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Archive for November 2015

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Hook des Clips „No Playboy“.

Tatsächlich besteht die Formation Nine Muses zurzeit nur aus acht Mitgliedern. Gegründet 2011, bestand die Girl Group aus gecasteten jungen Frauen, die zuvor als Models oder Darstellerinnen in Werbefilmen gearbeitet haben. Trotzdem die Gruppe mit ihren Songs recht gute Erfolge erzielte und mehrfach ausgezeichnet wurde, stand und steht sie eher im Abseits des K-Pop-Trubels. Hinzu kommt, dass die Produktionsfirma kürzlich Konkurs angemeldet hat und damit die Zukunft der acht Sängerinnen in den Sternen steht.

Als würden die Sorgen der Firma sich in ihrem neuesten Song widerspiegeln, trägt dieser den Titel „Sleeples Night“. Natürlich geht es darin nicht um die Probleme der Produktionsfirma, sondern um den Nachhall einer einstigen (lesbischen) Liebe, dennoch ist der Titel bezeichnend für die derzeitige Lage.

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Immer mit ein wenig Ironie werden eindeutige Symbole in den Clips präsentiert. Hier z.B. in „Glue“.

Ihr Debut hatten Nine Muses mit dem Song „No Playboy“, zu dem ein hervorragender Clip gedreht wurde, der ohne weiteres zu den besten Musikvideos in Sachen K-Pop gezählt werden kann. Ihre früheren Berufe als Models kommen hierbei voll zur Geltung, sind die Dance Shots doch in Form von Modeshows umgesetzt. Doch statt Glitzer, gibt es kühle, düstere, bis ins Schwarz hineinreichende Farben. Das Video und die Musik erinnern entfernt an die 80er Jahre.

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Schluss des Videos „Wild“, das in Südkorea ein strenges Jugendverbot erhielt.

Diesen Bezug verfolgten Nine Muses in den nachfolgenden Clips („Figaro“ und „News“ bis hin zu „Glue“) weiter. Stets kühl und zugleich dezent erotisch, bis die Erotikwelle auch von der Produktionsfirma aufgenommen wurde. Die Folge war das Musikvideo „Wild“, welches in Südkorea nur für Erwachsene zugelassen wurde und somit zur Hauptsendezeit nicht gesendet werden durfte. So extrem war das Video zwar nicht, dennoch wurde die hohe Altersfreigabe beibehalten. Auch musikalisch veränderte sich dabei die Gruppe. Von den 80er Jahre- und Soul-Klängen blieb nichts mehr übrig, Musik aus dem Computer verdrängten die echten Instrumente.

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Irgendwie zurück zu den Anfängen. Wieder bestimmten düstere Farben das neueste Video „Sleepless Night“.

Dieser Trend setzte sich (leider) fort. Als Tiefpunkte können die beiden Clips „Drama“ und „Heart Locker“ betrachtet werden. Nicht nur die Musik ist konzept- und einfallslos, sondern auch die Musikvideos an sich. Fast scheint es, als hätte die Firma schon Anfang 2015 finanzielle Schwierigkeiten gehabt und versucht, mindestens irgendetwas auf den Markt zu werfen. Schließlich aber schaffte die Gruppe dann doch wieder die Kehrtwende. Zurück zu Ansätzen aus den 80ern und ein komplexes Video, in dem es (man höre und staune) so gut wie keinen Dance Shot gibt. Der Clip „Sleeples Night“ ist fast zu 99 Prozent bestimmt von narrativen Elementen, die eine zu ende gegangene lesbische Liebesbeziehung schildern. Unserer Meinung nach dürfte der Clip in Südkorea bald der Zensur zum Opfer fallen, gibt es doch einen kurzen narrativen Strang, in dem eine der beiden Protagonistinnen versucht, sich umzubringen. Koreas FSK-Äquivalent ist hierbei äußerst zimperlich, sogar Videos, in denen Autofahrer ohne Gurt im Auto sitzen, werden aus dem Fernsehprogramm verbannt.

Im schlimmsten Fall, d. h. wenn Nine Muses nicht von einer anderen Produktionsfirma übernommen wird, dürfte dies die Sängerinnern nicht mehr jucken, da ihre Karrieren zwangsweise ein Ende finden werden. Es bleibt also weiterhin spannend.

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allerseelenEdith Wharton (1862-1937) ist bis heute vor allem bekannt durch ihre Gesellschaftsromane. Nebenher aber verfasste sie auch eine Reihe von unheimlichen Geschichten. Mit „Allerseelen“ legen Marc Gruppe und Stephan Bosenius, nach „Verhext“, die zweite Vertonung einer Erzählung Edith Whartons vor.

Es geht um Sara Clayburn, die am ersten Novemberwochenende des Jahres 1931 vor ihrem Haus eine seltsame Begegnung hat. Sie trifft dort auf eine unbekannte junge Frau, die auf dem Weg zu Saras Haus ist. Kurz darauf aber ist sie verschwunden. Die Begegnung bleibt jedoch nicht ohne Folgen. Sara gleitet kurz vor ihrem Haus auf einer Eisfläche aus und bricht sich den Knöchel. Doch ist dies eher harmlos im Vergleich zu dem Ereignis, das noch folgen wird.

In „Allerseelen“ beweisen Marc Gruppe und Stephan Bosenius einmal mehr ihr großartiges Können, atmosphärisch dichte Hörspiele zu kreieren. Das Besondere an „Allerseelen“ ist, dass im Hauptteil der Handlung nur eine einzige Person agiert. Dies beinhaltet natürlich die Gefahr, eine gewisse Langeweile hervorzurufen. Doch der Umsetzung der gleichnamigen Erzählung gelingt es, gerade eben in dieser Situation eine großartige Dichte und eine damit einhergehende Spannung aufzubauen. In der Tat fühlt man sich teilweise in eine Folge der Serie Twilight Zone hineinversetzt.

Während man der Geschichte Sara Clayburns folgt, kommt man nicht umhin, parallel zum Zuhören mitzurätseln, was nun eigentlich los ist. Lässt sich alles doch auf irgendeine Weise rational erklären? Ist alles bloß ein Scherz? Oder ist Sara gefangen in einem Albtraum? Wie oben bereits erwähnt, ist es schon fast unglaublich, dass es Marc Gruppe und Stephan Bosenius gelingt, mit dem Erlebnis einer einzigen Figur beim Zuhörer eine überaus intensive Anspannung hervorzurufen. Dies macht das Hörspiel geradezu außergewöhnlich, und es würde mich nicht wundern, wenn das Stück für einen der nächsten Hörspielpreise nominiert werden würde.

Allerseelen (Gruselkabinett Folge 104). Buch: Marc Gruppe, Produktion: Marc Gruppe und Stephan Bosenius, Sprecher: Judy Winter, Sabina Trooger, Cathlen Gawlich, Lutz Machensey, Herma Koehn, Rainer Gerlach, Bernd Rumpf, Constantin von Jascheroff. Titania Medien 2015, Spielzeit: 59 Min.

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redfernIn den USA ist der Journalist, Autor und Blogger Nick Redfern längst kein Unbekannter mehr. Sein Spezialgebiet sind paranormale Artefakte und Phänomene. Hierbei geht er vor allem der Frage nach, welche Rolle CIA und FBI im Hinblick auf diverse Bereiche der Grenzwissenschaft spielen. Nach „Geheimsache Monster“ erschien nun sein Buch „Die echten Men in Black“.

Bei Men in Black werden die meisten Leser sicherlich an die gleichnamigen Hollywoodfilme denken. Allerdings ist „Men in Black“ (MIB) ein fest stehender Begriff innerhalb der grenzwissenschaftlichen Forschung und bezeichnet hierbei ein Phänomen, das meistens einhergeht mit UFO-Sichtungen. So gibt es immer wieder Berichte darüber, dass Leute, die behaupteten ein UFO gesehen zu haben, kurze Zeit später von schwarz gekleideten Männern besucht wurden, die ihnen nahelegten, nicht weiter darüber zu sprechen. Aber auch Leute, die versuchten, hinter das Rätsel um das UFO-Phänomen zu kommen, erhielten solche Besuche.

Nick Redfern fragt sich in seinem Buch, was es mit diesen Berichten auf sich hat. Beruhen sie auf realen Begebenheiten oder handelt es sich hierbei schlicht und ergreifend um Schwindelei oder bloße Fantasiegeschichten? Redfern teilt hierzu seine Untersuchung auf in zwei Teile. Während er in Teil eins die einzelnen Berichte darstellt, widmet er sich im zweiten Teil mit möglichen Erklärungen für diese Berichte.

Einer der ersten Berichte über einen Man in Black stammte von Albert Bender aus den 50er Jahren. Die Begegnung brachte ihn dazu, von einem Tag auf den anderen seine UFO-Recherchen einzustellen. Von da an arbeitet sich Redfern durch die Jahrzehnte bis in unsere Gegenwart vor. Die Berichte, die er zutage fördert, sind teils unheimlich, teils skurril, teils auch einfach nur seltsam. Bespickt sind die Darstellungen mit Redferns typischen ironischen Seitenhieben, die den spannenden und unterhaltsamen Darstellungen einen angenehmen Witz verleihen.

Bei der Suche nach Erklärungen für dieses Phänomen, ermittelt Redfern in verschiedene Richtungen. Zum einen fragt er sich, ob es sich lediglich um Halluzinationen handelt oder ob sich hinter diesem Phänomen FBI- oder CIA-Agenten verbergen. Redfern nimmt jedoch auch außergewöhnlichere Erklärungsversuche unter die Lupe, nämlich ob die Men in Black geisterhafte Wesen oder sogar Zeitreisende sind. Nick Redfern bleibt bei sämtlichen Möglichkeiten objektiv, nennt Fälle, die rational erklärt werden können, aber auch die, für die es bisher noch keine Erklärung gibt.

Redferns flüssiger Schreibstil führt dazu, dass sich „Die echten Men in Black“ liest wie ein Mystery-Thriller. Besonders die Geschichte um Albert Bender ist unglaublich gut recherchiert. Insgesamt bietet das Buch viele interessante Informationen für Leser, die sich gerne mit grenzwissenschaftlichen Themen auseinandersetzen.

Nick Redfern. Die echten Men in Black. Objektive Nachweise, berühmte Fälle, wahre Geschichten und die Verbindung zwischen diesen mysteriösen Männern und dem UFO-Phänomen. Kopp Verlag 2015, 256 Seiten, 14,95 Euro. ISBN: 978-3-86445-241-3.

 

 

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filmproduktionDas Problem, vor dem ein Filmemacher steht, lautet, welche Kosten bei einem Dreh überhaupt entstehen. Seit Jahren setzt sich Eckhard Wendling mit der ökonomischen Seite von Film- und TV-Produktionen auseinander. In seinem Buch „Filmproduktion“, das nun in einer komplett überarbeiteten Version erschienen ist, behandelt der Autor sämtliche Phasen und Aspekte von Film- und TV-Produktionen und geht damit geradezu minutiös auf das oben genannte Problem ein.

Ausgehend von der eigentlichen Filmidee, führt er den Leser weiter durch die verschiedenen Produktionsphasen. Er geht dabei u. a. auf die Entwicklung des Drehbuchs ein, setzt sich mit dem Kostenrisiko des Produzenten auseinander und behandelt zusätzlich auch das Thema Autorenhonorare. Eckhard Wendling nennt die wichtigsten Begriffe, angefangen vom Drehplan, der als Grundlage für die Kalkulation dient, über die Tagesdisposition, die genaue Informationen über die jeweiligen Drehtage enthält, bis hin zur eigentlichen Kalkulation. Die Definitionen und Darstellungen werden mit Drehbuchauszügen oder Auszügen aus Drehplänen und Tagesdispositionen zusätzlich veranschaulicht. Ein Glossar und eine Aufführung von Adressen wichtiger Filmförderer runden das Werk ab.

All dies macht Wendlings Buch zu einem wichtigen und praxisorientierten Ratgeber für alle, die bereits im Filmgeschäft tätig sind oder vorhaben, dies zu tun. Da die jeweiligen Ausführugen äußerst detailliert geschildert sind, läßt das Buch so gut wie keine Fragen offen.

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hausuGlaubt man den Gerüchten, so wollten die Toho-Studios Ende der 70er Jahre Steven Spielberg nacheifern und einen ähnlichen Film wie „Der weiße Hai“ drehen. Das Ergebnis dieser Bemühung war „Hausu“, der 1977 in die japanischen Kinos kam und alles andere als eine Mainstreamproduktion war. Die Produzenten befürchteten, mit „Hausu“ einen Megaflopp zu landen. Ihr Staunen war daher umso größer, als sie feststellten, dass sich der Film zu einem überaus großen Erfolg entwickelte.

Regie führte Nobohiko Obayashi, der die Geschichte um das Spukhaus zusammen mit seiner Tochter entwickelte. Seine Tochter zählte ihm auf, was ihr alles Angst bereitete und diese Ängste arbeitete Obayashi ein in eine Story, die experimentierfreudiger nicht sein könnte. Nachdem das Drehbuch fertig war, galt es zunächst als nicht zu verfilmen. Dennoch erhielt Nobohiko Obayashi grünes Licht.

Es geht um eine Schülerin, die zusammen mit ihren sechs Freundinnen in den Ferien das Haus ihrer Tante besucht. Doch kaum sind sie dort angekommen, als es zu unheimlichen und seltsamen Zwischenfällen kommt.

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Hausu (1977); Coypright: Toho.

Zurecht stellt sich die Frage, was „Hausu“ eigentlich ist. Ist es ein Horrorfilm, ein Märchenfilm, ein Experimentalfilm? Wahrscheinlich irgendwie alles zusammen. „Hausu“ ist eine psychedelische Achterbahnfahrt, ein visueller Rausch, totaler Wahnsinn. Es macht den Eindruck, als habe Obayashi vor Drehbeginn nochmals ein paar Lehrbücher über Montage und Kameranstellungen gelesen. Im Gegensatz zu anderen Regisseuren, pickte er sich nicht die für seinen Film geeigneten Aspekte heraus, sondern verwendete einfach alles. So beinhaltet „Hausu“ so gut wie alle Arten von Ein- und Aus- sowie Überblendungen, Zeitlupe und Zeitraffer, die Bilder laufen vor- und rückwärts, mehr als fünf Minuten lang zeigt Obayashi nur ruckartige Bewegungen, um sich dann wieder in überaus eleganten Kamerafahrten zu ergehen. Hinzu kommt die Filmmusik, die manchal als Musik zum Film, machmal als Musik im Film und manchmal beides zugleich ist, sodass der Zuschauer nahe daran ist, den Verstand zu verlieren.

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Hausu (1977); Copyright: Toho.

Es ist keineswegs falsch, wenn man „Hausu“ auf dieselbe Ebene wie Argentos „Suspiria“ stellt. Beide Filme schwelgen geradezu in filmischer Ästhetik, beides sind Beispiele dafür, dass Horror und Trash eine Form der Kunst darstellen. Beide geizen nicht in ihrer Farbgebung, auch die Grundidee, dass Schülerinnen in einem Haus auf geheimnisvolle Weise ums Leben kommen, ist nicht unähnlich, auch wenn die jeweilige Umsetzung in andere Richtungen geht. Tatsächlich stellt sich die Frage, ob Argento Obayashis Meisterwerk vor seiner Arbeit an „Suspiria“ gekannt und ihn dieses Werk auf eine gewisse Weise beeinflusst hat. In beiden Filmen wirken die Deathscenes surreal, geradezu (alp)traumartig, wobei Obayashi verstärkt versucht, seinen Effekten einen kindischen Charakter zu verleihen.

„Hausu“ ist vollendete Trash-Ästhetik. Interessanterweise fand der Film erst 2010 seinen Weg in die US-amerikanischen Kinos. In Deutschland wurde die Produktion aus den 70er Jahren 2006 veröffentlicht. Das Motto lautet: Lieber spät, als nie. Denn ansonsten wäre den hiesigen Zuschauern ein absolutes Meisterwerk entgangen.

 

 

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DarkmooreCoverNeu-Seite001Darkmoore, eine Kleinstadt in Devonshire, wird von einer unheimlichen Mordserie heimgesucht. Der Schriftsteller Jeff Cooper zieht zusammen mit seiner Frau Linda in den Ort, um in dem Haus von Jeffs verstorbenen Onkel zu wohnen. Jeff hofft, dort ungestört an seinem neuen Roman arbeiten zu können. Doch kaum sind Jeff und Linda eingezogen, als sie auf Aufzeichnungen seines Onkels stoßen, in denen er darauf hinweist, dass die Morde etwas mit einem sonderbaren Wesen zu tun haben, das in den tiefen Wäldern haust, die sich um Darkmoore herum ausbreiten. Fasziniert von den Notizen seines Onkels, beginnt Jeff selbst Nachforschungen anzustellen. Während die Polizei glaubt, einem Serienmörder auf der Spur zu sein, stößt Jeff auf immer rätselhaftere Hinweise über die Natur des Mörders …

Unheimlich und beklemmend.

Vom Autor von „Blutige Schatten“ und „Das Böse“.

Exklusiv als eBook.

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Während Meeresbiologen und Kryptozoologen noch immer auf der Suche nach den ganz großen Ungeheuern sind, haben diese längst die Leinwand erobert. Es ist wirklich erstaunlich, wie viele Filme es gibt, in denen Riesenkraken ihr Unwesen treiben. Vor allem in den Trash-Granaten der Produktionsfirmen U.F.O, New Image oder The Asylum sorgen sie für Aufregung.

Octopus31942 kämpfte John Wayne in dem Abenteuerfilm „Piraten im karibischen Meer“ gegen einen Riesenkraken und – man höre und staune – zog dabei den Kürzeren. Den bekanntesten Riesenkraken findet man in „20.000 Meilen unter dem Meer“ aus dem Jahr 1954. James Mason als Kapitän Nemo kämpft im Finale des Films mit dem fiesen Monster. Die Mischung aus Stop Motion und Gummiarmen hat bis heute nichts von ihrem Reiz verloren. 1977 nahm es Trash-Star Doug McLure in „Tauchfahrt des Grauens“ mit einem Riesenkraken auf, der sein Forschungsschiff attackiert, bevor er die Taucherglocke in die Tiefe zieht, wo diese durch einen unterirdischen Strudel nach Atlantis gespült wird.

Octopus4Bei Filmen, in denen sich die ganze Handlung um einen Riesenkraken dreht, dürfte der TV-Film „Beast“ (1996) nach dem gleichnamigen Roman des Autors Peter Benchley ein interessantes Beispiel sein. Die Handlung ist derjenigen von „Der weiße Hai“ nicht unähnlich. Wieso auch? Wäre ja eine Zumutung gewesen, sich mal ein anderes Konzept auszudenken. Jedenfalls attackiert der Riesenkalmar ahnungslose Menschen, um sie zu verspeisen. Natürlich wird auf ihn Jagd gemacht. Wie auch bei „Der weiße Hai“, so wird auch aus dem Riesenkraken eine bösartige Killermaschine gemacht, die außer Fressen nichts gelernt hat. Irgendwann ist der Film in die Beinahe-Vergessenheit geraten. Weder wurde er im TV nochmals ausgestrahlt, noch existiert bisher ein DVD-Release.

octopusIm Jahr 2000 stellte New Image den Film „Octopus“ her, eine obskure Mischung aus Agententhriller und Monsterfilm. In der Tat überschneidet die Produktion ziemlich viele Genres, sodass man sich fragt, was Regisseur und Drehbuchautor eigentlich vorhatten. Sicher ist nur, dass ein russischer Spion auf einem U-Boot in die USA gebracht werden soll. Mitten auf dem Weg aber kreuzt das U-Boot das Revier eines durch atomare Strahlung mutierten Riesenkraken, der nicht nur das U-Boot angreift („Ich bin von Feiglingen umgeben! Von Feiglingen!“), sondern am Schluss auch ein Passagierschiff zu Kleinholz verarbeitet. Produziert wurde das ganze von „Expendables“-Produzenten Boaz Davidson. Seltsamerweise gelingt es Regisseur John Eyres die zusammengeschusterte Handlung durchweg unterhaltsam wirken zu lassen.

Anscheinend war der Film sogar recht erfolgreich. Denn ein Jahr später tauchte ein Riesenkrake in „Octopus 2“ im East River auf. Viel Geld war nicht mehr vorhanden, sodass für den Film Szenen aus „Daylight“ verwendet wurden. Unterhaltsam ist der Film auch nicht mehr. Ziemlich zäh zieht sich die Handlung dahin. Wahrscheinlich waren auch die Schauspieler froh, als sie nicht mehr zum Set kommen mussten.

Octopus6Regisseur Tibor Takacs machte sich in den 80er Jahren einen Namen durch seine beiden Horrorfilme „The Gate“ (1987) und „I, Madman“ (1989). Später drehte er nur noch Direct to Video-Produktionen. 2006 führte er Regie bei dem Film „Kraken: Tentacles of the Deep“. Hier geht es um Ray Reiter, der seine Eltern bei dem Angriff eines Riesenkraken verloren hat. Seitdem möchte er es dem Biest heimzahlen. Die Chance bietet sich ihm, als er einen Archäologen trifft, der auf der Suche nach einem griechischen Schatz ist, der von einem Riesenkraken bewacht werden soll. Und was ist? Genau, der Krake schwingt seine acht Arme. Der Film ist gar nicht mal schlecht, die Effekte für einen C-Film besser als gedacht.

Interessant zu erwähnen ist, dass der oben erwähnte „Beast“ zunächst als Kinofilm geplant war, dann aber doch als TV-Zweiteiler umgesetzt wurde. Dies zeigt, dass man Riesenkraken für Kinofilme nicht als Kassenmagnet erachtet. Für Low Budget-Produktionen aber eignen sich die vermeintlichen Seeungeheuer immer wieder. Dabei kommen sie auch gelegentlich als Hybridmonster wie in „Sharktopus“ (2010) vor.

 

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