The 80s: Das fliegende Auge (1982)

Szene aus „Das fliegende Auge“ (USA 1982); © Sony Pictures/Columbia Pictures

Die Frage lautet, welcher Film aus den 80er Jahren denn kein Klassiker ist? Einen Film aus diesem Jahrzehnt zu finden, der nicht auf irgendeine Weise prägend gewesen wäre, ist fast unmöglich. Egal ob Mainstream, Arthouse oder Trash, die 80er Jahre beeinflussen bis heute die Art und Weise und den Stil des Filmemachens.

Hierbei natürlich auch das Actiongenre. 1982 drehte John Badham den Thriller „Das fliegende Auge“, dessen Titel im Original „Blue Thunder“ lautet, und landete damit einen Riesenerfolg. Das Drehbuch stammte von Dan O’Bannon, der unter anderem auch das Drehbuch für den SF-Klassiker „Alien“ verfasst hat. In der Hauptrolle brilliert Roy Scheider, der durch Spielbergs „Der weisse Hai“ einen deutlichen Karriereschub erfuhr.

Gleich zu Anfang wird erwähnt, dass alle technischen Aspekte, die in dem Film vorkommen, tatsächlich existieren. Und dennoch wirkte die Thematik damals noch wie Science Fiction – jedenfalls für mich, als ich den Film damals gesehen hab. Heute dagagen wirkt der Film auf berunruhigende Weise real, da sich immer mehr Staaten in Überwachungsstaaten transformieren.

Kinoplakat von „Das fliegende Auge“

Und da wären wir auch schon mitten in der Handlung. Es geht nämlich um den Polizisten Frank Murphy, der als Helikopterpilot die Straßen Los Angeles‘ von oben überwacht. Eines Tages erhält die Polizeizentrale einen neuen Helikopter, den sie testen soll. Die Maschine besitzt nicht nur hochempfindliche Mikrophone, um Gespräche abzuhören, sondern kann auch mithilfe von Spezialkameras durch Wände filmen. Und: der Helikopter ist mit mehreren Waffen ausgestattet.

Murphy kommt bei einem dieser Probeflüge einer Staatsverschwörung namens „Thor“ auf die Spur. Im spanischen Viertel von Los Angeles soll eine Revolte angezettelt werden, um den Helikopter als Probeversuch einsetzen zu können …

Um es gleich zu sagen: „Das fliegende Auge“ ist unglaublich spannend inszeniert. Das erste Viertel des Films zeigt Murphy bei seinem Arbeitsalltag, während er über die Stadt hinwegfliegt und dabei seinen Kollegen bei der Verbrecherjagd hilft. Schon allein diese Szenen sind genial gefilmt und besitzen eine überaus dichte Atmosphäre.

Als dann auch noch der neue Helikopter Blue Thunder ins Spiel kommt, entwickelt sich der Film zu einem echten Actionhighlight. Etwas mehr als 20 Minuten dauert dann auch der packende Showdown, in dem Murphy mit Blue Thunder zwischen den Hochhäusern herumsaust, während er von zwei Kampfjets verfolgt wird.

Wie bereits erwähnt, sind die Action und die Spannung hochgradig gut inszeniert. Nicht weniger großartig ist die eingewebte Kritik an der Überwachungstechnik und das rücksichtslose Vorgehen seitens der Politik (heute müsste man diverse Konzerne hinzuzählen), diese auf eine Weise einzusetzen, um damit auch unbescholtene Bürger zu kontrollieren. Wie oben bereits erwähnt, ist speziell dieser Aspekt des Films heute noch aktueller als damals und sorgt dabei für ein ungutes Gefühl. Denn das, was damals noch eher wie ein düsterer Blick in eine noch düsterere Zukunft gewirkt hat, ist heute düstere Realität.

Das fliegende Auge (OT: Blue Thunder). Regie: John Badham, Drehbuch: Dan O’Bannon, Don Jakoby, Produktion: Gordon Carroll, Darsteller: Roy Scheider, Warren Oates, Candy Clark, Daniel Stern, Malcom McDowell. USA 1982, 105 Min.

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FuBs Klassikbox: Doc Savage – Der Mann aus Bronze (1975)

Doc Savage (Ron Ely) weist seinen Leuten den Weg; „Doc Savage“ (1975), © Warner Bros

Mitte der 70er Jahre wollte Warner Bros eine Reihe von Filmen in die Kinos bringen, deren Helden Adaptionen sog. Pulp-Magazine waren. Das Vorhaben scheiterte jedoch bereits mit dem ersten Film. Dennoch wurde „Doc Savage – The Man of Bronze“ zu einem Klassiker des Fantasy- und Abenteuerfilms.

„Doc Savage“ basiert auf den Romanen von Lester Dent (1904 – 1959), der bis zu seinem Tod 159 Romane unter dem Pseudonym Kenneth Robeson verfasste. 1933 erschien der erste Roman mit dem Titel „The Man of Bronze“. Dent schrieb insgesamt 20 weitere Doc Savage-Romane, bevor andere Autoren bis Ende der 40er Jahre daran weiter arbeiteten.

1975 schließlich kam es zur Verfilmung, die leider nicht die Erwartungen erfüllte, die sich Produzent George Pal erhofft hatte. Pal war durch seine grandiosen Kinoerfolge wie „Der jüngste Tag“ (1951), „Krieg der Welten“ (1953) oder „Die Zeitmaschine“ (1960) geradezu von hohen Einnahmen verwöhnt. Doch „Doc Savage“ holte ihn auf den Boden der Tatsachen zurück. Die Folge: George Pal zog sich danach aus dem Filmgeschäft zurück.

Wenn man es genau nimmt, hätte „Doc Savage“ zu keinem ungünstigeren Zeitpunkt produziert werden können. Die USA lagen aufgrund des Vietnamkriegs moralisch am Boden, die Bürgerrechtsbewegungen waren noch immer voll im Gange – niemand also brauchte eine Superheldenfigur, nicht einmal eine, die sich selbst aufs Korn nahm und damit zugleich eine Satire auf das US-amerikanische Sendungsbewusstsein lieferte.

Doc Savage (Ron Ely) und Mona Flores (Pamela Hensley); „Doc Savage“ (1975), © Warner Bros

Heute wird der Film ganz anders betrachtet. Denn „Doc Savage“ machte sich über all das lustig, was den US-Amerikanern wichtig war, etwas, was 10 Jahre später „Ghostbusters“ nochmals machen sollte – natürlich mit weit größerem Erfolg. Aus dieser Perspektive reiht sich „Doc Savage“ in die Vielzahl von Protestfilmen und Satiren der 70er Jahre ein, welche das postmoderne Kino einläuteten.

Doc Savage ist Wissenschaftler, Dichter, einfach ein Alleskönner, dem noch dazu fünf der begabtesten Wissenschafter, Ingenieure und Anwälte zur Seite stehen. Doc gerät völlig unerwartet in eine Reihe gefährlicher und mysteriöser Zwischenfälle, die alles etwas mit dem Tod seines Vaters zu tun haben. Denn sein Vater soll angeblich einen unbekannten Indianerstamm in Südamerika entdeckt haben. Auf der Suche nach diesem sagenumwobenen Ort ist aber auch der heimtückische Millionär Captain Seas, der alles daran setzt, um Doc Savage zur Strecke zu bringen.

„Doc Savage“ gehört zu den witzigsten und unterhaltsamsten Actionfilmen der 70er Jahre. Ron Ely, der zuvor durch seine Verkörperung des Tarzan in der gleichnamigen TV-Serie bekannt wurde, spielte die Figur mit einer überaus köstlichen Selbstironie, die immer wieder begeistert, auch wenn man den Film bereits zum x-ten Mal gesehen hat. Damals, wie bereits erwähnt, wollten oder konnten die Zuschauer damit nichts anfangen. Für Elys Karriere hatte dies weder positive noch negative Konsequenzen. Nach „Doc Savage“ spielte er wieder in verschiedenen TV-Serien mit, bevor er sich 2001 von der Schauspielerei verabschiedete.

Lester Dents Witwe Norma Dent, auf die nach Lesters Tod die Rechte an Doc Savage gingen, war von Ron Elys Darstellung so begeistert, dass sie sich den Film gleich dreimal hintereinander ansah. Schade, dass diese Begeisterung damals nicht auch das übrige Publikum ansteckte. Die im Abspann angekündigte Fortsetzung „Doc Savage: The Arch Enemy of Evil“ wurde nicht mehr gedreht, da der Film an den Kinokassen floppte.

Seit Ende der 90er Jahre tauchen jedoch immer wieder Gerüchte auf, dass es ein Remake von „Doc Savage“ geben sollte. War zunächst von Arnold Schwarzenegger die Rede, der die Rolle des Doc übernehmen sollte, so soll es angeblich nun Dwyne Johnson sein. Der Film soll angeblich 2020 in die Kinos kommen.

Doc Savage – Der Mann aus Bronze (OT: Doc Savage – The Man of Bronze). Regie: Michael Anderson, Drehbuch: Joe Morhaim, George Pal, Produktion: George Pal, Darsteller: Ron Ely, Paul Gleason, William Lucking, Michael Miller, Eldon Quick, Darrel Zwerling, Paul Wexler, Pamela Hensley. USA 1975, 112 Min.

The 80s: Lizenz zum Töten (1989)

„Lizenz zum Töten“ war der zweite und zugleich der letzte James Bond-Film mit Timothy Dalton in der Hauptrolle. Und jedes Mal, wenn man sich den Film ansieht, fragt man sich, was die Produzenten denn nur geritten hat. Denn nach der tollen Mischung aus klassischer Agenten- und Abenteuergeschichte, mit der „Der Hauch des Todes“ (1987) überzeugt, servierte man den Zuschauern zwei Jahre später eine Art aufgeblasene TV-Version.

Für „Lizenz zum Töten“ stand ein etwas geringeres Budget zur Verfügung als für den Vorgänger. Der Film orientiert sich an der klassischen Rächerstory. In diesem Fall rächt James Bond den Mord seines Freundes Felix Leiter. Sein persönlicher Feldzug hat natürlich Konsequenzen: er verliert seine Lizenz zum Töten – was ihn natürlich nicht daran hindert, die Bösewichte zu dezimieren.

Mit Abenteuer- und Agentenfilm hat „Lizenz zum Töten“ nichts zu tun. Viel eher wirkt der Film wie eine Anlehnung an die TV-Serie „Miami Vice“, und da sind wir auch schon wieder bei dem oben genannten Kritikpunkt. Denn der 16. James Bond vermittelt den Eindruck, als seien den Stuntmen, ja eigentlich der gesamten Crew die Ideen ausgegangen. Gut, der Film befindet sich, was Bonds Charakter und die Brutalität anbelangt, näher an der literarischen Vorlage als die übrigen Filme. Und so, als wollte Regisseur John Glen dies mit einem Wink mit dem Zaunpfahl noch unterstreichen, baute er Szenen aus zwei Bond-Romanen in seinen Film ein. Doch alles andere ist doch eher enttäuschend.

Denn, wie bereits zweimal erwähnt, kommt „Lizenz zum Töten“ nicht aus seinem TV-artigen Format heraus, was auch an der Optik liegt, die hier den Anschein vermittelt, als wollte Kameramann Alec Wills schnell Feierabend machen, um nicht die Sportschau zu verpassen.

Nach „Der Hauch des Todes“ lieferte „Lizenz zum Töten“ einen klaren Dämpfer. Selbst die Spannung hält sich eher in Grenzen. Danach war auch erst einmal Schluss mit Bond. Der nächste Film wurde erst Mitte der 90er Jahre produziert.

Lizenz zum Töten (OT: Licence to Kill). Regie: John Glen, Drehbuch: Michael G. Wilson, Richard Maibaum, Produktion: Albert R. Broccoli, Darsteller: Timothy Dalton, Carey Lowell, Robert Davi, Talisa Soto, Anthony Zerbe. England/USA 1989, 128 Min.

 

Meg (2018)

Also hat es dann doch noch geklappt. Steve Alten hatte sich bereits 1996 darüber in dem Vorwort zu seinem Debutroman „Meg“ gefreut, dass Walt Disney Studios die Rechte seines Buches erworben hatten. Aber dann wurde doch nichts daraus. Die Rechte wurden an New Line Cinema weitergegeben, aber auch die konnten letztendlich mit dem Stoff nichts anfangen. Schließlich und letztendlich aber waren es Warner Bros., die aus dem Ganzen einen Film machten.

Und dies nicht einmal schlecht. Zwar bringt „Meg“ nichts wirklich Neues, doch der Film unterhält auf wunderbare Weise. Die Handlung ist dementsprechend auch schnell erzählt: Es geht darum, dass bei einer Tauchfahrt im Marianengraben ein urzeitlicher Riesenhaifisch aufgestöbert wird, der daraufhin eine Forschungsstation unsicher macht.

Wie immer ist es der traumatisierte Held, der gerufen wird und der dadurch sein Trauma überwindet, dieses Mal in Form von Jason Statham, der als Bergungsexperte eine recht gute Figur macht. Er unterstützt ein wissenschaftliches Team bei der Rettung eines Tauchboots. Und als dann der Megadolon auftaucht, sieht er sich endlich bestätigt. Denn niemand wollte ihm glauben, was er vor fünf Jahren bei der schief gegangenen Bergung eines U-Boots der US-Marine erlebt hat.

Chinesisches Filmplakat der amerikanisch-chinesischen Co-Produktion

„Meg“ ist zwar nicht das, was man als originell versteht, aber dafür ist er ein echtes Unterhaltungsbonon. Das fängt schon bei den schnellen, witzigen Dialogen an und geht weiter bis zu den Spezialeffekten und natürlich dem Riesenhaifisch. Dieser ist wirklich gut gelungen, auch wenn er gelegentlich wie eine übergroße Version von Steven Spielbergs Bruce wirkt.

Aus Steve Altens japanischen Meeresbiologen Tanaka wird in dem Film die chinesische Meeresbiologin Suyin, und zwar aus dem Grund, da der Film von China mitproduziert wurde. Der chinesische Markt ist nun mal riesig, und nachdem Südkorea noch immer Hollywood weitestgehend vor der Tür stehen lässt, ist China wahrscheinlich sogar die lukrativere Option. Jedenfalls macht Schauspielerin Li Bingbing ihre Arbeit wirklich gut – mit viel trockenem Humor bekämpft sie zusammen mit Statham das Tiefseemonster.

„Meg“ ist ein Film, an dem es nicht wirklich was zu bemängeln gibt. Er will schlicht und ergreifend unterhalten und das gelingt ihm zu 100 Prozent. Da „Meg“ das Fünffache seiner Produktionskosten eingespielt hat, ist natürlich zu befürchten, dass es eine Fortsetzung geben wird. Steve Altens Meg-Reihe umfasst bisher acht Romane. Lassen wir uns also einfach mal überraschen.

Meg (OT: The Meg). Regie: Jon Turteltaub, Drehbuch: Dean Georgaris, Jon Hoerber, Erich Hoerber, Produktion: Colin Wilson, Lorenzo di Bonaventura, Darsteller: Jason Statham, Li Bingbing, Rainn Wilson, Ruby Rose, Winston Chao, Cliff Curtis. USA/China 2018, 113 Min.

The 80s: Die Goonies (1985)

In den 80er Jahren entdeckte Hollywood das junge Publikum für sich. Die meisten Filme waren nicht mehr „ab 16“ freigegeben, sondern schon für Kinder ab sechs oder ab zwölf Jahren. Einer der erfolgreichsten Filme war „Die Goonies“ aus dem Jahr 1985.

Die Goonies sind eine Gruppe von Freunden, die alle dasselbe Problem haben: ihre Häuser sollen einem Golfplatz für Reiche weichen. Schon am nächsten Tag müssen sie ausziehen. Doch wie es der Zufall will, findet Michael auf dem Dachboden eine alte Schatzkarte. Noch besser: Der Schatz soll irgendwo in der Nähe vergraben sein. Kurzerhand machen sich er und seine Freunde daran, den Schatz zu suchen, wobei sie nicht nur allerhand Gefahren überstehen müssen, sondern auch noch von einer Gangsterfamilie gejagt werden.

Die Idee für den Film stammte von Steven Spielberg, der „The Goonies“ dann auch produzierte. Das Drehbuch verfasste Chris Columbus, der u. a. auch das Drehbuch zu „Gremlins“ verfasste, und Regie führte Richard Donner, der sich mit Actionfilmen bestens auskannte. Die Grundidee des Films klingt wie eine Anlehnung an klassische Kinderbücher. Und anfangs funktioniert der Film auch genau auf diese Weise.

Dann aber wandelt sich der Film um in eine Aneinanderreihung hektischer Actionsquenzen, in denen die Kinder nur noch am Schreien sind und das geht dann teilweise doch ziemlich auf die Nerven. Gut gemacht ist der Film dennoch. Insgesamt wirkt „Die Goonies“ wie eine Art „Indiana Jones“ für Kinder oder besser mit Kindern. So fehlen auch nicht jede Menge fieser Fallen, die der einäugige Pirat Willie in einem unterirdischen Labyrinth angebracht hat.

Auf diese Weise rast die Handlung regelrecht voran, wobei sie allerdings immer am Rand der Eintönigkeit kratzt. Viel nimmt man von dem Film daher auch nicht mit. Spaß aber macht er trotzdem.

Die Goonies (OT: The Goonies). Regie: Richard Donner, Drehbuch: Chris Columbus, Produktion: Steven Spielberg, Darsteller: Sean Astin, Josh Brolin, Jeff Cohen, Corey Feldman, Kerri Green, Martha Plimpton, Jonathan Ke Quan, John Matuszak, Anne Ramsey. USA 1985, 114 Min.

 

Yo-Yo-Girlcops – Kult-Trash aus Japan und ein weniger kultiges Remake

Szenenfoto aus „Sukeban Deka 1“; Copyright: Rapid Eye Movies

Irgendwie kam und kommt aus Japan der bessere Trash. Ein wunderbares Beispiel dafür dürften die beiden Kazama-Schwestern sein, die mithilfe ihrer Yo-Yos den Bösewichten den Garaus machen. 1987 und 1988 entstanden zwei Filme, die so erfolgreich waren, dass die Schauspielerinnen sogar als Bandformation durch die Präfekturen tingelten.

Bei den Kazama-Schwestern handelt es sich um außergewöhnliche Schulmädchen, deren Herkunft im Dunkeln liegt. Auf jeden Fall sind sie sehr kampferprobt. Auch ihre Waffen sind alles andere als gewöhnlich: so gibt es Killer-Origamivögel oder auch die oben genannten Yo-Yos, mit deren Hilfe unter Umständen sogar Helikopter vom Himmel geholt werden können. Die Schwestern arbeiten im Geheimauftrag der Polizei und sollen größenwahnsinnige Verbrecher aus dem Weg räumen.

In Teil 1 aus dem Jahr 1987 haben es Asamyia Saki und ihre Kampfgenossinnen mit einem Cyborg zu tun, der auf einer abgelegenen Insel Schüler zu Attentätern ausbildet. In Teil 2 ist es ein geisitg verwirrter Jura-Student, der Japan in seine Macht bringen möchte.

„Sukeban Deka – The Movie“; Copyright: Rapid Eye Movies

Ganz klar schwierige Aufgaben. Doch die Supermädels haben es drauf, und schon fliegen die Fetzen. Beide Filme sind gefüllt mit bizarrer Action und haufenweise Explosionen, so dass zum Schluss kaum noch ein Stein auf dem anderen liegt.

Teil 1 ist in dieser Hinsicht eindeutig besser und witziger als sein Nachfolger, der zwischendurch ein, zwei Durchhänger hat, bevor es wieder zur Sache geht. Insgesamt aber liefern beide Filme ein wahren Feuerwerk an trashiger Unterhaltung.

Beide Filme liefen damals sehr erfolgreich in den japanischen Kinos. Nach dem zweiten Film jedoch war Schluss mit Lustig, und auch die Gesangs-Tournee wurde wieder abgesetzt. Die Filme selbst waren übrigens Adaptionen einer damals erfolgreichen Manga-Serie.

Etwa 20 Jahre nach den beiden Erfolgen Sukeban Deka 1 und 2, verfilmten die japanischen Studios erneut eine Geschichte um das Yo-Yo schwingende Supergirl Asamiya Saki. Dabei kommt jedoch alles andere als Freude auf.

Inzwischen lebt die frühere Yo-Yo Kämpferin Saki in den USA, wo sie sich dem tristen Alkoholgenuss hingibt. Ihre Tochter wird der Spionage verdächtigt und zurück nach Japan gebracht. Dort kommt es zwischen ihr und der Polizei zu einem Deal: sie soll merkwürdige Todesfälle unter Schülern untersuchen. Wenn ihr die Lösung des Falles gelingt, so kommt sie frei. Die junge Saki nimmt das Angebot an. Bei ihren Nachforschungen kommt sie auf die Spur einer gemeinen Gaunerbande …

Alles in allem überzeugt der neue Saki-Film nur sehr wenig. Waren die früheren Filme voller kurioser Action und bizarrer Bösewichte, so läuft in Yo-Yo Girlcop alles zu normal ab. Im Zentrum des Films steht die Diskussion über die heutige Jugend von Japan, die sich ganz und gar nicht den alten Traditionen anpassen möchte.

Immer diese Schlägereien auf dem Schulhof …; „Yo-Yo-Girlcop“ (2006); Copyright: Rapid Eye Movies

So kommt Saki hinein in eine Welt, in der Schüler gemobbt und schikaniert werden, in der Joints am Schulklo geraucht werden und in der der Selbstmord von Schülern an der Tagesordnung ist. Der Film liefert dadurch ein extrem pessimistisches Bild der japanischen Gesellschaft. Battle-Royal 2-Regisseur Kenta Fukasaku zeigt ein völlig heruntergekommenes Japan, das fast schon dystopische Merkmale besitzt. Dabei verliert er sich jedoch zu sehr in gesellschaftskritischen Aspekten, sodass die eigentliche Handlung flöten geht. So gesehen ist hier Action Mangelware, die Bösen keineswegs so grotesk wie in den 80ern und von Ironie und Witz kann schon fast gar nicht mehr die Rede sein.

Um die Zuschauer dennoch in die Kinos zu locken, engagierten die Produzenten die drei Mitglieder der damals angesagten Girl-Band Vu-Den, die es inzwischen längst nicht mehr gibt. Zwar spielt die Leadsängerin ihre Rolle als Bösewichtin wirklich gut, doch ist ihre Mühe leider vergeblich. Trotz guter Optik, funktioniert die Neuadaption so gut wie gar nicht.

Sukeban Deka 1 u. 2 sind jedoch bis heute Kult und gelten als Actionklassiker des japanischen (Trash-)Kinos.

Sukeban Deka – Der Film/Sukeban Deka 2 – Die Kazama-Schwestern schlagen zurück (OT: Sukeban Deka 1 + 2), Regie: Hideo Tanaka, Drehbuch: Izo Hashimoto, Darsteller: Yui Asaka, Masato Ibu, Keizo Hanie, Goro Kataoka. Japan 1987/88, jeweils 90 Min

Yo-Yo Girl Cop (OT: Sukeban Deka: Kodo nemu = Asamiya Saki), Regie: Kenta Fukasaku, Drehbuch: Shoichi Maruyama, Darsteller: Aya Mahuura, Rika Ishikawa, Shunsuke Ishikawa. Japan 2006, 98 Min

The 80s: James Bond – Der Hauch des Todes (1987)

Kommt ein neuer Bond in die Kinos, so sind die Kritiken jedes Mal gleich: die einen finden, dass es der beste Bond, die anderen, dass es der schlechteste Bond ist. Nicht anders verhielt es sich 1987, als mit „The Living Daylights“ der erste James Bond-Film mit Timothey Dalton als 007 auf die Leinwand kam: Wiederum fanden die einen ihn schlecht, die anderen ihn für den besten.

„Der Hauch des Todes“ war der 15. Film aus der Reihe. Nachdem Roger Moore mit „Im Angesicht des Todes“ (1985) zum letzten Mal die Rolle des Geheimagenten gespielt hatte, wollten die Produzenten entweder Pierce Brosnan oder eben Timothey Dalton als seinen Nachfolger haben. Da Brosnan aus seinem damaligen Vertrag jedoch nicht herauskam, wurde die Rolle Dalton übergeben.

Im Gegensatz zu den Filmen mit Roger Moore, sollte „Der Hauch des Todes“ weniger Gags und Spielereien beinhalten. Und in der Tat wirkt der Film ziemlich ernst, was aber John Glens viertem Bond-Film ziemlich gut tut, sind die Romane von Ian Fleming letztendlich auch keine Witzparade, sondern durchaus ernst und vor allem ziemlich brutal. In dieser Hinsicht näherte man sich stilistisch der literarischen Vorlage an. In der Tat bezieht sich der Film auch auf eine Kurzgeschichte Flemings, die allerdings lediglich den Opener einnimmt. Der Rest geht aufs Konto der beiden Drehbuchautoren Richard Maibaum und Michael G. Wilson.

Um es kurz zu machen: In „Der Hauch des Todes“ geht es darum, dass James Bond Waffenhändlern das Handwerk legen soll. Und dies erledigt er natürlich mit Bravour. Timothey Dalton zur Seite steht Miriam d´Abo, die sich im Filmgeschäft nie richtig profilieren konnte. Auch ihre Rolle als KGB-Agentin Kara Milovy half ihr nicht weiter, obwohl sie den Film unglaublich bereichert. Das liegt nicht nur an ihrem attraktiven Äußeren, sondern auch an der spannenden Darstellung ihrer Rolle, die irgendwo zwischen Hilflosigkeit und sich selbst Hindurchkämpfen liegt.

Nicht weniger interessant ist die Rolle des Waffenhändlers Georgi Koskov, gespielt vom holländischen Schauspieler Jeroen Krabbé, der Anfang der 80er Jahre nach Hollywood kam. Er stellt den russischen General als klassischen Gauner dar, was seiner Hinterhältigkeit durchaus eine gewisse Gewitztheit verleiht.

„Der Hauch des Todes“ wirkt aufgrund seiner Schauplätze (Bratislava und Wien) zunächst wie ein klassischer Agentenfilm aus den 60er und 70er Jahren, bevor er im Finale dann in Richtung Abenteuer umschwenkt. Die Action ist wie immer hervorragend choreografiert und einwandfrei durch eine Montage aus Studio- und Außenszenen zusammengefügt. Auch wenn der Film durchaus immer wieder mit einer gewissen Ironie behaftet ist, so fehlt es, wie obene bereits bemerkt, an dem Witz der vorangegangenen Filme. Doch macht dies nichts. Denn „The Living Daylights“ unterhält von Anfang an erstklassig. Und das ist es schließlich, was zählt.

James Bond – Der Hauch des Todes (OT: The Living Daylight). Regie: John Glen, Drehbuch: Richard Maibaum und Michael G. Wilson, Produktion: Albert R. Broccoli, Michael G. Wilson, Darsteller: Timothey Dalton, Miriam d´Abo, Jeoren Krabbé, John Rhys-Davis, Joe Don Baker, Art Malik, John Terry, Andreas Wisniewski. England 1987, 130 Min.