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Archive for the ‘Trashfilme’ Category

12daysofterrorNew Jersey 1916. Vor der Küste taucht eines Tages ein großer Weißer Hai auf. 12 Tage treibt er sein Unwesen, bevor ein alter Fischfänger versucht, das Tier zu fangen …

Die Geschichte von einem Weißen Hai, der vor der Küste ahnungslose Badegäste verspeist, kommt natürlich recht bekannt vor. Während Steven Spielberg mit „Jaws“ sich auf den gleichnamigen Roman von Peter Benchley bezog, bezog sich dieser wiederum auf eine wahre Begebenheit, die sich zwischen dem 1. und 12. Juli 1916 zugetragen hat. Diese Originalstory wurde 2004 von Horrorveteran Jack Sholder fürs Fernsehen verfilmt.

Das Budget war anscheinend ein bisschen größer als bei gewöhnlichen TV-Produktionen und so kam ein recht ansehnlicher Film heraus. Die Story beschränkt sich nicht nur auf die Jagd auf den Hai, sonders zeigt auch, wie aufgrund wirtschaftlicher und politischer Interessen Gefahren vertuscht oder verharmlost werden. Dadurch erhält Sholders Film eine gewisse Tiefe, die der Handlung unwahrscheinlich gut tut.

Eine deutliche Schwachstelle ist, dass der Hai größtenteils als Computeranimation in Erscheinung tritt. Ansonsten aber ist „12 Days of Terror“ ein gelungener Tierhorrorfilm, der ein hohes Maß an Spannung liefert.

12 Days of Terror, Regie: Jack Sholder, Drehbuch: Jeffrey Reiner, Tommy Lee Wallace, Produktion:Dennis Stuart Murphy, Richard G. Fernicola, Darsteller: Colin Egglesfield, John Rhys-Davis, Mark Dexter, Jenna Harrison, USA 2004, 86 Min.

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dawnofthemummyAgramas Dawn of the Mummy steht im Subgenre des Mumienfilms einzigartig dar. Er ist der einzige Mumienfilm mit kannibalischen Einschüben. Bis dahin erwürgten die wiedererweckten Mumien ihre Opfer, schickten ihnen diverse Plagen hinterher oder erschreckten sie einfach. Bei Dawn of the Mummy aber haben wir es mit Mumien zu tun, die es auf Menschenfleisch abgesehen haben.

Die Handlung ist folgende: Vier Models reisen mit ihrem Fotographen für ein Fotoshooting nach Ägypten. Als geeignetes Set bietet sich ein gerade eben entdecktes Grab des mysteriösen Pharaos Safiram an. Niemand von ihnen weiß, dass ein entsetzlicher Fluch auf diesem Grab lastet. Tatsächlich erwacht die Mumie zum Leben. Nach und nach werden die Models Opfer des untoten Pharaos. Doch dabei bleibt es nicht. Denn zusammen mit Safiram ist auch seine Armee aus Zombies erwacht. Der Kampf der Lebenden gegen die Toten hat somit begonnen …

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Die Mumien kommen! „Dawn of the Mummy“ (1980); Copyright: Eurovideo

Der Filmtitel sollte eine Anspielung auf Romeros ein Jahr zuvor erschienenen Zombiefilm Dawn of the Dead sein. Natürlich versteckte Agrama zwischen den Zeilen seines Drehbuchs keine sozialkritischen Aspekte, wie dies seinerzeit Romero tat. Vielmehr wollte er den einschlägigen Mumienfan einfach überraschen und dieses Genre etwas auffrischen. Seine Idee: die Brutalität des Films von Szene zu Szene steigern, um zum Schluss in eine regelrechte Splatterorgie auszuarten. Dabei wirkt Dawn of the Mummy subgenreüberschreitend. Er macht zum einen Anleihen bei den sog. Kannibalenfilmen, die durch Joe D’Amatos Ende der 70er entstandenen Cannibal Holocaust für Furore sorgten. Zum anderen greift Agrama zu Aspekten des klassischen Zombiefilms. Dadurch schrieb Dawn of the Mummy sozusagen Mumienfilmgeschichte, da diese Kombination davor noch nie gewagt wurde. Mit mehreren überraschendenWendungen und einer insgesamt spannenden Inszenierung wurde der Film zum heimlichen Klassiker von Horror- und Trash-Fans.

Nach Dawn of the Mummy kehrte erst einmal für sehr lange Zeit Ruhe in Sachen Mumienfilm ein. Zwar wurden ein paar Fernsehfilme produziert, doch die Kinos durften die Mumien erst einmal nicht mehr unsicher machen. Erst Talos – Die Mumie aus den 90er Jahren schlug wieder Wellen und schließlich Sam Raimis Die Mumie, die (wie soll’s anders sein) ein Remake des gleichnamigen Films aus den 30er Jahren war. Doch eine Verbindung zwischen Kannibalen- und Mumienfilm hat bisher niemand mehr in Angriff genommen.

Dawn of the Mummy, Regie u. Drehbuch: Frank Agrama, Produktion: Ahmed Agrama, Darsteller: Brenda King, Barry Sattles, George Peck, John Salvo, Ibrahim Kahn, USA/Italien 1981, 88 Min.

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reitendeleichenMit Die Nacht der reitenden Leichen schuf Regisseur Amando de Ossorio einen zeitlosen Klassiker des spanischen Horrorkinos. Der Film hat die Legenden der grauenvollen Riten der Tempelritter zum Thema, die auch noch nach ihrem Tod als blutgierige Zombiegerippe durch die Landschaft reiten.

Der Film beginnt mit dem Wanderurlaub eines jungen Paars, das plötzlich in Streit gerät. Die Folge des Streits: Virginia flüchtet in die Ruinen eines verfallenen Klosters, um dort zu übernachten. Doch sobald die Sonne untergeht, kommen die Templer aus ihren Gräbern. Als ihrem Freund Roger es doch etwas zu merkwürdig vorkommt, dass Virginia nicht mehr zurückkehrt, beschließt er, sie auf eigene Faust zu suchen. Dabei kommt er ebenfalls zu dem abgelegenen Kloster …

Die beiden größten Fragen, die dieser Film seit jeher aufgeworfen hat, lauten: wieso 1. die Pferde der Tempelritter nicht auch nur aus Knochen bestehen und 2. woher diese Pferde überhaupt stammen. Wenn man sich jedoch nicht weiter darüber den Kopf zerbrechen möchte, so bietet Die Nacht der reitenden Leichen eine schöne Geistermär, in der um Mitternacht die Geisterglocke durch das Kloster hallt, die Einwohner jene gespenstische Gegend seit jeher meiden und furchtbar langsame Gerippe in staubigen Mönchskutten auf Opfersuche gehen. In der Tat wundert man sich immer wieder, wieso die Menschen diesen extrem langsamen Knochenmännern nicht entkommen können. Aber sei’s drum. Wenn die Leichen erst auf ihren Pferden sitzen, liefern sie eine herrliche Gespensterästhetik, die jedes Mal von neuem begeistert.

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Die Tempelritter sind erwacht. „Die Nacht der reitenden Leichen“ (1971); Copyright: Atlas Film

Insgesamt drehte Ossorio noch drei Fortsetzungen mit den Titeln Die Rückkehr der reitenden Leichen, Das Geisterschiff der reitenden Leichen sowie Das Blutgericht der reitenden Leichen. Während im zweiten Teil die knöchernen Tempelritter eine spanische Kleinstadt überfallen und dieser Film mit einem gewissen Tempo aufwartet (manche halten ihn sogar für besser als das Original), besitzt Teil drei eine sehr schöne Geisterschiffkulisse. Hinzu kommt eine angenehm trashige Handlung, in der es darum geht, dass eine Gruppe Fotomodells auf das Schiff der reitenden Leichen gerät. Teil vier schließlich ist der schlechteste Film der Reihe. Hier zieht ein Ehepaar in einen kleinen Küstenort, dessen Einwohner alle sieben Jahre den Templern Opfer darbringen.

Mir persönlich gefällt der Originalfilm am besten. Die Darstellung des auf Volksglauben basierenden Spuks ist hier überaus gelungen. Dieser Film macht aufgrund seiner Mischung aus wundervoll gefilmter Gruselästhetik und Trash einfach immer wieder Spaß. Natürlich drehte Ossorio auch noch weitere Trash- und Horrorfilme, doch wurden diese nie auf dieselbe Weise wahrgenommen wie seine Filme über die reitenden Leichen.

Die Nacht der reitenden Leichen (OT: La Noche del terror ciego), Regie u. Drehbuch: Amando de Ossorio, Produktion: Jose Antonio Perez Giner, Darsteller: Lone Fleming, Cesar Burner, Elena Apron, Joseph Thelman, Maria Silva. Spanien 1971, 97 Min.

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dellamortedellamoreItaliens Horrorruhm war schon längst vergangen, als in eben diesem Land ein Film gedreht wurde, der bereits kurz nach seiner Kinopremiere als moderner Klassiker des Genrefilms gefeiert wurde.

Es handelt sich dabei um die Geschichte des einsamen Friedhofswärters Francesco Dellamorte, der zusammen mit seinem stummen Assistenten Gnaghi für Ruhe und Ordnung auf dem Friedhof sorgt. Und dies ist alles andere als leicht. Denn Menschen, die hier begraben werden, kommen sieben Tage nach ihrer Beerdigung wieder aus ihren Gräbern, um dort ihren kannibalischen Neigungen nachzugehen. Als Francesco eine Frau, in die er sich kopfüber verliebt hat, als Zombie erschießen muss, gleitet er in eine immer stärkere geistige Verwirrung hinein, bis er schon bald nicht mehr die Lebenden von den Toten unterscheiden kann.

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Eine Wahnvorstellung oder Wirklichkeit? Die Friedhofsstatue wird lebendig. „DellaMorte, DellAmore“ (1994); Copyright: Medusa Home Entertainment

DellaMorte, DellAmore ist eine geradezu vollendete Mischung aus Komödie, Drama, Horror, Splatter und poetischer Gruselmär. Soavi bringt in seinem Werk so unterschiedliche Aspekte wie Zombiefilm und Tragikomödie unter einen Hut, ohne dabei verkitscht oder trashig zu wirken, und dabei gelingt es ihm zugleich, sich in der Ästhetik des europäischen Kinos zu schwelgen. Man glaubt es nicht, doch alles passt zusammen.

Die liebevoll erdachten Charaktere besitzen eine ungeheure Tiefe und wirken dadurch überzeugend und lebendig zugleich. Es gibt eine hohe Anzahl an Untoten, die Dellamorte und sein Freund Gnaghi mit Revolver und Gewehr wieder in ihre Gräber befördern. Die dabei verwendeten Splattereffekte sind hervorragend und lassen den Charme des italienischen Horrorkinos der 80er Jahre auferstehen.

DellaMorte, DellAmore war nicht nur Michele Soavis größter Wurf, sondern für lange Jahre auch sein letzter.  Mit seinen späteren Filmen konnte er weder an den Erfolg noch an die Kunst seines Meisterwerks anknüpfen. Dellamorte, Dellamore ist und bleibt aber ein Klassiker des Horrorfilms, dessen schön-schaurige Ästhetik immer wieder fasziniert, egal wie oft man den Film bereits gesehen hat.

Dellamorte, Dellamore, Regie: Michele Soavi, Drehbuch: Gianni Romoli, Produktion: Michele Soavi, Gianni Romoli, Darsteller: Rupert Everett, Francois Hadji-Lazaro, Anna Falchi, Mickey Knox, Fabiana Formica. Italien 1994, 99 Min.

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keiler„Mensch gegen Keiler“. So lautet einer der Slogans für diesen Film. Hinzu kommt die Bemerkung, dass es sich hier um ein riesiges, Menschenfleisch fressendes Wildschwein handelt. Zunächst denkt man: „Razorback“ lässt grüßen. Doch dann sieht man diesen Film und denkt nur noch eines: klasse!

Mit „Keiler“ liefert der junge Regisseur Jung-Won Shin eine extrem unterhaltsame und amüsante Mischung aus Satire, Komödie und Tierhorror. Es geht um ein kleines Dorf, das plötzlich von einer Serie unheimlicher Morde und Grabschändungen heimgesucht wird. Während die Polizei nach einem Serienmörder sucht, behauptet ein alter Jäger, dass es sich hier vielmehr um ein Wildschwein handeln könnte. Seine Vermutungen werden zum großen Schrecken der Bewohner bestätigt. Denn es ist kein gewöhnliches Wildschwein, sondern ein gigantischer Mutanten-Keiler, der hier sein Unwesen treibt. Kurz darauf heißt es: Mensch jagt Keiler bzw. Keiler jagt Mensch.

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Das Riesenwildschwein greift an, „Keiler“ (2009); Copyright: Lotte Entertainment

Vor wenigen Jahren lieferte Südkorea mit „The Host“ seinen ersten Big-Budget-Monsterfilm. Bereits dieser Film beinhaltete starke satirische Elemente, wobei er vor allem die US-amerikanische Außenpolitik aufs Korn nahm. „Keiler“ wendet sich hier der eigenen Gesellschaft zu und zieht so ziemlich alles durch den Kakao, was es gibt. Egal, ob es sich um unfähige Beamte, geldgeile Manager, Öko-Welle oder Umweltschutz handelt. Alle und alles bekommt hier sein Fett weg. Dies geschieht mit einem solch herrlichen Sinn für Humor, dass es sich schon allein deshalb lohnt, diesen Film anzusehen. Ein zusätzliches Vergnügen bieten die geniale Action sowie die einwandfreien Spezialeffekte, die dem Riesenwildschwein Leben einhauchen. Die Trickleute, die auch teilweise an den Effekten für „Star Wars“ und „The Day after Tomorrow“ mitarbeiteten, verwendeten sowohl digitale als auch Puppeneffekte, um das Schwein richtig wild erscheinen zu lassen. Seine Proportionen lassen es als tonnenschweres Monster erscheinen, das mühelos Mauern durchbricht, laut quiekt und quietscht und öfters auf seinen Rüssel fällt, besonders dann, wenn es die Kurve nicht mehr kriegt.

Ob Jung-Won Shin tatsächlich ein Remake des australischen Klassikers „Razorback“ abliefern wollte, ist nicht sicher. Manches spricht dafür, anderes wieder dagegen. Wie dem auch sei, „Keiler“ ist knappe zwei Stunden purer Spaß. Oder anders ausgedrückt: wildsaumäßig gut.

Keiler (OT: Chaw), Regie u. Drehbuch: Jung-Won Shin, Produktion: Kyung-Duk Park, Darsteller: Tae-Woong Eum, Yu-Mi Jung, Hang-Sun Jang, Jea-Moon Yoon, Hyuk-Kwon Park. Südkorea 2009, 117 Min.

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hauntersGleich mit seinem Debüt produzierte Regisseur Kim Min-Suk einen der erfolgreichsten südkoreanischen Filme des Jahres 2010. „Haunters“ ist eine Mischung aus Horror, Thriller und Action und handelt von Kyu-Nam, der eine Stelle bei einem Pfandleiher antritt. In dem Büro geschehen seltsame Dinge. Immer wieder verschwindet Geld aus dem Tresor. Und zwar am helllichten Tag. Kurz darauf hat Kyu-Nam ein unheimliches Erlebnis. Ein seltsamer Mann betritt das Büro, während die übrigen Mitarbeiter sich wie in Trance verhalten.

Dies ist der Auftakt zu einem recht spektakulären Katz-und-Maus-Spiel. Der Eindringling heißt Choi-In und besitzt übersinnliche Fähigkeiten, mit denen er das Bewusstsein der Menschen manipulieren kann. Eine Ausnahme bildet hierbei Kyu-Nam, der gegen diese Kräfte immun ist. Während sich Kyu-Nam auf die Spur dieses unheimlichen Gesellen begibt, versucht dieser wiederum alles zu tun, um Kyu-Nam außer Gefecht zu setzen, da dieser seine Existenz bedroht.

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Choi-In (Kang Dong-Won) auf der Flucht. „Haunters“ (2010); Copyright: Next Entertainment World

Kim Min-Suk versteht es von Anfang an eine spannende und witzige Geschichte zu erzählen, die mit gelungenen Effekten aufwartet. Allen voran sind hierbei natürlich Choi-Ins Superaugen zu erwähnen, mit denen er seine Mitmenschen beeinflusst. Natürlich reicht dies allein nicht aus, um einen unterhaltsamen Film zu kreieren. Somit zeigt der Regisseur, wie ganze Menschenversammlungen plötzlich hinter Kyu-Nam her sind oder sich in der Nacht eine Reihe Menschen von ihren Balkonen stürzen.

Kyu-Nam kämpft allerdings keineswegs alleine gegen das Böse. Ihm zur Seite stehen seine beiden Kumpels vom Schrottplatz. Daraus ergibt sich eine Reihe gelungener Gags, die zwischendurch die Thrillerelemente wieder auflockern. Natürlich gibt es auch ein paar kleine Mankos an dem Film. Obwohl Kim Min-Suk eine tolle Story erzählt, reizt er die Möglichkeiten nicht völlig aus. Dies betrifft vor allem eine Verfolgungsjagd auf der Autobahn. Statt es ordentlich krachen zu lassen, drückt Kim genau hier auf die Bremse, um ein paar seiner Gags zu platzieren. Vielleicht liegt dies auch daran, da man ihm als Regieerstling nicht gleich das ganz große Budget anvertrauen wollte. Schade ist es allemal. Denn auch bei anderen Szenen wird diese Behelfsmäßigkeit deutlich. Nichtsdestotrotz ist „Haunters“ ein recht gelungener Spannungsfilm.

Haunters, Regie u. Drehbuch: Kim Min-Suk, Produktion: Lee Yu-Jin, Darsteller: Choi Deok-Moon, Jeong Eun-Chae, Kang Dong-Won, Ko-Soo. Musik: Shim Hyun-jeong, Südkorea 2010, 100 Min.

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hardwareMit „Hardware“ kreierte Regisseur Richard Stanley einen postatomaren Thriller der Extraklasse. Dieser Film, der mit zwei Preisen für Beste Special Effects sowie Beste Regie ausgezeichnet wurde und den Silbernen Raben als Bester Film erhielt, kann als eine Mischung aus „Alien„, „Soylent Green“ und „Mad Max“ bezeichnet werden.

Der Film erzählt die Geschichte des Schrottsammlers Mo, der auf einem ehemaligen Schlachtfeld die Überreste eines Roboters findet, der früher zur Bevölkerungsbegrenzung eingesetzt wurde. Mo liefert die Teile bei seiner Freundin Jill ab, die vor allem den Kopf für ihr neuestes Kunstwerk verwenden kann. Die unzerstörbare Maschine jedoch erwacht in Jills Atelier wieder zum Leben. Von da an herrscht in der Mehrzimmerwohnung ein unerbittlicher Kampf …

Richard Stanley schuf mit seinem Film das Bild einer völlig kaputten Zivilisation, die nicht mehr die Kraft besitzt, sich zu erneuern. Statt dessen vegetieren die Menschen in überbevölkerten Städten vor sich hin und erliegen nach und nach dem Strahlentod. Jeder versucht durch irgendeine Art von Geschäft seine Existenz zu sichern. Kurz vor dem Dritten Weltkrieg steigerten sich Politik und Militär zur absoluten Unmenschlichkeit, indem Killerroboter entwickelt wurden, welche die Einhaltung der Geburtenkontrolle garantieren sollten.

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Der Killerroboter erwacht zu neuem Leben. „Hardware“ (1990); Copyright: Koch Media/NSM

Diese apokalyptische Atmosphäre steigert sich im Kampf zwischen Jill und dem Roboter zu einer surrealen Bildersymphonie. Die klaustrophobische Enge der Wohnung verstärkt dabei die Gefahr und Brutalität, die von der Maschine ausgehen. Trotz dieser düsteren Thematik gelingt es dem Film, nicht ganz zu ernst zu werden, sondern immer wieder auf ironische und schwarzhumorige Weise die Handlung aufzulockern.

Die Special-Effekte schuf das Team von „Termenator“. Einige Jahre später kreierten sie auch den Killerroboter in dem Film „Death Machine“. Aufgrund der teils heftigen Gore-Effekte, glaubten unsere FSKler einmal mehr, den Zuschauern in Deutschkand „Hardware“ vorenthalten zu müssen. So wurde er kurz nach der Kinoprämerie indiziert. Die Indizierung wurde anscheinend bisher nicht aufgehoben.

„Hardware“, der in Deutschland unter dem Titel „M.A.R.K. 13“ in den Kinos lief, ist geniales Endzeit-Kino. Zusätzlich besitzt der Film den Charme der Spätachtziger, was sich unter anderem auch in der musikalischen Untermalung bemerkbar macht. Als Schmankerl gibt es im Originalton Altrocker Iggy Pop als Stimme des anarchistischen Radiomoderators Angry Bob zu hören und Lemmy spielt in einer kurzen Szene einen Taxifahrer.

Hardware – M.A.R.K. 13 (OT: Hardware), Regie u. Drehbuch: Richard Stanley, Produktion: Bob u. Harvey Weinstein, Darsteller: Dylan McDermott, Stacy Travis, John Lynch, Iggy Pop, Lemmy. USA 1990, 93 Min.

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