Gut gemeint: Ad Astra – Zu den Sternen

Tolle Aussicht; „Ad Astra“ (2019); © 20th Century Fox

James Gray ist ein Regisseur der leisen, düsteren Töne. Vor allem machte sich dies in dem Abenteuerfilm „Die versunkene Stadt Z“ (2016) bemerkbar, in dem er mithilfe seines speziellen Stils das Geheimnisvolle mit den Elemten eines Dramas verbindet. Drei Jahre später versuchte Gray, diesen Stil in dem SF-Film „Ad Astra“ zu involvieren. Das Ergebnis ist zwar gut gemeint, aber seltsam leer.

Im Grunde genommen geht es um eine Vater-Sohn-Beziehung, wobei der Sohn trotz Verlust und Enttäuschung in die Fussstapfen des Vaters tritt und ebenfalls Astronaut wird. Roys Vater ist vor 20 Jahren auf seiner Reise zum Neptun verschwunden („Event Horizon“ lässt grüßen). Nun aber gibt es Indizien, dass Roys Vater noch lebt und er Auslöser für Naturkatastrophen auf der Erde ist. Roy macht sich auf den Weg, um seinen Vater zu suchen.

Die Optik des Films ist in der Tat eine absolute Wucht, dasselbe trifft auf die großartigen Spezialeffekte zu, die richtiges Weltraumfeeling schaffen. Und dennoch bleibt „Ad Astra“ ein seltsam leerer Film, der nicht wirklich enttäuscht, dennoch ratlos zurücklässt. Denn die Frage, die offen bleibt, lautet, was Regisseur Gray eigentlich mit seinem Film aussagen wollte. Im Grunde genommen müsste die Antwort „nichts“ lauten. Denn außer der Vater-Sohn-Beziehung enthält „Ad Astra“ kein konkretes Thema. Alle anderen Aspekte, die die Handlung mit Leben und Sinn gefüllt hätten, werden lediglich angedeutet.

Hierbei helfen auch nicht die pseudophilosophischen Gedanken Roys, die durch Brad Pitts Stimme aus dem Off für Nachdenklichkeit sorgen sollen. Das größte Problem dabei ist, wie ich finde, dass James Gray darauf verzichtet, der zukünftigen Gesellschaft ein konkretes Bild zu geben, wobei wir wiederum bei der oben erwähnten Skizzenhaftigkeit wären. Da dieser Rahmen fehlt, wirkt auch die Vater-Sohn-Beziehung und sämtliche Handlungsgründe wie lose in der Luft oder besser im Weltraum hängend. – Wie schon gesagt: gut gemeint.

Ad Astra – Zu den Sternen (OT: Ad Astra); Regie u. Drehbuch: James Gray, Produktion: James Gray, Brad Pitt; Darsteller: Brad Pitt, Tommy Lee Jones, Donald Sutherland, Lyv Tyler. USA 2019

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