Die Klunkerecke: Planet des Grauens (World Without End)

planetdesgrauensVier Jahre vor seinem großen Durchbruch in „Die Zeitmaschine“ (1960) spielte Rod Taylor in dem SF-Film „World without End“ (1956) einen von vier Astronauten, die den Mars von einer Umlaufbahn aus erkunden sollen. Bei ihrer Rückkehr geraten sie in eine Art Zeitstrudel, der sie zwar zurück zur Erde, doch nicht zurück ins Jahr 1957 bringt.

Inzwischen sind mehr als 500 Jahre vergangen. Die Menschheit hat sich durch einen Atomkrieg fast komplett ausgelöscht. Auf der Erdoberfläche leben nur noch Mutationen, wie etwa in Höhlen hausende Riesenspinnen oder einäugige „Urmenschen“. Durch Zufall aber gelangen Dr. Galbraith und sein Team in eine unterirdische Siedlung. Die Menschen dort empfangen sie zunächst freundlich, doch dann entwickelt sich eine Intrige, um den drohenden sozialen Wandel, der durch die Zeitreisenden verursacht wird, zu verhindern.

In Deutschland lief der Film unter dem Titel „Planet des Grauens“ Mitte der 50er Jahre in den Kinos. Nicht nur das Plakat ist Aufsehen erregend. Die Mischung aus Trash, Zukunftsvision und Horrorelementen geht hervorragend auf. Auch wenn die riesigen Spinnen aus Gummi sind und von Leuten des Filmteams ins Szenenbild geworfen werden, ist ihr Erscheinen durchaus effektvoll. Auch die mutierten Menschen, die auf der Erdoberfläche leben, wirken aufgrund ihrer einäugigen Monstermasken regelrecht unheimlich.

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Die Mutanten bereiten einen Angriff vor. World without End (1956).

Interessant ist die dargestellte Gesellschaft, die sich im Erdinneren befindet. Fast schon soziologisch wird diese analysiert. Trotz der patriarchalen Struktur, erweisen sich die Frauen als das eigentlich stärkere Geschlecht. Das fehlende Sonnenlicht führte bei den Männern zu einer zunehmenden Schwäche, die sich auch auf deren Sexualität auswirkt. Kein Wunder also, dass sich die Frauen um die fremden Besucher bemühen.

Das Team um Regisseur Edward Bernds, der sich davor einen Namen durch diverse „Three Stooges“-Filme gemacht hatte und später weitere Trash-Filme produzierte, gab sich für „World without End“ große Mühe und schien mit größter Motivation an der Arbeit gewesen zu sein. Der Film ist von Anfang an spannend inszeniert und die Ideen typisch für die damalige Zeit. Obwohl für den Film nur ein geringes Budget vorhanden war, brachte die Firma Allied Artists die Produktion in Farbe und in Cinemascope heraus, ein durchaus risikoreiches Unterfangen, galt die Firma damals nämlich Insolvenz gefährdet. Doch die Strategie, die dahinter steckte, lautete, genau durch diese Aspekte für einen Erfolg zu sorgen (fast alle damaligen B-Pictures wurden in schwarzweiß gedreht).

Rod Taylors Zeit kam, wie bereits erwähnt, vier Jahre später, als er in einer anderen Zukunft gegen die Morlocks kämpfte. Doch bereits in diesem Film zeigte er, dass ohne ihn die SF-Horror-Thriller-Sparte um ein Vielfaches ärmer gewesen wäre.