Die 90er: Super Mario Bros (1993)

Luigi und Mario (John Leguizamo und Bob Hoskins) stecken mal wieder in der Klemme; „Super Mario Bros“ (1993); © Concorde

Von der Realverfilmung des gleichnamigen Videospiels erhoffte man sich, einen Kassenschlager zu treffen. Doch genau das Gegenteil geschah: „Super Mario Bros“ floppte auf ganzer Linie. Und nicht nur das, denn die beiden Hauptdarsteller Bob Hoskins und Dennis Hopper bezeichneten den Film als absoluten Tiefpunkt ihrer Karriere.

Die Macher des Films hatten die Rechnung ohne die Fans des Videospiels gemacht. Denn diese ärgerten sich vor allem darüber, dass die Handlung des Films kaum etwas mit dem Spiel zu tun habe. Dies führte dazu, dass Produktionskosten von 48 Millionen Dollar ein Einspielergebnis von 20 Millionen Dollar gegenüber stand, was bedeutet, dass „Super Mario Bros“ nicht einmal die Kosten einspielte.

Inwieweit die Fans des Spiels dem Film gegenüber noch immer eine negative Einstellung hegen, weiß ich nicht, sicher ist nur, dass sich die Trash-Fans über „Super Mario Bros“ mehr und mehr freuten und er inzwischen sogar als Kultfilm betrachtet wird. Es geht um den schüchternen Klempner Luigi, der sich in Daisy verliebt, ohne es zu wissen, dass es sich bei ihr um eine Prinzessin handelt. Als Daisy eines Tages entführt wird, verfolgt Luigi zusammen mit seinem Bruder Mario die Entführer, wobei sie durch ein Portal in eine Stadt geraten, in der Menschen und Dinosaurer zusammen leben. Beherrscht wird die Stadt von King Koopa, der die Macht über das Universum erlangen möchte. Luigi und Mario setzen alles daran, um dies zu verhindern.

Man kann die damalige Abneigung gegenüber dem Film  nicht verstehen, denn „Super Mario Bros“ ist ein absoluter Knaller in Sachen durchgeknallt. Man könnte ihn am besten als eine Ansammlung skurril-witziger Ideen bezeichnen, die – im Gegensatz zu vielen heutigen Filmen – recht liebevoll in Szene gesetzt wurden. Man merkt, dass hier die beiden Regisseure Annabel Jankel und Rocky Morton und nicht weniger ihr Team voll bei der Sache waren. Nebenbei bemerkt: Rocky Morton hatte die kultige SF-Serie „Max Headroom“ Ende der 80er Jahre ins Leben gerufen.

In jeder Szene gibt es so viele witzige Details zu entdecken, dass man schon allein deswegen den Film mehrmals ansehen sollte, um alle Gags auch wirklich wahrzunehmen. Macht schon allein die rasant-skurrile Handlung richtig Spaß, so nicht weniger Bob Hoskins als Klempner Mario und Dennis Hopper als King Kooper zu beobachten, wie sie sich in diesem grandiosen Feuerwerk der Ideen und Spezialeffekte behaupten. Auch wenn beide über den Film später herzogen, sie machen ihre Arbeit richtig gut. Luigi wird von John Leguizamo gespielt, der vor allem durch seine Rolle des Malers Toulouse-Lautrec in „Moulin Rouge“ bekannt ist. Und spätestens dann, wenn Luigi, Mario und Prinzessin Daisy bei dem Song „Walk the Dinosaur“ vor Koopers Dinopolizei fliehen, dürfte auch der hurmorloseste Zuschauer mitbekommen, dass in diesem Film einfach alles stimmt.

Super Mario Bros. Regie: Annabel Jankel, Rocky Morton, Drehbuch: Parker Bennet, Ed Salomon, Produktion: Jake Eberts, Roland Joffé, Darsteller: Bob Hoskins, Dennis Hopper, John Leguizamo, Samantha Mathis. USA 1993, 104 Min.