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Posts Tagged ‘The Innkeepers’

In Deutschland ist die Produktionsfirma Glass Eye Pix nur wenigen Leuten ein Begriff. Auch bei der Erwähnung des Namens Larry Fessenden sorgt man eher für ein Schulterzucken. Ganz anders sieht es in den USA aus. Dort zählt die Produktionsfirma zu den wichtigsten Indie-Firmen und Larry Fessenden ist dort einer der bekanntesten Indie-Regisseure. Im Frühjahr 2013 konnten wir mit ihm ein ausführliches Interview führen, das in unserem fünften Magazin zu finden ist.

glasseyepix3Zwar wurde Glass Eye Pix bereits 1985 gegründet, doch den entscheidenden Erfolg erzielte Fessenden erst 1997 mit seinem Vampirfilm Habit, der auf diversen Filmfestivals für viel Aufsehen gesorgt hatte. Das Magazin Fangoria kührte Habit zu einem der besten zehn Horrorfilme der 90er Jahre. Es geht darin um den Bohemian Sam, der auf einer Party die geheimnisvolle Anna trifft. Von ihrer Sinnlichkeit angezogen, kommt es zwischen beiden zu einem rein sexuellen Verhältnis. Jedenfalls so lange, bis Sam an sich Anzeichen einer sonderbaren Krankheit bemerkt. Die Low Budget-Produktion besitzt eine unglaubliche Dichte, spielt mit den Erwartungen des Zuschauers und sorgt für stilvollen Nervenkitzel. Bereits hier macht sich Fessendens düstere Poetik bemerkbar, die er in seinen späteren Filmen fortführte. Die Mischung aus Taxi Driver und Horrorfilm wurde mehrfach nominiert und ausgezeichnet. Dennoch blieb eine Veröffentlichung in Deutschland bisher aus.

glasseyepix1Der erste Film Larry Fessendens und damit der Firma Glass Eye Pix, der in Deutschland veröffentlicht wurde, war Wendigo (2001), in dem es um eine Familie geht, die in eine Kleinstadt zieht. Doch kaum dort angekommen, ereignen sich seltsame Zwischenfälle. – Der Film hat nichts mit Algernon Blackwoods Erzählung „Wendigo“ zu tun. Vielmehr, so erwähnte Fessenden FILM und BUCH gegenüber, verarbeitete er darin seine Kindheitserlebnisse. Leider wurde der Film hierzulande kaum wahrgenommen und wenn, dann erhielt er meistens schlechte Kritiken. Anders sah es in den USA aus, wo sein zweiter Kinofilm hoch gelobt wurde, wobei vor allem Fessendens überragende Ästhetik hervorgehoben wurde. Er zeigte sich hier als Poet des Unheimlichen, wobei das Unheimliche und Unerklärbare aus der Sicht eines kleinen Jungen erzählt wird.

glasseyepix2Die erste internationale Produktion von Glass Eye Pix fand mit der isländischen Filmfirma Zik Zak Films statt. Es handelte sich um den Horrorfilm The last Winter (2006), in dem Ron Perlman mitspielte. Es geht um seltsame Vorkommnisse in und um eine Forschungsstation am Nordpol. Erneut zeigt sich Fessendens Können in einer genialen Optik, die dem Film eine überaus ästhetische Note verleiht. Obwohl das Thema Klimawandel anklingt, möchte Fessenden seinen Film nicht als Öko-Thriller mit mahnendem Unterton verstanden wissen. Es geht ihm darum, den Kontrast zwischen Erklärlichem und Unerklärlichem zu zeigen und dabei eine Art Endzeitfilm zu schaffen. So betrachtet er Habit, Wendigo und The last Winter als eine Trilogie, die mit dem oben erwähnten Sam ihren Anfang nimmt und in den düsteren Geschehnissen in der Arktis endet.

glasseyepix5In seinem neuesten Film Beneath (2013) wandte er sich dem 80er Jahre Trashfilm zu, in dem er sechs junge Leute, die an einem See ihren Urlaub verbringen wollen, mit einem mutieren Riesenwells in eine unheilvolle Verbindung bringt. Nun ja, die Kritik zu diesem Fall fiel nicht immer wohlwollend aus. Dennoch schuf Fessenden, nach seinen poetischen Werken, ein schwarzhumoriges Trash-Vergnügen.

Als Produzent ist es Larry Fessenden vor allem ein Anliegen, junge Regisseure zu fördern. Allen voran unterstützte er Ti West bei seinen diversen Filmen, nachdem dieser durch seine Mitarbeit an Cabin Fever 2 eine tiefe Enttäuschung erlebt hatte. Zusammen mit Fessenden schuf er Filme wie die Low Budget-Produktion The Roost (2005) und den mehrfach nominierten Geisterhausfilm The Innkeepers (2011). Ebenfalls aufs Konto der Firma Glass Eye Pix geht die freie Stevenson-Adaption I sell the Dead (2008), in der neben Ron Perlman auch Horrorikone Angus Scrimm zu sehen ist.

glasseyepix4Inzwischen versucht sich Glass Eye Pix auch an größeren Produktionen. So ist ein Film geplant, in dem John Travolta die Hauptrolle spielen und wiederum Ti West Regie führen soll. Ebenfalls bekannt gegeben wurde, dass Larry Fessenden die Regie beim Remake des spanischen Horrorfilms Das Waisenhaus übernehmen wird. Hatte Fessenden damit begonnen, an den Straßen Plakate für seinen Film Habit aufzuhängen, um auf seine Produktion mindestens irgendwie aufmerksam zu machen, so ist er nun auf dem Weg, ein gefragter Regisseur zu werden. Das 30jährige Jubiläum von Glass Eye Pix ist also durchaus verbunden mit einer wahren Erfolgsgeschichte.

 

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Geschichten über unheimliche Herbergen gibt es seit der Antike. So gesehen reihen sich Filme, deren „Hauptakteur“ ein zwielichtiges Hotel ist, in eine zweitausendjährige Erzähltradition ein. Das „Unheimliche“ an Hotels und Herbergen ergibt sich aus der Tatsache, dass man letztendlich nicht weiß, auf was für ein Abenteuer man sich bei einer Übernachtung einlässt. Schmutzige Zimmer sind keine Seltenheit, ein miserables Frühstück ebenso wenig. Ganz zu schweigen von einem unfreundlichen Personal. Es ist anzunehmen, dass sich manche Leute in der Antike über Missstände dieser Art ebenfalls aufregten.

In der Postmoderne ergibt sich jedoch ein ganz anderer Bezugspunkt. Es geht nicht mehr allein um den Unterschied zwischen Werbung und Tatsache bzw. zwischen Schein und Sein, sondern um die von Georg Simmel in seinem Essay über die Großstadt und das Geistesleben erwähnte Aversion, deren Ursprung in einer durch den Modernisierungsprozess initiierten Entfremdung liegt. Man begibt sich, überträgt man diesen Aspekt auf Hotels und Herbergen, in die Hände von Fremden. In modernen Gesellschaften muss, frei nach Anthony Giddens, das Vertrauen gegenüber Mitmenschen stets neu gebildet werden. Das heißt, Vertrauen in modernen Gesellschaften ist aufgrund von Individualisierungsprozessen und damit einhergehender Entfremdung kein Normalzustand. Vielmehr herrscht ein stets gegenwärtiges Misstrauen. Die Folge davon ist eine latente Angst vor dem Anderen.

Horror-Hotel-poster

Horror Hotel (auch bekannt unter dem Titel „The City of the Dead“; 1960)

Psycho_(1960)

Horrorfilme machen sich diese Angst zunutze, um daraus Geschichten zu entwickeln, in deren Zentrum der (unheimliche) Fremde steht. Es handelt sich dabei zum großen Teil um Psycho-Thriller oder auch um sog. Torture Porn Movies. Die Angst vor dem Fremden, verbunden mit dem Aspekt der unheimlichen Herberge führte im Laufe der Zeit zu einer Reihe von Filmen, die man – wenn man denn möchte – durchaus innerhalb eines Subgenres zusammenfassen könnte. Interessanterweise aber existiert dafür keines. Die Filme werden unter den Oberkategorien „Psycho“, „Haunted“ oder „Torture Porn“ eingeordnet.

Am bekanntesten unter diesen Produktionen ist sicherlich „Psycho“ von Alfred Hitchcock aus dem Jahr 1960. Der Film ist eine Adaption des gleichnamigen Romans von Robert Bloch (übrigens einem Schüler H. P. Lovecrafts). Erst vor kurzem entstand ein Film über die Entstehung von „Psycho“, der auf dem Sachbuch des Filmexperten Stephen Rebello basiert. Viel muss über „Psycho“ nicht gesagt werden, außer dass Hitchcock einer der ersten war, der mithilfe eines neuartigen Storytellings die Zuschauer in Panik versetzte. Die angebliche Hauptfigur stirbt nach dem ersten Drittel des Films.

Interessant ist dieser Aspekt, da Hitchcock diese Idee streng geheim hielt. Anscheinend aber war sie dann doch nicht so geheim. Denn im selben Jahr wies die englische Produktion „Horror Hotel“ dieselbe Strategie auf. In diesem Film, der auch unter dem Titel „City of the Dead“ bekannt ist, geht es um eine Studentin, die in einen kleinen Ort fährt, um dort über das Thema Hexenkult zu recherchieren. Genau diese angebliche Hauptfigur stirbt nach dem ersten Drittel des Films. Der restliche Film handelt davon, dass ihre Schwester versucht, herauszubekommen, was mit ihr geschehen ist. „Horror Hotel“ ist ein sehr spannender Thriller, der bis heute nichts von seinem Reiz verloren hat.

Eatenaliveposter1977 versuchte sich Regisseur Tobe Hooper, der vier Jahre zuvor mit „Texas Chainsaw Massacre“ Filmgeschichte geschrieben hatte, sich erneut an einem Schocker. Das Ergebnis war „Eaten Alive“, einer Horror-Groteske wie sie im Buche steht. Der Film war in Deutschland bis vor wenigen Jahren indiziert. Inzwischen wurde die Indizierung aufgehoben. Es geht darin um den Hotelbesitzer Judd, der zusammen mit seinem Lieblingskrokodil mitten im Sumpf lebt. Sicherlich kein guter Platz für ein Hotel. Doch eines nachts kommen plötzlich mehrere Gäste. Judd, der seine Kunden gerne an sein Krokodil verfüttert, hat plötzlich alle Hände voll zu tun. – Mit Sicherkeit reicht „Eaten Alive“ nicht an Hoopers Debut heran. Der Film ist unglaublich schräg, voller schwarzem Humor und ziemlich überdreht. Man weiß nicht genau, was Hooper eigentlich wollte, dennoch wurde sein Film zu einem Klassiker des Genres. Dies wahrscheinlich deshalb, da sich mehr und mehr Gerüchte über die angebliche drastisch visualiserte Brutalität bildeten. Der Film selbst ist alles andere als drastisch. Vielmehr gleitet „Eaten Alive“ ab ins Surreale und Verstörende. Steven Spielberg machte sich das Image, das Hooper inzwischen genoss, zunutze und engagierte ihn Anfang der 80er Jahre als Regisseur für „Poltergeist“. Böse Zungen behaupten jedoch, dass Hooper diesen Film gar nicht drehte, sondern Spielberg ständig das Sagen hatte. Die Machart des Films bestätigt dieses Gerücht.

In Südkorea nahm man sich des Themas Herberge bereits am Anfang der Korean Hallyu an. 1998 drehte Kim Jee-Woon den Thriller „The Quiet Family“, der eine Art Remake des französischen Klassikers „Die rote Herberge“ (1951) darstellt. 2001 schuf der japanische Regisseur Takeshi Miike ein weiteres Remake mit dem Titel „The Happyness of the Kamakuris“. In Kims Film geht es um die Großfamilie Kang, die auf die Idee kommt, eine Herberge in den Bergen zu errichten. Dummerweise aber liegt diese ziemlich weit ab von sämtlichen Wanderwegen, sodass sich nur wenige Wanderer hierher verirren. Und diejenigen, welche die Herberge besuchen, kommen ums Leben. Kim schuf mit dem Remake eine nette Thriller-Komödie, die gegen Ende hin leider ziemlich an Fahrt verliert, insgesamt aber mit einem überaus schwarzem Humor glänzt. Besetzt mit einem koreanischen Staraufgebot wurde der Film ein großer Erfolg, im Gegensatz zu Miikes Version, die sang- und klanglos unterging.

The_Quiet_Family_Poster

The Quiet Family (1998)

H6

H 6 – Diary of a Serial Killer (2006)

Die spanische Version eines Horror Hotels lieferte 2006 der Film „H 6“. Es geht darin um den Hotelbesitzer Anonio Frau, der nachts Prostituierte entführt, um sie in seinem Hotel zu foltern. Der Grund: er möchte die Menschheit von ihren Sünden befreien. Später brät er seiner Frau aus Stücken seiner Opfer erstklassige Steaks. Der Film basiert auf einen echten Fall, der sich Ende des 19. Jahrhunderts in den USA zugetragen hat. Regisseur Martin Garrido Baron verlegte die Geschichte ins Spanien der Gegenwart. Der Film entstand während der Hochzeit des modernen spanischen Horrorfilms, dessen „Ära“ Anfang 2000 begann. Auch wenn die skizzierte Handlung nach einem „Torture Porn“ aussieht, begeht Baron zum Glück nicht den Fehler, sich an den Merkmalen dieses (auch bei bekannten Horrorregisseuren) umstrittenen Subgenres zu orientieren. Baron zeigt nicht, er deutet an. Er macht aus dem Kriminalfall einen düsteren, sehr ästhetisch angehauchten Thriller. Manche Aufnahmen wirken wie Gemälde. Dies hat einen Grund, ist doch Martin Garrido Baron eigentlich Künstler und lieferte mit „H6“ sein Kino-Debut ab.

Ein Jahr später verschlug es – in filmischer Hinsicht – zwei amerikanische Studenten in die Slovakei, wo sie in einem vermeintlichen Hotel einen wahren Albtraum durchleben. Eli Roth, der zuvor mit „Cabin Fever“ eine hervorragende Satire auf die moderne Gesellschaft ablieferte, trug mit seinem umstrittenen „Hostel“ zum kommerziellen Erfolg des Torture Porn Subgenres bei. Roth teilte in einem Interview mit, dass er sich wundere, wer sich solch krankes Zeug überhaupt ansehe. Sein Film ist nicht ohne Ironie und satirischen Seitenhiebe. Dem slovakischen Tourismusministerium aber war die Produktion ein Dorn im Auge. Das Land befürchtete einen Rückgang bei den Touristenzahlen. Der Film, der von Quentin Tarantino mitproduziert wurde, zählt inzwischen zu den erfolgreichsten Horrorfilmen.

The_Innkeepers_Poster Hostel_poster2012 drehte Ti West den Film „The Innkeepers“. Es geht darin um das „Yankee Pedlar Inn“, das wenige Tage vor seiner Schließung steht. Die beiden Angestellten, die an den letzten beiden Tagen Dienst haben, möchten herausfinden, ob die Spukgerüchte, die sich um dieses Hotel ranken, den Tatsachen entsprechen. West machte aus der Handlung einen wunderbaren, altmodischen Geisterfilm, der leider in Deutschland falsch vermarktet wurde. Der deutsche Vertrieb wollte, dass der Film ein FSK 18 erhält, was viele Zuschauer mit falschen Erwartungen an diesen Film herangehen ließ. West schuf einen sehr witzigen und kurzweiligen Horrorfilm, dessen Ende echte Gänsehaut hervorruft. Das Hotel, so der Produzent Larry Fessenden gegenüber FILM und BUCH, gibt es übrigens wirklich. Während der Dreharbeiten wohnte die Crew gleichzeitig darin.

Die oben genannten Filme führen die speziellen Merkmale der alten Herbergsgeschichten fort. In jeder Version handelt es sich um ein Hotel oder eine Herberge, die ziemlich abseits liegt. Ihre Besitzer sind fast immer psychisch gestört. Wie bereits bemerkt, gibt es für diese Filme bisher kein Subgenre. Die einzige nützliche Bezeichnung wäre „Horror Hotels“.  Doch damit würde man sich nicht wirklich legitimieren können, rückt diese Bezeichnung die Filme doch zu sehr in die Nähe der Spukhausfilme. In diesem Sinne viel Spaß beim nächsten Urlaub.

 

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2013 war ein Jahr, das zeigte, dass die interessanten Filme und Bücher nicht im Mainstream zu finden sind, sondern im Bereich der Kleinverlage und Independentproduktionen. Im Grunde genommen war dies immer so, doch in diesem Jahr offenbarten die Diskussionen im Netz, dass von Großverlagen nicht mehr viel zu erwarten ist und dass Hollywood – Krise hin, Krise her – sich, und hierbei beziehen wir uns auf die Aussage Larry Fessendens, sich voll und ganz auf Superheldenfilme eingeschossen hat. Auch von dieser Seite ist also kaum noch Originelles zu erwarten. Im Gegensatz dazu „brodelt“ es richtiggehend in der Kleinverlags- und Independendszene. In diesen Bereichen treffen Leser und Zuschauer noch auf interessante Storys und gut ausgedachte Plots. Aber auch den koreanischen Filmmarkt darf man nicht vergessen. 2013 waren 60% aller Filme, die in Südkorea gezeigt wurden, einheimische Produktionen. Deutschland kann von solchen Zahlen nur träumen. Dies könnte sich jedoch bald ändern, wenn deutsche Produzenten – ähnlich wie in Korea – beginnen, sich auf Thriller und Mystery-Filme zu konzentrieren. Die Weichen dafür sind im Grunde genommen schon gestellt.

Im Folgenden möchten wir auf Filme und Bücher aufmerksam machen, die unserer Meinung nach die besten Produktionen bzw. Releases darstellen.

Beste DVD-Veröffentlichung (Klassiker):

twilight zoneAls beste DVD-Veröffentlichung zählt ganz klar „Twilight Zone“. Dies hat zwei Gründe. Zum einen wurden dem Zuschauer nicht nur die Episoden geliefert, sondern zugleich ein Kapitel Zeit- und (Pop)Kulturgeschichte aufgeschlagen. Die Episoden an sich sind bereits erstklassige Arbeiten. Es sind spannende, tragikomische, fast schon poetische „Kurzgeschichten“. Die Box, welche die komplette erste Staffel enthält, bietet außer den Filmen die damaligen TV-Vorschauen auf andere Sendungen, damalige Werbeeinblendungen und die Hörspielproduktionen, die parallel zur TV-Serie im Radio gesendet wurden. Hinzu kommen Interviews mit noch lebenden Produktionsmitarbeitern und Ausschnitte von Preisverleihungen. Mehr kann man von einer solchen DVD-Box nicht verlangen.

Platz 2: Das schwarze Buch (Film Noir), Platz 3: Die Nacht des Jägers (Film Noir), Platz 4: Flesh + Blood (Ritterfilm), Platz 5: Peterchens Mondfahrt (Kinderfilm)

Beste Low Budget-Produktion:

innkeepers„The Innkeepers“ ist für uns auf Platz 1. Nicht, weil es sich um einen Horrorfilm handelt, sondern weil dieser Film mit ganz wenigen Mitteln auskommt, um damit eine interessante und spannende Geschichte zu erzählen. Man braucht keine Millionen Dollar zu verheizen, um richtiges Kino zu kreieren. Im Gegenteil, es sind die einfachen Methoden, die zählen. Der Film ist ein sehr schöner, weil klassischer Geisterhausfilm, der genauso gut aus der Feder des Geistergeschichtenmeisters M. R. James hätte stammen können. Regisseur Ti West schwimmt mit Absicht gegen den Strom, indem er auf sämtliche Aspekte des modernen  Low Budget-Horrors verzichtet. Im Fokus seines Films stehen die beiden Hauptfiguren und die durch ihre Ängste vorangetriebene Handlung. Leider gingen viele Zuschauer mit völlig falschen Erwartungen an den Film heran. Dies lag an der vom deutschen Vertrieb geforderten FSK 18-Freigabe, welche in keiner Weise nachvollziehbar ist.

Platz 2: Saya Zamurai (Tragikomödie), Platz 3: Passion (Thriller), Platz 4: Under the Bed (Horrorfilm), Platz 5: Maniac (Thriller)

Bester koreanischer Film:

hide and seekAls besten koreanischen Film wählten wir die Low Budget-Produktion „Hide and Seek“. Der Film ist nicht nur unerhört spannend, sondern weist völlig überraschende Wendungen auf, welche den Zuschauer jedes Mal verblüffen. Ein sehr intelligent gemachter Thriller, der seinesgleichen sucht. Bisher wurde der Film nur in Korea gezeigt. Die positiven Kritiken, die Preise, die der Film erhielt, und nicht zuletzt der überraschende Erfolg dürften jedoch dazu führen, dass „Hide and Seek“ bald auch in Deutschland als DVD veröffentlicht wird. Es ist zu befürchten, dass Hollywood ein Remake plant. Hoffen wir nicht, aber die Remakeitis ist leider nicht zu bremsen.

Platz 2: Cold Eye (Thriller), Platz 3: Killer Toon (Horrorfilm), Platz 4: New World (Gangsterfilm), Platz 5: The Terror Live (Thriller)

Bestes Buch:

zwielicht 3Hier mussten wir ebenfalls nicht lange überlegen. Die Anthologie „Zwielicht“ des Herausgebers Michael Schmidt ist eindeutiger Favorit. Die Anthologie präsentiert deutsche Nachwuchsautoren, die in ihren Geschichten ihr Können zeigen. Sämtliche Autoren lösen ihre Aufgaben mit Bravour. Ganz jenseits der Eintönigkeit, die derzeit auf dem Buchmarkt herrscht, liefern sie erfrischende und originelle Kurzgeschichten ab. Die Anthologie lässt durchaus hoffen. Und sie zeigt, dass interessante Werke eben nicht (mehr) in den Großverlagen zu finden sind.

Platz 2: John Marr und andere Matrosen (Autor: Herman Melville; Gedichtband), Platz 3: Die Ritter vom schwallenden Wasser (Autor: Michael Kirchschlager; historischer Kinderroman), Platz 4: Das Casting (Autor: Ryu Murakami; Mystery-Thriller), Platz 5: Überfahrt mit Dame (Autor: Henry James; Novelle).

 

 

 

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FILMundBUCH_5

Ausgabe 5 beinhaltet etwas ganz Besonderes: wir konnten mit dem bekannten amerikanischen Indie-Regisseur und Produzenten Larry Fessenden (The Innkeepers, I sell the Dead) ein ausführliches Interview führen. Darin berichtet er über seine Arbeit, seine Gedanken über das Horrorgenre und über die Krise in Hollywood.

In einem zweiten Interview erzählt uns außerdem der bekannte Kleinverleger und Historiker Michael Kirchschlager Vieles über seinen Verlag und seine Tätigkeit als Schriftsteller.

Außerdem beinhaltet die neueste Ausgabe folgende Artikel:

„Ich habe noch nie so schöne Hemden gesehen!“ – Der große Gatsby von F. Scott Fitzgerald und Baz Lurhmann (Alexander Pechmann)

It’s Drama Time! – Koreanische TV-Serien unter der Lupe (Jung-Mee Seo)

Der Teufel führt Regie – Benjamin Christensen, Wegbereiter des skandinavischen Horrorfilms (Sabine Schwientek)

Strindbergs Inferno (Alexander Pechmann)

Das Gesetz des Schweigens – Leonardo Sciascias sizilianische Romane (Richard Albrecht)

Wer wohnt eigentlich in Geisterhäusern? – Zur Charakteristik lästiger und unheimlicher Mitbewohner im Film (Max Pechmann)

Den kostenlosen Download gibt es hier: Film und Buch 5

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