Strange Dreams (Come True) – Hervorragender Indie-SF-Thriller

Ja, hier haben wir es mal wieder: wenn ein deutscher Verleih einen englischen Originaltitel durch einen anderen englischen Titel ersetzt. Der Originaltitel lautet „Come True“. Produziert wurde der kanadische SF-Thriller von niemand anderem als Vincenzo Natalie, Regisseur von „Cube“. Regie führte Anthony Scott Burns, der u. a. auch durch sein Pseudonym Pilotpriest bekannt ist und sich einen Namen durch den Horrorfilm „Our House“ (2018) gemacht hat.

Unabhängig von dem deutschen englischen Titel ist „Come True“ ein sehr guter SF-Thriller, der das Thema Traum neu definiert. Es geht um Sara Dunn, die unter Schlaflosigkeit leidet. Und wenn sie endlich Ruhe findet, wird sie von unheimlichen Träumen heimgesucht. In der Hoffnung auf Besserung nimmt sie an einem Schlafforschungsprojekt teil. Doch ihre Träume werden von Mal zu Mal schlimmer. Als sie schließlich erfährt, um was es bei dem Projekt geht, gerät die Situation immer mehr außer Kontrolle.

„Come True“ liefert eine spannende Geschichte, großartige Bilder und hervorragende Schauspieler. Hollywood hätte daraus einen sinnlosen Actionfilm gemacht, die Kollegen aus Kanada schufen einen dichten, teils unheimlichen Spielfilm, der sich sehr intensiv mit seinen Figuren beschäftigt, zugleich aber – und das ist das Geniale daran – Lücken lässt, sodass trotz der Charakterisierung ein Hauch von Rätsel erhalten bleibt.

Dasselbe gilt für die Geschichte. Es wird Vieles erklärt, dennoch bleibt da dieser letzte unklare Punkt, der für eine mysteriöse Atmosphäre und Spannung sorgt. Dabei entwirft Burns, der auch für die Kamera verantwortlich ist, großartige, surreale Bilder, wobei das Surreale auch in den Alltag überschwappt. Auf diese Weise könnte man sich fragen, was ist eigentlich Traum und was Realität. Auch die wunderbaren Blaufarben, mit denen der Film hantiert, sorgen für einen visuellen Augenschmaus, der „Come True“ zu einem sehr sorgfältig komponierten Erlebnis macht. Da stört es auch nicht, dass Schauspielerin Julia Sarah Stone in einer Sequenz die Augenklappe auf der falschen Seite trägt.

„Come True“ ist auf jeden Fall eine Sichtung wert und gehört, meiner Meinung nach, zu den besten Filmen, die in diesem Jahr veröffentlicht wurden.

Strange Dreams (OT: Come True). Regie u. Drehbuch: Anthony Scott Burns, Produktion: Vincenzo Natalie, Darsteller: Julia Sarah Stone, Landon Liboiron, Chantal Perron. Kanada 2020.

Herbstzeit ist Gruselzeit – Die Horrorromane von Carl Denning

Schon seit mehreren Jahren schreibt Carl Denning spannende Horrorromane und Horrorthriller, die sich immer größerer Beliebtheit erfreuen. 2014 erschien sein erster Roman „Blutige Schatten“, ein großartiger Spukhausroman, der richtige Gänsehaut erzeugt. Beim Lesen ertappt man sich stets dabei, wie man sich immer wieder umschaut, um zu sehen, ob man auch wirklich alleine ist und nicht irgendwo etwas lauert …

Die Horrorthriller von Carl Denning (eine Auswahl)

Nach diesem wunderbaren Auftakt erschienen mit „Das Böse“ und „Angst“ zwei weitere Spukhausromane, die in Sachen Grusel und Spannung dem Erstling in nichts nachstehen. Schließlich erlangte Denning mit seinem Horrorthriller „Todesstation“ einen größeren Bekanntheitsgrad. Es geht um eine einsam gelegene Forschungsstation in den Alpen, in der nach einer außergewöhnlichen Entdeckung unheimliche und schreckliche Dinge vor sich gehen. „Todesstation“ packt den Leser von Anfang an. Es ist kaum möglich, mit dem Lesen aufzuhören, da Denning die Spannungsschraube dermaßen anzieht. Hinzu kommen viele wirklich unheimliche Ereignisse, die einem buchstäblich den Schlaf rauben.

Mit Chefinspector Susan Gant, die eine kleine Polizeistation in dem Ort Altamont leitet, der am Rand des riesigen Grand Jardin Nationalparks in Kanada liegt, schuf Carl Denning die bei den Lesern beliebteste Figur. Bisher sind fünf Romane erschienen – ein sechster wird demnächst veröffentlicht. Das Besondere an den Susan Gant-Romanen ist die Mischung aus Horror, Krimi und Mystery, die er verbindet mit folkloristischen Elementen. Man könnte auch sagen, in den Susan Gant-Romanen werden unheimliche Legenden lebendig. Den Anfang machte „Monster“, gefolgt von „Boten des Schreckens“, „Menschenfresser“, „Wenn es Nacht wird“ und „Dunkle Legende“.

Die Romane zeichnen sich durch wunderbare Charaktere aus, durch recht originelle Handlungen sowie stets durch ein dichtes Geschehen, intensiver Spannung und unheimlichen Momenten, die Gänsehaut garantieren. Zudem sind die Romane dermaßen unterhaltsam, dass man sie auch mehrmals lesen kann, ohne dass sie etwas von ihrem Charme oder ihrer extremen Spannung verlieren. Im Gegenteil, man entdeckt sogar jedes Mal wieder neue Aspekte.

Carl Denning ist wirklich eine Entdeckung wert (falls man bisher noch nichts von ihm gelesen hat), nicht nur dann, wenn man unheimliche Romane für die dunkle Jahreszeit sucht. – Spannung, Grusel, tolle Charaktere und großartige Unterhaltung. Was will man mehr?