Running Man – Eine Filmrezension

RunningMan
„Running Man“

Hollywood hat es in Korea schwer. Aufgrund des koreanischen Vertriebssystems ziehen Filme aus den USA gegenüber den einheimischen Produktionen stets den Kürzeren. Dies hat Hollywood dazu veranlasst, seine Strategie gegenüber der südkoreanischen Filmwirtschaft zu ändern. US-amerikanische Produktionsfirmen produzieren koreanische Filme mit, um dadurch in den Genuss der „Korean Hallyu“ zu kommen.  Der Film „Running Man“ ragt hinsichtlich dieses strategischen Umdenkens heraus, da er komplett von 20th Century Fox produziert wurde.

Der Film handelt von Jong-Woo, der tagsüber in einer Autoreperaturwerkstatt arbeitet und sich nachts als privater Taxifahrer etwas Geld hinzu verdient. Eines nachts wird in seinem Auto ein Mann ermordet, der sich später als amerikanischer Spion erweist. Jong-Woo wird verdächtigt, den Mann ermordet zu haben und von da an nicht nur von der Polizei, sondern auch vom koreanischen Geheimdienst gejagt.

Die Handlung klingt für einen Actionfilm viel versprechend. Das Handlungsmuster lässt darauf schließen, dass hier ein Treatment aus Hollywood für den koreanischen Filmmarkt in ein Drehbuch umgesetzt wurde. Und genau daran hapert es. Irgendwie kommt „Running Man“ nie richtig in die Gänge. Er beginnt zwar durchaus witzig und fulminant – man denke nur an die Verfolgungsjagd durch die engen Gassen eines alten Stadtteils von Seoul. Doch dann wird der Film auf einmal uninteressant. Hin und wieder gelingt es Regisseur Jo Dong-Oh gelungene Gags zu präsentieren, doch reichen diese nicht, um einen Film mit einer Länge von zweieinhalb Stunden auszufüllen. Dafür hätte es mehr aufregende Stunts und einer besseren Optik bedurft. Hauptdarsteller Shin Ha-Kyun beweist zwar hier einmal mehr, dass er zurecht einer der besten Schauspieler Koreas ist – und in der Tat verblassen ihm gegenüber alle anderen Darsteller -, aber auch sein Engangement reicht nicht, um dem Film das zu geben, was er gebraucht hätte: Stil und Klasse. Im Gegenteil, „Running Man“ wirkt wie Durchschnittsware, die hinter Filmen wie „Company Man“ (2012) weit zurückliegt. Er erinnert eher an den Actionfilm „Quick“ (2011). Und wird wahrscheinlich genauso schnell wieder vergessen sein. Schade. Man hätte viel aus dem Film machen können.

Running Man. Regie u. Drehbuch: Jo Dong-Oh, Produktion: Jeong Jong-Hun, Darsteller: Shin Ha-Kyun, Lee Min-Ho, Jo Eun-Ju. Südkorea 2013. Spielzeit: 127 Min.