu bereits die Katastrophe an. Kurt Russel, der mit seinem Schnauzbart zunächst kaum wiederzuerkennen ist, spielt den Stationsleiter Jimmy Harrell. Sein Gegenspieler ist John Malkovich als Donald Vidrine, der die Ölfirma vertritt und in der Hauptsache ans Geld denkt. Die Gegenüberstellung zwischen dem verantwortungsbewussten Jimmy Harrell und dem Vollblutkapitalisten Vidrine wirkt so, als habe man noch unbedingt nach einem Konflikt gesucht, der die Handlung spannungsmäßig aufbauschen sollte.

Nun gut, die Story wird dadurch tatsächlich etwas lebendiger, doch zwischendurch kommt Vidrine überhaupt nicht mehr vor, sodass man Malkovich schon beinahe vergessen hat, als er auf einmal wie ein Schachtelteufel wieder auftaucht und weiter mit Harrell und Williams herumstreitet. Allerdings ist dies der einzige Stolperstein, den der Film aufzuweisen hat. Der Streit zwischen den Kompetenzen wird von den Ereignissen überholt. Im Grunde ist alles bereits zu spät, denn der aufgestaute Druck, der in den Pumpen herrscht, kann nicht mehr zurückgefahren werden.

Die darauf folgenden Actionsequenzen sind überaus spektakulär und nervenzerreißend umgesetzt, wahrscheinlich hat man in den letzten Jahren nicht mehr so viel Feuer in einem einzigen Film gesehen. Teilweise echte Flammen, teilsweise mit dem Computer nachgeholfen, entwickelt sich auf der Station ein wahres Inferno, sodass man schon beinahe selbst die tödliche Hitze spürt.

Im Gegensatz zu anderen Actionfilmen ist „Deepwater Horizon“ sehr ernst, stellt das Drama als ein wirkliches Drama dar und versucht nicht, dieses als ein reines Spektakel zu vermarkten. Dennoch zeigt Berg in der zweiten Hälfte des Films eine geradezu atemberaubende Mischung aus heftigen Explosionen und aberwitzigen Rettungsversuchen. Interessant ist hierbei ebenfalls, dass der Film die technischen Abläufe, die auf der Station vonstatten gehen, nicht im Wischiwaschimodus abhakt, sondern diese überraschend detailliert in die Dialoge miteinfließen lässt. Dadurch beweist Peter Berg, dass er weit über dem Niveau eines bloßen Actionregisseurs steht. „Deepwater Horizon“ ist auf jeden Fall einen Blick wert.

Deepwater Horizon. Regie: Peter Berg, Drehbuch: Matthew Michael Carnahan, Produktion: Lorenzo di Bonaventura, Darsteller: Mark Wahlberg, Kurt Russel, John Malkovich, Dylan O’Brian, Kate Hudson. USA 2016, 107 Min.

 

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Manche Filme erlangen durch unglückliche Umstände Berühmtheit. So z.B. „The Crow“, bei dessen Dreharbeiten Hauptdarsteller Brandon Lee ums Leben kam. Von der Handlung her ist „The Crow“ eine klassische Rachestory. Der Film konzentriert sich darauf, wie sich der Musiker Eric Draven (man lasse einmal das D weg) sich an seinen Mördern sowie an den Mördern seiner Verlobten rächt. Erweckt durch eine Krähe, schleicht Draven als geschminkter Rächer durch die Gegend, um einem Bösewicht nach dem anderen den Garaus zu machen.

Was diesen Film so sehenswert macht, ist seine Bildgewalt. Detailverliebte Kulissen, düstere Häuserschluchten und finstere Farben bringen eine apokalyptische Welt zur Schau, die Regisseur Alex Proyas später in „Dark City“ fortführen sollte. Hin und wieder schwenkt Proyas über in eine düstere Poetik, wobei er auch nicht vergisst, Edgar Allan Poes berühmtes Gedicht zu zitieren.

Explosionen und Verfolgungsjagden erhöhen zwischendurch das Tempo des Films, wobei natürlich die Schießerei im Finale den Höhepunkt bildet. Die Gewaltszenen, deren Choreographie Brandon Lee mitkonzipierte, sind deftig in Szene gesetzt. Hier schwelgt der Film geradezu in Tod und Schmerz, was sich auf die übrige Atmosphäre des Films auswirkt. Wahrscheinlich haben sich die beiden Splatter-Punks David Schow und John Shirley sogar ziemlich zurückgehalten, während sie das Drehbuch schrieben.

Recht witzig kommen Dravens moralische Ratschläge zur Geltung. Mit einer Art erhobenem Zeigefinger macht er darauf aufmerksam, dass Drogen kein Ausweg sind und dass Rauchen schlecht für die Gesundheit ist. Hier schimmert eine wunderbare Satire hindurch, die sich auf den eigentlichen Zustand der Gesellschaft bezieht, wobei er zugleich selbsternannte Moralapostel durch den Kakao zieht.

„The Crow“ gehört inzwischen zu den Klassikern der 90er Jahre, ebenso wie „Dark City“, der vier Jahre später produziert wurde. „The Crow“ folgten zwei Sequels und eine TV-Serie, an denen Proyas allerdings nicht mehr beteiligt war.

The Crow – Die Krähe (OT: The Crow), Regie: Alex Proyas, Drehbuch: David J. Schow, John Shirley, Produktion: Jeff Most, Darsteller: Brandon Lee, Rochelle Davis, Ernie Hudson, Michael Wincott, Bai Ling, Tony Todd, USA 1994, Laufzeit: 102 Min.

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Auch während des Zweiten Weltkriegs produzierten die amerikanischen Filmstudios Horror- und SF-Filme. Neben dem Meisterwerk „Cat People“ (1942) gehört wohl „Der unsichtbare Agent“ zu den Filmen aus jener Zeit, die auch heute noch einen gewissen Bekanntheitsgrad besitzen.

„Invisible Agent“, so der Originaltitel, ist eine Mischung aus SF, Satire und Thriller. Die Geschichte orientiert sich an H. G. Wells’ Roman „Der Unsichtbare“. Drehbuchautor Curt Siodmak, der nicht nur im Filmgeschäft tätig war, sondern auch etliche SF-Romane schrieb (wie etwa den Klassiker „Donovans Hirn“), verfasste eine Art Fortsetzung des Stoffes. Es geht um Frank Griffin, den Enkelsohn des Unsichtbaren, der noch immer im Besitz der geheimnisvollen Tinktur ist. Dies wird ihm jedoch zum Verhängnis. Denn deutsche und japanische Agenten sind ihm auf den Fersen, um an das Geheimnis der Unsichtbarkeit zu gelangen. Als der amerikanische Geheimdienst dahinterkommt, dass Deutschland und Japan einen direkten Angriff auf die USA planen, wird Griffin dazu gedrängt, als Unsichtbarer hinter die feindlichen Linien zu gehen, um den Plan zu vereiteln.

„Der unsichtbare Agent“ ist kurzweiliges Actionkino par excellence. Der Film ist geprägt von wilden Verfolgungsjagden, Schlägereien, witzigen Dialogen („Sind Sie denn wahnsinnig?“ – „Nein, nur unsichtbar.“) und heftigen Explosionen. Bei der Sichtung dieses Werks wird klar, dass sich seit mehr als 60 Jahren im Actiongenre eigentlich nicht viel verändert hat. Die Spezialeffekte haben bis heute nichts von ihrer überraschenden Wirkung verloren und werden durchaus gewitzt eingesetzt. Dabei reizte Regisseur Edwin L. Marin die damaligen Möglichkeiten bis zum Anschlag aus.

Neben der wirkungsvollen Action und den gelungenen Effekten wird er Film zusätzlich noch von seinen hervorragenden Schauspielern getragen. Ilona Massey spielt überzeugend eine äußerst zwielichtige Spionin, während Peter Lorre in der Rolle eines sadistisch veranlagten japanischen Agenten völlig aufgeht. Natürlich sind die damaligen Propaganda-Aspekte nicht zu übersehen, dennoch liefert der Film großartige Unterhaltung.

Der unsichtbare Agent (OT: Invisible Agent), Regie: Edwin L. Marin, Drehbuch: Curt Siodmak, Produktion: Frank Lloyd, Darsteller: Ilona Massey, Jon Hall, Peter Lorre, Cedric Hardwicke, J. Edward Bromberg, Albert Bassermann. USA 1942, 77 Min.

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Arsène Lupin ist ein Meisterdieb, dem es mühelos gelingt, mitten auf Empfängen Frauen um ihren Schmuck zu bringen. Zugleich ist Lupin ein hervorragender Verwandlungskünstler, Abenteurer und Frauenheld. Eines Tages begegnet er einer unsterblichen Gräfin, die ihn darum bittet, für sie drei Kreuze zu stehlen, die zusammengesetzt das Geheimnis eines Schatzes lüften. Lupin erliegt den Reizen der geheimnisvollen Gräfin und macht sich sofort auf, um der Kreuze habhaft zu werden. Doch dabei verwickelt er sich zunehmend in eine bizarre und abenteuerliche Geschichte …

„Arsène Lupin“ ist eine Mischung aus Mystery und Fantasy und veranschaulicht, auf welche Weise Frankreich ab Ende der 90er Jahre versuchte, wieder ins Zentrum des Filmmarktes zurückzukehren. Hatten französische Produktionen bis Mitte der 80er Jahre mit Actionfilmen a la Belmondo und Polit-Thrillern großen Erfolg, so sind es seit Ende der 90er Jahre u. a. stylische Horror- und Fantasyfilme, mit denen Frankreichs Produktionsstätten auf sich aufmerksam machen wollen.

Der Meisterdieb Arsène Lupin (Romain Duris); „Arsène Lupin“ (2004); Copyright: Sunfilm Entertainment

Nach Erfolgen wie „Pakt der Wölfe“ oder „Vidocq“ war „Arsène Lupin“ im Jahr 2004 die dritte große Genreproduktion aus unserem Nachbarland, die für beinahe zwei Stunden kurzweilige Unterhaltung bietet. Die Figur des Meisterdiebes wurde vom französischen Schriftsteller Maurice Leblanc 1905 ins Leben gerufen. Insgesamt durfte Lupin in etwa 20 Romanen und mehreren Kurzgeschichten auftreten. Es gab bereits mehrere Verfilmungen, wobei diejenige von Jean-Paul Salome die aufwendigste und witzigste ist.

Der Film setzt jedoch stark voraus, dass der Zuschauer mit den Romanfiguren vertraut ist. Für Leute, die noch keinen Leblanc gelesen haben, dürfte dieser Film zwar unterhaltsam und spannend sein, dennoch ein paar Ungereimtheiten aufweisen. Nichtsdestotrotz gelingt es Salome durch eine rasante Schnitttechnik, witzigen Dialogen und einer Reihe überraschender Wendungen den Zuschauer im Bann zu halten. Leider floppte der Film an den Kinokassen, sodass, trotz diverser Nominierungen und Preisen (vor allem für Ausstattung und Kostüme), die Produktion wieder in Vergessenheit geriet.

Arsène Lupin, Regie: Jean-Paul Salome, Drehbuch: Jean-Paul Salome, Laurent Vachaud, Produktion: Stephane Marsil, Darsteller: Romain Duris, Kristin Scott Thomas, Eva Green, Pascal Gregory. Frankreich 2004, 126 Min.

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