Alien: Covenant (2017)

Es hätte im Grunde genommen sehr gut werden können. Der Anfang versprach durchaus ein tiefgründiges SF-Abenteuer. Doch dann geschah folgendes: Regisseur Ridley Scott wollte sich dann doch nicht allzu tief in theologische und philosophische Diskussionen einlassen und beließ es dann weitestgehend bei der Oberflächichkeit.

Nachdem man bei der Alien-Reihe mit den Zahlen durch ist, beginnt man nun die Reihe mit der Aufzählung von Raumschiffnamen. Nach der Prometheus ist daher nun die Covenant an der Reihe. „Alien: Covenant“ will sich als Fortsetzung von „Prometheus“ verstehen, doch kommt der Film nicht wirklich über ein Quasi-Remake hinaus. Auf diesen Umstand verweist bereits die Musik von Jed Kurzel, die sich an der Originalmusik von Jerry Goldsmith orientiert.

Und daher sehen wir einmal mehr ein Raumschiff, in dem die Besatzung aus dem Tiefschlaf erwacht, da ein sonderbares Signal empfangen wurde. Nach kurzer Diskussion macht man sich dann auf, um nach der Quelle dieses Signals zu suchen. Und siehe da: praktisch wie aus dem Ei gepällt, springen der Besatzung die Aliens um die Ohren.

Versagt der Film dabei, seine angepeilte Tiefgründigkeit aufrechtzuerhalten, so versucht er, dies durch eine geniale Optik wieder wett zu machen. Die sorgfältig konzipierten Aufnahmen, die sich manchmal an modernen und klassischen Gemälden orientieren (in einer kurzen Sequenz sieht man dann auch Arnold Böcklins „Die Toteninsel“ als einen direkten Hinweis darauf) sind beinahe zu schade für den neuesten Alien-Streifen. Denn hätte Scott diese noch mit einer Geschichte verwoben, die sich mit den zentralen Fragen des menschlichen Daseins beschäftigt, so wäre daraus eine Art „Silence“ auf Speed geworden, kurz: ein toller SF-Streifen.

Aber Scott  wollte das anscheinend nicht. Dies macht sich dann auch in Fassbenders Darstellung von David bzw. Walter bemerkbar, die im Prolog überrragend ist, aber im Laufe des Films von Mal zu Mal weniger beeindruckt, so als habe er sich während des Drehs zunehmend  gelangweilt, da die Herausforderungen wegfielen. Statt also eine grundlegende Diskussion anzustoßen, nähert sich der Film dem Splatter-Genre der 80er Jahre an, wobei eine Mischung aus Puppen- und CGI-Effekten verwendet wird. Dabei nimmt man auch bewusst das Tangieren des Trash-Genres in kauf, was nicht schlimm ist, doch verliert man sich dabei hin und wieder in ein paar Ungereimtheiten. Das ist alles sehr schade, denn, wie gesagt, der Film hätte das Potential gehabt, wirklich gut zu werden. Aber Hollywood ist nun einmal Hollywood und daher braucht man sich eigentlich nicht über das Ergebnis zu wundern.

Alien: Covenant. Regie: Ridley Scott, Drehbuch: John Logan, Dante Harper, Produktion: Ridley Scott, Walter Hill, Darsteller: Michael Fassbender, Katherine Waterston, Billy Crudup, Danny McBride, Guy Pearce. USA 2017, 117 Min.

 

We are still here – Ein Geisterhausfilm wie aus den 80ern

wearestillhereDie Welle an Spukhausfilmen hat vergangenes Jahr wieder zugenommen. Eine dieser Produktionen trägt den Titel „We are still here“ und stammt vom Jungregisseur Ted Geogehgan. Das Drehbuch hatte er eigentlich für einen befreundeten Regisseur geschrieben. Als dieser jedoch zu sehr mit anderen Projekten beschäftigt war, hatte Geogehgan die Sache einfach selbst in die Hand genommen.

Der Film spielt in einem einsam gelegenen Haus, in welches das Ehepaar Paul und Anne ziehen, nachdem sie ihren Sohn bei einem Autounfall verloren haben. Beide hoffen, dadurch ein neues Leben beginnen zu können. Doch schnell stellt sich heraus, dass etwas in dem Haus umgeht.

Sehr viele Geisterhausfilme beinhalten eine ganz ähnliche Handlung, doch geht es letztendlich darum, wie das Unheimliche in den Filmen umgesetzt wird. In dieser Hinsicht wird man nicht enttäuscht. In hervorragenden Bildkompositionen lässt Geoghegan das Grauen zunächst unterschwellig in Aktion treten, bevor es schließlich zur direkten Konfrontation kommt. Dabei kommt der Film zum Glück ganz ohne CGI-Effekte aus. Alles ist handgemacht, und es zeigt sich einmal mehr, dass genau dies die beste Methode ist, um dem Zuschauer das Gruseln zu lehren. Bei den einzelnen Szenen sollte man stets auf den Hintergrund achten, in dem sich so manche unheimliche Gestalt verbirgt.

Da die Handlung Anfang der 80er Jahre spielt, orientiert sich Ted Geoghegan in Sachen Farbgebung und Effekte an die damaligen Filme, vor allem an die damaligen Indie-Produktionen und italienischen Horrorfilme. All das ist hervorragend umgesetzt und löst dabei so etwas wie eine Horrorfilmnostalgie aus.

Neben Trash-Ikone Barbara Crampton, die vor allem aus den „Reanimator“-Filmen bekannt ist, ist auch Indie-Regisseur, Autor und Schauspieler Larry Fessenden mit von der Partie. Obwohl Fessenden hier „nur“ als Schauspieler agiert, sieht man dem Film an, dass er im Hintergrund dennoch immer mal wieder für diverse Ratschläge gesorgt hat. Viele der wunderbaren Landschaftsaufnahmen prägen eindeutig seinen Stil, was dem Film eine noch höhere Ästhetik verleiht.

Insgesamt ist „We are still here“ ein sehr gut gemachter Geisterhausfilm, der zeigt, dass kein großes Budget notwendig ist, um gelungene Arbeit zu leisten. Im Gegenteil, in der Regel sind es die Filme mit geringen Produktionskosten, die überzeugen und Spaß machen.

We are still here, Regie u. Drehbuch: Ted Geoghegan, Produktion: Travis Stevens, Darsteller: Barbara Crampton, Andrew Sensening, Larry Fessenden, Monte Markham, Lisa Marie; USA 2015; Laufzeit: 80 Min.