J-Pop: Scandals A.M.D.K.J. – Ein Song, dessen Kritik genau ins Schwarze trifft

Scandal „A.M.D.K.J.“; © Mazri/Her

Kaum ist das Jahr ein paar Tage alt, meldet sich die japanische Band Scandal mit einem neuen Song zurück, einem Song, der es in sich hat. Denn hier üben die vier Musikerinnen Kritik am derzeitigen Zustand der Gesellschaft – und diese Kritik war längst überfällig und trifft daher genau ins Schwarze.

Der ominöse Titel des Songs A.M.D.K.J. bezieht sich auf ein in Japan beliebtes Losverfahren mit dem Namen Amidakuji. Es ist ein Spiel, bei dem niemand voraussagen kann, wer als erstes gewinnt. Amidakuji nehmen Scandal als Symbol für die düstere Gegenwart, in der es scheint, dass nur noch jeder gegen jeden kämpft, in der es kein Miteinander mehr gibt, sondern nur noch Egoismus und sich daher jeder selbst am nächsten ist.

Scandal „A.M.D.K.J.“; © Mazri/Her

Die Drummerin Rina Suzuki, die den Text verfasst hat, findet für unsere Zeit eine großartige, bildhafte Sprache und bringt zugleich die Kritik genau auf den Punkt. Die Leute, denen nichts besseres einfällt als Hasskommentare zu schreiben, bezeichnet sie als verlorene Möchtegernkritiker zweiter Klasse. Der zunehmende Egoismus lässt die Gesellschaft zu einem trostlosen Ort werden, aus dem man nur noch fliehen möchte. Und sie geht sogar soweit, dass sie sagt: die Welt, wie sie jetzt ist, ekelt sie nur noch an.

Wow, kann man da nur sagen. Endlich bringt jemand das, was schief läuft, in einem Song zum Ausdruck. Sie fordert die Leute dazu auf, endlich umzudenken. Doch sieht sie selber ein, dass dies leider nur Wunschdenken ist. Denn was bleibt, ist die Angst vor einer noch schlimmeren Zukunft.

Grandios, was die Band da geschaffen hat. Genau so muss Sozialkritik sein. Doch wie Rina Suzuki selbst schreibt, ist eine Änderung des derzeitigen Zustands kaum in Sicht. Auf jeden Fall beweisen Scandal damit, dass sie zurecht zu den besten Rockbands Japans zählen.

J-Pop: Chai – Zwischen Punk, Rock und Pop und vor allem originell

Chai in dem Musikvideo „N.E.O.“; © Sony Music Japan/Burger Records

Chai ist die etwas andere Indie-Band aus Japan, die sich bereits 2012 gegründet, doch erst in den vergangenen zwei Jahren an zunehmender Bekanntheit gewonnen hat. Auf den Namen kamen die vier Musikerinnen, die vor ihrer Band-Karriere russische Literatur studiert hatten, wegen des Tees, den sie zusammen mit ihrem Professor getrunken hatten.

Im Gegensatz zu anderen japanischen Girl-Bands sind Chai alles andere als aufgestylt. Kana, Yuna, Mana und Yuuki wirken eher wie Comedians, treten fast immer in pinkfarbener Kleidung auf, doch ihre Texte sind tiefgründig und werfen zugleich einen satirischen Blick auf die moderne Gesellschaft. In dem Song „Good Job“ zum Beispiel, hinterfragen sie das japanische Patriarchat, das am liebsten keinen sozialen Wandel zulassen, sondern alles beim alten lassen möchte.

Die Band Chai in dem Musikvideo „Future“; © Sony Music Japan/Burger Records

Der Song „Future“ handelt von dem Wunsch eines freundlichen Miteinanders zwischen den Menschen. „I’m in Love“ macht sich lustig über die Trends beim Essen. Doch immer wieder kommen sie auf ihr wichtigstes Thema zurück: es geht nicht um das Aussehen bzw. das Äußere, sondern um den Menschen an sich, als Individuum. Auf diese Weise singen sie in „Curley Adventure“, dass sie auf sämtliche modischen Styles pfeifen, sondern sich so kleiden und frisieren wie sie möchten.

Auf diese Weise sehen sich Kana, Yuna, Mana und Yuuki als Feministinnen, was sich auch in ihrem zweiten Bandnamen bemerkbar macht. Denn neben Chai, bezeichnen sie sich auch immer wieder als N.E.O., als New Exciting Onna-Band, als neue aufregende Frauenband. Dabei kommt einem sogleich Ryuichi Sakamotos Band Neo Geo aus den 80er Jahren in den Sinn, und tatsächlich ähneln sich die musikalischen Stilrichtungen ein wenig: zwischen Pop, Punk, Rock und Experimental sorgen Chai für eingehende Melodien, manchmal melancholisch, manchmal auf den Putz hauend, doch immer äußerst minimalistisch.

2019 absolvierte die Band ihre erste Welttournee und brachte mit „Punk“ ihr aktuellstes Album heraus. Der Ideenreichtum der vier Musikerinnen scheint keine Grenzen zu kennen. Das macht sie in der Tat zu der zur Zeit aufregendsten (japanischen) Indie-Band.

J-Pop: Scandal – Die Musikvideos sind wieder da

Scandal „Haruka“; © Epic Records/Her

Große Aufregung herrschte vergangenes Jahr, als von einem Tag auf den anderen beinahe alle Musikvideos der japanischen All-Girl-Rockband Scandal von sämtlichen Plattformen verschwanden. Unter den Fans ging die Angst um, dass sich die Band auflösen könnte. Doch die Wirklichkeit sah ganz anders aus.

Wie wir bereits in früheren Artikeln berichtet haben, löste sich die Band nicht auf, sondern erfand sich neu. Und dies, indem die vier Musikerinnen ein eigenes Label mit dem Namen Her gründeten, welches Anfang dieses Jahres mit dem Song „Masterpiece“ an den Start ging. Neben Musik vertreiben die vier jungen Damen nun auch eine eigene Modekollektion.

Scandal „Pin Heel Surfer“; © Epic Records/Her

In verschiedenen Interviews, die Leadsängerin Haruna Ono, Bassistin Tomomi Ogawa, Drummerin Rina Suzuki und Gitarristin Mami Sazasaki in diesem Jahr gegeben haben, erklärten sie, dass sie ihr letztes Album „Honey“ als Abschluss ihrer bisherigen Karriere betrachten und mit ihrem Label Her weg vom Mainstream zurück zur Indie-Musik kehren wollen, was bedeutet, dass sie von nun alle Songs selbst schreiben – bis dahin wurden ihnen hin und wieder bestimmte Songs von der Plattenfirma aufgedrückt.

Scandal „Harukaze“; © Epic Records/Her

Interessant hierbei ist ein neues Interview, das die Band vor wenigen Wochen gab, in dem sie etwas offener über den plötzlichen Wechsel erzählen: demnach soll Epic Records ihnen „empfohlen“ haben, sich selbständig zu machen. Dieses „empfohlen“ klingt unserer Meinung danach, da alle Musikerinnen inzwischen das 30. Lebensjahr erreicht haben und die Produktionsfirma sie daher nicht weiter unterstützen wollte – was ja vor mehreren Jahren z.B. bei der Kult-Band Vu-Den geschehen war, dort wurde die Band trotz großen Erfolgs aufgelöst, da alle drei Mitglieder 20 geworden waren.

Natürlich ist das bisher Spekulation und ein konkrete Antwort wird man in nächster Zeit garantiert nicht erhalten, dennoch ist in Japan dieses Auflösungsbestreben aufgrund eines bestimmten Alters der Protagonistinnen nichts Ungewöhnliches.

Scandal „Shouju S“; © Epic Records/Her

Mit diesem Wechsel von Epic zum eigenen Label Her erfolgte das oben bereits erwähnte Verschwinden der Videoclips und der Songs aus dem Internet. Nur in Japan selbst waren sämtliche Videos und Songs noch aufrufbar. Inzwischen scheint sich das Hickhack im Hinblick auf die Rechte der Clips und Songs gelöst zu haben. Denn seit heute sind sämtliche Videos auf den offiziellen Youtube-Kanal von Scandal „zurückgekehrt“.

Scandal „Love me do“; © Epic Records/Her

Schön ist, dass dabei auch das bis dahin schwer zu findende Video zum Song „Haruka“ mitveröffentlicht wurde, ebenso die mit narrativen Elementen versehene Version von „Harukaze“ (eine kürzere Version zeigt lediglich die Performance). „Stamp!“ ist ebenfalls dabei, genauso wie „Pin Heel Surfer“. Schade dagegen ist, dass von „Love me do“ lediglich die Kurzversion veröffentlicht wurde, d.h. lediglich ein etwas mehr als einminütiger Ausschnitt.

Auf jeden Fall hat das Warten für die Fans ein Ende. Kürzlich verkündete die Drummerin Rina Suzuki, dass sie einen neuen Song geschrieben haben und diesen auf den jährlichen Sommerkonzerten in Japan zum ersten Mal spielen werden. Man darf gespannt sein, ob es dazu ebenfalls bald ein Video geben wird.

J-Pop: Scandal – Alles neu macht der März

Scandal (Tomomi Ogawa, Haruna Ono, Rina Suzuki, Mami Saszaki) bei Billboard Live Osaka 2017; © Billboard Live Osaka

Und es gibt wieder Neuigkeiten der japanischen Girl-Rockband Scandal. Wie in unserem letzten Beitrag Ende Dezember erwähnt, hat sich die Band von Epic/Sony verabschiedet und ihr eigenes Label namens Her gegründet. Ende März wird nun die erste Single mit dem Titel „Masterpiece“ in diesem Label erscheinen. Ein Videoclip dazu wurde ebenfalls gedreht und steht praktisch in den Startlöchern.

Der Titel „Masterpiece“ klingt dabei beinahe wie eine Kampfansage. Denn das Problem, das Scandal zurzeit hat, hängt damit zusammen, dass Epic/Sony die Rechte der früheren Songs und Videos besitzt und sie anscheinend auch weiter besitzen wird. Auf jeden Fall bleiben die meisten Songs und Videos auf diversen Plattformen verschwunden bzw. sind nur in Japan aufrufbar.

Eigentlich ein schlechter Start für eine Band, die sich gerade neu erfindet, indem sie zurück in den Indie-Bereich kehrt, wo ja der musikalische Ursprung der Band liegt. „Masterpiece“ ist ein lautes, rockiges Stück, in dem es, so könnte man es durchaus deuten, um den Streit zwischen Epic und Scandal geht. „Ich habe diese vielen Tage überstanden“, lautet z.B. eine Zeile, während es in einer anderen heißt: „Ich habe endlich meinen Weg gefunden.“ Damit betonen sie zugleich ihren Neustart oder besser ihren neuen Aufbruch als vollkommen unabhängige Künstlerinnen.

Live dürfen Scandal ihre alten Songs noch spielen, wobei sie höchstwahrscheinlich jeweils Abgaben an ihre alte Plattenfirma zahlen müssen. Alles in allem nicht wirklich toll. Dennoch geben die vier jungen Frauen alles und man darf gespannt sein, wann und ob eine neue CD geplant ist und vor allem, ob diese nur, aufgrund des neuen Labels, in Japan bzw. im asiatischen Raum erscheinen wird oder ob sie auch ihren Weg nach Europa finden wird. Es bleibt also spannend.

J-Pop: Scandal – Das Rätsel um die gelöschten Musikvideos ist gelöst

Scandal (Tomomi Ogawa, Haruna Ono, Rina Suzuki, Mami Sasazaki) vor ihrem Konzert zum 11-jährigen Jubiläum bei Billboard Live Osaka im Jahr 2017

Mitte diesen Jahres machte die japanische Girl-Rockband Scandal zusätzlich auf sich aufmerksam, da auf einmal sämtliche Musikvideos auf Youtube und anderen Plattformen sowie sämtliche Songs bei diversen Streamingdiensten gelöscht wurden. Schnell waren Gerüchte im Umlauf, dass sich die Band trennen würde, was sicherlich ein großer Verlust für die Musikwelt gewesen wäre.

Nun gaben die Bandmitglieder bei ihrem Weihnachtskonzert am 24.12. bekannt, dass sie ein eigenes Label gegründet haben. Von nun an würden sie ihre sämtlichen Alben und Songs selbst vertreiben. Der Name des Labels lautet Her und geht Anfang kommenden Jahres an den Start.

Ein mutiger Schritt für die vier jungen Musikerinnen, die sich damit quasi aus dem Mainstream wieder verabschieden und zurück zu ihrem Urpsrung kehren. Denn hatten Scandal als Indie-Band begonnen, bevor sie von Epic/Sony unter Vertrag genommen wurden, so kehren sie nun in die Indie-Szene zurück. Das bedeutet, dass höchstwahrscheinlich auch die Musikvideos nach und nach wieder auf Youtube erscheinen werden.

So wie es aussieht, ging diesem Schritt ein langwieriger Rechtestreit voraus, schrieben an manchen Songs doch mehrere Personen, hinzu kommen eben auch die Videoclips, bei denen wiederum die Rechte bei Regisseur, Plattenfirma usw. liegen. Inzwischen scheint ein Großteil davon geregelt zu sein.

Allerdings werden sich Haruna Ono, Tomomi Ogawa, Mami Sasazaki und Rina Suzuki im Laufe der Zeit nicht nur auf den Vertrieb ihrer eigenen Werke konzentrieren, sondern nach und nach auch andere Indie-Bands unter Vertrag nehmen. Wie gesagt, ein überaus mutiger Schritt.

Yo-Yo-Girlcops – Kult-Trash aus Japan und ein weniger kultiges Remake

Szenenfoto aus „Sukeban Deka 1“; Copyright: Rapid Eye Movies

Irgendwie kam und kommt aus Japan der bessere Trash. Ein wunderbares Beispiel dafür dürften die beiden Kazama-Schwestern sein, die mithilfe ihrer Yo-Yos den Bösewichten den Garaus machen. 1987 und 1988 entstanden zwei Filme, die so erfolgreich waren, dass die Schauspielerinnen sogar als Bandformation durch die Präfekturen tingelten.

Bei den Kazama-Schwestern handelt es sich um außergewöhnliche Schulmädchen, deren Herkunft im Dunkeln liegt. Auf jeden Fall sind sie sehr kampferprobt. Auch ihre Waffen sind alles andere als gewöhnlich: so gibt es Killer-Origamivögel oder auch die oben genannten Yo-Yos, mit deren Hilfe unter Umständen sogar Helikopter vom Himmel geholt werden können. Die Schwestern arbeiten im Geheimauftrag der Polizei und sollen größenwahnsinnige Verbrecher aus dem Weg räumen.

In Teil 1 aus dem Jahr 1987 haben es Asamyia Saki und ihre Kampfgenossinnen mit einem Cyborg zu tun, der auf einer abgelegenen Insel Schüler zu Attentätern ausbildet. In Teil 2 ist es ein geisitg verwirrter Jura-Student, der Japan in seine Macht bringen möchte.

„Sukeban Deka – The Movie“; Copyright: Rapid Eye Movies

Ganz klar schwierige Aufgaben. Doch die Supermädels haben es drauf, und schon fliegen die Fetzen. Beide Filme sind gefüllt mit bizarrer Action und haufenweise Explosionen, so dass zum Schluss kaum noch ein Stein auf dem anderen liegt.

Teil 1 ist in dieser Hinsicht eindeutig besser und witziger als sein Nachfolger, der zwischendurch ein, zwei Durchhänger hat, bevor es wieder zur Sache geht. Insgesamt aber liefern beide Filme ein wahren Feuerwerk an trashiger Unterhaltung.

Beide Filme liefen damals sehr erfolgreich in den japanischen Kinos. Nach dem zweiten Film jedoch war Schluss mit Lustig, und auch die Gesangs-Tournee wurde wieder abgesetzt. Die Filme selbst waren übrigens Adaptionen einer damals erfolgreichen Manga-Serie.

Etwa 20 Jahre nach den beiden Erfolgen Sukeban Deka 1 und 2, verfilmten die japanischen Studios erneut eine Geschichte um das Yo-Yo schwingende Supergirl Asamiya Saki. Dabei kommt jedoch alles andere als Freude auf.

Inzwischen lebt die frühere Yo-Yo Kämpferin Saki in den USA, wo sie sich dem tristen Alkoholgenuss hingibt. Ihre Tochter wird der Spionage verdächtigt und zurück nach Japan gebracht. Dort kommt es zwischen ihr und der Polizei zu einem Deal: sie soll merkwürdige Todesfälle unter Schülern untersuchen. Wenn ihr die Lösung des Falles gelingt, so kommt sie frei. Die junge Saki nimmt das Angebot an. Bei ihren Nachforschungen kommt sie auf die Spur einer gemeinen Gaunerbande …

Alles in allem überzeugt der neue Saki-Film nur sehr wenig. Waren die früheren Filme voller kurioser Action und bizarrer Bösewichte, so läuft in Yo-Yo Girlcop alles zu normal ab. Im Zentrum des Films steht die Diskussion über die heutige Jugend von Japan, die sich ganz und gar nicht den alten Traditionen anpassen möchte.

Immer diese Schlägereien auf dem Schulhof …; „Yo-Yo-Girlcop“ (2006); Copyright: Rapid Eye Movies

So kommt Saki hinein in eine Welt, in der Schüler gemobbt und schikaniert werden, in der Joints am Schulklo geraucht werden und in der der Selbstmord von Schülern an der Tagesordnung ist. Der Film liefert dadurch ein extrem pessimistisches Bild der japanischen Gesellschaft. Battle-Royal 2-Regisseur Kenta Fukasaku zeigt ein völlig heruntergekommenes Japan, das fast schon dystopische Merkmale besitzt. Dabei verliert er sich jedoch zu sehr in gesellschaftskritischen Aspekten, sodass die eigentliche Handlung flöten geht. So gesehen ist hier Action Mangelware, die Bösen keineswegs so grotesk wie in den 80ern und von Ironie und Witz kann schon fast gar nicht mehr die Rede sein.

Um die Zuschauer dennoch in die Kinos zu locken, engagierten die Produzenten die drei Mitglieder der damals angesagten Girl-Band Vu-Den, die es inzwischen längst nicht mehr gibt. Zwar spielt die Leadsängerin ihre Rolle als Bösewichtin wirklich gut, doch ist ihre Mühe leider vergeblich. Trotz guter Optik, funktioniert die Neuadaption so gut wie gar nicht.

Sukeban Deka 1 u. 2 sind jedoch bis heute Kult und gelten als Actionklassiker des japanischen (Trash-)Kinos.

Sukeban Deka – Der Film/Sukeban Deka 2 – Die Kazama-Schwestern schlagen zurück (OT: Sukeban Deka 1 + 2), Regie: Hideo Tanaka, Drehbuch: Izo Hashimoto, Darsteller: Yui Asaka, Masato Ibu, Keizo Hanie, Goro Kataoka. Japan 1987/88, jeweils 90 Min

Yo-Yo Girl Cop (OT: Sukeban Deka: Kodo nemu = Asamiya Saki), Regie: Kenta Fukasaku, Drehbuch: Shoichi Maruyama, Darsteller: Aya Mahuura, Rika Ishikawa, Shunsuke Ishikawa. Japan 2006, 98 Min

J-Pop: Tokyo Ska Paradise Orchestra – Zwischen Jazz, Funk und allem anderen

Tokyo Ska Paradise Orchestra „Pride of Lions“; © Epic Records

Bereits seit 1989 touren die Mitglieder des Tokyo Ska Paradise Orchestras durch Japan. Seit 2000 ist die Band auch in den USA und Europa bekannt, wo ihre Fangemeinde stetig wächst.

Gegründet hat das Orchestra der Drummer Asa Chang, der um sich herum bekannte Musiker aus der Underground-Szene versammelte. Damals war der Ska-Stil in Japan mehr als nur ungewöhnlich, auch wenn Japan als eines der Jazz-Länder gilt. Was Ska mit Jazz zu tun hat? Für T.S.P.O. eine ganze Menge. Hinzu kommen Pop, Rock und alle möglichen andere Musikrichtungen.

War die Band zunächst nur im Indie-Bereich bekannt, so stießen ihre durcheinander wirbelnden Performances Ende der 90er Jahre auf das Interesse des Labels Epic Records, das auch bekannte Gruppen wie die Girlrock-Band Scandal unter Vertrag hat. Ihr Stil hat sich dadurch zum Glück nicht geändert. Noch immer sind ihre meist als reine Instrumentals konzipierten Stücke verspielt-verrückte Kompositionen, die mit einem solchen Ideenreichtum und einer solchen Vielfalt daher kommen, dass man zunächst einmal von dieser wild-originellen Instrumentalitis regelrecht erschlagen wird.

Tokyo Ska Paradise Orchestra „Pride of Lions“; © Epic Records

Dadurch werden die einzelnen Stücke nie langweilig, im Gegenteil, bei jedem neuen Anhören entdeckt man weitere Klangebenen, weitere eingewebte musikalische Gags, dass jeder Song und jedes Instrumental zu einem wahren akkustischen Abenteuer wird. Interessanterweise ist es ausgerechnet ihre Zusammenarbeit mit der Indie-Band Asian Kung-Fu Generation, die nicht ganz überzeugen will. Der melancholisch-rockige Stil von Generation passt dann doch nicht ganz in die vergnügliche Musikwelt von T.S.P.O. – Weitaus spannender wäre in dieser Hinsicht sicherlich eine Zusammenarbeit mit der Girl-Punkrock Band Band-Maid.

Im März diesen Jahres hat das Tokyo Ska Paradise Orchestra mit „Glorious“ sein 24. Album veröffentlicht. Im Sommer und Herbst tourt die Band durch Süd- und Nordamerika. Vielleicht machen sie ja auch einmal wieder in Deutschland halt.