The 80s: Kampf der Titanen (1981)

kampfdertitanenFür viele Jahrzehnte galt Ray Harryhausen als der Künstler für Spezialeffekte schlechthin. Dann wurde er von Computer generierten Illusionen überholt. Bevor er sich aus dem Filmgeschäft verabschiedete, haute er aber nochmals so richtig auf die Pauke.

„Kampf der Titanen“ ist ein regelrechter Stop Motion-Augenschmaus. Der Film erzählt die Geschichte von Perseus, der von der Göttin Thetis in die Stadt Joppe versetzt wird. Die Stadt steht in der Gewalt des verfluchten Calibos, der durch fiese Rätsel verhindert, dass die schöne Andromeda einen Mann bekommt. Perseus gelingt es mit einer List, das Rätsel zu lösen. Doch damit ist der Film längst nicht zu ende. Denn Thetis verflucht die Stadt erneut: Andromeda soll dem Seeungeheuer als Opfer dargebracht werde, ansonsten wird die Stadt zerstört. Perseus hat dreißig Tage Zeit, um sich auszudenken, wie er das verhindern soll …

In „Kampf der Titanen“ tummeln sich einige der bekanntesten Monster aus der Harryhausen-Schmiede: der dämonische Calibos, der riesige Geier, das Seeungeheuer, die Riesenskorpione und nicht zu vergessen die Medusa. Besonders letztgenannte dürfte als Harryhausens Meisterwerk gelten. Keine andere Stop Motion-Figur wirkt bis heute so unheimlich und so bedrohlich wie dieses Monster, halb Schlange, halb Frau, die durch ihren Blick Menschen zu Stein verwandeln kann. Das Schöne ist, dass Harryhausen speziell diese Szene, in der Perseus gegen die Medusa antritt, richtiggehend auskostet. Es ist der eigentliche Höhepunkt des Films, dem gegenüber der Schlusskampf gegen das Seeungeheuer eher mager wirkt.

Aber natürlich darf man auch nicht die mechanische Eule Bubu vergessen, die in der Hälfte des Films auftaucht, um Perseus bei seiner Reise zur Medusa beizustehen. Nun, diese Figur ist bei Kritikern bis heute umstritten. Die einen halten sie für völligen Kitsch, die anderen für einen gelungenen Gag. Harryhausen, der von „Star Wars“ sehr angetan war, betrachtete in der Eule eine Art Äquivalent zu R2D2. Letztendlich dürfte jeder die Eule anders betrachten, die einen sind von der Figur genervt, die anderen finden die damit verbundenen Comedy-Einlagen durchaus gelungen. Ich persönlich kann mich seltsamerweise nie entscheiden, was ich von dieser Figur halten soll, egal, wie oft ich den Film bereits gesehen habe.

Wie bereits gesagt, war „Kampf der Titanen“ Ray Harryhausens letztes Werk. Obwohl die Produktion überaus erfolgreich gewesen war, erhielt er keine weiteren Gelder mehr für einen neuen Film. 2010 wurde ein Remake des Films hergestellt, in dem sämtliche Effekte per Computer zusammengeschustert wurden. An die Klasse und den Charme des Originals reicht das Remake klarerweise nicht heran.