Rings (2017)

„Au weia“, kann man da nur sagen. Und mehr gibt es über „Rings“ eigentlich auch nicht zu vermerken. Die Produktion des Films wurde bereits 2014 abgeschlossen, doch die Veröffentlichung immer wieder verschoben, bis er schließlich drei Jahre später doch noch die Leinwand heimsuchte. Ein Hinweis dafür, dass Paramount den Film selbst für schlecht hielt. Umso erstaunter müssen die Firmenbosse dann gewesen sein, als „Rings“ das dreifache seiner Kosten einspielte.

Nun, die meisten Zuschauer dürften sich nach dem Kinobesuch geärgert haben. Denn „Rings“ ist das, was man schlicht und ergreifend als ein Machwerk bezeichnet. Regisseur F. Javier Gutiérrez Halbherzigkeit vorzuwerfen, wäre sogar noch eine Übertreibung. Denn der Film wirkt so lieblos wie eine graue Wand.

Die Handlung, die, laut der Produzenten, ein Sequel darstellen soll, dreht sich um Julia, die auf einmal nichts mehr von ihrem Freund Holt hört, nachdem dieser sein Studium begonnen hat. Dabei stößt sie auf den Biologieprofessor Carter, der sich mit übernatürlichen Phänomenen beschäftigt und Studenten nacheinander das unheimliche Video von Samara Morgan anschauen lässt. Nachdem Julia das Video ebenfalls gesehen hat, leidet sie unter mysteriösen Visionen. Zusammen mit ihrem Freund versucht sie, den Fluch des Videos zu bannen.

Die Frage, die man sich von Anfang an stellt, lautet, wieso sich ausgerechnet ein Biologe mit Videoexperimenten beschäftigt. Schon allein dadurch wirkt der Film vollkommen unplausibel. Wieso die Drehbuchautoren die Figur des Dozenten nicht als Parapsychologen charakterisiert haben, wissen wohl nur sie selbst. Andererseits erstaunt es auch nicht wirklich, haben hier doch drei Leute ein Drehbuch zusammengeschustert, das einfach nur dämlich ist. Eigentlich interessant, dass man für solch einen Murks so viele Autoren benötigte.

Die wohl dümmste Szene des Films ist diejenige, in der Julia vor dem Grab Samaras kniet und am Grabstein lauscht. An dieser Stelle beginnt man sich wirklich zu fragen, ob der Regisseur einen verarschen will oder ob er sich einen Witz erlaubte, der aber, aufgrund seiner Idiotie, ziemlich nach hinten losging. Auch sonst kommt „Rings“ nicht über sein schlechtes Niveau hinaus. Hier stimmt einfach nichts. Der gesamte Film erinnert an einen Flickenteppich, wobei hier die Flicken aus erbärmlich zusammengesetzten Zitaten aus anderen Horrorfilmen bestehen. Normalerweise gehören Zitate zum Repertoire eines jeden Horrorfilms dazu, macht es doch Spaß, die versteckten Hin- und Querverweise auf andere Filme zu entdecken. Doch hier besitzen sie einen völlig hilflosen Charakter, der darüber hinwegtäuschen soll, wie schlecht der eigentliche Film ist.

Wie gesagt, „Au weia“ trifft für „Rings“ am besten zu. Etwas anderes bleibt einem nicht mehr zu sagen.

Rings. Regie: F. Jarvier Gutiérrez, Drehbuch: David Loucka, Jacob Aaron Estes, Akiva Goldsman, Produktion: Walter F. Parkes, Darsteller: Matilda Lutz, Alex Roe, Johnny Galecki, Vincent D’Onofrio. USA 2014/2017, 102 Min.