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Archive for März 2015

hellraiserEs ist alles andere als eine Neuigkeit, dass Horrorfilmen ein schlechtes Image anhaftet. Dieses Image prägt das Genre praktisch seit Anbeginn des Films. Damals wie heute waren bzw. sind es vor allem Pädagogen, die auf die angebliche schädliche Wirkung von Horrorfilmen aufmerksam machen. Manchmal gezwungen objektiv, manchmal offen hysterisch ziehen sie gegen das Genre ins Feld. Dabei stellt sich jedoch die Frage, ob Horrorfilme tatsächlich einen schädlichen Einfluss auf Rezipienten ausüben.

Interessanterweise nämlich ist diese Frage überhaupt nicht geklärt. Es gibt lediglich Vermutungen und eine Reihe dubioser Statistiken, mit denen dieser negative Einfluss belegt werden soll. Dies ist nicht nur in Deutschland so. Auch in den USA gehen vor allem Elternverbände immer wieder gerne gegen Horrorfilme vor, indem sie diese verbieten lassen wollen. In Südkorea konnten wir mit Studenten über dieses Thema diskutieren und erfuhren, dass auch dort die Behauptung des negativen Einflusses von Horrorfilmen auf (vor allem) Kinder und Jugendliche besteht.

Was innerhalb der in Deutschland geführten Diskussion auffällt, ist, dass in der pädagogischen Fachliteratur, die sich gegen Horrorfilme wendet, auf das eigentliche Wesen des Horrorfilms überhaupt nicht eingegangen wird. Die Analysen, mit denen gezeigt werden soll, wie schlimm diese Filme seien, veranschaulichen vor allem, dass die jeweiligen Autoren die Filme nicht verstanden haben. Eine Entschlüsselung der filmischen Codes ist genauso wenig in den Analysen enthalten wie eine Eingliederung in das Genre als solches. Mitte der 80er Jahte traf die Kritik vor allem Clive Barkers „Hellraiser“. Die Figur Pinhead wurde einfach als Wesen „mit Nadeln auf dem Kopf“ beschrieben – und dies sei schon schlimm genug. Kein Wort zur Ästhetik, keine soziokulturelle Hinterfragung der Darstellungen.

Der Satz „Mama, Papa, Zombie“, der Anfang der 80er Jahre im Laufe der Zunahme von Direct-to-Video-Productions aufkam, unterstreicht nochmals die Hysterie, die damals vorherrschte und heute kaum geringer geworden ist. Der Filmwissenschaftler Rick Altman schreibt in seinem Buch Film/Genre, dass es einfacher sei, Horrorfilmen die Schuld an sozialen Konflikten zu geben als den tatsächlichen sozialen Problemen, die für die tatsächliche Gewalt verantwortlich ist.

evildeadIn Deutschland wird durch die FSK-Regelung Rezipienten eine Hilfestellung bei Entscheidungsprozessen gegeben. Zugleich wird Eltern dadurch vermittelt, welche Filme ihre Kinder unbedenklich sehen können und welche nicht. Es wird dadurch klar, dass ein 12 jähriges Kind keinen Film sehen darf, der ein FSK 18-Siegel besitzt. Dass manche Kinder dann doch Filme sehen, die für ihr Alter nicht geeignet sind, dafür sind nicht die Horrorfilme schuld, sondern diejenigen Personen, die auf ihre Kinder und das, was sie sehen, aufpassen müssen oder – provokativer formuliert – sollten. Dass im Internet Dinge zu sehen sind, die für die Augen von Kindern und empfindliche Personen nicht geeignet sind, ist eine Tatsache. Aber hier sind nicht die Horrorfilme schuld, sondern diejenigen, die nicht auf das achten, was die jeweiligen Personen medial konsumieren.

Wenn ein Erwachsener weiß, dass ihn die Darstellungen in Horrorfilmen verstören, ist er quasi selbst schuld, wenn er sich einen ansieht. Bei Kindern ist es das komplizierter. Es ist klar, dass aufgrund der modernen Arbeitswelt, in der in vielen Familien beide Eltern arbeiten müssen, die Erziehung der Kinder manchmal auf der Strecke bleibt. Aber daran sind nicht die Horrorfilme schuld, sondern die derzeitge soziale Situation. Hätten Eltern mehr Zeit für ihre Kinder, könnten sie besser kontrollieren, was sich ihre Kinder im Internet oder im Fernsehen anschauen.

Die Schuld für zunehmende Gewalt unter Kindern und Jugendlichen auf Horrorfilme zu schieben, ist eine einfache und vor allem bequeme Lösung, die aber die sozialen Ursachen für diese zunehmende Konflikthaftigkeit verschleiern. Andere, sinnhafte Lösungen sind gefragt, als einfach Horrorfilme zu verbieten. Horror ist in allererster Linie eine Kunstform und damit eine mögliche Form, sich auszudrücken. Nicht mehr und nicht weniger.

 

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zombiesFilmsoziologie ist so etwas wie das Stiefkind aller Soziologen. Es ist erstaunlich, dass sich nur wenige, sogar sehr wenige Soziologen mit Filmen auseinandersetzen, handelt es sich doch dabei um das Medium des 20. und 21. Jahrhunderts. Egal ob auf Leinwand, im Fernsehen oder im Internet, Filme sind allgegenwärtig. Sie liefern ein ungeheures Datenmaterial für mögliche Untersuchungen, aber dies ist den meisten Soziologen anscheinend völlig egal, vielleicht aber auch gar nicht bewusst.

Noch schlimmer sieht es aus, wenn es um das Thema Horrorfilm oder Phantastik im allgemeinen geht. Wer sich (jedenfalls in Deutschland) wissenschaftlich mit diesem Thema auseinandersetzen möchte, dem wird sofort gezeigt, wo sich der Ausgang befindet. Diese akademische Engstirnigkeit wird bestraft, wie immer sind Wissenschaftler aus England und den USA die Vorreiter. Da nutzt auch nichts die Erwähnung des „Godfather“ der Filmanalyse Andrew Tudor, für den gerade Horrorfilme Ausgangsmaterial für ergiebige sozialwissenschaftliche Forschung sind.

Umso schöner ist es, dass es zwei Soziologen gewagt haben, einen Sammelband zu veröffentlichen, dessen Beiträge sich allesamt mit Horror bzw. Phantastik auseinandersetzen. Michael Dellwing und Martin Harbusch zeigen, dass sich die Beschäftigung mit diesem Thema lohnt. 14 Beiträge untersuchen Zombie- und Vampirfilme und gehen auf Fantasyspektakel ein. Untersucht wird, auf welche Weise das Andere gesellschaftlich verortet ist, wo es seinen soziokulturellen Ursprung hat und in welchem sozialen Kontext diese Filme stehen. Mit dabei u. a. auch FILM und BUCH-Herausgeber Max Pechmann, der sich mit japanischen und koreanischen Horrorfilmen auseinandersetzt.

Das Buch ist durchaus gelungen. Die einzelnen Beiträge sind interessant, sehr informativ und liefern spannende Einblicke in ein Forschungsfeld, das von so vielen „Artgenossen“ gemieden wird. Das Buch macht neugierig und vielleicht führt es dazu, dass Filmsoziologie etwas ernster genommen wird. Soziologen werden darin auf jeden Fall originelle Darstellungen finden, die zum Weiterdenken, Weiterforschen und Weiterdiskutieren anregen.

Michael Dellwing/Martin Harbusch (Hrsg). Vergemeinschaftung in Zeiten der Zombieapokalypse. Verlag Springer 2014, 384 Seiten, 39,99€, ISBN: 978-3-658-01721-7

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lafcadio hearn1„Chita“ lautet der Titel von Lafcadio Hearns (1850-1904) erstem Roman. Es handelt sich um die Geschichte eines gewaltigen Sturms und dessen Folgen. Die Insel Last Island, auf der gerade viele Besucher ihren Urlaub verbringen, wird plötzlich von einem noch nie dagewesenen Sturm heimgesucht. Beinahe alles fällt ihm zum Opfer. Auch ein großes Hotel, das unter seiner Wucht zusammenbricht. Hinzu kommen meterhohe Wellen, welche die Inselbewohner mit sich hinaus ins Meer reißen. So auch das Mädchen Chita, das von einer einheimischen Suchmannschaft zusammen mit ihrer toten Mutter gefunden wird. Da niemand sich nach dem Schicksal des Mädchens erkundigt, wird es von einem Fischer und dessen Frau aufgezogen.

lafcadio hearnLafcadio Hearn war deutschen Lesern bisher vor allem durch seine Sammlungen japanischer Geistergeschichten ein Begriff. Hearn, dessen Leben dem Schicksal einer Charles Dickens-Figur gleicht, trieb es Ende des 19. Jahrhunderts nach Japan, wo er als Dozent für englische Literatur an der Universität in Tokio arbeitete. Er heiratete eine Japanerin und nahm den japanischen Namen Koizumi Yakumo an. Seine Eindrücke und Berichte über Japan rückten seine Werke, die er in den USA verfasste, mehr und mehr ins Vergessen.

Ein großer Fehler, wie sich herausstellt. Denn gleich sein erster Roman „Chita“ ist ein sprachgewaltiges Werk, das vor allem durch die Beschreibung des ungeheuren Sturmes beeindruckt. Das langsame Aufziehen bedrohlicher Wolken, dann die ersten Vorboten und schließlich die volle Gewalt, mit welcher der Sturm losbricht. All dies schildert Hearn so eindrucksvoll, dass man sich als Leser mitten drin in dem unheilvollen Geschehen wähnt. Doch auch das Schicksal der kleinen Chita, die von ein paar Fischern gerettet wird, lebt von einer sonderbaren Tragik und einer Dichtheit, die das Buch zu einem sowohl spannenden als auch mitreißenden Lesevergnügen machen.

Lafcadio Hearn: Chita. Verlag Jung und Jung 2015, übersetzt von Alexander Pechmann, 135 Seiten, 17,90€, ISBN: 978-3-99027-068-4

 

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Alfred Döblin

Alfred Döblin (1878-1957) wird stets mit seinem bekannesten Werk „Berlin Alexanderplatz“ in Zusammenhang gebracht. Relativ unbekannt dagegen war bisher sein Science Fiction-Roman „Berge, Meere und Giganten“ (1924), eine Mischung aus Dystopie und klassischem SF-Abenteuer, eine Art expressionistischer Overflow, in dem Döblin so ziemlich alles in einen Topf warf, was ihm an Zukunftsideen einfiel.

bergemeereundgigantenDas futuristische Potpourri beginnt im 23. Jahrhundert und reicht hinein bis ins 27. Jahrhundert, in dem das globale Mächteverhältnis auseinanderbricht. Bei der Erschließung neuer Lebensräume wird das Eis auf Grönland aufgetaut, Vulkane werden gesprengt und als Konsequenz davon erwachen riesige, drachenähnliche Ungeheuer zum Leben, welche die Menschen bedrohen. Diese schicken künstlich gezeugte Riesen in den Kampf gegen die Monster. Der Massenkeilerei sind somit keine Grenzen gesetzt.

pazfiic rimBei der Lektüre des Romans fallen gleich zwei Dinge auf. Zum einen erinnert das Thema „Riesenmonster gegen Menschen“ irgendwie an den späteren Godzilla und die darauffolgenden japanischen Monster-Klopp-Filme, deren Ursprung in den 50er Jahren liegt. Immerhin handelt es sich bei Godzilla ja auch um ein drachenähnliches Ungeheuer, welches die Menschheit bedroht. Zum anderen, und dies weitaus konkreter, scheinen die Macher von „Pacific Rim“ (2013) bei Döblin abgeguckt zu haben. Gut, die Monster kommen bei Döblin nicht aus einer anderen Dimension, doch ansonsten hat man hier immerhin Riesen(maschinen), die gegen Riesenmonster ins Feld ziehen. Die Ähnlichkeit der Ideen ist jedenfalls erstaunlich.

Man könnte daher Alfred Döblin durchaus als einen Master des Trash bezeichnen, da er, jedenfalls auf irgendeine obskure Art und Weise, spätere Filmemacher beeinflusst zu haben scheint. Ob die von uns angenommene Beziehung tatsächlich existiert, ist nicht bewiesen. Aber die Überschneidungen sind dennoch irgendwie nicht abzuweisen.

 

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Teilweise ganz in Weiß präsentieren sich die Mitglieder von Stellar in ihrem neuen Clip und reagieren damit auf die beleidigenden Kritiken zu einem ihrer vorangegangenen Videos.

Mitte März meldete sich die Girl Gruppe Stellar mit ihrem neuen Video „Fool“ zurück auf die Bühne des K-Pop. Das Video war mit Spannung erwartet worden. Der Grund, die beiden vorangegangenen Clips, allen voran „Marionette“, sorgten in Südkorea für recht viel Furore.

„Marionette“ ist wohl eines der erotischsten Musikvideos, die bisher in Korea produziert wurden. Das Video ist keineswegs plump. Die Anspielungen sind direkt, aber zugleich durchaus kunstvoll in Szene gesetzt. „Marionette“ arbeitet mit verschiedenen Unschärfestufen, Dance Shots wechseln sich ab mit kurzen semi-narrativen Einschüben. In einem der gewagtesten Zwischenshots rinnt einer der Sängerinnen Milch in den Ausschnitt, und dies in Großaufnahme.

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Dance-Shot aus dem Video „Marionette“.

Vor „Marionette“ wurde Stellar als die schlechteste Gruppe innerhalb des K-Pop bezeichnet. Das Bild änderte sich schlagartig nach diesem Video. Auf koreanischen Plattformen mehrten sich die Schimpftiraden, welche sich sowohl auf das Video als solches als auch auf das Outfit der Sängerinnen bezog. Die Mitglieder der Gruppe wurden übelst beschimpft. Eine ähnliche Reaktion erfolgte 2014 auf das Video „Move“ der Gruppe 4 Ladies. K-Pop-Experten nehmen an, dass es sich vor allem um junge Frauen und Schülerinnen handelt, die auf ein solches Konzept überaus negativ reagieren. Eine richtige Untersuchung dazu gibt es nicht. Der einzige Hinweis dafür ist, dass bei Videos von Boy Groups, egal wie diese konzipiert sind, nie eine solche Welle an üblen Beschimpfungen erfolgt.

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Ziemlich deprimiert lesen die Sängerinnen in dem Clip „Fool“ die Kritiken zu „Marionette“.

Das Video, das nach „Marionette“ veröffentlicht wurde, trug den Titel „Mask“. Doch wurde dieses kaum wahrgenommen, der Fokus der Aufmerksamkeit richtete sich weiterhin auf „Marionette“. Erst nach mehreren Monaten wurde das am Anfang des Artikels erwähnte neue Video ausgestrahlt. Der aktuelle Clip versteht sich als direkte Reaktion auf die negativen Kommentare, die auf „Marionette“ folgten. Man sieht die Sängerinnen, die sich ihr Video im Internet ansehen, dazu die Kommentare lesen und dabei ziemlich deprimiert wirken. Interessant, ja regelrecht provozierend ist, dass das Video die tatsächlichen Plattformen mit den tatsächlichen Kommentaren (einschließlich Nicknames der Urheber) zeigt. Es ist nicht auszuschließen, dass diese Aufnahmen juristische Konsequenzen haben werden.

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Dance-Shot aus dem Video „Fool“.

Ansonsten ist das Video recht harmlos, teilweise aber etwas zu kitschig. Was die Produzenten mit dem Clip eigentlich aussagen wollten, ist, dass die Zuschauer unterscheiden sollen zwischen Darstellung und den Menschen, die sich hinter der Darstellung verbergen. Eine solche Unterscheidung wird bei vielen Rezipienten nicht vollzogen. Eine Frau in Reizwäsche gilt sofort als „Schlampe“, obwohl dies nur das Kostüm ist, welches die Aura der Darstellung unterstützen soll. Es ist schade, dass einigen Fans es nicht möglich ist, zwischen diesen beiden Aspekten zu unterscheiden. Allerdings ist dies nicht nur ein Fall unserer Tage, sondern durchzieht sich durch die gesamte Medien- und Filmgeschichte. Wie dem auch sei, einen Seitenhieb auf die Kritiker können sich die Produzenten dann doch nicht verkneifen: in einer kurzen Aufnahme wird der Po einer der Sängerinnen direkt von unten gefilmt. Die Aufnahme hat beinahe Applaus verdient, zeigt sie doch das notwendige Mass an Witz und Ironie, um mit den teils hysterischen, teils beleidigenden Kritiken umzugehen. Nichtzuletzt dürfte auch der Titel „Fool“ ein eindeutiges Statement der Produzenten im Hinblick auf die Kritiker sein.

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In keinem anderen Genre sind Frauen von so zentraler Bedeutung wie im Trash. Oder anders ausgedrückt: Trash ohne Frauen funktioniert einfach nicht. Von Gender-Kritikern immer wieder gerne als sexistisch verurteilt, ist die Darstellung der Frau in diesen Filmen alles andere als das. Natürlich spielt Erotik eine wesentliche Rolle. Doch bereits der französische Filmessayist André Bazin meinte, dass Film und Erotik zusammengehören, und damit meinte er nicht allein das Trash-Genre.

So ist es kein Wunder, dass im Laufe der Geschichte des Trash manche Schauspielerinnen zu wahren Ikonen empor gehoben wurden. Ob Barbara Steele, Daliah Lavi oder Maria Rohm, sie alle werden bis heute von Fans des Genres geliebt und verehrt.

99womenDie ehemalige Burgschauspielerin Maria Rohm debutierte in dem Krimi „Blonde Fracht für Sansibar“ (1965). Bekannter dürfte sie Trash-Fans aber durch ihre Auftritte in den Fu Man Chu-Filmen sein. Mit dem Trash-Spezialisten Harry Allan Towers verheiratet, erhielt sie immer wieder kleinere Rollen in seinen Filmen, so u. a. auch in der Agatha Christie-Verfilmung „Ein Unbekannter rechnet ab“ (1974), in dem sie neben Stars wie Gert Fröbe, Oliver Reed und Elke Sommer zu sehen ist. Auch Jess Franco engagierte sie für ein paar seiner Filme, wie etwa „Der Hexentöter von Blackmoor“ (mit Christopher Lee in einer seiner „härtesten Rollen“; 1969) oder dem Skandalfilm „99 Women“ (1968), einem sog. „Knastjulenfilm“, der damals nur in geschnittener Fassung gezeigt werden durfte. Stets sinnlich und irgendwie geheimnisvoll, spezialisierte sie sich auf zwielichtige Rollen, also alles andere als eine typische Scream-Queen.

shirleyeatonShirley Eaton, mit der Maria Rohm in „Die sieben Männer der Sumuru“ (1969) zu sehen war, wurde durch ihre Rolle der vergoldeten Jill Masterton in dem James Bond-Film „Goldfinger“ (1964) weltberühmt. Doch war dies dann auch schon ihr einziger Auftritt im Mainstream-Kino. Neben Komödien wie „Endstation Harem“ (1954) oder der „Ist ja irre“-Serie, spielte sie später vor allem in klassischen Trash-Streifen mit. Wie Maria Rohm, tauchte sie ebenfalls in den Fu Man Chu-Filmen auf. Interessanterweise spielte sie in der Agatha Christie-Adaption „Das Geheimnis im blauen Schloss“ (1965) mit, die sich wie auch „Ein Unbekannter rechnet ab“ auf den Roman „Zehn kleine Negerlein“ bezieht und von Maria Rohms Ehemann Harry Allan Towers ebenfalls produziert wurde. Besonders erwähnt werden muss ihre Rolle als Sumuru in „Sumuru – Tocher des Satans“ (1967), in dem sie eine Art weiblichen Fu Man Chu spielt, gerne die Peitsche schwingt und als einziges Mal in schwarzen Haaren zu sehen ist. Aber auch „Unter Wasser rund um die Welt“ (1966), in dem sie die verführerische Meeresforscherin Magaret Hanfort spielt, ist immer wieder sehenswert.

daliahlaviDaliah Lavi ist Trash-Fans hauptsächlich durch den Film „Der Dämon und die Jungfrau“ (1963) bekannt. Regie führte Mario Bava. Ihre Rolle als Frau, die ihre SM-Leidenschaft mit dem geheimnisvollen Curt („Mylord, Curt ist wieder da!“) teilt (gespielt von Christopher Lee), gehört mit Sicherheit zu den sinnlichsten Figuren, die jemals auf der Leinwand zu sehen waren. Auch heute hat der Film nichts von seiner düsteren Erotik eingebüßt. Davor spielte sie in Harald Reinls „Im Stahlnetz des Dr. Mabuse“ (1961) mit. Komödienfans dürfte ihr Auftritt in „Tolldreiste Kerle in rasselnden Raketen“ (1966) erfreuen. Während sie ihre Filmkarriere an den Nagel hängte, ist sie bis heute als Sängerin tätig.

meikokajiAuch Japan hat eine Trash-Queen. Es handelt sich um die Schauspielerin und Sängerin Meiko Kaji. Bekannt wurde sie durch diverse Schmuddelfilme aus den 70er Jahren. Doch ihren Kultstatus erreichte sie allein durch ihre Rolle der sich rächenden Sasori. Die „Sasori“-Reihe, die Anfang der 70er Jahre produziert wurde, wird fälschlicherweise immer in das Genre Frauenknastfilm eingeteilt. Tatsächlich handelt es sich um eine Manga-Adaption. Auch die Umsetzung sprengt bei weitem den Rahmen des üblichen Knastjulen-Geschmuddel. „Sasori“ ist eine Mischung aus Action, Horror und Erotikfilm, mit einem starken Hang zum Surrealen. Bis heute gibt Meiko den Titelsong der Serie zum besten. Eine weitere Rolle, die ihr quasi auf den Leib geschrieben war, bezog sich auf die der Lady Snowblood, die sich quasi als feudale Version von Sasori durch die japanische Meiji-Ära (1868-1912) kämpft und parallel zur Sasori-Reihe produziert wurde. Heute tritt sie nur noch gelegentlich in TV-Serien auf.

barbarasteeleBarbara Steele ist eine wahre Königin des Trash. Sie selbst möchte nie als Trash-Star bezeichnet werden. Dennoch lieben sie ihre Fans gerade wegen ihrer düsteren und unheimlichen Rollen, die sie in den 60er Jahren inne hatte. Hier besonders zu erwähnen ist ihre Darstellung der sinnlich-bösartigen Vampirgräfin in Mario Bavas „Die Stunde, wenn Dracula kommt“ (1960). Die Szene, in der sie vom Henker eine mit Dornen versehene Maske auf das Gesicht geschlagen bekommt, schmerzt Zuschauer bis heute. Neben Vincent Price spielte sie 1961 in der Edgar Allan Poe-Verfilmung „Die Grube und das Pendel“ mit. Ihre Rolle der sonderbaren Margaret Hitchcock in dem italienischen Horrorklassiker „The Ghost“ (1963) darf ebenfalls nicht unerwähnt bleiben. Der Film ist in deutschen Landen längst vergessen. Zu Unrecht, denn die freie Emile Zola-Adaption ist unglaublich spannend und in einer hervorragenden Optik in Szene gesetzt. Wie auch Meiko Kaji, so tritt Barbara Steele heute ab und zu in TV-Filmen und Serien auf.

 

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