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Posts Tagged ‘Science Fiction’

Anspruchsvolle SF-Filme sind eher ein seltenes Vergnügen. Um so schöner ist es, wenn sich einmal wieder ein junger Regisseur daran wagt, eine Geschichte zu kreieren, die abseits des Mainstreams angesiedelt ist. Mit seinem Debüt „Eden Log“ liefert Franck Vestiel ein düsteres Zukunftsszenario, das durchaus mit der Ästhetik des französischen Comickünstlers Bilal zu vergleichen ist.

Der Film handelt von Tolbiac, der durch ein seltsames Höhlensystem kriecht. Hier und da gibt es alte, rostige Aufzüge. In verlassenen Kontrollstationen taucht immer wieder der Name Eden Log auf. Tolbiac versucht herauszufinden, was überhaupt geschehen ist und weswegen er sich in diesem unterirdischen System befindet. Dabei wird er von unheimlichen, halbmenschlichen Kreaturen gejagt, genauso wie von Wachpersonal, das nur in schweren Schutzanzügen das unterirdische Labyrinth betrtt …

Mit Sicherheit ist „Eden Log“ keine leichte Kost, sondern verlangt von dem Zuschauer große Aufmerksamkeit. Insgesamt geht der Film zum großen Teil nur in Bildern auf, indem Vestiel versucht, Dialoge soweit wie möglich zu vermeiden. Dies hat zur Folge, dass er sich voll und ganz auf die Visualisierung der Geschichte konzentriert und diese voll ausreizt.

Wie bei einem Puzzle setzen sich nach und nach die einzelnen Teile zusammen, um schließlich am Ende des Films Vestiels bizarre und erschreckende Vision als Ganzes darzustellen. Die Beleuchtung der einzelnen Szenen ist stark reduziert, so dass dadurch zugleich das Geheimnisvolle und Rätselhafte in einer beinahe klaustrophobischen Dunkelheit zum Tragen kommt.

Vestiel setzte dabei noch eines drauf, indem er eine radikale Farbreduktion durchführte, die den gesamten Film in einer Art metallisch anmutendem Schwarzweiß erscheinen lässt. Das dabei erzeugte extreme Spiel zwischen Licht und Schatten gibt dem Film den Anschein eines Comics, ja, einzelne Bilder erscheinen wie die Eins-zu-eins-Umsetzung einer sog. Graphic Novel. All dies macht „Eden Log“ zu einem sehr dichten und extrem beklemmenden SF-Film, der einem nicht so schnell aus dem Kopf geht.

Eden Log, Regie: Franck Vestiel, Drehbuch: Franck Vestiel, Pierre Boridage, Produktion: Cedric Jimenez, Darsteller: Clovis Cornilliac, Vimala Pons, Zohar Wexler, Sifan Shao, Arben Bajraktaraj, Abdelkader Dahou, Frankreich 2007, 98 Min.

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Band vier der eBook-Serie „Prähuman“ ist erschienen. Auch dieses Mal bietet die Mischung aus SF, Fantasy und Abenteuer spannende Unterhaltung.

Die Handlung:

Ist Shangri-La eine bloße Legende? Seitdem Frederic Tubb in New York auf die Spur einer Expedition aus dem Jahr 1933 gekommen ist, ist er anderer Meinung. Denn damals suchten zwei umstrittene Forscher nach dem sagenumwobenen Ort und brachten von ihrer Reise sonderbare Artefakte mit, die seitdem in einem Berliner Museum lagern. Als Tubbs Mitarbeiter Maki Asakawa und Hans Schmeißer die Artefakte besichtigen, kommt es zu einem mysteriösen Zwischenfall, durch den die eigenartigen Objekte auf einmal ein zerstörerisches Eigenleben entwickeln. Kurz darauf empfängt die Zentrale der LOGE rätselhafte Funksignale, deren Ursprung in einem abgelegenen Gebiet des Himalajagebirges liegen.

Sogleich reist Tubb zusammen mit seinem Team nach Tibet, um die Quelle der Signale ausfindig zu machen. Doch sind sie nicht allein. Ein zwielichtiger Mann namens Viktor Leng möchte ebenfalls das Geheimnis um Shangri-La lüften und geht dabei über Leichen. Doch die Gefahr, die von diesem Menschen ausgeht, ist nichts im Vergleich zu dem, was sie in dem entlegenen Gebiet des Himalaja erwartet …

Bei Prähuman 04 handelt es sich um den bisher umfangreichsten Band der Serie. Und als kleiner Hinweis: Die Expedition, von der die Rede ist, hat es tatsächlich gegeben.

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FILM und BUCH kommt aus der Feierlaune gar nicht mehr raus. Nicht nur 5 Jahre alt,  sondern nun auch noch der 500. Beitrag 🙂 . Daher muss natürlich etwas Besonderes her. Daher dachten wir, ein Special unserer Jubiläumsreihe „FuBs Double Feature“ zu bringen. Ihr wisst ja, mit dem „Double Feature“ geht es mit je zwei Filmen durch die Filmgeschichte. Angefangen von 1900 bis in unsere Gegenwart. Im Special möchten wir euch die erfolgreichsten Filme der Filmgeschichte präsentieren. Aus welchem Grund auch immer, gibt es keine Daten für die Jahre 1910 bis 1920, daher beginnen wir mit den Goldenen Zwanzigern:

Der erfolgreichste Film der 20er …

… war „Ben Hur“ aus dem Jahr 1925. Den Film erwähnten wir bereits in unserem „Double Feature“. Obwohl „Ben Hur“ ein enormer Erfolg wurde, waren zunächst die hohen Kosten, die vor allem dadurch entstanden, dass die Produktion aufgrund von diversen Streitigkeiten zwischen Produzenten und Regisseuren in die Länge gezogen wurde, höher als der Gewinn. Erst bei der Wiederaufführung in den 30er Jahren machte der Film Gewinn. Bis heute gilt „Ben Hur“ als Vorbild für so ziemlich alle späteren Actionfilme, sogar die „Fast and Furious“-Filme nehmen immer wieder Bezug darauf. Also nicht nur ein Klassiker, sondern zugleich ein Film, der bis heute das Filmschaffen beeinflusst.

Der erfolgreichtse Film der 30er …

… war „Vom Winde verweht“ aus dem Jahr 1939. In jenem Jahr schmelzte das weibliche Publikum einfach nur so dahin, wenn Rhett Butler als sexiest Man Scarlett O’Hara in die Arme schließt. „Morgen ist auch noch ein Tag“ gilt bis heute zu den bekanntesten Filmzitaten, doch in Wahrheit waren es die aufwendigen Massenszenen und die verschwenderischen Kulissen und Kostüme, die den Film damals zu etwas Einzigartigem machten. 1940 wurde der Aufwand mit acht Oscars belohnt, wobei Clark Gable leer ausging. Ein größeres Geschäft machte in den 30ern kein anderer Film. Den Kosten von fast 4 Millionen Dollar standen ein Einspielergebnis von 350 Millionen Dollar gegenüber.

Der erfolgreichste Film der 40er …

… war „Bambi“ aus dem Jahr 1942. Es war der fünfte Trickfilm der Disney Studios in Spielfilmlänge und eine Adaption des gleichnamigen Buches von Felix Salten. Wahrscheinlich ist dies der einzige Film von Disney, der sich sehr realistisch gibt und noch dazu für einen Schock unter den Zuschauern sorgte, als Bambi seine Mutter verliert. Dafür sorgen Bambis Freunde wie der Hase Klopfer und das Stinktier Blume wieder für etwas mehr Spaß, auch wenn der Film letztendlich eine grundlegende düstere Atmosphäre besitzt. Vom American Film Institute wurde „Bambi“ auf Platz drei der wichtigsten Animationsfilme gesetzt.

Der erfolgreichste Film der 50er …

… war „Die zehn Gebote“ aus dem Jahr 1956. Für Charlton Heston war dies der Film, der seine spätere Karriere ebnete. Als Moses sorgt er in dem Film für jede Menge Spezialeffekte, von denen der damals aufwendigste die Teilung des Roten Meeres war. „Die zehn Gebote“ war das Remake des gleichnamigen Stummfilms aus dem Jahr 1923. Damals führte ebenfalls Cecil B. DeMille Regie. Sein Wunsch war es immer gewesen, die Handlung nochmals als Ton- und Farbfilm umzusetzen. 13 Millionen Dollar kostete das Epos und führte zu einem Einspielergebnis von 122 Millionen Dollar. Hestons Gegenspieler war niemand anderer als Yul Brunner, der als Pharao eine düster-sinnliche Performance ablieferte.

Der erfolgreichste Film der 60er …

… war „The Sound of Music“ aus dem Jahr 1965. Regie führte bei der Mischung aus Drama und Musical der bekannte Regisseur Robert Wise. Zwei Jahre zuvor drehte er mit „The Haunting“ einen der berühmtesten Horrorfilme und 1979 war er für den ersten „Star Trek“-Film verantwortlich. „The Sound of Music“ erzählt von Maria, die durch ihren Hang zur Musik wieder Leben in die Bude der Familie Trapp bringt, die vom strengen Vater dominiert wird. Schließlich kann auch Kapitän von Trapp nicht mehr länger an sich halten, doch ob es dann auch ein Happy End gibt, wird hier nicht verraten. Manche halten „The Sound of Music“ für puren Kitsch. Sehenswert ist der Film auf jeden Fall.

Der erfolgreichste Film der 70er …

… war „Star Wars“ aus dem Jahr 1978. Irgendwann soll George Lucas mal gesagt haben, dass er „Star Wars“ als eine Kritk am Vietnamkrieg betrachtet. Nun, viel ist davon nicht zu erkennen, auf jeden Fall aber definierte Lucas den Begriff Atemgerät neu. Beeinflusst von den „Sternenkrieger“-Romanen des SF-Autors Edmond Hamilton aus den 40er Jahren, schuf Lucas einen bis dahin noch nie dagewesenen SF-Abenteuer-Film, dessen Erfolg und Einfluss bis heute anhält. Außer Harrison Ford allerdings machte keiner der Darsteller wesentlich Karriere. Und die Einnahmen versüßten George Lucas‘ Nervenzusammenbruch, den er während des Drehs gehabt haben soll. Obwohl „Star Wars“ ein ganzes Genre neu definierte, halten die meisten Zuschauer „Das Imperium schlägt zurück“ (1982) für den besten der „Star Wars“-Filme.

Der erfolgreichste Film der 80er …

… war „E. T. – Der Außerirdische“ aus dem Jahr 1982. Es war der zweite Riesenerfolg von Regisseur Steven Spielberg und begründete letztendlich auch seinen Ruhm als der Regisseur Hollywoods. Nachdem „Alien“ Ende der 70er das Bild des Außerirdischen nochmals kräftig ins negative geschubst hatte, nutzte Spielberg die Andersartigkeit als Knuddeleffekt. Auf diese Weise war der Außerirdische nicht mehr Täter, sondern Opfer. Der Film beinhaltete ebenfalls eine gehörige Portion an Wissenschaftskritik und zeigte auch, wie man den Fieberthermometer beeinflussen kann, wenn man nicht zur Schule gehen möchte. Das Aussehen E. T.s entwarf der italienische Maskenbildner Carlo Rambaldi, der seit den 60er Jahren im Geschäft war und davor bereits mit Größen wie Mario Bava zusammengearbeitet hatte.

Der erfolgreichste Film der 90er …

… war „Titanic“ aus dem Jahr 1997. In jenem Jahr hatte es nochmals gehörig Blubb gemacht, als das als unsinkbar bezeichnete Schiff mal wieder gegen einen Eisberg knallte. Dies verbunden mit einer romantischen Liebesgeschichte und einem Fiesling, der sich auch an Bord befindet, sorgte für ein Einspielergebnis von fast 3 Milliarden Dollar. Im Gegensatz zur UFA-Produktion aus dem Jahr 1943, geht das Schiff nicht mehr als Model unter, sondern als CGI-Variante. Regisseur Cameron, der seine ersten Erfahrungen bei Roger Corman sammelte, wurde dadurch zu einem der erfolgreichsten Regisseure, dem die Produzenten gerne auch ein größeren Budget anvertrauten. Dies sollte sich im folgenden Jahrzehnt noch einmal bezahlt machen.

Der erfolgreichste Film der 2000er …

… war „Avatar“ aus dem Jahr 2009. Die Idee des Films geht zurück auf das Jahr 1995, als Cameron bereits einen Teil des Drehbuchs geschrieben hatte. Doch war damals die Umsetzbarkeit nicht möglich. Erst durch die Weiterentwicklung der sog. Computer generierten Effekte gelang es, diesen fast vollständig Computer generierten Film zu drehen. Dieses Mal hatte Cameron ein Budget von 300 Millionen Dollar zur Verfügung. Und wieder sollten es die Produzenten nicht bereuen. Irgendwo zwischen Kitsch und SF-Abenteuer, wurde „Avatar“ die wohl teuerste und erfolgreichste Kapitalismuskritik der Filmgeschichte.

Der bisher erfolgreichste Film der 2010er …

… ist „Star Wars 7“. Allerdings ist das Jahrzehnt noch nicht vorbei, sodass man noch kein endgültiges Urteil fällen kann. Auch wenn der Film wie ein Remake des Originalfilms wirkt und kaum neue Ideen hervorbrachte, so lockte der Film dennoch die meisten Zuschauer in die Kinos. Die Frage ist natürlich, wie die nächsten beiden Filme abschneiden werden. In diesem Jahr ging die Anzahl der Kinobesucher deutlich zurück und befindet sich wieder im Quasi-Krisenzeitmodus. Anscheinend sind die Streaming-Dienste eine doch größere Konkurrenz zum Kino als gedacht. Doch unabhängig davon, wer der erfolgreichste Film in diesem Jahrzehnt sein wird, erfahren wir spätestens in drei Jahren …

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Band 3 der Serie Prähuman ist erschienen. Die Handlung: Ein Kreuzfahrtschiff mit 3000 Passagieren an Bord ist spurlos verschwunden. An der Stelle, an der die „Expedition“ zum letzten Mal ein Notsignal gesendet hat, befindet sich nun eine bizarre Maschine von gigantischen Ausmaßen. Während die US-Marine mehrere Schiffe zu dem Objekt entsandt hat, erhalten Frederic Tubb, Maki Asakawa und Hans Schmeißer den Auftrag, die unheimliche Konstruktion zu untersuchen. Doch kaum haben sie „Point Zero“, wie das Militär den fremdartigen Koloss bezeichnet, erreicht, als dieser Tubbs Schiff „Argo“ und die US-amerikanische Flotte angreift. Die „Argo“ gerät dabei ins Innere der riesigen Maschine – und für Tubb und sein Team beginnt eines der gefährlichsten Abenteuer …

Frederic Tubb funkt SOS verspricht, wie auch die beiden vorangegangen Bände, jede Menge Action, Spaß und Spannung.

 

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Das Autorenduo Douglas Preston und Lincoln Child haben ihren neuesten Roman auf vielfachen Wunsch geschrieben. Dies vermerken beide jedenfalls im Nachwort. Viele Leser wollten eine Fortsetzung des Romans „Ice Ship“ haben, der vor mehreren Jahren veröffentlicht wurde. „Ice Limit“ ist sozusagen das Sequel.

Es geht um ein außerirdisches Wesen, das am Grund des Pazifiks haust und für Ärger sorgt. Geschlüpft ist es aus einem Meteoriten, der bei einer Schiffskatastrophe ins Meer geplumpts ist. Der Agent Gideon Crew muss zusammen mit einem Team aus Wissenschaftlern versuchen, dem Wesen den Garaus zu machen.

Was Preston und Child mit ihrem neuen Roman bieten, ist ein für ihre Fans zugeschnittener Thriller. Dabei gingen sie jedoch eher halbherzig vor. Irgendwie schienen beide so ihre Schwierigkeiten mit dem Stoff gehabt zu haben, denn der Roman plätschert zunächst vor sich hin, ohne wirklich spannend zu werden. Wie immer allerdings fasziniert die exakte Recherche der beiden. In dieser Hinsicht haben sie nichts verlernt.

Was sie jedoch verlernt haben, ist, einen durchweg packenden Thriller zu schreiben. Das Thema muss Preston und Child selbst irgendwie gelangweilt haben, denn der Roman fängt damit an, dass man ein Alien im Pazifik entdeckt habe, die erstaunte Reaktion der Figuren allerdings bleibt aus. Auf diese Weise hätte es genauso gut heißen können, dass der Zug Verspätung hat. So etwas lähmt natürlich die Spannung erheblich. Und man fragt sich, ob das Autorenduo doch noch zu seiner früheren Stärke findet.

Leider aber bleiben zunächst wirkliche Höhepunkte aus. Zwar nimmt die Spannung bei der ersten Begegnung mit dem Ungeheuer deutlich zu, allerdings nur, um danach wieder abzuflachen. Der Grund, die Szenen wiederholen sich teilweise. Hinzu kommen diverse Logikfehler, die den beiden Autoren eigentlich hätten selbst auffallen müssen.

Zum Beispiel befindet sich das Schiff an einer Stelle des Ozeans, der mit einem Helikopter nicht mehr erreicht werden kann, nur um mehrere Seiten danach von einem Helikopter erreicht zu werden. An einer anderen Stelle betrinkt sich einer der wissenschaftlichen Assistenten, um dann mit einem U-Boot abzuhauen. Gideon Crews kongeniale Schlussfolgerung lautet, dass der Mann betrunken gewesen sein muss.

Erst gegen Ende hin nimmt dann der Roman wirklich Fahrt auf und wird zu einem furiosen Action-Horror-Seitenfetzer. Hier schimmert dann die frühere Stärke der beiden Autoren durch. An die früheren Romane der beiden Autoren allerdings reicht „Ice Limit“ nicht heran.

Douglas Preston/Lincoln Child. Ice Limit. Knaur Verlag 2017, 400 Seiten, 14,99 Euro, ISBN: 978-3-426-51498-6

 

 

 

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Zwischen 2009 und 2015 erschien bei dem Online-Magazin Geisterspiegel die Serie „Prähuman“, die sich mit weit über 35.000 Lesern zur heimlichen Kultserie entwickelte. Damals erschienen insgesamt 18 Bände.

Nun hat Carl Denning die Serie komplett überarbeitet und erweitert. Nach dem überaus erfolgreichen Start der neuen Serie auf Amazon, ist nun Band zwei erschienen. Mit gut 100 Seiten verspricht auch die Fortsetzung jede Menge Spannung, Action und Spaß.

Zum Inhalt: Wie aus heiterem Himmel wird London von unheimlichen Maschinen angegriffen, die ganze Gebäude zerstören und mit ihren Strahlen Menschen in Sekundenschnelle in Mumien verwandeln. In der Stadt bricht Panik aus. Doch genauso schnell wie die bizarren Objekte erschienen sind, sind sie auch schon wieder verschwunden. Dennoch gelingt es Frederic Tubb und seinem Team, eine der Maschinen in ihre Gewalt zu bringen. Wer oder was steckt hinter diesem Angriff? Und in welcher Verbindung stehen die Maschinen mit der mysteriösen Entdeckung eines kürzlich verstorbenen Hobbyarchäologen? Nur eines ist sicher: Die Gefahr ist keineswegs gebannt. Denn noch während Frederic Tubb, Maki Asakawa und Hans Schmeißer nach Erklärungen suchen, ereignen sich weitere Zwischenfälle …

Auch der zweite Band besticht durch eine dichte Mischung aus genreübergreifenden Elementen, die von Science Fiction über Abenteuer bis zu Action und Horror reicht.

Band drei wird Mitte August erscheinen.

Die Serie ist auf insgesamt 20 Bände geplant.

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„Die neunte Stadt“ heißt der Debutroman von J. Patrick Black, mit knapp 800 Seiten ein echter Wälzer. Wie bei vielen Erstlingen, so scheint es auch hier, als habe Black so ziemlich alles, was er an SF gelesen und gesehen hat, auf die eine oder andere Weise in den Roman hineingezwängt. Das Ergebnis ist folglich ein umfangreiches Werk, das zwar voller Ideen steckt, das aber zugleich stets an andere Romane und Filme erinnert.

So umfangreich „Die neunte Stadt“ ist, so kurz lässt sich die Handlung schildern: es geht darum, dass die Menschen sich auf eine außerirdische Invasion vorbereiten, nachdem sie bereits vor mehreren hundert Jahren von Aliens heimgesucht wurden.

Black schreibt den Roman aus der Perspektive von sieben Protagonisten in Gegenwartsform, was anscheinend einen neuen Trend darstellt, der z. B. bereits von Paula Hawkins in „Girl on the Train“ und auch von Mats Strandberg in „Die Überfahrt“ Verwendung findet. Black wendet diesen Stil für eine detaillierte Beschreibung einer zukünftigen Gesellschaft mit all ihren verschiedenen Facetten an, die alles daran setzt, um sich gegen die erneute außerirdische Invasion zu verteidigen.

Die Menschen haben dabei von den Außerirdischen in Sachen kriegerische Auseinandersetzung gelernt, denn durch sie sind sie in den Besitz geistiger Fähigkeiten gekommen, mit deren Hilfe effizienter gegen die Invasoren vorgegangen werden kann. Intersssant hierbei ist, dass Black die Geschehnisse ausschließlich aus der Perspektive von jungen Menschen, wie etwa der Nomadin Naomi oder dem Jungen Jax, der eine Ausbildung in einer Militärakademie absolviert, erzählt. Dies lässt in einem die Frage entstehen, ob „Die neunte Stadt“ nicht eigentlich als Jugendbuch gedacht war, beeinflusst etwa durch „Die Tribute von Panem“ und ähnlichen Romanen, obwohl die jeweiligen Handlungen natürlich nichts miteinander zu tun haben.

Wie dem auch sei, der Roman macht trotz der vielen „geborgten“ Ideen (wie z.B. der riesigen Kampfmaschinen, die man nicht nur in Hollywood, sondern auch bei Alfred Döblins „Berge, Meere und Giganten“ findet) Spaß und ist flüssig zu lesen. Positiv zu bewerten ist ebenfalls, dass Black versucht, jeder Figur eine individuelle Stimme zu geben, was den Roman zusätzlich interessant und vielfältig macht.

„Die neunte Stadt“ wird durch das gewitzte Ideensammelsurium zu einem Lesevergnügen mit Quasi-Déjà-vu-Erlebnissen. Black setzt an den Anfang nicht den obligatorischen großen Knall, sondern nimmt sich im wahrsten Sinne des Wortes Zeit, um die Handlung langsam zu entwickelt und die Spannung zu steigern, wobei er im Laufe der Geschehnisse auch mit Action und dem einen oder anderen Gag nicht geizt. Kurz: spannende Unterhaltung zwischen SF und Fantasy.

J. Patrick Black. Die neunte Stadt. Heyne Verlag 2017, 792 Seiten, 16,99 Euro, ISBN: 978-3-453-31788-8

 

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