Erschienen: „Unheil“ von Carl Denning

Mit „Unheil“ legt der bekannte Horrorautor Carl Denning seinen elften Roman vor. Nach fünf Susan Gant-Romanen, die sich immer größerer Beliebtheit erfreuen (ein sechster Roman ist in Planung), handelt „Unheil“ von der Psychologiedozentin Natasha Wharton, deren Tochter vor vier Monaten spurlos verschwunden ist.

Natasha lebt in San Francisco. Ihr Ex-Freund Jo Doyle, ein ehemaliger Police Detective, wurde in einem Hotelzimmer brutal ermordet. Einen Tag zuvor hatte er versucht, sie zu kontaktieren. An der Wand des Hotelzimmers wurde ein sonderbares, mit Blut gezeichnetes Symbol hinterlassen. Natasha, die sich als Dozentin vor allem mit Sekten und Okkultismus befasst, soll der Polizei dabei helfen, die Bedeutung des Symbols aufzudecken, da alles wie ein Ritualmord wirkt. Aber Natasha hat noch einen anderen Grund, um auf eigene Faust zu ermitteln. Hatte Jo etwas über das Schicksal ihrer Tochter herausbekommen? Wieso hält die Polizei seit einem Jahr die Akten eines Falls unter Verschluss, bei dem eine Schülerin auf merkwürdige Weise ums Leben kam? Und was hat es mit den anderen grausamen Morden auf sich, die sich in San Francisco ereignen?

„Unheil“ ist ein sehr spannender und dichter Roman, den man sofort in einem Stück durchliest. In diesem Sinne steht er Dennings Susan Gant-Romanen in nichts nach. Denning kreiert eine recht düstere und beklemmende Atmosphäre, in der Natasha Wharton versucht herauszufinden, wieso Jo sie hatte treffen wollen. Davor hatten sie sich ein Jahr nicht mehr gesehen. Jo litt unter einem Trauma, das letztendlich zum Bruch der Beziehung führte. Ihre Suche nach Antworten führt sie mehr und mehr in einen regelrechten Albtraum.

Wie immer versteht es Denning tadellos, Spannung aufzubauen. Beinahe wie in einem Film entfaltet sich dabei die Handlung, wobei die Hauptfigur Natasha Wharton überaus lebendig und vielschichtig wirkt. Ja, man glaubt regelrecht, sie vor sich stehen zu sehen und erlebt daher den spannenden Verlauf der Geschichte intensiv mit. Das Großartige bei Dennings Romanen ist, wie es ihm stets gelingt, das Grauen in den Alltag einfließen zu lassen. Genau das gelingt ihm in seinem neuen Roman auf wunderbare Weise.

„Unheil“ gehört für mich zu Carl Dennings besten Romanen. Ein toller Horrorthriller, der einen regelrecht mitreißt. Nach „Dunkle Legende“ (dem fünften Susan Gant-Roman) ist „Unheil“ eine weitere Steigerung in seinem Schaffen. Ein tolles und packendes Lesevergnügen von der ersten bis zur letzten Seite.

Golden Gate – Eine Brücke, viele Filme

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Foto von Bill Ebbesen. Quelle: Wikipedia.

In letzter Zeit musste vor allem ein Bauwerk herhalten, wenn es darum geht, es zu Kleinholz zu verarbeiten: Die Golden Gate Bridge in San Francisco. Die imposante Brücke, die 1937 fertig gestellt wurde, diente für unzählige Filme als schmückende Kulisse. Doch seit 2010 häufen sich Filme, die in San Francisco spielen und in denen daher der Brücke eine zentrale Rolle zukommt.

Frei nach dem Motto „Let’s go to San Francisco“ begeben sich Filmemacher in Zeiten der Krise in eben diese Stadt, um Produktionsgelder zu sparen.

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Eine der bekanntesten Sequenzen stammt allerdings nicht aus dem 21. Jahrhundert, sondern aus dem Jahr 1986, als Captain Kirk und seine Mannschaft mit einem geklauten Klingonenraumschiff unter der Golden Gate Bridge hindurchfliegen. Nun, so schön und eindrucksvoll die Szene auch ist, in der Realität hätte aufgrund seiner Größe das Raumschiff die Brücke wohl eher gerammt. Das Ergebnis wäre ein kolossaler Brückeneinsturz gewesen.

Ein Grund, weswegen zurzeit so viele Filme in San Francisco spielen, dürfte in den Vergünstigungen für die Produktionen seitens der Stadtverwaltung liegen, die sich dadurch mehr Touristen erhoffen. So kommt seit „Rise of The Planet of the Apes“ die Brücke immer wieder für Kampf- und Desasterszenen in Frage.

planetderaffenIn dem Reboot der „Planet der Affen“-Filme aus dem Jahr 2011, in dem es um die Hintergrundgeschichte geht, die zur Herrschaft der Affen über die Menschen führt (und sich in Ansätzen an die Hintergrundgeschichte in Pierre Boulles Roman hält), kommt es im Schlussszenario auf der Golden Gate Bridge zur Massenkeilerei zwischen Menschen und Schimpansen. Die Brücke selbst geht dabei nicht kaputt, aber immerhin werden ein paar Autos demoliert und ein Helikopter stürzt ab.

pazfiic rimIn „Pacific Rim“ (2013) zeigt eine der Anfangssequenzen ein Riesenmonster, während dieses die Brücke attackiert und zum Einsturz bringt. Von einem der überflüssigsten Filme, die je für teures Geld gedreht wurden, ist dies die einzig sehenswerte Szene. Leider droht del Toro mit einem Sequel, das wahrscheinlich genauso sinnfrei sein wird wie sein Vorgänger.

Godzilla_(2014)_posterNatürlich darf auch Godzilla in dem gleichnamigen Remake aus dem Jahr 2014 die Brücke ordentlich durchschütteln. Trotz Blockbuster-Niveau gelang es Indie-Regisseur Gareth Edwards, ein wenig den Charm des Monsters in die Postmoderne hinüberzuretten. Der übliche Vater-Sohn-Konflikt, die üblichen Dialoge, aber die Optik des Films weiß dennoch zu überzeugen.

terminatorIn dem Film „Terminator: Genesys“ (2015) darf eine Actionszene auf der Golden Gate Bridge ebenfalls nicht fehlen. Einfallsreich wie Hollywood nun einmal ist, erzählt der Film mehr oder weniger dieselbe Story wie bereits 1984. Der koreanische Schauspieler Lee Byung-Hun übernimmt die Rolle von Robert Patrick aus dem 1991er Sequel. Man darf sich also zurücklehnen und gelangweilt gähnen.

Mit Sicherheit gibt es noch eine größere Zahl an Filmen, die in den vergangenen Jahren produziert wurden und in denen die Golden Gate Bridge eine bestimmte Funktion für Action oder Zerstörung übernimmt. Auffallend ist außerdem, dass die Winkel, in denen die Brücke in den verschiedenen Filmen aufgenommen wurde, sich beinahe aufs Haar gleichen. Wahrscheinlich lässt sich dies auf eine Absprache mit der Stadtbehörde zurückführen, die natürlich das Wahrzeichen von San Francisco so vorteilhaft wie möglich abgelichtet haben möchte. – Die Stadt kann froh sein, dass sie die Brücke nicht jedes Mal neu bauen muss.