FuBs Jukebox: Frankie Stein and his Ghouls

© Power Records 1965/2005

In unserer Jukebox sind wir mal wieder fündig geworden. Hierbei müssen wir ein wenig ausholen. Bei unserem letzten Jukebox-Artikel beschäftigten wir uns mit Exotica-Music. Dieser Jazzstil entstand in den 50er Jahren, wobei als Vorreiter der Komponist Martin Denny gilt, der mit dem Stück „Quiet Village“ eines der Kompositionen des Exotica-Stils schuf.

Das Besondere an Exotica ist, dass nicht nur Vogellaute in die Musik eingewoben werden, sondern auch traditionelle Musikinstrumente aus verschiedensten Ländern der Welt verwendet werden. „Quiet Village“ ist solch ein Beispiel, aber auch sicherlich Martin Dennys geniales Stück „Burma Train“, beide von 1955/56.

© Power Records 1965/2005

Der Stil war so erfolgreich, dass er sich auf verschiedene Art weiter entwickelte. The Mystic Mood Orchestra landete z. B. 1966 einen Hit mit einem Stück, in dem lediglich ein Zug zu hören ist, der durch eine regnerische Nacht fährt, wobei hin und wieder Donnergrollen zu hören ist. Bereits 1950 schuf The Creed Taylor Orchestra mit der LP „Shock“ eine Art Grusel-Jazz, in dem seufzende Geister, unheimliche Schritte und schwere Atemgeräusche zu hören waren.

Genau hier schließt sich Frankie Stein and his Ghouls an. Zwischen den Jahren 1964 und 1965 brachte die Studioband fünf LPs heraus, in denen zu rockigen Beats Werwölfe heulen, Mumien seufzen und Knochen klappern. Bis heute weiß niemand, wer hinter dieser Band steckt. Auf den Rückseiten der Schallplatten ist lediglich vom „Monster Maestro“ die Rede. Live-Auftritte hatte die Band nie.

© Power Records 1965/2005

In den 60er Jahren hatte Horror durch die Filme der Hammer Studios sowie die Edgar Allan Poe-Filme von Roger Corman Hochkonjunktur. Im Grunde genommen war es nur eine Frage der Zeit, bis ein gewitzter Produzent auf die Idee kam, anhand von Gruselrockmusik auf den Zug aufzuspringen.

Erschienen sind die fünf LPs damals bei Power Records, einem Label, das sich auf Hörspiele für Kinder spezialiert hat. Anscheinend kamen die LPs stets vor Halloween heraus und waren damals überaus erfolgreich. So erfolgreich, dass sie 2005 nochmals als CD veröffentlicht wurden.

Die LPs „Ghoul Music“, „Monster Melodies“, „Shock! Terror! Fear!“, „Monster Sounds and Dance Music“ und „Introducing Fankie Stein and his Ghouls“ enthalten durchweg witzige Nummern, die sich zwar teilweise sehr ähneln, aber durch ihre Gruselgeräusche richtig Spaß machen. Es lohnt sich auf jeden Fall in die einzelnen LPs/CDs mal reinzuhören und dadurch einen Blick in die etwas andere Musikgeschichte zu werfen. Diese akustische Entdeckungsreise kann man auf YouTube unternehmen.

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