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Posts Tagged ‘Fantasy’

Nachdem sich Regisseur Zhang Yimou ein wenig in die chinesische Propaganditis verirrt hatte, versuchte er 2016 sein Revival in den internationalen Kinosälen. Dieses Mal ließ er die Propaganda beiseite und konzentrierte sich auf ein Monster-Action-Spektakel, das bei den Kritikern vollkommen durchfiel, was die Zuschauer aber nicht davon abhielt, scharenweise ins Kino zu gehen.

Mit „The great Wall“ liefert Yimou die etwas andere Erklärung dafür, weswegen die chinesische Mauer errichtet wurde. Nein, nicht wegen den Mongolen (was für ein Witz!), sondern wegen einem Rudel grüner Monster, die alle 60 Jahre versuchen, China zu überrennen. Genau in dieses Schlamassel geraten die beiden Söldner William Garin und Pero Tovar. Beide müssen der hübschen Generalin Lin Mae beistehen, damit die Monster einmal (frei nach SPD-Manier) so richtig in die Fresse kriegen.

Auch wenn die Kritiker sich mit diesem Film nicht anfreunden konnten, so hat er den Erfolg trotzdem verdient. Denn dieses unglaublich kurzweilige Monster-Kloppen ist dermaßen rasant in Szene gesetzt, dass es einfach nur eine Freude ist. Schöne Farben (die Kostüme der chinesischen Garde sind erstklassig), witzige Ideen und Monster, die endlich mal grünes Blut haben – mehr braucht es nicht, um den Trash-Freund bei Laune zu halten.

Dabei verliert sich der Film auch keineswegs in allzu große Oberflächlichkeit, sondern sorgt für schöne moralische Standpunkte, was ja der großteil der Hollywood-Blockbuster zurzeit vermissen lässt. Eingebunden in den Stil eines klassischen Abenteuerfilms, wirft Yimou dennoch so ziemlich alle Kategorien über den Haufen, so als habe er sich plötzlich Takashi Miike als Vorbild genommen, der einmal sagte, er drehe die Filme so wie er möchte, da sie sich sowieso niemand ansehe. Dies sorgt für eine ungeheure Frische, da hier bewusst Historie mit Fantasy vermischt wurde, auch auf die Gefahr hin, als völlig plemplem zu gelten und dadurch bei den Kritikern anzuecken (was ja auch erreicht wurde).

Der Angriff der Monster erinnert entfernt an die Hauptsequenz von „Tauchfahrt des Grauens“ (1978), in der ebenfalls Monster eine Festung angreifen. Möglich, dass Zhang Yimou sich dies als eine Art Blaupause für seinen eigenen Film genommen hat. Sicher ist nur, dass sich mal wieder alle aufregten. Denn nun war es niemanden recht, dass ein weißer Schauspieler die Hauptrolle in einem chinesischen Film inne hatte. Aber egal, zu meckern gibt es in dieser Hinsicht zurzeit anscheinend immer etwas. Aus Sicht der Handlung fragt man sich lediglich, was Willem Dafoe darin verloren hat. Seine Rolle ist im Grunde genommen überflüssig, was dazu führt, dass Dafoe seinen Platz im Film nicht wirklich findet. Ansonsten ist der von „Wonder Woman“-Produzent Charles Roven mitproduzierte Film echtes Popcornkino und hat das Zeug zu einem echten Trash-Klassiker.

The great Wall. Regie: Zhang Yimou, Drehbuch: Carlo Bernard, Doug Miro, Tony Gilroy, Produktion: Thomas Tull, Charles Roven, Darsteller: Matt Damon, Jing Tian, Pedro Pascal, Willem Dafoe, Andy Lau. USA/China 2016, 103 Min.

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Damit hatte wohl keiner gerechnet. Innerhalb kürzester Zeit wurde „Wonder Woman“ nicht nur zu einem der erfolgreichsten Filme des Jahres, sondern schrieb innerhalb weniger Wochen auch noch Filmgeschichte. Denn „Wonder Woman“ ist zugleich der erfolgreichste Film, bei dem eine Frau Regie führte.

Bereits mit ihrem Spielfilmdebut aus dem Jahr 2003, dem Krimi und Sozialdrama „Monster“, wurde Patty Jenkins mit Preisen überhäuft. Und nun setzte sie mit ihrer Regiearbeit für „Wonder Woman“ noch eins oben drauf. Denn in Sachen Emanzipation dürfte dieser Film zur Ikone werden. Die Comic-Adaption ist wohl die beste, die seit langem ins Kino kam. Hier geschieht genau das, was man sich von allen anderen Filmen gewünscht hätte: eine Mischung aus Action, Humor und Tiefgang.

All das, was viele der bisherigen Superheldenfilme falsch machten, macht „Wonder Woman“ richtig, und man fragt sich, wieso es nicht gleich so hätte sein können. Denn verabschieden sich die Comic-Adaptionen in eine immer größere Inhaltsleere, so zeigt Regisseurin Patty Jenkins, dass man sich innerhalb dieses Feldes auch anders bewegen kann.

Sie verleiht dem Film eine durch und durch ernste Thematik. Diana alias Diane Prince alias Wonder Woman (mit dem Fotomodell Gal Godot bestens besetzt) verlässt ihre Heimat, um die Welt vom Krieg zu befreien. Auf diese Weise gerät sie mitten hinein in das Geschehen des Ersten Weltkriegs. Zusammen mit dem Spion Steve Trevor macht sie sich auf die Suche nach dem Kriegsgott Ares. Denn nur wenn dieser vernichtet wird, kann angeblich wieder Frieden herrschen.

Es ist einfach toll, wie Jenkins dem Ziel, das sich Diana selbst setzt, eine Note verleiht, die Naivität und Tragik mit der mythologisch angehauchten Vorstellung von Heldentum verbindet. Dies verleiht dem Aspekt des Superhelden eine völlig neue Dimension, hinterfragt doch der Film das Verhalten eben dieser Comic-Helden, in dem er Wonder Woman in ein historisches Umfeld setzt, das geprägt ist von einem alles erschütternden Krieg. Diese Einbettung in eine sozialhistorische Realität regt durchaus zum Nachdenken an, verleiht dem Action-Fantasy-Spektakel eine gewisse Tiefe, da der Film auch nicht kritische Töne scheut, etwas, was man sich im aktuellen Blockbuster-Kino ja nicht mehr getraut.

So ist die Szene, in der Wonder Woman einen der Generäle direkt ins Gesicht schreit, dass er feige sei, da er so und so viele Menschen in den Tod schickt, aber sich selbst nicht auf das Schlachtfeld traut, geradezu sensationell. Doch auch die angedeuteten Diskussionen über das Wesen des Menschen, über Hass und Brutalität und die Frage, weswegen sich Menschen solche Konflikte überhaupt antun, wenn sie doch genauso gut in Frieden leben könnten, verweisen auf zentrale soziologische und philosophische Fragestellungen.

Mit „Wonder Woman“ ist Patty Jenkins ein toller Wurf geglückt, von dessen Sorte man sich mehr wünscht. Man kann daher nur hoffen, dass die folgenden Filme, die es mit Sicherheit geben wird, nicht der gegenwärtigen Superhelden-Tristesse anheim fallen werden, sondern sich auf diese positive Weise weiter entfalten.

Wonder Woman. Regie: Patty Jenkins, Drehbuch: Allan Heinberg, Produktion: Zack Snyder, Charles Roven, Darsteller: Gal Gadot, Chris Pine, Connie Nielsen, Danny Huston, David Thewlis, Elena Anaya. USA 2017, 141 Min.

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Das Kinoerlebnis in den 80er Jahren war vor allem geprägt durch die Eiswerbung, die kurz vor dem Film lief. Untermalt von dem Song „Like Ice in the Sunhshine“ von  Beagle Music Ltd. wurde die Werbung rasch zum Kult und zum Wahrzeichen der Spaßgesellschaft. Und dennoch steckte das Kino damals wieder einmal in der Krise.

Der Video-Boom führte dazu, dass die Leute Filme lieber in ihren eigenen vier Wänden ansahen, als ins Kino zu gehen. Die sog. Direct-to-Video-Produktionen kamen auf. Das Kino musste reagieren. Und wie? – Und wie! Denn in den 80er Jahren wurde Trash zum Mainstream erklärt. Die großen Studios produzierten Filme, die nach denselben Konzepten wie diejenigen von Roger Corman funktionierten, nur waren sie eben besser. Der Grund dafür ist ganz einfach: ein viel größeres Budget.

Corman und seinen Kollegen wurde dadurch der Markt weggeschnappt. Doch erfanden sich Corman und Co. neu, indem sie auf den damals boomenden Videomarkt auswichen. Die Folge: eine Flut an Horrorfilmen, welche Pädagogen und unsere bekannte Zensurstelle FSK zum Schwitzen brachten.

Der deutsche Film konnte da nicht mithalten und geriet in eine lang anhaltende Krise. Gedreht wurden allerhöchstens Filme wie „Otto – Der Film“ oder „Die Supernasen“, womit sich Deutschland in Sachen Filmkunst international ganz weit hinten anstellen musste.

Normalerweise stellen wir in unserer Reihe „Double Feature“ jeweils zwei Filme vor, von denen wir glauben, dass  sie das jeweilige Jahrzehnt besonders gut abbilden. Bei den 80er Jahren ist dies unmöglich, da dieses Jahrzehnt so viele prägende Filme hervorgebracht hat, dass man dieser einzigartigen Hochphase der Popkultur mit nur zwei Filmen einfach nicht gerecht wird. Daher haben wir von verschiedenen Genres jeweils zwei Filme genommen: Action, Science Fiction, Fantasy, Horror, Liebesfilm/Drama. – Viel Spaß dabei! 🙂

Actionfilme der 80er

In Sachen Action kamen in den 80er Jahren durch den Erfolg von „Rambo“ (1982) die Militär-Actionfilme auf, von denen sicherlich „Missing in Action“ mit Chuck Norris am dümmsten abschnitt. Parallel dazu wurde eine Vielzahl von Polizei-Filmen produziert (weißer Einzelgänger mit schwarzem Kollegen), mal als Komödie, mal als Drama und mal als Mischung aus allem. Ab 1981 entwickelte sich aber auch eine Mischung aus Fantasy- und Abenteuerfilmen, von denen die „Indian Jones“-Filme am bekanntesten sind. Harrison Ford spielte den Helden und suchte in seinem ersten Abenteuer „Jäger des verlorenen Schatzes“ (1981) nach der Bundeslade. Mit vielen Effekten, viel Humor und jeder Menge Action wurde der Film zum absoluten Hit, auch wenn Steven Spielberg noch ein Jahr warten musste, bis er den Zenit seines Erfolgs als Regisseur erreichen sollte.

Und ja, in den 80er Jahren konnte man auch ohne weiteres einen Film übers Armdrücken drehen. „Over the Top“ (1987) hätte man vielleicht eher „Over the Flop“ bezeichnen sollen, denn das Sport-Trucker-Familiendrama, basierend auf einem Drehbuch von Sylvester Stallone, wollte nicht jeder sehen. Heute zählt der Film zu den Trash-Klassikern, damals jedoch begannen Cannon Films damit, ihr eigenes Grab zu schaufeln und gingen wenige Jahre später pleite. Aber grunzende, Schweiß triefende Männer in Unterhemden waren nun einmal nicht jedermanns Sache – obwohl sie ebenfalls ein typisches Merkmal der Actionfilme der 80er Jahre waren.

Science Fiction-Filme der 80er

Natürlich beherrschten die „Star Wars“-Filme die erste Hälfte der 80er Jahre. Doch die SF-Fantasy-Horror-Welle, welche das Jahrzehnt bestimmte, brachte noch viele andere sehenswerte Filme heraus. So versuchte sich John Carpenter 1982 an einer Neuverfilmung von „Das Ding“ und landete einen Flop. Damals galt das Remake, das Carpenter nicht als Remake verstanden wissen wollte, als der brutalste Film überhaupt. Die mechanischen Puppeneffekte sind grandios und die Story orientiert sich stärker an der literarischen Vorlage „Who goes there?“ von John W. Campbell als der Klassiker aus dem Jahr 1951.

Das Gegenstück zu „Das Ding“ schuf Steven Spielberg mit „E.T.“ (1982). Kein bluttriefender Gestaltwandler, sondern ein kleines, hässliches Knuddelalien strandet auf der Erde und will – wer kann es ihm verdenken – so schnell wie möglich wieder nachhause. Der Film zählt nicht nur zu den erfolgreichsten Filmen der Filmgeschichte, sondern ebnete Spielberg endgültig den Weg zum Podest der wichtigsten Regisseure Hollywoods. Seitdem darf in jedem Film, der in den 80er Jahren spielt, das BMX-Rad nicht fehlen. Drew Barrymore, die die kleine Gertie spielte, ist heute selbst Filmproduzentin und finanzierte u. a. „Donnie Darko“.

Fantasy-Filme der 80er

Mit dem Film „Krull“ (1983) hoffte Regisseur Peter Yates aufgrund der Fantasywelle zu punkten, landete aber einen gewaltigen Flop. Heute zählt der Film zu den Klassikern des Fantasy-Genres, damals aber wollte ihn kaum einer sehen. Trotz toller Effekte, konzentrierte sich Yates nicht auf ein reines Actionspektakel, sondern viel mehr darauf, eine durchgängig spannende Story zu kreieren. Irgendwie zwischen „Star Wars“ und „Excalibur“ angesiedelt, verbindet der Film gekonnt beide Genres miteinander. In einer Nebenrolle darf auch Liam Neeson mitspielen – ein bisschen mehr, als ihm zwei Jahre zuvor in „Excalibur“ zugestanden wurde.

Wieso wurden in den 80er Jahren so viele Fantasyfilme gedreht, wenn doch die Mehrzahl davon floppte? So auch „Legend“ (1985) von Ridley Scott. Der Film floppte nicht nur, sondern Scott und sein Team brachten es sogar fertig, die berühmten Pinewood Studios, in denen der Film gedreht wurde, abzufackeln. Stellenweise ist der Film unglaublich kitschig, an anderen Stellen aber schuf Scott eine wunderbare düstere Fantasy-Horror-Mischung, die immer wieder fasziniert. Tragend hierbei ist natürlich Tim Curry als Herr der Finsternis. Tom Cruise dagegen wirkte in der Rolle als Jack ziemlich belämmert.

Horrorfilme der 80er

Die 80er Jahre waren das Jahrzehnt der Splatter- und Slasher-Filme. Besonders ins Visier unserer Zensur- bzw. FSK-Stelle geriet „Tanz der Teufel“ (1981). Die Mischung aus Horror und Slapstick führte in Deutschland dazu, dass Sam Raimis Debut beschlagnahmt wurde. Erst 2017 wurde diese aufgehoben. Fünf Freunde verbringen eine Nacht in einer einsam gelegenen Hütte und werden dabei von Dämonen überfallen. So einfach und so genial funktionieren eben nur Horrorfilme. Besonders originell an dem Film ist die Kameraführung, die „Tanz der Teufel“ fast schon zu einer Art „Handbuch“ für angehende Kameraleute werden lässt. Denn darin findet man nicht nur jede Einstellung, die es überhaupt gibt, sondern zulgeich eine grandiose Experimentierfreude. Die deutschen Behörden verstanden den Film dennoch nicht und machten sich zudem auch international lächerlich, indem sie darüber diskutierten, ob Zombies nun Menschen seien oder nicht.

Was wären die 80er Jahre ohne Freddy? Freddy Krüger gehört inzwischen ebenso zum festen Bestandteil der Popkultur wie seine Kollegen Jason oder Michael Meyers. Einen hässlichen Ringelpullover, Klingenhandschuhe und einen fransigen Hut, und fertig war eine der berühmtesten Horrorfiguren. Darsteller Robert Englund, der bis dahin nur in Nebenrollen zu sehen gewesen war, wurde dadurch über Nacht berühmt. Wes Craven, der u. a. Psychologie studiert hatte, brachte mit „Nightmare on Elmstreet“ (1984) die Thematik des Horrorgenres auf den Punkt: Albträume. Für Johnny Depp war dies die erste Rolle – sein filmischer Abgang in der berühmten Bettszene stellt eine gewitzte Parodie auf Kubricks „Shining“ dar.

Liebesfilme und Dramen der 80er

Frankreich brachte in den 80er Jahren nicht nur Actionfilme auf den Markt, sondern auch die eine oder andere Komödie. Eine der berühmtesten Liebeskomödien ist „La Boum – Die Fete“ (1980), die Sophie Marceau mit nur 13 Jahren zum internationalen Star machte. Der Song „Reality“ wird auch heute noch im Radio gespielt und hat nichts von seiner Ohrwurmqualität eingebüßt. Apropos Ohrwurm, der Film machte den Walkman zum Verkaufsschlager. Und zugleich führte der Film nicht nur zu einer Fortsetzung, sondern zu einer ganzen Reihe ähnlich gestrickter Teenager-Komödien, welche ein zentraler Aspekt der 80er Jahre waren.

Wer wie ich in einer Kleinstadt mit nur einem Kino aufwuchs, der hat sich wahrscheinlich genauso geärgert, als 1987 wochenlang eben dieses eine Kino von nur einem Film blockiert wurde: „Dirty Dancing“ (1987). Damals ging absolut nichts mehr, alle anderen Filme konnte man sich praktisch selbst malen. Patrick Swayze machte dieser Film zum Star. Davor kämpfte er in der TV-Serie „Fackeln im Sturm“ mit. Niemand weiß eigentlich, wieso „Dirty Dancing“ solch ein Erfolg wurde. Dem hauptsächlich weiblichem Publikum hat der Film gefallen – niemand hatte anscheinend gewusst, dass Swayze seit Mitte der 70er verheiratet gewesen war. Als ich den Film dann später im Fernsehen sah, fand ich ihn auch nicht so schlecht wie befürchtet, aber ein Knaller war er auch nicht.

 

 

 

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Band vier der eBook-Serie „Prähuman“ ist erschienen. Auch dieses Mal bietet die Mischung aus SF, Fantasy und Abenteuer spannende Unterhaltung.

Die Handlung:

Ist Shangri-La eine bloße Legende? Seitdem Frederic Tubb in New York auf die Spur einer Expedition aus dem Jahr 1933 gekommen ist, ist er anderer Meinung. Denn damals suchten zwei umstrittene Forscher nach dem sagenumwobenen Ort und brachten von ihrer Reise sonderbare Artefakte mit, die seitdem in einem Berliner Museum lagern. Als Tubbs Mitarbeiter Maki Asakawa und Hans Schmeißer die Artefakte besichtigen, kommt es zu einem mysteriösen Zwischenfall, durch den die eigenartigen Objekte auf einmal ein zerstörerisches Eigenleben entwickeln. Kurz darauf empfängt die Zentrale der LOGE rätselhafte Funksignale, deren Ursprung in einem abgelegenen Gebiet des Himalajagebirges liegen.

Sogleich reist Tubb zusammen mit seinem Team nach Tibet, um die Quelle der Signale ausfindig zu machen. Doch sind sie nicht allein. Ein zwielichtiger Mann namens Viktor Leng möchte ebenfalls das Geheimnis um Shangri-La lüften und geht dabei über Leichen. Doch die Gefahr, die von diesem Menschen ausgeht, ist nichts im Vergleich zu dem, was sie in dem entlegenen Gebiet des Himalaja erwartet …

Bei Prähuman 04 handelt es sich um den bisher umfangreichsten Band der Serie. Aspekte des Phantastischen Abenteuerromans verbinden sich hier mit SF-Elementen. Die Story ist wie immer durchgehend spannend und bringt uns dabei eine Figur näher, die in Band eins bereits erwähnt wurde: Viktor Leng. Dabei geizt Denning nicht mit originellen und witzigen Ideen, die die Geschichte auf fantastische Weise bereichern. Und als kleiner Hinweis sei noch erwähnt: Die Expedition, von der die Rede ist, hat es tatsächlich gegeben.

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„Die neunte Stadt“ heißt der Debutroman von J. Patrick Black, mit knapp 800 Seiten ein echter Wälzer. Wie bei vielen Erstlingen, so scheint es auch hier, als habe Black so ziemlich alles, was er an SF gelesen und gesehen hat, auf die eine oder andere Weise in den Roman hineingezwängt. Das Ergebnis ist folglich ein umfangreiches Werk, das zwar voller Ideen steckt, das aber zugleich stets an andere Romane und Filme erinnert.

So umfangreich „Die neunte Stadt“ ist, so kurz lässt sich die Handlung schildern: es geht darum, dass die Menschen sich auf eine außerirdische Invasion vorbereiten, nachdem sie bereits vor mehreren hundert Jahren von Aliens heimgesucht wurden.

Black schreibt den Roman aus der Perspektive von sieben Protagonisten in Gegenwartsform, was anscheinend einen neuen Trend darstellt, der z. B. bereits von Paula Hawkins in „Girl on the Train“ und auch von Mats Strandberg in „Die Überfahrt“ Verwendung findet. Black wendet diesen Stil für eine detaillierte Beschreibung einer zukünftigen Gesellschaft mit all ihren verschiedenen Facetten an, die alles daran setzt, um sich gegen die erneute außerirdische Invasion zu verteidigen.

Die Menschen haben dabei von den Außerirdischen in Sachen kriegerische Auseinandersetzung gelernt, denn durch sie sind sie in den Besitz geistiger Fähigkeiten gekommen, mit deren Hilfe effizienter gegen die Invasoren vorgegangen werden kann. Intersssant hierbei ist, dass Black die Geschehnisse ausschließlich aus der Perspektive von jungen Menschen, wie etwa der Nomadin Naomi oder dem Jungen Jax, der eine Ausbildung in einer Militärakademie absolviert, erzählt. Dies lässt in einem die Frage entstehen, ob „Die neunte Stadt“ nicht eigentlich als Jugendbuch gedacht war, beeinflusst etwa durch „Die Tribute von Panem“ und ähnlichen Romanen, obwohl die jeweiligen Handlungen natürlich nichts miteinander zu tun haben.

Wie dem auch sei, der Roman macht trotz der vielen „geborgten“ Ideen (wie z.B. der riesigen Kampfmaschinen, die man nicht nur in Hollywood, sondern auch bei Alfred Döblins „Berge, Meere und Giganten“ findet) Spaß und ist flüssig zu lesen. Positiv zu bewerten ist ebenfalls, dass Black versucht, jeder Figur eine individuelle Stimme zu geben, was den Roman zusätzlich interessant und vielfältig macht.

„Die neunte Stadt“ wird durch das gewitzte Ideensammelsurium zu einem Lesevergnügen mit Quasi-Déjà-vu-Erlebnissen. Black setzt an den Anfang nicht den obligatorischen großen Knall, sondern nimmt sich im wahrsten Sinne des Wortes Zeit, um die Handlung langsam zu entwickelt und die Spannung zu steigern, wobei er im Laufe der Geschehnisse auch mit Action und dem einen oder anderen Gag nicht geizt. Kurz: spannende Unterhaltung zwischen SF und Fantasy.

J. Patrick Black. Die neunte Stadt. Heyne Verlag 2017, 792 Seiten, 16,99 Euro, ISBN: 978-3-453-31788-8

 

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Zwischen 2009 und 2015 erschien bei dem Online-Magazin Geisterspiegel die Serie „Prähuman“, die sich mit weit über 35.000 Lesern zur heimlichen Kultserie entwickelte. Damals erschienen insgesamt 18 Bände.

Nun hat der bekannte Horrorautor Carl Denning die Serie komplett überarbeitet und erweitert. Besaß z.B. Band 1 in der Urfassung etwa 45 Seiten, so umfasst die Neuausgabe beinahe 90 Seiten. Die Serie besticht durch ihre Mischung aus genreübergreifenden Elementen aus Science Fiction, Abenteuer, Action und Horror und orientiert sich dabei an den sog. Leihbüchern der 50er und 60er Jahre.

Es geht um den Grenzwissenschaftler Frederic Tubb, der zusammen mit seinen beiden Mitarbeitern Maki Asakawa und Hans Schmeißer auf die Spur einer prähumanen Hyperzivilisation kommt, die angeblich noch immer existiert. Gemeinsam versuchen sie, das Geheimnis dieser unheimlichen Zivilisation zu lösen und geraten dabei von einem Abenteuer zum nächsten, wobei eine gefährliche Situation der anderen folgt. Gewürzt ist alles mit einem herrlich-skurrilen Humor.

Wer also auf aberwitzige Ideen, eine rasante Handlung und jede Menge Action steht, der ist bei „Prähuman“ goldrichtig. Denn der Unterhaltungswert der Serie ist kaum zu überbieten. Carl Denning, der mit seinen intensiven Horrorromanen wie z.B. „Blutige Schatten“, „Monster“, „Das Böse“ oder „Todesstation“ vielen Lesern das Gruseln lehrt, zeigt auch hier, dass er sein Handwerk versteht. Denn die „Prähuman“-Bände sind so konzipiert, dass kein Band dem anderen gleicht. Jeder Band besitzt sein eigenes Thema und seinen eigenen Charme, sodass es zu keinen Wiederholungen kommt.

In Band eins kommen Frederic Tubb, Maki Asakawa und Hans Schmeißer nach Kambodscha. Mitten im Dschungel wurde von Archäologen eine riesige Stadt entdeckt. Alter: 60 Millionen Jahre. Kaum ist Tubb dort angekommen, als ein Teil des Archäologen-Teams spurlos verschwindet. Doch ist dies noch nicht alles. Denn während der Besichtigung der Stadt werden Tubb und sein Team auf einmal von riesigen Maschinen angegriffen. Aber das ist noch längst nicht alles … – Der kambodschanische Dschungel, London und Seoul sind die spannenden Schauplätze des ersten Bandes.

Die tollen Coverbilder der Serie stammen von Gerd Atlmann.

Band 2 „Angriff der Anderen“, in dem es um seltsame Zwischenfälle in London geht, und Band 3 „Frederic Tubb funkt SOS“, in dem es Tubb und sein Team mit einer gigantischen Maschine im pazfischen Ozean zu tun haben, sind ebenfalls schon erschienen. Die Serie ist auf insgesamt 20 Bände angelegt.

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fromtimetotimeRegisseur Julian Fellows schuf mit dem Kinderfilm „From Time to Time“ eine geradezu klassisch anmutende Mischung aus Geisterhausfilm, Drama und Familiengeheimnis. Es handelt sich dabei um eine Adaption von Lucy M. Bostons Kinderbuch „The Chimneys of Green Knowe“ aus den 50er Jahren.

Im Mittelpunkt steht der 13jährige Tolly, der gegen Ende des Zweiten Weltkriegs von seiner Mutter zu seiner Großmutter Linnet auf das Anwesen Green Knowe geschickt wird. Tolly findet die Idee zunächst gar nicht gut. Doch dann begegnet er plötzlich dem Geist eines Mädchens, das vor 200 Jahren in dem Haus gelebt hat. Das ist der Anfang einer Reihe seltsamer Spukerlebnisse, durch die Tolly auf die Spur eines alten Geheimnisses seiner Familie stößt.

Der Film erzählt die Geschichte von Tolly sehr einfühlsam. Er zeigt komplexe Charaktere, die sich nicht nach dem berühmten Schubladenprinzip einordnen lassen. Im Gegenteil, denn den meisten Figuren haftet eine mysteriöse Aura an. Wie zum Beispiel dem Gärtner Boggis, der zwar viel über Tollys Familie weiß, doch über sein eigenes Leben lieber schweigt. Auch das konfliktreiche Verhältnis zwischen Tollys Großmutter und seiner Mutter besitzt etwas Geheimnisvolles. Damit bleibt es dem Zuschauer überlassen, „zwischen den Zeilen“ zu lesen, um sich ein genaueres Bild über die Familie zu machen. Auch Tolly selbst, der zu spontanen Wutausbrüchen neigt, wirkt zunächst eigenartig. Erst im Laufe des Films findet sich eine recht tragische Erklärung für sein Verhalten.

Trotz der doch intensiven Beschäftigung mit den einzelnen Charakteren, vergisst Julian Fellows nicht, die Geschichte spannend und unheimlich zu erzählen. Die plötzlichen und hervorragend in Szene gesetzten Zeitsprünge, die Tolly erlebt, wirken hierbei wie eine Art heimlicher Motor, der die Story gekonnt vorantreibt. „From Time to Time“ ist kein Actionfilm im Stile von Potter & Co., sondern ein schöner, fast schon altmodisch umgesetzter Film, der allerdings mit vielen Überraschungen aufwartet.

Die Kulissen sollten nicht unerwähnt bleiben. Das Anwesen Green Knowe beherrscht die geheimnisvollen Ereignisse durch seine düstere Fassade und seine Verwinkeltheit. Manche Räume werden seit Generationen nicht mehr benutzt und sind dem Verfall preisgegeben. Man nimmt dem Gebäude durchaus ab, dass es in ihm nicht mir rechten Dingen zugeht. „From Time to Time“ erinnert in seiner Art an eine klassische Schauergeschichte. Es ist zugleich ein wundervoller Familienfilm, bei dem es sich durchaus lohnt, ihn mehrmals anzusehen.

From Time to Time, Regie, Drehbuch u. Produktion: Julian Fellows, Darsteller: Maggie Smith, Timothy Spall, Carice van Houten, Alex Etel, Pauline Collins, Hugh Bonneville, Dominic West. England 2010, 92 Min.

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