Das Kopfkissenbuch von Sei Shonagon – Eines der beliebtesten Werke der Weltliteratur

Obwohl über die Hofdame Sei Shonagon nicht viel bekannt ist, ist sie dennoch eine der berühmtesten Autorinnen der japanischen Literaturgeschichte. Geboren wurde sie im Jahr 966. Höchstwahrscheinlich war sie die Tochter eines angesehenen Dichters. 993 nahm sie ihren Dienst als Hofdame bei der Kaiserin Teihsi auf. Als Sei Shonagon die Stellung angetreten hatte, soll sie einen Sohn gehabt haben und geschieden gewesen sein.

Zur bis heute anhaltenden Berühmtheit gelangte die Hofdame durch ihr „Kopfkissenbuch“. Dabei handelt es sich um eine Sammlung von Anekdoten, Beschreibungen und Gedanken, die einen direkten Einblick in die damalige Lebenswelt bieten. Insgesamt 325 Kapitel beinhalt das Buch, das bereits bei seiner Veröffentlichung im Jahr 1000 sehr beliebt gewesen war.

Im Manesse Verlag erschien „Das Kopfkissenbuch“ bereits in früheren Jahren, doch stets in einer gekürzten Form. Nun liegt zum ersten Mal das komplette Werk der gewitzten und zugleich einfühlsamen Hofdame vor. Die Übersetzung stammt von Michael Stein, der zusätzlich einen zweihundertseitigen Anhang geschaffen hat, angefangen von einer Vielzahl an lehrreichen Anmerkungen bis hin zu einem ausführlichen und überaus lesenswerten Nachwort. Auf diese Weise erhält der Leser gleich einen zweifachen Einblick in das damalige Leben: zum einen von Sei Shonagon selbst, zum anderen durch die hervorragende Arbeit Michael Steins, die schon für sich genommen eine hoch informative historische Abhandlung darstellt.

Sei Shonagon beschreibt in ihrem Buch zum einen den Alltag bei Hof, wobei sie bestimmte Situationen mit ihrem ganz speziellen Witz kommentiert, zum anderen notiert sie einfach das, was ihr so in den Sinn kommt. So macht sie sich Gedanken über die Namen von Bergen, Flüssen und verschiedene Ortschaften, beschreibt das, was sie gerne hat (z.B. Katzen mit schwarzem Rücken und weißem Bauch), vor was sie sich fürchtet (z.B. nächtliche Gewitter), oder denkt darüber nach, was „endlos dauert“: z.B. den Faden für die Unterwäsche zwirnen.

Da die Hofdamen Geliebte hatten, ist für Sei Shonagon auch dies ein wichtiges Thema. Bespickt mit witzigen Anekdoten schildert sie das heimliche Liebesleben am Hof, wobei sie auch ihre eigenen Erlebnisse erwähnt. Sei Shonagon erweist sich dabei als eine selbstsichere, im gewissen Sinne emanzipierte Frau, die sich immer wieder lustig über Männer macht, was gelegentlich dazu führt, dass ein Verehrer schmollend von dannen schreitet.

Fast schon satirisch beschreibt sie das Verhalten der Hofleute, wenn diese buddhistische Vortragsreihen besuchen, wobei nicht wenige dabei einschlafen oder nur hinfahren, um gesehen zu werden. Dabei regt sie sich besonders auf, wenn Männer alleine in ihrem Wagen zu bestimmten Festen fahren. Schließlich ist darin genug Platz, dass sie andere Leute mitnehmen könnten.

Auf diese Weise wirkt „Das Kopfkissenbuch“ auch heute noch unglaublich lebendig, ja man glaubt, Sei Shonagon hätte all das gerade eben niedergeschrieben. Dies macht das Buch zu einem wahren Lesevergnügen, dem man sich, wenn man einmal damit angefangen hat, nicht mehr entziehen kann.

Etwa im Jahr 1017 verließ Sei Shonagon den Hof. Über ihr restliches Leben existieren unterschiedliche Vermutungen. Zum einen könnte es sein, dass sie erneut geheiratet hat. Zum anderen aber gibt es Hinweise darauf, dass sie einsam als Nonne auf der Insel Shikoku gelebt haben soll, wo sie ungefähr 1025 starb. Eines jedoch ist sicher: ihr „Kopfkissenbuch“ ist und bleibt seit über 1000 Jahren eines der beliebtesten Werke der Weltliteratur.

Sei Shonagon. Das Kopfkissenbuch. Manesse Verlag 2019, 713 Seiten, 24,00 Euro

Werbeanzeigen

Das Skelett am Straßenrand – Ein ehemaliger Kriminaltechniker erzählt

Der Autor Udo Brill arbeitete lange Jahre als Kriminaltechniker in Thüringen. Unter anderem leitete er auch Lehrgänge über Kriminaltechnik in Peru. Im Verlag Kirchschlager, der sich auf Kriminalgeschichte, Kriminalistik und Kriminologie spezialisiert hat, erschien nun sein Buch „Das Skelett am Straßenrand“, in dem er über diverse Fälle schreibt, an deren Aufklärung er mitgewirkt hat.

Dabei geht es um Mord, Suizid, Brandstiftung, aber auch um Fälle, bei denen zunächst nicht klar ist, ob es sich um Mord oder um einen natürlichen Tod handelt. Udo Brill gelingt es dabei, seine Erinnerungen mit einer solchen Lebendigkeit zu schildern, dass man als Leser meint, direkt am Tatort dabei zu sein. Wie nebenbei erfährt man zugleich einiges über den Berufsalltag eines Kriminaltechnikers, was die Schilderungen zusätzlich spannend und interessant macht.

Dabei wird klar, dass man als Kriminaltechniker so einiges aushalten muss, um den Beruf ausüben zu können. Udo Brill konfrontiert den Leser mit teils grauenvollen, teils tragischen Fällen, die es in sich haben. Tragisch zum Beispiel dann, wenn eine Mutter mit der Erziehung ihrer Kinder völlig überfordert ist, grauenvoll, wenn Udo Brill in drei Zentimeter hoher Fäulnisflüssigkeit steht. Ein Fall, bei dem es um die Jagd auf einen russischen Soldaten auf der Flucht geht, liest sich wie ein nervenaufreibender Thriller.

Insgesamt 30 Fälle beinhaltet das Buch, in denen sich Udo Brill nicht nur als hervorragender Kriminalist, sondern auch als hervorragender Autor erweist. Ein Buch also, das zu lesen sich mehr als nur lohnt.

Udo Brill. Das Skelett am Straßenrand. Mord- und Kriminalfälle in Eisenach und dem Wartburgkreis. Verlag Kirchschlager 2019, 180 Seiten, 10,95 Euro

Die Nebelkrähe – Auf Spurensuche im London der 20er Jahre

Nach seinem erfolgreichen Debut „Sieben Lichter“, in dem es um einen recht sonderbaren Kriminalfall auf hoher See geht, erscheint mit „Die Nebelkrähe“ nun der zweite Roman von Alexander Pechmann.

Es geht um den jungen Kriegsveteranen und Mathematikstudenten Peter Vane, der von einer sonderbaren Stimme heimgesucht wird, die ihm immer wieder den Namen Liliy zuflüstert. Seit dem spurlosen Verschwinden seines Kameraden Finley, lässt Vane eine Sache nicht mehr los: Wer ist das junge Mädchen auf dem Foto, das ihm Finley geschenkt hat? Vane, der nicht an das Übernatürliche glaubt, begibt sich auf der Suche nach Antworten in sonderbare spirtitistische Kreise …

Wer bereits „Sieben Lichter“ verschlungen hat, der wird bei „Die Nebelkrähe“ noch mehr begeistert sein. Dies liegt nicht nur an dem wunderbaren Schreibstil, sondern auch an der Geschichte selbst, die mysteriös, spannend und zugleich mit einem herrlichen Witz garniert ist. Sofort zieht einem die Geschichte um Peter Vane in den Bann. Unvermittelt gerät er an Personen, die alle irgendetwas mit Oscar Wilde zu tun haben. Doch sind es Betrüger? Halten Vane alle zum Narren? Oder ist alles echt, was er erlebt?

Der Roman lässt den Leser miträtseln, was den Unterhaltungswert von „Die Nebelkrähe“ noch zusätzlich steigert. Hinzu kommt, dass es alle Personen, die in dem Roman auftreten, tatsächlich gelebt haben. Angefangen von Dorothy Wilde bis hin zu einer Opium süchtigen Prinzessin – und nicht zu vergessen den außergewöhnlichen Papagei. All das macht den neuen Roman von Alexander Pechmann zu einem echten Lesevergnügen. Kurz: Eine gelungene Mischung aus Mystery, Krimi und historischem Roman.

Alexander Pechmann: Die Nebelkrähe. Steidl Verlag 2019, 173 Seiten, 18,00 Euro

 

Martin Eden – Jack Londons autobiographischer Roman

Cover der deutschen Neuübersetzung bei dtv

Von einem der auszog, das Schreiben zu lernen. Jack London machte dies später in seinem Roman „König Alkohol“ (1913) zum Thema, auch wenn es, wie der Titel schon sagt, mehr um seine Alkoholsucht ging. Der 1909 erschienene „Martin Eden“ dagegen konzentriert sich voll und ganz darauf, mit welchen Schwierigkeiten einer zu kämpfen hat, der seinen Traum, Schriftsteller zu werden, verwirklichen möchte.

Seiner eigenen Aussage zufolge, hegte London bereits als Kind den Wunsch, freier Autor zu werden. Nach einem recht abenteuerlichen Leben wurde er dies dann auch, ja wurde er sogar zu einem der meist gelesenen Autoren der USA. In dem Roman übernimmt diese Rolle sein Alter Ego Martin Eden, ein Seemann, der während seines Landgangs in San Francisco den Studenten Arthur vor einer Bande Raufbolde rettet. Als Dank nimmt dieser Martin mit nachhause, wo Martin Arthurs Schwester Ruth begegnet, in die er sich Hals über Kopf verliebt.

Jack London (1903)

Angestachelt durch ihre Liebe zur Literatur, beginnt Martin Eden, selbst zu lesen und hegt bereits nach kurzer Zeit die Idee, selbst zu schreiben. Dafür opfert er nicht nur seine Zeit, sondern auch sein ganzes Geld. In völliger Armut kämpft er darum, Texte zu verfassen und diese verschiedenen Magazinen anzubieten. Mit für ihn katastrophalen Folgen. Denn immer wieder muss er zum Pfandleiher, um zu Geld zu kommen. Nicht nur das, denn hat er es endlich geschafft, einen Text bei einem Magazin unterzubringen, so wartet er vergeblich auf das Honorar.

Doch ist „Martin Eden“ noch viel mehr als eine Aufarbeitung seines eigenen Lebens. Denn Jack London lässt kein gutes Haar an der sogenannten Bildungselite. Im Gegenteil, er entlarvt Professoren und Literaturkritiker als Nichtwisser und Angeber, er macht sich lustig über die „feine“ Gesellschaft, die sich nur in Oberflächlichkeiten ergeht und er zieht den gesamten Literaturbetrieb gehörig durch den Kakao.

Cover der Erstauflage von 1909

Obwohl der Roman nun schon gute 110 Jahre auf dem Buckel hat, so hat sich seitdem so gut wie nichts geändert. Seine Kritik an der Gesellschaft im allgemeinen und dem Verlagswesen im speziellen trifft heute noch genauso zu. Und genau diese Kritik, gepaart mit vielen satirischen Seitenhieben, sind eindeutig die Stärken des Buches. Hier geht Jack London wirklich auf und liefert einen interessanten, witzigen und nicht weniger packenden Bericht ab.

Auch wenn sich der Roman anfangs ein wenig zieht, so wird die Geschichte um Martin Eden, der seinem Weg trotz aller Mahnungen und Kritik treu bleibt von Seite zu Seite besser, lebendiger und rasanter. Kurz: sehr zu empfehlen.

Jack London: Martin Eden. DTV 2018, 526 Seiten, 12,90 Euro

 

Monteperdido – Ein Roman oder doch eher ein Drehbuch?

„Monteperdido“ lautet der Debutroman des spanischen Drehbuchautors Augustin Martinez. Und dass Martinez Drehbuchautor ist, merkt man seinem Erstling an. Denn ständig „schneidet“ er zwischen unterschiedlichen Szenen hin und her, was wirkt, als habe er ein abgelehntes Drehbuch in einen Roman umgemünzt.

In „Monteperdido“ geht es um zwei verschwundene Mädchen. Nach fünf Jahren wird eines davon schwer verletzt aus einem Autowrack geborgen. Wer der Fahrer war, bleibt zunächst unklar. Und wo sich das andere Mädchen befindet, darauf gibt es ebenfalls keine Antwort. Kommissarin Sara Campos erhält daher den Auftrag, der Dorfpolizei unter die Arme zu greifen, um den rätselhaften Fall zu lösen.

Das Problem an „Monteperdido“ ist oben bereits angesprochen: der drehbuchartige Stil des Romans. Dieser führt dazu, dass man immer wieder aus der Geschichte geschleudert wird, da plötzlich ein harter Schnitt zu einer völlig anderen Szene führt. Im Film mag dies gut funktionieren, als Roman jedoch eben nicht. Denn auf diese Weise bleibt man vor den Ereignissen stehen und wird nicht in die Handlung hineingezogen.

Zwar ist der Roman durchaus spannend, aber Krimi-Fans werden schon allzu früh herausbekommen, wer der Täter ist. Da nutzt Martinez‘ Versuch auch nichts, allerhand Verdächtige zu präsentieren, die es dann sowieso nicht gewesen sind. Dass man den Roman auch wirklich zu ende liest, hängt dann auch eher damit zusammen, dass man wissen möchte, was mit den beiden Mädchen nun eigentlich passiert ist und weniger damit, wer nun der Täter ist.

Mit „Monteperdido“ erfindet Augustin Martinez das Krimigenre keineswegs neu – nur für den Fall, dass er dies mit seinem Schreibstil vorgehabt hat. Die Figur Sara Campos wirkt dabei wenig durchdacht, was dazu führt, dass Martinez ungefähr in der Mitte des Romans etwas zu viele Seiten braucht, um die Figur wieder dorthin zu bekommen, wo er sie eigentlich haben möchte. Möglich, dass Martinez gute Drehbücher schreibt. Nach dem Lesen des Buches bleibt allerdings nicht viel hängen.

Augustin Martinez. Monteperdido – Das Dorf der verschwundenen Mädchen. Fischer Verlag 2018, 495 Seiten, 10,99 Euro

Der gute Sohn – Der neue Thriller von Jeong Yu-Jeong

Die südkoreanische Autorin Jeong Yu-Jeong ist in ihrer Heimat eine der erfolgreichsten Thrillerautorinnen. Nach „Sieben Jahre Nacht“ ist nun ein zweiter Roman von ihr auf Deutsch erschienen.

„Der gute Sohn“ handelt von dem 25-jährigen Yu-Jin, der kurz davor steht, an einer renommierten Universität Jura zu studieren. Doch eines Morgens wacht er Blut überströmt auf. Was ist passiert? Als er den blutigen Spuren in dem Luxusappartment nachgeht, findet er in der Diele die Leiche seiner Mutter …

Aus dieser Ausgangssituation webt Jeong Yu-Jeong einen extrem dichten und überaus spannenden Thriller, in dem Yu-Jin versucht, zu ergründen, was in dem Zeitraum geschehen ist, an den er sich absolut nicht erinnern kann. Doch nachdem der erste Schock überwunden ist, kommen immer mehr Details ans Licht. Nicht nur, was die vergangenen Stunden betrifft, sondern auch im Hinblick auf die Beziehung zwischen Yu-Jin und seiner Mutter.

Inspiriert wurde die Autorin dabei durch einen wahren Fall, der sich in Südkorea zugetragen hat und damals für viel Rätselraten gesorgt hat, sodass selbst die Psychologen nicht weiter wussten. „Der gute Sohn“ stellt dieses Rätselraten in den Mittelpunkt der Handlung. Aus der Sicht Yu-Jins geschrieben, gelingt es der Autorin dann auch überzeugend, die Vergangenheit Stück für Stück aufzudecken. Daraus ergibt sich ein minutiös durchdachter psychologischer Thriller, der einem vor Spannung nicht zur Ruhe kommen lässt.

Man könnte Jeong Yu-Jeong als die Patricia Highsmith Südkoreas bezeichnen. Jeongs Thriller sind genauso gut konzipiert, die Figuren wirken überaus lebendig und zwielichtig und hinzu kommt ein Faible fürs Makabre. Besonders bei Jeong Yu-Jeong schimmert zwischen den Zeilen ein schwarzer Humor durch, der einen immer wieder zum Schmunzeln bringt.

Es ist wirklich schade, dass nur wenige koreanische Autorinnen und Autoren ihren Weg bis in den deutschsprachigen Raum finden. Jeong Yu-Jeongs Thriller jedenfalls kombiniert Anspruch mit Spannung und macht dabei Lust, mehr von der Autorin zu lesen. Kurz: Sehr zu empfehlen.

Jeong Yu-Jeong. Der gute Sohn. Unionsverlag 2019, 317 Seiten, 19,00 Euro

Der Tod so kalt oder Mittelmaß in den Bergen

Regionalkrimis zahlen sich für die Verlage meistens aus. Kein Wunder also, dass auch Luca D’Andreas Debut gleich ein Bestseller wurde. Hier ist es Südtirol, wenn auch D’Andrea im Nachwort preisgibt, dass der von ihm beschriebene Ort der Handlung so nicht wirklich existiert. Aber was soll’s.

Nun ja, so richtig will „Der Tod so kalt“ dennoch nicht überzeugen. Auch wenn der Roman flott geschrieben ist und durchaus spannende Momente aufweist, so ist das Motiv der Hauptfigur Jeremiah Salinger, weswegen er hinter das Geheimnis der Bletterbach-Schlucht kommen möchte, ziemlich unausgegoren. Nachdem Salinger, von Beruf Dokumentarfilmer, nur knapp einer Lawine entkommen ist, versucht er, sein Trauma dadurch zu bewältigen, indem er sich mit dem oben genannten Geheimnis beschäftigt.

Nein, als Filmemacher kommt er natürlich nicht auf die Idee, daraus eine neue Reportage zu machen. Er will das nur für sich tun, um sich mit irgendetwas zu beschäftigen. Na ja, schon das wirkt wenig überzeugend. Luca D’Andrea versucht verkrampft, seinem Protagonisten so etwas wie eine naive Harmlosigkeit zu verleihen, die Salinger jedoch, schon aufgrund seines Berufs, überhaupt nicht besitzt.

Leider führt dies gleich zu einem zweiten Kritikpunkt. Denn Jeremiah Salinger kommt recht unsympathisch herüber. Manchmal glaubt man, eine Hipster-Version eines normalen Krimis in der Hand zu halten. Nicht nur das, Salinger bemittleidet sich immer wieder selbst, was dem Charakter ebenso wenig gut tut. Wäre all dies nicht, so wäre „Der Tod so kalt“ ein durchaus guter Krimi geworden.

D’Andrea jedoch stellt sich immer wieder selbst ein Bein. Gegen Ende besorgt dies dann für ihn sein Lektor, der die Logikfehler gnadenlos übersieht. So schleudert jemand eine Axt, nur um sie einen Absatz später in der Hand zu halten. Bei einer anderen Szene wirft Salinger einen Ast weg, um ihn kurz darauf nochmals wegzuwerfen.

Dennoch ist „Der Tod so kalt“ recht unterhaltsam, wenn auch nicht wirklich spannend. Die Grundidee ist wirklich gut, aber leider aus den oben genannten Gründen nicht wirklich überzeugend ausgeführt. Dennoch sollte man den Autor im Auge behalten, denn es kann nur besser werden.