200 Beiträge, 10 Ausgaben und 3 Jahre – Schon wieder was zum Feiern

Tatsächlich ist dies hier der 200. Beitrag auf FILM und BUCH. Es ist kaum zu glauben, doch dieses Jahr ist eindeutig Jubiläum angesagt bei FILM und BUCH. Denn wir feiern ja nicht nur den 200. Beitrag, sondern im Frühling hatten wir bereits die 10. Ausgabe veröffentlicht und 3 Jahre FILM und BUCH hinter uns gebracht.

NeuesFilmundBuchLogoSeit wir mit dem eMagazin begonnen haben, beschäftigen wir uns mit allem, was irgendwie mit den Themen Film und Buch zu tun hat. Daran hat sich nach 200 Beiträgen kaum etwas geändert. Noch immer verfolgen wir die Entwicklung des koreanischen Kinos – und sehen dabei zurzeit leider keine wirklich positiven Trends. Zwar werden die Filme optisch immer besser und können längst mit Hollywood mithalten, doch was fehlt, sind gut durchdachte und vor allem interessante Stories. Es wird weiterhin unsere Reihe über K-Pop-Videos geben. Zwischendrin werden wir auch immer wieder Rezensionen veröffentlichen.

beachgirls and the monste1rWas neu ist, ist unsere Rubrik „Die Klunkerecke„, in der wir uns mit alten, teils vergessenen und neueren Trash-Perlen beschäftigen. Auf die Idee kamen wir, da die bisherigen Artikel über Trash-Filme aus den 60ern ohne Zusammenhang auf dem Blog herumlagen. Diese finden sich nun ebenfalls in der neuen Rubrik. Den offiziellen Anfang machte der Artikel über den Film „Teenage Zombies“, der zu den 50 schlechtesten Filmen zählt, die jemals gedreht wurden. Es wird noch eine Menge weiterer interessanter Entdeckungen und Wiederentdeckungen geben. Ihr dürft also gespannt sein.

Seit dem 100. Beitrag hat sich der Artikel über den koreanischen Klassiker „Das Hausmädchen“ auf Rang eins hochgeschoben. Dies liegt bzw. lag vor allem daran, da der Film, ein Jahr nachdem wir darüber berichtet haben, auf Arte gezeigt und dabei auf großes Interesse gestoßen ist. Interessant ist auch, dass plötzlich der Artikel über den jetzigen Zustand von J-Horror häufig aufgerufen wird. Für längere Zeit interessierte sich kaum jemand dafür. Als Dauerbrenner gelten weiterhin die Artikel über die „Kameliendame“ und über die Novelle „Monte Verita“ von Daphne du Maurier.

So, und das war’s auch schon. Schon bald gibt es den 201. Artikel. Und spätestens beim 300. Beitrag lest ihr so etwas wie gerade eben wieder.

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Dancing with myself – Punkrocker Billy Idol auf literarischen Wegen

billyidolBilly Idol gehört zu den wichtigsten Vertretern der Popkultur der 80er Jahre. Songs wie „White Wedding“, „Flesh for Fantasy“, „Eyes without a face“ oder „Dancing with myself“ sind Klassiker der Popmusik bzw. des Punkrocks. Der letzt genannte Song ist zugleich der Titel seiner Autobiographie, die im Oktober auf Deutsch erschienen ist. Viele Leute werden sich sicherlich gewundert haben, als ihnen in den Buchläden ihres Vertrauens das Porträt des berühmen Punkrockers entgegengeblickt hat. Die Berichte über Idol im Hinterkopf, hätte man ihn mit allem Möglichen in Zusammenhang gebracht, aber sicherlich nicht mit Literatur.

Aber weit gefehlt. Billy Idol entpuppt sich in dem Buch als ein hochgebildeter Mensch, dessen Steckenpferd Geschichte ist. Von Jugend an rebellisch, wurde er Teil der britischen Punkbewegung der 70er Jahre. Mit seiner Band Generation X feierte erste Erfolge. So richtig los ging es aber erst, als er sich als Solokünstler in die USA aufmachte. Dort entstanden sämtliche seiner berühmt gewordenen Songs. Doch seine Karriere hatte auch ihre Schattenseiten. Bereits in England kam er mit Drogen in Berührung. In den USA wurde er schwerst abhängig.

Billy Idols Erinnerungen an seine wilde Zeit sind ein literarischer Rausch. Er packt den Leser wie ein Wirbelsturm und rast mit ihm durch die verschiedenen Stationen seines Lebens, das geprägt ist von Drogen und Sex. Idol schildert die Ereignisse äußerst lebendig, und lässt auch hier und da eine gekonnte Ironie nicht vermissen. Egal, ob er über die Punkkonzerte der 70er Jahre berichtet, über seinen Karrierestart in den USA oder über die Arbeit an seinen Alben, als Leser fühlt man sich stets mitten drin und, wenn man so will, „live“ dabei.

Billy Idol nimmt kein Blatt vor den Mund. So wird das Buch an manchen Stellen ziemlich heftig, besonders dann, wenn er über seine Schwerstabhängigkeit berichtet, in der er sich hauptsächlich in seiner Wohnung versteckte und unter schlimmen Halluziantionen litt. Es ist in der Tat ein Wunder, dass er diese Zeit, in der er unterschiedlichste Drogen gleichzeitig konsumierte, überlebt hat.

Das Buch „Dancing with myself“ ist keine der überflüssigen Bio- und Autobiographien, die zurzeit den Markt überschwemmen. Hier erfährt der Leser Musikgeschichte aus erster Hand. Äußerst unterhaltsam, spannend und durchaus immer wieder witzig sorgt Idol für punkrockige Lesestunden. Das Buch ist nicht nur interessant, sondern macht richtig Spaß. Unsere Empfehlung: Lesen und abrocken.

Billy Idol: Dancing with Myself. Die Autobiographie. Heyne Verlag 2014, 464 Seiten, 19,99€, ISBN: 978-3-453-26776-3.

Four Ladies und viele Leute, die sich darüber aufregen

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Die Schlusssequenz des umstrittenen Videos. Psychopathin oder einfach nur Vamp? Diese Frage bleibt offen. (Copyright: Jade Conent Media)

Ende Juli wurde zu später Stunde im koreanischen Fernsehen ein Videoclip gezeigt, der seitdem die Gemüter der K-Pop-Fans erregt. Der Titel des Clips lautete „Move“ und stellte zugleich die erste Single der neuen Girl-Group Four Ladies (auch als 4L bekannt) dar. Seitdem müssen sich die vier jungen Frauen übelste Schimpfwörter gefallen lassen.

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Die Dance Shots werden bestimmt von einer gewagten Choreographie. Im Ganzen aber wirkt diese eher unfreiwillig komisch als erotisch. (Copyright: Jade Content Media)

Der Clip konzentriert sich sehr auf die Sexualisierung der Sängerinnen. Die direkte Form der Choreographie lässt die Erotik allerdings über weite Teile des Videos plump und unfreiwillig komisch erscheinen. Andeutungsweise reiben sich die Sängerinnen zwischen den Beinen oder spreizen diese in einer Totalen. Die durchsichtigen Nylonkostüme verstärken dabei die Intension der Produktionsfirma. Zwischen den Dance Shots ist eine lesbische Liebesbeziehung eingeflochten, wobei der Fokus auf einem angedeuteten Liebesakt zwischen den beiden Protagonistinnen liegt. Diese kurzen Sequenzen sind – trotz Andeutung – sehr intensiv und durchaus gut gemacht. Die Deutung der narrativen Elemente bleibt offen und lässt daher verschiedene Möglichkeiten zu: eine gescheiterte Liebesbeziehung; eine Frau, die zum ersten Mal Sex mit einer anderen Frau hat; eine Psychopathin, deren Opfer gerade nochmals entkommen ist.

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Die eingewobene Narration bezieht sich auf eine lesbische Liebesbeziehung. (Copyright: Jade Content Media)
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Geküsst wird dann aber doch nur der Spiegel. (Copyright: Jade Content Media)

Nach der Erstaustrahlung des Clips im koreanischen Fernsehen, wurde die Produktionsfirma Jade Contents Media gefragt, aus welchem Grund das Musikvideo so stark erotisiert wurde. Die Antwort lautete, dass dies das grundlegende Konzept von 4L sei und sich die Zuschauer auf noch gewagtere Clips gefasst machen sollten. Nun, dahinter steckt sicher eine Menge Angeberei. Denn das Video ist – was die oben erwähnten Dance Shots betrifft – eher vulgär als gekonnt erotisch. Zudem wurden aus anderen Clips wie etwa „Marionette“ der Girl Group Stellar oder „Dr. Feel Good“ von Rania Ideen übernommen. Etwas, das typisch für 4L sein könnte, findet sich in dem Clip eigentlich nicht.

Das Basiskonzept der Gruppe spiegelt sich auf der seit Ende Juli bestehenden Facebook-Seite von 4L wider. Leicht freizügige Porträtfotos stellen die vier Mitlgieder dar. Es ist fraglich, ob das Konzept tatsächlich auf diese Weise aufrecht erhalten werden kann. Bereits die Formation Rania zeigte, dass es viel eher zu Veränderungen hin zu „harmlosen“ Varianten geben wird. Rania war die erste Girl Group, die mit direkten erotischen Anspielungen arbeitete. Das Video „Dr. Feel Good“ musste um mehrere Sekunden gekürzt werden, um einem Sendeverbot zu entgehen. Die folgenden Clips zeigten die Gruppe dann in weniger freizügigen Outfits.

Interessanterweise musste der Clip „Move“ nicht gekürzt werden. Stattdessen erhielt er eine Freigabe „ab 19“, was heißt: nur für Erwachsene. Die Aufregung wird sich schnell wieder legen. In Südkorea erscheinen und verschwinden Girl Groups wöchentlich. Nun, das Video hat zumindest für den angezielten Medienrummel gesorgt. Und das ist ja schon einmal etwas.