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Archive for Mai 2015

Mit der FILM und BUCH-Sonderausgabe starten wir eine neue Reihe. In unregelmäßigen Abständen möchten wir umfangreichere Artikel als „Einzelausgaben“ herausbringen. Den Anfang macht ein Vergleich zwischen den J-Horrorfilmen Ringu und Ju-On und deren US-Remakes. Der Fokus liegt dabei auf den kulturellen und gesellschaftlichen Hintergründen der Filme und wie diese sich in den jeweiligen Filmen unterscheiden. Der Download ist wie immer gratis.

OriginalundRemake-Seite001Hier der Link zum Download: Original und Remake

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goldengate

Foto von Bill Ebbesen. Quelle: Wikipedia.

In letzter Zeit musste vor allem ein Bauwerk herhalten, wenn es darum geht, es zu Kleinholz zu verarbeiten: Die Golden Gate Bridge in San Francisco. Die imposante Brücke, die 1937 fertig gestellt wurde, diente für unzählige Filme als schmückende Kulisse. Doch seit 2010 häufen sich Filme, die in San Francisco spielen und in denen daher der Brücke eine zentrale Rolle zukommt.

Frei nach dem Motto „Let’s go to San Francisco“ begeben sich Filmemacher in Zeiten der Krise in eben diese Stadt, um Produktionsgelder zu sparen.

startrekiv

Eine der bekanntesten Sequenzen stammt allerdings nicht aus dem 21. Jahrhundert, sondern aus dem Jahr 1986, als Captain Kirk und seine Mannschaft mit einem geklauten Klingonenraumschiff unter der Golden Gate Bridge hindurchfliegen. Nun, so schön und eindrucksvoll die Szene auch ist, in der Realität hätte aufgrund seiner Größe das Raumschiff die Brücke wohl eher gerammt. Das Ergebnis wäre ein kolossaler Brückeneinsturz gewesen.

Ein Grund, weswegen zurzeit so viele Filme in San Francisco spielen, dürfte in den Vergünstigungen für die Produktionen seitens der Stadtverwaltung liegen, die sich dadurch mehr Touristen erhoffen. So kommt seit „Rise of The Planet of the Apes“ die Brücke immer wieder für Kampf- und Desasterszenen in Frage.

planetderaffenIn dem Reboot der „Planet der Affen“-Filme aus dem Jahr 2011, in dem es um die Hintergrundgeschichte geht, die zur Herrschaft der Affen über die Menschen führt (und sich in Ansätzen an die Hintergrundgeschichte in Pierre Boulles Roman hält), kommt es im Schlussszenario auf der Golden Gate Bridge zur Massenkeilerei zwischen Menschen und Schimpansen. Die Brücke selbst geht dabei nicht kaputt, aber immerhin werden ein paar Autos demoliert und ein Helikopter stürzt ab.

pazfiic rimIn „Pacific Rim“ (2013) zeigt eine der Anfangssequenzen ein Riesenmonster, während dieses die Brücke attackiert und zum Einsturz bringt. Von einem der überflüssigsten Filme, die je für teures Geld gedreht wurden, ist dies die einzig sehenswerte Szene. Leider droht del Toro mit einem Sequel, das wahrscheinlich genauso sinnfrei sein wird wie sein Vorgänger.

Godzilla_(2014)_posterNatürlich darf auch Godzilla in dem gleichnamigen Remake aus dem Jahr 2014 die Brücke ordentlich durchschütteln. Trotz Blockbuster-Niveau gelang es Indie-Regisseur Gareth Edwards, ein wenig den Charm des Monsters in die Postmoderne hinüberzuretten. Der übliche Vater-Sohn-Konflikt, die üblichen Dialoge, aber die Optik des Films weiß dennoch zu überzeugen.

terminatorIn dem Film „Terminator: Genesys“ (2015) darf eine Actionszene auf der Golden Gate Bridge ebenfalls nicht fehlen. Einfallsreich wie Hollywood nun einmal ist, erzählt der Film mehr oder weniger dieselbe Story wie bereits 1984. Der koreanische Schauspieler Lee Byung-Hun übernimmt die Rolle von Robert Patrick aus dem 1991er Sequel. Man darf sich also zurücklehnen und gelangweilt gähnen.

Mit Sicherheit gibt es noch eine größere Zahl an Filmen, die in den vergangenen Jahren produziert wurden und in denen die Golden Gate Bridge eine bestimmte Funktion für Action oder Zerstörung übernimmt. Auffallend ist außerdem, dass die Winkel, in denen die Brücke in den verschiedenen Filmen aufgenommen wurde, sich beinahe aufs Haar gleichen. Wahrscheinlich lässt sich dies auf eine Absprache mit der Stadtbehörde zurückführen, die natürlich das Wahrzeichen von San Francisco so vorteilhaft wie möglich abgelichtet haben möchte. – Die Stadt kann froh sein, dass sie die Brücke nicht jedes Mal neu bauen muss.

 

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beachgirls and the monsterManche Filme scheinen schlicht und ergreifend nur deswegen produziert zu werden, um die Zuschauer bei Laune zu halten. Ein solches Vorhaben setzte Regisseur Jon Hall 1965 um, indem er den Party-Monster-Film „The Beach Girls and The Monster“ drehte.

In dieser fast vergessenen (und in Deutschland völlig unbekannten) Trash-Perle geht es um eine Gruppe junger Frauen, die am Strand herumtanzen und nach und nach von einem Monster – einem mutierten Barakuda – dezimiert werden. 1965 wurde der Film zu einem schlagenden – oder vielleicht doch eher einem überraschenden -Erfolg. Die Tänzerinnern werden groß als die „Watusi Dancing Girls“ angekündigt, die bei der Musik von Frank Sinatra Jr. nicht mehr zu halten sind. Das freut natürlich die am Strand anwesenden Jungs, was ein eindeutiges „Hey! Hey! in the moonlight“ zur Folge hat. Das Monster selbst ähnelt einer missglückten Version des Kiemenmenschen. Als fünftes Rad am Wagen bleibt ihm nichts anderes übrig, als sich an die Watusi Girls hinterrücks anzuschleichen.

beachgirls and the monste1r„The Beach Girls and The Monster“ ist ein unglaublich schneller Film, der die Rhythmen der Tanzmusik in seine Optik und Schnittfolge überträgt. Das lässt die Produktion auch heute noch keine Sekunde langweilig erscheinen. Die knappe Handlung, das häufige Auftreten des Monsters und das ohrenbetäubende Kreischen der Bikini-Girls machen ohne Ende Spaß. Um die Produktionskosten niedrig zu halten, spielte Regisseur Jon Hall gleich selbst mit. Hall selbst war bis in die 60er Jahre ein viel beschäftigter Schauspieler, der vor allem in diversen B-Picture auftrat. Nebenbei war er auch als Erfinder tätig. „The Beach Girls and The Monster“ gilt als sein bester Trash-Beitrag.

 

 

 

 

 

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totmacher3Nach den ersten beiden „Totmacher“-Bänden, welche historische Kriminalfälle aus Deutschland (Band 1) und Europa (Band 2) beinhalteten, beschäftigt sich Autor Gerd Frank in seinem dritten Band mit historischen Fällen aus Russland. Die Zeitspanne reicht von 1921 – 2012.

Es ist die Rede von Kannibalen, Würgern und Kindesmördern. Es ist erstaunlich, wie oft die Fälle in Zusammenhang mit kannibalischen Trieben stehen. Nicht weniger erstaunlich ist die Tatsache, dass das Phänomen Serienmörder in Russland verhältnismäßig häufig auftritt und sich – ein Fakt, der bisher noch nicht genau untersucht wurde – an bestimmten Orten mehr in Erscheinung tritt als an anderen.

Die einzelnen Fälle stellen teilweise unglaublich grausame Taten dar. Doch wie auch in den vorangegangenen Bänden bedient Gerd Frank keineswegs den plumpen Voyeurismus. Die Fälle sind präzise recherchiert. Der Autor geht den Hintergrundgeschichten nach, um Gründe für die Untaten und das abartige Verhalten der Täter zu finden. Dennoch sind die 28 Fälle äußerst spannend erzählt, sodass es schwer fällt, mit dem Lesen aufzuhören. Viele Fälle sind zugleich überaus unheimlich, sodass einem regelrecht eine Gänsehaut über den Rücken läuft.

Der Historiker Michael Kirchschlager verfasste zu dem Band ein sehr interessantes Vorwort, das sich mit der allgemeinen Geschichte und der Rechtsgeschichte Russlands beschäftigt. Die Einleitung dient als Grundlage, die es dem Leser hilft, die nachfolgenden Fälle besser verstehen zu können. Gerd Frank ergänzt Kirchschlagers Analyse durch ein Nachwort, in dem er selbst nach Gründen für die Grausamkeiten der Fälle sucht.

„Totmacher 3“ ist wie auch die beiden vorangegangenen Bände ein spannender und hoch interessanter Beitrag zur Kriminalgeschichte.

Gerd Frank: Totmacher 3 – Kolja der Menschenfresser und andere unheimliche Kriminalfälle russischer Serienmörder (1921-2012). Kirchschlager Verlag 2015, 197 Seiten, 12,80€, ISBN: 978-3-934277-51-9.

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Es ist soweit: Ausgabe 10 unseres kostenlosen eMagazins ist da! Dieses Mal beschäftigen wir uns mit den Hintergründen zu Henry James‘ berühmter Schauergeschichte „The Turn of the Screw“, gehen der Frage nach, welche Rolle die Musik in der Phantastik spielt, betrachten die Geschichte der Heftromane der 70er Jahre und nehmen Horrorfilme der 80er Jahre unter die Lupe.

FilmundBuch10

Hier der kostenlose Download-Link:  Film und Buch10

Inhalt

Die Gespenster des Henry James (Alexander Pechmann)

Zu schön, um von dieser Welt zu sein (Alessandra Reß)

Monstrula – Die Glanzzeit der Heftromane der 70er Jahre (Sabine Schwientek)

Spaß am Grauen – Der US-Horrorfilm der 80er Jahre (Max Pechmann)

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dietotensindunersättlichLeopold von Sacher-Masoch (1836-1895) dürfte den meisten Lesern durch seinen Roman „Venus im Pelz“ bekannt sein. Weniger bekannt ist, dass sich Sacher-Masoch auch im Bereich der Schauergeschichte versuchte. Die Geschichte des Manwed Werowski, der ein altes, halb verfallenes Schloss in den Karpaten besucht, ist ein Beispiel dafür.

Marc Gruppe und Stephan Bosenius machten aus dieser Erzählung Hörspiel Nummer 99 ihrer bekannten und mehrfach ausgezeichneten Reihe Gruselkabinett. In „Die Toten sind unersättlich“ erzählt Bartek, ein Freund der Familie Bardoßoska, eine sonderbare Geschichte. Als Manwed Werowski, der Verlobte von Aniela Bardoßoska, das Gerücht über ein sensationelles Gemälde der Fürstin Marina Tartakowska mitbekommt, das in einem verfallenen Schloss in den Karpaten hängen soll, beschließt er kurzerhand, dorthin aufzubrechen, um sich das Bild anzusehen. Das Gemälde bringt ihn aufgrund der Schönheit der Fürstin beinahe um den Verstand. Doch ist das noch nicht alles, was sich in dem Schloss befindet. In einem Raum gibt es eine Statue derselben Frau, die jedoch nur in einer Vollmondnacht betrachtet werden darf. Als Manwed in der folgenden Nacht zum Schloss zurückkehrt und die Statue zu sehen bekommt, ist dies der Auslöser für eine Reihe unheimlich-erotischer Ereignisse.

sachermasoch

Leopold von Sacher-Masoch

Mit „Die Toten sind unersättlich“ übertreffen sich Marc Gruppe und Stephan Bosenius selbst. Das Hörspiel überzeugt durch die dichte, spannende Umsetzung der Geschichte. Der Hörer wird durch die wundervolle, bildhafte Sprache geradezu mitten in die Handlung hineingezogen. Man befindet sich zusammen mit Manwed in den abgelegenen Karpaten, spürt die eisige Kälte und betritt mit ihm zusammen das düstere, unheimliche Schloss. Die Spannung wird nach und nach durch den zunehmenden erotischen Wahn Manweds gesteigert. Er ist von der Fürstin regelrecht besessen und zwar so sehr, dass seine Unterwerfung in einen Verfolgungswahn übergeht.

Weniger provokativ wie in ihrem Hörspiel „Alraune“, aber immer noch überaus sinnlich sind die Szenen, in denen sich Manwed der Fürstin unterwirft. Marc Gruppe arbeitet in diesen Szenen gekonnt Sacher-Masochs Theorie der Erotik als eine Spielform heraus, die später in der Psychologie als Masochismus bezeichnet wurde: die dominante Fürstin und Manwed, der die Rolle ihres „Sklaven“ übernimmt.

Das Hörspiel gehört zu den besten Produktionen, welche Marc Gruppe und Stephan Bosenius bisher für ihre Reihe Gruselkabinett hergestellt haben. Hier stimmt einfach alles. Auch der im Zusammenhang mit dem stets unerwartet erscheinenden Maurizi Konopka stehende Running-Gag ist gelungen. Um es auf den Punkt zu bringen: Hörspielfreunde kommen hier voll auf ihre Kosten.

 

 

 

 

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3jahrefilmundbuch

Das eMagazin FILM und BUCH gibt es nun schon seit drei Jahren. Insgesamt sind bisher neun Magazine erschienen. Das zehnte ist in Arbeit und wird ca. Mitte Mai veröffentlicht. Auch in dieser Hinsicht ein Jubiläum. Hinzu kommen viele Essays und Rezensionen, die auf unserem Blog erscheinen.

Eigentlich war das Blog zunächst als bloße Ergänzung für das Magazin gedacht, sozusagen als Heimstatt. Doch mit der Zeit verselbständigte sich beides. Unabhängig vom eMagazin veröffentlichen wir auf dem Blog alles Mögliche, das mit den Themen Film und Buch zu tun hat. Dazu gehören auch Artikel über Videoclips, wobei wir uns hier ganz auf K-Pop beschränken. Aber auch Kritiken oder Rezensionen zu Fachtexten, die sich mit Filmen beschäftigen, lassen wir nicht aus. Ohne allzu weitschweifig zu werden, ist es erstaunlich, dass ausgerechnet in wissenschaftlicher Fachliteratur immer wieder falsche Darstellungen über Filme zu finden sind. Erstaunlich auch, dass manche Kultur- und Sozialwissenschaftler gerne von „grauer Literatur“ sprechen, um sich von den Analysen und Darstellungen in Populärmagazinen abzugrenzen.

Aber zurück zu FILM und BUCH. Was uns sehr freut, ist die kontinuierliche Zunahme an Lesern. Das motiviert uns ungemein, mit Magazin und Blog weiterzumachen. Am meisten werden unsere Rezensionen und Überblicke über neue koreanische Filme gelesen. Das Besondere bei uns ist, dass wir diese Filme sichten, bevor sie in Deutschland erscheinen. Das Material erhalten wir aus Südkorea. Trotz beginnender Krise bei den großen koreanischen Filmstudios, besitzt der koreanische Film an sich noch immer hohes Potential, um gegen Hollywood konkurrieren zu können. Durch die Zunahme an Indie-Produktionen bleibt die weitere Entwicklung im koreanischen Kino interessant und spannend.

Wenn wir auf unsere eMagazine blicken, so hat sich herausgestellt, dass Ausgabe 7 bisher am meisten heruntergeladen wurde, gefolgt von Ausgabe 9. Das Schlußlicht bildet Ausgabe 4. Das Layout hat sich immer wieder verändert. Da wir im Hinblick auf die neunte Ausgabe überaus positive Rückmeldungen erhalten haben, werden wir dieses Layout beibehalten bzw. darauf aufbauen.

Zum Schluss möchten wir uns natürlich auch bei all den Lesern bedanken, die immer wieder bei uns vorbeischauen. Vielen Dank für euer Interesse! Wir hoffen, euch weiterhin vielseitige Essays und Rezensionen liefern zu können.

Eure FILM und BUCH-Redaktion

 

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