Feeds:
Beiträge
Kommentare

Posts Tagged ‘Fantasy’

„Die neunte Stadt“ heißt der Debutroman von J. Patrick Black, mit knapp 800 Seiten ein echter Wälzer. Wie bei vielen Erstlingen, so scheint es auch hier, als habe Black so ziemlich alles, was er an SF gelesen und gesehen hat, auf die eine oder andere Weise in den Roman hineingezwängt. Das Ergebnis ist folglich ein umfangreiches Werk, das zwar voller Ideen steckt, das aber zugleich stets an andere Romane und Filme erinnert.

So umfangreich „Die neunte Stadt“ ist, so kurz lässt sich die Handlung schildern: es geht darum, dass die Menschen sich auf eine außerirdische Invasion vorbereiten, nachdem sie bereits vor mehreren hundert Jahren von Aliens heimgesucht wurden.

Black schreibt den Roman aus der Perspektive von sieben Protagonisten in Gegenwartsform, was anscheinend einen neuen Trend darstellt, der z. B. bereits von Paula Hawkins in „Girl on the Train“ und auch von Mats Strandberg in „Die Überfahrt“ Verwendung findet. Black wendet diesen Stil für eine detaillierte Beschreibung einer zukünftigen Gesellschaft mit all ihren verschiedenen Facetten an, die alles daran setzt, um sich gegen die erneute außerirdische Invasion zu verteidigen.

Die Menschen haben dabei von den Außerirdischen in Sachen kriegerische Auseinandersetzung gelernt, denn durch sie sind sie in den Besitz geistiger Fähigkeiten gekommen, mit deren Hilfe effizienter gegen die Invasoren vorgegangen werden kann. Intersssant hierbei ist, dass Black die Geschehnisse ausschließlich aus der Perspektive von jungen Menschen, wie etwa der Nomadin Naomi oder dem Jungen Jax, der eine Ausbildung in einer Militärakademie absolviert, erzählt. Dies lässt in einem die Frage entstehen, ob „Die neunte Stadt“ nicht eigentlich als Jugendbuch gedacht war, beeinflusst etwa durch „Die Tribute von Panem“ und ähnlichen Romanen, obwohl die jeweiligen Handlungen natürlich nichts miteinander zu tun haben.

Wie dem auch sei, der Roman macht trotz der vielen „geborgten“ Ideen (wie z.B. der riesigen Kampfmaschinen, die man nicht nur in Hollywood, sondern auch bei Alfred Döblins „Berge, Meere und Giganten“ findet) Spaß und ist flüssig zu lesen. Positiv zu bewerten ist ebenfalls, dass Black versucht, jeder Figur eine individuelle Stimme zu geben, was den Roman zusätzlich interessant und vielfältig macht.

„Die neunte Stadt“ wird durch das gewitzte Ideensammelsurium zu einem Lesevergnügen mit Quasi-Déjà-vu-Erlebnissen. Black setzt an den Anfang nicht den obligatorischen großen Knall, sondern nimmt sich im wahrsten Sinne des Wortes Zeit, um die Handlung langsam zu entwickelt und die Spannung zu steigern, wobei er im Laufe der Geschehnisse auch mit Action und dem einen oder anderen Gag nicht geizt. Kurz: spannende Unterhaltung zwischen SF und Fantasy.

J. Patrick Black. Die neunte Stadt. Heyne Verlag 2017, 792 Seiten, 16,99 Euro, ISBN: 978-3-453-31788-8

 

Read Full Post »

Zwischen 2009 und 2015 erschien bei dem Online-Magazin Geisterspiegel die Serie „Prähuman“, die sich mit weit über 35.000 Lesern zur heimlichen Kultserie entwickelte. Damals erschienen insgesamt 18 Bände.

Nun hat der bekannte Horrorautor Carl Denning die Serie komplett überarbeitet und erweitert. Besaß z.B. Band 1 in der Urfassung etwa 45 Seiten, so umfasst die Neuausgabe beinahe 90 Seiten. Die Serie besticht durch ihre Mischung aus genreübergreifenden Elementen aus Science Fiction, Abenteuer, Action und Horror und orientiert sich dabei an den sog. Leihbüchern der 50er und 60er Jahre.

Es geht um den Grenzwissenschaftler Frederic Tubb, der zusammen mit seinen beiden Mitarbeitern Maki Asakawa und Hans Schmeißer auf die Spur einer prähumanen Hyperzivilisation kommt, die angeblich noch immer existiert. Gemeinsam versuchen sie, das Geheimnis dieser unheimlichen Zivilisation zu lösen und geraten dabei von einem Abenteuer zum nächsten, wobei eine gefährliche Situation der anderen folgt. Gewürzt ist alles mit einem herrlich-skurrilen Humor.

Wer also auf aberwitzige Ideen, eine rasante Handlung und jede Menge Action steht, der ist bei „Prähuman“ goldrichtig. Denn der Unterhaltungswert der Serie ist kaum zu überbieten. Carl Denning, der mit seinen intensiven Horrorromanen wie z.B. „Blutige Schatten“, „Monster“, „Das Böse“ oder „Todesstation“ vielen Lesern das Gruseln lehrt, zeigt auch hier, dass er sein Handwerk versteht. Denn die „Prähuman“-Bände sind so konzipiert, dass kein Band dem anderen gleicht. Jeder Band besitzt sein eigenes Thema und seinen eigenen Charme, sodass es zu keinen Wiederholungen kommt.

In Band eins kommen Frederic Tubb, Maki Asakawa und Hans Schmeißer nach Kambodscha. Mitten im Dschungel wurde von Archäologen eine riesige Stadt entdeckt. Alter: 60 Millionen Jahre. Kaum ist Tubb dort angekommen, als ein Teil des Archäologen-Teams spurlos verschwindet. Doch ist dies noch nicht alles. Denn während der Besichtigung der Stadt werden Tubb und sein Team auf einmal von riesigen Maschinen angegriffen. Aber das ist noch längst nicht alles … – Der kambodschanische Dschungel, London und Seoul sind die spannenden Schauplätze des ersten Bandes.

Die tollen Coverbilder der Serie stammen von Gerd Atlmann.

Band 2 „Angriff der Anderen“, in dem es um seltsame Zwischenfälle in London geht, und Band 3 „Frederic Tubb funkt SOS“, in dem es Tubb und sein Team mit einer gigantischen Maschine im pazfischen Ozean zu tun haben, sind ebenfalls schon erschienen. Die Serie ist auf insgesamt 20 Bände angelegt.

Read Full Post »

fromtimetotimeRegisseur Julian Fellows schuf mit dem Kinderfilm „From Time to Time“ eine geradezu klassisch anmutende Mischung aus Geisterhausfilm, Drama und Familiengeheimnis. Es handelt sich dabei um eine Adaption von Lucy M. Bostons Kinderbuch „The Chimneys of Green Knowe“ aus den 50er Jahren.

Im Mittelpunkt steht der 13jährige Tolly, der gegen Ende des Zweiten Weltkriegs von seiner Mutter zu seiner Großmutter Linnet auf das Anwesen Green Knowe geschickt wird. Tolly findet die Idee zunächst gar nicht gut. Doch dann begegnet er plötzlich dem Geist eines Mädchens, das vor 200 Jahren in dem Haus gelebt hat. Das ist der Anfang einer Reihe seltsamer Spukerlebnisse, durch die Tolly auf die Spur eines alten Geheimnisses seiner Familie stößt.

Der Film erzählt die Geschichte von Tolly sehr einfühlsam. Er zeigt komplexe Charaktere, die sich nicht nach dem berühmten Schubladenprinzip einordnen lassen. Im Gegenteil, denn den meisten Figuren haftet eine mysteriöse Aura an. Wie zum Beispiel dem Gärtner Boggis, der zwar viel über Tollys Familie weiß, doch über sein eigenes Leben lieber schweigt. Auch das konfliktreiche Verhältnis zwischen Tollys Großmutter und seiner Mutter besitzt etwas Geheimnisvolles. Damit bleibt es dem Zuschauer überlassen, „zwischen den Zeilen“ zu lesen, um sich ein genaueres Bild über die Familie zu machen. Auch Tolly selbst, der zu spontanen Wutausbrüchen neigt, wirkt zunächst eigenartig. Erst im Laufe des Films findet sich eine recht tragische Erklärung für sein Verhalten.

Trotz der doch intensiven Beschäftigung mit den einzelnen Charakteren, vergisst Julian Fellows nicht, die Geschichte spannend und unheimlich zu erzählen. Die plötzlichen und hervorragend in Szene gesetzten Zeitsprünge, die Tolly erlebt, wirken hierbei wie eine Art heimlicher Motor, der die Story gekonnt vorantreibt. „From Time to Time“ ist kein Actionfilm im Stile von Potter & Co., sondern ein schöner, fast schon altmodisch umgesetzter Film, der allerdings mit vielen Überraschungen aufwartet.

Die Kulissen sollten nicht unerwähnt bleiben. Das Anwesen Green Knowe beherrscht die geheimnisvollen Ereignisse durch seine düstere Fassade und seine Verwinkeltheit. Manche Räume werden seit Generationen nicht mehr benutzt und sind dem Verfall preisgegeben. Man nimmt dem Gebäude durchaus ab, dass es in ihm nicht mir rechten Dingen zugeht. „From Time to Time“ erinnert in seiner Art an eine klassische Schauergeschichte. Es ist zugleich ein wundervoller Familienfilm, bei dem es sich durchaus lohnt, ihn mehrmals anzusehen.

From Time to Time, Regie, Drehbuch u. Produktion: Julian Fellows, Darsteller: Maggie Smith, Timothy Spall, Carice van Houten, Alex Etel, Pauline Collins, Hugh Bonneville, Dominic West. England 2010, 92 Min.

Read Full Post »

mandaraDie These, dass das ZDF verantwortlich ist für eine gute, spannende und damit äußerst unterhaltsame Fernsehserie, würde bei den meisten Leuten sicherlich für große Lacher sorgen. Doch so unglaublich dies auch erscheint, so ist es dennoch wahr. Am 15. November 1983 startete dort im Kinderprogramm eine 12teilige Serie, deren Grundkonzept eine Mischung aus Fantasy, Mystery und Abenteuer offenbarte. Für das ZDF wiederum spricht, dass diese Serie kein zweites Mal ausgestrahlt wurde. Wieso auch? War doch nur hochwertige Qualität.

Der bekannte Dreh- und Jugendbuchautor Justus Pfaue, der hinter dem Projekt steckt, erzählt in „Mandara“ die Geschichte der kleinen Eltje, die herausbekommen möchte, was hinter dem Geheimnis der Strandpiraten steckt. Als sie die maskierten Männer beobachtet, wie sie einem Schiff falsche Signale geben und dieses auf Grund läuft, beginnt für sie ein gefahrvolles Abenteuer. Denn nicht nur die Strandpiraten sind hinter ihr her, sondern auch ein mächtiger Dämon (gespielt von Erzbösewicht Horst Frank), der Eltje zur neuen Priesterin der Göttin Mandara machen möchte. Die Statue der Göttin sowie ihr dämonischer Beschützer als auch der Prinz Shabu, der die Statue aus seiner Heimat verbannen wollte, befanden sich auf dem gestrandeten Schiff. Während der Prinz versucht, Eltje vor dem Dämon zu schützen, gerät diese jedoch immer mehr in dessen Bann.

Justus Pfaue teilt seine Geschichte auf in zwei Teile. Jeder dieser Teile beinhaltet sechs Folgen. Der erste Teil spielt Mitte des 19. Jahrhunderts, der zweite Teil 1983. In beiden Teilen wird im Grunde genommen dieselbe Geschichte erzählt. Dies macht die Serie jedoch keineswegs langweilig. Denn vor allem der Charakter des Shabu weist in beiden Teilen andere Züge auf. Ist er im 19. Jahrhundert noch ein netter junger Mann, so wird der Shabu im zweiten Teil zu einem egoistischen und machtsüchtigen Kerl. Hierbei verwischt Pfaue eindeutig die Grenzen zwischen Gut und Böse und liefert zugleich ein recht kritisches Menschenbild. So gelingt es dem Dämon stets, die Dummheit und Gier der Menschen auszunutzen. Selbst die Kinder sind vor den Tricks des bösen Geistes nicht gefeit. Themen wie Geldgier, Ausländerfeindlichkeit oder auch kaputte Familienverhältnisse werden in „Mandara“ zwar ironisch, aber sehr direkt angesprochen. Zum Glück verhindert es Pfaue, mit erhobenem Zeigefinger den Moralapostel zu spielen. Die Kritik ist wunderbar eingewebt in die Geschichte.

Dieses düstere Menschenbild passt sehr gut zu der unheimlichen und bedrohlichen Atmosphäre, von der alle zwölf Teile geprägt sind. Das klassische Auftreten des Dämons mit wehendem Umhang, die maskierten Strandpiraten, die fremdartige Statue sowie die gespenstischen Geschehnisse, welche die komplette Serie durchziehen, kreieren zusammen eine enorme Dichte und Spannung, der man sich auch als Erwachsener nicht entziehen kann. Die schnellen und pointierten Dialoge liefern zusätzlich alles andere als Langeweile. Wie gesagt, kaum zu glauben, dass die Serie vom ZDF produziert wurde.

Mandara, Regie: Franz Josef Gottlieb, Drehbuch: Justus Pfaue, Darsteller: Horst Frank, Christina Kubinek, Florian Jentsch, Stefan Ernst, Roger Hübner, Hellmut Lange. Deutschland 1983, Laufzeit: 300 Min. (TV-Serie in 12 Teilen)

Read Full Post »

labyrinthTerry Jones schrieb das Drehbuch, George Lucas produzierte den Film und David Bowie schrieb die Songs.  – Dennoch floppte „Labyrinth“ von Regisseur Jim Henson gewaltig. Er brachte damals gerade einmal die Hälfte der Produktionskosten rein, und diese beliefen sich auf 25 Millionen Dollar.

Nach dem Erfolg von „Der dunkle Kristall“ (1982) wollte Henson auf eben diesem Erfolg anknüpfen. Dieses Mal aber sollten nicht nur Puppen die Hauptdarsteller sein. Neben David Bowie, der hier in der Rolle des Koboldkönigs zu sehen ist, spielte Jeniffer Conelly die Rolle der jungen Sarah, die sich nach der erneuten Heirat ihres Vaters vernachlässigt vorkommt. Die Schuld dafür gibt sie ihrem Halbbruder Toby. Um dem Alltag zu entfliehen, flüchtet sie sich immer wieder in eine Fantasiewelt. Doch eines Abends gehen Realität und Fantasie ineinander über, als sie sich wünscht, dass die Kobolde Toby, um den sie sich kümmern soll und der nicht aufhört zu weinen, holen sollen. Tatsächlich geht ihr Wunsch in Erfüllung. Doch bereut sie ihre Tat sofort und wünscht sich Toby wieder zurück. Der Koboldkönig gibt ihr 13 Stunden Zeit, um ihren Halbbruder in der Koboldstadt zu finden …

Wie schon bei „Der dunkle Kristall“, ließ Jim Henson von Handpuppen über Marionetten bis hin zu Ganzkörperkostümen alles in Erscheinung treten. Doch dieses Mal weitaus aufwendiger. So agierten z.B. in einer Szene, in der Bowie einen seiner Songs zum Besten gibt, 80 Puppenspieler auf einmal. Das Ungeheuer Ludo musste abwechselnd von zwei Puppenspielern bewegt werden, da die Konstruktion zu schwer geworden war. Im Gegensatz zu „Der dunkle Kristall“ ist „Labyrinth“ weitaus schneller und witziger. Dank des Humors von Monthy Python-Mitglied Terry Jones wird die Handlung durch ständige, teils skurrile Gags aufgelockert. Erstklassig sind die Kulissen des Films, die so konstruiert sind, dass sie nicht nur zweckgebunden den Hintergrund ausfüllen, sondern zugleich mit der Wahrnehmung der Zuschauer spielen. Hierbei bediente sich Henson und sein Team am Surrealismus und, was die Koboldstadt angeblagt, auch am Expressionismus. Die schiefen Häuser und verschnörkelten Straßen erscheinen wie eine Anlehnung an „Das Kabinett des Dr. Caligari“. Das Eschersche Labyrinth, das zum Schluss als Highlight präsentiert wird, darf hier nicht unerwähnt bleiben.

Es ist erstaunlich, dass der Film ein Misserfolg wurde. Damalige Kritiker betrachteten „Labyrinth“ teilweise als zu altmodisch. Im Nachhinein lag es wohl eher daran, da „Labyrinth“ in einer Phase veröffentlicht worden war, als die Fantasy-Welle langsam zurückging. Dennoch entwickelte sich der Film im nachhinein zu einem heimlichen Klassiker, der nicht nur Bowie-Fans immer wieder erfreut.

Die Reise ins Labyrinth (Labyrinth), Regie: Jim Henson, Produktion: George Lucas, Drehbuch: Terry Jones, Darsteller: David Bowie, Jenniffer Conelly. USA/England 1986, Laufzeit: 97 Minuten.

Read Full Post »

dunklekristallAnfang der 80er Jahre schrieben Muppets-Erfinder Jim Henson und Frank Oz Filmgeschichte. „Der dunkle Kristall“ zählt zu den ersten Filmen, in denen nur Puppen zu sehen waren. Die Spannbreite reichte von einfachen Handpuppen, über Stabpuppen bis hin zu Ganzkörperkostümen. Schon allein dadurch erregte die Produktion 1982 großes Aufsehen und wurde zu einem Riesenerfolg an den Kinokassen.

So komplex und aufwendig die Produktion war, so einfach gestaltete sich die Handlung: Es geht darum, dass sich Jen und Kira, zwei Gelflinge (elfenartige Wesen) auf den Weg machen, um die Herrschaft der bösartigen Skekse zu beenden. Dies gelingt nur dadurch, in dem sie dem riesigen Kristall einen verloren gegangenen Splitter einfügen. Natürlich versuchen die Skekse, Jen und Kiras Vorhaben zu durchkreuzen.

Ist schon die Handlung wenig originell, so sparte man auch an der Charakterisierung der einzelnen Figuren. Diese wirken doch eher oberflächlich, die Aufteilung in Gut und Böse wird strikt durchgehalten. Sind die Skekse bösartige, machtgeile Wesen, die sich regelrecht selbst zerfleischen, um an Einfluss zu gewinnen, so sind die Uru weise und einfühlsame Kreaturen. Zwischendrin befinden sich die beiden Gelflinge, die irgendwie zu brav wirken.

Was den Film so faszinierend macht, sind die verschiedenen Sets und Bildkompositionen, die sehr liebevoll und detailreich gestaltet sind. Alles ist auf irgendeine Art und Weise lebendig, überall wuselt es, Bäume bewegen sich genau so wie kleine, bizarre Wesen, die im Hintergrund das Bild beherrschen. Es gibt in jeder Einstellung so viel zu sehen und entdecken, dass man bei der ersten Sichtung gar nicht alles erfassen kann. Genau hier liegt die Stärke des Films, darin konzentrieren sich auch der Witz und der Humor. Denn die eigentliche Handlung und auch die einzelnen Figuren (mit Ausnahme der Hexe) kommen eher humorlos und irgendwie trocken daher, sprich, Henson und Oz haben ihren Film ein wenig zu ernst genommen.

„Der dunkle Kristall“ ist ein rein visuelles Erlebnis, der in manchen Szenen etwas zu kitschig wirkt, insgesamt aber immer wieder aufs neue fasziniert. Nicht wegen der Geschehnisse, sondern allein wegen der phantastischen Welt, die Jim Henson und Frank Oz geschaffen haben. Ein paar Jahre später wollten beide den Erfolg von „Der dunkle Kristall“ mit dem Fantasy-Musical „Die Reise ins Labyrinth“ wiederholen, was ihnen aber nicht gelang. Auch eine Fortsetzung des Films, in der statt Puppen CGI-Effekte domieren sollten, wurde nicht weiter verfolgt. „Der dunkle Kristall“ gilt inzwischen als Klassiker des Fantasyfilms.

Read Full Post »