The Divine Move – Film Noir aus Südkorea

divine move
The divine Move (2014). Originalkinoplakat.

Regisseur Jo Bum-Gu haben wir noch in Erinnerung durch seinen Actionfilm „Quick“ (2010), der in Ansätzen nostalgisches 80er Jahre Actionkino immitierte, aber darüber hinaus absolut nichts bot. Um so interessanter ist es daher, dass Jo nun mit „The Divine Move“ einen erstklassigen Gangsterfilm im Stil des Film Noir vorlegt.

Es geht um den Go-Spieler Tae-Suk, der es sich bei einem Spiel mit dem Gangsterboss Sal-Soo verscherzt. Sal-Soo tötet daraufhin Tae-Suks Bruder, stellt es aber so hin, dass Tae-Suk als Mörder in Frage kommt. Prompt wird Tae-Suk für sieben Jahre ins Gefängnis gesteckt. Dort sinnt er nach Rache. Er entwickelt einen Plan, wie er es Sal-Soo heimzahlen kann.

Nie wurde das Spiel Go interessanter und cooler dargestellt als in „The Divine Move“. Das doch eher langsame Spiel, das in Südkorea genauso beliebt ist wie hierzulande Schach, wird zu einem kniffligen Potpouri aus Taktik und hinterlistigen Tricks. Die Kamera fängt dabei das Spielbrett und die gesetzten Steine auf eine geradezu stylische Weise ein. Hinzu kommen die Protagonisten bzw. Antagonisten, die in schicken Anzügen lässige Miene zum bösen Spiel machen. Dunkle Farben und tiefe Schatten beherrschen Jo Bum-Gus neuen Spielfilm, der Anfang Juli in die koreanischen Kinos kam und schon jetzt zu den erfolgreichsten Filmen in diesem Jahr zählt. Die einzelnen Spiele sind schnell geschnitten, stets versetzt mit Parallelmontagen, um dem Konflikt auf dem Spielbrett eine gewisse Tiefe zu verleihen. Immerhin geht es hier nicht bloß ums Gewinnen oder Verlieren, sondern um Leben oder Sterben.

Um seine Rache durchzuführen, versammelt Tae-Suk nach und nach eine kleine Gruppe skurriler Typen um sich. So den blinden Go-Meister „The Lord“ oder den gewieften Trickspieler „Tricks“. Die Figuren verleihen der Handlung fast schon einen mystischen Charakter. Man ist beinahe geneigt, manche Sequenzen in die Kategorie Mystery-Thriller zu stellen. Aber auch das gehört bekanntlich zum Stil des Film Noir.

Jo Bum-Gu hat gelernt. Die Action dient nicht mehr um der Action willen, sondern ist hervorragend in die Handlung integriert. Speziell der Höhepunkt, wenn Sal-Soo seine Leute auf Tae-Suk hetzt, ist gekonnt in Szene gesetzt. „The Divine Move“ dürfte bei den kommenden koreanischen Filmfestivals nicht ohne Preise nachhause gehen. Kamera, Beleuchtung und nichtzuletzt ein sehr gutes Essamble machen den Film zu einem wahren cineastischen Genuss.