Angriff der Riesenmonster – Trash-Filme der 50er Teil 3

Bedingt durch den enormen Erfolg des ersten japanischen Monsterfilms Godzilla (1954) nahmen sich in den 50er Jahren auch die Hollywoodstudios dem Thema Riesenungeheuer an. In manchen dieser Filme schwingt die Angst vor den Auswirkungen radioaktiver Strahlung mit, welche z.B. durch Atombombentests im Südpazifik und in der Wüste Nevadas hervorgerufen wurde. Die dadurch in den Filmen entstehenden Mutationen bedrohen die Menschen und zerstören deren Städte. Zwei der bekanntesten Beispiele sind Tarantula und Formicula. Hierbei gibt es jedoch auch Filme, in denen die Ursache des Riesenwuchses nicht exakt genannt wird. Entweder handelt es sich um Ungeheuer aus der Vorzeit, die aufgrund unterschiedlicher Zwischenfälle aus ihrem „Winterschlaf“ geweckt wurden, oder um außerirdische Besucher. Wie bereits in den vorangegangenen Teilen wollen wir uns auch hier wieder Filmen widmen, die heutzutage einen geringeren Bekanntheitsgrad besitzen.

Attack of the Crab Monsters (1957)

Attack of the Crab Monsters (1957) spielt auf einer Insel im Südpazifik. Auf einem benachbarten Atoll wurden vor wenigen Jahren Atombombentests durchgeführt. Die radioaktive Strahlung beeinflusst jedoch noch immer das Leben auf der kleinen Insel. Eine Gruppe Wissenschaftler sucht auf dieser Insel nach den verschwundenen Mitgliedern einer Forschungsmannschaft. Bereits nach kurzer Zeit erfahren sie den Grund für das Verschwinden der Leute: riesige Monsterkrabben, die zugleich telepathische Fähigkeiten besitzen. Der Film gehört zu den erfolgreichsten Produktionen Roger Cormans. Gezielt wurde jede Szene mit Spannung und Action bereichert.

The Giant Claw (1957)

The Giant Claw (1957) handelt von einem Riesenvogel, dessen Herkunft allerdings nicht ganz klar ist. So wird er zunächst als riesiger Vorzeitvogel präsentiert, nur um später als außerirdisches Monster aus einem Antimaterieuniversum bezeichnet zu werden. Das Monser selbst wirkt wie eine selbst gebastelte Marionette und soll angeblich die damaligen Zuschauer zum Lachen gebracht haben.

The deadly Mantis (1957)

The deadly Mantis (1957) ist ein spannender SF-Horror-Film um eine riesige Gottesanbeterin, die durch einen Vulkanausbruch auf der Südhalbkugel der Erde aus dem Schlaf geweckt wird und von da an ihr Unwesen treibt. Ihr eigentliches Ziel aber ist Washington, wo sie für Angst und Schrecken sorgt. Das Rieseninsekt ist kein Resultat radioaktiver Strahlung, sondern ein lebendiges Fossil aus der Urzeit, das bisher im Eis der Arktis gefangen gehalten worden war. Regie führte übrigens der ungarische Regisseur Nathan Juran, der auch SF-Klassiker wie 20 Million Miles to Earth (1957) geschaffen hat. The deadly Mantis gehört zu den sensationellsten SF-Filmen der 50er Jahre und beeinflusste durch seine Dramaturgie sämtliche spätere Riesenmomsterfilme Hollywoods.

Kronos 1957
Kronos (1957)

KRONOS (1957) ist kein Ungeheuer im eigentlichen Sinne. Es handelt sich um eine riesige außerirdische Maschine, die im Südpazifik landet. Unterwasser nähert sie sich Mexiko. Als die Megamaschine an Land kommt, sucht sie zunächst ein paar Kraftwerke auf, um deren Energie einzusaugen. Mit jeder Energieladung wird Kronos noch größer. – Neben der Fliege ist KRONOS Kurt Neumanns zweites Meisterwerk. Es handelt sich um einen Ausnahmefilm innerhalb der Trash-Produktionen, die während der 50er Jahre entstanden sind. Die Idee einer kolossalen Maschine ist für die damalige Zeit hervorragend umgesetzt. Zudem besticht der Film durch eine grandiose Optik.

Giant from the Unknown (1958)

The Giant from the Unknown (1958) ist nicht wirklich ein Riese. Es handelt sich bei ihm um einen spanischen Hünen aus dem 16. Jahrhundert, der durch einen Blitzschlag zum Leben erweckt wird und die Bewohner einer Kleinstadt in Californien bedroht. Man verzichtete hier ganz auf Einblendungen, sondern ließ Vargas – so der Name des Riesen – einfach etwas größer und kräftiger aussehen als die übrigen Schauspieler. Das enttäuscht etwas. Trotzdem bietet der Film auch heute noch eine nette Unterhaltung.

The giant Behemoth (1959)

The Giant Behemoth (1959) ist eine amerikanisch-britische Co-Produktion, um ein Seeungeheuer, das London heimsucht. Das Monster entstand wie auch die oben erwähnten Monsterkrabben durch die radioaktive Strahlung eines Atomtests. Manche Szenen klaute Roland Emmerich für sein Godzilla-Remake. Regie führte Eugene Lourie, der vor dem Zweiten Weltkrieg mit Max Ophüls und Jean Renoir zusammengearbeitet hat. Auch wenn das Monster nicht gerade das Gelbe vom Ei ist, so ist der Spannungsaufbau einzelner Szenen geradezu lehrbuchartig umgesetzt.

The giant Leeches (1959)

The Giant Leeches (1959) schließlich handelt von riesigen Blutegeln, die ihre Opfer in ein unterirdisches Höhlensystem zerren, um sie dort nach und nach auszusaugen. Aus welchem Grund die Blutegel so groß und vor allem intelligent geworden sind, wird nicht wirklich klar. Aber das stört auch nicht weiter, denn der Film ist auch so durchaus kurzweilige Trash-Unterhaltung.