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Archive for the ‘Buchvorstellung’ Category

schauheimwaertsengel

Cover der Originalausgabe von 1929

Es gibt nicht viele Romane, von denen gleich eine Vielzahl von bekannten Schriftstellern behaupten, dass dieser sie selbst zum Schreiben gebracht oder ihren Stil beeinflusst habe. Ein solcher Fall ist „Schau heimwärts, Engel“ von Thomas Wolfe (1900 – 1938) aus dem Jahr 1929.

Philip Roth, Ray Bradbury, William Faulkner, sogar Hermann Hesse konnten sich nicht diesem Meisterwerk entziehen. Jack Kerouac und die gesamte Beat Generation betrachtete Thomas Wolfe als ihr Vorbild. Und dies nicht ohne Grund. Das, was Thomas Wolfe dem damals bekannten Lektor Maxwell Perkins anbot, sucht bis heute seinesgleichen. Das Manuskript soll angeblich weit über 1000 Seiten gehabt haben. Um es in einen Band herausbringen zu können, wurde der Text auf knapp 600 Seiten zusammengestrichen.

Wolfe war davon nicht wirklich begeistert, doch lag es ihm vor allem daran, endlich den Roman veröffentlichen zu können, nachdem bereits mehrere Verlage das Buch abgelehnt hatten. „Schau heimwärst, Engel“ ist die Geschichte der Familie Gant, die in dem fiktiven Ort Altamont lebt, wo der Vater als Steinmetz arbeitet. Vor dem Geschäft steht ein steinerner Engel, da Gant sich von einem gemeißelten Engel, den er einmal gesehen hatte, zum Bildhauer berufen sah. Im Mittelpunkt aber steht der Junge Eugene Gant, der als letzter von insgesamt acht Kindern zur Welt kommt.

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Thomas Wolfe (1937)

In der Familie geht es alles andere als harmonisch zu. Der Vater ist ein Trinker und versucht stets, seine Frau zu demütigen, während Eliza von Grundstückspekulationen nicht genug bekommen kann, was dazu führt, dass sie sich nicht richtig um ihre Kinder kümmert. Auf diese Weise bekommt Eugene vor allem tiefe familiäre Konflikte mit. Sein ältester Bruder Steve verkommt zu einem Alkoholiker und Herumtreiber, Eugene selbst wird von der eigenen Familie als Außenseiter betrachtet, da er sich für Literatur interessiert und lieber Bücher liest, als sich einen Job zu suchen.

Wolfe erzählt in „Schau heimwärts, Engel“ keine durchgehende Geschichte. Es handelt sich viel eher um eine Aneinanderreihung verschiedener Episoden. In diesen zeigt der Autor eine fast unbändige Sprachgewalt. Fast wie in einem nicht endenden Rausch schildert er die tragische Geschichte, die zugleich seine eigene ist. Wie kein anderer Autor machte Wolfe aus seinem Leben einen Roman. Seine Familie und die Einwohner von Ahseville waren über die Schilderungen empört. Zwar änderte Wolfe die Namen der Figuren, doch wusste jeder, wer gemeint war.

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Cover der ersten Übersetzung von 1932

Die Folge davon war, dass Thomas Wolfe für mehrere Jahre nicht mehr in seine Heimatstadt zurückkehrte. „Schau heimwärts, Engel“ schlug ein wie eine Bombe. Der Roman wurde zu einem Bestseller. Wolfe, der bis zur Veröffentlichung von seiner 20 Jahre älteren Freundin Aline Bernstein, die eigentlich verheiratet war und zwei Kinder hatte, finanziell unterstützt worden war, konnte von da an selbst für sich aufkommen.

Wer einmal mit „Schau heimwärts, Engel“ begonnen hat, kommt nicht wieder davon los, bis er die letzte Seite des umfangreichen Romans erreicht hat. Wolfe schreibt einerseits sehr poetisch, andererseits aber auch unglaublich packend. Gerne übertreibt er, was die Gestik seiner Figuren anbelangt, sodass manche Szene wie aus einem klassischen Drama erscheint. Es fehlen aber genauso wenig Witz und Ironie, die fein in den Roman eingewebt sind. Zugleich finden sich in dem Roman eine Unmenge an literarischen Anspielungen und Zitaten, die Wolfes Belesenheit offenbart. Kurz: „Schau heimwärts, Engel“ ist ein Roman, den man gelesen haben muss.

 

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historischeserienmoederivBand eins der Reihe „Historische Serienmörder“ gehört zu den erfolgreichsten Veröffentlichungen aus dem Hause Kirchschlager. Die Reihe beschäftigt sich mit unheimlichen und außergewöhnlichen Kriminalfällen, die vom Mittelalter bis ins 20. Jahrhundert reichen.

Band IV steht in Sachen Spannung und Gänsehaut den vorangegangenen Büchern in nichts nach. Der Historiker Michael Kirchschlager entdeckte bei seinen Recherchen u. a. illustrierte Flugblätter aus dem 16. Jahrhundert, in denen von eigenartigen Mordfällen die Rede ist. So ging in Ferrara im Jahr 1573 ein siebzigjähriger Serienmörder um, der ahnungslosen Frauen auflauerte. 1581 suchte ein Raubmörder in der Nähe von Köln den Ort Bernkastel heim. Er selbst hauste in einer Erdhöhle im Wald, wohin er eines Tages eine Frau entführte.

Während des Dreißigjährigen Kriegs ging der Raubmörder Jasper Hanebuth um und im Jahr 1780 suchte ein Serienmörder Österreich heim, der teils kannibalische Neigungen aufwies, indem er das Herz eines seiner Opfer aß, da er glaubte, dadurch unsichtbar werden zu können. Im Jahr 1811 kam es in London zu einer Reihe brutaler Raubmorde. Der Täter John Williams trieb dabei vor allem auf dem Ratcliff Highway sein Unwesen. Der Fall wird eindrücklich von dem Kriminalisten Robert Heindl (1883-1958) erzählt.  1888 schließlich ging der wohl berühmteste Serienmörder Jack the Ripper um. Hierzu fand Michael Kirchschlager einen überaus interessanten Artikel von Leopold Engelhardt, wie Heindl ebenfalls bei der Kriminalpolizei tätig gewesen (seine Lebensdaten sind allerdings nicht bekannt), in dem der Autor verschiedene Theorien analysiert, die versuchen, die wahre Identität des Täters zu ergründen.

Gerd Frank, der bereits sein sechsbändiges Werk „Totmacher“ im Verlag Kirchschlager veröffentlicht hat, befasst sich in seinem Beitrag mit den Untaten des „französischen Jack the Ripper“ Joseph Vacher, einem Herumtreiber, der zwischen den Jahren 1894 bis 1897 vor allem Hirtenjungen und Mädchen auflauerte.

Der Autor Armin Rütters berichtet von dem deutschen Serienmörder Karl Großmann, der 1921 in Berlin Frauen als Haushälterinnen anwarb, um sie in seiner Wohnung zu ermorden. Die beiden Kriminalautoren Birgit Lautenbach und Johann Ebend schließlich schildern ausführlich die sonderbare und zugleich schreckliche Biographie des Mörders Rudolf Pleil, einem sadistischen Psychopathen, der in den 1950er Jahren vor allem Leuten auflauerte, die zwischen den damals besetzten Zonen hin und her reisten.

Der Band beinhaltet nicht nur die erwähnten Beiträge, sondern ergänzt diese z.B. durch ärztliche Gutachten von damals sowie – im Falle Pleils – durch autobiographische Schriftstücke. Ebenfalls enthält das Buch zahlreiche historische Fotos zu den Fällen. Die einzelnen Beiträge sind nicht nur überaus spannend geschrieben, sondern liefern zugleich historisch intersssante Informationen. Die Autoren versuchen stets, ein Gesamtbild der jeweiligen Mörder zu liefern, indem sie deren Biographien nachgehen und dabei versuchen, Gründe für ihr anormales Verhalten zu finden. Dies macht die einzelnen Texte auch aus einer psychologischen Perspektive sehr interessant. Kurz: Mit „Historische Serienmöder Band IV“ ist dem Verlag Kirchschlager einmal mehr ein hervorragendes Werk gelungen.

Historische Serienmörder Band IV. Menschliche Ungeheuer vom späten Mittelalter bis zur Mitte des 20. Jahrhunderts. Hrsg. Michael Kirchschlager. Verlag Kirchschlager 2017, 240 Seiten, 18,95 Euro, ISBN: 978-3-934277-60-1

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Cover der Erstausgabe aus dem Jahr 1959

John Wyndhams Roman „Griff nach den Sternen“ zählt zu den zehn besten SF-Romanen aus dem Jahr 1959. Im Gegensatz zu seinem sonstigen Stil, schuf Wyndham mit „The Outward Urge“, so der Originaltitel, einen Hard-SF-Roman, in dem es um die Besiedelung des Weltalls geht.

Erzählt wird dies in vier längeren Episoden. Die erste handelt vom Bau der ersten Raumstation im Jahr 1994. Die zweite Episode spielt im Jahr 2044 auf der ersten Mondstation, während auf der Erde ein Atomkrieg wütet. Die dritte Episode handelt von der ersten Marsexpedition im Jahr 2094. Die letzte Episode schließlich beschreibt eine Expedition zur Venus im Jahr 2144.

John Wyndham, der eigentlich für seine spannenden Invasions-Romane bekannt ist („The Day of the Triffids“ oder „The Midwich Cuckoos“ sind Klassiker des SF-Genres) versuchte mit „Griff nach den Sternen“ einen realistischen SF-Roman zu schreiben, was ihm auch durchaus gelungen ist. So erscheinen die von ihm gewählten Jahreszahlen, in denen die jeweiligen Geschichten spielen, alles andere als aus der Luft gegriffen. 1990 wurde zum Beispiel die erste internationale Raumstation in Betrieb genommen. Die erste bemannte Marsexpedition soll etwa im Jahr 2050 stattfinden.

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Cover der Penguin-Ausgabe aus dem Jahr 1962

Wyndhams Buch war so untypisch für ihn, dass ihm der Verleger vorschlug, für die Veröffentlichung entweder ein Pseudonym oder einen zweiten Autor zu nennen. John Wyndham entschloss sich daraufhin für einen Weg, der irgendwie beides umschloss. Lucas Parkes war eines seiner verschiedenen Pseudonyme. Dieses wählte er als Name für den (eigentlich nicht vorhandenen) Zweitautoren aus.

Doch egal, ob Pseudonym oder Zweitautor, das Buch muss sich hinter den anderen Romanen, die John Wyndham geschrieben hat, nicht verstecken. In einem flotten, ja fast schon rasanten Stil schildert er vier überaus spannende Ereignisse, die durch den Namen Troon miteinander verbunden sind. Troon ist der Name einer Familie aus Weltraumpionieren, die alle ihrem inneren Drang folgen, die Sterne zu erforschen. Dadurch erzählt der Roman zugleich eine Art Familiengeschichte, die ebenso ereignisreich wie tragisch ist.

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Cover der ersten deutschen Übersetzung aus dem Jahr 1965

Überaus intensiv wirkt gleich die erste Episode, in der Ticker Troon am Bau der ersten Weltraumstation mitarbeitet. Er sehnt sich bereits nach dem Urlaub auf der Erde, dieses Mal besonders, da er soeben von der Geburt seines ersten Sohnes erfahren hat, als auf die Station plötzlich eine Atomrakete zufliegt, abgefeuert von einer feindlichen Nation. 2044 droht auf der Mondstation ein Aufstand, da die Besatzung Angst hat, von Raketen der Sowjetunion beschossen zu werden. Ticker Troons Sohn Michael hat das Kommando über die Station und muss entscheiden, was er tun soll.

Schlag auf Schlag geht es auf diese Weise weiter. Den Mars beschreibt Wyndham dabei keineswegs als bewohnt, sondern als Felswüste. Auf der Venus, die er als eine Art Wasserplanet beschreibt, tummeln sich verschiedene Fische in den Meeren. Alles in allem ist „Griff nach den Sternen“ ein toller Roman, der den Leser regelrecht mitreißt. Auf Deutsch erschien der Roman 1965 im Heyne Verlag unter der Nummer 3055 der damaligen SF-Reihe.

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Seit drei Jahren lehrt Horrorautor Carl Denning seinen Lesern das Fürchten. Bisher sind fünf Romane erschienen:

TodesstationCover11Todesstation:

Die Besatzung einer abgelegenen Forschungsstation in den Alpen macht eine seltsame Entdeckung: Bei einem Zwischenfall wird der Eingang einer Höhle freigelegt, in der sich prähistorische Felszeichnungen befinden. Manche von ihnen wirken äußerst bizarr. Die junge Archäologin Joan Jansen soll die Bilder untersuchen. Doch sie steht selbst vor einem Rätsel. Solche Bilder hat sie bisher noch nirgendwo gesehen. Die Situation wird noch merkwürdiger, als die Forscher mit unheimlichen Ereignissen konfrontiert werden, die sich von Mal zu Mal intensivieren. Als es schließlich zu einem schrecklichen Todesfall kommt, gerät die Lage zunehmend außer Kontrolle …

CoverDasBoese

 

Das Böse:

Das Einsame Haus steht auf einer kleinen Insel vor der Küstenstadt Belsen. Eine 200 Meter lange Brücke verbindet die Insel mit dem Festland. Bei Flut ist das Haus vom Festland vollkommen getrennt. Seit 20 Jahren steht das Gebäude leer. Mira sieht darin einen geeigneten Ort für ihre Uni-Abschlussfeier. Zusammen mit ihren Freunden plant sie, eine Nacht dort zu verbringen. Zunächst scheint alles in Ordnung zu sein. Doch dann kommt die Flut. Und das Grauen beginnt …

CoverAngst

 

Angst:

Das alte Firmengebäude steht seit Jahren leer. Anfang der 70er Jahre drehte dort ein Mitarbeiter durch und ermordete mehrere seiner Kollegen. Der exzentrische Psychologieprofessor Jean Kalat sieht in dem Haus einen geeigneten Ort für sein Experiment. Er möchte den Gerüchten nachgehen, die besagen, dass es in dem Gebäude spukt. Zusammen mit seiner Assistentin Ellen und einer Handvoll Studenten verbringt er eine Nacht darin. – Der Aufenthalt wird zum Horrortrip.

Blutige Schatten Cover

 

Blutige Schatten:

Ein Haus, in dem es tatsächlich spukt? Das Martenshaus gilt als Monster unter den Spukhäusern. Als eine Gruppe Parapsychologen den unheimlichen Gerüchten, die sich um dieses Gebäude ranken, nachgehen möchte, kommt es zur Katastrophe: Zwei Tote und eine vermisste Person. Die Polizei steht vor einem Rätsel.
Wenige Tage später sucht der bekannte Grenzwissenschaftler Frederic Tubb zusammen mit seinem Team das Haus auf, um den sonderbaren Zwischenfall zu untersuchen. Bereits in der ersten Nacht ereignen sich unerklärliche Dinge. Und schon bald wünscht sich Tubb, das Haus nie betreten zu haben…

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Darkmoore:

Darkmoore, eine Kleinstadt in Devonshire, wird von einer unheimlichen Mordserie heimgesucht. Der Schriftsteller Jeff Cooper zieht zusammen mit seiner Frau Linda in den Ort, um in dem Haus von Jeffs verstorbenen Onkel zu wohnen. Jeff hofft, dort ungestört an seinem neuen Roman arbeiten zu können. Doch kaum sind Jeff und Linda eingezogen, als sie auf Aufzeichnungen seines Onkels stoßen, in denen er darauf hinweist, dass die Morde etwas mit einem sonderbaren Wesen zu tun haben, das in den tiefen Wäldern haust, die sich um Darkmoore herum ausbreiten. Fasziniert von den Notizen seines Onkels, beginnt Jeff selbst Nachforschungen anzustellen. Während die Polizei glaubt, einem Serienmörder auf der Spur zu sein, stößt Jeff auf immer rätselhaftere Hinweise über die Natur des Mörders …

 

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bronte3Im Grunde genommen ist es etwas Schönes, noch nicht alle Klassiker gelesen zu haben. Denn so kommt man immer wieder in den Genuß großartiger Geschichten und damit großartiger Unterhaltung.

So stieß ich erst kürzlich auf Charlotte Brontes „Jane Eyre“. Obwohl ich Emily Brontes „Sturmhöhe“ regelrecht verschlungen habe, machte ich um die Romane der anderen Schwestern einen Bogen. Einerseits könnte man sagen, ein Fehler, andererseits aber, was für ein Glück, denn so stieß ich auf einen Roman, den ich noch nicht kannte und der mich regelrecht packte, mitriß und bei dem ich es schade fand, dass es eine letzte Seite gibt.

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Charlotte Bronte ca. 1850

Bis heute hat die Geschichte um eine junge Frau, die als Gouvernante in das unheimliche Haus des mysteriös-sinnlichen Edward Rochester kommt, nichts von ihrer Spannung und ihrer Dramatik verloren. Schon von der ersten Seite an zieht der Roman den Leser in seinen Bann. Als Waise muss Jane Eyre bei ihrer bösartigen Tante und deren widerlichen Kindern leben, bevor sie ganz verstoßen wird und in die Erziehungsanstalt Lowood kommt. Dort ergeht es ihr kaum besser, doch findet sie zumindest Freunde. Nachdem die miserablen Bedingungen, die in dem Heim herrschen, publik gemacht werden, verbessert sich die Situation der Kinder ein wenig. Jane wird zu einer der besten Schülerinnen und arbeitet dort nach ihrem Abschluss als Lehrerin.

Eines Tages aber beschließt sie, sich nach einer anderen Stelle umzusehen. Auf eine Annonce hin erhält sie eine einzige Antwort: sie könne in Thornfield Hall, dem Sitz von Edward Rochester, ein kleines Mädchen unterrichten. Jane nimmt das Angebot an, doch kaum ist sie in dem Landsitz angekommen, als es dort zu unheimlichen Zwischenfällen kommt …

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Jane Eyre und Edwin Rochester

Mit Edward Rochester ist Charlotte Bronte eine unglaublich komplexe Figur gelungen, die, sowohl düster als auch sinnlich, direkt aus einem echten Schauerroman entsprungen sein könnte. Andererseits aber war es ja auch das Ziel der Autorin, die Elemente des Unheimlichen mit denen einer gewitzten Liebesgeschichte zu verbinden. Nein, Kitsch sucht man hier vergeblich. Die Dialoge, die sich zwischen Rochester und Jane entwickeln, suchen ihresgleichen in der Literatur. Ein unglaubliches Spiel der Sprache, ein Spiel der Sinne, verbunden mit einem sanften Humor. Es sind vor allem die Dialoge, die dem Roman diese Lebendigkeit verleihen, die Figuren regelrecht dreidimensional erscheinen lassen.

Rochester gegenüber stellt sie Jane Eyre, die, in der Liebe unerfahren, dem rätselhaften, oft launischen Großgrundbesitzer Paroli bietet. Jane ist eine selbstbewusste Frau, die kein Blatt vor den Mund nimmt und dadurch das Interesse Rochesters weckt, der eigentlich nur Gehorsam und schöne Worte gewöhnt ist.

Immer wieder gelingen Charlotte Bronte so großartige Szenen, dass man beim Lesen eine regelrechte Gänsehaut bekommt. Die Szene, in der Janes Freundin Helen in Lowood stirbt, lässt mit Sicherheit niemanden kalt. Unglaublich, wie es der Autorin gelingt, diesen Verlust so zu schildern, dass man selbst Janes Trauer und Schmerz spürt. Eine sanfte, doch zugleich, in ihrer Wirkung, gewaltige Szene.

bronte4Später, nachdem Jane die Annonce aufgegeben hat, kommt es zu einem weiteren Geniestreich: Jane erhält nur eine einzige Antwort auf ihre Anzeige. Das Mysteriöse schleicht sich dadurch in die Geschichte, und Jane sowie der Roman schreiten dadurch über die Schwelle des Normalen hin zum Sonderbaren und Mysteriösen. Ab hier gewinnt der Roman erneut an Spannung, nimmt regelrecht an Fahrt auf, das Unheimliche mischt sich in die Liebe zwischen Rochester und Jane – und mündet in einer Katastrophe. Damit habe ich keineswegs zu viel verraten, denn auf den Leser warten noch weitere Wendungen, die alle ihre Wirkung nicht verlieren.

Charlotte Brontes „Jane Eyre“ ist jedoch viel mehr als nur eine Mischung aus Liebes- und Schauerroman. Es ist zugleich eine köstliche Satire auf die Oberschicht, die zudem bis heute kaum etwas von ihrer Aktualität verloren hat, eine Kritik an der Gesellschaft im allgemeinen, die ebenso heute noch ihre Gültigkeit besitzt, und nicht zuletzt prangert Charlotte Bronte den damaligen Umgang mit den Gouvernanten an, die den Launen verzogener Kinder vollkommen ausgeliefert waren, was ihre Tätigkeit nicht selten zu einem Albtraum werden ließ.

Neben der unerhörten Spannung beinhaltet der Roman somit noch eine große Themenvielfalt, welche die Geschichte zusätzlich interessant macht. Wer „Jane Eyre“ noch nicht kennt, hat wirklich Glück gehabt, denn er hat noch ein überaus großes Lesevergnügen vor sich.

 

 

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Titelblatt der Ausgabe von 1818.

Die meisten Leser kennen Jane Austen (1775 – 1817) als Autorin diverser, teils satirischer Liebesromane. Ihr erster Roman, der allerdings erst nach ihrem Tod veröffentlicht wurde, legt zwar den Fokus ebenfalls auf eine Liebesgeschichte, ist zugleich aber auch eine gelungene Persiflage auf die damaligen Schauerromane.

Die siebzehnjärige Cathrine Morland verbringt den Sommer zusammen mit Mr. und Mrs. Allen, die mit Cathrines Eltern befreundet sind, in Bath. Zunächst verläuft der Aufenthalt alles andere als interessant. Dann aber macht Cathrine die Bekanntschaft mit einem rätselhaften Mann namens Henry Tilney. Tilney, seine Schwester Eleanor und sein Vater General Tilney möchten Cathrine zu sich nach Hause, einer ehemaligen Abtei, einladen. Cathrine, die durch das Lesen von Schauerromanen von alten Gemäuern fasziniert ist, nimmt die Einladung an. Doch kaum ist sie dort angekommen, bemerkt sie merkwürdige Dinge, die in der Abtei vor sich gehen. Und noch etwas gibt ihr Rätsel auf: Hat General Tilney etwa seine Frau ermordet?

Wer den Roman bereits kennt, weiß, dass ich mich bei der Inhaltsangabe auf die Kernhandlung beschränkt habe. Denn Jane Austen würzt ihren Roman mit einer Vielzahl weiterer Figuren, wie etwa Isabella Thorpe, mit der sich Cathrine in Bath anfreundet, die sich jedoch immer sonderbarer verhält, sowie Isabellas Bruder John, einem Angeber und Lügner, der Cathrines Leben schwer macht. Nicht zuletzt auch Cathrines Bruder James, der sich Hals über Kopf in Isabella verliebt.

northanger-abbey1Ich muss zugeben, dass ich zuvor noch nie einen Roman von Jane Austen gelesen habe. Und, um es kurz zu machen, die Lektüre von „Northanger Abbey“ hat mich spätestens ab der dritten Seite regelrecht umgehauen. Wieso? Jane Austens Roman wirkt nicht nur unglaublich modern, sondern besticht durch schwungvolle, gewitzte Dialoge, die einen regelrecht mitreißen. Die Geschichte um Cathrine, deren Fantasie und Weltanschauung vom Lesen der Schauerromane geprägt ist, ist zudem so dicht und spannend erzählt, dass man mit dem Lesen einfach nicht aufhören kann. Stets möchte man wissen, wie es im nächsten Kapitel weitergeht und so legt man das Buch nicht zur Seite, sondern liest den ganzen Roman in einem durch.

Die Figuren wirken überaus lebendig und geradezu echt, die Wendungen und Zwischenfälle sind grandios eingefädelt. Es ist hierbei nicht zu viel verraten und hat auch nichts mit der Pointe zu tun, dass John Thorpe auf seine geradezu ekelhafte Art versucht, die Beziehung zwischen Cathrine und Henry zu zerstören.

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Die grandiose Umsetzung als Hörspiel von Marc Gruppe und Stephan Bosenius.

Was den Roman einen zusätzlichen Reiz verleiht, ist der Aspekt, dass Jane Austen in die Liebesgeschichte die Merkmale der damaligen Schauerromane einwebt, sodass aus der Mischung aus Satire und Liebesgeschichte ein leichter Touch düsteren Grauens aufkommt. Beinahe so wie Cathrines Lieblingsheldin aus Ann Radcliffes „Udolpho, der Magier“, so wird auch sie, wenn auch nicht entführt, dann immerhin doch mit einer Kutsche in ein einsam gelegenes altes Gebäude gebracht, in dem es anscheinend nicht mit rechten Dingen zu geht. All dies funktioniert bei Jane Austen beinahe so wie in heutigen Horrorkomödien, und es ist ein Wunder, dass der Roman bisher nur zwei Adaptionen fürs Fernsehen erfuhr.

Egal, ob man Liebesromane mag oder nicht, und egal, ob man Jane Austen mag oder nicht, „Die Abtei von Northanger“ ist ein ersklassiger, witziger und spannender Roman. Unterhaltsamer kann eine Geschichte kaum sein.

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TodesstationCover11Die Besatzung einer abgelegenen Forschungsstation in den Alpen macht eine seltsame Entdeckung: Bei einem Zwischenfall wird der Eingang einer Höhle freigelegt, in der sich prähistorische Felszeichnungen befinden. Manche von ihnen wirken äußerst bizarr. Die junge Archäologin Joan Jansen soll die Bilder untersuchen. Doch sie steht selbst vor einem Rätsel. Solche Bilder hat sie bisher noch nirgendwo anders gesehen. Die Situation erhält noch einen merkwürdigeren Anschein, da sowohl in der Station als auch um sie herum auf einmal unheimliche Dinge geschehen, die sich von Mal zu Mal intensivieren. Als es schließlich zu einem schrecklichen Todesfall kommt, gerät die Lage zunehmend außer Kontrolle …

Vom Autor der Horrorromane „Blutige Schatten“, „Das Böse“ und „Angst“.

„Carl Denning schreibt einfach klasse.“ (amazon)

Hier der Link: Todesstation

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