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Archive for Januar 2015

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Tahiti in dem Clip „Tonight“ auf der Fahrt in die Freiheit. Interessant hier: Trotz positiver Stimmung ist der Hintergrund besetzt mit überaus düsteren Wolken. (Copyright: Dream Star Entertainment)

Tahiti lautet der Name einer Girl Group, die 2012 von der Produktionsfirma Dream Star Entertainment ins Leben gerufen wurde. Die Gruppe besteht aus fünf Mitgliedern. Wie auch in anderen Girl Groups, wechselten die Sängerinnen öfters, entweder aufgrund von auslaufenden Verträgen oder interner Konflikte.

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Der Firmenbesitzer in dem Clip „Tonight“. Während die einen „ackern“, lässt er es sich in der Rolle des klassischen Ausbeuters gut gehen. (Copyright: Dream Star Entertainment)

Ihr Debut-Clip „Tonight“, der 2012 zum ersten Mal ausgestrahlt wurde, versprach ein interessantes Konzept, das es zu verfolgen galt. Die Narration war eine Mischung aus Witz, Satire und heimlicher Kapitalismuskritik. Sie zeigte die fünf Sängerinnen in einer alten Fabrikhalle, in der sie Kleiderpuppen herstellen müssen, während der Firmenbesitzer in seinem Büro sitzt und es sich gut gehen lässt. Kurzerhand beschließen sie, aus der Fabrik zu fliehen und ein Leben ohne Zwänge zu führen. Der Besitzer der Firma aber, der sie die ganze Zeit über verfolgt hat, „fängt“ sie wieder ein. Dabei wechselt er seine Rolle. Vom klassischen Ausbeuter wird er zum DJ, während die Sängerinnen zu seiner Musik tanzen.

Das kontrastreiche Video, das die Arbeitswelt als düster und schmutzig und das Leben in Freiheit als bunt und verspielt darstellt, wobei es beiden „Welten“ patriarchale Züge verleiht, passt sich ein in die sozialkritischen Aspekte koreanischer Girl Group-Videos, findet in dieser Hinsicht sogar klarere Worte als andere Clips (mit Ausnahme der Band Sunny Hill, bei denen Kapitalismuskritik Programm ist). Man hoffte auf mehr. Leider aber baute die Produktionsfirma die Gruppe in diese Richtung nicht weiter aus.

Bereits der zweite Clip „Hasta Leugo“ ist ein Zusammenschnitt unterschiedlicher, fantasieloser Dance-Shots. Das Verspielte und Schwungvolle, welches Tahiti ins Rennen gebracht hatte, ging verloren. Zurück blieb ein langweiliges Konzept, über das es sich nicht weiter lohnt zu sprechen. Das machte sich auch in den koreanischen Charts bemerkbar, wo die zweite Single unter ferner liefen zu finden war.

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In dem Clip „Love Sick“ überwiegen düstere, kalte Farben. (Coypright: Dream Star Entertainment).

„Love Sick“, die dritte Single bzw. das dritte Video, sollte anscheinend den Rohrkrepierer von zuvor übertünchen. Mit einer Musik, die ansatzweise an Europop erinnert, einer besseren Optik und einer Mischung aus Dance-Shots und losen narrativen Elementen, zeigte sich die Gruppe in düsteren, bis ins Schwarze hineinreichenden Farben. Die gelungene Montage verleiht dem Video einen hochwertigen Charakter. Als wollte man mit „Love Sick“ einen neuen Anfang wagen, wurden am Ende des Clips die einzelnen Sängerinnen nochmals mit Namen vorgestellt.

Aus nicht nachzuvollziehende Gründen, ließ man aber auch von diesem Konzept ab. Statt in der oberen Kategorie weiter mitzumischen, verpatzte Dream Star Entertainment den zweiten Einstand, indem das vierte Video „Oppa, You’re mine“ innerhalb einer kitschig-bunten Mischung die Sängerinnen als „Dummchen“ darstellte. Von dem vorangegangenen Konzept blieb wiederum nichts übrig. Der Clip ist völlig banal und nach drei Minuten Laufzeit sofort wieder vergessen.

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In „Phone Number“ gehören teils überbelichtete Szenen zum Programm. (Copyright: Dream Star Entertainment).

Im Januar 2015 kehrten Tahiti erneut zurück auf die K-Pop-Bühne. Dieses Mal mit dem Clip „Phone Number“. Das aktuelle Video schließt sich an den derzeitigen Erotik-Konzepten an. Etwas, das den Clip oder die Gruppe als solche originell machen würde, sucht man vergeblich. Helle, extrem bunte Farben und teilweise überbelichtete Einstellungen dominieren die einzelnen Szenen. Die Choreographie mit einer zurzeit innerhalb von K-Pop-Clips obligatorischer Selbstbefriedigungsgeste – hier bei weitem gewagter, da direkter – verpasste dem Video in Südkorea eine Altersbeschränkung: es darf nur von Zuschauern gesehen werden, die älter als 16 Jahre alt sind.

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Die Hand im Schritt war eigentlich stets Michael Jackson vorbehalten. Bei koreanischen Girl Groups wie Tahiti gehört diese Geste inzwischen zum Standard. (Copyright: Dream Star Entertainment).

Doch wie bereits erwähnt, fehlt es an Merkmalen, an denen man die Gruppe Tahiti fest legen könnte. Im Gegensatz zu anderen Girl Groups fehlen grundlegende Wiedererkennungsaspekte. Das legt den Verdacht nahe, dass man mit Tahiti eine „Girl Group auf Abruf“ konzipierte, das heißt, eine Gruppe, die gerade dann in Erscheinung tritt, wenn es in der Produktion eine Lücke gibt. Es ist schade, dass hierbei viel Potential vergeudet wurde. Die Grundlage, wie der Clip „Tonight“ zeigt, war vorhanden.

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Über mehrere Jahrzehnte hinweg arbeiteten die beiden Autoren Herbert Kalbitz und Dieter Kästner an einer Bibliographie, die sich mit Leihbüchern aus den Jahren 1946 bis 1976 auseinandersetzt. Der Schwerpunkt liegt dabei auf Krimis, Detektiv- und Spionageromanen.

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Der Band umfasst 1.000 Autoren, knapp 7.000 Einzeltitel und 1.500 farbige Abbildungen der Originaltitelbilder.

Die Bibliographie beinhaltet ebenfalls detaillierte Angaben u. a. zu den jeweiligen Autoren, Verlagen, Reihennummern und Indizierungen. Kurz: Das Buch ist in jeder Hinsicht einzigartig. Ein zweiter Band ist zurzeit in Vorbereitung.

Sowohl Herbert Kalbitz als auch Dieter Kästner sind nicht nur leidenschaftliche Sammler von Leihbüchern, sondern wahre Experten in diesem Gebiet. Herbert Kalbitz betreibt zurzeit den Aufbau der Zenralkartei für Leihbücher. Dieter Kästner veröffentlichte im Jahr 2001 den Band „Bibliographie der Kriminalerzählungen 1948-2000“ (Baskerville Verlag).

Herbert Kalbitz/Dieter Kästner: Illustrierte Bibliographie der Leihbücher Teil 1: Kriminalleihbücher, 500 Seiten (Größe: 24,5 x 17,5 cm), fadengehefteter blauer Leineneinband mit Schutzumschlag, durchgehend 4-farbig, Lesebändchen. Preis: 69,00 Euro (incl. MwSt. und Porto [innerhalb Deutschlands]).

Den Band kann man bestellen bei:

E-Mail: herbert.kalbitz@t-online.de

Post: Herbert Kalbitz, Kurt-Schumacher-Str. 25, D-63073 Offenbach

Telefon: 069-894549

Telefax: 069-898747

 

 

 

 

 

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Robert Siodmak

Salopp formuliert könnte man sagen, dass der Hauptbestandteil des Film Noir coole Typen und heiße Frauen sind. Doch bezieht man sich dabei mehr auf den historischen Ursprung des Stils, der sich in den Kriminalheftchen der 30er und 40er Jahre findet. Film Noir ist bei weitem mehr. Er ist zum einen eine Hinwendung zur wahren Filmkunst, zum anderen eine Art Spiegelung der jeweiligen Gesellschaft. Im Zentrum stehen vom Schicksal geplagte Figuren, die vergeblich versuchen, den Weg in ein normales Leben zu führen.

Ein weiteres Merkmal, das sich auf die Machart dieser Filme bezieht, ist, dass vornehmlich in Schwarzweiß gedreht wurde. Heute ist dies kein Muss mehr, auch wenn die „Sin City“-Filme teilweise dieses Element als zentralen Aspekt zelebrieren. Auch stammen Filme, die dem Film Noir zugerechnet werden, nicht mehr allein aus den USA. So ist zum Beispiel der koreanische Thriller „Happy End“ (1999) ein vortreffliches Beispiel für das koreanische Äquivalent.

Der erste Film, der dem Film Noir zugesprochen wird, ist der Krimi „Die Spur des Falken“ (1941) von John Hutson. Als einer der wichtigsten Regisseure des Film Noir zählt Robert Siodmak (1900-1973). Der deutsche Regisseure wurde mit seiner UFA-Produktion „Menschen am Sonntag“ (1930) berühmt, einem Film, der hauptsächlich mit Laiendarstellern gedreht wurde. Kurz nach der Machtergreifung der Nationalsozialisten floh Siodmak zunächst nach Frankreich. Ende der 30er Jahre kam er in die USA, wo er in Hollywood relativ schnell Anschluss fand. Seine erste Dreharbeit war der Universal-Film „Draculas Sohn“ (1943).

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Die Wendeltreppe

Bereits zwei Jahre später sollte er einen ersten Klassiker schaffen. Mit „Die Wendeltreppe“ (1945) kreierte er eine dichte Mischung aus Suspense, vermischt mit Ansätzen des Horrorfilms, dessen Stil in den 70er und 80er Jahren u. a. von Dario Argento übernommen wurde. Die berühmte Szene in „Die Wendeltreppe“, in welcher die gehörlose Helen einen weißen Zaun panisch entlang läuft, da sie sich verfolgt fühlt, findet sich beinahe eins zu eins in Argentos „Tenebre“ (1982) wieder. „Die Wendeltreppe“ handelt von der jungen Frau Helen, die in einem abgelegenen Haus als Dienstmädchen arbeitet. In der unmittelbaren Umgebung geht ein Serienmörder um, dessen Opfer behinderte Frauen sind.

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Rächer der Unterwelt

Interessanterweise betrachtete Siodmak seine Filme selbst nicht als Kunst, sondern eher als bloße Arbeit, um damit sein Geld zu verdienen. Das änderte sich auch nicht durch seinen zweiten Beitrag zum Film Noir mit dem Titel „The Killers“ (Rächer der Unterwelt; 1946). Darin geht es um die rätselhafte Ermodung eines Tankwarts in einer Kleinstadt. Der Mann war unter der Bevölkerung als der Schwede bekannt. Ein Versicherungsagent versucht das Geheimnis des Mordes zu lösen und deckt dabei die tragische Geschichte des ehemaligen Preisboxers auf. Der Film basiert auf einer Geschichte Ernest Hemingways. Siodmak verbindet in dem Film eine fast vollkommene, düstere Poesie mit drastischer Realität. Die Anfangssequenz, in der zwei Auftragskiller in ein Café kommen und den Besitzer bedrohen, ist unglaublich spannend und nervenzerrend in Szene gesetzt. „The Killers“ wurde ein enormer Erfolg. Robert Siodmak  ebnete damit seine weitere Karriere. Aber auch die beiden damals unbekannten Hauptdarsteller Burt Lancaster und Ava Gardner wurden durch den Film über Nacht zu Stars.

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Der schwarze Spiegel

Noch im selben Jahr brachte Siodmak mit „The dark Mirror“ einen weiteren Kassenschlager in die Kinos. In diesem Film geht es um den Mord an einem Arzt. Verdächtigt wird eine junge Frau, die jedoch ein perfektes Alibi vorweisen kann, das auch bei mehreren Verhören nicht zusammenbricht. Inspector Stevenson ist dennoch überzeugt von ihrer Schuld und lässt daher einen Psychologen den Fall übernehmen. Scott Elliot soll herausfinden, ob Terry schizophren ist. Elliot kommt bei seiner Untersuchung auf ein ganz anderes Ergebnis … – Auch dieser Film ist unglaublich dicht und spannend umgesetzt. Von Anfang an spielt Siodmak mit den Erwartungen der Zuschauer, lässt sie miträtseln und quasi an der Auflösung des Falles direkt teilhaben. „The dark Mirror“ war nominiert für einen Oscar in der Kategorie Bestes Originaldrehbuch.

pyramidedessonnengottesNach seinen letzten beiden Film Noir-Streifen „Schrei der Großstadt“ (Cry of the City; 1948) und „Strafsache Thelma Jordon“ („The File on Thelma Jordon“; 1950), drehte Siodmak den Abenteuerfilm „Der rote Korsar“ (1952), bevor er zurück nach Europa kehrte. Irgendwie verließ ihn hier seine Muse. Seine Filme wirken weniger gekonnt als seine Arbeiten, die er für Hollywood gedreht hatte. Als künstlerischer Tiefpunkt gilt die Karl May-Verfilmung „Die Pyramide des Sonnengottes“ (1965), die, was vor allem die Montage betrifft, überaus schlecht gemacht ist. Selbst die Schauspieler wirken lustlos und scheinen bei den Aufnahmen mit ihren Gedanken ganz woanders gewesen zu sein. Siodmaks letzte Filmproduktion war der Zweiteiler „Kampf um Rom“ (1968).

Über Robert Siodmak, der sich selbst weniger als Künstler, sondern eher als Arbeiter verstand, geht die Meinung von Filmhistorikern und Kritikern weit auseinander. Während die einen ihn als unvergleichlichen Filmemacher feiern, ist er für andere lediglich ein Auftragsregisseur gewesen. Aber egal, in welche Kategorie man ihn einfügt, sicher ist, dass er Klassiker des Kinos geschaffen hat.

 

 

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hausdersiebengiebelDer 150. Todestag des amerikanischen Autors Nathaniel Hawthorne ging auch bei den Machern der Hörspielreihe Gruselkabinett nicht spurlos vorbei. So nahm sich Marc Gruppe des berühmten Romans „Das Haus der sieben Giebel an“. Die düstere Geschichte um einen unheimlichen Familienfluch ist mit Sicherheit eines der intensivsten Werke des berühmten Romanciers. Die Mischung aus Drama, Schauergeschichte und Kriminalroman hat es auch noch heute in sich.

Es geht um den Fotographen Holgrave, der in dem Haus der sieben Giebel ein Zimmer mietet. Von der einzigen Bewohnerin, einer alten Frau namens Hepzibah Pyncheon, erfährt er, dass es in dem alten Haus spuken soll. Aber nicht nur das, auf der Familie der Pyncheons lastet ein sonderbarer Fluch. Während Holgrave in dem Haus wohnt, wird er mehr und mehr in das Geheimnis der Familie hineingezogen.

Marc Gruppe und Stephan Bosenius gelang einmal mehr ein wunderbares Hörspiel. Die akustische Umsetzung der dichten und zugleich düsteren Atmosphäre des Romans gelang ihnen einwandfrei. Jeder, der Hawthornes Roman gelesen hat, weiß, dass man die Geschichte nicht so schnell wieder vergisst. Umso schöner ist es daher, dass das Hörspiel die einzelnen Szenen des Romans noch einmal aufleben läßt. Eine düster-tragische Musik untermalt dabei das ablaufende Drama und sorgt für zusätzliche Intensität. Man merkt, dass die Geschichte auch den Sprechern Spaß machte. Sie steigern sich in ihre Figuren geradezu hinein und sorgen dadurch für eine überaus lebendige und spannende Unterhaltung. Allerdings wirken hierbei der schwarze Diener Scipio und der Pfefferkuchen liebende Schüler weniger überzeugend. Scipios Stimme hat eher etwas Asiatisches an sich und der Schüler klingt mehr wie ein verstörter junger Mann. Ansonsten aber passt das Ensemble hervorragend zusammen. Das Hörspiel als Ganzes ist nicht nur für Hawthorne-Fans ein Gewinn. Jeder, der schön-schaurige Geschichten mag, kommt hier voll und ganz auf seine Kosten.

Das Haus der sieben Giebel
Buch: Marc Gruppe (nach Nathaniel Hawthorne), Produktion und Regie: Stephan Bosenius, Marc Gruppe, Sprecher: Dagmar von Kurmin, Horst Naumann, Helmut Winkelmann, Louis Friedemann Thiele, Janina Sachau u. a.
Titania Medien 2014
Laufzeit: 79 Min.

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