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Posts Tagged ‘Thriller’

Dieses Jahr ist nicht nur fünf Jahre FILM und BUCH, sondern auch drei Jahre Carl Denning. Das bedeutet drei Jahre Spannung und Gänsehaut. Der Slogan „Nur eines ist sicher: ihr werdet euch fürchten“ ist hier Programm. Fünf Romane sind bisher erschienen. Der neueste Roman erscheint noch in diesem Sommer. Und ebenfalls wird in wenigen Wochen eine Heftromanserie im e-Book-Format starten. 🙂

Hier die bisher erschienenen Horrorthriller:

Todesstation ist der bisher erfolgreichste Roman von Carl Denning:

Die Besatzung einer abgelegenen Forschungsstation in den Alpen macht eine seltsame Entdeckung: Bei einem Zwischenfall wird der Eingang einer Höhle freigelegt, in der sich prähistorische Felszeichnungen befinden. Manche von ihnen wirken äußerst bizarr. Die junge Archäologin Joan Jansen soll die Bilder untersuchen. Doch sie steht selbst vor einem Rätsel. Solche Bilder hat sie bisher noch nirgendwo gesehen. Die Situation wird noch merkwürdiger, als die Forscher mit unheimlichen Ereignissen konfrontiert werden, die sich von Mal zu Mal intensivieren. Als es schließlich zu einem schrecklichen Todesfall kommt, gerät die Lage zunehmend außer Kontrolle …

Ich habe von Carl Denning alle Bücher gelesen. Und dieses gehört zu den Besten für mich.“ (Lesermeinung)

Blutige Schatten ist der erste Roman von Carl Denning:

Ein Haus, in dem es tatsächlich spukt? Das Martenshaus gilt als Monster unter den Spukhäusern. Als eine Gruppe Parapsychologen den unheimlichen Gerüchten, die sich um dieses Gebäude ranken, nachgehen möchte, kommt es zur Katastrophe: Zwei Tote und eine vermisste Person. Die Polizei steht vor einem Rätsel.
Wenige Tage später sucht der bekannte Grenzwissenschaftler Frederic Tubb zusammen mit seinem Team das Haus auf, um den sonderbaren Zwischenfall zu untersuchen. Bereits in der ersten Nacht ereignen sich unerklärliche Dinge. Und schon bald wünscht sich Tubb, das Haus nie betreten zu haben…

Spannung bis zum Ende. Das Buch ist schwer aus der Hand zu legen.“ (Lesermeinung)

Das Böse ist der zweite Roman der Geisterhaus-Trilogie:

Das Einsame Haus steht auf einer kleinen Insel vor der Küstenstadt Belsen. Eine 200 Meter lange Brücke verbindet die Insel mit dem Festland. Bei Flut ist das Haus vom Festland vollkommen getrennt. Seit 20 Jahren steht das Gebäude leer. Mira sieht darin einen geeigneten Ort für ihre Uni-Abschlussfeier. Zusammen mit ihren Freunden plant sie, eine Nacht dort zu verbringen. Zunächst scheint alles in Ordnung zu sein. Doch dann kommt die Flut. Und das Grauen beginnt …

„‚Blutige Schatten‘ fand ich schon genial. Dieses hat mir genauso gut gefallen. Ein toller Schreibstil, der einen das Buch nicht aus den Händen legen lässt.“ (Lesermeinung)

Angst lautet der dritte Roman der Geisterhaus-Trilogie:

Das alte Firmengebäude steht seit Jahren leer. Anfang der 70er Jahre drehte dort ein Mitarbeiter durch und ermordete mehrere seiner Kollegen. Der exzentrische Psychologieprofessor Jean Kalat sieht in dem Haus einen geeigneten Ort für sein Experiment. Er möchte den Gerüchten nachgehen, die besagen, dass es in dem Gebäude spukt. Zusammen mit seiner Assistentin Ellen und einer Handvoll Studenten verbringt er eine Nacht darin. – Der Aufenthalt wird zum Horrortrip.

„Das perfekte Buch für einen Gruselabend! Es ist nur zu empfehlen. Ich konnte es nicht aus der Hand legen.“ (Lesermeinung)

Darkmoore ist der bisher umfangreichste Roman von Carl Denning:

Darkmoore, eine Kleinstadt in Devonshire, wird von einer unheimlichen Mordserie heimgesucht. Der Schriftsteller Jeff Cooper zieht zusammen mit seiner Frau Linda in den Ort, um in dem Haus von Jeffs verstorbenen Onkel zu wohnen. Jeff hofft, dort ungestört an seinem neuen Roman arbeiten zu können. Doch kaum sind Jeff und Linda eingezogen, als sie auf Aufzeichnungen seines Onkels stoßen, in denen er darauf hinweist, dass die Morde etwas mit einem sonderbaren Wesen zu tun haben, das in den tiefen Wäldern haust, die sich um Darkmoore herum ausbreiten. Fasziniert von den Notizen seines Onkels, beginnt Jeff selbst Nachforschungen anzustellen. Während die Polizei glaubt, einem Serienmörder auf der Spur zu sein, stößt Jeff auf immer rätselhaftere Hinweise über die Natur des Mörders …

„Spannend, gruselig. Ein bisschen auch wie ein Krimi.“ (Lesermeinung)

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„When it flies, someone dies!“, lautete es in dem Kinotrailer zu dem ‚Horror-Krimi‘ „The Bat“, der in Deutschland unter dem Titel „Das Biest“ vertrieben wurde. Der Film gehört sicherlich zu den weniger gelungenen Streifen mit Vincent Price, ist aber dennoch sehr unterhaltsam.

Es geht darin um eine Krimiautorin, die ein abgelegenes Haus gemietet hat, um dort in Ruhe an ihrem neuen Roman schreiben zu können. Allerdings geht das Gerücht um, dass genau in dieser Gegend das sogenannte Biest sein Unwesen treibt, das Frauen überfällt und ihnen mit seiner Krallenhand den Garaus macht. Als bekannt wird, dass in dem Haus ein betrügerischer Banker einen Haufen Geld versteckt hat, taucht plötzlich das Biest innerhalb der vier Wände auf und sorgt für Unruhe.

Das Biest geht um; „The Bat“ (1959); Copyright: Sunfilm

„The Bat“ besitzt viel Schwung, witzige Dialoge („das war bestimmt die Katze, der das Gebiss herausgefallen ist“) und einen netten Geisterhausflair, der durch grelle Blitze und lauten Donner sowie wehende Vorhänge noch unterstrichen wird. Natürlich gibt es auch etliche Logikfehler, die jedoch nicht so sehr ins Gewicht fallen, machen diese doch überhaupt einen Film dieser Art aus. So schneidet das Biest z. B. die Telefonleitung durch, in einer der folgenden Szenen wird jedoch schon wieder munter mit der Polizei telefoniert.

Vince Price in „The Bat“ (1959); Copyright: Sunfilm

Der Film wurde nach einem Theaterstück gedreht und kursiert um die klassische Frage, ob der Butler als Täter in Frage kommt. Natürlich werden alle Figuren zwielichtig dargestellt, so dass im Grunde genommen jeder als Täter in Frage kommen kann. Sogar Sympathieträger Vincent Price, der einmal mehr in seiner wunderbar schlaksigen Gentlemanart für beste Unterhaltung sorgt.

Die Figur „The Bat“ bzw. „Das Biest“ schrieb in gewisser Weise auch Filmgeschichte. Denn Wes Craven orientierte sich an dem Aussehen dieses Wesens, als er die Idee zu Freddy Krüger konzipierte. Beiden gemeinsam ist der Klingenhandschuh sowie der prägnante Hut. Zugleich ähnelt „The Bat“ ein wenig Francis Ford Coppolas Erstling „Dementia 13“, in dem ebenfalls ein unheimlicher Schlitzer in einem alten Herrenhaus sein Unwesen treibt. Wer daher Spaß hat an alten Gruselfilmen, dem wird „The Bat“ sicherlich gefallen.

The Bat – Die Fledermaus (OT: The Bat), Regie: Crane Wilbur, Drehbuch: Avery Hopwood, Mary Roberts Rinehart, Produktion: C. J. Tevlin, Darsteller: Vincent Price, Agnes Moorhead, Gavin Gordon, John Sutton, John Bryant. USA 1959, 80 Min.

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Carl Denning bedeutet Gänsehaut pur.

Spannende und unheimliche Horrorthriller – exklusiv als e-Book.

Egal, ob in der Leseecke, unter der Bettdecke oder auf Reisen –  Nur Eines ist sicher: ihr werdet euch fürchten!

Fünf Romane sind bereits erschienen.

Und das Schöne ist: bald kommt der nächste.

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Die „Sasori“-Quadrologie machte Schauspielerin und Sängerin Meiko Kaji zu einer der berühmtesten Trash-Ikonen der Filmgeschichte. Diese Woche wurde sie 70 Jahre alt. Aus diesem Anlass und als ein kleiner Zusatz zu dem vorangegangenen Beitrag über die Hintergründe dieser einzigartigen Filmreihe, möchte ich im folgenden auf die jeweiligen Inhalte der vier Filme eingehen.

Sasori – Prisoner 701 (1972)

Sasori, deren eigentlicher Name Nami Mitsushima lautet, wird von ihrem Freund, einem Drogenfahnder, hintergangen und ins Gefängnis geworfen. Dieses wird im Film als der „härteste Knast Japans“ bezeichnet. Es handelt sich dabei um ein Frauengefängnis, dessen Insassen von den Wärtern brutal misshandelt werden. Auch Sasori muss diverse Qualen über sich ergehen lassen. Doch zugleich sinnt sie auf Rache und führt diese schließlich radikal durch. „Sasori“ ist nichts für schwache Nerven. Zugleich aber ist der erste Teil der Quadrologie eine Überraschung in jeder Hinsicht. Denn das durch Roger Corman ausgelöste Knastfrauen-Genre erfährt hier einen Übergang ins Surreale, sodass der Film weit über das Erotik-Thriller-Genre hinausreicht. Regisseur Shun’ya Ito liefert Bilder, die irgendwo zwischen Traum und Albtraum liegen. Hierbei ist besonders die Szene zu erwähnen, in der die Hintergründe von Sasori geschildert werden. Dies geschieht in Form eines Theaterstücks, die Kulissen werden mithilfe einer drehbaren Bühne verändert. Die Farbgebung, die von sattem Rot bis zu grünen und violetten Tönen reichen, lassen Itos Vorbild Mario Bava erahnen.

„Sasori“ platzte regelrecht hinein in die damalige Emanzipationsbewegung in Japan. Einerseits ein Skandalfilm, andererseits ein Kunstfilm, der von Kritikern hoch gelobt wurde, setzte der Film den Grundstein für weiterer „Sasori“-Filme als auch für die parallel produzierten „Lady Snowblood“-Filme, in denen Meiko Kaji ebenfalls die Titelrolle innehatte und deren Handlungen in der Meiji-Ära (1868-1912) angesiedelt ist.

Sasori – Jailhouse 41 (1972)

„Sasori – The Scorpion“ folgten drei weitere Produktionen. Die erste Fortsetzung trägt den Titel „Sasori – Jailhouse 41“. Er handelt von einem Fluchtversuch mehrerer Frauen, die in ihrer Gefängniskleidung durch Japan irren, auf der Suche nach Freiheit und Geborgenheit. Jede der Frauen ist Opfer ungerechter sozialer Umstände. Diese Umstände trieben sie letztendlich zu den Straftaten, die sie ins Gefängnis brachten. Die Hintergrundgeschichten der einzelnen Frauen werden in einem endrucksvollen, surrealen Zwischenspiel dargestellt, welches man beinahe als ein Enka-Musikvideo bezeichnen könnte. Natürlich ist Sasori bei dem Fluchtversuch mit von der Partie. Doch sie wird von den anderen als Außenseiterin betrachtet und weiterhin schikaniert. Die Sticheleien und Peinigungen führen Sasori dazu, sich bei den anderen Flüchtlingen zu rächen. Regisseur Ito steigert in diesem Film die surrealen Elemente so stark, dass Teil Zwei der Sasori-Reihe den Kunstgehalt seines Vorgängers um das Vielfache übersteigert. Schon allein die mehrere Minuten andauernde Anfangssequenz, in der Sasori einen Löffel zu einem Messer schleift, spricht für sich und ist in ihrer Zusammensetzung ein unglaubliches Meisterstück. Interessant ist hierbei auch die offene Kritik an Japans Gräueltaten während des Zweiten Weltkriegs. Japaner tun sich bis heute schwer, ihrer Geschichte objektiv ins Auge zu sehen. Diese Kritik, in welcher ein nationalistischer Weltkriegsveteran ins Lächerliche gezogen wird, muss wie ein Schlag in die Magengrube gewirkt haben. Hier macht sich die Beziehung zwischen Trash und Sozialkritik explizit bemerkbar.

Sasori – Den of the Beast (1973)

Der dritte Teil der Reihe lautet „Sasori – Den of the Beast“. In diesem Film befindet sich Sasori zwar in Freiheit, ist aber ständig auf der Flucht vor der Polizei. Auch hier ist die Anfangssequenz einzigartig. Sasori wird in der U-Bahn verhaftet. Einer der Polizisten kettet sie an Handschellen. Sasori jedoch schlägt ihm kurzerhand den Arm ab und flieht. Es geht um die Fluchtsequenz, welche ebenfalls einen surrealen Charakter aufweist. Denn mehrere Minuten lang rennt Sasori durch Tokios Straßen, während der abgetrennte Arm von ihr baumelt. Die erstaunten Blicke der Passanten lassen darauf schließen, dass diese nicht auf die Dreharbeiten aufmerksam gemacht worden waren. Der restliche Film lässt an Trash-Elementen nichts aus. Er wird zu einer Achterbahnfahrt durch das gesamte Trash-Genre. Dabei scheut er sich auch nicht, die Zuschauer durch eine Inzest-Beziehung zu schockieren. Sasori wird hier zum Zentrum, welches alle Elemente zusammenhält und ihnen einen Sinn verleiht. Höhepunkt dabei ist ihre Flucht durch das Kanalsystem, während die Polizei Öl hinunterschüttet und es anzündet. Wiederum wird hier, typisch für die 70er Jahre, die Moral auf den Kopf gestellt. Der fast schon fanatische Polizeiinspektor, der Sasori unbedingt fangen möchte, um sich an ihr zu rächen, stellt im symbolischen Sinne die Frage dar, was eigentlich gut und was böse ist. Gibt es diese Unterteilung überhaupt? Sasori, als verbitterte gesellschaftliche Außenseiterin, weist in ihrer Symbolik auf das Schicksal von Individuen hin, welche sich der genormten Gesellschaft nicht anpassen wollen. Sie werden zu Geächteten, da schon allein ihre Existenz die Gesellschaft als solche in Gefahr bringen könnte. Mit Existenz ist hier gemeint, die konservativen Elemente, welche die japanische Gesellschaft prägen und welche das Patriarchat aufrecht erhalten.

„Den of the Beast“ war Itos letzter Film der Sasori-Reihe. Er hielt mit Teil Drei die Geschichte der einsamen Rächerin für beendet. Die Produzenten sahen dies jedoch anders und finanzierten einen vierten Teil.

Sasori – Grudge Song (1973)

„Sasori – Grudge Song“ lautet der Titel des letzten Teiles, in dem Meiko Kaji als Sasori in Erscheinung tritt. Regie führte Yasuharu Hasabe. Man merkt sogleich den handwerklichen Unterschied zwischen Hasabe und Ito. „Grudge Song“ fehlen fast völlig die surrealen Elemente. Erst im Finale des Films scheint sich Hasabe auf Itos Kunst zu besinnen und kehrt ansatzweise in dessen Fußstapfen zurück. Der größte Teil des Films ist jedoch eher ein Drama, in welchem zwei Außenseiter versuchen, ihr Leben in den Griff zu bekommen, dabei jedoch zum Scheitern verurteilt sind. Sasori kommt zurück ins Gefängnis. Polizeiinspektor Kudomo will sich persönlich an ihr rächen, in dem er sie in eine einsame Gegend entführt, in welcher ein Galgen errichtet wurde. Ab hier setzt die intensive Farbgebung ein, geht „Grudge Song“ über ins Surreale. Dieser Aspekt setzt sich am Ende des Films fort, in dem Sasoris Exfreund im Boden verschwindet. Der restliche Film spielt auf  sozialen Bewegungen der 70er Jahre an. Mit Gewalt als letztem Mittel, versucht sich Sasori Gehör zu verschaffen. Allerdings vergeblich. Die konservativen Elemente der Gesellschaft scheinen zu siegen.

Sasori (2008)

Im Jahr 2008 produzierten die Toei-Studios ein Remake des Klassikers „Sasori – Prisoner 701“, allerdings ohne Meiko Kaji. Die Rolle der Sasori übernahm das Fotomodell Miki Mizuno. Das Remake reicht nicht einmal ansatzweise an die Ästhetik des Originalfilms heran. Der Hong Kong-Regisseur Joe Ma schuf aus dem verstörenden und zugleich kunstvollen Film einen plumpen Action-Film, der wenig Originelles bietet, sich dafür in Blut und leichten Sexeinlagen ergeht. Hierbei verbindet Ma die Charaktere von Sasori und Lady Snowblood in der Weise, dass Sasori im Remake von einem alten Kampfmeister trainiert wird. Es ist wirklich schade, dass bei der Neuverfilmung kein Wert auf Qualität gelegt wurde.

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Meiko Kaji als Sasori; „Scorpion“ (1972); Copyright: Rapid Eye Movies

Die Protestbewegungen der 1970er Jahre machten auch nicht vor Japan halt. Ähnlich wie in den USA und Europa gründeten sich in dem Inselstaat Studentenbewegungen, die gegen Vietnam, gegen die Regierung und gegen sexuelle Ungleichheit demonstrierten. Besonders der letzt genannte Punkt führte Anfang der 70er Jahre zur sog. „Lib-Bewegung“, einer Gruppe von Frauen, die für Gleichberechtigung kämpften. Zwar gab es seit 1947 ein Gesetz, das die Gleichstellung zwischen Mann und Frau regelte, doch in der Realität sah dies nun einmal anders aus. Frauen erhielten schlecht bezahlte Jobs, wurden aus nichtigen Gründen entlassen und mussten sich dem in Japan herrschenden Patriarchat unterordnen. Die sozialen Bewegungen aus den westlichen Ländern lieferten sozusagen die Initialzündung, um auf diese Ungerechtigkeiten aufmerksam zu machen.

Meiko Kaji als Lady Snowblood; „Lady Snowblood“ (1973); Copyright: Rapid Eye Movies

In den USA waren es vor allem Horrorfilme, welche die Gesellschaftskritik aufnahmen und auf überzogene Weise wiedergaben. In Japan nahm das Trash-Genre die Kritik der Protestbewegungen auf. Das Ergebnis ist etwas anders als in den westlichen Ländern und doch wieder ähnlich. Man stelle sich eine Frau als Hauptfigur eines japanischen Filmes zu Beginn der 70er Jahre vor. Thomas Venker schreibt in seinem Booklet zu „Lady Snowblood“, dass diese Idee genauso viel Aufsehen erregte wie 1969 Romeros „Night of the Living Dead“, in dem ein schwarzer Schauspieler die Hauptrolle übernahm. Es galt bis dahin als ein Ding der Unmöglichkeit und wurde schlicht und ergreifend als Provokation betrachtet.

Kinoplakat zu „Sasori – Prisoner 701“ aus dem Jahr 1972

Damit war „Sasori – Der Skorpion“ geboren. Sasori bedeutet in der Tat Skorpion. Der Name passt, denn die Frau, um die es geht und die in Gefängniszelle 701 auf Rache sinnt, ist alles andere als eine feine Dame. Sie wurde von ihrem Freund, einem Drogenfahnder, hintergangen und ins Gefängnis geworfen, in den, wie es heißt, „härtesten Knast Japans“. Dort muss sie die schlimmsten Demütigungen über sich ergehen lassen, bis sie endlich die Möglichkeit zur Rache bekommt. Regisseur Shun’ya Ito griff in seinem Debüt somit die Kritik der Protestbewegungen auf. In „Sasori“ rächt sich eine Frau an der Männerwelt. Das Patriarchat wird in Frage gestellt und ordentlich durchgeschüttelt, bis auch der letzte Peiniger seine Strafe erhalten hat. Als schwarz gekleidete Siegerin schreitet Sasori (mit „bürgerlichem Namen“ Nami Mitsushima) von dannen, aber nicht ohne vor dem Fade Out einen ironischen Blick zurück in die Kamera bzw. auf den Zuschauer zu werfen.

Szene aus „Scorpion – Prisoner 701“; Copyright: Rapid Eye Movies

Gerne wird „Sasori“ schlicht zu den „Frauengefängnisfilmen“ gezählt. Doch wird diese Kategorisierung diesem Film nicht gerecht. In der Regel sind die sog. „Knastjulenfilme“ eher den reinen Erotikfilmen zuzurechnen. Auch die Machart dieser Filme ist im Vergleich zu „Sasori“ einfach und teils amateurhaft. „Sasori“ hingegen weist einen sehr hohen Kunstgehalt auf. Teilweise dem Expressionismus verschrieben, reicht die Produktion ins Surreale und überschreitet damit die Grenzen zwischen Thriller und Horror. Lässt man sich auf diesen Film ein, so wird man von einem vortrefflichen Spiel origineller Kameraperspektiven überrascht. Die Farbgebung erinnert teilweise an die Filme Mario Bavas. Die für die Rückblenden arrangierten Kulissen funktionieren wie auf einer Theaterbühne. Natürlich steht die Gewalt im Vordergrund und wird teils bis an die Grenze des Erträglichen gesteigert. Das muss sein, da nur so die pervertierten Gefängniswerter charakterisiert werden können und somit die Männlichkeit und damit das Patriarchat in Frage gestellt wird. Genau hier kommen die Aspekte der Frauenbewegung zum Tragen. Es ist also eine Mischung aus Kunst oder auch Arthouse und Exploitation, was sich hier dem Zuschauer bietet. Klaumeister Quentin Tarantino bediente sich bei diesem Film unerbittlich für „Kill Bill“. Man muss ihm allerdings zugute halten, dass er auf die Originalfilme hinwies.

Sasori (Meiko Kaji) sinnt auf Rache; „Scorpion – Prisoner 701“; Copyright: Rapid Eye Movies

Die japanische Enka-Sängerin Meiko Kaji passte mit ihrem melancholischen Gesichtsausdruck und ihren stechenden Augen hervorragend in die Rolle. Sie zählt zu den bekanntesten Exploitation-Darstellerinnen der 70er Jahre. Ihre filmische Karriere begann mit den „Stray Cat Rock“-Filmen, in denen es um verfeindete Mädchenbanden geht. Als Meiko Kaji angeboten wurde, in den damals aufkommenden Pink-Movies, japanischen Softpornos, mitzuspielen, lehnte sie ab. Trash-Fans sind ihr für diese Entscheidung wahrscheinlich ewig dankbar. Denn kurz darauf wurde sie von Ito für die Rolle der Sasori gecastet. 1973 spielte sie Lady Snowblood in dem gleichnamigen Film, in dem es ebenfalls um eine Frau geht, die rächend durch die Lande zieht, allerdings hundert Jahre vor Sasori. Auch dieser Film steht im Zeichen der Frauenbewegungen der 70er Jahre. Ende der 70er Jahre kehrte Meiko Kaji dem Trash-Genre und damit der Filmindustrie den Rücken. Ihre Fernsehauftritte sind sehr rar. Gelegentlich erscheint sie in japanischen TV-Serien. Diese Woche feierte sie ihren 70. Geburtstag.

Bei dem Beitrag handelt es sich um eine gekürzte Version des Artikels „Sasori – Zwischen Kunst und Provokation“, erschienen 2012 im e-Magazin FILM und BUCH.

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Die Zeit des Kalten Krieges spiegelt sich in fast allen Spionagefilmen aus jener Epoche wider. Die Drehbuchautoren wussten genau, wer die „Bösen“ und wer die „Guten“ waren, und alles, was sich hinter dem Eisernen Vorhang abspielte, kam bedrohlich und irgendwie fremdartig vor. Natürlich setzte sich das politische Schwarzweißdenken auch in so manchem SF-Thriller fest. Zu den bekanntesten Beispielen zählt sicherlich „Der gefährlichste Mann der Welt“ aus dem Jahr 1969, auch wenn hier auf Seiten der Bösen Russland durch China ersetzt wurde. Ein weiterer Film, der vor allem durch seine Spannung hervorsticht, ist „Who?“, der in Deutschland unter dem Titel „Der Mann aus Metall“ in die Kinos kam.

Dieser Film basiert auf dem SF-Roman „Zwischen den Welten“ (im Original ebenfalls „Who?“) des Schriftstellers Algis Budrys. Die Geschichte handelt von dem Atomphysiker Dr. Martino, der in der DDR bei einem Autounfall schwer verletzt wird. Russische Ärzte ersetzen sein Gesicht sowie seinen Rumpf durch Metall. Als er an der Innerdeutschengrenze den USA übergeben wird, zweifelt man an seiner Identität. Er wird für einen russischen Geheimagenten gehalten …

Rogers (Elliott Gould) ist von der Identität Dr. Martinos (Joseph Bova) nicht überzeugt; „Der Mann aus Metall“ (1974); Copyright: e-m-s

„Der Mann aus Metall“ ist ein sehr spannender Thriller, der von der ersten Minute an fesselt und äußerst überzeugend dargestellt ist. Vor allem sticht hierbei der Konflikt zwischen Dr. Martino und dem überaus skeptischen FBI-Agenten Sean Rogers heraus. Die Tragik, die sich daraus ergibt, ist durchaus nachvollziehbar. Der Atomphysiker, der durch seine Verwandlung in einen Mann aus Metall genug zu leiden hat, wird durch die staatliche Behörde seines Heimatlandes daran gehindert, wieder ein normales Leben zu führen.

Stattdessen wird seine gesamte Biographie bis hin zu den intimsten Details überprüft. Aber egal, welche Antwort Dr. Martino gibt, die Behörde bleibt weiter dabei, seine Identität als zweifelhaft zu beurteilen. Interessant ist hierbei, dass die Rückblenden aus Martinos früherem Leben stets aus der Perspektive einer subjektiven Kamera gedreht sind, so dass man sein richtiges Gesicht nie zu sehen bekommt. Natürlich versuchen auch die Russen, bestimmte Informationen aus Martino herauszubekommen, um dadurch an Informationen über das geheime Neptun-Projekt zu erhalten, an dem Martino arbeitet. Dabei schneidet der Film zwischen dem russischen und dem amerikanischen Verhör hin und her, was eine sehr hohe dramatische Dichte verursacht.

Die Metallmaske besitzt natürlich den Charme der frühen 70er Jahre. Das Design wirkt hierbei nicht aus der Luft gegriffen, sondern durchaus realistisch. „Der Mann aus Metall“ ist auf jeden Fall ein überaus sehenswerter SF-Film.

Der Mann aus Metall (OT: Who?), Regie: Jack Gold, Drehbuch: John Gould, Produktion: Barry Levinson, Darsteller: Elliott Gould, Trevor Howard, Joseph Bova. England 1974, 89 Min.

 

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aussaultMit „Assault on Precinct 13“ schuf Starregisseur John Carpenter einen unheimlichen Thriller, in dem er Aspekte des Western mit denen des Zombiefilms a la Romero verknüpft und zusätzlich Elemente des Blacksploitation-Genres übernimmt. Zugleich ist Carpenters Film ein wesentliches Beispiel für den Anfang der 70er Jahre entstandenen modernen amerikanischen Horrorfilm, in dem nicht mehr außerirdische Monster, sondern der Mensch bzw. die Gesellschaft selbst zu einem unerklärlichen, bedrohlichen und unheimlichen Phänomen wird.

Die Handlung: Eine Polizeistation in einem heruntergekommenen Bezirk in Los Angeles. Nur noch für eine Nacht steht die Station offen. Am nächsten Morgen soll sie geschlossen werden. Aus diesem Grunde ist sie auch nur mit einer kleinen Notbesetzung bestückt. Doch gerade in dieser Nacht kommt es zum Ausnahmezustand. Die Station wird von verschiedenen Jugendbanden belagert. Der zunächst noch rein kriminelle Aspekt wird zunehmend zu einer bizarren und unheimlichen Bedrohung …

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Mehrere Gangmitglieder nähern sich der Polizeistation. „Assault – Anschlag bei Nacht“ (1976). Copyright: Image Entertainment

Nach „Dark Star“ war „Aussault on Precinct 13“ Carpenters zweiter Spielfilm. Eigentlich hatte er vor, einen Western im Stil seines Vorbilds Howard Hawks zu drehen, doch wurde daraus nichts, da das Projekt auf kein Interesse stieß. Daher kam er auf die Idee, das Westernthema der Belagerung mit dem des modernen Zombiefilms zu verbinden. Die Kriminellen, die sich um die Polizeistation versammeln und immer wieder versuchen, sie zu stürmen, scheinen nicht normal zu agieren, sondern viel eher wie wandelnde Tote ihre Untaten zu verrichten. Eine kurze Erklärung für das sonderbare Verhalten gibt der Film, indem Polizist Ethan Bishop von sonderbar starken Sonneneruptionen spricht, von denen im Radio die Rede ist. Völlig willenlos marschieren die Jugendlichen auf die Station zu, wobei es zu heftigen Shoot-Outs kommt.

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Das Plattencover des Soundtracks von 1976 ziert die bekannteste Szene von „Assault“.

Berühmt wurde der Film nicht nur durch die Musik, von der damals auch eine Disco-Version produziert wurde, sondern vor allem durch die extreme Schockszene, in der einer der Warlords ohne mit der Wimper zu zucken ein kleines Mädchen auf offener Straße erschießt. Der Vertrieb wollte, dass Carpenter diese Szene wieder herausnahm. Carpenter schnitt die Szene heraus, doch setzte sie kurz vor dem Kinostart wieder ein.

„Aussault on Precinct 13“ ist ein absolutes Meisterwerk und gehört bis heute zu den verstörendsten und zugleich interessantesten Genrefilmen. John Carpenter drehte Ende der 80er Jahre ein Quasi-Remake von „Assault“ mit dem Titel „Fürsten der Dunkelheit“. Dort wurde die Polizeistation durch ein Kloster und die Jugendgang durch wirkliche Zombies (bzw. Streetshizos, wie es im Nachspann heißt) ersetzt.

Im Jahr 2005 kam es zu einem Remake des Klassikers, der jedoch auf verstörende Elemente verzichtet und aus der Story eine bloße Mischung aus Polizei- und Actionfilm macht.

Assault – Anschlag bei Nacht (OT: Assault on Precinct 13), Regie u. Drehbuch: John Carpenter, Produktion: J. S. Kaplan, Darsteller: Austin Stoker, Darwin Joston, Laurie Zimmer, Martin West, USA 1976, 91 Min.

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