Sturm der Gefühle – Eine neuer Film über das Leben der Schwestern Brontë

Irgendwie hatte Branwell Brontë nie dazu gehört. Voller Ideen und beseelt mit dem Wunsch, ein hervorragender Dichter zu werden, gelang es ihm doch nicht, sein Leben in den Griff zu bekommen. Er wurde zum Alkoholiker und starb schließlich an Tuberkulose.

Ganz im Gegensatz zu seinen drei Schwestern: Charlotte, Emily und Anne, deren Romane nicht nur Klassiker der englischen Literatur sind, sondern schlicht und ergreifend zur Weltliteratur zählen. Egal ob Sturmhöhe von Emily Brontë oder Jane Eyre von Charlotte Brontë, die Romane haben nichts von ihren packenden Handlungen und ihrer Düsternis verloren.

Und düster ist quasi auch das Leben der Familie Brontë, die in einem Pfarrhaus in Haworth lebten. Die Mutter Maria Branwell starb mit nur 38 Jahren, die beiden älteren Schwestern Maria und Elisabeth starben mit neun bzw. zehn Jahren. Das Geld war stets knapp, und dennoch nahm sich Branwell immer welches, um sich seiner Alkoholsucht hinzugeben.

Die Regisseurin Sally Wainwright legt in ihrem Film To Walk Invisible (2016) den Fokus dann auch auf den Konflikt zwischen ihm und der übrigen Familie. Dabei orientiert sie sich zwar recht genau an den Lebensumständen und dem Leben der einzelnen Familienmitglieder, doch lässt sie auch viele Aspekte weg. So wird Branwells kurze Karriere als Künstler lediglich angerissen, was dazu führt, dass das berühmte Gemälde der drei Schwestern, auf dem sich Branwell auch selbst verewigt hat (später hat er sich selbst aus dem Gemälde wieder weggeschabt), und dessen Zustandekommen nicht erwähnt wird.

Die schauspielerischen Leistungen (besonders von Adam Nagaitis in der Rolle Branwells) sind erstklassig. Nicht weniger gelungen sind Farbgebung, Beleuchtung und die Kameraarbeit, die immer wieder düstere, gemäldeartige Bilder erzeugt. Sehr schön ist auch die Rolle der Frau in der damaligen Zeit dargestellt: Charlotte, Emily und Anne verwenden männliche Pseudonyme, da es damals als unerhört galt, wenn Romane dieser Art von Frauen verfasst wurden. Anhand ihrer Veröffentlichungstätigkeiten kämpften sie daher auch im gewissen Sinne gegen die Regeln des Patriarchats an.

Doch zurück zum Konflikt zwischen Branwell und seiner Familie. Die Konzentration Sally Wainwrights auf dieses Thema führt letztendlich zu einem flapsigen Ende des ansonsten wirklich sehenswerten Films. Und wenn dann am Schluss die Kamera durch den Shop des Brontë-Museums fährt und dabei Schulklassen und Touristen gleich mit aufnimmt, dann schüttelt man nur noch mehr den Kopf. Denn dieses Ende versaut schlicht und ergreifend den ganzen Film. Ansonsten aber ist Sturm der Gefühle, der für die BBC als Fernsehfilm produziert wurde, ganz tolle Unterhaltung und führt vielleicht dazu, dass sich auch so mancher Lesemuffel mit den großartigen Werken der Schwestern Brontë auseinandersetzt.

Sturm der Gefühle (To Walk Invisible). Regie u. Drehbuch: Sally Wainwright, Produktion: Karen Lewis, Darsteller: Finn Atkins, Charlie Murphy, Chloe Pirrie, Adam Nagaitis, Jonathan Pryce. England 2016, 120 Min.

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Hallo zusammen,

FILM und BUCH ist wieder online oder wie es in den Horrorfilmen immer so schön heißt: „Daddy ist wieder da!“ :)

Nachdem wir nun einen Monat pausiert haben, werfen wir so langsam wieder die Blogmaschine an. Es wird u. a. Beiträge aus unserer Reihe „The 80s“ geben, die eine oder andere Rezension und wir werden versuchen, uns wieder mit gesellschaftlichen und historischen Hintergründen von Filmen zu befassen, ein Punkt, mit dem wir uns in letzter Zeit ja leider weniger befasst haben.

Wir wünschen euch viel Spaß mit und auf unserem Blog!

Eure FuBler