FuBs Fundgrube: „Das Schnurren der Katze“ von Hugh B. Cave

In den 70er und 80er Jahren veröffentlichte der dtv-Verlag mehrere unheimliche und generell phantastische Romane und Anthologien unter dem Reihentitel dtv phantastica. Der damalige Slogan zu der Reihe lautete: „Schwarz: der Umschlag. Schwarz: Der Inhalt. Schwarz: Die Reihe“. In der Reihe erschienen sowohl klassische Autoren wie Leo Perutz, Bram Stoker oder Mary Shelley, aber auch George Langelaan („Die Fliege“) und sogar Stephen King.

Eine besondere Stellung nimmt in dtv phantastica sicherlich das Buch „Das Schnurren der Katze“ von Hugh B. Cave ein – und zwar deshalb, da dies die einzige Sammlung von Erzählungen des amerikanischen Horrorautors ist, die jemals auf Deutsch erschien. Cave (1910 – 2004) zählte in den 30er, 40er und 50er Jahren zu den erfolgreichsten Horrorautoren. Er veröffentlichte in den damaligen Pulp Magazinen insgesamt über 1000 Kurzgeschichten. Hinzu kommen über 20 Romane, von denen sich die meisten mit dem Voodoo-Kult befassen.

Der Hang zum Grauen wurde ihm quasi schon in die Wiege gelegt, las seine Mutter doch gerne Schauerromane. Besonders hatte es ihr „Die Burg von Otranto“ von Hugh Walpole angetan, weswegen sie auch ihrem Sohn den Namen Hugh gab. Trotz seines Erfolgs gelangte keines seiner Werke bis nach Deutschland. Dies änderte sich 1981 mit der oben genannten Storysammlung. Man hätte meinen können, dass diese den Weg für weitere Übersetzungen bereiten würde, aber weit gefehlt.

Wirklich schade, denn Hugh B. Caves Geschichten machen regelrecht süchtig. Egal ob es um angenähte Hände mit einem unheimlichen Eigenleben geht, um ein Funkgerät, mit dem man Botschaften aus dem Jenseits empfangen kann, um Vampire oder um lebendig werdende Filmmonster, die Handlungen sind stets überaus spannend, sinnlich und angenehm gruselig. Ich weiß gar nicht, wie oft ich das Buch bereits gelesen habe, es wird auf jeden Fall nie langweilig. Die Geschichten faszinieren stets aufs Neue und lassen einen nicht mehr los.

Caves unheimliche Fantastie ist geradezu plastisch, fast so wie das Monster, das nachts lebendig wird und Frauen entführt. Es ist jedes Mal ein wahrer Genuss, die einzelnen Geschichten zu lesen, und wenn man mal mit der ersten begonnen hat, dann muss man einfach die übrigen ebenfalls verschlingen, so sehr zieht einem dieses Buch immer wieder in seinen Bann.

Wie gesagt, ist leider nie wieder etwas von dem Autor auf Deutsch erschienen. Mittlerweile sind seine Bücher auch in den USA nur mehr antiquarisch erhältlich. Wer noch bei einem Antiquariat ein Exemplar von „Das Schnurren der Katze“ findet, sollte sofort zuschlagen, er hält damit einen wahren Schatz in der Hand.

Hugh B. Cave. Das Schnurren der Katze. dtv 1981 (dtv phantastica), 129 S.

Wenn es Nacht wird – Ein neuer Fall für Susan Gant

„Wenn es Nacht wird“ ist der vierte Roman mit Chefinspector Susan Gant. Und in Sachen Spannung steht er den vorangegangenen Horrorthrillern „Monster“, „Boten des Schreckens“ und „Menschenfresser“ in nichts nach.

„Wenn es Nacht wird“ beginnt in einer stürmischen Winternacht, in der ein Truckfahrer am Rand eines einsamen Highways die verstümmelte Leiche einer Frau findet. Der Zwischenfall ereignet sich in der Nähe von Nemaska, einem Ort weit im Norden Kanadas.  – Altamont, drei Jahre später. Eine Frau verschwindet spurlos. In derselben Nacht wird eine Studentin und ihr Freund in Wald brutal ermordet. Die Suchaktion liefert keinen Aufschluss über den Verbleib der Vermissten. Auch der Doppelmord gibt Susan Gant Rätsel auf. Der Mann wurde erstochen, die Studentin allerdings wurde wie von einer Bestie regelrecht zerfleischt. Hinzu kommt ein weiterer, rätselhafter Zwischenfall: auf dem Friedhof hat jemand versucht, drei Gräber zu öffnen.

Was haben die unheimlichen Ereignisse in Altamont mit der Toten in Nemaska zu tun? Susan Gant ermittelt auf Hochtouren. Sicher ist nur, dass sich die jeweiligen Zwischenfälle nachts ereignen. Doch bald steht Susan Gant dem Grauen selbst gegenüber …

„Wenn es Nacht wird“ verbindet erneut auf erstklassige Weise Krimi mit Horror. Wie immer bei den Romanen von Carl Denning rast die Handlung regelrecht voran, sodass man, selbst wenn man eigentlich schon schlafen gehen sollte, mit dem Lesen einfach nicht aufhören kann. Das führt dazu, dass man den Roman (immerhin ca. 320 Seiten) fast in einem Rutsch durchliest.

Es ist einfach wundervoll, wie Carl Denning die Handlung sich entwickeln lässt. Wie z.B. aus einem kleinen Zwischenfall nach und nach ein regelrechter Albtraum entsteht. Carl Denning ist in dieser Hinsicht geradezu ein Meister, einerseits subtil, andererseits mit voller Wucht lässt er das Grauen seinen unheimlichen Lauf nehmen. Aber der Roman lebt nicht allein von der Spannung und den unheimlichen Momenten, sondern ebenso von den überaus lebendigen Figuren, allen voran natürlich Susan Gant, die für mich zu den faszinierendsten Figuren überhaupt gehört. Kurz und knapp: ein toller Horrorroman, der Spannung mit einer interessanten Handlung verbindet. Einziger Wermutstropfen ist, dass es den Roman nur als eBook gibt. Gerne würde ich mal alle Susan Gant-Romane auch als Taschenbuch lesen. Dennoch ein echtes und vor allem spannendes Lesevergnügen.

Geschichte des Fräuleins von Sternheim – Der erste deutsche Frauenroman

Ausgabe im dtv-Verlag

Sophie von La Roche (1730 – 1807) war mit Goethe und Schiller befreundet und Christoph Martin Wieland, der sich bis über beide Ohren in sie verliebt hatte, war ihr Cousin. Im Jahr 1771 verhalf er ihr zur Veröffentlichung ihres ersten Romans „Geschichte des Fräuleins von Sternheim“, der sogleich zu einem damaligen Bestseller wurde und heute als erster Frauenroman in der deutschen Literatur bezeichnet wird.

Mit Sicherheit kann der enorme Erfolg des Romans auch dadurch erklärt werden, da Geheimrat Goethe kräftig die Werbetrommel rührte. Von ihren späteren Büchern war er weniger begeistert. „Geschichte des Fräuleins von Sternheim“ kann als eine Art Mischung aus Jane Austen und Choderlos de Laclos bezeichnet werden, wobei allerdings der Witz Austens und die Heftigkeit Laclos‘ bei Sophie von La Roche weniger ausgeprägt sind.

Es geht um Sophie von Sternheim, die von ihrem Onkel und ihrer Tante an den Hof des Fürsten gebracht wird, nachdem ihre Eltern gestorben sind. Ihr Onkel erhofft sich dadurch, beim Fürsten eine gute Stellung zu erhalten, indem er diesem Sophie als Mätresse anbietet.

Sophie von La Roche (1730 – 1807); Quelle: Wikipedia

Sophie jedoch hat ganz andere Interessen. Sie hat es sich zur Aufgabe gemacht, den Armen zu helfen und setzt dabei verschiedene soziale Projekte in Gang. Hoch gebildet, besitzt sie dennoch ein naives Menschenbild, sodass sie die Machenschaften ihres Onkels nicht gleich durchschaut. Da scheint der englische Lord Derby ihre Rettung zu sein. Er gibt vor, sich ebenfalls für die Armen einsetzen zu wollen, in Wirklichkeit aber möchte er Sophie lediglich ins Bett bekommen.

Für diesen Zweck fingiert er eine gemeinsame Hochzeit, wobei ein Betrüger als Priester agiert. Auch hier durchschaut Sophie zu spät, was für ein widerlicher und bösartiger Mensch Lord Derby ist, der bereits eine Vielzahl Frauen durch seine Betrügereien auf dem Gewissen hat. Sophie hofft, ihm zu entkommen, doch als Lord Derby eine weitere Boshaftigkeit verfolgt und sie ihm dabei durch Zufall in die Quere kommt, hat er Übles mit ihr vor.

Man merkt, der Roman erzählt eine sehr aufregende Geschichte, die anfangs zwar ein wenig zäh daher kommt, doch nach und nach immer mehr an Spannung gewinnt. Vor allem interessant ist hierbei Sophie von La Roches Blick auf die Lebensumstände der armen Leute. Nicht weniger interessant ist, dass „die Sternheim“ den Menschen zwar helfen möchte, aber zum Beispiel es mit der Bildung bei ihnen nicht zu weit treiben möchte, sondern den Töchtern der Familie gerade nur die Grundlagen des Rechnens und des Lesens beibringen will, damit sie vor allem gute Haushälterinen werden.

Wie oben bereits bemerkt, findet man in „Geschichte des Fräuleins von Sternheim“ in manchen Szenen durchaus Ähnlichkeiten mit Jane Austens Spott auf ihre Gesellschaftsschicht. Dies macht sich bei La Roche vor allem in dem Teil des Romans bemerkbar, der am Hof des Fürsten spielt. Sophie scheint die einzige zu sein, die sich für Literatur und Wissenschaft interessiert, alle anderen ergehen sich in oberflächlichen Klatsch. Als ein bekannter Intellektueller den Fürsten besucht, so wollen die Aldigen keineswegs von seinem Wissen oder seinen Gedanken profitieren, sondern gleich seine Meinung über ihre banalen Kitschromane hören.

Auch Sophie, die äußerst attraktiv ist, wird nicht wegen ihrer Bildung oder ihres sozialen Engagements beurteilt, sondern allein wegen ihres Aussehens. Ihre Tante schmeißt sogar Sophies philosophischen Bücher weg, damit sie sich endlich an die Gepflogenheiten am Hof des Fürsten anpasst.

Und dann ist da auch noch der psychopathisch veranlagte Lord Derby. Hier kommt eine Ähnlichkeit mit dem späteren Roman „Gefährliche Liebschaften“ von Laclos auf, denn Lord Derby ist ein widerlicher Lüstling, der nichts anderes vorhat, als hoch angesehene Frauen ins Verderben zu stürzen. Als man endlich hofft, dass sich Sophie von Derby befreien konnte und der Roman in eher ruhigerer Form Sophies Leben bei einer englischen Dame erzählt, kommt es plötzlich zum nächsten Paukenschlag.

„Geschichte des Fräuleins von Sternheim“ ist eine sehr lesenswerte Lektüre, nicht nur deshalb, da sie interessante Einblicke in die damalige Lebenswelt liefert, sondern zudem eine recht spannende Geschichte erzählt. Sophie von La Roche wurde durch den Roman so bekannt und auch ihre späteren Bücher wurden so viel gelesen, dass sie als freie Schriftstellerin ihre Familie ernähren konnte.

Erschienen: Prähuman Band 19 – Geheimprojekt X-69

Der 19. Band der Serie „Prähuman“ ist nun erschienen. Carl Denning bleibt seinem Motto treu, dass kein Band dem anderen gleichen soll. Nachdem es in Band 18 um einen sonderbaren Magier ging, haben es Frederic Tubb und sein Team nun mit einer Reihe rätselhafter Erdbeben zu tun.

Ein schweres Erdbeben in Kanada scheint weitere Erdbeben auf der ganzen Welt auszulösen. Daher machen sich Tubb, John Arnold, Maki Asakawa und Hans Schmeißer auf nach Nordamerika, um zu ergründen, was zu dem Erdbeben geführt hat. Die Spur führt in die mysteriöse Stadt Sakami, die in einem völlig abgelegenen Gebiet liegt und in der bizarre Dinge vor sich gehen …

Band 19 nimmt sich dieses Mal mehr Raum für die Hintergründe der einzelnen Figuren, was der Geschichte ausnahmslos gut tut. Schon allein dadurch wird „Geheimprojekt X-69“ überaus lebendig. Hinzu kommt die spannende Handlung, die wie eine Mischung aus Katastrophen- und Science Fiction-Roman konzipiert ist. Natürlich fehlt hierbei auch nicht der für die Serie so typische Humor, der einem immer wieder zum Schmunzeln bringt.

Für Band 19 hat sich Denning noch ein kleines Schmankerl ausgedacht. Denn Chefinspector Susan Gant ist dieses Mal mit von der Partie. Nach den drei Horrorthrillern „Monster“, „Boten des Schreckens“ und „Menschenfresser“ (die ersten beiden Romane sind mit Frederic Tubb), hat sie nun auch einen „Auftritt“ in der Prähuman-Serie, was die Geschichte zusätzlich interessant macht, da sie hier zum ersten Mal auf John Arnold trifft, und beide können sich nicht wirklich leiden.

Alles in allem also wieder ein äußerst unterhaltsamer und spannender Roman voller origineller Ideen. Man darf gespannt sein, was dem Autor für den 20. Prähuman-Band einfallen wird.

Lady Chatterley – Der Skandalroman von D. H. Lawrence

Deutsche Ausgabe im Rowohlt Verlag

1928, zwei Jahre vor seinem Tod, veröffentlichte D. H. Lawrence einen Roman, der auch noch 1960 in England für Furore sorgte. Denn dort versuchte man, 32 Jahre nach der Veröffentlichung, das Buch per Gerichtsverordnung verbieten zu lassen. Der Grund war, dass man „Lady Chatterley“ als Pornographie betrachtete.

Eigentlich hatte Lawrence den Roman zunächst gar nicht als einen erotischen Roman geplant. Viel eher sollte es sich um eine Geschichte handeln, in der es um die soziale Ungleichheit ging. Erst die sog. dritte Fassung, für die Lawrence in England keinen Verleger fand und die er dann in Italien als Privatdruck veröffentlichen ließ, beinhaltet diverse Sexszenen, die bei vielen damaligen Lesern und vor allem bei den Behörden als obszön betrachtet wurden, bei Intellektuellen und Autoren (in Deutschland u. a. von Erich Kästner) aber gefeiert wurde.

Nachdem sich ein französischer Verlag für das Werk interessierte und veröffentlichte, wurden die Exemplare, die nach England versandt wurden, vom Zoll beschlagnahmt. Erst Mitte der 30er Jahre erfolgte dann eine Veröffentlichung in Lawrence‘ Heimat. In vielen anderen Ländern blieb das Buch verboten.

D. H. Lawrence (Quelle: Wikipedia)

Lawrence geht es eigentlich nicht nur um Sex, obwohl dies natürlich auch Thema ist, sondern um die bereits oben genannte soziale Ungerechtigkeit und die Lebensumstände der Arbeiter, die durch die Oberschicht absichtlich auf niedrigem Niveau gehalten werden. Wahrscheinlich ärgerten sich die damaligen englischen Politiker und Richter mehr darüber, dass Lawrence ausgerechnet Clifford Chatterley, der letzte Spross einer Adelsfamilie, als impotent darstellt, als über den Roman als solchen.

Die Handlung von „Lady Chatterley“ ist im Grunde genommen schnell erzählt: Es geht um Constance Chatterley, deren Mann Clifford im Ersten Weltkrieg so stark verwundet wurde, dass er teilweise gelähmt ist und daher mit seiner Frau nicht schlafen kann. Doch Constance leidet immer mehr unter ihrer unbefriedigten Lust. Als sie Cliffords Waldhüter Mellors begegnet, entflammt zwischen beiden eine tiefe Leidenschaft. Ihre Beziehung muss jedoch unter allen Umständen geheim bleiben, da beide sonst gesellschaftlich geächtet werden könnten.

Englische Ausgabe in der Bantam Press

Erregten die Sexszenen damals für Anstoß, so muss man aus heutiger Sicht sagen, dass gerade diese Szenen am wenigsten interessant sind. Viel spannender ist das Drama, das sich aus dieser Beziehung ergibt. Denn diese ist nicht nur deswegen heikel, da Mellors und Constance verheiratet sind, sondern auch, da beide aus unterschieldichen sozialen Schichten stammen, und damals war es geradezu undenkbar, dass eine Frau der Oberschicht eine Beziehung mit einem Bediensteten eingehen würde.

Auf diese Weise kritisiert D. H. Lawrence dann auch das damalige Gesellschaftssystem. Er entlarvt die Oberschicht als dekadent und abgehoben, während die Arbeiter unter den Bedingungen leiden. Constances Mann ergeht sich gerne im Sozialdarwinismus, was sie mehr und mehr verabscheut. Ihr Blick richtet sich durch die Beziehung mit Mellors immer stärker auf die düstere Realität, die bestimmt ist von der Armut und Trostlosigkeit, die das Leben der Arbeiter bestimmen. Die Kritik von damals lässt sich dabei ohne weiteres auch auf die heutige Situation übertragen. Man denke nur an Hartz 4 und die mit Absicht herbeigeführten Ungerechtigkeiten, die sich daraus ergeben.

Ständig ist natürlich die Angst da, dass die heimliche Beziehung der beiden auffliegen könnte. Während Constance sich immer freier und lebendiger fühlt, agiert Mellors vorsichtiger. Im Gegensatz zu ihr hat er bereits schlechte Erfahrungen im Leben gesammelt. Überhaupt hat er um sich herum einen dicken Schutzpanzer gezogen, um nicht erneut verletzt zu werden. Obwohl er Connstance liebt, fällt es ihm schwer, diesen Panzer fallen zu lassen. In dieser Hinsicht ist „Lady Chatterley“ ein großartiges Liebesdrama, dessen Erfolg Lawrence jedoch nicht mehr erlebte. Er starb 1930 an Tuberkulose.

Erschienen: „Kalter Hauch“ von Carl Denning

Nach dem überaus spannenden Horrorthriller „Hexensabbat“ zieht es den bekannten Horrorautor Carl Denning in seinem Roman „Kalter Hauch“ zu leisen, aber nich weniger intensiven Tönen. Den Roman hat der bekannte Horrorautor bereits vor sechs Jahren geschrieben. Nun liegt eine überarbeitete Ausgabe vor.

Es geht um den Bestsellerautor Jo Peterson, der sich auf einmal inmitten eines Albtraums befindet. Sein Literaturagent wurde brutal ermordet und seine Frau Laura erhält plötzlich genauso bizarre wie obszöne Briefe. Die Ermittlungen der Polizei führen rasch zu einem Verdächtigen: Jo selbst. Laura kann dies zunächst nicht glauben. Doch nach und nach kommt ihr Jos Verhalten immer unheimlicher vor. Ist Jo etwa ein Psychopath? Die Antwort ist weitaus entsetzlicher …

Wie alle anderen Romane Carl Dennings, so zieht auch „Kalter Hauch“ den Leser von Anfang an in seinen Bann. Das Grauen steigert sich dabei nach und nach. Dabei funktioniert der Roman auf zwei Ebenen: zum einen als eine Geschichte um eine bittere Ehekrise, zum anderen als ein düsterer, durchaus verstörender Mystery-Thriller. Die Figuren erscheinen dabei fast schon dreidimensional, mit einer solchen Lebendigkeit beschreibt sie Denning.

„Kalter Hauch“ ist ein Roman, wie er nicht besser in die dunkle Jahreszeit passen könnte. Man lehnt sich zurück und genießt den sanften Schauer, den die unheimliche Geschichte in einem auslöst.

Erschienen: Prähuman 18 – Der geheimnisvolle Mr. Bolton

Es ist mal wieder soweit: der 18. Band der außergewöhnlichen Serie „Prähuman“ ist erschienen. Dieses Mal haben es Frederic Tubb, Maki Asakawa und Hans Schmeißer mit einem mysteriösen Magier zu tun.

Harold T. Bolton kennt kaum einer mehr, doch in den 70er und frühen 80er Jahren soll er sehr erfolgreich von einem Auftritt zum nächsten gezogen sein. Nun hat er sich in der Nähe von London in einer riesigen Villa niedergelassen, in der er ausgewählten Gästen seine Zaubertricks vorführt. Doch anscheinend geht dabei nicht alles mit rechten Dingen zu. Denn bei einer dieser Vorstellungen kommt es zu einem rätselhaften Todesfall.

Was ist Illusion, was ist real? Diese Gegenüberstellung zieht sich durch den ganzen 18. Band von „Prähuman“ und sorgt dabei für enorme Spannung und eine dichte, faszinierende Handlung. Der Charakter des Magiers ist vortrefflich rätselhaft gelungen, auch die Beschreibungen der Darbietungen hat etwas düster-geheimnisvolles. Und schon bald ist es Tubb selbst, der in dieses Netz aus Illusion und bloßen Tricks gerät.

Auch dieser Band ist äußerst kurzweilig und es fehlen natürlich auch nicht die für diese Serie so typischen Gags. Die tiefe der Handlung und der Charaktere macht Prähuman 18 zu einem der besten Bände von Carl Dennings Reihe. Eine richtige kleine Perle, die uns da der Autor präsentiert. In diesem Sinne darf man schon gespannt sein, was uns in Band 19 erwarten wird.