FuBs Fundgrube: „Bevor es dunkel wird“ von Stephanie Merritt

Es ist immer wieder spannend, (mir) unbekannte Autorinnen und Autoren zu entdecken. Gut, manchmal macht man dabei einen Griff ins Klo, aber manchmal landet man auch einen echten Glückstreffer. So z.B. bei dem Mystery-Thriller „Bevor es dunkel wird“ (OT: While you sleep) von Stephanie Merritt. Merritt ist Journalistin, die sowohl für englische als auch für deutsche Tageszeitungen schreibt, wobei sie in England anscheinend auch ein gefragter Gast bei Diskussionsrunden ist, besonders dann, wenn es um kulturelle Themen geht.

Mir persönlich war die Autorin bisher völlig unbekannt. Die Handlung des Romans fand ich jedoch recht interessant, besonders, da ich ein Sammler von Geisterhausromanen und -filmen bin. Und ja, bei „Bevor es dunkel wird“ handelt es sich um einen solchen Roman. Wer allerdings auf Seiten voller Spuk und Geister und rasselnder Ketten hofft, wird hier kaum fündig werden, denn Merritt setzt die Stilmittel größtenteils recht subtil ein.

Es geht um die Malerin Zoe, die sich von ihrem Mann eine Auszeit gönnt und aus diesem Grund nach Schottland reist, um dort in einem Ferienhaus ein paar Wochen zu leben. Um das Haus allerdings ranken sich so manche Gerüchte und nicht jeder in dem Dorf, in dessen Nähe das einsame Haus steht, ist begeistert davon, dass Zoe nun darin wohnt. Zoe selbst bemerkt bereits in der ersten Nacht, dass etwas mit dem Gebäude nicht stimmt. Und so macht sie sich auf die Suche nach den Ursachen für den Spuk …

Stephanie Merritt schuf mit ihrem Thriller einen sehr unterhaltsamen Roman, der von der ersten Seite an Freude bereitet. Da ich das Buch antiquarisch erstanden habe, habe ich mich umso mehr darüber gefreut, einen solchen Treffer gelandet zu haben. Die Spukbeschreibungen sind recht gelungen, besonders schön finde ich, dass Merritt sich dabei zum großen Teil auf klassische Gespenstergeschichten bezieht – schon allein die schattenhafte Gestalt im Moor ist ein gelungenes Beispiel dafür.

Die Grundidee ist dabei recht interessant. Leider aber lässt Stephanie Merritt schon recht schnell Zoe eine Erklärung für den Spuk finden, sodass es im restlichen Roman um die Frage geht, wer die frühere Bewohnerin des Hauses gewesen ist (kein Spoiler) und welches Schicksal sie erleidet hat (auch kein Spoiler). Denn über beides schweigen die Dorfbewohner beharrlich.

Alles in allem ist „Bevor es dunkel wird“ ein Roman, der absolut unterhält und dahingehend großen Spaß macht, besonders dann, wenn es draußen regnet oder gewittert.

Stephanie Merritt. Bevor es dunkel wird. Blanvalet 2018, 480 Seiten