Erschienen: Prähuman 17: Die Bestie

Dieses Mal mussten die Leser nicht so lange auf den nächsten „Prähuman“-Band warten. Band 16 erschien vor etwas mehr als einem Monat. Nun ist bereits mit „Die Bestie“ der 17. Band der spannenden und überaus originellen e-Book-Serie am Start.

In „Die Bestie“ kehrt Frederic Tubb zurück in den rätselhaften Ort Darkmoore, wo er vor mehreren Jahren im Markheim-Hospital, einer Klinik für Geisteskranke, eingesperrt worden war. Nun sucht eine riesige Bestie die Wälder von Darkmoore heim. Tubb versucht zusammen mit seinem Team, das Ungeheuer unschädlich zu machen …

Band 17 ist nicht weniger spannend als die vorangegangenen Bände. Man könnte „Die Bestie“ als eine Art Fortsetzung von „Band 10: Fall 01“ bezeichnen, geht es doch u. a. um Tubbs Vergangenheit, genauer gesagt, um sein rätselhaftes Erlebnis, das er 1999 in Darkmoore gehabt hat. Damals behauptete er, einen Werwolf erschossen zu haben, was zugleich der Grund dafür war, weswegen er in die Markheim-Klinik eingeliefert worden war.

In einer parallel verlaufenden Handlung spinnt Denning in Band 17 den Faden ein klein wenig weiter, lässt das damalige Rätsel in einem etwas anderen Licht erscheinen, das mit Sicherheit zu einem weiteren Darkmoore-Fall führen könnte. Hoffentlich, denn der Ort und seine Geschichte ist so mysteriös, dass man gerne mehr darüber lesen möchte. Bereits mit dem Roman „Darkmoore“ hat sich Carl Denning näher mit der kleinen, abgelegenen Stadt genauer beschäftigt. Ebenso natürlich in dem oben erwähnten Band 10.

In „Die Bestie“ geht es um ein kryptzoologisches Rätsel, um eine Kreatur, die es, den Gerüchten und Berichten nach, tatsächlich geben könnte. Die Begegnung mit diesem Ungeheuer ist rasant und dicht geschildert, wobei auch der für die Serie typische Humor nicht zu kurz kommt. Auf diese Weise macht der 17. Band, wie auch die gesamte Serie, richtig Spaß. Schön ist auch, dass die Serie nach Band 20 weitergehen wird. Man darf sich also auf viele weitere Abenteuer mit Frederic Tubb und seinem Team freuen.

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Erschienen: Hexensabbat – Der neue Horrorroman von Carl Denning

Carl Denning ist immer eine gute Adresse, wenn es um das Thema Gruseln geht. Seine Romane (erscheinen bisher nur als eBook) sind nicht nur spannend von der ersten bis zur letzten Seite, sondern sorgen auch für jede Menge Gänsehaut. Nicht anders verhält es sich mit seinem neuesten Streich „Hexensabbat“.

Bei den älteren Bewohnern der kleinen Küstenstadt Leonardtown löst der Name Moll Dyer noch immer Furcht und Schrecken aus. Und das, obwohl sie seit fast 400 Jahren tot ist. Der Legende nach soll Moll Dyer eine Hexe gewesen und Ursache für eine Anzahl sonderbarer Todesfälle gewesen sein.

Laura und ihre Freunde stehen kurz vor ihrem Highschool-Abschluss. Als sie eines Tages von der unheimlichen Legende hören, bringt sie das auf eine spontane Idee: sie wollen mit Moll Dyer bei einer Seance Kontakt aufnehmen. Zunächst tut sich nichts. Doch dann leidet Lauras Freundin Jennifer plötzlich unter einer unerklärlichen Krankheit. Kurz darauf wird ein Mann tot in seinem Auto gefunden. Unzählige Raben suchen die Stadt heim. Doch es kommt noch schlimmer. Viel schlimmer …

Nach drei Romanen um Chiefinpector Susan Gant („Monster“, „Boten des Schreckens“ und „Menschenfresser“), die es mit unheimlichen Fällen in der Nähe von Quebec zu tun hat und die sich auf Anhieb in die Herzen vieler Leser katapultiert hat, ist „Hexensabbat“ nun ein Roman ohne Gant. Dies macht den neuen Roman von Carl Denning allerdings keineswegs weniger spannend. „Hexensabbat“ zieht den Leser gleich von der ersten Zeile in seinen Bann. Denn die Geschichte beginnt praktisch mitten im Geschehen, als Laura und ihre Freunde ein altes, halb zerfallenes Haus aufsuchen, um darin eine Seance abzuhalten.

Was zunächst wie ein obskurer Spaß erscheint, erhält jedoch schnell einen unheimlichen Charakter, als es Jennifer kurz darauf von Mal zu Mal schlechter geht. Alles weist zunächst auf eine Grippe hin, doch werden die Symptome immer seltsamer und auch schlimmer. Nebenher ereignen sich weitere sonderbare Zwischenfälle, welche die örtliche Polizei vor ein Rätsel stellen. So wird z. B. ein Auto am Strand gefunden, das von der Klippe gestürzt ist und dessen Fahrer keine Augen mehr hat.

Wenn man behauptet, die Handlung rast voran, dann ist das keineswegs übertrieben. Hinzu kommt, dass Carl Denning wie immer die Fähigkeit besitzt, dabei keineswegs oberflächlich zu bleiben. Er gibt den jeweiligen Figuren eine komplexe Tiefe, wodurch eine solche Lebendigkeit entsteht, dass man glaubt, selbst mitten im Geschehen zu sein. All das macht „Hexensabbat“ zu einem echten Gruselerlebnis und steht Dennings übrigen Romanen in nichts nach. Zum Schluss bleibt nur zu hoffen, dass der Autor recht schnell einen neuen Horrorthriller schreibt. Denn seine Romane machen regelrecht süchtig.

Erschienen: Menschenfresser – Der neue Horrorroman von Carl Denning

„Menschenfresser“ ist nicht nur der neue Horrorthriller von Carl Denning, sondern zugleich der dritte Roman mit Chefinspector Susan Gant. Dieses Mal geht es um eine brutale Mordserie in und um den kleinen kanadischen Ort Altamont, der am Rand des riesigen Grand Jardin Nationalparks liegt.

Bei den ersten Opfern handelt es sich um eine Mutter und ihren 15-jährigen Sohn. Nur wenige Stunden später werden auf einer einsamen Straße die verstümmelten Leichen eines jungen Ehepaars gefunden. Den Spuren zufolge muss es sich um denselben Täter gehandelt haben. Doch die Suche nach dem unheimlichen Mörder erweist sich als schwierig. Es gibt nur einen einzigen Anhaltspunkt: die Mutter und ihr Sohn müssen den Mörder gekannt haben. Und als es zu einem weiteren entsetzlichen Todesfall kommt, keimt in Susan Gant eine schlimme Befürchtung: dies ist erst der Anfang des Grauens …

Wie auch die ersten beiden Susan Gant-Romane, so befindet man sich auch in „Menschenfresser“ sofort mitten in der Handlung und wird von der ersten Seite an mitgerissen. Carl Denning versteht es gekonnt, Spannung zu erzeugen und diese bis zum Schluss aufrecht zu erhalten. Im Gegensatz zu den beiden vorangegangen Romanen „Monster“ und „Boten des Schreckens“ ist „Menschenfresser“ mehr wie ein Krimi konzipiert, was die Dichte der Handlung noch um Einiges steigert. Denn Susan Gant verfolgt eine wirklich sonderbare und geradezu unheimliche Spur, wobei sie selbst in große Gefahr gerät.

Wie auch in den anderen Romanen Carl Dennings wirken die Figuren überaus lebendig und überzeugend, es kommt zu vielen wirklich unheimlichen Momenten, und dabei rast die Handlung ohne jeglichen Durchhänger voran. Kurz: einmal mehr ein toller Roman von einem tollen Autor.

Erschienen: Prähuman 14 – Der Schrecken von Mount Nock

Seit Jahren hat Frederic Tubb nichts mehr von seiner früheren Freundin Elsa Juran gehört. Und als sie völlig unerwartet nach London kommt, ahnt er nicht, auf was er sich da einlässt. Elsas Mann Laszlo ist spurlos verschwunden. Seit Jahren beschäftigte er sich mit dem Rätsel einer vor Schottland liegenden Insel, die nie besiedelt wurde. Unheimliche Gerüchte ranken sich darum – und um Mount Nock, der die Form eines Haifischzahns besitzt. Seit Laszlo sich auf den Weg dorthin gemacht hat, hat Elsa nichts mehr von ihm gehört. Kurzerhand beschließt Tubb, ihr bei der Suche ihres Mannes zu helfen. Als er zusammen mit seinem Team die Insel betritt, ist dies für ihn, Maki Asakawa und Hans Schmeißer der Beginn eines genauso unglaublichen wie gefährlichen Abenteuers …

Auch der 14. Band der e-Book-Serie „Prähuman“ bleibt ihrem Stil treu: Eine überaus spannende Handlung, Action, skurriler Humor und jede Menge origineller Ideen. Und dennoch schafft es Carl Denning, sich nicht zu wiederholen – ebenfalls ein Markenzeichen dieser außergewöhnlichen Serie. Denn jeder Band ist anders als der vorangegangene. – Ging es z.B. in Band 13 um eine seltsame Mordserie in London, so geht es hier um das Geheimnis einer mysteriösen Insel.

Band 14 liest sich in dieser Hinsicht wie eine Mischung aus klassischem Abenteuerroman und unheimlichem Thriller. Bis zum Finale lässt es Denning offen, was das Geheimnis von Mount Nock ist. Dies erhöht die Spannung der rasanten Geschichte ungemein und macht Lust auf die Bände, die hoffentlich noch folgen werden.

Die himmlische Tafel – Donald Ray Pollocks USA-Satire

Die himmlische Tafel von Donald Ray Pollock erhielt 2017 den Deutschen Krimi Preis. Etwas, das durchaus stutzig macht, ist doch Pollocks Roman eigentlich kein Krimi, sondern viel eher eine bitterböse Abrechnung auf den aktuellen Zustand der USA.

Zwar verlegt Pollock die Handlung ins Jahr 1917, doch sein Spott richtet sich eindeutig auf die Trump-Ära. Es geht um die drei Brüder Cane, Chimney und Cob, die sich auf eine Irrfahrt durch die USA begeben, nachdem ihr streng religiöser Vater gestorben ist. Das einzige Buch, das sie kennen, ist der Schundroman „Bloody Bill Buckett“ über einen kriminellen Revolverhelden, den sich die drei als Vorbild nehmen. Und so reiten sie schießend und raubend durch die USA, um sich ihren Traum zu verwirklichen: ein angenehmes Leben in Kanada zu führen …

Während sich die erste Hälfte des Romans doch eher zieht, ist die zweite Hälfte dafür umso witziger und spannender. Zwar bleibt auch hier die Frage bestehen, aus welchem Grund der Roman in Deutschland als Krimi bewertet wurde, doch tut das eigentlich nichts weiter zur Sache. Pollock konzentriert sich in Die himmlische Tafel nicht allein auf die Jewett-Brüder, auf die hinterhältige Kopfgeldjäger und andere Leute, die sich die Belohnung erhoffen, Jagd machen. Er liefert vielmehr ein Allgemeinbild der USA ab, ein satirisches Bild, in dem er keinen einzigen seiner Protagonisten gut wegkommen lässt.

Für Pollock besteht die USA in der Hauptsache aus degenerierten Vollidioten, die nur dem Geld hinterherlaufen, keine Bildung haben und sich im wahrsten Sinne des Wortes im Dreck suhlen. Wie gesagt, verlegt er seine Geschichte in das Jahr 1917, kurz nachdem die USA in den Ersten Weltkrieg eingetreten ist, doch hält er damit der Gegenwart einen Spiegel vor.

Denn ausgerechnet die Jewett-Bande möchte sich bessern und ein normales Leben führen, während um sie herum die Gesellschaft moralisch auseinanderbricht. Sie reiten durch einen gesellschaftlichen Scherbenhaufen, in dem jeder nur noch an sich selbst denkt. Pollock beschreibt, was passiert, wenn in einer Gesellschaft vollkommener Idiotismus herrscht. Und im Grunde genommen scheinen wir ja wirklich im Zeitalter des Idiotismus zu leben. Pollock hat mit Die himmlische Tafel dieser traurigen Tatsache ein Denkmal errichtet. Kein Krimi, aber ein überaus lesenswerter Roman.

Tag der Heuschrecke – Nathanael Wests Abrechnung mit Hollywood

Cover der deutschen Neuübersetzung

Nathanael Wests Roman „Tag der Heuschrecke“ („The Day of the Locust“) aus dem Jahr 1939 gilt bis heute als einer der besten Romane über Hollywood. West hatte selbst erfolglos als Drehbuchautor gearbeitet und daher das Leben hinter den Kulissen aus erster Hand miterlebt.

In seinem Roman geht es nicht um cholerische Produzenten oder notgeile Regisseure, sondern um die Menschen, deren Träume schlicht und ergreifend zerplatzt sind. Um diejeningen also, die vergeblich versuchen, Erfolg zu haben.

Im Zentrum des Romans steht der Künstler Tod Hackett, der Kostüme und Hintergrundbilder für Filme entwickelt. Gleich zu Anfang musste er einsehen, dass Kunst in Hollywood nichts zählt. Daher arbeitet er in seiner Freizeit an einem riesigen Gemälde mit dem Titel „Der Brand von Los Angeles“. Im selben Wohnhaus lebt auch Fay Greener zusammen mit ihrem Vater Harry, einem völlig heruntergekommenen Variete-Künstler. Um Fay, die nichts anderes als Schauspielerin werden möchte, bemühen sich die skurrilsten Kerle. Natürlich auch Tod. Doch als der überaus schüchterne Homer Simpson auftaucht, nutzt sie diesen gnadenlos aus …

Cover der Originalausgabe von 1939

Ja, richtig, Homer Simpson. In der Tat entlehnte „Simpsons“-Erfinder Matt Groening den Namen seiner berühmten Figur aus Nathanael Wests Roman. Doch Wests letzte Veröffentlichung war alles andere als erfolgreich. Erst Mitte der 50er Jahre wurde die Bedeutung seiner Werke erkannt. Heutzutage zählt Nathanael West (1903 – 1940) zu den wichtigsten Autoren der US-amerikanischen Literatur.

„Der Tag der Heuschrecke“ ist ein überaus düsteres Buch. Es geht um Menschen, die auf ganzer Linie gescheitert sind, die sich auch keine Hoffnung mehr auf bessere Zeiten machen, sondern sich mit ihren geplatzten Träumen irgendwie abfinden. Da ist der Cowboy-Darsteller Earl, der nichts auf die Reihe bekommt und mit seinem mexikanischen Freund Hahnenkämpfe veranstaltet, um über die Runden zu kommen. Fay, die es nicht einmal bis zur Komparsin schafft, ihren Tagträumen nachhängt, sich dennoch aufführt wie eine Diva, in Wirklichkeit aber auf den Strich geht. Dann ist da noch der „Zwerg“ Abe Kunich, ein kleinwüchsiger Halbkrimineller, der sich allen aufdrängt. Oder der bereits erwähnte Vater Fays, der als drittklassiger Variete-Künstler auftrat und nun Putzmittel verkauft. Nur Homer Simpson hat eigentlich mit Hollywood nichts zu tun. Er kommt nach Los Angeles, um sich von einer Krankheit zu erholen. Unglücklicherweise begegnet er der hübschen Fay, die zu seinem düsteren Schicksal wird.

Nathanael West (1903 – 1940)

Nathanael Wests letzter Roman geht einem so leicht nicht mehr aus dem Kopf. Mit bitterem Spott macht er sich über seine Mitmenschen lustig und wirkt dabei erschreckend aktuell. Besonders, als er die dumpfe Masse schreiender Fans beschreibt, die auf einen großen Hollywood-Star warten, möchte man nicht meinen, dass der Roman vor fast 80 Jahren erschienen ist. Hier liefert West das Bild einer Gesellschaft ab, deren Mitglieder in eine Mediensucht fliehen, um ihren stupiden Alltag zu ertragen.

Nathanael West starb ein Jahr nach Veröffentlichung des Romans zusammen mit seiner Frau bei einem schweren Autounfall. 1975 wurde das Buch von John Schlesinger verfilmt, und David Bowie zählte den Roman zu seinen Lieblingsbüchern. Ein großartiger Roman, ein Klassiker eben.

Tief in den Wäldern lauert das Grauen – Carl Dennings neue Romanreihe

Altamont ist ein kleiner Ort in der Nähe von Quebec und liegt direkt vor dem riesigen Grand Jardin Nationalpark, der sich in nördliche Richtung bis zur Hudson Bay erstreckt. Chefinspector Susan Gant leitet dort die mit vier Mann besetzte Polizeistation.

Ihren ersten Auftritt hat Susan Gant in dem Horrorthriller Monster von Carl Denning, in dem eine Serie grausamer Todesfälle den Grand Jardin Nationalpark heimsucht. Vermuten Susan Gant und ihr Team zunächst, dass ein Psychopath hinter der Mordserie steckt, kommen sie nach und nach auf die Spur des wahren Mörders. Denn in den Tiefen des Wälders geht ein Monster um …

Mit Monster lieferte Denning nicht nur einen seiner spannendsten Romane ab, sondern zugleich einen seiner erfolgreichsten. Das zurecht. Denn der Horrorthriller beinhaltet alles, was einen guten Horrorroman ausmacht: extremen Nervenkitzel. Nicht nur das. Carl Denning gehört zu den Autoren, denen es gelingt, unheimliche Geschehnisse so zu schreiben, dass sie auch wirklich unheimlich sind. Bereits in dem Geisterhausroman Blutige Schatten, zugleich sein Debut, konnte er dies unter Beweis stellen. Im ersten Susan Gant-Roman kommt jedoch auch die Action nicht zu kurz.

Monster funktioniert jedoch nicht nur aufgrund der oben genannten Merkmale so gut. Es sind auch die Figuren, die den Roman überaus interessant und spannend machen. Susan Gant, die während ihrer Ausbildung ständig von ihren männlichen Kollegen gemobbt wurde und auch jetzt von der Zentrale in Quebec nicht wirklich ernst genommen wird, hat an diesem Umstand schwer zu beißen. Doch statt zu verzweifeln, münzt sie diese negativen Aspekte um in Tatdendrang und Eigeninitiative. Sie ist geschieden, aber ihre Beziehung zu ihrem Exmann Will Curtiz, ein erfolgloser Zeitungsreporter, ist geprägt von einer geradezu sanften Melancholie und Wärme, da sie noch immer alles tut, um seine Karriere in Gang zu bringen.

Denning gelingt dabei das Kunststück, nicht in Kitsch zu verfallen, sondern speziell diesen Handlungsstrang mit einem netten, unglaublich witzigen Humor zu beseelen, sodass man gerne mehr solcher Situationen lesen würde. Doch es handelt sich nun einmal um einen Horrorroman und da stehen bekanntlich andere Dinge im Vordergrund.

Monster ist jedenfalls ein wirklicher Knaller von einem Horrorthriller. Bisher ist der Roman nur als e-Book erschienen. Vielleicht kommt ja irgendwann einmal auch eine Taschenbuchausgabe.

Susan Gants erstem Fall folgte Boten des Schreckens, in dem Altamont erneut von einer Reihe unheimlicher Todesfälle heimgesucht wird. Carl Denning wiederholt hier keineswegs die Handlung von Monster, sondern entwickelt in Susan Gants zweitem Fall ein völlig anderes Konzept, das nicht weniger spannend ist als der erste Fall.

Es ist wirklich schwer, mehr über den Roman zu schreiben, da die Gefahr besteht, zu viel zu verraten. Nur so viel: Boten des Schreckens basiert auf einer alten Indianerlegende. Gekonnt arbeitet Denning dabei mit Fiktion und Fakten und schildert auch im Nachwort, was alles in dem Roman keineswegs erfunden ist. Der Roman ist unglaublich rasant und spannend, sodass man ihn im Grunde genommen in einem Rutsch durchliest. Mit 350 Seiten ist er auch noch umfangreicher als Monster.

Auch hier überzeugen die Figuren auf ganzer Linie. Susan Gants Charakter wirkt in dem zweiten Roman noch ausgefeilter als in ihrem „Debut“, ebenso trifft dies auf die übrigen Figuren zu, wie Will Curtiz oder ihren Kollegen Barry Anderson, der von Montreal nach Altamont strafversetzt wurde. Der Gruselfaktor ist ein bisschen geringer als in Monster, doch kommt es wieder zu jeder Menge Nervenkitzel.

Umso schöner ist es, dass Carl Denning gerade an einem dritten Susan Gant-Roman schreibt, der evtl. noch in diesem Jahr, auf jeden Fall aber Anfang kommenden Jahres erscheinen wird. Da kann man nur noch wünschen: gute Unterhaltung! :)