Meg (2018)

Also hat es dann doch noch geklappt. Steve Alten hatte sich bereits 1996 darüber in dem Vorwort zu seinem Debutroman „Meg“ gefreut, dass Walt Disney Studios die Rechte seines Buches erworben hatten. Aber dann wurde doch nichts daraus. Die Rechte wurden an New Line Cinema weitergegeben, aber auch die konnten letztendlich mit dem Stoff nichts anfangen. Schließlich und letztendlich aber waren es Warner Bros., die aus dem Ganzen einen Film machten.

Und dies nicht einmal schlecht. Zwar bringt „Meg“ nichts wirklich Neues, doch der Film unterhält auf wunderbare Weise. Die Handlung ist dementsprechend auch schnell erzählt: Es geht darum, dass bei einer Tauchfahrt im Marianengraben ein urzeitlicher Riesenhaifisch aufgestöbert wird, der daraufhin eine Forschungsstation unsicher macht.

Wie immer ist es der traumatisierte Held, der gerufen wird und der dadurch sein Trauma überwindet, dieses Mal in Form von Jason Statham, der als Bergungsexperte eine recht gute Figur macht. Er unterstützt ein wissenschaftliches Team bei der Rettung eines Tauchboots. Und als dann der Megadolon auftaucht, sieht er sich endlich bestätigt. Denn niemand wollte ihm glauben, was er vor fünf Jahren bei der schief gegangenen Bergung eines U-Boots der US-Marine erlebt hat.

Chinesisches Filmplakat der amerikanisch-chinesischen Co-Produktion

„Meg“ ist zwar nicht das, was man als originell versteht, aber dafür ist er ein echtes Unterhaltungsbonon. Das fängt schon bei den schnellen, witzigen Dialogen an und geht weiter bis zu den Spezialeffekten und natürlich dem Riesenhaifisch. Dieser ist wirklich gut gelungen, auch wenn er gelegentlich wie eine übergroße Version von Steven Spielbergs Bruce wirkt.

Aus Steve Altens japanischen Meeresbiologen Tanaka wird in dem Film die chinesische Meeresbiologin Suyin, und zwar aus dem Grund, da der Film von China mitproduziert wurde. Der chinesische Markt ist nun mal riesig, und nachdem Südkorea noch immer Hollywood weitestgehend vor der Tür stehen lässt, ist China wahrscheinlich sogar die lukrativere Option. Jedenfalls macht Schauspielerin Li Bingbing ihre Arbeit wirklich gut – mit viel trockenem Humor bekämpft sie zusammen mit Statham das Tiefseemonster.

„Meg“ ist ein Film, an dem es nicht wirklich was zu bemängeln gibt. Er will schlicht und ergreifend unterhalten und das gelingt ihm zu 100 Prozent. Da „Meg“ das Fünffache seiner Produktionskosten eingespielt hat, ist natürlich zu befürchten, dass es eine Fortsetzung geben wird. Steve Altens Meg-Reihe umfasst bisher acht Romane. Lassen wir uns also einfach mal überraschen.

Meg (OT: The Meg). Regie: Jon Turteltaub, Drehbuch: Dean Georgaris, Jon Hoerber, Erich Hoerber, Produktion: Colin Wilson, Lorenzo di Bonaventura, Darsteller: Jason Statham, Li Bingbing, Rainn Wilson, Ruby Rose, Winston Chao, Cliff Curtis. USA/China 2018, 113 Min.

The 80s: Link, der Butler (1986)

linkEs gibt Filme, die bei ihrem Erscheinen Aufsehen erregen, doch kurz darauf fast völlig in Vergessenheit geraten. Dieses Schicksal ereilte unter anderem „Link, der Butler“, einem intensiven Tierhorrorfilm, der Mitte der 80er Jahre zum einen hoch gelobt, zum anderen zutiefst kritisiert wurde. Gelobt wurde die Tierdressur, kritisiert die bösartige Darstellung des Orang Utan.

„Link“ ist zugleich der Name eines Affen, mit dem der Wissenschaftler Philip in einem abgelegenen Haus herum experimentiert. Ihm zur Seite steht die Studentin Jane. Doch Philip wird der Orang Utan zu unheimlich, da er eine immer größere Intelligenz entwickelt. Als Philip Link deshalb lieber einschläfern möchte, ist dieser spurlos verschwunden. Dieser aber sinnt in Wirklichkeit nach Rache. Nachdem er Philip aus dem Weg geräumt hat, hat nun Jane alleine gegen Link zu kämpfen. Dieser wird von Mal zu Mal rabiater…

Was den Affen in „Link“ kennzeichnet, sind seine überaus negativen menschlichen Eigenschaften. Im Grunde genommen agiert der Orang Utan wie ein Psychopath. Er schneidet Telefonkabel durch, hindert Jane an der Flucht und versucht, die Studentin kaltblütig zu beseitigen. All dies lässt den Charakter des Tiers natürlich in einem fragwürdigen Licht dastehen. Denn Richard Franklin hinterfragt in seinem Film keineswegs die wissenschaftlichen Experimente und damit die Degradierung des Affen zum bloßen Objekt, sondern konzentriert sich allein auf das gemeine Verhalten von Link, das für Jane lebensbedrohend wird.

Dies ist sicherlich ein gewagtes Vorgehen, da hier der Mensch nicht für das abweichende Verhalten des Tiers verantwortlich gemacht, sondern das Tier schlicht und ergreifend als bösartig hingestellt wird. Man könnte daher diesem Film durchaus eine fehlende Reflexion vorwerfen. Andererseits aber kreiert genau dieser Aspekt zugleich einen gewissen Grad an Originalität. Denn der Orang Utan ist wirklich extrem gemein, so dass Jane keineswegs im Kampf gegen den Affen erfolgreich ist. Dies zeichnet wiederum ein anderes Bild des Films, da hier Franklin darlegt, dass der Mensch die Natur bei weitem unterschätzt. Denn in Wahrheit ist es nun einmal so, dass der moderne Mensch in der Natur kaum Überlebenschancen hat.

Welchen Blinkwinkel man auch immer einnehmen möchte, „Link“ wirkt auf jeden Fall etwas verstörend. Gleichzeitig ist dieser Film jedoch ein sehr spannender Horrorstreifen, der eigentlich zu Unrecht völlig in Vergessenheit geraten ist. Ein kontroverser Film also, der sicherlich auch heutige Zuschauer zum Diskutieren auffordert.

Link, der Butler (OT: Link), Regie u. Produktion: Richard Franklin, Drehbuch: Everett De Roche, Darsteller: Elisabeth Shue, Terence Stamp, Steve Pinner. England 1986, 90 Min.