Erschienen: Prähuman Band 7: Welt in Gefahr! (Teil 2) – Todesobjekt X

Seit Sommer 2017 erscheint die Serie „Prähuman“ in regelmäßigen Abständen als eBook und ist nun schon bei Band sieben angelangt. Dieser Band ist Teil zwei der Doppelfolge „Welt in Gefahr!“ mit dem Titel „Todesobjekt X“.

Zum Inhalt: Todesobjekt X, eine gefährliche Maschine der Prähumanen, bedroht die Menschheit. Tubb und sein Team sind hautnah dabei, als sie vor der Küste Chinas mehrere Kriegsschiffe zerstört. Wenige Tage später sucht das unheimliche Objekt London heim – mit katastrophalen Folgen. Die Funktionsweise dieser Maschine bleibt ein Rätsel. Sicher ist nur, dass von ihr eigenartige Signale ausgehen. Ein solches Signal empfängt die LOGE auch aus Peru. Doch kaum dort angekommen, haben es Frederic Tubb, Maki Asakawa und Hans Schmeißer mit einer noch größeren Gefahr zu tun …

Band zwei setzt fast genau an der Stelle an, an der der erste Teil endet. Tubb und sein Team befinden sich als Gefangene des ominösen Viktor Leng auf dessen Schiff – und es braucht nicht lange, bis auch schon eine aufregende Situation der anderen folgt. Denn Teil zwei ist wieder einmal eine gelungene Mischung aus Action, Spannung, SF und Fantasy. Vom Chinesischen Meer über London bis nach Peru erstreckt sich diesmal das Abenteuer des Teams um Frederic Tubb. Und erneut mischt Denning dabei Fakten und Theorien mit einer phantastischen Story.

Noch immer ist Maki Asakawas Schwester Yui verschwunden, was die Suche nach X auf zwei Ebenen verlaufen lässt: zum einen der Versuch, die tödliche Maschine der Prähumanen zu zerstören, und zum anderen eben die Suche nach Yui. Und dieses Mal ist auch wieder Hans Schmeißer dabei, der ja in Band sechs leider nicht aufgetaucht ist – aus Gründen, die noch aus Band fünf stammen. Auf jeden Fall steht „Welt in Gefahr! Teil 2“ den übrigen Bänden in nichts nach, im Gegenteil, die Handlung ist sogar noch besser und die Action und der Humor noch ausgereifter.

Der Circle – Nur ein fast guter Roman

dercircleAutor und Drehbuchschreiber Dave Eggers knöpft sich in seinem neuesten Roman „Der Circle“ Facebook und Co vor. Es geht um die Gefahr, die von Unternehmen ausgehen, die versuchen, sämtliche Daten ihrer Kunden zu sammeln und auszuwerten.

In Eggers Buch heißt der Konzern Circle und bietet in immer kürzeren Abständen vollendetere Programme an, die dazu dienen, die komplette Menschheit zu überwachen. Was als positiver Grundgedanke begann, nämlich negative Aspekte der Gesellschaft wie Kriminalität oder Korruption einzudämmen, wird zu einem immer größer werdenderen Wahn, der immer mehr Circle-Benutzer ansteckt. Der Circle nutzt dabei die Sensationsgier seiner User aus. Mae Holland, die mithilfe ihrer Freundin eine Stelle beim Circle erhält, vollführt innerhalb kurzer Zeit eine rasante Karriere. Sie wird praktisch zum Aushängeschild der Firma und diese macht sich diesen Umstand strategisch zunutze.

„Der Circle“ hätte ein recht guter Roman werden können. Leider aber fährt Eggers am Ziel, nämlich seine Leser zu unterhalten, gekonnt vorbei. Ein solches Thema schreit danach, entweder als Thriller oder aber als Satire bearbeitet zu werden. In der Tat enthält „Der Circle“ mehrere satirische Einschübe, in denen sowohl die Unternehmer, als auch die Mitarbeiter und nichtzuletzt die User durch den Kakao gezogen werden. Leider aber füllen diese im Verhältnis zum Umfang des Romans nur wenige Seiten. Denn in der Hauptsache konzentriert sich Eggers auf seine Hauptfigur Mae und beschreibt ihre Anfänge bei der Firma, ihren Büroalltag und ihre Gespräche mit ihren Eltern und ihren Kollegen. Und damit hat es sich im Großen und Ganzen auch schon. Andre Bazin erwähnte in seinem Buch „Was ist Kino?“ einen Regisseur, der nichts lieber machen würde, als einen Film über einen Mann zu drehen, in dessen Leben überhaupt nichts passiert. Ich weiß nicht, ob jener Regisseur seinen Traum verwirklicht hat. Wenn nicht, dann hat es Eggers für ihn in Form eines Romans getan.

Es geschieht zum großen Teil nicht viel. Und wenn, dann wiederholen sich die Situationen ständig, dass man ab einem gewissen Punkt fast schon keine Lust mehr hat, das Buch weiterzulesen. Erst gegen Ende gewinnt die Story etwas an Fahrt, doch da ist man mit dem Buch sowieso schon beinahe fertig. Ein zweiter Aspekt macht Eggers Roman geradezu steril. „Der Circle“ ist von Anfang bis Ende strikt durchkonzipiert. Eggers überlässt nichts dem Zufall, fügt keine überraschenden Wendungen ein, sondern schreibt so, als würde er sich verkrampft an seine eigenen Schreibratgeber halten – und zwar nicht nur für Roman-, sondern auch für Drehbuchautoren. Eggers Roman wirkt dadurch lieblos, nicht aus dem Bauch heraus geschrieben, sondern stets darauf bedacht, die vorgegebene Form zu bewahren. Was Maes Exfreund Mercer gegenüber Mae meint, nämlich dass sie langweilig sei, lässt sich mühelos auf das ganze Buch übertragen.

Dave Eggers: Der Circle. Kiepenheuer & Witsch 2014, 560 Seiten, 22,29€