Feeds:
Beiträge
Kommentare

Archive for the ‘Trashfilme’ Category

Japan hatte sich ab Beginn des neuen Jahrtausends vor allem auf den Export von Horrorfilmen verlegt. J-Horror war in aller Munde. Neben den Animes gehörte dieses Genre zu den wichtigsten Einnahmequellen der japanischen Filmindustrie. Dabei gerieten jedoch Produktionen aus anderen Genres eher ins Hintertreffen. Umso schöner war es daher, als es 2008 dann doch ein recht außergewöhnliches japanisches Fantasy-Action-Spektakel bis nach Deutschland geschafft hatte: „K-20 – Die Legende der Schwarzen Maske“.

Die Geschichte spielt in einer Alternativwelt, in welcher der Zweite Weltkrieg nie stattgefunden hat. Es ist das Jahr 1949. Die Gesellschaft ist gespalten in Arm und Reich. Ein mysteriöser Krimineller, der unter dem Namen „Das Phantom mit den 20 Masken“ bekannt ist, versucht, gegen die Regierung anzukämpfen. Eine Verwechslung führt dazu, dass der Zirkusakrobat Heikichi für K-20 gehalten und von der Militärpolizei verhaftet wird. Nach einer spektakulären Flucht, kennt Heikichi nur ein Ziel: er möchte sich an dem echten K-20 rächen. Dadurch wird er allerdings ungewollt zum Helden. Denn K-20 hat vor, Teslas Erfindung zur drahtlosen Energieübertragung für die Zerstörung der Welt zu verwenden. Heikichi muss dieses Vorhaben stoppen.

Wer ist nun eigentlich der Schurke? „K-20 – Die Legende der schwarzen Maske“ (2008); © Sunfilm Entertainment

Mit einer Dauer von über zwei Stunden wird „K-20“ keine Minute langweilig. Dafür sorgen nicht nur die wunderbaren Stadtkulissen und Spezialeffekte, sondern ebenso die durchaus interessante Handlung. Einmal mehr wird Japan als faschistischer Staat dargestellt („20th Century Boys“ lässt grüßen), Weltsprache ist Deutsch. Die Gesellschaft befindet sich noch immer im tiefsten Feudalismus, obwohl die Technik große Fortschritte macht. Und einmal mehr wird auf den Physiker Nikolas Tesla (1856-1943) Bezug genommen, dessen Namen seit dem Film „Prestige“ in der Phantastikwelt immer wieder gerne herangezogen wird.

Doch die Ideen passen zusammen und liefern einen wunderbaren Hintergrund für die Geschichte eines Mannes, der sich nach und nach zu einem Superhelden entwickelt. Überwiegend konzentriert sich dann auch Regisseurin Shimako Sato auf Action, Spezialeffekte und Witz, sodass der Film zu einem wahren Symbol für Kurzweiligkeit wird.

Einmal grimmig dreinschauen, bitte. „K-20 – Die Legende der schwarzen Maske“ (2008); © Sunfilm Entertainment

Shimako Sato beurteilte ihren Film selbst als bloße Unterhaltung im Sinne von „Indiana Jones“. Diese Anspielung fällt auf jeden Fall in der Musik auf, die sich stark an dem Erfolgsfilm orientiert. In der Ästhetik finden sich allerdings eher die Düsternis von „V wie Vendetta“ und die Dramaturgie von „Batman“ wieder. Sato verhindert es jedoch, diese Vorbilder zu kopieren, sondern entwickelt aus diesen beiden Stilen einen ganz eigenen, der einerseits typisch japanisch, andererseits auf klassische Weise westlich orientiert ist. Dadurch gelang ihr einer der wohl besten japanischen Actionfilme.

Titel: K-20 – Die Legende der Schwarzen Maske (OT: K-20 – Kaijin niju menso den), Regie u. Drehbuch: Shimako Sato, Produktion: Shuji Abe, Seiji Okuda, Darsteller: Takeshi Kaneshiro, Takako Matsu, Toru Nakamura, Kanata Honga, Yuki Imai. Japan 2008, 142 Min.

Advertisements

Read Full Post »

Park Jae-Jin als die Schülerin Hyo-Shin in „Memento Mori“ (1999); © e-m-s

„Ich würde für dich sterben!“ Dieser Ausbruch von Leidenschaft findet im Finale eines der bekanntesten koreanischen Horrorfilme statt. Titel: Memento Mori. Produktionsjahr 1999. Der Film erregte dazumal großes Aufsehen. Nicht nur national, sondern auch international wurde er mit diversen Nominierungen beehrt. Hinzu kam ein weiterer Aspekt, der Memento Mori zu einem außergewöhnlichen Werk werden ließ. Wie kein anderer Film zuvor sprachen die beiden Regisseure Kim Tae-Yong und Min Kyu-Dong das Thema Homosexualität an. Dies anscheinend auf eine so direkte Weise, dass die koreanische Zensurbehörde die Produktionsfirma dazu aufforderte, ganze zwanzig Minuten herauszuschneiden. Was soll’s, dachten sich die beiden und kamen der Aufforderung nach. Fünf Jahre später wurden diese Szenen dem fertigen Film wieder hinzugefügt. Aber dabei blieb es nicht. Denn der Director’s Cut, der zum fünfjährigen Jubiläum (leider nur in Korea) erschien, besitzt eine Länge von sage und schreibe drei Stunden.

Doch um was geht es überhaupt in Memento Mori und in welchem Zusammenhang steht dieser Film eigentlich?

Kinoplakat von „Memento Mori“

Memento Mori erzählt die tragische Liebesbeziehung zwischen den beiden Schülerinnen Hyo-Shin und Min-Ah. Während sowohl Lehrer als auch Schüler Min-Ah aufgrund ihrer Leistungen als Schnellläuferin gleichermaßen respektieren, wird Hyo-Shin zur Außenseiterin abgestempelt. Grund ist, dass ihre lesbischen Neigungen offensichtlich sind. Zugleich benimmt sie sich seltsam und besitzt eine düstere Aura. Die heimliche Beziehung zwischen ihr und Min-Ah halten beide in einem gemeinsamen Tagebuch fest. Doch Min-Ah beginnt plötzlich, sich von ihrer Freundin zu distanzieren. Erst zu spät merkt sie, welche leidenschaftlichen Gefühle Hyo-Shin für sie empfindet. Hyo-Shin hält den Schmerz der Trennung nicht aus und bringt sich um. Von da an geschehen unheimliche Dinge in der Schule, auf der zudem ein Fluch lasten soll. Denn bereits zuvor starben dort sechs Mädchen auf seltsame Weise.

Min-Ah (Gong Hyo-Jin) und Hyo-Shin (Park Jae-Jin) verstecken sich; „Memento Mori“ (1999); © e-m-s

Wer der Inhaltsangabe folgt und sich fragt, ob Memento Mori nicht eher ein Drama als ein Horrorfilm ist, steht nicht alleine da. Denn Kim Tae-Yong und Min Kyu-Dong hatten während der Schreibphase ein Drama im Sinn, in dem die unheimlichen Momente eine sehr geringe Rolle spielen sollten. Doch ihr eigentlicher Plan ging nicht auf. Nachdem die Produzenten das Skript gelesen hatten, lautete es: mehr Horror, weniger Drama, sonst könnt ihr die Tür von außen zumachen. Also schrieben beide das Drehbuch um und wurstelten in das Liebesdrama eine Gruselgeschichte ein. Übrigens stellte dies die erste Regiearbeit der beiden dar. Die Produzenten waren allerdings noch immer nicht ganz zufrieden. Der Titel musste leicht geändert werden. Doch dieser war schnell gefunden: Yeogo Geodam 2: Memento Mori. Wahrscheinlich wird sich der ein oder andere Leser jetzt fragen: Teil 2? Hab ich gerade etwas verpasst? Die Antwort darauf setzt Memento Mori in einen größeren Zusammenhang, bei dem auch ein winziger historischer Einblick in die Filmindustrie Südkoreas nicht fehlen darf.

„Shiri“ (1999) ist der erste koreanische Blockbuster

Fasst man die Geschichte des koreanischen Films in einem kurzen Satz zusammen, so lautet dieser: vorher keine Zuschauer, nachher volle Kinosäle. In der Tat wurden vor Mitte der 90er Jahre koreanische Filme in koreanischen Kinos nur gezeigt, da die Kinobesitzer gesetzlich dazu verpflichtet wurden. Das Problem war, dass die gesamte Filmbranche in staatlicher Hand lag und dementsprechend nur das in den Kinos lief, was vielleicht gerade einmal ein, zwei verstaubte Beamte hinter dem Ofen hervorlockte. Das heißt nicht, dass diese Filme handwerklich schlecht waren. Das heißt aber, dass sie im Vergleich zum bunten und glitzernden Hollywoodkino eindeutig den Kürzeren zogen. Den Filmen vor den 90ern merkt man eindeutig an, dass nicht sonderlich viel Geld für die Ausstattung vorhanden gewesen ist.

Dies änderte sich schlagartig Mitte der 90er Jahre. Die Verstaatlichung der Filmindustrie wurde aufgehoben. Von nun an standen sich vier Produktionsfirmen gegenüber: Cinema Service, CJ Entertainment, Showbox und Lotte Cinema. Diese pumpten riesige Mengen Gelder in ihre Produktionen. Das Ergebnis: gleich die erste Großproduktion, der Thriller Shiri, erzielte an den koreanischen Kinokassen einen weit höheren Umsatz als Titanic, der zur selben Zeit lief. Fasst man diese Veränderung in einen noch größeren Zusammenhang, so findet man diesen in der in den 90er Jahren aufgekommenen Krise in Hollywood, welche den Filmindustrien auch in anderen Ländern Auftrieb verlieh.

In Südkorea ist Hollywood aufgrund der hervorragenden koreanischen Eigenproduktionen inzwischen so sehr in Bedrängnis gekommen, dass z.B. Filmgrößen wie Steven Spielberg versuchen, Gemeinschaftsproduktionen anzuzetteln, da die eigenen Produkte nicht mehr genug einbringen. Und zum Schluss noch ein weiterer Ausholer: der große Erfolg der modernen japanischen Horrorfilme, welche traditionellen Geisterglauben mit dem modernen Großstadtleben verbinden und Mitte/Ende der 90er Jahre ins Leben gerufen wurden, führte dazu, dass sich die Industrien in Südkorea ebenfalls dem Horrorgenre zuwandten, das bis dahin eher geschmäht worden war. Die erste Produktion trug den Titel Yeogo Geodam – Whispering Corridors (1998). In diesem Film tauchten nicht gerade Geister auf. Vielmehr kann dieser Streifen als Psychothriller bezeichnet werden, dessen Schauplatz eine Schule ist, in der die Schülerinnen von den Lehrern auf jede Art und Weise schikaniert werden. Dabei kommt es zu mehreren unheimlichen Morden.

Die Schülerinnen werden von ihrem Lehrer schikaniert; „Whispering Corridors“ (1998); © Cinema Service

Der Film wurde ein voller Erfolg. Mit seiner Darstellung der Misshandlungen von Schülern durch Lehrer übte er scharfe Kritik am südkoreanischen Schulsystem. Die Diskussion über dieses System hält bis heute an. Während man seit der PISA-Studie ehrfürchtig von Deutschland aus nach Südkorea und Japan blickt, denkt man dort darüber nach, wie man den teils unmenschlichen Leistungsdruck nach und nach lockern kann. Eine Folge dieses Drucks ist eine hohe Selbstmordrate unter Schülern. Diese Selbstmorde wiederum sind Auslöser für so genannte urbane Legenden, welche dem tragischen Schicksal einer Schülerin oder eines Schülers eine düster-romantische Note verleiht.

Man kann sagen, fast jede Schule hat ihre eigenen Geistergeschichten, in denen es um unglücklich verliebte Jugendliche geht oder auch um bizarre Flüche. Nicht selten vernimmt man die Geschichte, dass der Geist eines Mädchens durch das Klassenzimmerfenster blickt, während ihr Lieblingslehrer gerade Unterricht hält. Stirbt jemand in der Schule, so wird sogleich spekuliert, ob der Geist einer Schülerin die unglückliche Person heimgesucht hat. Diese Legenden oder Spukgeschichten griff Whispering Corridors auf. Der eigentliche Titel Yeogo Geodam bedeutet übrigens Geistergeschichten aus der Schule. Der Titel macht noch einmal deutlich, dass sich der Film (und auch die nachfolgenden Filme) auf eben diese Legenden und Gerüchte beziehen, welche sich bei den Schülerinnen und Schülern großer Beliebtheit erfreuen.

„Whishing Stairs“ (2003)

Memento Mori setzte diese Form des Horrorfilms fort. Doch nun waren es nicht mehr die bösen Lehrer, sondern die Schülerinnen untereinander, die sich schikanierten, um dadurch den Druck abzubauen, der aufgrund des Schulsystems auf ihnen lastet. Geschickt webt der Film die Spuklegenden gleich am Anfang in die Erzählung ein, um kurz darauf mit der unglücklichen Beziehung zwischen Hyo-Shin und Min-Ah fortzufahren, welche letztendlich in tatsächlichen Spukphänomenen mündet. Äußerst komplex verbinden Kim und Min die eigentliche Handlung mit Rückblenden, sodass man nach dem ersten Anschauen zunächst einmal unter einer gewissen Ratlosigkeit leidet.

Erst nach mehrmaligem Ansehen ist es möglich, die unterschiedlichen Erzählebenen voneinander zu trennen und damit die ganze Story aufzulösen. Die Komplexität verbindet sich mit einer ungeheuren Ästhetik, welche den Film radikal aus der Yeogo Geodam-Reihe hervorhebt. Ebenso ist die Tragik der Handlung in keiner der anderen vier Filme derart ausgeprägt wie hier. Hyo-Shins verzweifelter Ausruf „Ich würde für dich sterben!“ löst auch nach mehrmaligem Ansehen eine regelrechte Gänsehaut aus.

„Voice“ (2005)

Diese Intensität ist vor allem den beiden hervorragenden Hauptdarstellerinnen zu verdanken, hierbei allen voran Park Yae-Jin, welche für ihre Rolle der sinnlich-düsteren Hyo-Shin gleich bei zwei Filmfestivals als beste Newcomerin ausgezeichnet wurde. Ihre darauf folgende Karriere ist nicht weniger erfolgreich, beschränkt sich allerdings in der Hauptsache auf Rollen in den so genannten Dramas, den berühmtberüchtigten koreanischen Fernsehserien. Wie bei allen Yeogo Geodam-Filmen wurden die Darstellerinnen aus speziellen Castings ausgewählt, an denen tausende von Bewerberinnen, in der Regel unerfahrene Schauspielerinnen oder junge Frauen, die von einer Filmkarriere träumen, teilnahmen. Dieses Vorgehen sowie die Strategie, unbekannte Regisseure die Arbeit machen zu lassen, dient allein dazu, die Produktionskosten so gering wie möglich zu halten.

„A Blood Pledge“ (2009)

Vier Jahre nach Memento Mori ging der dritte Teil der Schulhorrorreihe an den Start. Mit Yeogo Geodam 3 – Wishing Stairs machte man zwar erneut Kasse, doch ließ die Qualität zu Wünschen übrig. Regisseurin Yoon Jae-Yeon fiel nichts anderes ein, als aus der Handlung einer Mädchenschule, hinter der sich eine geheimnisvolle Wunschtreppe befindet, einen miserablen Argento-Abklatsch zu liefern. Die Qualität steigerte sich zum Glück wieder bei den Teilen vier und fünf. Yeogo Geodam 4 – Voice aus dem Jahr 2005 bringt wiederum das Thema Homosexualität ins Spiel, wenn auch nicht so sinnlich-tragisch wie in Memento Mori. Hier geht es um den Tod einer Schülerin, die besonders gut singen konnte. Ihre Freundin findet heraus, dass sie eine Beziehung zu ihrer Musiklehrerin hatte.

„Ghost“ (2004)

Es geht um Eifersüchteleien und die Aufklärung eines weiteren Todesfalles. Alles in allem ein recht gut in Szene gesetzter Film, der jedoch aufgrund seiner Längen etwas Durchhaltevermögen abverlangt. Mit Yeogo Geodam 5 – A Blood Pledge von 2009 erreichte die Reihe ihr vorläufiges Ende. Das Schulgebäude erinnert stark an dasjenige aus Memento Mori, allerdings befindet sich jetzt darin eine streng katholische Einrichtung. Vier Mädchen beschließen einen Selbstmordpakt. Nur eines der Mädchen setzt das Vorhaben auch tatsächlich um. Kurz darauf werden die anderen drei Schülerinnen von ihrem Geist ermordet. Der fünfte Teil ist eindeutig der blutigste von allen. Zugleich ist er auch der schnellste und kurzweiligste. Trotz der Konzentration auf Blut und Action ist A Blood Pledge hervorragend gefilmt, zitiert gelegentlich Memento Mori und weist auch wie dieser ein Durcheinander aus eigentlicher Handlung und Rückblenden auf. Es kommt einem fast so vor, als wollte man mit einem gehörigen Paukenschlag die Reihe zu einem Ende führen. Da die Besucherzahlen gegenüber Voice aber fast um das Doppelte gestiegen waren, dürften die Produzenten gerade am Überlegen sein, ob man nicht doch noch ein kleines Filmchen hinzufügen könnte.

Parallel zur Yeogo Geodam-Reihe entstanden und entstehen weitere Schulhorrorfilme, die allerdings nicht die Eigentümlichkeiten dieser Serie aufweisen. Es handelt sich dabei um so unterschiedliche Filme wie Ghost, der mit einem freudianischen Konzept aufwartet, oder um Slasher-Movies wie Death Bell, die sich ansatzweise an den Produktionen von Eli Roth orientieren. Die Herstellung dieser Filme zeigt, wie stark das Thema Schule auf negative Weise in das Bewusstsein der koreanischen Gesellschaft eingewebt ist. Die Angst vor den Geistern, die in den Schulgebäuden lauern, entpuppt sich aus dieser Perspektive als eine Angst vor der Schule selbst.

Read Full Post »

Regisseur Irwin Allen war auch unter dem Namen Master of Desaster bekannt, da er sich auf die Produktion von Katastrophenfilmen spezialisiert hatte. Auf sein Konto gehen Filme wie „Die Höllenfahrt der Poseidon“ (1972), „Flammendes Inferno“ (1974) oder auch „Der tödliche Schwarm“ (1978). Nebenher schuf er auch TV-Serien, die inzwischen zu Klassikern geworden sind, wie etwa „Time Tunnel“, „Lost in Space“ oder „Land of the Giants“.

1961 drehte er mit „The Voyage to the Bottom of the Sea“, der unter dem Titel „Unternehmen Feuergürtel“ in die deutschen Kinos kam, eine rasante Mischung aus Action-, SF- und Katastrophenfilm, dessen Erfolg (er spielte mehr als das Dreifache der Produktionskosten ein) ebenfalls zu einer gleichnamigen TV-Serie führte. Es geht um die Abenteuer der Besatzung der Seaview, eines Atom-U-Boots, das von Admiral Nelson selbst entworfen und gebaut wurde. Gerade als sich die Seaview am Rand der Arktis befindet, kommt es zur Katastrophe: ein Meteoritenschauer setzt den Van-Allen-Gürtel, der die Erde umgibt, in Flammen, was zu einem drastischen Temperaturanstieg auf unserem Planeten führt. Admiral Nelson und der Wissenschaftler Lucius Emery berechnen, dass man von einer bestimmten Stelle des Pazifik aus eine Atombombe auf den Van-Allen-Gürtel abfeuern könnte, um durch diese gezielte Explosion das Feuer zu löschen. Doch bis dahin gibt es so allerhand Gefahren zu überstehen.

Dr. Susan Hiller (Joan Fontaine), Cathy Connors (Barbara Eden) und Lucius Emery (Perer Lorre) im Cockpit der Seaview; „Unternehmen Feuergürtel“ (1961), © Koch Media

Die Kritiker mochten den Film nicht. Sie fanden ihn albern und wissenschaftlich völlig plemplem. Aber die Zuschauer störte das nicht – und sie bekamen dafür auch die volle Ladung Spannung, Action und Unterhaltung geboten. Und das ist es ja eigentlich auch, was zählt. Denn in kaum einem anderen Film gibt es so viele Abenteuer zu bestehen und so viele Konflikte zu lösen wie in „Unternehmen Feuergürtel“. Der Kampf mit einem Riesenkraken ist dafür nur ein Beispiel.

Denn während äußere Gefahren lauern – durch Unterwasserminen, zusammenbrechende Eisberge, einem feindlichen U-Boot, das Jagd auf die Seaview macht -, steigern sich die Konflikte an Bord. Aufgrund der globalen Katastrophe möchte die Mannschaft lieber nachhause und beginnt daher zu meutern. Noch dazu ist ein unbekannter Saboteur mit an Bord, der versucht, das U-Boot zu vernichten.

Bei all der Action und Spannung und bei all dem Nervenkitzel vergisst Allen auch nicht, seine Figuren Diskussionen über Religion und das Wesen Gottes führen zu lassen, da es schließlich um das Ende der Welt geht. Ironischer Weise entpuppt sich ausgerechnet einer der Wissenschaftler als ein religiöser Fanatiker, was durchaus originell ist und den Dialogen eine interessante Tiefe verleiht.

Schon allein das Intro des Films ist so etwas wie ein Meilenstein der Überraschung. Denn nach einem furiosen Orchesterauftakt, setzt auf einmal Frankie Avalons Sülzsong „A Voyage to the Bottom of the Sea“ ein. Doch kaum sind auch diese Klänge verhallt, als mit einem riesen Spektakel die Seaview aus dem Meer geschossen kommt – und schon beginnt der rasante Teil des Films, der ohne Durchhänger bis zum Ende fortläuft.

All dies  macht „Unternehmen Feuergürtel“ zu einem der mit Sicherheit unterhaltsamsten Filme überhaupt, der noch dazu mit allerhand überraschender Wendungen aufwartet.

Unternehmen Feuergürtel (Voyage to the Bottom of the Sea). Regie u. Produktion: Irwin Allen, Drehbuch: Irwin Allen, Charles Bennett, Darsteller: Walter Pidgeon, Joan Fontaine, Peter Lorre, Barbara Eden, Frankie Avalon, Robert Sterling. USA 1961, 105 Min.

Read Full Post »

US-Filmplakat von „La Residencia“

Ende der 60er Jahre wollte die spanische Filmindustrie hoch hinaus. Mit dem Horrorstreifen „La Residencia“ verfolgte man den Plan, auf dem internationalen Filmmarkt für Aufmerksamkeit zu sorgen. Bis dahin waren spanische Filme vor allem für das einheimische Publikum produziert worden. Mit „La Residencia“ sollte sich dies ändern.

Aus diesem Grunde ließ man sich für die Produktion auch Zeit. Beinahe sechs Monate dauerten die Dreharbeiten. Und der Erfolg? Während man in Europa und in Südamerika durchaus positive Resultate erzielen konnte, wurde der Film in den USA, wo er – wie jeder europäische Horrorfilm – von American International Pictures vertrieben wurde, ein Flop.

In Deutschland lief „La Residencia“ unter dem Titel „Das Versteck – Angst und Mord im Mädchenpensionat“ und war dadurch vor allem an die Bahnhofskinos gekettet. Der englische Verleihtitel lautet „The House that screamed“. Bis heute gilt der von Narciso Ibáñez Serrador gedrehte Film als ein Meilenstein in der Geschichte des spanischen Films. Davor hatte Serrador nur für das Fernsehen gearbeitet.

„La Residencia“ spielt im 19. Jahrhundert. Die 19jährige Teresa kommt in ein abgelegenes Mädchenpensionat und muss bald feststellten, dass es dort nicht mit rechten Dingen zugeht. Bisher sind drei junge Frauen spurlos verschwunden. Das Pensionat wird von der sadistischen Señora Fourneau geleitet, die zusammen mit ihrem Sohn in dem Haus wohnt. Als es Teresa in dem Heim nicht mehr länger aushält, versucht sie zu fliehen …

Serradors Film beeinflusste viele spätere Horrorfilme, so u. a. auch Dario Argentos „Suspiria“ (1978). Dies macht sich besonders in der Szene bemerkbar, in der die Mädchen Tanzunterricht haben. Argento übernahm diese Szene beinahe eins zu eins, sodass man sich in der Rolle der Señora Fourneau (gespielt von Lilli Palma) nur Alida Valli vorstellen muss, um auf Argentos Meisterwerk zu kommen. Aber auch die spezielle Optik, die „La Residencia“ aufweist, findet sich in „Suspiria“ wieder.

Italienisches Filmplakat

Nicht zuletzt beeinflusste der spanische Film auch die koreanische Horrorfilm-Reihe „Yeogogoedam dubeonchae iyagi“ (Geistergeschichten aus der Schule), von der leider nur „Memento Mori“ (1999) und „Wishing Stairs“ (2003) in Deutschland erschienen sind. Vor allem im ersten Film dieser außergewöhnlichen Filmreihe „Whispering Corridors“ (1998) macht sich der Einfluss bemerkbar. Die beiden letzten Filme lauten „Voice“ (2005) und „A Blood Pledge“ (2009).

In „La Residencia“ wollte man alles richtig machen. Stimmte bei einer Szene auch nur eine Kleinigkeit nicht, so wurde sie komplett neu gedreht. Dabei beherrscht vor allem die deutsche Schauspielerin Lilli Palmer die Szenerie. Sie geht vollkommen in ihrer Rolle auf und sorgt dabei für eine gehörige Portion Beklemmung, welche den gesamten Film durchzieht. Doch war Regisseur Serrador im Ganzen seiner Zeit voraus. Als Beispiel seien hier die Death Scenes genannt, in denen Serrador eine radikale Zeitlupe verwendet, die er bis zum Stillstand der Bilder vorantreibt. In einem anderen Zusammenhang verwendete Peter Fonda diese Technik 1971 für seinen Western „Der lange Ritt“.

„La Residencia“ vermischt dabei unterschiedliche Stile des Trash-Films. Vom Gothic-Horror mit vielen unheimlichen Momenten ausgehend, gelingt es ihm mühelos in das Sexploitation-Genre überzugehen, wenn Señora Fourneau eine der jungen Frauen von drei anderen Schülerinnen auspeitschen lässt. Auf dieser Ebene nimmt der Film bereits alles vorweg, was dann in der berühmten Schmuddelfilm-Ära auf der Leinwand erscheinen sollte.

Damit das Projekt auch gelingen konnte, wurde es teilweise von der spanischen Regierung mitfinanziert. Die Ironie dabei: der Film kritisiert indirekt Francos Regime, was anscheinend von den Geldgebern nicht bemerkt wurde. Doch unabhängig davon ist „La Residencia“ einer der Horrorfilme, die man gesehen haben muss.

Das Versteck – Angst und Mord im Mädchenpensionat (La Residencia). Regie u. Drehbuch: Narciso Ibáñez Serrador, Produktion: Arturo Gonzales, Darsteller: Lilli Palmer, Cristina Galbo, John Moulder-Brown, Mary Maude, Candida Losada. Spanien 1969, 104 Min.

Read Full Post »

Die Idee trug Regisseur Tom Holland bereits ein ganzes Jahr mit sich herum, bevor er dazu überging, diese in ein Drehbuch umzuarbeiten. Die Produktionsfirma Columbia Pictures gab ihm das kleinst mögliche Budget und interessierte sich nicht weiter für das Projekt. Als der Film dann 1985 in die Kinos kam, war man in der Chefetage dann doch überrascht. Denn das Einspielergebnis lag bei fast 25 Millionen Dollar – gegenüber dem Budget von knapp 7 Millionen.

„Fright Night“ wurde ein echter Kassenschlager. Und das, obwohl man ihm durchaus das geringe Budget ansieht. Doch Tom Holland machte das Beste daraus – und hinzu kam, dass ihm keiner der Produzenten ins Handwerk pfuschte. Das Ergebnis war eine nette Horrorkomödie, die sich lustig macht über das Leben in den US-amerikanischen Vororten und genau so die durch das Horrorgenre stark geprägte Popkultur.

Horror hatte damals Hochkonjunktur. Umso witziger ist es daher, wenn Charley Brewster, der zusammen mit seiner Mutter neben einem leer stehenden Haus wohnt, vergeblich versucht, ihr zu erklären, dass sie seit letzter Nacht einen Vampir als Nachbar haben. Doch nicht nur seine Mutter hält ihn für ein bisschen zu überdreht (sie schiebt es darauf, dass er in letzter Zeit zu viel gelernt habe), sondern auch seine Freundin Amy und sein Kumpel Edward, den Charley immer Teufel nennt – in der Originalfassung trägt Edward den Spitznamen Evil Ed, als Anspielung auf den Klassiker „Evil Dead“. Als alles nichts hilft und es zu sonderbaren Todesfällen kommt, betrachtet Charley den drittklassigen Schauspieler Peter Vincent, der eine erfolglose Horrorsendung in einem Regionalsender moderiert, als seine letzte Hilfe.

Die Handlung, die sich auf diese Weise weiter entwickelt, ist wirklich witzig, hinzu kommen tolle Spezialeffekte, die sich der Film für die zweite Hälfte des Films aufhebt. Robert Enlund, der ein Jahr davor die Spezialeffekte für „Ghostbusters“ mitentworfen hatte, durfte hier nochmals sein Können zeigen. Trotz des Witzes, der die gesamte Handlung durchzieht, regen die Gags weniger zum Lachen als viel mehr zum Schmunzeln an. In den einzelnen Aufnahmen gibt es immer wieder viele Anspielungen auf das Horrorgenre zu entdecken (wie z.B. der Zaun in Form eines Vampirgebisses), doch der Konflikt zwischen Charley und dem Vampir Jerry Dandridge, der Amy entführt, erscheint dann doch zu sinnlich und zu düster, als dass er als reine Komödie durchgehen könnte, viel eher scheint in diesen Szenen dann eine Hommage an die klassischen Vampirfilme hindurch.

Dies ist andererseits aber auch die Stärke des Films, denn das Düstere und das Lustige schließen sich in dem Film nie gegenseitig aus. Dies liegt vor allem daran, da „Fright Night“ sich nicht lustig über das Horrorgenre macht. Es kommt zu keinen Veralberungen, im Gegenteil, wenn es um Vampirismus geht, so bezieht sich Holland sowohl auf Aspekte des Aberglaubens als auch auf die entsprechenden filmischen Merkmale. Besonders ist hierbei, dass der Vampir als bisexuell charakterisiert wird. Holland bringt diese Merkmale stets in einen alltäglichen Zusammenhang, woraus sich eine originelle Situationskomik ergibt.

„Fright Night“ entwickelte sich rasch zu einem Klassiker des Genres. Ein Jahr darauf sollte Tom Holland (wieder in Zusammenarbeit mit Schauspieler Chris Sarandon) einen weiteren Klassiker der 80er Jahre kreieren: „Child’s Play“, der in Deutschland unter dem Titel „Chucky – Die Mörderpuppe“ in die Kinos kam.

„Fright Night 2“ (1988) war zwar in den Kinos deutlich weniger erfolgreich als das Original, holte dies aber durch den Video-Release nach. Das Remake von 2011 orientierte sich zum großen Teil am Originalfilm, wobei es ihm durchaus gelang, den Humor beizubehalten. Auch zu diesem Film wurde ein Sequel gedreht, das aber nur noch auf DVD erschien.

Fright Night. Regie u. Drehbuch: Tom Holland, Produktion: Herb Jaffe, Darsteller: Chris Sarandon, William Ragsdale, Amanda Bearse, Stephen Geoffreys, Roddy McDowall. USA 1985, 106 Min.

Read Full Post »

Besonders in den 50er Jahren war das Personalpronomen „It“ in den Filmtiteln recht beliebt. Es stand schlicht und ergreifend für das Andere, das Nicht-Weltliche und damit für eine überaus fremdartige Bedrohung. Das Wörtchen it wurde danach seltener, doch gelegentlich tauchte es wieder auf. Im folgenden haben wir daher eine kleine Liste mit den entsprechenden Filmen aufgestellt:

It came from Outer Space (1953) ist nicht nur ein Filmklassiker, sondern wurde zudem in 3D gedreht. Die damalige 3D-Welle sollte – nicht weniger wie heute – die Zuschauer wieder zurück in die Kinos bringen, die ab den 50er Jahren lieber vor dem Fernseher saßen. Parallel dazu wurde für denselben Zweck auch Cinemascope entwickelt. Jack Arnolds SF-Thriller nimmt zudem die Idee von „Invasion der Körperfresser“ vorweg: Bizarre Außerirdische übernehmen menschliche Körper. Also Paranoia-Kino pur. Das Monster mit dem Glotzauge ist rasch zum Bestandteil der Popkultur geworden. Für das Drehbuch war übrigens der amerikanische SF-Autor Ray Bradbury verantwortlich.

It came from beneath the Sea (1955) hatte den einzigen Zweck, um auf die Zuschauer ein Effektgewitter loszulassen. Ein Riesenkrake greift San Francisco an – und natürlich muss mal wieder die Golden Gate Bridge dran glauben. Ray Harryhausen hatte im wahrsten Sinne des Wortes alle Hände voll zu tun, ging es doch darum, einem achtarmigen Riesenoktopus Leben einzuhauchen. Das Ergebnis lässt sich auch heute noch sehen, ein gelungener und spannender SF-Horror-Monster-Film, der die Stop Motion-Technik voll zur Geltung bringt. Später bezeichnete Harryhausen seine für die Großleinwand kreierten Effekte als Dynamation. Ab den 80er Jahren jedoch erhielt er immer weniger Aufträge, da er seine eigene Technik nicht weiter entwickelte, während andere Firmen bereits mit Computereffekten arbeiteten.

It conquered the World (1956) ist ein typischer Roger Corman Film. Corman, der in seiner gesamten Karriere als Regisseur und Produzent nur zwei Flops hinlegte, erzählt darin die Geschichte von einem Monster von der Venus, das auf der Erde landet, um die Weltherrschaft zu übernehmen. Dabei macht es sich einen Wissenschaftler zunutze, der glaubt, dass das Monster der Welt Frieden bringen wird. Das rettichartige Ungetüm mit Augen und spitzen Zähnen hat Kultcharakter. In England war der Film zunächst nur für Erwachsene zugelassen, da man das Abfackeln des Monsters unter den Aspekt der Tierquälerei betrachtete. Man sieht, nicht nur unsere deutschen Behörden haben einen an der Waffel. Der Film zählt zu den besten Produktionen aus dem Hause Corman.

From Hell it came (1957) dürfte eine der wohl originellsten Handlungen besitzen. Der Prinz eines Südsee-Stammes erhält die Todesstrafe, nachdem er einen Mann ermordet haben soll. Seine Leiche wird in einem hohlen Baumstamm gelegt und begraben. In der Nähe führen Wissenschaftler Experimente mit radioaktiven Elementen durch. Die Radioaktivität erweckt den Prinzen wieder zum Leben – als wandelnden Baumstamm. „From Hell it came“ zählt zu den schlechtesten Filmen der Filmgeschichte. Allerdings ist der Film so schlecht, dass er schon wieder gut ist. Wer auf Baumstämme steht, die kreischende Bikini-Frauen herumschleppen, ist hier genau richtig – Schlammcatchen inklusive.

It! The Terror from Beyond Space (1958) handelt von einer Marsexpedition im Jahr 1973, die eine verschollene Gruppe Wissenschaftler auf dem Roten Planeten aufspüren soll. Tatsächlich finden sie einen Überlebenden. Doch dieser faselt ständig etwas von einem Monster, das auf dem Mars sein Unwesen treibt. Erst glaubt ihm niemand. Doch dann? Genau, dann bekommt einer nach dem anderen eines auf die Mütze. Neben „Planet der Vampire“ gilt auch dieser Film als Inspirationsquelle für Ridley Scotts „Alien“. „It!“ ist ein durchweg spannender Film und das Monster genial in Szene gesetzt.

It (1990) lautet die erste Adaption von Stephen Kings Klassiker. Der zweiteilige TV-Film hätte eigentlich von George A. Romero gedreht werden und Tobe Hooper hätte das Drehbuch schreiben sollen. Doch wurde leider daraus nichts. Stattdessen übernahm Tommy Lee Wallace, der mit „Halloween 2“ sein Debut gefeiert hatte, die Regie und schrieb auch am Drehbuch mit. Mit fast 30 Millionen Zuschauern wurde „It“ zu einem der größten Erfolge der TV-Geschichte. Dies vor allem auch durch Tim Currys Darstellung von Pennywise. Stephen King selbst war von der Adaption begeistert. 1991 erhielt „It“ den Prime Time Emmy Award.

It Follows (2014) übernahm wieder das Pronomen aus den SF-Horror-Filmen der 50er Jahre. Das Debut von Regisseur David Robert Mitchell handelt von einem unheimlichen Wesen, das Jugendliche verfolgt. Erst wenn sie mit einer anderen Person Sex haben, wird der „Fluch“ auf jemand anderen übertragen. „It Follows“ ist vor allem ein gut gemachter Zitatenschatz, der von „Halloween“ bis zu „Ring“ reicht. Die einfache Handlung ist dicht und spannend umgesetzt, wobei die Musik nicht weniger interessant ist und sich irgendwie an Dario Argentos Hausband Goblin orientiert. Die Low Budget-Produktion wurde ein Riesenerfolg. Leider wird zurzeit an einem zweiten Teil gebastelt, der wahrscheinlich wieder alles vermasselt.

It (2017) ist die zweite Adaption von Stephen Kings Roman. Schon jetzt zählt er zu den erfolgreichsten Horrorfilmen der Filmgeschichte und zu den erfolgreichsten Filmen des Jahres 2017. Allerdings wurde nur die erste Hälfte des Romans verfilmt. Die zweite Hälfte soll angeblich 2018 in die Kinos kommen. Irgendwie hat die Neuverfilmung anscheinend den Zahn der Zeit getroffen. Nur so ist der Erfolg zu erklären. Auf jeden Fall zeigt sich einmal mehr, dass Horror längst zum Mainstream gehört, auch wenn unsere Pädagogen noch immer dagegen angehen. Zu dem Film selbst kann ich nichts sagen, da ich ihn noch nicht gesehen habe. Aber das Plakat sieht nicht schlecht aus 😀 .

Read Full Post »

Obwohl die Hochphase des neuen spanischen Horrorfilms, die etwa Anfang 2000 begann, längst wieder verpufft ist, so kommen dennoch immer mal wieder interessante und vor allem sehenswerte Genrefilme über die Pyrenäen. So z.B. der Thriller „El Bar“ des Regisseurs Alex de la Iglesia.

Iglesia ist einer der wenigen spanischen Regisseure, der sich voll und ganz auf das Horror- und Thrillergenre spezialisiert hat und dabei fast schon regelmäßig Preise einheimst. Sein neuester Streich spielt, wie es der Titel bereits verrät, in einer Bar in der Innenstadt von Madrid. Dort befindet sich gerade eine Handvoll Leute, als auf einmal ein hustender Mann das Lokal betritt und sich in der Toilette verschanzt. Kurz darauf wird ein Kunde, der die Bar verläßt, erschossen und die Umgebung, in der sich die Bar befindet, weiträumig abgesperrt. Für die kleine Gruppe in der Kneipe ist nur eines klar: sie müssen einen Weg hinaus finden. Denn die Lage wird immer bedrohlicher.

„El Bar“ ist eine durch und durch gelungene Mischung aus Thriller, Horror und schwarzer Komödie. Die Anspielungen auf „Rec“ sind gewollt und werden in einer Szene auch mit viel Selbsironie angesprochen. Während „Rec“ aber direkt zeigt, was los ist, so setzt „El Bar“ auf Andeutungen. Dies führt zu einem spannenden Rahmen, innerhalb dessen sich dann die eigentliche Story entfaltet.

Denn diese geht darum, wie die Lage in der Bar nach und nach eskaliert. Sind sich alle zunächst im Klaren, dass sie zusammenhalten müssen, so bröckelt dieser Zusammenhalt sofort, als es nur darum geht, wer mit dem noch einzigen funktionierenden Handy telefonieren darf. Immer weiter spitzt sich die Situation zu, bis diese völlig außer Kontrolle gerät.

Iglesia zeigt auch in diesem Film, dass er sein Handwerk versteht. Die Geschichte rast ungebremst voran, wird dabei von Mal zu Mal dichter und spannender, wobei sich parallel dazu die Konflikte radikalisieren und regelrecht ausarten. All dies aber stets versehen mit einem ironischen Schmunzeln, das aus all den Geschehnissen eine bissige Horrorkomödie macht, die das zwischenmenschliche Verhalten und die Moral in unserer Gesellschaft aufs Korn nimmt. Dies macht „El Bar“ zu einem äußerst kurzweiligen und witzigen Filmvergnügen. Kurz: Sehenswert.

El Bar. Regie: Alex de La Iglesia, Drehbuch: Alex de la Iglesia, Jorge Guerricaechevarria, Produktion: Carolina Bang, Alex de la Isglesia, Darsteller: Mario Casas, Blanca Suarez, Alejandro Awada, Carmen Machi, Terele Pavez, Jaime Orodnez. Spanien 2017, 98 Min.

 

Read Full Post »

Older Posts »