Blutgletscher: Österreichs Alpenmonster erobern die Filmwelt – Eine Rezension

blutgletscherÖsterreichs Filmemacher machen es ihren deutschen Kollegen vor. Statt sich auf 08/15-Komödien zu konzentrieren, versucht man sich in der Alpenrepublik in verschiedenen Genres. Dabei gibt es auch immer wieder einen Abstecher in das von deutschen Produzenten so geschmähte Horrorgenre. Nach den Erfolgen der beiden „In drei Tagen bist du tot“-Filme und dem sich auf Ästhetik und Atmosphäre konzentrierenden „Hotel“ kommt nun der neueste Streich mit dem Titel „Blutgletscher“.

Es geht um eine Klimaforschungsstation in den Alpen. Wissenschaftler entdecken dort einen rötlich verfärbten Gletscher. Kurz darauf geschehen sonderbare Dinge vor sich. Bizarre Mutationen (halb Säugetiere, halb Insekten) machen Jagd auf die Forscher.

Die  Machart von „Blutgletscher“ stellt den österreichischen (Horror-)Film auf eine neue Ebene. Dies hat vor allem mit den Monstern zu tun, welche in dem Film ihr Unwesen treiben und in früheren deutschsprachigen und vor allem österreichischen Horrorfilmen quasi nicht existierten. Die Mutationen sind recht gelungen. Die oben erwähnte Mischung aus Säugetieren und Insekten verleihen den „Viechern“ eine wunderbar trashige Note (die 50er Jahre lassen grüßen). Dabei sind wir auch schon bei einem weiteren Aspekt des Films. Marvin Kren geht in „Blutgletscher“ eine gekonnte Gradwanderung zwischen Trash und Horror ein, wobei er stellenweise auch einen eigenwilligen Humor durchscheinen lässt. Das beste Beispiel dürfte hierbei die „Pinkelszene“ sein, welche ohne Diskussion die Note 1 erhält. Aber auch andere Szenen sind nicht ohne Ironie bzw. Selbstironie.

Bei all dem Monsterkloppen muss man jedoch auch folgendes erwähnen: „Blutgletscher“ wird mit den Worten „Österreichs Antwort auf Das Ding aus einer anderen Welt“ beworben. Bei der Sichtung des Films kommt man nicht umhin, sämtliche anderen Filme herauszufiltern, bei denen sich Regisseur Marvin Kren bedient. Sein Film ist zwar sehr unterhaltsam, die Schockeffekte sind sehr gut umgesetzt und alles in allem macht der Film Spaß. Doch leider findet Kren aufgrund seiner Zitatitis nicht zu einem eigenen Stil. Dadurch kommt „Blutgletscher“ über eine Zusammensetzung diverser Filmzitate kaum hinaus. Angefangen von dem „Ding“, über „Frozen“ und „The last Winter“ bis hin zu „Keiler“ und nicht zu vergessen der Trash-Granate „Die Prophezeiung“ findet sich darin so ziemlich alles, was mit Mutationen (ob außerirdisch oder durch Umweltverschmutzung verursacht) zu tun hat.

Trotzdem ist der Film sicherlich wegweisend für weitere Horrorfilme made in Austria. Wer einen trashigen Horrorfilm mit abgefahrenen Alpenmonstern sehen möchte, ist hier genau richtig.

Blutgletscher, Regie: Marvin Kren, Drehbuch: Benjamin Hessler, Produktion: Helmut Grasser, Darsteller: Gerhard Liebmann, Edita Malovcic, Brigitte Kren, Santos, Hille Beseler, Felix Römer. Österreich 2013, Laufzeit: 97 Min.

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s

This site uses Akismet to reduce spam. Learn how your comment data is processed.