Die echten Men in Black – Nick Redferns Untersuchung eines außergewöhnlichen Phänomens

redfernIn den USA ist der Journalist, Autor und Blogger Nick Redfern längst kein Unbekannter mehr. Sein Spezialgebiet sind paranormale Artefakte und Phänomene. Hierbei geht er vor allem der Frage nach, welche Rolle CIA und FBI im Hinblick auf diverse Bereiche der Grenzwissenschaft spielen. Nach „Geheimsache Monster“ erschien nun sein Buch „Die echten Men in Black“.

Bei Men in Black werden die meisten Leser sicherlich an die gleichnamigen Hollywoodfilme denken. Allerdings ist „Men in Black“ (MIB) ein fest stehender Begriff innerhalb der grenzwissenschaftlichen Forschung und bezeichnet hierbei ein Phänomen, das meistens einhergeht mit UFO-Sichtungen. So gibt es immer wieder Berichte darüber, dass Leute, die behaupteten ein UFO gesehen zu haben, kurze Zeit später von schwarz gekleideten Männern besucht wurden, die ihnen nahelegten, nicht weiter darüber zu sprechen. Aber auch Leute, die versuchten, hinter das Rätsel um das UFO-Phänomen zu kommen, erhielten solche Besuche.

Nick Redfern fragt sich in seinem Buch, was es mit diesen Berichten auf sich hat. Beruhen sie auf realen Begebenheiten oder handelt es sich hierbei schlicht und ergreifend um Schwindelei oder bloße Fantasiegeschichten? Redfern teilt hierzu seine Untersuchung auf in zwei Teile. Während er in Teil eins die einzelnen Berichte darstellt, widmet er sich im zweiten Teil mit möglichen Erklärungen für diese Berichte.

Einer der ersten Berichte über einen Man in Black stammte von Albert Bender aus den 50er Jahren. Die Begegnung brachte ihn dazu, von einem Tag auf den anderen seine UFO-Recherchen einzustellen. Von da an arbeitet sich Redfern durch die Jahrzehnte bis in unsere Gegenwart vor. Die Berichte, die er zutage fördert, sind teils unheimlich, teils skurril, teils auch einfach nur seltsam. Bespickt sind die Darstellungen mit Redferns typischen ironischen Seitenhieben, die den spannenden und unterhaltsamen Darstellungen einen angenehmen Witz verleihen.

Bei der Suche nach Erklärungen für dieses Phänomen, ermittelt Redfern in verschiedene Richtungen. Zum einen fragt er sich, ob es sich lediglich um Halluzinationen handelt oder ob sich hinter diesem Phänomen FBI- oder CIA-Agenten verbergen. Redfern nimmt jedoch auch außergewöhnlichere Erklärungsversuche unter die Lupe, nämlich ob die Men in Black geisterhafte Wesen oder sogar Zeitreisende sind. Nick Redfern bleibt bei sämtlichen Möglichkeiten objektiv, nennt Fälle, die rational erklärt werden können, aber auch die, für die es bisher noch keine Erklärung gibt.

Redferns flüssiger Schreibstil führt dazu, dass sich „Die echten Men in Black“ liest wie ein Mystery-Thriller. Besonders die Geschichte um Albert Bender ist unglaublich gut recherchiert. Insgesamt bietet das Buch viele interessante Informationen für Leser, die sich gerne mit grenzwissenschaftlichen Themen auseinandersetzen.

Nick Redfern. Die echten Men in Black. Objektive Nachweise, berühmte Fälle, wahre Geschichten und die Verbindung zwischen diesen mysteriösen Männern und dem UFO-Phänomen. Kopp Verlag 2015, 256 Seiten, 14,95 Euro. ISBN: 978-3-86445-241-3.

 

 

Was geschah wirklich in Roswell? – Ein neues Sachbuch über UFOs und die Rolle der US-Army

wrightpattersonDer angebliche UFO-Absturz in der Nähe des kleinen Ortes Roswell sorgt bis heute für viel Gesprächsstoff. Viele Abhandlungen und Romane wurden darüber geschrieben und mehrere Filme darüber gedreht. Die nicht enden wollende Diskussion darüber, was 1947 in der Wüste New Mexicos tatsächlich abgestürzt war, teilt die Beteiligten in genau zwei Lager: in Skeptiker und in Leute, die der Meinung sind, dass damals tatsächlich ein außerirdischer Flugkörper abgestürzt sei.

Die beiden Journalisten Thomas J. Carey und Donald R. Schmitt veröffentlichten nun eine weitere Untersuchung über das Thema mit dem Titel „Im Inneren der wahren Area 51 – Die geheime Geschichte von Wright-Patterson“. Seit den 90er Jahren recherchierten sie in diesem Fall. Das Ergebnis ihrer historischen Spurensuche ist ein fesselndes, interessantes und überaus informatives Sachbuch.

Die Spannung und die Informationsfülle ergibt sich daraus, da beide Autoren den Fall rein objektiv untersuchten. Zur Verfügung standen ihnen dabei historisches Quellenmaterial unterschiedlicher militärischer Archive, Briefe von an dem Roswell-Fall beteiligten hochrangigen Militärs und Interviews mit Angestellten und Wissenschaftlern, die direkt mit dem Fall zu tun hatten.

Ausgangspunkt ist, dass kurz nachdem es in einer Pressekonferenz hieß, dass tatsächlich ein UFO abgestürzt sei, diese Aussage dementiert wurde und nur noch von einem Wetterballon die Rede war. Carey und Schmitt drehten bei ihren Recherchen so ziemlich jeden Stein um. Dabei stießen sie auf viele Ungereimtheiten und Vertuschungsaktionen. Aus dem ihnen vorliegenden Quellenmaterial ergibt sich, dass die Wetterballon-Geschichte ein hastiger Versuch seitens des Militärs war, das Interesse der Öffentichkeit von dem Fall abzulenken. Denn wenn es ein solcher Ballon gewesen sein sollte, wieso wurden dann Teile des Materials, aus dem er bestand, zur Untersuchung in verschiedene Labors gebracht? Aus Interviews mit damals beteilgten Wissenschaftlern zeigt sich, dass diese über die ungewöhnliche Zusammensetzung des Metalls erstaunt waren, da es eine solche Legierung damals (noch) nicht gab. Ein Beweis, dass damals wirklich ein UFO abgestürzt war?

Carey und Schmitt zeigen, dass die Aufregung und die damalige Verhängung einer höchsten Geheimhaltungsstufe zumindest einen bloßen Wetterballon ausschließen. Etwas anderes muss damals in Roswell passiert sein, etwas, von dem die Öffentlichkeit nichts wissen sollte. Eine wesentliche Rolle spielte dabei die Militärstation Wright-Patterson, auf die sämtliche Wrackteile und angeblich auch Leichen unbekannter Herkunft gebracht wurden.

Beide Autoren erledigen ihre Aufgabe überaus professionell. Sie liefern keinen reißerischen Bericht ab, sondern informieren geradezu nüchtern über die damaligen Vorgänge. Die Details, die Carey und Schmitt ans Tageslicht bringen, sind überaus erstaunlich und regen zum Nachdenken und Diskutieren an. Unsere Meinung: sehr lesenswert.

Thomas J. Carey/Donald R. Schmitt. Im Inneren der wahren Area 51 – Die geheime Geschichte von Wright-Patterson. Kopp Verlag 2015, 336 Seiten, 19,95 Euro, ISBN: 978-3-86445-224-6