The 80s: Alien Nation – Space Cop L.A. 1991 (1988)

James Caan und Mandy Patinkin als Matthew Sykes und Sam Francisco; „Alien Nation“ (1988), © 20th Century Fox

Aufgrund seiner Thematik könnte Alien Nation genauso gut aus diesem Jahrzehnt stammen. Es geht um Immigration und Integration mit allen denkbaren Konsequenzen.

Alien Nation, der in Deutschland den Zusatztitel Space Cop L.A. 1991 erhielt, spielt in eben diesem Jahr. 1988 landete in den USA ein UFO, bei dessen Besatzung es sich um geflohene Sklaven handelte. Da die Außerirdischen, die als Slags bezeichnet werden, menschenähnlich sind, wurde versucht, diese in die Gesellschaft zu integrieren, was teilweise tatsächlich funktioniert hat. Teilweise aber auch nicht.

Als bei einem Einsatz zwei Slags einen Laden überfallen, wird der Partner von Matthew Sykes getötet. Gemeinsam mit einem Slag namens Sam Francisco versucht er, das Verbrechen aufzuklären und kommt dabei einem noch größeren Verbrechen auf die Spur …

Faszinierend an Graham Bakers SF-Cop-Thriller ist die Darstellung der Gesellschaft, in der Menschen und Slags versuchen müssen, miteinander zu leben. Dies gelingt nicht immer. Es gibt diejenigen Slags, die sich in die menschliche Gesellschaft integrieren und diejenigen, die in einer Art Parallelgesellschaft leben und sich kein bisschen integrieren wollen. Heutzutage wirkt der Film ungewollt, als wollte uns Baker ein Spiegelbild in Sachen Flüchtlingskrise vorhalten. Dem ist natürlich nicht so. Man könnte daher sagen, dass der Film vom gesellschaftlichen Wandel eingeholt wurde und er dadurch lediglich so wirkt.

Der Film selbst ist von Anfang an spannend inszeniert, obwohl er in seinen Thriller-Elementen nicht wirklich Neuland schafft. Würde der Aspekt mit den Außerirdischen wegfallen, so hätten wir einen durchschnittlichen Krimi vor uns. So aber besitzt Alien Nation durchaus etwas Originelles. Dies hängt auch damit zusammen, dass Baker versucht, so realistisch wie möglich das Zusammenleben zwischen Menschen und Slags zu skizzieren. Leider aber bleibt es dabei mehr oder weniger beim Skizzenhaften. In diesem Sinne geht der Film kaum in die Tiefe, doch das, was er zeigt, wirkt keineswegs an den Haaren herbeigezogen.

Denn diese Gefahr hätte durchaus bestanden. Um dem entgegenzuwirken, wollten die Macher von Anfang an, dass die Slags nicht wie irgendwelche Monster ausschauen, sondern ihr Äußeres mehr oder weniger menschlich wirkt. Dies alles wird von hervorragenden Schauspielern unterstützt: so spiel James Caan den abgebrannten Cop Matthew Sykes, der mehrfach ausgezeichnete Mandy Patinkin mimt seinen Partner Sam Francisco.

Obwohl der Film damals eher negative Kritiken auslöste, lief er recht erfolgreich in den Kinos. So erfolgreich, dass 1989 daraus eine TV-Serie wurde.

Alien Nation – Space Cop L.A. 1991 (OT: Alien Nation). Regie: Graham Baker, Drehbuch: Rockne S. O’Bannon, Produktion: Gale Anne Hurd, Darsteller: James Caan, Mandy Patinkin, Terence Stamp. USA 1988, 85 Min.

The 80s: Das schwarze Loch (1980)

Gut, hier schummeln wir ein wenig. Denn „Das schwarze Loch“ wurde 1979 produziert. Eigentlich hätte der Beitrag daher besser in unsere Reihe „Die Klunkerecke“ gepasst. Doch dann fiel uns auf, dass der Film im Herbst 1980 in die deutschen Kinos kam. Und schon hatten wir einen neuen Beitrag für unsere Reihe „The 80s“. :)

Durch den Erfolg von „Star Wars“ erhofften sich auch die Walt Disney Studios, eine Stange Geld machen zu können. Doch ging bei der überteuerten Produktion der Schuss nach hinten los. „Das schwarze Loch“ floppte. Inzwischen jedoch gilt der Film als Klassiker des SF-Genres.

In dem Film stößt die Mannschaft des Forschungsschiffs Palomino in unmittelbarer Nähe eines schwarzen Lochs auf das verschollen geglaubte Raumschiff Cygnus. Zunächst scheint es, als befände sich niemand an Bord. Doch dann begegnen Captain Dan Holland und seine Crew einer Armee aus Robotern, die von dem Wissenschaftler Hans Reinhardt befehligt werden. Sein Plan: mit der Cygnus in das schwarze Loch zu fliegen, um damit eines der größten Rätsel des Weltalls zu lösen …

„Das schwarze Loch“ fasziniert immer wieder aufs Neue. So ist vor allem das kolossale Raumschiff Cygnus unglaublich beeindruckend. Und kolossal war es wirklich, denn das Modell besaß eine Länge von knapp vier Metern und ein Gewicht von beinahe 80 Kilogramm, was es zum schwersten Raumschiffmodell der Filmgeschichte machte. Der Film nutzt dies dann auch durch elegante und nicht weniger faszinierende Kamerafahrten, die das düstere Schiff in seiner ganzen gewaltigen Konstruktion zeigen, konsequent aus.

Nicht weniger faszinierend sind die Spezialeffekte, die speziell für „Das schwarze Loch“ entwickelt wurden und dabei durch neue Blue Screen-Verfahren den bisherigen Effekten einen großen Schritt voraus waren. Das rotierende schwarze Loch im Hintergrund mit seinen blauvioletten Farben fungiert dabei regelrecht als Eyecatcher. Es erscheint durch die Fenster der Cygnus in der Tat wie eine gigantische Erscheinung mitten im Sternenmeer, fast schon wie ein unerklärliches Monster.

Während der Film eher geheimnisvoll und ein wenig unheimlich beginnt, so ist die zweite Hälfte des Films geprägt von wilder Action, wobei hier eine der berühmtesten Szenen des SF-Genres geschaffen wurde. Nämlich diejenige, in der einer der riesigien Meteore, die an der Cygnus vorbeirauschen, ins Raumschiff kracht und einen Gang entlang rollt, während nur wenige Meter davor die Crew der Palomino über eine Brücke flüchtet. Diese Szene haut einem wirklich die Sicherung aus dem Kasten, egal wie oft man sie gesehen hat.

Auch in „Das schwarze Loch“ durfte kein niedlicher Roboter fehlen. Diese Rolle nimmt hier V.I.N.C.E.N.T. ein, der durch die Luft schwebt und lehrmeisterhafte Sprüche von sich gibt. Dieser trockene Humor hat etwas für sich und wirkt besonders im PISA-Absturz des deutschen Bildungssystems aktueller denn je. – Sein Gegenspieler ist der Roboter Maximilian, eine mächtige Maschine mit Klingenhänden, eine überaus bedrohlich wirkende Figur.

Im Gegensatz zu „Star Wars“, für den vor allem junge und unbekannte Schauspieler engagiert wurden, setzte man in der Disney-Produktion auf einen altgedienten Stab. Maximilian Schell als Hans Reinhardt spielt diese Rolle mit einer gekonnten Portion Wahnsinn, Anthony Perkins präsentiert sich zunächst als verantwortungsbewusster Wissenschaftler, bevor er in den Bann Reinhardts gerät. Und Ernest Borgnine scheint von der „Eisstation Zebra“ direkt in den Weltraum katapultiert worden zu sein, auch wenn zwischen beiden Filmen ein ganzes Jahrzehnt liegt.

Es ist schade, dass der Film damals nicht den Erfolg hatte, den er verdient gehabt hätte. Denn nicht nur die Spezialeffekte sind umwerfend, sondern auch John Barrys düster-gewaltige Musik, die regelrecht aus den Lautsprechern schmettert und dabei das Kolossale der Cygnus und des in der Nähe liegenden schwarzen Lochs mehr als nur unterstreicht.

Das schwarze Loch (OT: The Black Hole). Regie: Gary Nelson, Drehbuch: Jeb Rosebrook, Gerry Day, Produktion: Ron Miller, Darsteller: Maximilian Schell, Anthony Perkins, Robert Forster, Ernest Borgnine, Yvette Mimieux, Joseph Bottoms.

 

The 80s: Quiet Earth (1986)

quietearthDurch ein irrsinniges Experiment gerät die Erde aus ihrem Raum-Zeit-Kontinuum, was zur Folge hat, dass alle Lebewesen verschwunden sind. Nur ein einziger Mensch ist noch am Leben. Er irrt durch eine leere Welt, um vielleicht doch noch auf andere Menschen zu treffen …

Im Grunde genommen gibt es nur wenige SF-Filme, die wirklich SF sind und in denen die Bezeichnung SF nicht als bloße Legitimation für Herumgeballere und Herumgejage herhalten muss. Zu diesen wenigen Perlen ist ohne weiteres Geoff Murphys „The Quiet Earth“ zu zählen. Der Stoff lehnt sich an klassische SF-Geschichten an, in denen nach einer globalen Katastrophe nur mehr ein einziger Mensch ums Überleben kämpft. Als Beispiele seien hier die Romane „Ich bin Legende“ von Richard Matheson und „Die purpurne Wolke“ von M.P. Shiel genannt.

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Der Wissenschaftler Zac Hobson auf der Suche nach Überlebenden. „Quiet Earth“ (1986). Copyright: Sunfilm Entertainment.

In „The Quiet Earth“ wacht der Wissenschaftler Zac Hobson auf und stellt fest, dass es außer ihm keine anderen Menschen mehr gibt. Sein Erstaunen wandelt sich nach und nach in pure Verzweiflung. Schließlich flieht er in eine Art Wahnsinn. Als er durch Zufall auf eine Frau trifft, die wie er auf der Suche nach anderen Menschen ist, keimen in ihm Schuldgefühle auf, da er selbst an jenem bizarren Experiment beteiligt gewesen ist, durch das die Welt zu einem „stillen“ Planeten geworden ist. Aber auch soziobiologische Aspekte mischen sich gekonnt in die Geschichte, als beide auf einen dritten Überlebenden treffen. Von nun an spielt zwischen dem Wissenschaftler und dem anderen Mann der Kampf um die Frau zur Arterhaltung eine größere Rolle als die Suche nach einer Lösung eines noch viel schwerwiegenderen Problems: Das Raum-Zeit-Kontinuum ist durch das Experiment äußerst instabil geworden und droht jeden Augenblick zu kollabieren.

„The Quiet Earth“, der zu den erfolgreichsten Filmen aus Neuseeland zählt, ist ein SF-Film abseits des Hollywood-Klischees. Die Suche des letzten Menschen nach weiteren Überlebenden und sein Versuch, sich in dieser trostlosen Situation zurechtzufinden, sind sehr realistisch und einfühlsam erzählt. Hinzu kommt ein kongenialer Soundtrack, der das kosmische Ausmaß dieser Katastrophe unterstreicht.

The Quiet Earth, Regie: Geoff Murphy, Produktion: Sam Pillsbury, Don Reynolds, Darsteller: Bruno Lawrence, Alison Routledge, Pete Smith. Neuseeland 1986, 91 Min.

The 80s: Blade Runner (1982)

blade-runnerInteressanterweise mochten weder Kritiker noch Zuschauer „Blade Runner“, als dieser in die Kinos kam. Noch dazu war der Zeitpunkt für den Release schlecht gewählt. Steven Spielberg verhagelte mit „E.T.“ so ziemlich allen anderen SF-Produktionen den Umsatz. Erst mit der Zeit wurde den Filmkritikern bewusst, was Ridley Scotts Philip K. Dick-Adaption für ein bemerkenswerter Film ist.

„Balde Runner“ spielt im Jahr 2019. Es geht darin um den ehemaligen Polizisten Rick Deckard, der sich auf die Jagd auf Replikanten spezialisiert, sich aber aus dem Geschäft zurückgezogen hat. Nun bekommt er dennoch einen letzten Auftrag. Sechs Replikanten haben ein Raumschiff gekapert und sind damit auf die Erde geflohen, genauer gesgagt nach Los Angeles. Der Aufenthalt auf der Erde ist den Replikanten strengstens verboten und wird mit dem Tod bestraft. Deckard soll die sechs Replikanten ausfindig machen und ausschalten.

Bei den Replikanten handelt es sich um künstlich erzeugte Menschen mit einer begrenzten Lebensdauer von vier Jahren. Das neueste Modell Nexus 6 hat jedoch ein eigenes Bewusstsein entwickelt, was dazu führt, dass Roy Batty, der Anführer der auf die Erde zurückgekehrten Replikanten, länger leben möchte als nur die voreingestellte Lebensdauer von vier Jahren.

Es geht in „Blade Runner“ daher um mehr, als nur um einen Kriminalfall, den Deckard lösen soll. Dies macht den Film in seiner Thematik ungeheuer komplex und vielschichtig. Diese Komplexität wird zusätzlich dadurch verstärkt, da der Film in manchen Szenen die Frage aufwirft, ob Deckard selbst ebenfalls ein Replikant ist. Dieses Rätsel taucht im Film immer wieder auf. Da ist der mehrdeutige Dialog zwischen Officer Bryant und Deckard, in dem anscheinend auf Deckards eigentliche Identität hingewiesen wird (unterstrichen durch die Origamifigur, die Officer Gaff im Hintergrund faltet, was er immer macht, wenn er einem Replikant begegnet). Gegen Ende des Films sieht man in der Wohnung von J. F. Sebastian, der die Genetik der Replikanten entwirft, eine Einhornfigur (Deckard träumt anscheinend immer wieder von einem Einhorn). Doch dann ist da der Replikant Roy, der in Deckard wiederum einen Menschen sieht. In diesem Sinne ist „Blade Runner“ ein Spiel mit den Identitäten, was sich bei Philip K. Dick beinahe wie ein roter Faden durch sein Werk zieht.

Neben diesen philosophischen, soziologischen und bioethischen Fragen, mit denen sich der Film beschäftigt, ist er zugleich auch ein spannender SF-Krimi im Stil des Film Noir. Harrison Ford als Deckard ist praktisch zu vergleichen mit dem typischen Privatdetektiv der Krimis der 40er Jahre. Um ihn herum tummeln sich allerhand zwielichtige Gestalten. Die Replikantin Rachel ist zu vergleichen mit einer Femme Fatal, in deren Bann Deckard gerät. Die Geschichte spielt zudem in einer unübersichtlichen Großstadt, meistens abends und nachts, um das Spiel mit der Dunkelheit und den Schatten besser gestalten zu können.

All diese Merkmale machen „Blade Runner“ fast schon zu so etwas wie einen Über-Film. Hinzu kommen die wunderbar gestalteten Set-Designs und die Dialoge, denen es gelingt, poetisch, philosophisch und klar gleichzeitig zu sein. Rutger Hauer als Replikant Roy gab hier eindeutig sein Bestes, sollte später jedoch hauptsächlich nur noch in B-Picture mitspielen. Philip K. Dick soll von Ridley Scotts Konzept begeistert gewesen sein. Leider aber erlebte er die Premiere von „Blade Runner“ nicht mehr mit.

Blade Runner. Regie: Ridley Scott, Drehbuch: Hampton Fancher, David Peoples, Produktion: Michael Deeley, Darsteller: Harrison Ford, Rutger Hauer, Sean Young, Edward James Olmos. USA 1982, 117 Min.

The 80s: Time Bandits (1981)

timebanditsEines ist sicher: Terry Gilliam mangelt es keineswegs an Einfallsreichtum. Dies bezeugt der Regisseur in jedem seiner Filme aufs neue. Besonders ins Herz geschlossen aber wurde sein dritter Film „Time Bandits“, eine Independent-Produktion, deren Vertrieb George Harrisons HandMade Films übernommen hatte.

Der Film handelt von Kevin, einem elfjährigen Jungen, der sich sehr für Geschichte interessiert. Seine Eltern kümmern sich nicht sonderlich um ihn. Eines Nachts erhält Kevin unerwarteten Besuch: eine Gruppe von sechs Zwergen, die mithilfe einer Karte durch die Zeit reisen, landen genau in seinem Kleiderschrank. Ihnen auf den Versen ist das Oberste Wesen, dem sie die Karte gestohlen haben. Aber auch das Böse ist hinter der Karte her, um die Herrschaft über das Universum zu erlangen. Als das Oberste Wesen ebenfalls in Kevins Zimmer erscheint, flieht Kevin kurzerhand zusammen mit den sechs Zeitreisenden und kommt dadurch von einem Abenteuer ins nächste.

Das Besondere an „Time Bandits“ ist, dass er auf allen Ebenen funktioniert: als Kinderfilm, als Groteske, als SF-Fantasy-Film, als Komödie oder aber auch als Satire. Ganz egal, was man in „Time Bandits“ sieht, der Film liefert stets die dazu passenden Pointen. Allerdings dürften junge Zuschauer es schwer haben, alle Gags nachvollziehen zu können. Denn bei aller Verspieltheit, so ist Terry Gilliams Klassiker alles andere als ein oberflächlicher Unterhaltungsfilm. Der Witz ist tiefgründig, wird z.B. in der Napoleon-Episode zu einer bitterbösen Satire auf Macht und Politik oder deutet in der Agamemnon-Episode finstere Hofintrigen an, während er sich in der Robin Hood-Episode über Englands Sozialpolitik lustig macht. Interessanterweise findet sich Kevin besonders bei Agamemnon wie zu Hause, begegnet er doch hier endlich einem Erwachsenen, der sich um ihn kümmert und ihn wie einen „eigenen Sohn“ betrachtet.

An diesem Punkt macht sich die im ganzen Film herrschende unterschwellige Tragik bemerkbar. Kevins Glück ist nur von sehr kurzer Dauer, wollen ihn doch die sechs Zwerge retten, was für ihn aber eher einer Entführung gleich kommt. Die Schlusseinstellung der Episode, in der Agamemnon wie erstarrt auf die Bühne blickt, wo sich zuvor noch Kevin und seine „Freunde“ aufgehalten haben, besitzt daher einen sehr nachdenklichen Beiklang.

Doch egal, ob tragisch, lustig oder nachdenklich, der Film strotzt nur so vor lauter Einfällen. Da Terry Gilliam den Film selbst produzierte, gab es niemanden, der ihm hätte dazwischen funken können. So konnte sich der Regisseur voll und ganz austoben, skurrile Gags einstreuen, wie und wo er wollte, und dem Ganzen noch zusätzlich ein wenig Monthy Python-Flair verpassen.

Nach „Time Bandits“ landete Gilliam mehrere Flops, was dazu führte, dass er für seine eigenen Ideen keine Produzenten mehr fand und daher Auftragsarbeiten annehmen musste. Eine gewisse Zeit lang gab es Gerüchte, dass ein Sequel zu „Time Bandits“ geplant sei, doch wurde die Produktion anscheinend nicht mehr weiter verfolgt.

Time Bandits. Regie u. Produktion: Terry Gilliam, Drehbuch: Terry Gilliam, Michael Palin, Darsteller: Craig Warnock, David Rappaport, Jack Purivs, Kenny Baker, Malcom Dixon, Mike Edmonds, Tiny Ross, David Warner, Ian Holm, John Cleese, Michael Palin, Sean Connery, Shelly Duvall. England 1981, 112 Min.

 

 

The 80s: Dune (1984)

duneBereits 1976 war eine Verfilmung von Frank Herberts SF-Roman „Der Wüstenplanet“ geplant. Die Produktion des Surrealisten Alejandro Jodorowsky kam jedoch nicht zustande, es kam lediglich zu Skizzen von H. R. Giger, der in das Projekt mit eingebunden war. Erst Anfang der 80er Jahre wurde das Projekt wieder aufgegriffen. Dieses Mal aber nicht von Jodorowsky, sondern von David Lynch. Das Ergebnis seiner Arbeit war bzw. ist ein bildgewaltiger SF-Film, der jedoch an den Kinokassen floppte.

Schuld an dem Flop war sicherlich die doch recht verworrene Inszenierung. Man merkt, dass sich Lynch, der auch das Drehbuch verfasste, mit der Umsetzung des Stoffes schwer tat. Die Geschichte um den Wüstenplaneten ist nun einmal komplex, es grenzt daher fast schon an ein Wunder, dass es überhaupt zu einer Verfilmung kam. Möchte man die Handlung kurz zusammenfassen, so geht es um Paul Atreides, der im Jahr 10191 zusammen mit seinem Vater auf den Wüstenplaneten kommt, um diesen als Lehen zu übernehmen. Der Planet ist von macht- und wirtschaftlicher Bedeutung, da auf ihm das Spice abgebaut wird, das notwendig für die Raumfahrt ist. Doch diverse Intrigen führen dazu, dass Pauls Vater ermordet wird und Paul selbst zusammen mit seiner Mutter fliehen muss.

Wie oben bereits bemerkt, ist der Film ein bildgewaltiger und überaus kunstvoll inszenierter SF-Film. Allerdings kann man sich „Dune“ nicht einfach mal so anschauen. Man muss sich für den Film Zeit nehmen und die Handlung konzentriert verfolgen, ansonsten verliert man recht schnell den Überblick und steht vor einem doch ziemlich wirren Durcheinander von Adelshäusern und intriganten Figuren, die alle vor allem eines wollen: die Kontrolle über das Spice.

„Dune“ ist kein Film, der versucht, aus einer literarischen Vorlage einen oberflächlichen Actionfilm zu machen. Nein, Lynch hat sich intensiv mit dem Werk beschäftigt, und versucht, diesem irgendwie gerecht zu werden. So ist der Film vor allem ein spannendes Drama, dessen Reiz in den wunderbaren Kulissen und Kostümen besteht. Im Laufe des Films konzentriert sich die Handlung verstärkt auf die Entwicklung der Figur Paul Atreides, der sich von einem behüteten Jüngling zu einem Rebellenanführer entwickelt. Hier wird die Handlung klarer und eindeutiger, der Film gewinnt enorm an Spannung.

Aber was wäre „Dune“ ohne die Sandwürmer? Eigentlich sind diese die Stars des Films. Einfach kolossal in Szene gesetzt, brechen diese Biester aus dem Boden und verschlingen dabei ganze Erntestationen. Aber auch dabei löst sich der Film nicht von dem eigentlichen Drama, sondern umgibt die Spezialeffekte und Actionsequenzen mit einer mystischen Aura, die nochmals von der teils psychedlischen Musik Brian Enos unterstrichen wird.

Das Drama im Film wurde später zu einem Drama um den Film. Denn nach der Kinoversion folgte die dreistündige TV-Version, mit der Lynch nichts mehr zu tun haben wollte, weswegen auch sein Name nicht mehr im Vorspann erwähnt wird. Einen Director’s Cut durfte Lynch nicht durchführen. In der TV-Version fehlen ein paar Szenen aus der Kinoversion, auch wurde der Prolog verändert. Fast 10 Minuten ergeht sich die TV-Version in einer Bildergeschichte, die erklärt, wie die politische Situation, die im Film dargestellt wird, zustande gekommen ist. Allerdings spielen manche der im Prolog genannten Konflikte für die eigentliche Geschichte überhaupt keine Rolle. David Lynch bezeichnete später „Dune“ als einen Fehler. Möglicherweise hat er sich inzwischen von dem Film so sehr distanziert, dass es nie zu einem Directors Cut kommen wird. „Dune“ ist dennoch ein außergewöhnlicher SF-Film, den jeder einmal gesehen haben sollte.

Dune. Regie u. Drehbuch: David Lynch, Produktion: Dino de Laurentis, Darsteller: Kyle McLachlan, Francesca Annis, Jürgen Prochnow, Kenneth McMillan, Sting, Max von Sydow, Patrick Stewart, Brad Dourif. USA 1984, 136 Min.

 

The 80s: Arnie in Action – Filme mit Arnold Schwarzenegger von 1982 – 1987

Anfang der 80er Jahre begann die Karriere von Muskelpaket Arnold Schwarzenegger. So gut wie alle Filme, in denen er mitwirkte, waren nicht nur überaus erfolgreich, sondern prägten nachhaltig die Popkultur. Da es aus diesem Grund schwer ist, nur einen seiner Filme für die Reihe „The 80s“ herauszugreifen, gibt der folgende Beitrag einen kleinen Überblick über seine wichtigsten Filme aus den 80ern:

schwarzenegger5Ganz klar, begonnen hat Arnies Karriere als Conan im Jahr 1982. Wer heute Conan sagt, denkt sofort an Schwarzenegger im Barbarenkostüm. Wahrscheinlich hätte sogar Robert E. Howard (1906-1936) seine Freude daran gehabt und Arnold Schwarzenegger für die Rolle befürwortet. In dem Film geht es natürlich um Rache. Nachdem der Anführer des Schlangenkults Thulsa Doom Conans Dorf verwüstet hat, sinnt Conan auf Rache. „Conan“ ist von Anfang bis Ende nur eines: Ein geniales Fantasy-Abenteuer, das bis heute beeindruckt. Hervorragend natürlich auch James Earl Jones als Arnies Gegenspieler. Der Film erfuhr zwei Jahre später eine Fortsetzung, die jedoch nicht mehr ganz so erfolgreich war wie das Original.

schwarzenegger1984 hieß es einfach nur „I’ll be back!“ Und schon war damit Filmgeschichte geschrieben. In „Terminator“ spielt Arnie den eigentlichen Titelhelden, eine Kampfmaschine aus der Zukunft, die ins Jahr 1984 reist, um dort Sarah Connor, die Mutter des zukünftigen Anführers der Widerständler, die gegen die Maschinen kämpfen, umzubringen. Eine Mischung aus Zeitreise-  und Actionfilm, wobei die Action klarerweise im Vordergrund steht. James Cameron führte nicht nur Regie, sondern schrieb auch das Drehbuch. Schon während seiner Lehrzeit bei Roger Corman Ende der 70er Jahre hatte er die Idee zu diesem Film gehabt. 1991 kam es zum ersten Sequel des Films, in dem zum ersten Mal CGI-Effekte verwendet wurden.

schwarzenegger11987 verschlug es Arnie in „Predator“ in den südamerikanischen Dschungel. Was zunächst wie ein militärischer Auftrag für eine Gruppe Söldner beginnt, wird schon bald zum Kampf gegen einen außerirdischen Jäger. Die Story ist originell, der Film klasse. Und die Regierungen Südamerikas regten sich über „Predator“ auf, da sie sich verunklimpft vorkamen. Denn „Predator“ skizziert vor allem negative soziale Erscheinungen wie organisierte Kriminalität, Drogenkartelle oder instabile Regierungen, die im Zusammenhang mit Südamerika stehen. Und in der Realität ist es gaaaaar nicht so schlimm. Da gibt es nur das ein oder andere Beispiel. Aber egal, „Predator“ ist zu Recht ein Klassiker der 80er Jahre.

schwarzenegger4Im selben Jahr verschlug es Arnie auch in eine Spielshow der Zukunft. Das Jahr: 2017. Die Sendung: Running Man. Und so lautet dann auch der Titel des Films. Darin ist die USA zu einem totalitären Staat verkommen. Um die Bevölkerung bei Laune zu halten, wurde die Spielshow Running Man erfunden, in der Strafgefangene ähnlich wie Gladiatoren um ihr Leben kämpfen müssen. In diese Show gerät auch Ben Richards, der eigentlich unschuldig ist, und nun zusehen muss, wie er da wieder raus kommt. „Running Man“ ist eine gelungene Satire auf Medien, Politik und Gesellschaft. Ein Grund also für unsere FSK-Stelle, den Film zu indizieren. So etwas wie Satiren auf Politik und Gesellschaft mag man dort nämlich nicht. Erst 2014 wurde die Indizierung endlich aufgehoben. Der Film ist übrigens eine Stephen King-Adaption. Dieser schrieb den Roman allerdings unter seinem Pseudonym Richard Bachmann.