Mordfälle im Bezirk Gera – Wahre Kriminalfälle, die unter die Haut gehen

geraDas neue Buch aus dem Hause Kirchschlager beschäftigt sich mit Mordfällen aus dem Bezirk Gera, die sich zwischen den Jahren 1973 und 1990 zugetragen haben. Verfasst hat es der ehemalige Kriminalrat Hans Thiers, der mehrere Jahre lang die Morduntersuchungskommission in Gera leitete.

Es sind 47 Fälle, über die Hans Thiers berichtet und in denen er selbst ermittelte. Fälle, die tragisch, grausam und nicht selten überaus schrecklich sind. Die Stärke der einzelnen Texte liegt in ihrer nüchternen und objektiven Berichterstattung. Der Leser ist geradezu „live“ dabei, wenn Thiers zusammen mit seinen Kollegen Tatorte besucht oder Täter verhört. Bei vielen Taten spielte Alkohol eine nicht unwesentliche Rolle. Es ist geradezu erschreckend, wie schnell sich Menschen dadurch in wahre Bestien verwandeln können und sich selbst und ihre Mitmenschen ins Unglück stürzen. Doch die Texte konzentrieren sich nicht nur auf die jeweiligen Taten, sondern geben immer wieder interessante und spannende Einblicke in die Arbeit der Polizei der ehemaligen DDR. Die Aufklärugsquote lag damals bei 98%. Das heißt, kaum ein Täter, der nicht gefasst wurde. Hans Thiers widmet dem Abteilungsaufbau der Polizei und ihrer jeweiligen Zuständigkeiten ein eigenes Kapitel.

Zu manchen Berichten liefert Hans Thiers Abschriften der Tätergeständnisse. Diese wurden, was Rechtschreibung und Grammatik betrifft, in ihrem Originalzustand belassen, sodass der Leser einen Einblick in die Psyche verschiedener Täter erhält. Zudem enthält das Buch zahlreiche Fotos der Tatorte, welche die Schilderungen nochmals unterstreichen.

Hans Thiers‘ „Mordfälle im Bezirk Gera“ ist nicht nur ein spannendes und interessantes Kriminalbuch. Es ist zugleich ein faszinierendes Zeitdokument. Es zu lesen, lohnt sich auf jeden Fall.

Hans Thiers. Mordfälle im Bezirk Gera (1973-1990). Verlag Kirchschlager 2014, 289 Seiten, 18,95€, ISBN: 978-3-934277-47-2.