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Archive for März 2014

FILM und BUCH 7 ist endlich erschienen. Zugleich feiern wir mit dieser Ausgabe den dritten Jahrgang unseres kostenlosen e-Magazins.

Auch in dieser Ausgabe gibt es wieder interessante Interviews und spannende Artikel. Als Interviewpartner konnten wir den italienischen Horrorregisseur Ivan Zuccon und den Schriftsteller Andreas Eschbach gewinnen. Wir wünschen viel Spaß beim Lesen!

Hier der Link zum kostenlosen Download: Film und Buch7

FilmundBuch7

Inhalt

Interviews

Ivan Zuccon: Die Mechanismen der Angst

Andreas Eschbach: Ich starte immer mit einem fertigen Konzept

Artikel

Die Schule des Schreckens – Zum 250. Geburtstag von Ann Radcliffe (Alexander Pechmann)

Die Blutbühne – Die Geschichte des französischen Schauertheaters Grand Guignol (Sabine Schwientek)

Dokumentarfilmer und mehr: Hanus Burger (Richard Albrecht)

Mama, das schmeckt super! – Kannibalen im Horrorfilm (Max Pechmann)

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HauntingOfHillHouse1959 veröffentlichte die amerikanische Thriller-Autorin Shirley Jackson ihren wohl berühmtesten Roman „The Haunting of Hill House“. Es handelt sich dabei um einen Spukhausroman, der sich jedoch nicht als schlichte Horrorgeschichte versteht, sondern viel eher als psychologischer Thriller mit paranormalen Zwischenschüben. Es geht darin um den Anthropologen Dr. Montague, der ein Experiment in einem angeblichen Spukhaus durchführen will. Die Teilnehmer sind die schüchterne Eleanor, die mit leicht telepathischen Fähigkeiten ausgestattete Theodora und der Erbe des Spukhauses Luke. Ziel des Experiments ist es, zu ergründen, ob es in Hill House, das vor 80 Jahren von dem Industriellen Hugh Crain erbaut wurde, tatsächlich spukt. Das leicht fertig ins Leben gerufene Vorhaben gerät nach und nach außer Kontrolle.

„The Haunting of Hill House“ ist wahrscheinlich der packendste und überzeugendste Spukhausroman, der jemals geschrieben wurde. Das Besondere daran ist, dass Shirley Jackson das Haus nie wirklich mit architektonischen Begriffen beschreibt, sondern dafür Adjektive wie z.B. „scheußlich“ und „aussätzig“ verwendet. Die Handlung wirkt zunächst eher skizzenhaft, bevor sie sich nach den ersten 30 Seiten zunehmend verdichtet. Shirley Jackson, die mit ihrer Kurzgeschichte „Die Lotterie“ berühmt geworden war, befindet sich hierbei auf der Höhe ihres Schaffens. Der Roman beeinflusste später Größen wie etwa Stephen King und Richard Matheson.

Bulwer-Lytton

Edward Bulwer-Lyttons „The Haunted and the Haunters“ (Das leere Haus in der Oxfordstreet) zählt zu den berühmtesten Spukhausgeschichten.

Knapp hundert Jahre vor „Spuk in Hill House“, so der Titel der 1993 im Diogenes Verlag erschienen Übersetzung, verfasste Edward Bulwer-Lytton eine recht ähnliche Geschichte. In „The Haunted and the Haunters“, die 1859 erschien und von der es unterschiedliche Fassungen und auch verschiedene Titel (wie z.B. „The House and the Brain“) existieren, geht es um eine Wette. In einem alten Haus in London soll es angeblich wirklich spuken. Kurzerhand entschließt sich der Ich-Erzähler zusammen mit seinem Diener und seinem Hund eine Nacht darin zu verbringen. Sein anfänglicher Spott gegenüber dem Geisterglauben verwandelt sich in eben dieser Nacht in reines Entsetzen.

Es scheint so, als hätte sich Shirley Jackson von dieser Geschichte, die wohl zu Bulwer-Lyttons bekanntesten Erzählungen gehört, inspirieren lassen. Die Wette wird von ihr in ein Experiment transformiert. Das Interesse am Spuk wird zu einem wissenschaftlichen Unterfangen. Es gibt kaum eine Gespenstergeschichtenanthologie, in der Bulwer-Lyttons Geschichte nicht beinhaltet ist. Shirley Jacksons Roman wurde ein Bestseller und 1963 von Robert Wise unter dem Titel „The Haunting“ verfilmt.

Thehaunting1963Der Film zählt bis heute zu den besten Horrorfilmen, die jemals gedreht wurden. Damals galt er als einer der unheimlichsten Filme überhaupt. Robert Wise überträgt den psychologischen Gehalt des Textes in paranoide Bilderfolgen. Der Aufbau der Spannungen und nicht zuletzt die unheimlichen Geräusche (die eigentlichen „Stars“ des Films) sind kaum zu überbieten. Während Theodora in dem Roman andeutungsweise bisexuell charakterisiert wird, erhält sie in dem Film andeutungsweise einen lesbischen Charakter.

Dieser wurde in dem Remake des Films aus dem Jahr 1999 deutlicher herausgearbeitet. Actionregisseur Jan de Bont führte Regie, was diesem Film deutlich schadete. Denn anstatt eine spannende Geschichte und hervorragenden Nervenkitzel zu präsentieren, wird ein Nacheinander an Computer generierten Special Effects geboten, die die Handlung langweilig und eintönig und nicht zuletzt lächerlich machen. Von dem Klassiker Roberts Wises ist nichts mehr übrig.

The_Haunting_film

Das Remake von Robert Wises Klassiker.

Kehren wir 20 Jahre zurück.  1971 verfasste Richard Matheson den Geisterhausroman „Hell House“. Man muss nicht lange um den heißen Brei herumreden. „Hell House“ ist das literarische Remake von Shirley Jacksons berühmten Roman. Dieses Mal ist es der Physiker Dr. Lionel Barrett, der in dem berüchtigten Belasco House ein wissenschaftliches Experiment durchführen möchte. Mit dabei sind unterschiedliche Personen, u. a. ein Mann mit außersinnlicher Wahrnehmung. Die Handlung verläuft beinahe identisch mit derjenigen von „Hill House“, jedoch versehen mit ein paar Sexszenen, die für die spätere Verfilmung gestrichen werden mussten. Der Roman für sich genommen ist durchaus spannend und interessant. Im Vergleich mit „Hill House“ allerdings eher ein Ärgernis. Zu genau ist die Übernahme von Shirley Jacksons Idee.

HellHouse The_Legend_of_Hell_House

Der spätere Film aus dem Jahr 1973 (genau 10 Jahre nach „The Haunting“) übernimmt am Anfang die geniale Optik von Robert Wise, um sie kurz darauf jedoch ad acta zu legen und einen durchschnittlichen Film zu präsentieren. Ähnlich wie später bei „Ghostbusters“ entwirft der Physiker eine Apparatur, mit der es möglich ist, Geister einzufangen.

2002 kam es zu einer weiteren „Adaption“ von Shirley Jacksons Roman. Dieses Mal von Horrormeister Stephen King. Er verfasste das Drehbuch zu einem vierteiligen TV-Film mit dem Titel „Rose Red“ (Das Haus der Verdammnis). Wer den Film nicht kennt, kann dennoch die Handlung sicherlich bereits erraten. Es geht um eine Wissenschaftlerin, die mit Leuten, die paranormale Eigenschaften aufweisen, eine Nacht in einem angeblichen Spukhaus verbringen möchte. Das Experiment gerät jedoch aufgrund des tatsächlichen Spuks außer Kontrolle.

Stephen King übernahm genauso wie Richard Matheson die Grundidee Shirley Jacksons eins zu eins, würzte sie aber mit einer leicht veränderten Hintergrundgeschichte. Der Film selbst besitzt durchaus seine positiven Seiten, auch wenn die TV-Darsteller nicht wirklich überzeugen. Allein Julian Sands weist hierbei eindeutige Pluspunkte auf. Mit einer Laufzeit von knapp vier Stunden zieht sich die Geschichte zu sehr in die Länge. Dennoch wurde der Film ein Erfolg und führte 2003 zu einem Prequel (Das Tagebuch der Ellen Rimbauer), das in seiner Dramaturgie um ein Vielfaches besser ist als die Miniserie, auch wenn diesen Film heute niemand mehr kennt.

RoseRedShirley Jackson legte mit ihrem Roman eine Art Prototyp des Geisterhausromans vor. Auch wenn ihre Geschichte von Bulwer-Lyttons Erzählung „The Haunted and the Haunters“ (Das verfluchte Haus in der Oxfordstreet) inspiriert scheint, knüpfen spätere Spukhausromane und Filme an ihrem Erfolg an.

 

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blutgletscherÖsterreichs Filmemacher machen es ihren deutschen Kollegen vor. Statt sich auf 08/15-Komödien zu konzentrieren, versucht man sich in der Alpenrepublik in verschiedenen Genres. Dabei gibt es auch immer wieder einen Abstecher in das von deutschen Produzenten so geschmähte Horrorgenre. Nach den Erfolgen der beiden „In drei Tagen bist du tot“-Filme und dem sich auf Ästhetik und Atmosphäre konzentrierenden „Hotel“ kommt nun der neueste Streich mit dem Titel „Blutgletscher“.

Es geht um eine Klimaforschungsstation in den Alpen. Wissenschaftler entdecken dort einen rötlich verfärbten Gletscher. Kurz darauf geschehen sonderbare Dinge vor sich. Bizarre Mutationen (halb Säugetiere, halb Insekten) machen Jagd auf die Forscher.

Die  Machart von „Blutgletscher“ stellt den österreichischen (Horror-)Film auf eine neue Ebene. Dies hat vor allem mit den Monstern zu tun, welche in dem Film ihr Unwesen treiben und in früheren deutschsprachigen und vor allem österreichischen Horrorfilmen quasi nicht existierten. Die Mutationen sind recht gelungen. Die oben erwähnte Mischung aus Säugetieren und Insekten verleihen den „Viechern“ eine wunderbar trashige Note (die 50er Jahre lassen grüßen). Dabei sind wir auch schon bei einem weiteren Aspekt des Films. Marvin Kren geht in „Blutgletscher“ eine gekonnte Gradwanderung zwischen Trash und Horror ein, wobei er stellenweise auch einen eigenwilligen Humor durchscheinen lässt. Das beste Beispiel dürfte hierbei die „Pinkelszene“ sein, welche ohne Diskussion die Note 1 erhält. Aber auch andere Szenen sind nicht ohne Ironie bzw. Selbstironie.

Bei all dem Monsterkloppen muss man jedoch auch folgendes erwähnen: „Blutgletscher“ wird mit den Worten „Österreichs Antwort auf Das Ding aus einer anderen Welt“ beworben. Bei der Sichtung des Films kommt man nicht umhin, sämtliche anderen Filme herauszufiltern, bei denen sich Regisseur Marvin Kren bedient. Sein Film ist zwar sehr unterhaltsam, die Schockeffekte sind sehr gut umgesetzt und alles in allem macht der Film Spaß. Doch leider findet Kren aufgrund seiner Zitatitis nicht zu einem eigenen Stil. Dadurch kommt „Blutgletscher“ über eine Zusammensetzung diverser Filmzitate kaum hinaus. Angefangen von dem „Ding“, über „Frozen“ und „The last Winter“ bis hin zu „Keiler“ und nicht zu vergessen der Trash-Granate „Die Prophezeiung“ findet sich darin so ziemlich alles, was mit Mutationen (ob außerirdisch oder durch Umweltverschmutzung verursacht) zu tun hat.

Trotzdem ist der Film sicherlich wegweisend für weitere Horrorfilme made in Austria. Wer einen trashigen Horrorfilm mit abgefahrenen Alpenmonstern sehen möchte, ist hier genau richtig.

Blutgletscher, Regie: Marvin Kren, Drehbuch: Benjamin Hessler, Produktion: Helmut Grasser, Darsteller: Gerhard Liebmann, Edita Malovcic, Brigitte Kren, Santos, Hille Beseler, Felix Römer. Österreich 2013, Laufzeit: 97 Min.

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Thingstocome1936 produzierte Alexander Korda, der später durch seine Produktion „Der Dieb von Bagdad“ noch größere Bekanntheit erlangen sollte, einen Film, der nicht nur in die Filmgeschichte einging, sondern auch in gewissem Sinne die Zukunft „vorhersah“. Der Titel des Films lautet „Things to come“ und war eine Adaption des Romans „The Shape of Things to come“ von H. G. Wells, der 1933 erschien.

Die Handlung des Films erstreckt sich von 1940 bis 2036. Die Geschehnisse beginnen an Weihnachten 1940 in der Stadt Everytown. Die Familien finden sich zu einem fröhlichen Beisammensein ein. Doch am 23. Dezember bricht ein Weltkrieg aus. Immer modernere Kriegswaffen und Maschinen werden eingesetzt. Keiner der Gegner ist in der Lage, den Krieg für sich zu entscheiden. 1960, als die Gesellschaften vollkommen darnieder liegen, bricht eine globale Seuche aus, die zu weiteren Opfern führt. Zehn Jahre später hat sich die Gesellschaft in Everytown in eine Art mittelalterlichen Zustand zurückentwickelt. Doch wenige Jahre später beginnt die Gesellschaft, sich zu erholen. Wissenschaftler und Ingenieure bauen Everytown wieder auf. 2036 präsentiert sich Everytwon als utopischer Stadtstaat.

Die ursprüngliche Fassung des Films betrug ca. 130 Minuten. In den Kinos lief der Film in unterschiedlichen Cut-Versionen, die von ca. 77 Minuten bis ca. 118 Minuten reichen. Auch die DVD-Veröffentlichung, die (jedenfalls in Deutschland) sang- und klanglos unterging, beinhaltet nicht die ursprüngliche Version von 130 Minuten. Doch unabhängig davon, ist es wirklich erstaunlich, welche filmischen Genres bzw. Subgenres und welche heutigen technischen Errungenschaften „Things to come“ vorwegnahm.

Der Beginn des Films erinnert an die Konstruktionen heutiger Katastrophenfilme. Die Zufriedenheit und Fröhlichkeit der Protagonisten geht abrupt in Angst und Schrecken über, wobei bereits eine latente Bedrohung wahrnehmbar ist. Nach der eigentlichen Katastrophe müssen sich die Protagonisten in einer neuen Lebenslage zurecht finden. Ob es sich um Dritter Weltkriegs-Filme wie „The Day after“ handelt oder um Naturkatastrophenfilme bzw. Weltuntergangsfilme wie z.B. „2012“, das grundlegende Schema dieser Filme findet sich bereits in „Things to come“.

Ein weiteres Genre oder eher Subgenre, welches „Things to come“ bereits aufgreift, ist der Zombiefilm. In dem Teil, der von der globalen Seuche handelt, wandeln die Seuchenopfer als willenlose Kreaturen herum und werden von den Nicht-Infizierten erschossen. Dieses Merkmal findet sich in aktuellen Zombiefilmen, ob Kino oder TV, eins zu eins wieder.

An Zukunftsvorhersagen ist „Things to come“ nicht zu überbieten. So wurde der Zweite Weltkrieg vorhergesehen, es wurden Flachbildschirme, Hologramme und, besonders interessant, sogar E-Learning prognostiziert. Für den Film bedeutete dies, hochgradige Spezialeffekte einzusetzen. Bei der Sichtung kommt man nicht umhin, schlicht und ergreifend erstaunt zu sein. Die Qualität der Effekte kann durchaus mit derjenigen heutiger Filme mithalten.

Nicht weniger interessant ist der Umstand, dass „Things to come“ direkt an der Schwelle vom Stumm- zum Tonfilm hergestellt wurde. Es ist klar erkennbar, dass der Film zunächst als Stummfilm konzipiert war (Montage, Optik und Dramaturgie machen dies deutlich), dann aber als Tonfilm umgesetzt wurde. Auch aus diesem Grund ist Alexander Kordas Produktion fast schon einzigartig und von (film)historischem Interesse.

Über das Gesellschaftbild, welches der Film bietet, lässt sich natürlich streiten. Während die Wissenschaftler glorifiziert werden, wird die übrige Bevölkerung als einfach und roh geschildert. Eine heutige Sichtweise würde die wissenschaftlichen Akteure sicherlich in einem eher kritischen Licht betrachten. Dennoch ist „Things to come“ ein grandioses Werk, das bis heute nichts von seiner Faszination verloren hat.

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Würde ich, wie bis Ende der Nullerjahre lange Jahrzehnte lang, sozial-, kultur- und medienwissenschaftlich arbeiten – dann hätte ich nun hervorragendes ikonographisches Material für eine vergleichende literatur- und mediensoziologische Studie, könnte alles vorbereiten und müßte nur noch abwarten, bis im gegenwärtigen Ganzdeutschland eine Neuverfilmung (etwa in Form einer Literaturadaption fürs „öffentlich-rechtlich“ genannte ganzdeutsche Zwangsgebührenfernsehen) von Robert Louis Stevensons DIE SCHATZINSEL erfolgt …

stevenson

Robert Louis Stevenson

Der zuerst 1881/82 als Fortsetzungsgeschichte und 1883 in Buchform veröffentlichte, als für Kinder und Jugendliche geeignet erklärte (Abenteuer-) Roman des schottischen Autors Robert L. Stevenson (1850-1884) gilt als europäischer Beitrag zur Weltliteratur. Der Roman erschien 2013 in einer auf sprach- und literaturwissenschaftlicher Grundlage erarbeiteten deutschsprachigen Neuübersetzung von Andreas Nohl (*1954). Auf diesem Text beruht auch die neue Hörbuchfassung von Harry Rowohlt (*1945).

Die handlungsbestimmende Fabel des Romans läßt sich so zusammenfassen (http://www.ddrhoerspiele. net/lp/Schatzinsel.html):

Die Geschichte von der Schatzinsel beginnt an der Küste Englands, zu einer Zeit, da die Taten der Seeräuber Flint und Ballantyne noch in aller Munde waren, als sie noch den Alltag der Seefahrt und des Handels bedrohten. Jim Hawkins, der Held der Geschichte, knapp vierzehn Jahre alt, wird Zeuge eines Verbrechens in der Gastwirtschaft der Eltern „Zum Admiral Benbow“, eines Verbrechens, das Seeräuber gegen einen ihrer Kumpane, Bill Bones, planen. Bones hat den Plan vom Versteck all der Schätze, die der Seeräuberkapitän Flint auf einer entlegenen Insel versteckt hat. Sie wollen ihm diesen Plan abjagen, aber Bones erliegt aus Angst und wegen seiner ständigen Sauferei einem Schlaganfall. Sie kommen zu spät, denn Jim hat das Geheimnis des Planes von Bones erfahren, nimmt den Plan der Schatzinsel an sich und kann mit der Mutter in letzter Minute aus dem Hause fliehen. Die Seeräuber werden verjagt, und Jim überreicht seine Beute Dr. Livesay und dem Friedensrichter Trelawney. Der Friedensrichter und der Doktor beschließen, gemeinsam mit Jim auf die Suche nach dem Schatz zu gehen. Sie rüsten ein Schiff und heuern eine Mannschaft, um zu der fernen Insel zu segeln. Damit beginnt für unseren Jim das große Abenteuer, ein Abenteuer, bei dem er und die Freunde große Gefahren zu bestehen haben, aber immer wieder gelingt es Jim, die Freunde aus bedrängter Situation zu retten – mit seiner List und seinen Ideen.“

Die von Andreas Nohl, der vorher schon Texte von Stevenson und Mark Twain neu übersetzte, darunter Tom Sawyers Abenteuer und Huckleberry Finns Abenteuer (Hanser 2010), verantwortete Neuedition des Romans ist mehr als nur eine Neuübersetzung. Sie enthält als Anhang gut dreihundert informative Anmerkungen zum Text, Stevensons Text Mein erstes Buch, Hinweise von Fanny Stevenson von de Grift (1840-1914) zur Entstehung des Romans, eine kurze Nachbemerkung von Lloyd Osbourne und zwei wissenschaftliche Texte des Herausgebers Nohl über Stevensons Romanfabel und seine Romanfiguren sowie zur Übersetzung.

Das von Harry Rowohlt vom Vorspann An den zaudernden Käufer bis zum vierunddreißigsten Kapitel Zu guter Letzt voluminös gesprochene und piratisch gelesene Hörbuch bringt den ungekürzten Romantext in der Neuübersetzung (Länge etwa 488´). Da braucht´s in der Tat Geduld und Muße beim Hören.

schatzinsel

Buch und Hörbuch der neuen Schatzinseleditionen

Bleibt nur noch eine (scheinbar disparate) Einzelheit in memoriam Robert Stevenson und in Erinnerung an meine Juliwochen nördlich von Inverness in Tongue und Durness im Anschluß an die Fußball-WM in England 1966 nachzutragen: möge das Scottish independence referendum am 14. September 2014 nicht nur nach gut dreihundert Jahren die neue Unabhängigkeit Schottlands herbeiführen. Sondern auch zur Überwindung des Scottish capitalism einen neuen Weg zum Scottish socialism im europäischen Kontext eröffnen.

HörBuch
Robert Stevenson, Die Schatzinsel. Roman. Hrgg. und übersetzt von Andreas Nohl. München: Hanser, 2013, 383 p., ISBN 978-3-446-24346-0, € 27.90 (D), 28.70 (A), ca. 37.90 Stutz (CH) (freier Pr.)

Die Schatzinsel. Robert Louis Stevenson; Harry Rowohlt [Sprecher]; Andreas Nohl [Übersetzer].  Neue Ausgabe. Bochum: Roof Music, 2013, 6 CDs, 24.99 € [und] Online Ressource, mp3 player, 450 MB, ISBN 978-3-86484-057-9; € 16.99 (D) (freier Pr.), 17.20 (A) (freier Pr.), 25.90 Stutz (CH) (freier Pr.)

Hinweise in Linkform
Der englischsprachige Originaltext des Romans findet sich unter anderem hier http://www.gutenberg.org/files/120/120-h/120-h.htm Die deutschsprachige Altübersetzung steht hier http://gutenberg.spiegel.de/buch/4359/1 Auf dieser Grundlage gab es eine (in der damaligen DDR) entstandene Hörspielfassung http://www.ddr-hoerspiele.net/lp/Schatzinsel.html und später eine neuere ganzdeutschkommerzielle Version http://www.randomhouse.de/Hoerbuch/Die-Schatzinsel/Robert-Louis-Stevenson/e387874.rhd
Informative Roman- und Autorendarstellungen einschließlich des literarisierten Doppelgängertopos in der Novelle Dr Jekyll and Mr Hyde (1886) gibt es in der deutsch- und englischspachigen Wikipedia hier
http://de.wikipedia.org/wiki/Die_Schatzinsel http://en.wikipedia.org/wiki/Treasure_Island
http://de.wikipedia.org/wiki/Robert_Louis_Stevenson http://en.wikipedia.org/wiki/Robert_Louis_Stevenson
http://de.wikipedia.org/wiki/Der_seltsame_Fall_des_Dr._Jekyll_und_Mr._Hyde
http://en.wikipedia.org/wiki/Strange_Case_of_Dr_Jekyll_and_Mr_Hyde
Was Verfilmungen betrifft, kann auf drei (davon zwei neuere) verwiesen werden: einmal auf die 1966 entstandene deutsch-französische Produktion http://de.wikipedia.org/wiki/Die_Schatzinsel_%281966%29 (Regie Wolfgang Liebeneiner, Länge 340´, im ZDF als Vierteiler gesendet): zum anderen auf die 2007 erfolgte Neuverfilmung http://de.wikipedia.org /wiki/Die_Schatzinsel_%282007%29 (Regie Hansjörg Thurn, Länge 186´): und drittens auf den 1950 produzierten, kostenlos herunterladbaren, englischsprachigen Abenteuerfilm THE TREASURE ISLAND http://www.youtube.com/watch?v=TkBKE07p-oA (Regie Byron Heskin, Länge 96´).
Daten zu Leben & Wirken der Protagonisten der hier vorgestellten Neueditionen finden sich hier http://de.wikipedia.org/wiki/Andreas_Nohl und hier http://de.wikipedia.org/wiki/Harry_Rowohlt

Richard Albrecht ist Sozialwissenschaftler (Diplom, Promotion, Habilitation) und lebt seit seiner Beurlaubung als Privatdozent 1989 als unabhängiger Sozialwissenschaftsjournalist, Editor und Autor in Bad Münstereifel. 1991 Veröffentlichung des Forschungsansatzes THE UTOPIAN PARADIGM. 1994/97 Redaktionsleier der Carl-Zuckmayer-Blätter und Hg. Theater- und Kulturwissenschaftliche Studien. 2002/07 Hg. des Netzmagazins rechtskultur.de. 2005/10 Forschungen zum ARMENOZID als erstem Völkermord im 20. Jahrhundert. 2011 erschien Richard Albrechts bisher letzte Buchveröffentlichung HELDENTOD. Kurze Texte aus Langen Jahren. Bio-Bibliographie -> http://wissenschaftsakademie.net e-Postadresse -> eingreifendes.denken@gmx.net                                                                 

©Autor (2014)

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Die Oscars 2014

Auch dieses Jahr beinhaltete die Oscar-Verleihung so gut wie keine Überraschung. Diejenigen Filme, die bereits Wochen zuvor als Favoutriten galten, erhielten auch die Preise.

Hier die Liste der Preisträger: Oscar

Bester Film: 12 Years a Slave

Beste Hauptdarstellerin: Cate Blanchett (Blue Jasmine)

Bester Hauptdarsteller: Matthew McConaughey (Dallas Buyer Club)

Beste Nebendarstellerin: Lupita Nyong’o (12 Years a Slave)

Bester Nebendarsteller: Jared Leto (Dallas Buyers Club)

Beste Regie: Alfonso Cuarón (Gravity)

Bester Ausländischer Film: The Great Beauty (Italien)

Beste Drehbuch-Adaption: John Ridley (12 Years a Slave)

Bestes Original-Drehbuch: Spike Jonze (Her)

Bester Zeichentrickfilm: Frozen

Beste Ausstattung: The Great Gatsby

Beste Cinematografie: Gravity

Beste Tonmischung: Gravity

Bester Tonschnitt: Gravity

Bester Soundtrack: Steven Price (Gravity)

Bester Filmsong – „Let It Go“ (Frozen)

Beste Kostüme: The Great Gatsby

Bestes Makeup und beste Frisur: Dallas Buyers Club

Bester Zeichentrick (Kurzfilm): Mr. Hublot

Bester Dokumentarfilm: 20 Feet from Stardom

Beste Kurz-Dokumentation: The Lady in Number 6: Music Saved My Life

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