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Posts Tagged ‘SF-Filme der 70er’

Die Zeit des Kalten Krieges spiegelt sich in fast allen Spionagefilmen aus jener Epoche wider. Die Drehbuchautoren wussten genau, wer die „Bösen“ und wer die „Guten“ waren, und alles, was sich hinter dem Eisernen Vorhang abspielte, kam bedrohlich und irgendwie fremdartig vor. Natürlich setzte sich das politische Schwarzweißdenken auch in so manchem SF-Thriller fest. Zu den bekanntesten Beispielen zählt sicherlich „Der gefährlichste Mann der Welt“ aus dem Jahr 1969, auch wenn hier auf Seiten der Bösen Russland durch China ersetzt wurde. Ein weiterer Film, der vor allem durch seine Spannung hervorsticht, ist „Who?“, der in Deutschland unter dem Titel „Der Mann aus Metall“ in die Kinos kam.

Dieser Film basiert auf dem SF-Roman „Zwischen den Welten“ (im Original ebenfalls „Who?“) des Schriftstellers Algis Budrys. Die Geschichte handelt von dem Atomphysiker Dr. Martino, der in der DDR bei einem Autounfall schwer verletzt wird. Russische Ärzte ersetzen sein Gesicht sowie seinen Rumpf durch Metall. Als er an der Innerdeutschengrenze den USA übergeben wird, zweifelt man an seiner Identität. Er wird für einen russischen Geheimagenten gehalten …

Rogers (Elliott Gould) ist von der Identität Dr. Martinos (Joseph Bova) nicht überzeugt; „Der Mann aus Metall“ (1974); Copyright: e-m-s

„Der Mann aus Metall“ ist ein sehr spannender Thriller, der von der ersten Minute an fesselt und äußerst überzeugend dargestellt ist. Vor allem sticht hierbei der Konflikt zwischen Dr. Martino und dem überaus skeptischen FBI-Agenten Sean Rogers heraus. Die Tragik, die sich daraus ergibt, ist durchaus nachvollziehbar. Der Atomphysiker, der durch seine Verwandlung in einen Mann aus Metall genug zu leiden hat, wird durch die staatliche Behörde seines Heimatlandes daran gehindert, wieder ein normales Leben zu führen.

Stattdessen wird seine gesamte Biographie bis hin zu den intimsten Details überprüft. Aber egal, welche Antwort Dr. Martino gibt, die Behörde bleibt weiter dabei, seine Identität als zweifelhaft zu beurteilen. Interessant ist hierbei, dass die Rückblenden aus Martinos früherem Leben stets aus der Perspektive einer subjektiven Kamera gedreht sind, so dass man sein richtiges Gesicht nie zu sehen bekommt. Natürlich versuchen auch die Russen, bestimmte Informationen aus Martino herauszubekommen, um dadurch an Informationen über das geheime Neptun-Projekt zu erhalten, an dem Martino arbeitet. Dabei schneidet der Film zwischen dem russischen und dem amerikanischen Verhör hin und her, was eine sehr hohe dramatische Dichte verursacht.

Die Metallmaske besitzt natürlich den Charme der frühen 70er Jahre. Das Design wirkt hierbei nicht aus der Luft gegriffen, sondern durchaus realistisch. „Der Mann aus Metall“ ist auf jeden Fall ein überaus sehenswerter SF-Film.

Der Mann aus Metall (OT: Who?), Regie: Jack Gold, Drehbuch: John Gould, Produktion: Barry Levinson, Darsteller: Elliott Gould, Trevor Howard, Joseph Bova. England 1974, 89 Min.

 

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starcrashDer Erfolg von „Star Wars“ brachte die italienische Filmindustrie dazu, George Lucas zu zeigen, wo der Hammer hängt. Und schon war „Star Crash“ geboren.

Der Film, der interessanterweise seine Premiere in Deutschland feierte, bevor er ein Monat später in Italien uraufgeführt wurde, handelt von der Schmugglerin Stellar Star, die zusammen mit ihrem Kompagnon Akton den Weltraum unsicher macht. Doch dann werden beide vom galaktischen Imperator gefangen genommen. Erst nachdem sie zugestimmt haben, ihm bei der Suche nach seinem verschollenen Sohn zu helfen, kommen beide wieder frei und geraten von einem Abenteuer ins nächste.

Regie führte bei diesem Trash-Meisterwerk Luigi Cozzi, der zusammen mit Dario Argento das Drehbuch für den Film „Vier Fliegen auf grauem Samt“ geschrieben hat. Im Vorspann nannte er sich vorsichtshalber Lewis Coates. Natürlich nur, damit die Amis glaubten, dass „Star Crash“ ein Landsmann von ihnen gedreht hat, was bis in die 80er Jahre bei italienischen Trash-Filmen üblich gewesen war. Doch die eigentliche Frage lautet doch, ob „Star Crash“ nun besser als „Star Wars“ ist und die Antwort ist ein eindeutiges Ja.

Während sich George Lucas in Sachen Perfektion übte, übte sich Cozzi darin, die physikalischen Gesetze für Null und Nichtig zu erklären. Das bedeutet, wenn das Fenster in einem Raumschiff kaputt geht, passiert in dem Raumschiff nichts. Aber das ist eigentlich nur Nebensache. Hauptsache ist Trash-Ikone Caroline Munroe, die stets im tief ausgeschnittenen Weltraumkostüm zu sehen ist. Ihr zur  Seite stehen The Hoff in einer seiner ersten Rollen und Joe Spinell, der ein Jahr später mit dem Psychothriller „Maniac“ Filmgeschichte schrieb. Als Imperator ist Hollywood-Ikone Christopher Plummer zu sehen, der damals vor allem eines brauchte: Geld.

Luigi Cozzi behauptete später, dass die ersten Arbeiten zu „Star Crash“ beinahe ein Jahr vor „Star Wars“ begonnen hätten. Dabei verzettelte er sich allerdings mit den Jahreszahlen. Denn „Star Wars“ kam 1977 in die Kinos, die Produktion von „Star Crash“ begann 1977. Das heißt, dass Cozzi oder die Produzenten des Films, die auch ein Büro in Hollywood besaßen, von George Lucas‘ Film wussten und das deswegen „Star Crash“ grünes Licht bekam, vorausgesetzt natürlich, dass die Produktion begann, bevor „Star Wars“ in die Kinos kam. Wie dem auch sei, Cozzis Film ist auf jeden Fall ein Klassiker des Trash-Kinos.

Star Crash. Regie: Luigi Cozzi, Drehbuch: Luigi Cozzi, Nat Wachsberger, Produktion: Nat Wachsberger, Darsteller: Caroline Munroe, Joe Spinell, David Hasselhoff, Christopher Plummer. Italien 1978, 97 Min.

 

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