Undine oder Wieso arbeitet ein Wassergeist im Stadtmuseum?

Wenn man es auf den Punkt bringen möchte, könnte man einfach sagen: Christian Petzold hätte seinen neuesten Film durchaus besser machen können. Denn irgendwie scheint ihm nicht sehr viel eingefallen zu sein, um eine packende Geschichte abzuliefern. Daher läuft Undine mehr die Treppe im Stadtmuseum auf und ab als das so etwas wie Spannung oder Romantik entstehen würde.

Gleich am Anfang zitiert Petzold mit dem langen Dialog zwischen Undine und ihrem Exfreund ausgerechnet Luc Bessons „Lucy“ (Bessons schlechtesten Film), um danach Undine ewig lange über die Teilung Deutschlands referieren zu lassen. Dass der Taucher Christoph sich unter den Zuhörern befindet wird hierbei zu weniger als zur Nebensache. Schön wäre es gewesen, Christophs Reaktionen auf Undine einzufangen, um dadurch eine gewisse Dichte zu erzeugen. Aber nein, anscheinend geht es auch anders.

Danach plätschert der Film eher lustlos vor sich hin, ohne irgendeine Aussage treffen zu wollen. In dieser Hinsicht wirkt „Undine“ unglaublich oberflächlich. Unfreiwillig komisch wird der Film dann in der Szene, in der Undine im Nachthemd durchs Wasser taucht. Durchaus gewitzt aber wieder dann, wenn Christian Petzold „Species“ (1995) in der Swimmingpool-Szene zitiert.

Was an „Undine“ allerdings wirklich gut und atmosphärisch ist, sind die Unterwasserszenen. Davon hätte man gerne mehr gesehen, besonders, da sich die Crew mit den Unterwasserkulissen große Mühe gegeben hat. Trotz der sehr guten Darstellung von Franz Rogowski (Paula Beer als Undine fällt ihm gegenüber weit zurück), hat „Undine“ weder Hand noch Fuß und driftet in manchen Szenen fast in die Langeweile ab.

Undine. Regie u. Drehbuch: Christian Petzold, Darsteller: Franz Rogowski, Paula Beer, Jacob Matschenz. Deutschland 2020