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Archive for September 2017

Die Produktionsfirma Amicus verstand sich als Konkurrenz zu Hammer Films. Doch im Gegensatz zu Hammer, die in den 70ern nur noch Flops einfuhren, erkannte Amicus die Zeichen der Zeit und verlegte sich in den 70er Jahren weg vom Horrorgenre zu Fantasy-Abenteuer-Filmen, in denen vor allem der US-amerikanische Schauspieler Doug McClure die Rolle des draufgängerischen Helden spielte.

Neben den „Caprona“-Filmen, war es schließlich „Tauchfahrt des Schreckens“ (im Original: „Warlords of Atlantis“), der einer der größten Erfolge für Amicus wurde. Der Film erzielte Rang 15 der erfolgreichsten Kinofilme im Jahr 1978. Es geht um eine Expedition ins Bermuda-Dreieck am Ende des 19. Jahrhunderts, in dem der Ingenieur Greg Collinson eine neuartige Taucherglocke testen möchte. Mit an Bord des Forschungsschiffes ist auch der Archäologe Charles Aitken, der am Meeresgrund die Reste eines versunkenen Reiches vermutet. Kaum sind Collinson und Aitken unter Wasser, als sie plötzlich von einem Plesiosaurier angegriffen werden.

Am Meeresboden entdecken sie tatsächlich eine sonderbare Skulptur aus reinem Gold. Doch da taucht das nächste Ungeheuer auf, ein Riesenkrake, der das Schiff angreift und die Taucherglocke in eine Höhle zerrt. Von dort aus werden sie von einer Strömung aus der Höhle gerrissen und gelangen wieder an die Oberfläche. Und schon haben sie es mit weiteren Monstern und einem sonderbaren Volk zu tun …

Wie die Inhaltsangabe bereits verrät, geht es in dem Film von einem Abenteuer ins nächste. In der Tat gibt es in „Tauchfahrt des Schreckens“ keine ruhige Minute. Collinson und Aitken haben stets alle Hände voll zu tun, um sich aus diversen gefährlichen Situationen zu retten, zwischendurch meutert die Besatzung an Bord es Forschungsschiffes, um die Goldstatue zu ergattern, während am Meeresgrund bereits wieder andere Gefahren lauern.

„Tauchfahrt des Schreckens“ gilt als Klassiker des Fantasyfilms und verwebt darin klassische Lost Race-Merkmale, ohne sich dabei jedoch explizit auf eine literarische Vorlage zu beziehen. Dennoch liegt auf der Hand, dass hier einmal mehr die Werke von Edgar Rice Burroughs Pate gestanden haben, auf die sich bereits die beiden Filme „The Land that Time forgot“ und „The People that Time forgot“ (dt.: „Caprona- Das vergessene Land“ und „Caprona 2“) aus den Jahren 1975 und 1977 bezogen.

Das Besondere an den späten Amicus-Filmen ist, dass hier nicht an Monstern gespart wurde. So kommen auch in „Tauchfahrt des Schreckens“ neben dem Riesenkraken und dem Plesiosaurier weitere Riesenungeheuer vor, den Höhepunkt bildet dabei der furios in Szene gesetzte Angriff zweier Ungeheuer auf die mysteriöse Stadt, in die Collinson und Aitken geraten.

Trotz des enormen Erfolgs von „Tauchfahrt des Schreckens“, schlossen sich die Tore der Produktionsfirma Amicus Ende der 70er Jahre für immer. Grund waren nicht fehlende Einnahmen, sondern dass die Gründer der Firma nicht mehr weiter machen wollten. Was bleibt sind nicht nur spannend inszenierte Horrorfilme, sondern auch eine Reihe faszinierender Fantasy-Abenteuer, die bis heute nichts von ihrem grandiosen Unterhaltungswert verloren haben.

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Band vier der eBook-Serie „Prähuman“ ist erschienen. Auch dieses Mal bietet die Mischung aus SF, Fantasy und Abenteuer spannende Unterhaltung.

Die Handlung:

Ist Shangri-La eine bloße Legende? Seitdem Frederic Tubb in New York auf die Spur einer Expedition aus dem Jahr 1933 gekommen ist, ist er anderer Meinung. Denn damals suchten zwei umstrittene Forscher nach dem sagenumwobenen Ort und brachten von ihrer Reise sonderbare Artefakte mit, die seitdem in einem Berliner Museum lagern. Als Tubbs Mitarbeiter Maki Asakawa und Hans Schmeißer die Artefakte besichtigen, kommt es zu einem mysteriösen Zwischenfall, durch den die eigenartigen Objekte auf einmal ein zerstörerisches Eigenleben entwickeln. Kurz darauf empfängt die Zentrale der LOGE rätselhafte Funksignale, deren Ursprung in einem abgelegenen Gebiet des Himalajagebirges liegen.

Sogleich reist Tubb zusammen mit seinem Team nach Tibet, um die Quelle der Signale ausfindig zu machen. Doch sind sie nicht allein. Ein zwielichtiger Mann namens Viktor Leng möchte ebenfalls das Geheimnis um Shangri-La lüften und geht dabei über Leichen. Doch die Gefahr, die von diesem Menschen ausgeht, ist nichts im Vergleich zu dem, was sie in dem entlegenen Gebiet des Himalaja erwartet …

Bei Prähuman 04 handelt es sich um den bisher umfangreichsten Band der Serie. Und als kleiner Hinweis: Die Expedition, von der die Rede ist, hat es tatsächlich gegeben.

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Auf die Idee zu ihrem berühmten Roman „Meine Cousine Rachel“ (1951) kam Daphne du Maurier durch ein Gemälde, das Rachel Carew (1669 – 1705) darstellte, die zweite Frau eines damaligen Politikers und Großgrundbesitzers. Der Roman wurde sogleich zum Bestseller, ein Jahr später bereits verfilmt und in diesem Jahr erneut für die Kinoleinwand adaptiert.

Wie auch „Rebecca“ (1938), so handelt es sich bei „Meine Cousine Rachel“ um eine Mischung aus Krimi und Mystery, wobei die Handlung im 17. oder 18. Jahrhundert spielt. Seit dem Tod von Philips Eltern, kümmert sich um ihn sein zwanzig Jahre älterer Cousin Ambrose. Ambrose ist ein reicher Großgrundbesitzer und Philip soll einmal das Gut erben. Beide sind unverheiratet und können mit Frauen im Grunde genommen nichts anfangen. Das ändert sich jedoch, als Ambrose in Italien, wohin er auf Anraten seines Arztes reist, um dadurch seine rheumatischen Beschwerden zu kurieren, eine Frau namens Rachel kennenlernt, halb Italieniern, halb Engländerin, die er kurz darauf heiratet.

Herrschen zuhause in England zunächst Überraschung und helle Freude darüber, dass Ambrose unerwartet geheiratet hat, so nimmt die Sache eine sonderbare Wendung, als Philip ein Schreiben von Ambrose erhält, in dem steht, dass er so schnell wie möglich nach Florenz kommen solle, da er schwer erkrankt sei. Doch bei seiner Ankunft ist Ambrose bereits tot und seine Frau spurlos verschwunden.

Kaum ist Philip, der noch ein Jahr warten muss, bis er sein Erbe antreten kann, wieder zurück in Cornwall, als Rachel vor seiner Tür steht. Diese entpuppt sich als eine hübsche, liebevolle Frau, die sozusagen Leben in die Bude bringt, was dazu führt, dass Philip ihr vollkommen verfällt. Doch irgendetwas scheint mit Rachel nicht zu stimmen. Führt sie etwa eine Art Doppelleben?

Daphne du Maurier (ca. 1930)

Mit Rachel schuf Daphne du Maurier eine der mit Sicherheit geheimnisvollsten Figuren der Weltliteratur. Der ganze Roman hat im Grunde genommen nur das eine Thema: Wer ist diese Rachel überhaupt? Ist sie tatsächlich diese liebevolle und zugleich sinnliche Frau, die Philip in ihr sieht und die ihn in einen regelrechten Liebeswahn stürzt, oder ist alles bloß Fassade und sie ist in Wirklichkeit eine Betrügerin?

Das Rätsel und der Versuch, dieses aufzudecken, machen diesen Roman zu einem mysteriösen Psychothriller, der nichts zu wünschen übrig lässt. Gleich zu Beginn, wenn Philip sich die Frage stellt, wer Rachel nun eigentlich wirklich ist, herrscht diese düstere, geheimnisvolle Aura, die den gesamten Roman durchzieht.

Philip, der vollkommen unerfahren ist, weiß selbst nicht, wie ihm geschieht. Sicher ist nur, dass er Rachel nicht mehr weggehen lassen möchte, trotz dieser sonderbaren Briefe, die Ambrose in Büchern und Kleidungsstücken versteckt hat.

Besonders die zweite Hälfte des Romans reißt einen regelrecht mit, sodass man mit dem Lesen einfach nicht mehr aufhören kann. Ähnlich wie die „Überfrau“ Rebecca, so ist auch Rachel schwer zu greifen und zu begreifen. Das macht sie zu einer überaus rätselhaften Gestalt, die nicht weniger unheimliche Züge aufweist und von der man nicht sagen kann, ob sich Philip hier einen Engel oder ein Monster ins Haus geladen hat. Dies macht „Meine Cousine Rachel“ zu einem absolut fesselnden Roman, der in einem noch lange nachwirkt.

Daphne du Maurier. Meine Cousine Rachel. Insel Verlag 2017, 416 Seiten, 12,00 Euro, ISBN: 978-3-458-36197-8

 

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FILM und BUCH kommt aus der Feierlaune gar nicht mehr raus. Nicht nur 5 Jahre alt,  sondern nun auch noch der 500. Beitrag 🙂 . Daher muss natürlich etwas Besonderes her. Daher dachten wir, ein Special unserer Jubiläumsreihe „FuBs Double Feature“ zu bringen. Ihr wisst ja, mit dem „Double Feature“ geht es mit je zwei Filmen durch die Filmgeschichte. Angefangen von 1900 bis in unsere Gegenwart. Im Special möchten wir euch die erfolgreichsten Filme der Filmgeschichte präsentieren. Aus welchem Grund auch immer, gibt es keine Daten für die Jahre 1910 bis 1920, daher beginnen wir mit den Goldenen Zwanzigern:

Der erfolgreichste Film der 20er …

… war „Ben Hur“ aus dem Jahr 1925. Den Film erwähnten wir bereits in unserem „Double Feature“. Obwohl „Ben Hur“ ein enormer Erfolg wurde, waren zunächst die hohen Kosten, die vor allem dadurch entstanden, dass die Produktion aufgrund von diversen Streitigkeiten zwischen Produzenten und Regisseuren in die Länge gezogen wurde, höher als der Gewinn. Erst bei der Wiederaufführung in den 30er Jahren machte der Film Gewinn. Bis heute gilt „Ben Hur“ als Vorbild für so ziemlich alle späteren Actionfilme, sogar die „Fast and Furious“-Filme nehmen immer wieder Bezug darauf. Also nicht nur ein Klassiker, sondern zugleich ein Film, der bis heute das Filmschaffen beeinflusst.

Der erfolgreichtse Film der 30er …

… war „Vom Winde verweht“ aus dem Jahr 1939. In jenem Jahr schmelzte das weibliche Publikum einfach nur so dahin, wenn Rhett Butler als sexiest Man Scarlett O’Hara in die Arme schließt. „Morgen ist auch noch ein Tag“ gilt bis heute zu den bekanntesten Filmzitaten, doch in Wahrheit waren es die aufwendigen Massenszenen und die verschwenderischen Kulissen und Kostüme, die den Film damals zu etwas Einzigartigem machten. 1940 wurde der Aufwand mit acht Oscars belohnt, wobei Clark Gable leer ausging. Ein größeres Geschäft machte in den 30ern kein anderer Film. Den Kosten von fast 4 Millionen Dollar standen ein Einspielergebnis von 350 Millionen Dollar gegenüber.

Der erfolgreichste Film der 40er …

… war „Bambi“ aus dem Jahr 1942. Es war der fünfte Trickfilm der Disney Studios in Spielfilmlänge und eine Adaption des gleichnamigen Buches von Felix Salten. Wahrscheinlich ist dies der einzige Film von Disney, der sich sehr realistisch gibt und noch dazu für einen Schock unter den Zuschauern sorgte, als Bambi seine Mutter verliert. Dafür sorgen Bambis Freunde wie der Hase Klopfer und das Stinktier Blume wieder für etwas mehr Spaß, auch wenn der Film letztendlich eine grundlegende düstere Atmosphäre besitzt. Vom American Film Institute wurde „Bambi“ auf Platz drei der wichtigsten Animationsfilme gesetzt.

Der erfolgreichste Film der 50er …

… war „Die zehn Gebote“ aus dem Jahr 1956. Für Charlton Heston war dies der Film, der seine spätere Karriere ebnete. Als Moses sorgt er in dem Film für jede Menge Spezialeffekte, von denen der damals aufwendigste die Teilung des Roten Meeres war. „Die zehn Gebote“ war das Remake des gleichnamigen Stummfilms aus dem Jahr 1923. Damals führte ebenfalls Cecil B. DeMille Regie. Sein Wunsch war es immer gewesen, die Handlung nochmals als Ton- und Farbfilm umzusetzen. 13 Millionen Dollar kostete das Epos und führte zu einem Einspielergebnis von 122 Millionen Dollar. Hestons Gegenspieler war niemand anderer als Yul Brunner, der als Pharao eine düster-sinnliche Performance ablieferte.

Der erfolgreichste Film der 60er …

… war „The Sound of Music“ aus dem Jahr 1965. Regie führte bei der Mischung aus Drama und Musical der bekannte Regisseur Robert Wise. Zwei Jahre zuvor drehte er mit „The Haunting“ einen der berühmtesten Horrorfilme und 1979 war er für den ersten „Star Trek“-Film verantwortlich. „The Sound of Music“ erzählt von Maria, die durch ihren Hang zur Musik wieder Leben in die Bude der Familie Trapp bringt, die vom strengen Vater dominiert wird. Schließlich kann auch Kapitän von Trapp nicht mehr länger an sich halten, doch ob es dann auch ein Happy End gibt, wird hier nicht verraten. Manche halten „The Sound of Music“ für puren Kitsch. Sehenswert ist der Film auf jeden Fall.

Der erfolgreichste Film der 70er …

… war „Star Wars“ aus dem Jahr 1978. Irgendwann soll George Lucas mal gesagt haben, dass er „Star Wars“ als eine Kritk am Vietnamkrieg betrachtet. Nun, viel ist davon nicht zu erkennen, auf jeden Fall aber definierte Lucas den Begriff Atemgerät neu. Beeinflusst von den „Sternenkrieger“-Romanen des SF-Autors Edmond Hamilton aus den 40er Jahren, schuf Lucas einen bis dahin noch nie dagewesenen SF-Abenteuer-Film, dessen Erfolg und Einfluss bis heute anhält. Außer Harrison Ford allerdings machte keiner der Darsteller wesentlich Karriere. Und die Einnahmen versüßten George Lucas‘ Nervenzusammenbruch, den er während des Drehs gehabt haben soll. Obwohl „Star Wars“ ein ganzes Genre neu definierte, halten die meisten Zuschauer „Das Imperium schlägt zurück“ (1982) für den besten der „Star Wars“-Filme.

Der erfolgreichste Film der 80er …

… war „E. T. – Der Außerirdische“ aus dem Jahr 1982. Es war der zweite Riesenerfolg von Regisseur Steven Spielberg und begründete letztendlich auch seinen Ruhm als der Regisseur Hollywoods. Nachdem „Alien“ Ende der 70er das Bild des Außerirdischen nochmals kräftig ins negative geschubst hatte, nutzte Spielberg die Andersartigkeit als Knuddeleffekt. Auf diese Weise war der Außerirdische nicht mehr Täter, sondern Opfer. Der Film beinhaltete ebenfalls eine gehörige Portion an Wissenschaftskritik und zeigte auch, wie man den Fieberthermometer beeinflussen kann, wenn man nicht zur Schule gehen möchte. Das Aussehen E. T.s entwarf der italienische Maskenbildner Carlo Rambaldi, der seit den 60er Jahren im Geschäft war und davor bereits mit Größen wie Mario Bava zusammengearbeitet hatte.

Der erfolgreichste Film der 90er …

… war „Titanic“ aus dem Jahr 1997. In jenem Jahr hatte es nochmals gehörig Blubb gemacht, als das als unsinkbar bezeichnete Schiff mal wieder gegen einen Eisberg knallte. Dies verbunden mit einer romantischen Liebesgeschichte und einem Fiesling, der sich auch an Bord befindet, sorgte für ein Einspielergebnis von fast 3 Milliarden Dollar. Im Gegensatz zur UFA-Produktion aus dem Jahr 1943, geht das Schiff nicht mehr als Model unter, sondern als CGI-Variante. Regisseur Cameron, der seine ersten Erfahrungen bei Roger Corman sammelte, wurde dadurch zu einem der erfolgreichsten Regisseure, dem die Produzenten gerne auch ein größeren Budget anvertrauten. Dies sollte sich im folgenden Jahrzehnt noch einmal bezahlt machen.

Der erfolgreichste Film der 2000er …

… war „Avatar“ aus dem Jahr 2009. Die Idee des Films geht zurück auf das Jahr 1995, als Cameron bereits einen Teil des Drehbuchs geschrieben hatte. Doch war damals die Umsetzbarkeit nicht möglich. Erst durch die Weiterentwicklung der sog. Computer generierten Effekte gelang es, diesen fast vollständig Computer generierten Film zu drehen. Dieses Mal hatte Cameron ein Budget von 300 Millionen Dollar zur Verfügung. Und wieder sollten es die Produzenten nicht bereuen. Irgendwo zwischen Kitsch und SF-Abenteuer, wurde „Avatar“ die wohl teuerste und erfolgreichste Kapitalismuskritik der Filmgeschichte.

Der bisher erfolgreichste Film der 2010er …

… ist „Star Wars 7“. Allerdings ist das Jahrzehnt noch nicht vorbei, sodass man noch kein endgültiges Urteil fällen kann. Auch wenn der Film wie ein Remake des Originalfilms wirkt und kaum neue Ideen hervorbrachte, so lockte der Film dennoch die meisten Zuschauer in die Kinos. Die Frage ist natürlich, wie die nächsten beiden Filme abschneiden werden. In diesem Jahr ging die Anzahl der Kinobesucher deutlich zurück und befindet sich wieder im Quasi-Krisenzeitmodus. Anscheinend sind die Streaming-Dienste eine doch größere Konkurrenz zum Kino als gedacht. Doch unabhängig davon, wer der erfolgreichste Film in diesem Jahrzehnt sein wird, erfahren wir spätestens in drei Jahren …

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Eine Illustration aus einer Ausgabe von 1796

Wenige Jahre vor der Französischen Revolution veröffentlichte der Offizier Choderlos de Laclos (1741 – 1803) einen Briefroman mit dem Titel „Les Liaisons dangereuses“, auf deutsch „Gefährliche Beziehungen“, der sofort zum Bestseller wurde. Innerhalb nur eines Monats war die Auflage von 2000 Exemplaren ausverkauft, sodass nachgedruckt werden musste. Bis heute zählt de Laclos‘ einziger Roman als eines der wichtigsten Werke der französischen Literatur.

De Laclos schrieb seinen Roman aus einer gewissen Laune heraus. Als Offizier, der sich eine weitere Karriere beim Militär ausmalte, überging man ihn, da er nicht adelig genug war. Dies brachte ihn in Rage. Aus Wut gegenüber der höfischen Gesellschaft verfasste er eine Geschichte um den dekadenten und intriganten Vicomte de Valmont, der sich an der Frau eines Offiziers rächen möchte, da sie mit ihm nicht ins Bett will. Zugleich ist da aber auch die hinterhältige Marquise de Merteuil, die aus Rache eine junge Frau, die gerade aus der Klosterschule kommt, ins Verderben führen will.

Choderlos de Laclos (1741 – 1803)

Mit dem Vicomte und der Marquise schuf de Laclos zwei Figuren, die es ohne Wenn und Aber in die Hall of Fame der literarischen Fieslinge bringen würden, wenn sie dort nicht schon längst Einzug gehalten haben. Ihre Briefe, die sie sich regelmäßig schicken, strotzen nur so vor Bosheit und Gemeinheit, dass man den beiden wirklich nichts Gutes wünscht.

Valmont betrachtet Frauen und Männer lediglich als Spielfiguren, mit denen er seinen Spaß haben kann. Er gibt sich nach außen hin höflich und zuvorkommend, in Wirklichkeit aber ist er das, was man einen Wolf im Schafspelz bezeichnet. Er benutzt seine Verführungskünste nicht allein zur Lustbefriedigung, sondern um die Frauen, die sich auf ihn einlassen, ins Unglück zu stürzen. Wegen ihm gerieten bereits mehrere Damen in Skandale und wurden aus dem gesellschaftlichen Leben ausgeschlossen.

Ihm aber sind die Schicksale seiner Opfer egal, im Gegenteil, er brüstet sich sogar mit seinen Untaten und benutzt die Rücken seiner Gespielinnen als Schreibtisch. Die einzige Person, mit der er so etwas wie eine echte Freundschaft unterhält, ist die Marquise de Merteuil, wahrscheinlich aber nur, weil sie ihm in Sachen Bosheit ebenbürtig ist. Gemeinsam hecken sie daher den Plan aus, zwei Personen ins Unglück zu stürzen. Valmont geht nur darauf ein, da die Marquise ihm verspricht, nach Gelingen der Tat mit ihm zu schlafen.

Der Roman war damals ein Skandal, da er die adelige Gesellschaft als dekadent, vergnügungssüchtig und im gewissen Sinne sexbesessen schildert. Die Frauen, die sich mit ihren teils viel zu alten Ehemännern langweilen, gehen fremd, die Ehemänner sind größtenteils zu dumm und zu sehr mit sich selbst beschäftigt, um dies zu merken. Andeutungsweise geht de Laclos so weit, die Marquise als bisexuell zu skizzieren, was in manchen ihrer Briefe hindurchschimmert.

Doch ist „Gefährliche Liebschaften“ mehr als nur ein Roman über Verführung und Intrige. Er liefert zugleich Einblicke in das damalige Alltagsleben und übt zugleich Kritik daran, wie Frauen an reiche Männer verkuppelt werden, nur um den eigenen Lebensstil erhalten oder sogar verbessern zu können. Dies wird vor allem in den Briefen der jungen Cecile deutlich, die ihre Ängste vor einer solchen Heirat ihre besten Freundin schildert. Verliebt ist Cecile in den jungen Chevalier de Danceny, doch Ceciles Mutter will aus den oben genannten Gründen, dieser Beziehung ein Ende bereiten. Dabei geht Ceciles Mutter so weit, das Zimmer ihrer Tochter zu durchsuchen, um die Briefe Dancenys zu finden und ihm zurückzuschicken.

Manche behaupten, „Gefährliche Liebschaften“ sei ein langweilger Roman. Dem kann ich nicht zustimmen. Ich finde das Werk sehr dicht, spannend und nicht weniger aufreibend, besonders dann, wenn Valmont und die Marquise weiter an ihren hinterhältigen Plänen schmieden. Überaus faszinierend finde ich außerdem, wie de Laclos seinen Figuren in den jeweiligen Briefen Stimmen verleiht, die so lebendig erscheinen, als würde man einen tatsächlichen Brief lesen.

1988 wurde „Gefährliche Liebschaften“ von Stephen Frears verfilmt, wobei das Drehbuch nicht auf dem Roman, sondern auf dem Theaterstück basiert, das sich an dem Roman orientiert. Damals spielten John Malcovich Valmont und Glenn Close die Marquise.

 

 

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Hollywood versucht sich wieder an den großen Monstern und dieses Mal muss statt Godzilla King Kong ran. Interessanterweise verlegte man die Handlung ins Jahr 1973 – an einen filmgeschichtlichen Wendepunkt des Hollywoodkinos. Damals wurden die Filme zunehmend sozialkritischer und man könnte annehmen, dass der Regisseur diese Anspielung dazu nutzt, um seinen Film ebenfalls unbequem werden zu lassen. Doch weit gefehlt.

Jordan Vogt-Roberts macht zwar aus dem Abenteuer einen farblichen Augenschmaus, ganz zu schweigen von den Effekten, die sich mehr als nur sehen lassen können, doch für kritische Aspekte reicht es dann doch nicht, auch wenn er anfangs die US-Außenpolitik anhand der schießwütigen Soldaten durch den Kakao zieht. Doch damit hat es sich dann auch schon, der restliche Film konzentriert sich auf reine Action, visuell allerdings wirklich stark umgesetzt, verliert dabei allerdings den Sinn und Zweck seiner menschlichen Figuren fast vollkommen aus den Augen.

Zum Beispiel ist Tom Hiddelstons Rolle regelrecht nicht vorhanden. Die Figur ist nicht nur zu hundert Prozent uninteressant, sondern besitzt im ganzen Film so gut wie keine Funktion. Nicht weniger ärmlich sieht es mit der weiblichen Hauptrolle aus, bei der es Brie Larson sogar fertig bekommt, sie schlecht zu spielen. Einzig und allein ist es mal wieder Samuel L. Jackson, dessen charismatische Ausstrahlung die Aufmerksamkeit zwischendurch auch wieder auf das Verhalten der Menschen zieht.

In dieser Hinsicht funktioniert der Film einzig und allein durch seine wirklich gute Optik, seine teils schöne und interessante Farbgebung und, wie oben bereits erwähnt, durch die Effekte. Aber dann bekommt Vogt-Roberts an manchen Stellen dann doch einen Sinn fürs Hintergründige, indem er hier und da ein paar eigenwillige Filmzitate einstreut – schon allein das Plakat, das einen skurrilen Querverweis auf „Apokalypse Now“ darstellt, ist ein Beispiel dafür. Besonders originell und witzig ist dabei allerdings die Anspielung auf Park Chan-Wooks „Oldboy“, wenn King Kong ein Armstück des Riesenkraken verspeist und dieser genauso an seinen Wangen kleben bleibt wie in der berühmtberüchtigten Szene mit Choi Min-Sik, wenn dieser einen lebendigen Kraken mampft.

Da der Film jedoch im Hinblick auf die Story unglaublich oberflächlich bleibt, bleibt am Ende außer den Filmzitaten und den satten Farben nicht mehr viel hängen. Es wirkt letztendlich wie ein teurer Schnellschuss, dessen Wirkung in Sekundenschnelle wieder verpufft.

Kong: Skull Island. Regie: Jordan Vogt-Roberts, Drehbuch: Dan Gilroy, Produktion: Jon Jashni, Darsteller: Tom Hiddelston, Samuel L. Jackson, Brie Larson, John Goodman, John C. Reilly. USA 2016, 119 Min.

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Die 70er Jahre veränderten das Kino vollständig. Der Hauptgrund lag vor allem darin, da die USA sich nicht weiter als Übernation präsentieren konnte. Besonders der Krieg in Vietnam führte zu einem Verlust des nationalen wie internationalen Ansehens, der zusätzlich von diversen sozialen Bewegungen forciert wurde. Die Hippie-Bewegung war noch voll im Gange, hinzu kamen Frauenbewegungen und Schwarzenbewegungen, die gegen Diskriminierung und Rassismus auf die Straße gingen. Der Begriff „Black Power“ wurde zum Programm. In dieser Zeit übernahmen die Regisseure die Kritik der Protestwelle und kreierten Filme, die diese Bewegungen unterstützten – allen voran Horrorfilme wie „Last House on the Left“ (1972) oder „Texas Chainsaw Massacre“ (1973) und später die Filme David Cronenbergs, die jeweils althergebrachte Moral- und Wertvorstellungen hinterfragten.

Die Filme wurden rauher und brutaler, in Sachen Sex legten sie die Andeutungen der vorangegangenen Jahrzehnte ab und wurden direkter. Die Schmuddelfilmära war dadurch geboren. Parallel dazu entstand das Blacksploitationgenre, das die Black Power-Bewegung unterstützte. Mitte der 70er Jahre wurde der Begriff „Blockbuster“ geprägt, als Spielbergs „Der weisse Hai“ sämtliche Rekorde brach. George Lucas (wie Spielberg von der aus Frankreich in die USA übergeschwappten Nouvelle Vague beeinflusst) mischte mit „Krieg der Sterne“ (1978) die Geschichte des Films erneut auf. Und schließlich präsentierte „Alien“ (1979) den Kinozuschauern zum ersten Mal eine Frau als Heldin in einem Männergenre.

Der europäische Film gab sich dank der gelockerten Zensurbestimmungen experimentierfreudiger und gewagter. In dieser Zeit entstanden eine Reihe der bekanntesten Trash- und Horrorfilme, wie etwa der Kultklassiker „Suspiria“ (1978) von Dario Argento. In Deutschland setzten u. a. Rainer Werner Fassbinder und Volker Schlöndorf das Konzept des Neuen Deutschen Films konsequent um. Der Leichtigkeit und Verspieltheit der Karl May- und Edgar Wallace-Filme der 60er Jahre folgten dadurch die sog. Autorenfilme, in deren Fokus soziale und politische Probleme standen.

1971 sorgte ein schwarzer Privatdetektiv für klingelnde Kinokassen. Shaft zählt zu den ersten Blacksploitationfilmen und dies, obwohl in der Romanvorlage von Ernest Tidyman die Figur als ein Weißer beschrieben wird. Die Veränderung der Figur war den sozialen Bewegungen zuzuschreiben und sollte eine der besten Entscheidungen von MGM werden, brachte der Film doch das Zehnfache der Produktionskosten ein.

Das Besondere an „Shaft“ ist u. a., dass man versuchte, den sog. „Black Power-Slang“ in die Dialoge mit einfließen zu lassen, was den Film noch lebendiger und realer erscheinen ließ und was es davor noch nicht gegeben hatte. Der Film handelt davon, dass Shaft die entführte Tochter eines Gangsterbosses finden soll. Dabei gerät er jedoch mehr und mehr in den Konflikt zwischen rivalisierenden Banden.

„Shaft“ ist ein Film, der einen von der ersten Sekunde an packt und einen regelrecht in die Handlung hineinzieht. Dies hängt sicherlich auch mit der berühmten Anfangssequenz zusammen, in der Richard Roundtree als John Shaft durch die Straßen New Yorks schlendert, während Isaac Hayes‘ „Shaft-Theme“ erklingt, für das Hayes dann auch den Oscar erhielt.

Der Film ist voller Action und cooler Sprüche und wirkt wie eine Art Noir-Film im postmodernen Gewand. Der riesige Erfolg führte zu zwei Sequels, die jedoch nicht mehr diesen gekonnten Stil des Originals beinhalten. Auch das Remake aus dem Jahr 2000 wurde zu einem kommerziellen Erfolg, auch wenn Manches dann doch zu sehr gestellt wirkte. Seit 2015 gibt es das Gerücht, dass ein neuer Shaft-Film geplant sei. Man darf also gespannt sein.

1975 schuf Steven Spielberg mit Der weisse Hai den ersten Blockbuster der Filmgeschichte. Die abenteuerliche Jagd nach dem Hai gleicht einem Duell, einer Art „High Noon“ auf dem Meer, wobei ein Acht-Meter-Hai einem wasserscheuen Polizisten gegenübersteht bzw. gegenüberschwimmt. Der Hai lässt sich nicht so leicht zur Strecke bringen. Und da die Gefahr besteht, dass er jederzeit erneut ahnungslose Badegäste verspeist, wird Jagd auf ihn gemacht.

Die Geschichte ist nicht nur eine Adaption des gleichnamigen Romans von Peter Benchley, sondern basiert auf einer wahren Begebenheit aus dem Jahre 1916, als bei New Jersey ein Hai mehrere Menschen attackierte. 2006 wurde der Bericht über jene Geschehnisse von Jack Sholder unter dem Titel „12 Days of Terror“ verfilmt. Steven Spielberg macht sich in seinem Horrorstreifen die Angst des Menschen vor den ungeahnten Tiefen des Ozeans zunutze, in denen noch unbekannte, gefährliche und vor allem enorm große Wesen hausen. Taucht eine dieser Bestien an die Oberfläche, dann ist erst einmal Schluss mit lustig.

In „Der Weiße Hai“ erscheinen der Spannungsaufbau der einzelnen Szenen sowie die Optik des Films wie aus dem Lehrbuch, eine Spezialität Spielbergs. die er auch auf alle seine späteren Filme anwenden sollte. Und dies, obwohl er beim Dreh von „Der weisse Hai“ mit erheblichen technischen Problemen zu kämpfen hatte.

Zum einen war das Haimodell, das von den Mitarbeiterin Bruce genannt wurde, zu schwer und ging einfach unter, zum anderen versagte mehrmals die Mechanik des Hais. Schließlich und endlich gelang es dann doch, das Modell für die relevanten Szenen zu verwenden. Somit entstand letztendlich einer der bekanntesten Tierhorrorfilme. Die beiden Sequels aus den Jahren 1978 und 1983 erreichten weder die Qualität noch die Spannung des Originals, auch wenn in „Der weiße Hai 3“ das Ungetüm in 3-D auf die Zuschauer losgelassen wurde. Seinen Erfolg sollte Steven Spielberg 1982 mit „E.T.“ nochmals toppen. Aber das ist eine andere Geschichte.

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