Erschienen: Prähuman 17: Die Bestie

Dieses Mal mussten die Leser nicht so lange auf den nächsten „Prähuman“-Band warten. Band 16 erschien vor etwas mehr als einem Monat. Nun ist bereits mit „Die Bestie“ der 17. Band der spannenden und überaus originellen e-Book-Serie am Start.

In „Die Bestie“ kehrt Frederic Tubb zurück in den rätselhaften Ort Darkmoore, wo er vor mehreren Jahren im Markheim-Hospital, einer Klinik für Geisteskranke, eingesperrt worden war. Nun sucht eine riesige Bestie die Wälder von Darkmoore heim. Tubb versucht zusammen mit seinem Team, das Ungeheuer unschädlich zu machen …

Band 17 ist nicht weniger spannend als die vorangegangenen Bände. Man könnte „Die Bestie“ als eine Art Fortsetzung von „Band 10: Fall 01“ bezeichnen, geht es doch u. a. um Tubbs Vergangenheit, genauer gesagt, um sein rätselhaftes Erlebnis, das er 1999 in Darkmoore gehabt hat. Damals behauptete er, einen Werwolf erschossen zu haben, was zugleich der Grund dafür war, weswegen er in die Markheim-Klinik eingeliefert worden war.

In einer parallel verlaufenden Handlung spinnt Denning in Band 17 den Faden ein klein wenig weiter, lässt das damalige Rätsel in einem etwas anderen Licht erscheinen, das mit Sicherheit zu einem weiteren Darkmoore-Fall führen könnte. Hoffentlich, denn der Ort und seine Geschichte ist so mysteriös, dass man gerne mehr darüber lesen möchte. Bereits mit dem Roman „Darkmoore“ hat sich Carl Denning näher mit der kleinen, abgelegenen Stadt genauer beschäftigt. Ebenso natürlich in dem oben erwähnten Band 10.

In „Die Bestie“ geht es um ein kryptzoologisches Rätsel, um eine Kreatur, die es, den Gerüchten und Berichten nach, tatsächlich geben könnte. Die Begegnung mit diesem Ungeheuer ist rasant und dicht geschildert, wobei auch der für die Serie typische Humor nicht zu kurz kommt. Auf diese Weise macht der 17. Band, wie auch die gesamte Serie, richtig Spaß. Schön ist auch, dass die Serie nach Band 20 weitergehen wird. Man darf sich also auf viele weitere Abenteuer mit Frederic Tubb und seinem Team freuen.

The 80s: Die Abenteuer des Baron Münchhausen (1988)

Terry Gilliams 11. Spielfim zählt heute zu den größten Flops der Filmgeschichte. Eigentlich hätte alles anders kommen können, doch geriet Gilliams Film mitten hinein in studiointerne Konflikte der Columbia Pictures, was dazu führte, dass von dem Film lediglich 117 Kopien in den USA in Umlauf gebracht wurden, was natürlich nicht gerade dazu beitrug, dass der Film die Kosten von über 40 Millionen Dollar wieder einfahren konnte.

Der neue Chef von Columbia wollte mit den Vereinbarungen, die sein Vorgänger getroffen hatte, nichts mehr zu tun haben. Auf diese Weise blieben Gilliam und der deutsche Produzent Thomas Schühly sich praktisch selbst überlassen. Das Resultat war das oben erwähnte finanzielle Desaster. Selbst die überaus positiven Kritiken konnten diesen Tatbestand nicht mehr umkehren.

In „Die Abenteuer des Baron Münchhausen“ geht es darum, dass Münchhausen zusammen mit seinen Freunden Bertold, Adolphus, Albrecht und Gustavus eine Stadt vor den Türken retten muss, die die Stadt belagern. Doch sind Münchhausens Freunde in alle Winde zerstreut. Zunächst muss er sein „Team“ wieder zusammensuchen, bevor er gegen die Belagerer etwas unternehmen kann, und erlebt dabei jede Menge skurriler Abenteuer.

Der Film basiert lose auf den Lügengeschichten des Hieronymus Carl Friedrich Freiherr von Münchhausen (1720 – 1797), die vor allem von den deutschen Dichtern Rudolf Erich Raspe (1736 – 1794) und Gottfried August Bürger (1747 – 1794) in Buchform 1786 bzw. 1788 veröffentlicht wurden. Doch durch die Rahmenhandlung verbindet Gilliam die einzelnen Episoden zu einer einzigen Geschichte, die in optischer Hinsicht den Zuschauer regelrecht erschlägt.

„Baron Münchhausen“ ist, wenn man es auf den Punkt bringen möchte, ein riesengroßes Kunstwerk. Die gewaltigen, bis ins kleinste Detail gestalteten Kulissen bringen einen aus dem Staunen nicht mehr heraus. Dieses bildgewaltige Abenteuer ist fast schon zu viel für das Auge, und zum Glück kann man den Film immer wieder anhalten, um den detailverliebten Einfallsreichtum zu genießen.

Gut, anfangs braucht der Film ein wenig zu lange, bis er in die Gänge kommt, doch sobald es so richtig losgeht, kennt Terry Gilliam kein Halten mehr. Er wirft mit den Ideen nur so um sich, wobei er sich klarerweise an den Gemälden und Zeichnungen des 18. Jahrhunderts orientiert, und sorgt auf diese Weise dafür, dass „Baron Münchhausen“ keine Sekunde langweilig wird. Hier und da blitzt noch der typische Monthy Python-Humor auf, in der Höhle des Gottes Vulkan wird der Film zu einer bissigen Satire auf die Waffenlobby – doch immer steht die Kunst im Vordergrund.

Als Second Director fungierte übrigens Michele Soavi, der später mit seinen beiden Horrorfilmen „The Church“ (1989) und „DellAmore, DellaMorte“ (1994) zwei Klassiker des euoropäischen Horrorfilms schuf.

Terry Gilliam gehört zu den wirklich großen Filmautoren, den man in einem Atemzug mit Federico Fellini nennen kann. Und wer „Die Abenteuer des Baron Münchhausen“ tatsächlich noch nicht gesehen hat, sollte dies so schnell wie möglich nachholen.

Die Abenteuer des Baron Münchhausen. Regie: Terry Gilliam, Drehbuch: Terry Gilliam, Charles McKewon, Produktion: Thomas Schühly, Darsteller: John Neville, Eric Idle, Sarah Polley, Oliver Reed, Uma Thurman, Robin Williams, Jonathan Pryce. Engand/Deutschland 1988, 126 Min. 

 

The 80s: James Bond – Der Hauch des Todes (1987)

Kommt ein neuer Bond in die Kinos, so sind die Kritiken jedes Mal gleich: die einen finden, dass es der beste Bond, die anderen, dass es der schlechteste Bond ist. Nicht anders verhielt es sich 1987, als mit „The Living Daylights“ der erste James Bond-Film mit Timothey Dalton als 007 auf die Leinwand kam: Wiederum fanden die einen ihn schlecht, die anderen ihn für den besten.

„Der Hauch des Todes“ war der 15. Film aus der Reihe. Nachdem Roger Moore mit „Im Angesicht des Todes“ (1985) zum letzten Mal die Rolle des Geheimagenten gespielt hatte, wollten die Produzenten entweder Pierce Brosnan oder eben Timothey Dalton als seinen Nachfolger haben. Da Brosnan aus seinem damaligen Vertrag jedoch nicht herauskam, wurde die Rolle Dalton übergeben.

Im Gegensatz zu den Filmen mit Roger Moore, sollte „Der Hauch des Todes“ weniger Gags und Spielereien beinhalten. Und in der Tat wirkt der Film ziemlich ernst, was aber John Glens viertem Bond-Film ziemlich gut tut, sind die Romane von Ian Fleming letztendlich auch keine Witzparade, sondern durchaus ernst und vor allem ziemlich brutal. In dieser Hinsicht näherte man sich stilistisch der literarischen Vorlage an. In der Tat bezieht sich der Film auch auf eine Kurzgeschichte Flemings, die allerdings lediglich den Opener einnimmt. Der Rest geht aufs Konto der beiden Drehbuchautoren Richard Maibaum und Michael G. Wilson.

Um es kurz zu machen: In „Der Hauch des Todes“ geht es darum, dass James Bond Waffenhändlern das Handwerk legen soll. Und dies erledigt er natürlich mit Bravour. Timothey Dalton zur Seite steht Miriam d´Abo, die sich im Filmgeschäft nie richtig profilieren konnte. Auch ihre Rolle als KGB-Agentin Kara Milovy half ihr nicht weiter, obwohl sie den Film unglaublich bereichert. Das liegt nicht nur an ihrem attraktiven Äußeren, sondern auch an der spannenden Darstellung ihrer Rolle, die irgendwo zwischen Hilflosigkeit und sich selbst Hindurchkämpfen liegt.

Nicht weniger interessant ist die Rolle des Waffenhändlers Georgi Koskov, gespielt vom holländischen Schauspieler Jeroen Krabbé, der Anfang der 80er Jahre nach Hollywood kam. Er stellt den russischen General als klassischen Gauner dar, was seiner Hinterhältigkeit durchaus eine gewisse Gewitztheit verleiht.

„Der Hauch des Todes“ wirkt aufgrund seiner Schauplätze (Bratislava und Wien) zunächst wie ein klassischer Agentenfilm aus den 60er und 70er Jahren, bevor er im Finale dann in Richtung Abenteuer umschwenkt. Die Action ist wie immer hervorragend choreografiert und einwandfrei durch eine Montage aus Studio- und Außenszenen zusammengefügt. Auch wenn der Film durchaus immer wieder mit einer gewissen Ironie behaftet ist, so fehlt es, wie obene bereits bemerkt, an dem Witz der vorangegangenen Filme. Doch macht dies nichts. Denn „The Living Daylights“ unterhält von Anfang an erstklassig. Und das ist es schließlich, was zählt.

James Bond – Der Hauch des Todes (OT: The Living Daylight). Regie: John Glen, Drehbuch: Richard Maibaum und Michael G. Wilson, Produktion: Albert R. Broccoli, Michael G. Wilson, Darsteller: Timothey Dalton, Miriam d´Abo, Jeoren Krabbé, John Rhys-Davis, Joe Don Baker, Art Malik, John Terry, Andreas Wisniewski. England 1987, 130 Min.

 

Erschienen: „Boten des Schreckens“ – Der neue Horrorroman von Carl Denning

Mit „Boten des Schreckens“ erscheint nun bereits der siebte Roman aus der Feder des bekannten Horrorautors Carl Denning (die Bände seiner Serie „Prähuman“ nicht mitgerechnet). Es handelt sich dabei um den zweiten Fall von Chefinspector Susan Gant, die zugleich die Polizeistation in dem kleinen kanadischen Ort Altamont leitet (Susan Gants erster Fall trägt den Titel „Monster“ und ist der bisher erfolgreichste Roman Carl Dennings).

In „Boten des Schreckens“ entdecken zwei Ranger einen schwerverletzten Wissenschaftler im Grand Jardin Nationalpark, der sich um Altamont herum erstreckt. Seine fünf Mitarbeiter sind spurlos verschwunden. Noch am selben Tag wird die verstümmelte Leiche eines Zoomitarbeiters gefunden. Mehrere Tiere liegen tot in ihrem Gehege. Von Mal zu Mal entpuppt sich der Fall als unheimlicher. Immer wieder stößt Susan Gant bei ihren Ermittlungen auf den Namen Waheela. Doch wer oder was ist das? Zusammen mit ihrem Team setzt Susan Gant alles daran, den Fall zu lösen. Denn die Serie von schrecklichen Zwischenfällen reißt nicht ab …

Wie auch schon in „Monster“, so ist auch in „Boten des Schreckens“ der eigenwillige Grenzwissenschaftler Frederic Tubb dabei. In Quebec findet ein Kongress statt, an dem dieses Mal auch Susan teilnehmen soll, um über ihren letzten Fall zu berichten. Doch wie immer kommt alles anders – oder beinahe anders. Susan hält zwar ihren Vortrag, aber … Mehr soll nicht verraten werden. Was davor bereits alles geschieht und dann daran anschließt, ist auf jeden Fall überaus spannend, witzig und nicht weniger gruselig.

Im Gegensatz zu anderen Autoren, hält sich Denning in dem zweiten Fall seiner Protagonistin nicht an das gleiche Schema. „Boten des Schreckens“ funktioniert völlig anders als „Monster“, ist dabei aber genauso unterhaltsam. Genauer soll nicht auf die Handlung eingegangen werden, da sonst zu viel verraten wird. Man kann jedoch festhalten, dass in Dennings neuestem Roman jede Menge geschieht, es viele unheimliche Momente gibt und auch die Action nicht zu kurz kommt. Man kann daher nur noch viel Spaß beim Lesen wünschen.

 

The 80s: Im Jahr des Drachen (1985)

Nachdem Regisseur Michael Cimono (1939 – 2016) mit dem Western „Heaven’s Gate“ (1980) einen der größten Flops der Filmgeschichte abgeliefert hatte, der dazu führte, dass die pleite gegangene United Artists an MGM verkauft wurde, hatte er Schwierigkeiten, Gelder für neue Projekte zu erhalten. Doch Mitte der 80er Jahre konnte er den bekannten Filmproduzenten Dino de Laurentis für seine neueste Arbeit gewinnen: „Das Jahr des Drachen“, ein Film, der damals umstritten war, heute aber zu den Klassikern nicht nur der 80er Jahre, sondern auch des Kriminalfilms zählt.

Es geht darin um den neuen Polizeichef Stanley White, der nach Chinatown versetzt wird, wo sich zwei Clans bis aufs Blut bekämpfen. White möchte dem ein Ende setzen und legt sich mit den Bossen der chinesischen Mafia an, allen voran mit dem jungen Gangster Joey Tai, der riesige Mengen Kokain nach New York schmuggeln möchte.

Damalige Kritiker unterstellten dem Film eine rassistische Darstellungsweise, was u.a. dazu führte, dass sinoamerikanische Vereinigungen gegen den Film protestierten. Die Verwaltung von Chinatown befürchtete zudem, dass aufgrund der negativen Darstellungsweise des New Yorker Stadtteils die Touristenzahlen drastisch zurückgehen würden.

Damals wie heute war bei solchen Themen mehr Hysterie als sonst etwas im Gange, denn die Frage lautet, wieso ein Film rassistisch sein soll, wenn er sich mit der in Chinatown ansässigen chinesischen Mafia beschäftigt. „Das Jahr des Drachen“ zeigt die Brutalität der Gangster und setzt diese der Brutalität Stanley Whites gegenüber, der als Einzelkämpfer für Recht und Ordnung sorgt. Von Rassismus keine Spur.

Als Großstadt-Thriller konzipiert, arbeitet er mit Elementen des Neo-Noir, die er mit den Merkmalen des modernen Gangsterfilms verbindet. Später sollte Ridley Scott eine ganz ähnliche Geschichte mit „Black Rain“ auf die Leinwand bringen. Cimono konzentriert sich in seinem Film auf die Charakterisierung der beiden Kontrahenten Joey Tai und Stanley White, wobei er beiden Figuren eine interessante Tiefe verleiht und ihnen gleichzeitig nichts schenkt.

Der Konflikt wird knallhart ausgetragen, die actionreiche Handlung nimmt dabei klare dramatische Züge an, die dem Film eine zusätzliche Wucht verleihen. Bei allem dominiert eine wunderbare Optik, die „Das Jahr des Drachen“ fast schon zu einem cineastischen Rausch werden lässt. Dies führt dazu, dass einem der Film gleich von Anfang an in seinen Bann schlägt.

Hinzu kommt natürlich die spannende Story, die ohne Kompromisse voranschreitet und in einem äußerst intensiven Höhepunkt kumuliert, der seinesgleichen sucht. 2015 erhielt der Regisseur beim Filmfestspiel von Locarno den Ehrenleopard für sein Lebenswerk.

Das Jahr des Drachen (Year of the Dragon). Regie: Michael Cimono, Drehbuch: Oliver Stone, Michael Cimono, Produktion: Dino de Laurentis, Darsteller: Mickey Rourke, John Lone, Ariane, Dennis Dun, Victor Wong. USA 1985, 134 Min.

 

 

 

FuBs Best of 2017

Das Jubiläumsjahr (5 Jahre FILM und BUCH) geht langsam aber sicher zu ende. Aber keine Angst, der 550. Beitrag ist auch nicht mehr fern. Es gibt also schon bald wieder etwas zu feiern :) .  Auf jeden Fall haben wir uns Gedanken darüber gemacht, was uns in diesem Jahr am besten an Büchern, Filmen und K-Pop/J-Pop-Videoclips gefallen hat.

Cover des Albums „Yellow“; © Epic Records

In der Kategorie Videoclips fiel uns die Entscheidung mehr als nur leicht. Zwar gibt es die Band schon seit 11 Jahren, doch haben wir sie erst in diesem Jahr entdeckt: Scandal, eine japanische Girl-Indie-Rock-Band, die ihre Songs stets selbst schreiben und sich irgendwo zwischen Alternative Rock, Punk-Rock und Pop-Rock befinden. Sehr poetisch-melancholische Texte verbinden sich dabei mit eingehenden Melodien, die genauso hart wie weich sein können. Ein neues Album ist für das kommende Jahr geplant und in Sachen Videoclips darf man gespannt sein, wie sich die Visualisierung der Band in dieser Hinsicht weiter entwickeln wird, hat doch der Clip „Koisuru Universe“ (Universe of Love) aufgrund seiner sinnlichen Symbolik für viel Diskussionsstoff gesorgt. Interessanterweise orientiert sich die Band bei ihren aktuellen Auftritten nicht daran, sondern gibt sich dem Schlabberlook hin.

In der Kategorie Film haben uns eine neue Produktion und ein Klassiker am besten gefallen. Wonder Woman hat gezeigt, dass Hollywood auch anders kann. Für uns war es die Überraschung des Jahres, einen witzigen, actionreichen und zugleich durchaus tiefgründigen Superheldenfilm zu sehen, also etwas, an das man schon gar nicht mehr glauben wollte. Aber Regisseurin Patty Jenkins hat dies möglich gemacht und ging dafür sogar in die Filmgeschichte ein.

Bei den Klassikern fiel uns die Entscheidung ebenfalls recht leicht. The Ghost and Mrs Muir ist eine wundervolle, zeitlose Mischung aus Tragikomödie, Fantasy und Romance, die mit schlagfertigen Dialogen, einer unglaublich guten Optik und einer tollen Story daher kommt und dabei ganz ohne Kitsch auskommt. In Deutschland ist der Film leider noch immer unbekannt, während er in den USA zu den Klassikern Hollywoods zählt und vom American Film Institute auf Platz 10 der besten Fantasyfilme gewählt wurde.

Auch in der Kategorie Buch wählten wir zwei Romane aus. Beides Klassiker. Zum einen Schau heimwärts, Engel von Thomas Wolfe (1900 – 1938), der darin über die Geschichte seiner Familie schreibt und dies in einem solchen Sprachrausch, einem solchen Witz und einer solchen Tragik, das einen der Roman schlicht und ergreifend packt und mitreißt. Die knapp 800 Seiten liest man in einem Rutsch durch. Leider verstarb Wolfe bereits im Alter von nur 38 Jahren, sodass er lediglich zwei Romane veröffentlichen konnte. „Zeit und Fluss“ ist mit ca. 1200 Seiten noch umfangreicher und setzte die Geschichte um Eugene Gant fort. Diesen Roman werden wir uns im kommenden Jahr vornehmen.

Der zweite Roman, der uns regelrecht hinweggefegt hat, ist Zeiten des Aufruhrs von Richard Yates (1926 – 1996) aus dem Jahr 1961. Der Roman eines Ehepaars in den 1950er Jahren, das in einem Vorort lebt, ist einerseits eine grandiose Satire, andererseits aber auch ein packendes Drama, in dem die Verzweiflung der Figuren regelrecht zum Greifen ist. Besonders der Schluss nimmt einen dermaßen mit, dass man nachher fix und fertig ist. Sollte wirklich jeder mal gelesen haben. Richard Yates sagte selbst, dass er seinen besten Roman gleich am Anfang seiner Laufbahn als Schriftsteller geschrieben habe. Und tatsächlich sollte er nie wieder diese Eindringlichkeit erreichen.

Und das war auch schon unser Best of 2017.

Wir wünschen euch allen einen guten Rutsch, Gesundheit und viel Glück für 2018.

 

 

 

 

Erschienen: Prähuman Band 7: Welt in Gefahr! (Teil 2) – Todesobjekt X

Seit Sommer 2017 erscheint die Serie „Prähuman“ in regelmäßigen Abständen als eBook und ist nun schon bei Band sieben angelangt. Dieser Band ist Teil zwei der Doppelfolge „Welt in Gefahr!“ mit dem Titel „Todesobjekt X“.

Zum Inhalt: Todesobjekt X, eine gefährliche Maschine der Prähumanen, bedroht die Menschheit. Tubb und sein Team sind hautnah dabei, als sie vor der Küste Chinas mehrere Kriegsschiffe zerstört. Wenige Tage später sucht das unheimliche Objekt London heim – mit katastrophalen Folgen. Die Funktionsweise dieser Maschine bleibt ein Rätsel. Sicher ist nur, dass von ihr eigenartige Signale ausgehen. Ein solches Signal empfängt die LOGE auch aus Peru. Doch kaum dort angekommen, haben es Frederic Tubb, Maki Asakawa und Hans Schmeißer mit einer noch größeren Gefahr zu tun …

Band zwei setzt fast genau an der Stelle an, an der der erste Teil endet. Tubb und sein Team befinden sich als Gefangene des ominösen Viktor Leng auf dessen Schiff – und es braucht nicht lange, bis auch schon eine aufregende Situation der anderen folgt. Denn Teil zwei ist wieder einmal eine gelungene Mischung aus Action, Spannung, SF und Fantasy. Vom Chinesischen Meer über London bis nach Peru erstreckt sich diesmal das Abenteuer des Teams um Frederic Tubb. Und erneut mischt Denning dabei Fakten und Theorien mit einer phantastischen Story.

Noch immer ist Maki Asakawas Schwester Yui verschwunden, was die Suche nach X auf zwei Ebenen verlaufen lässt: zum einen der Versuch, die tödliche Maschine der Prähumanen zu zerstören, und zum anderen eben die Suche nach Yui. Und dieses Mal ist auch wieder Hans Schmeißer dabei, der ja in Band sechs leider nicht aufgetaucht ist – aus Gründen, die noch aus Band fünf stammen. Auf jeden Fall steht „Welt in Gefahr! Teil 2“ den übrigen Bänden in nichts nach, im Gegenteil, die Handlung ist sogar noch besser und die Action und der Humor noch ausgereifter.

Wonder Woman (2017)

Damit hatte wohl keiner gerechnet. Innerhalb kürzester Zeit wurde „Wonder Woman“ nicht nur zu einem der erfolgreichsten Filme des Jahres, sondern schrieb innerhalb weniger Wochen auch noch Filmgeschichte. Denn „Wonder Woman“ ist zugleich der erfolgreichste Film, bei dem eine Frau Regie führte.

Bereits mit ihrem Spielfilmdebut aus dem Jahr 2003, dem Krimi und Sozialdrama „Monster“, wurde Patty Jenkins mit Preisen überhäuft. Und nun setzte sie mit ihrer Regiearbeit für „Wonder Woman“ noch eins oben drauf. Denn in Sachen Emanzipation dürfte dieser Film zur Ikone werden. Die Comic-Adaption ist wohl die beste, die seit langem ins Kino kam. Hier geschieht genau das, was man sich von allen anderen Filmen gewünscht hätte: eine Mischung aus Action, Humor und Tiefgang.

All das, was viele der bisherigen Superheldenfilme falsch machten, macht „Wonder Woman“ richtig, und man fragt sich, wieso es nicht gleich so hätte sein können. Denn verabschieden sich die Comic-Adaptionen in eine immer größere Inhaltsleere, so zeigt Regisseurin Patty Jenkins, dass man sich innerhalb dieses Feldes auch anders bewegen kann.

Sie verleiht dem Film eine durch und durch ernste Thematik. Diana alias Diane Prince alias Wonder Woman (mit dem Fotomodell Gal Godot bestens besetzt) verlässt ihre Heimat, um die Welt vom Krieg zu befreien. Auf diese Weise gerät sie mitten hinein in das Geschehen des Ersten Weltkriegs. Zusammen mit dem Spion Steve Trevor macht sie sich auf die Suche nach dem Kriegsgott Ares. Denn nur wenn dieser vernichtet wird, kann angeblich wieder Frieden herrschen.

Es ist einfach toll, wie Jenkins dem Ziel, das sich Diana selbst setzt, eine Note verleiht, die Naivität und Tragik mit der mythologisch angehauchten Vorstellung von Heldentum verbindet. Dies verleiht dem Aspekt des Superhelden eine völlig neue Dimension, hinterfragt doch der Film das Verhalten eben dieser Comic-Helden, in dem er Wonder Woman in ein historisches Umfeld setzt, das geprägt ist von einem alles erschütternden Krieg. Diese Einbettung in eine sozialhistorische Realität regt durchaus zum Nachdenken an, verleiht dem Action-Fantasy-Spektakel eine gewisse Tiefe, da der Film auch nicht kritische Töne scheut, etwas, was man sich im aktuellen Blockbuster-Kino ja nicht mehr getraut.

So ist die Szene, in der Wonder Woman einen der Generäle direkt ins Gesicht schreit, dass er feige sei, da er so und so viele Menschen in den Tod schickt, aber sich selbst nicht auf das Schlachtfeld traut, geradezu sensationell. Doch auch die angedeuteten Diskussionen über das Wesen des Menschen, über Hass und Brutalität und die Frage, weswegen sich Menschen solche Konflikte überhaupt antun, wenn sie doch genauso gut in Frieden leben könnten, verweisen auf zentrale soziologische und philosophische Fragestellungen.

Mit „Wonder Woman“ ist Patty Jenkins ein toller Wurf geglückt, von dessen Sorte man sich mehr wünscht. Man kann daher nur hoffen, dass die folgenden Filme, die es mit Sicherheit geben wird, nicht der gegenwärtigen Superhelden-Tristesse anheim fallen werden, sondern sich auf diese positive Weise weiter entfalten.

Wonder Woman. Regie: Patty Jenkins, Drehbuch: Allan Heinberg, Produktion: Zack Snyder, Charles Roven, Darsteller: Gal Gadot, Chris Pine, Connie Nielsen, Danny Huston, David Thewlis, Elena Anaya. USA 2017, 141 Min.

Erschienen: Prähuman Band 6 – Welt in Gefahr!

Band 6 der eBook-Serie PRÄHUMAN ist nun erschienen. Der Titel lautet „Welt in Gefahr!“ und ist der erste Teil einer Doppelfolge. Teil zwei wird bereits Mitte Dezember erscheinen.

Und darum geht es:

Lemuria – gab es diesen Kontinent wirklich oder ist er bloß eine Legende? Bekannt ist nur, dass vor 140 Jahren eine Expedition sonderbare Artefakte aus der Tiefe des Indischen Ozeans zutage förderte, die seitdem unter Verschluss gehalten werden. Als Frederic Tubb davon auf einem Kongress in Tokio erfährt, weiß er noch nicht, dass er schon kurz darauf selbst in ein neues Abenteuer gezogen wird.

Denn als er in Osaka Maki Asakawa wieder findet, währt die Freude nicht lange. Eines Nachts wird ihre Schwester Yui entführt, die seit einiger Zeit unter sonderbaren Träumen leidet, in denen sie immer wieder eine bizarre, kugelförmige Maschine sieht. Dieselbe Konstruktion findet sich auch in uralten, rätselhaften Höhlenzeichnungen, die im Zusammenhang mit Lemuria stehen. Handelt es sich dabei etwa um eine Maschine der Prähumanen? Ein Wettlauf mit der Zeit beginnt. Denn schon bald ist eines sicher: Nicht nur Yuis Leben steht auf dem Spiel, sondern das der gesamten Menschheit …

In Band 6 steht wieder das Abenteuer im Vordergrund. Spannend von der ersten bis zur letzten Seite geht es dieses Mal um sog. hypothetische Kontinente. Neben Atlantis ist Lemuria ein weiterer möglicher Kontinent, der zwischen Afrika und Indien gelegen haben und vor Jahrtausenden untergegangen sein soll. Geschickt webt Denning die bisherigen Theorien und tatsächlichen Funde in die rasante Handlung ein. Das Ergebnis ist ein weiteres kurzweiliges Lesevergnügen, in dem man genauso Aspekte des phantastischen Abenteuerromans als auch SF-Elemente wieder findet. Auf die Fortsetzung muss man zum Glück nicht lange warten. Diese erscheint bereits Mitte Dezember.

FuBs Double Feature (1980 – 1990): Die 80er – Ein fantastisches Jahrzehnt

Das Kinoerlebnis in den 80er Jahren war vor allem geprägt durch die Eiswerbung, die kurz vor dem Film lief. Untermalt von dem Song „Like Ice in the Sunhshine“ von  Beagle Music Ltd. wurde die Werbung rasch zum Kult und zum Wahrzeichen der Spaßgesellschaft. Und dennoch steckte das Kino damals wieder einmal in der Krise.

Der Video-Boom führte dazu, dass die Leute Filme lieber in ihren eigenen vier Wänden ansahen, als ins Kino zu gehen. Die sog. Direct-to-Video-Produktionen kamen auf. Das Kino musste reagieren. Und wie? – Und wie! Denn in den 80er Jahren wurde Trash zum Mainstream erklärt. Die großen Studios produzierten Filme, die nach denselben Konzepten wie diejenigen von Roger Corman funktionierten, nur waren sie eben besser. Der Grund dafür ist ganz einfach: ein viel größeres Budget.

Corman und seinen Kollegen wurde dadurch der Markt weggeschnappt. Doch erfanden sich Corman und Co. neu, indem sie auf den damals boomenden Videomarkt auswichen. Die Folge: eine Flut an Horrorfilmen, welche Pädagogen und unsere bekannte Zensurstelle FSK zum Schwitzen brachten.

Der deutsche Film konnte da nicht mithalten und geriet in eine lang anhaltende Krise. Gedreht wurden allerhöchstens Filme wie „Otto – Der Film“ oder „Die Supernasen“, womit sich Deutschland in Sachen Filmkunst international ganz weit hinten anstellen musste.

Normalerweise stellen wir in unserer Reihe „Double Feature“ jeweils zwei Filme vor, von denen wir glauben, dass  sie das jeweilige Jahrzehnt besonders gut abbilden. Bei den 80er Jahren ist dies unmöglich, da dieses Jahrzehnt so viele prägende Filme hervorgebracht hat, dass man dieser einzigartigen Hochphase der Popkultur mit nur zwei Filmen einfach nicht gerecht wird. Daher haben wir von verschiedenen Genres jeweils zwei Filme genommen: Action, Science Fiction, Fantasy, Horror, Liebesfilm/Drama. – Viel Spaß dabei! :)

Actionfilme der 80er

In Sachen Action kamen in den 80er Jahren durch den Erfolg von „Rambo“ (1982) die Militär-Actionfilme auf, von denen sicherlich „Missing in Action“ mit Chuck Norris am dümmsten abschnitt. Parallel dazu wurde eine Vielzahl von Polizei-Filmen produziert (weißer Einzelgänger mit schwarzem Kollegen), mal als Komödie, mal als Drama und mal als Mischung aus allem. Ab 1981 entwickelte sich aber auch eine Mischung aus Fantasy- und Abenteuerfilmen, von denen die „Indian Jones“-Filme am bekanntesten sind. Harrison Ford spielte den Helden und suchte in seinem ersten Abenteuer „Jäger des verlorenen Schatzes“ (1981) nach der Bundeslade. Mit vielen Effekten, viel Humor und jeder Menge Action wurde der Film zum absoluten Hit, auch wenn Steven Spielberg noch ein Jahr warten musste, bis er den Zenit seines Erfolgs als Regisseur erreichen sollte.

Und ja, in den 80er Jahren konnte man auch ohne weiteres einen Film übers Armdrücken drehen. „Over the Top“ (1987) hätte man vielleicht eher „Over the Flop“ bezeichnen sollen, denn das Sport-Trucker-Familiendrama, basierend auf einem Drehbuch von Sylvester Stallone, wollte nicht jeder sehen. Heute zählt der Film zu den Trash-Klassikern, damals jedoch begannen Cannon Films damit, ihr eigenes Grab zu schaufeln und gingen wenige Jahre später pleite. Aber grunzende, Schweiß triefende Männer in Unterhemden waren nun einmal nicht jedermanns Sache – obwohl sie ebenfalls ein typisches Merkmal der Actionfilme der 80er Jahre waren.

Science Fiction-Filme der 80er

Natürlich beherrschten die „Star Wars“-Filme die erste Hälfte der 80er Jahre. Doch die SF-Fantasy-Horror-Welle, welche das Jahrzehnt bestimmte, brachte noch viele andere sehenswerte Filme heraus. So versuchte sich John Carpenter 1982 an einer Neuverfilmung von „Das Ding“ und landete einen Flop. Damals galt das Remake, das Carpenter nicht als Remake verstanden wissen wollte, als der brutalste Film überhaupt. Die mechanischen Puppeneffekte sind grandios und die Story orientiert sich stärker an der literarischen Vorlage „Who goes there?“ von John W. Campbell als der Klassiker aus dem Jahr 1951.

Das Gegenstück zu „Das Ding“ schuf Steven Spielberg mit „E.T.“ (1982). Kein bluttriefender Gestaltwandler, sondern ein kleines, hässliches Knuddelalien strandet auf der Erde und will – wer kann es ihm verdenken – so schnell wie möglich wieder nachhause. Der Film zählt nicht nur zu den erfolgreichsten Filmen der Filmgeschichte, sondern ebnete Spielberg endgültig den Weg zum Podest der wichtigsten Regisseure Hollywoods. Seitdem darf in jedem Film, der in den 80er Jahren spielt, das BMX-Rad nicht fehlen. Drew Barrymore, die die kleine Gertie spielte, ist heute selbst Filmproduzentin und finanzierte u. a. „Donnie Darko“.

Fantasy-Filme der 80er

Mit dem Film „Krull“ (1983) hoffte Regisseur Peter Yates aufgrund der Fantasywelle zu punkten, landete aber einen gewaltigen Flop. Heute zählt der Film zu den Klassikern des Fantasy-Genres, damals aber wollte ihn kaum einer sehen. Trotz toller Effekte, konzentrierte sich Yates nicht auf ein reines Actionspektakel, sondern viel mehr darauf, eine durchgängig spannende Story zu kreieren. Irgendwie zwischen „Star Wars“ und „Excalibur“ angesiedelt, verbindet der Film gekonnt beide Genres miteinander. In einer Nebenrolle darf auch Liam Neeson mitspielen – ein bisschen mehr, als ihm zwei Jahre zuvor in „Excalibur“ zugestanden wurde.

Wieso wurden in den 80er Jahren so viele Fantasyfilme gedreht, wenn doch die Mehrzahl davon floppte? So auch „Legend“ (1985) von Ridley Scott. Der Film floppte nicht nur, sondern Scott und sein Team brachten es sogar fertig, die berühmten Pinewood Studios, in denen der Film gedreht wurde, abzufackeln. Stellenweise ist der Film unglaublich kitschig, an anderen Stellen aber schuf Scott eine wunderbare düstere Fantasy-Horror-Mischung, die immer wieder fasziniert. Tragend hierbei ist natürlich Tim Curry als Herr der Finsternis. Tom Cruise dagegen wirkte in der Rolle als Jack ziemlich belämmert.

Horrorfilme der 80er

Die 80er Jahre waren das Jahrzehnt der Splatter- und Slasher-Filme. Besonders ins Visier unserer Zensur- bzw. FSK-Stelle geriet „Tanz der Teufel“ (1981). Die Mischung aus Horror und Slapstick führte in Deutschland dazu, dass Sam Raimis Debut beschlagnahmt wurde. Erst 2017 wurde diese aufgehoben. Fünf Freunde verbringen eine Nacht in einer einsam gelegenen Hütte und werden dabei von Dämonen überfallen. So einfach und so genial funktionieren eben nur Horrorfilme. Besonders originell an dem Film ist die Kameraführung, die „Tanz der Teufel“ fast schon zu einer Art „Handbuch“ für angehende Kameraleute werden lässt. Denn darin findet man nicht nur jede Einstellung, die es überhaupt gibt, sondern zulgeich eine grandiose Experimentierfreude. Die deutschen Behörden verstanden den Film dennoch nicht und machten sich zudem auch international lächerlich, indem sie darüber diskutierten, ob Zombies nun Menschen seien oder nicht.

Was wären die 80er Jahre ohne Freddy? Freddy Krüger gehört inzwischen ebenso zum festen Bestandteil der Popkultur wie seine Kollegen Jason oder Michael Meyers. Einen hässlichen Ringelpullover, Klingenhandschuhe und einen fransigen Hut, und fertig war eine der berühmtesten Horrorfiguren. Darsteller Robert Englund, der bis dahin nur in Nebenrollen zu sehen gewesen war, wurde dadurch über Nacht berühmt. Wes Craven, der u. a. Psychologie studiert hatte, brachte mit „Nightmare on Elmstreet“ (1984) die Thematik des Horrorgenres auf den Punkt: Albträume. Für Johnny Depp war dies die erste Rolle – sein filmischer Abgang in der berühmten Bettszene stellt eine gewitzte Parodie auf Kubricks „Shining“ dar.

Liebesfilme und Dramen der 80er

Frankreich brachte in den 80er Jahren nicht nur Actionfilme auf den Markt, sondern auch die eine oder andere Komödie. Eine der berühmtesten Liebeskomödien ist „La Boum – Die Fete“ (1980), die Sophie Marceau mit nur 13 Jahren zum internationalen Star machte. Der Song „Reality“ wird auch heute noch im Radio gespielt und hat nichts von seiner Ohrwurmqualität eingebüßt. Apropos Ohrwurm, der Film machte den Walkman zum Verkaufsschlager. Und zugleich führte der Film nicht nur zu einer Fortsetzung, sondern zu einer ganzen Reihe ähnlich gestrickter Teenager-Komödien, welche ein zentraler Aspekt der 80er Jahre waren.

Wer wie ich in einer Kleinstadt mit nur einem Kino aufwuchs, der hat sich wahrscheinlich genauso geärgert, als 1987 wochenlang eben dieses eine Kino von nur einem Film blockiert wurde: „Dirty Dancing“ (1987). Damals ging absolut nichts mehr, alle anderen Filme konnte man sich praktisch selbst malen. Patrick Swayze machte dieser Film zum Star. Davor kämpfte er in der TV-Serie „Fackeln im Sturm“ mit. Niemand weiß eigentlich, wieso „Dirty Dancing“ solch ein Erfolg wurde. Dem hauptsächlich weiblichem Publikum hat der Film gefallen – niemand hatte anscheinend gewusst, dass Swayze seit Mitte der 70er verheiratet gewesen war. Als ich den Film dann später im Fernsehen sah, fand ich ihn auch nicht so schlecht wie befürchtet, aber ein Knaller war er auch nicht.