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Posts Tagged ‘neue Horrorfilme’

Nach dem Erfolg von „Die Frau in Schwarz“ hatte man gehofft, dass Hammer Films wieder zu ihrem ursprünglichen Stil zurückgefunden haben. Doch konnten die folgenden Produktionen nicht mehr an die klassische Machart und die schaurig-schöne Eleganz heranreichen. So versuchte nun die Produktionsfirma Number 9 Films, diesem Stil wieder gerecht zu werden. Und dies mit Bravour.

Der Film spielt im Jahr 1880 und handelt von Inspector John Kildare, der einen brutalen Mörder dingfest machen soll, der in dem Londoner Stadtteil Limehouse sein Unwesen treibt. Unter den Bewohnern wird der unheimliche Mörder als der Limehouse Golem bezeichnet. Wie es scheint, wählt er seine Opfer willkürlich aus und hinterlässt an den Tatorten rätselhafte Botschaften. Der Fall erweist sich als überaus verstrickt. Es gibt mehrere Verdächtige, unter ihnen die Sängerin Elizabeth Cree, die ihren Mann vergiftet hat. Mehr und mehr steigert sich Kildare in den Fall hinein …

Regisseur Juan Carlos Medina schuf mit „The Limehouse Golem“ – seinem zweiten Spielfilm – einen stark atmosphärischen Horrorthriller, der sich an den klassischen englischen Horrorfilmen wie etwa die späte Hammer-Produktion „Hands of the Ripper“ (1971) orientiert. Als Grundlage diente der Roman „The Limehouse Golem“ des englischen Schriftstellers Peter Ackroyd aus dem Jahr 1994.

Interessanterweise war es ausgerechnet Jane Goldman, die das Drehbuch für „The Limehouse Golem“ verfasst hat, hatte sie doch auch das Drehbuch für „Die Frau in Schwarz“ geschrieben und dadurch Hammer Films in gewissem Sinne reanimiert. Es wirkt daher beinahe so, als hätten Hammer kein Interesse an diesem Stoff gezeigt. Dabei hätte er so gut in das Portfolio von Hammer gepasst. Dies schon allein wegen der wunderbaren Ausstattung, die der Film aufweist.

Er schwelgt beinahe in seinen Kulissen, die das England des 19. Jahrhunderts wieder auferstehen lassen, gibt sich zudem ziemlich düster und lässt auch hin und wieder seine Anerkennung gegenüber Horrorfilmmeister Mario Bava hindurchschimmern, besonders dann, wenn es um die Beleuchtung und die Farbgebung geht.

Die Story selbst ist intelligent erzählt, lässt den Zuschauer mitraten, wer denn nun der Mörder ist, und sorgt am Ende auch noch für eine regelrechte Überraschung. Somit kombiniert der Film das typische „Who’s done it?“ mit den Merkmalen des englischen Horrorkinos der 60er und 70er Jahre, was, aufgrund der sorgfältigen Produktion, überaus gut gelingt.

„The Limehouse Golem“ bietet auf diese Weise eine schön-schaurige Unterhaltung, die vor allem Fans der Hammer Film-Ära erfreuen wird.

The Limehouse Golem. Regie: Juan Carlos Medina, Drehbuch: Jane Goldman, Produktion: Elizabeth Karlson, Stephen Wolley, Darsteller: Bill Nighy, Olivia Cooke, Douglas Booth, Daniel Mays. England 2017, 105 Min.

 

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Obwohl die Hochphase des neuen spanischen Horrorfilms, die etwa Anfang 2000 begann, längst wieder verpufft ist, so kommen dennoch immer mal wieder interessante und vor allem sehenswerte Genrefilme über die Pyrenäen. So z.B. der Thriller „El Bar“ des Regisseurs Alex de la Iglesia.

Iglesia ist einer der wenigen spanischen Regisseure, der sich voll und ganz auf das Horror- und Thrillergenre spezialisiert hat und dabei fast schon regelmäßig Preise einheimst. Sein neuester Streich spielt, wie es der Titel bereits verrät, in einer Bar in der Innenstadt von Madrid. Dort befindet sich gerade eine Handvoll Leute, als auf einmal ein hustender Mann das Lokal betritt und sich in der Toilette verschanzt. Kurz darauf wird ein Kunde, der die Bar verläßt, erschossen und die Umgebung, in der sich die Bar befindet, weiträumig abgesperrt. Für die kleine Gruppe in der Kneipe ist nur eines klar: sie müssen einen Weg hinaus finden. Denn die Lage wird immer bedrohlicher.

„El Bar“ ist eine durch und durch gelungene Mischung aus Thriller, Horror und schwarzer Komödie. Die Anspielungen auf „Rec“ sind gewollt und werden in einer Szene auch mit viel Selbsironie angesprochen. Während „Rec“ aber direkt zeigt, was los ist, so setzt „El Bar“ auf Andeutungen. Dies führt zu einem spannenden Rahmen, innerhalb dessen sich dann die eigentliche Story entfaltet.

Denn diese geht darum, wie die Lage in der Bar nach und nach eskaliert. Sind sich alle zunächst im Klaren, dass sie zusammenhalten müssen, so bröckelt dieser Zusammenhalt sofort, als es nur darum geht, wer mit dem noch einzigen funktionierenden Handy telefonieren darf. Immer weiter spitzt sich die Situation zu, bis diese völlig außer Kontrolle gerät.

Iglesia zeigt auch in diesem Film, dass er sein Handwerk versteht. Die Geschichte rast ungebremst voran, wird dabei von Mal zu Mal dichter und spannender, wobei sich parallel dazu die Konflikte radikalisieren und regelrecht ausarten. All dies aber stets versehen mit einem ironischen Schmunzeln, das aus all den Geschehnissen eine bissige Horrorkomödie macht, die das zwischenmenschliche Verhalten und die Moral in unserer Gesellschaft aufs Korn nimmt. Dies macht „El Bar“ zu einem äußerst kurzweiligen und witzigen Filmvergnügen. Kurz: Sehenswert.

El Bar. Regie: Alex de La Iglesia, Drehbuch: Alex de la Iglesia, Jorge Guerricaechevarria, Produktion: Carolina Bang, Alex de la Isglesia, Darsteller: Mario Casas, Blanca Suarez, Alejandro Awada, Carmen Machi, Terele Pavez, Jaime Orodnez. Spanien 2017, 98 Min.

 

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Englands Sozialdramen sind bekannt für die Darstellung düsterer und ausweglos erscheinender Lebenssituationen meist arbeitsloser Menschen. Der junge Regisseur Johnny Kevorkian benutzt die daraus resultierende Beklemmung und die damit verbundene Sozialkritik, um beide mit den Aspekten eines Horrorfilms zu verbinden. Das Ergebnis ist mehr als nur gut.

Es geht um den Jugendlichen Matt, der sich seit dem spurlosen Verschwinden seines kleinen Bruders mit Schuldgefühlen plagt. Zusammen mit seinem Vater lebt er in einer tristen Londoner Arbeitersiedlung. Eines Tages vernimmt er auf einmal auf einem Videoband die Stimme seines Bruders. Kurz darauf wird er von unheimlichen Visionen heimgesucht. Während ihm sein Vater nichts davon glaubt, ist es allein seine Nachbarin Amy, die versucht, ihm zu helfen. Dabei findet Matt heraus, dass in der Gegend bereits mehrere Kinder als vermisst gemeldet wurden. Trotz des zunehmenden Konflikts mit seinem Vater, lässt Matt von seiner Suche nicht ab …

Matt erzählt Amy von seinen Visonen; „The Disappeared“ (2008); Copyright: Sunfilm Entertainment

Johnny Kevorkian gelingt es, die düstere, kalte Architektur der Wohngebäude, die kahlen, dunklen Wohnungen sowie die triste Umgebung einzubeziehen in eine unheimliche Geschichte, die aufgrund dessen eine Atmosphäre der Beklemmung entwickelt, wie sie in nur wenigen neueren Horrorfilmen zu finden ist. Die Gegend, die gekennzeichnet ist von Hoffnungslosigkeit und Perspektivlosigkeit, erweist sich schließlich als ein Ort, in dem das Unheimliche und das Grauen Platz gefunden haben.

Den gesamten Film über dominiert ein gefühlloses Grau, das nicht nur das soziale Drama widerspiegelt, sondern auch die Seelenzustände der Protagonisten. Die kaputten Familienverhältnisse intensivieren sich noch dadurch, da ein Mitglied auf unerklärliche Weise verschwunden ist.

Das Unheimliche wirkt hierbei keineswegs wie aufgesetzt, sondern ist von Kevorkian ästhetisch einwandfrei in die Situation eingebunden. So gibt es im Grunde genommen kaum Schnittstellen zwischen Phantastik und Realität, dafür um so mehr Überraschungen, die erzähltechnisch sehr gelungen sind, da sie eigentlich klassisch sind. Somit wird „The Disappeared“ zu einem handwerklich äußerst geschickten Gruselfilm.

The Disappeared, Regie u. Produktion: Johnny Kevorkian, Drehbuch: Johnny Kervorkian, Neil Murphy, Darsteller: Harry Treadaway, Greg Wise, Alex Jennings, Tom Felton, Finley Robertson, Nikki Amuka-Bird, Ros Leeming, Benedict Martin. England 2008, 96 Min.

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„Au weia“, kann man da nur sagen. Und mehr gibt es über „Rings“ eigentlich auch nicht zu vermerken. Die Produktion des Films wurde bereits 2014 abgeschlossen, doch die Veröffentlichung immer wieder verschoben, bis er schließlich drei Jahre später doch noch die Leinwand heimsuchte. Ein Hinweis dafür, dass Paramount den Film selbst für schlecht hielt. Umso erstaunter müssen die Firmenbosse dann gewesen sein, als „Rings“ das dreifache seiner Kosten einspielte.

Nun, die meisten Zuschauer dürften sich nach dem Kinobesuch geärgert haben. Denn „Rings“ ist das, was man schlicht und ergreifend als ein Machwerk bezeichnet. Regisseur F. Javier Gutiérrez Halbherzigkeit vorzuwerfen, wäre sogar noch eine Übertreibung. Denn der Film wirkt so lieblos wie eine graue Wand.

Die Handlung, die, laut der Produzenten, ein Sequel darstellen soll, dreht sich um Julia, die auf einmal nichts mehr von ihrem Freund Holt hört, nachdem dieser sein Studium begonnen hat. Dabei stößt sie auf den Biologieprofessor Carter, der sich mit übernatürlichen Phänomenen beschäftigt und Studenten nacheinander das unheimliche Video von Samara Morgan anschauen lässt. Nachdem Julia das Video ebenfalls gesehen hat, leidet sie unter mysteriösen Visionen. Zusammen mit ihrem Freund versucht sie, den Fluch des Videos zu bannen.

Die Frage, die man sich von Anfang an stellt, lautet, wieso sich ausgerechnet ein Biologe mit Videoexperimenten beschäftigt. Schon allein dadurch wirkt der Film vollkommen unplausibel. Wieso die Drehbuchautoren die Figur des Dozenten nicht als Parapsychologen charakterisiert haben, wissen wohl nur sie selbst. Andererseits erstaunt es auch nicht wirklich, haben hier doch drei Leute ein Drehbuch zusammengeschustert, das einfach nur dämlich ist. Eigentlich interessant, dass man für solch einen Murks so viele Autoren benötigte.

Die wohl dümmste Szene des Films ist diejenige, in der Julia vor dem Grab Samaras kniet und am Grabstein lauscht. An dieser Stelle beginnt man sich wirklich zu fragen, ob der Regisseur einen verarschen will oder ob er sich einen Witz erlaubte, der aber, aufgrund seiner Idiotie, ziemlich nach hinten losging. Auch sonst kommt „Rings“ nicht über sein schlechtes Niveau hinaus. Hier stimmt einfach nichts. Der gesamte Film erinnert an einen Flickenteppich, wobei hier die Flicken aus erbärmlich zusammengesetzten Zitaten aus anderen Horrorfilmen bestehen. Normalerweise gehören Zitate zum Repertoire eines jeden Horrorfilms dazu, macht es doch Spaß, die versteckten Hin- und Querverweise auf andere Filme zu entdecken. Doch hier besitzen sie einen völlig hilflosen Charakter, der darüber hinwegtäuschen soll, wie schlecht der eigentliche Film ist.

Wie gesagt, „Au weia“ trifft für „Rings“ am besten zu. Etwas anderes bleibt einem nicht mehr zu sagen.

Rings. Regie: F. Jarvier Gutiérrez, Drehbuch: David Loucka, Jacob Aaron Estes, Akiva Goldsman, Produktion: Walter F. Parkes, Darsteller: Matilda Lutz, Alex Roe, Johnny Galecki, Vincent D’Onofrio. USA 2014/2017, 102 Min.

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cellDie Frage ist, welcher Roman oder welche Kurzgeschichte von Stephen King noch nicht verfilmt wurde. Daher war es nur eine Frage der Zeit, bis sich die Filmemacher mit Kings Zombie-Roman „Cell“ aus dem Jahr 2006 beschäftigten.

Eigentlich wollte Eli Roth den Stoff verfilmen, doch wurde aus dem Projekt nichts. Er erwarb zwar 2006 die Filmrechte, doch letztendlich verfilmte Tod Williams den Horrorroman dann beinahe zehn Jahre später. Mit wenig Erfolg, denn der Film floppte und wurde sofort als VOD veröffentlicht. Da half auch nicht, dass King selbst das Drehbuch verfasste. Dieses wurde später von Adam Alleca nochmals überarbeit.

Im Film wie im Buch geht es um sonderbare Signale, die von den Handys ausgehen und deren Benutzer innerhalb kurzer Zeit in tollwütige Zombies verwandeln. In all dem Chaos versucht Clay Riddell seine Frau und seinen Sohn zu finden. Dabei schließt er sich einer Gruppe weiterer Überlebender an.

Handys als Objekt des Unheimlichen sind im Horrorgenre nichts Neues. Den Anfang nahm die japanische Produktion „One missed Call“ aus dem Jahr 2003, bei dem Takeshi Miike Regie führte und das zwei Sequels und ein US-Remake erfuhr. So gesehen war Kings Idee, mal einen Horrorroman zu schreiben, in dem Handys die Ursache allen Übels sind, wenig originell.

Der Roman als auch der Film orientieren sich dabei immer wieder an früheren Endzeit- und Zombiefilmen. Interessant ist aber, dass die Handlung von „Cell“ das Zombie-Getue weiter entwickelt. So haben wir es hier nicht mit herumwatschelnden Untoten zu tun, die nur noch rein instinkthaft handeln, sondern die Zombies entwickeln im Laufe des Films eine Art kollektive Intelligenz, was dann doch recht unheimlich wirkt. Der Aspekt des Unheimlichen wird verstärkt, indem sich der Film in Sachen Gewalt eher zurückhält und mehr mit Andeutungen und Atmosphäre spielt. Wer daher einen Zombie-Splatter-Streifen erwartet, wird garantiert enttäuscht werden.

Insgesamt aber ist „Cell“ ein durchaus spannender Horrorfilm, der zwar nicht so schlecht ist wie sein Ruf, der allerdings an ein paar deutlichen Durchhängern leidet. Dennoch weiß der Film, vor allem geprägt durch das Spiel von John Cusack und Samuel L. Jackson, zu unterhalten.

 

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witchRobert Eggers beschäftigt sich in seinem Debutfilm „The Witch“ mit dem Aberglauben des 17. Jahrhunderts.

Es geht um eine Familie, die aus ihrem Dorf verstoßen wird und nun mitten im Nirgendwo versucht, ein neues Leben zu beginnen. Doch mit dem Ort, an dem sie siedeln, scheint etwas nicht zu stimmen. Alle sonderbaren Anzeichen und Zwischenfälle sprechen dafür, dass eine Hexe ihr Unwesen treibt.

„A New England Folk Tale“ lautet der Untertitel von „The Witch“ und macht damit klar, dass es hier nicht um Torture Porn oder etwas ähnliches geht. Nein, Eggers setzt auf Anspruch und einen hohen Grad an Ästhetik. Doch die eindeutige Stärke des Films liegt darin, dass Eggers versucht, der damaligen Realität so nahe wie möglich zu kommen. Der Regisseur beschäftigte sich sehr intensiv mit dem Alltagsleben, den religiösen Vorstellungen und dem Aberglauben der Menschen des 17. Jahrhunderts. Schon allein dies kreiert ein wenig Unbehagen, war das damalige Weltbild doch nicht wissenschaftlich geprägt wie das unsere, sondern geprägt von Religion und dem Glauben an Hexen und Dämonen, die einem das Leben schwer machen. Daher geht es Eggers auch keineswegs um religiösen Wahn, sondern vielmehr darum, den Zuschauer dazu zu animieren, das Verhalten der Leute zu verstehen zu versuchen.

Eggers Trick hierbei ist, dass er diesen Aspekt seines Films mit den Merkmalen eines Horrorfilms mischt. Denn in die von Aberglauben beherrschte Sichtweise mischt sich plötzlich ein reales Grauen, dass eben diesen Vorstellungen entspricht. Erst dies führt bei der Familie zu heftigen Konflikten, welche vor allem Vater und Mutter in Hysterie und Wahnsinn treiben. Ja, die Zwischenfälle, die sich ereignen, führen sogar dazu, dass die Mutter ihre eigene Tochter als Hexe bezeichnet.

Man merkt dem Film an, dass er von Robert Eggers sehr sorgfältig vorbereitet wurde. Anscheinend ließ man ihm auch freie Hand, sodass er sein Konzept auch eins zu eins umsetzen konnte. Das Grauen bzw. der Horror kommt in „The Witch“ nicht als Schreckgestalt oder als Psycho-Mörder, sondern schleicht sich geradezu heimtückisch in den Alltag der Familie hinein. So bleibt es meistens bei Andeutungen von Geräuschen oder eigenartigen Dingen. Gepaart mit dem Familienkonflikt schafft Eggers dadurch Beklemmung und im gewissen Grade auch Verstörung.

Dennoch kommt der Regisseur nicht umhin, andere Horrorfilme zu zitieren. Das wahnhafte Holzhacken des Vaters erinnert dann doch an „Amityville Horror“, das Verhalten der Zwillinge dürfte von Henry James‘ Novelle „Das Drehen der Schraube“ inspiriert sein (bzw. von der Adaption durch Truman Capote in „Schloss des Schreckens“), nicht weniger die Kussszene, die sich ebenfalls auf ähnliche Weise in „Schloss des Schreckens“ wiederfindet (damals allerdings einen Skandal auslöste).

Was Eggers allerdings weniger gelingt, ist es, den Zuschauer zu gruseln. Gut, der Film ist, wie bereits bemerkt, beklemmend und teilweise verstörend, doch eine Gänsehaut bekommt man nicht. Als eine düstere, mysteriöse Geschichte aber funktioniert der Film zu hundert Prozent.

The Witch. Regie u. Drehbuch: Robert Eggers, Produktion: Rodrigo Teixeira, Darsteller: Anya Taylor-Joy, Ralph Ineson, Kate Dickie. USA/Kanada 2015, 89 Min.

 

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traintobusanNachdem es in den vergangenen Jahren schien, als würde sich K-Horror langsam aber sicher von den Bühnen dieser Welt verabschieden (die meisten Filme, die produziert wurden, waren einfach nur schlecht), sorgt nun die Produktionsfirma Next World Entertainment für einen wahren Paukenschlag. Die Firma hat sich bereits 2013 einen Namen durch den Verleih des Indie-Films „Hide and Seek“ gemacht, einem hervorragend inszenierten Psycho-Thriller. Nun sprang NWE auf die Zombiewelle auf und liefert mit „Train to Busan“ einen ultimativen Horror-Actioner.

Gut, die Handlung ist alles andere als originell, doch liefert dafür eine Straight Story, die sich gegen Ende auch nicht in unzählige Ungereimtheiten verheddert, so wie man dies von den letzten paar Horrorfilmen aus Korea inzwischen gewohnt war. Nein, die Story ist konzipiert, um Action und Spezialeffekte so gut wie möglich in Szene zu setzen. Und das gelingt „Train to Busan“ durchaus. Es geht um nichts anders, als dass mal wieder ein Virus ausgebrochen ist, der Menschen in Sekundenschnelle in rasende Zombies verwandelt. Auf der Zugfahrt von Seoul nach Busan versuchen sich die Passagiere, gegen das unendlich erscheinende Heer aus Zombies zu wehren.

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Jin-Hee (Ahn So-Hee) auf der Flucht vor den Zombies. „Train to Busan“, Copyright: Next World Entertainment.

Mit der Wahl der Schauspieler konnte man nichts falsch machen. Hauptdarsteller Gong Yoo, der durch die Drama-Serie „Coffee Prince“ bekannt wurde, ist seit dem Agententhriller „The Suspect“ auch im Action-Genre beheimatet. Hier spielt er den Angestellten Seok-Woo, der seine Exfrau in Busan besuchen möchte. Seine Tochte ist ebenfalls mit auf der Reise, auch wenn die Beziehung zwischen beiden nicht gerade die beste ist. Doch der Kampf gegen die Zombies wirkt sozusagen als Familientherapie. So ganz ohne Kitsch kommt „Train to Busan“ deswegen dann doch nicht weg, allerdings stört dieser weniger, da Regisseur Yeong Sang-Ho lieber aufs Gaspedal drückt.

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Seok-Woo (Gong Yoo) bereitet sich auf das nächste Schlamassel vor. „Train to Busan“, Copyright: Next World Entertainment.

Die vielen Actionszenen zeigen, dass sich Yeong stark an dem Blockbuster „Worldwar Z“ orientiert. Eigentlich findet man in dem Film so ziemlich alles, was seit „28 Days later“ an rasenden Zombies über die Leinwand gelaufen ist. Dennoch macht der Film Spaß und ist überaus spannend inszeniert. Yeong kann es dabei nicht lassen, hin und wieder koreanische Horror und Thriller-Klassiker zu zitieren, wie etwa den Film „Oldboy“, wenn Sang-Hwa (gespielt von Gangstermime Ma Dong-Seok) im Wagon auf die Zombies losgeht.

„Train to Busan“ zählt bereits jetzt zu den erfolgreichsten koreanischen Filmen und schaffte es auch in die US-amerikanischen Kinos. Zwar läuft der Film in Deutschland auf dem Fantasy Filmfest, doch ob er danach seinen Weg in die regulären Kinosäle finden wird, bleibt abzuwarten. Auf jeden Fall hat mit „Train to Busan“ das koreanische Kino nach „Snowpiercer“ erneut ein Zeichen gesetzt und damit gezeigt, dass es sich vor Hollywood nicht verstecken muss.

 

 

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