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Posts Tagged ‘Actionfilme’

„Atomic Blonde“ hat ein Problem: Der Film möchte sich als Agententhriller verstehen, scheitert in dieser Hinsicht jedoch auf ganzer Linie. Regie führte Stuntman und Regisseur David Leitch, der gleich mit seinem Debut „John Wick“ einen enormen Erfolg für sich verbuchen durfte. So ist es dann auch kein Wunder, dass die Produzenten oder besser die Produzentin ihm gleich die Regie für die Comic-Adaption „Atomic Blonde“ anvertraute.

Immerhin geht es auch in dieser Story knallhart und ohne Kompromisse zu. Statt Keanu Reeves ballert Charlize Theron durch die Gegend, und weil man das Jahr 1989 und das Ende des Kalten Krieges feiert, müssen nochmals die Russen dran glauben. Das alles wäre ja ganz schön, wenn der Film eben nicht nur als Adaption, sondern auch als Agentenfilm funktionieren würde. Tut er aber nicht.

MI6-Agentin Lorraine Broughton kommt nach Berlin, um nach einer Liste zu suchen, auf der die Namen diverser westlicher Agenten verzeichnet sind. Zugleich ist sie auf der Suche nach dem Doppelagenten Satchel, der diese Liste auswendig kann, um ihn nach England zu bringen. Doch schon sind ihr die Russen auf den Fersen, die diese Liste ebenfalls in die Hände bekommen möchten.

Das alles klingt recht spannend und nach schönen klassischen Agentenspielchen, doch David Leitch gelingt es tatsächlich, eben diese Handlung uninteressant und oberflächlich abzuarbeiten. Dass im Kalten Krieg zwei Ideologien aufeinaderprallten, davon ist keine Rede. Hier geht es nur um die bösen Russen und die guten Engländer, die sich gegenseitig eins auf die Ömme geben. Mehr aber kommt bei „Atomic Blonde“ nicht heraus.

Das ist wirklich schade. Denn der Film hätte durchaus das Potenzial dazu gehabt, das Genre des klassischen Agententhrillers neu zu beleben, so wie dies bereits 2013 der koreanische Film „Berlin File“ getan hat. Und anfangs versucht er dies ja auch, indem er kurz „Der Spion, der aus der Kälte kam“ und „Der dritte Mann“ zitiert. Aber danach verließen Leitch die guten Geister und den Rest des Films kann man getrost in der Pfeife rauchen.

Selbst im Hinblick auf die Popkultur stellt sich die Frage, weswegen „Atomic Blonde“, dessen Handlung Ende der 80er Jahre spielt, Songs der Neuen Deutschen Welle zitiert, die es damals schon seit knapp fünf Jahren nicht mehr gab. Auch die übrigen Songs sind natürlich Hits der 80er, aber spiegeln eben nicht das Ende der 80er Jahre wider.

Auf diese Weise zieht sich der Film 115 Minuten lang hin, die einem beinahe wie gefühlte drei langatmige Stunden vorkommen. Anscheinend hatte man deswegen noch auf Toby Jones und John Goodman für die Randfiguren zurückgegeriffen, um dem Film doch noch so etwas wie Stil zu verleihen. Aber selbst die beiden schaffen es nicht, den Film zu retten.

Atomic Blonde. Regie: David Leitch, Drehbuch: John Johnstad, Produktion: Charlize Theron, Darsteller: Charlize Theron, James McAvoy, Toby Jones, John Goodman, Sofia Boutella, Eddie Marsan. USA 2017, 115 Min.

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Japan hatte sich ab Beginn des neuen Jahrtausends vor allem auf den Export von Horrorfilmen verlegt. J-Horror war in aller Munde. Neben den Animes gehörte dieses Genre zu den wichtigsten Einnahmequellen der japanischen Filmindustrie. Dabei gerieten jedoch Produktionen aus anderen Genres eher ins Hintertreffen. Umso schöner war es daher, als es 2008 dann doch ein recht außergewöhnliches japanisches Fantasy-Action-Spektakel bis nach Deutschland geschafft hatte: „K-20 – Die Legende der Schwarzen Maske“.

Die Geschichte spielt in einer Alternativwelt, in welcher der Zweite Weltkrieg nie stattgefunden hat. Es ist das Jahr 1949. Die Gesellschaft ist gespalten in Arm und Reich. Ein mysteriöser Krimineller, der unter dem Namen „Das Phantom mit den 20 Masken“ bekannt ist, versucht, gegen die Regierung anzukämpfen. Eine Verwechslung führt dazu, dass der Zirkusakrobat Heikichi für K-20 gehalten und von der Militärpolizei verhaftet wird. Nach einer spektakulären Flucht, kennt Heikichi nur ein Ziel: er möchte sich an dem echten K-20 rächen. Dadurch wird er allerdings ungewollt zum Helden. Denn K-20 hat vor, Teslas Erfindung zur drahtlosen Energieübertragung für die Zerstörung der Welt zu verwenden. Heikichi muss dieses Vorhaben stoppen.

Wer ist nun eigentlich der Schurke? „K-20 – Die Legende der schwarzen Maske“ (2008); © Sunfilm Entertainment

Mit einer Dauer von über zwei Stunden wird „K-20“ keine Minute langweilig. Dafür sorgen nicht nur die wunderbaren Stadtkulissen und Spezialeffekte, sondern ebenso die durchaus interessante Handlung. Einmal mehr wird Japan als faschistischer Staat dargestellt („20th Century Boys“ lässt grüßen), Weltsprache ist Deutsch. Die Gesellschaft befindet sich noch immer im tiefsten Feudalismus, obwohl die Technik große Fortschritte macht. Und einmal mehr wird auf den Physiker Nikolas Tesla (1856-1943) Bezug genommen, dessen Namen seit dem Film „Prestige“ in der Phantastikwelt immer wieder gerne herangezogen wird.

Doch die Ideen passen zusammen und liefern einen wunderbaren Hintergrund für die Geschichte eines Mannes, der sich nach und nach zu einem Superhelden entwickelt. Überwiegend konzentriert sich dann auch Regisseurin Shimako Sato auf Action, Spezialeffekte und Witz, sodass der Film zu einem wahren Symbol für Kurzweiligkeit wird.

Einmal grimmig dreinschauen, bitte. „K-20 – Die Legende der schwarzen Maske“ (2008); © Sunfilm Entertainment

Shimako Sato beurteilte ihren Film selbst als bloße Unterhaltung im Sinne von „Indiana Jones“. Diese Anspielung fällt auf jeden Fall in der Musik auf, die sich stark an dem Erfolgsfilm orientiert. In der Ästhetik finden sich allerdings eher die Düsternis von „V wie Vendetta“ und die Dramaturgie von „Batman“ wieder. Sato verhindert es jedoch, diese Vorbilder zu kopieren, sondern entwickelt aus diesen beiden Stilen einen ganz eigenen, der einerseits typisch japanisch, andererseits auf klassische Weise westlich orientiert ist. Dadurch gelang ihr einer der wohl besten japanischen Actionfilme.

Titel: K-20 – Die Legende der Schwarzen Maske (OT: K-20 – Kaijin niju menso den), Regie u. Drehbuch: Shimako Sato, Produktion: Shuji Abe, Seiji Okuda, Darsteller: Takeshi Kaneshiro, Takako Matsu, Toru Nakamura, Kanata Honga, Yuki Imai. Japan 2008, 142 Min.

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Takashi Miike, der Workaholic unter den Regisseuren, hat es also tatsächlich geschafft: 2017 drehte er seinen 100. Film. Mit „Blade of the Immortal“ legt er eine Manga-Adaption vor, die wahrscheinlich mit dem größten Body Count in die japanische Filmgeschichte eingehen wird.

Es geht um den unsterblichen  Schwertkämpfer Manji, der einem kleinen Mädchen zur Seite steht, um an ihrer Stelle den Mord an ihren Eltern zu rächen. Tatsächlich gibt es nicht mehr zu der Handlung zu sagen. Und das braucht es auch nicht, denn Miikes 100. Film ist ein furioses Action-Schwertkampf-Spektakel, in dem nur so die Körperteile durch die Luft fliegen und das Kunstblut in alle Ecken spritzt.

Takashi Miike, der in seinen Filmen nie zimperlich ist, befindet sich hier somit voll in seinem Element, beinahe scheint es so, als habe er sich damit selbst ein Geschenk machen wollen. Dabei erweist sich der japanische Regisseur einmal mehr als Meister der Optik, als ein Filmästhet, der weiter seinem Motto treu bleibt, dass er seine Filme so drehe wie er möchte, da sie sich sowieso niemand ansehe. Während andere Regisseure früher oder später in eine Routine verfallen, so erlebt man in Miikes Filmen stets aufs Neue eine nicht zu bremsende Kreativität, eine hundertprozentige Leidenschaft am Filmemachen.

So eben auch in „Blade of the Immortal“, der mit seinen über zwei Stunden vielleicht ein wenig kürzer hätte ausfallen können, der aber dennoch von Anfang an überzeugt. Auch wenn sich der Film auf eine fast pausenlose Aneinanderreihung von Schwertkämpfen orientiert, so kommt dabei keineswegs Langeweile auf, denn Miike setzt jedes Mal eins oben drauf und verbindet das Ganze zusätzlich noch mit einer angenehmen Portion Ironie und schwarzem Humor. Dies macht „Blade of the Immortal“ zu einem gelungenen 100. Film eines echten Ausnahmetalents.

Blade of the Immortal (OT: Mugen no junin). Regie: Takeshi Miike, Drehbuch: Tetsuya Oishi, Produktion: Misako Salka, Jeremy Thomas, Darsteller: Takuya Kimura, Hana Sugisaki, Sota Fukushi, Hayato Ichihara. Japan 2017, 140 Min.

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Regisseur Irwin Allen war auch unter dem Namen Master of Desaster bekannt, da er sich auf die Produktion von Katastrophenfilmen spezialisiert hatte. Auf sein Konto gehen Filme wie „Die Höllenfahrt der Poseidon“ (1972), „Flammendes Inferno“ (1974) oder auch „Der tödliche Schwarm“ (1978). Nebenher schuf er auch TV-Serien, die inzwischen zu Klassikern geworden sind, wie etwa „Time Tunnel“, „Lost in Space“ oder „Land of the Giants“.

1961 drehte er mit „The Voyage to the Bottom of the Sea“, der unter dem Titel „Unternehmen Feuergürtel“ in die deutschen Kinos kam, eine rasante Mischung aus Action-, SF- und Katastrophenfilm, dessen Erfolg (er spielte mehr als das Dreifache der Produktionskosten ein) ebenfalls zu einer gleichnamigen TV-Serie führte. Es geht um die Abenteuer der Besatzung der Seaview, eines Atom-U-Boots, das von Admiral Nelson selbst entworfen und gebaut wurde. Gerade als sich die Seaview am Rand der Arktis befindet, kommt es zur Katastrophe: ein Meteoritenschauer setzt den Van-Allen-Gürtel, der die Erde umgibt, in Flammen, was zu einem drastischen Temperaturanstieg auf unserem Planeten führt. Admiral Nelson und der Wissenschaftler Lucius Emery berechnen, dass man von einer bestimmten Stelle des Pazifik aus eine Atombombe auf den Van-Allen-Gürtel abfeuern könnte, um durch diese gezielte Explosion das Feuer zu löschen. Doch bis dahin gibt es so allerhand Gefahren zu überstehen.

Dr. Susan Hiller (Joan Fontaine), Cathy Connors (Barbara Eden) und Lucius Emery (Perer Lorre) im Cockpit der Seaview; „Unternehmen Feuergürtel“ (1961), © Koch Media

Die Kritiker mochten den Film nicht. Sie fanden ihn albern und wissenschaftlich völlig plemplem. Aber die Zuschauer störte das nicht – und sie bekamen dafür auch die volle Ladung Spannung, Action und Unterhaltung geboten. Und das ist es ja eigentlich auch, was zählt. Denn in kaum einem anderen Film gibt es so viele Abenteuer zu bestehen und so viele Konflikte zu lösen wie in „Unternehmen Feuergürtel“. Der Kampf mit einem Riesenkraken ist dafür nur ein Beispiel.

Denn während äußere Gefahren lauern – durch Unterwasserminen, zusammenbrechende Eisberge, einem feindlichen U-Boot, das Jagd auf die Seaview macht -, steigern sich die Konflikte an Bord. Aufgrund der globalen Katastrophe möchte die Mannschaft lieber nachhause und beginnt daher zu meutern. Noch dazu ist ein unbekannter Saboteur mit an Bord, der versucht, das U-Boot zu vernichten.

Bei all der Action und Spannung und bei all dem Nervenkitzel vergisst Allen auch nicht, seine Figuren Diskussionen über Religion und das Wesen Gottes führen zu lassen, da es schließlich um das Ende der Welt geht. Ironischer Weise entpuppt sich ausgerechnet einer der Wissenschaftler als ein religiöser Fanatiker, was durchaus originell ist und den Dialogen eine interessante Tiefe verleiht.

Schon allein das Intro des Films ist so etwas wie ein Meilenstein der Überraschung. Denn nach einem furiosen Orchesterauftakt, setzt auf einmal Frankie Avalons Sülzsong „A Voyage to the Bottom of the Sea“ ein. Doch kaum sind auch diese Klänge verhallt, als mit einem riesen Spektakel die Seaview aus dem Meer geschossen kommt – und schon beginnt der rasante Teil des Films, der ohne Durchhänger bis zum Ende fortläuft.

All dies  macht „Unternehmen Feuergürtel“ zu einem der mit Sicherheit unterhaltsamsten Filme überhaupt, der noch dazu mit allerhand überraschender Wendungen aufwartet.

Unternehmen Feuergürtel (Voyage to the Bottom of the Sea). Regie u. Produktion: Irwin Allen, Drehbuch: Irwin Allen, Charles Bennett, Darsteller: Walter Pidgeon, Joan Fontaine, Peter Lorre, Barbara Eden, Frankie Avalon, Robert Sterling. USA 1961, 105 Min.

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Nachdem sich Regisseur Zhang Yimou ein wenig in die chinesische Propaganditis verirrt hatte, versuchte er 2016 sein Revival in den internationalen Kinosälen. Dieses Mal ließ er die Propaganda beiseite und konzentrierte sich auf ein Monster-Action-Spektakel, das bei den Kritikern vollkommen durchfiel, was die Zuschauer aber nicht davon abhielt, scharenweise ins Kino zu gehen.

Mit „The great Wall“ liefert Yimou die etwas andere Erklärung dafür, weswegen die chinesische Mauer errichtet wurde. Nein, nicht wegen den Mongolen (was für ein Witz!), sondern wegen einem Rudel grüner Monster, die alle 60 Jahre versuchen, China zu überrennen. Genau in dieses Schlamassel geraten die beiden Söldner William Garin und Pero Tovar. Beide müssen der hübschen Generalin Lin Mae beistehen, damit die Monster einmal (frei nach SPD-Manier) so richtig in die Fresse kriegen.

Auch wenn die Kritiker sich mit diesem Film nicht anfreunden konnten, so hat er den Erfolg trotzdem verdient. Denn dieses unglaublich kurzweilige Monster-Kloppen ist dermaßen rasant in Szene gesetzt, dass es einfach nur eine Freude ist. Schöne Farben (die Kostüme der chinesischen Garde sind erstklassig), witzige Ideen und Monster, die endlich mal grünes Blut haben – mehr braucht es nicht, um den Trash-Freund bei Laune zu halten.

Dabei verliert sich der Film auch keineswegs in allzu große Oberflächlichkeit, sondern sorgt für schöne moralische Standpunkte, was ja der großteil der Hollywood-Blockbuster zurzeit vermissen lässt. Eingebunden in den Stil eines klassischen Abenteuerfilms, wirft Yimou dennoch so ziemlich alle Kategorien über den Haufen, so als habe er sich plötzlich Takashi Miike als Vorbild genommen, der einmal sagte, er drehe die Filme so wie er möchte, da sie sich sowieso niemand ansehe. Dies sorgt für eine ungeheure Frische, da hier bewusst Historie mit Fantasy vermischt wurde, auch auf die Gefahr hin, als völlig plemplem zu gelten und dadurch bei den Kritikern anzuecken (was ja auch erreicht wurde).

Der Angriff der Monster erinnert entfernt an die Hauptsequenz von „Tauchfahrt des Grauens“ (1978), in der ebenfalls Monster eine Festung angreifen. Möglich, dass Zhang Yimou sich dies als eine Art Blaupause für seinen eigenen Film genommen hat. Sicher ist nur, dass sich mal wieder alle aufregten. Denn nun war es niemanden recht, dass ein weißer Schauspieler die Hauptrolle in einem chinesischen Film inne hatte. Aber egal, zu meckern gibt es in dieser Hinsicht zurzeit anscheinend immer etwas. Aus Sicht der Handlung fragt man sich lediglich, was Willem Dafoe darin verloren hat. Seine Rolle ist im Grunde genommen überflüssig, was dazu führt, dass Dafoe seinen Platz im Film nicht wirklich findet. Ansonsten ist der von „Wonder Woman“-Produzent Charles Roven mitproduzierte Film echtes Popcornkino und hat das Zeug zu einem echten Trash-Klassiker.

The great Wall. Regie: Zhang Yimou, Drehbuch: Carlo Bernard, Doug Miro, Tony Gilroy, Produktion: Thomas Tull, Charles Roven, Darsteller: Matt Damon, Jing Tian, Pedro Pascal, Willem Dafoe, Andy Lau. USA/China 2016, 103 Min.

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Eigentlich wie immer: Als der neueste Film von Mario Bava 1968 herauskam, mochten ihn die Kritiker nicht. Heute zählt die Comicadaption „Danger: Diabolik“ zu den besten Trash-Filmen der 60er Jahre. Und das zu recht. Denn kaum ein anderer Film aus dieser Zeit dürfte derart bunt, durchgeknallt und rasant sein wie eben dieses herrliche James Bond-Imitat.

Es geht um den Meisterdieb Diabolik, dem die Polizei seit Jahren vergeblich das Handwerk legen will. Seine Verbrechen erheben ihn zu einer Art Staatsfeind. Während die Polizei weiterhin versucht, ihm eine Falle nach der anderen zu stellen, vollbringt Diabolik zusammen mit seiner hübschen Freundin Eva ein kriminelles Meisterstück nach dem anderen.

Diabolik (John Philip Law) und Eva (Marisa Mell) bringen das Gold zum Schmelzen; „Danger: Diabolik“ (1968); Copyright: Paramount

Diabolik wäre kein Superganove, wenn er keine unterirdische Festung hätte. Und schon allein das poppige Design der Kulissen ist es wert, sich diesen Film anzusehen. Doch Mario Bava wäre nicht er selbst gewesen, wenn er seinen gesamten Film nicht mit seinen Lieblingsfarben und seinem Hang zum Künsterlischen gewürzt hätte.

Gleich zu Anfang, wenn Diabolik die Millionen Dollar der Polizei abnimmt, indem er am Hafen einen Nebel austreten lässt, ist es nicht einfach irgendein Rauch, sondern ein wundervoller Farbenmix aus knalligem Gelb und sattem Violett. Diesem Geschehen folgt wohl eine der längsten Kussszenen der Filmgeschichte. Denn kaum ist Diabolik mit Eva wieder in seiner Festung, als sich beide in die Arme fallen, wobei diese Kussszene verbunden ist mit einem Hin- und Herschieben von Art Deco- und Pop Art-Kulissen, dass man gar nicht weiß, wo man vor Begeisterung hinschauen soll – in erster Linie natürlich auf Trash-Ikone Marisa Mell mit ihrem orangefarbenen Ausschnitt von einem Kleid, aber die Szenerie als Ganzes ist geradezu einmalig und liegt irgendwo zwischen „Barbarella“, „Camille 2000“ und „James Bond“.

Diabolik (John Philip Law) und Eva (Marisa Mell) nach einem ihrer genialen Streiche; „Danger: Diabolik“ (1968); Copyright: Paramount

Nicht weniger faszinierend sind Bavas Ausflüge ins Surreale. Hier wäre z. B. die Disco-Szene zu erwähnen, in denen die Kulissen lediglich angedeutet sind, in der ein tiefes Blau vorherrscht und in der sich die Statisten wie in einem postmodernen Theaterstück bewegen.

Bava gelingt nun das geniale Kunststück, all diese optischen Feinheiten in eine rasante und Action reiche Story zu packen, die voller Witz und Selbstironie steckt. Fast schon besser als der eigentliche James Bond, erhebt Bava damit das Actiongenre zu einem Kunstwerk, das untermalt ist von Ennio Morricones coolem Easy Listening-Sound und dem genialen Titelsong „Deep Deep Down“, der so ziemlich alles schlägt, was man als Titelsong bezeichnet. Kurz gesagt, ein echter Knaller.

Gefahr: Diabolik (Danger: Diabolik). Regie: Mario Bava, Drehbuch: Dino Mairui, Brian Degas, Tudor Gates, Mario Bava, Produktion: Dino de Laurentis, Darsteller: John Philip Law, Marisa Mell, Michel Piccoli, Terry-Thomas, Adolfo Celi. Italien/Frankreich 1968, 105 Min.

 

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Hollywood versucht sich wieder an den großen Monstern und dieses Mal muss statt Godzilla King Kong ran. Interessanterweise verlegte man die Handlung ins Jahr 1973 – an einen filmgeschichtlichen Wendepunkt des Hollywoodkinos. Damals wurden die Filme zunehmend sozialkritischer und man könnte annehmen, dass der Regisseur diese Anspielung dazu nutzt, um seinen Film ebenfalls unbequem werden zu lassen. Doch weit gefehlt.

Jordan Vogt-Roberts macht zwar aus dem Abenteuer einen farblichen Augenschmaus, ganz zu schweigen von den Effekten, die sich mehr als nur sehen lassen können, doch für kritische Aspekte reicht es dann doch nicht, auch wenn er anfangs die US-Außenpolitik anhand der schießwütigen Soldaten durch den Kakao zieht. Doch damit hat es sich dann auch schon, der restliche Film konzentriert sich auf reine Action, visuell allerdings wirklich stark umgesetzt, verliert dabei allerdings den Sinn und Zweck seiner menschlichen Figuren fast vollkommen aus den Augen.

Zum Beispiel ist Tom Hiddelstons Rolle regelrecht nicht vorhanden. Die Figur ist nicht nur zu hundert Prozent uninteressant, sondern besitzt im ganzen Film so gut wie keine Funktion. Nicht weniger ärmlich sieht es mit der weiblichen Hauptrolle aus, bei der es Brie Larson sogar fertig bekommt, sie schlecht zu spielen. Einzig und allein ist es mal wieder Samuel L. Jackson, dessen charismatische Ausstrahlung die Aufmerksamkeit zwischendurch auch wieder auf das Verhalten der Menschen zieht.

In dieser Hinsicht funktioniert der Film einzig und allein durch seine wirklich gute Optik, seine teils schöne und interessante Farbgebung und, wie oben bereits erwähnt, durch die Effekte. Aber dann bekommt Vogt-Roberts an manchen Stellen dann doch einen Sinn fürs Hintergründige, indem er hier und da ein paar eigenwillige Filmzitate einstreut – schon allein das Plakat, das einen skurrilen Querverweis auf „Apokalypse Now“ darstellt, ist ein Beispiel dafür. Besonders originell und witzig ist dabei allerdings die Anspielung auf Park Chan-Wooks „Oldboy“, wenn King Kong ein Armstück des Riesenkraken verspeist und dieser genauso an seinen Wangen kleben bleibt wie in der berühmtberüchtigten Szene mit Choi Min-Sik, wenn dieser einen lebendigen Kraken mampft.

Da der Film jedoch im Hinblick auf die Story unglaublich oberflächlich bleibt, bleibt am Ende außer den Filmzitaten und den satten Farben nicht mehr viel hängen. Es wirkt letztendlich wie ein teurer Schnellschuss, dessen Wirkung in Sekundenschnelle wieder verpufft.

Kong: Skull Island. Regie: Jordan Vogt-Roberts, Drehbuch: Dan Gilroy, Produktion: Jon Jashni, Darsteller: Tom Hiddelston, Samuel L. Jackson, Brie Larson, John Goodman, John C. Reilly. USA 2016, 119 Min.

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