J-Pop: Band Maid – Cosplay trifft auf Punkrock

Sängerin Saiki Atsumi in dem Videoclip „Domination“; © Crown Records

Der Name Band Maid kommt daher, da Miku Kobato, die die Band 2013 gegründet hat, früher in einem Maid Café gearbeitet hat. Dabei handelt es sich um ein Lokal, in dem die weibliche Bedienung im Hausmädchen-Look die Bestellungen servieren. Das brachte Miku Kobato auf die Idee, dieses spezielle Aussehen auf ihre zukünftige Band zu übertragen.

2013 war es dann auch soweit, als die vierköpfige Band zum ersten Mal auftrat. Doch schnell merkten sie, dass es so nicht wirklich lief. Das Problem: Miku Kobato ist als Band-Leader zu klein und irgendwie unscheinbar. Aus diesem Grund kam schließlich die Sängerin Saiki Atsumi hinzu, die fast zwei Köpfe größer als Miku Kobato ist und die Band durch ihr charismatisches Äußeres wesentlich bereichert.

Band Maid in dem Videoclip „Thrill“; © Crown Records

Es ist kaum zu glauben, dass eine so kleine und zierliche Person wie Miku Kobato solche Hammersongs raushaut. Von Anfang an war für sie klar, dass Band Maid in Richtung Hard- und Punkrock gehen sollte. Und die Songs, die sie stets selbst schreibt, haben es in sich. Sie sind laut, rockig und rotzig. Ihre Texte gehen meistens darum, den eigenen Weg zu finden und sich von Männern nichts sagen zu lassen. Eingebettet ist dies gelegentlich in eine Kritik an Gesellschaft und Politik, wie z.B. in dem neuesten Song „Domination“.

Gleich einer der ersten Songs „Thrill“ haut den Zuhörer regelrecht um. Zu den aggressiven Gitarrenriffs und dem dröhnenden Bass und nicht zuletzt zum fast schon extatischen Schlagzeug, kommt noch Saiki Atsumis tiefe Stimme hinzu, deren Klang allein schon anzeigt, dass mit ihr nicht zu spaßen ist. Dadurch verleiht sie Miku Kobatos Texten das gewollte Ihr-könnt-mich-alle-mal-Image.

Band Maid in der speziellen Formation Band Maiko; © Crown Records

In Japan gehört Band Maid inzwischen zu den erfolgreichsten Punkrockbands. Ihre Konzerte sind stets ausverkauft. Kürzlich nahm Band Maid zusammen mit der Wagakki Band einen Song unter dem Namen Band Maiko auf, in dem (ganz im Stil von Wagakki) traditionelle Musik mit moderner Rockmusik verknüpft werden. Geplant ist anscheinend auch eine gemeinsame Tour der beiden Gruppen. Ob sie dabei auch nach Europa kommen werden, bleibt abzuwarten.

 

J-Pop: Wagakki Band – Zwischen Tradition und Moderne

Shamisen-Spielerin Beni Ninagawa; © Avex Trax

Während es in Sachen K-Pop nichts Neues zu berichten gibt, da sich dieses Format alles andere als weiter entwickelt, so gibt es im Gegensatz dazu aus Japan recht erfreuliche Neuigkeiten. Denn dort tut sich zurzeit eine spannende Vielfalt auf, in der die 2012 gegründete Wagakki Band mit Sicherheit das interessanteste Beispiel darstellt.

Sängerin Yuuko Suzuhana, die die Wagakki Band gegründet hat; © Avex Trax

Wagakki bedeutet so viel wie traditionelle Musikinstrumente. Und der Name ist auch Programm bei der achtköpfigen Gruppe. Das Besondere der Wagakki Band ist, dass hier eine kunstvolle Symbiose zwischen Tradition und Moderne geknüpft wird. Denn neben den traditionellen Musikinstrumenten wie Shakuhatchi (Flöte), Koto (Zitter) oder Taiko (Trommel) gibt es noch elektrische Gitarre, Schlagzeug und Bass. Und die Stücke, die die Band zum Besten gibt, haben es in sich, denn sie sind eine unglaubliche Mischung aus Rock und Elementen des Jazz, verbunden eben mit traditionellen japanischen Klängen.

Alle acht Mitglieder der Wagakki Band; © Avex Trax

Auf diese Weise wird so ziemlich jedes Stück zu einer akkustischen Wucht, die den Hörer regelrecht gegen die Wand klatscht. Klassische Melodien werden in einem rasanten Tempo gespielt, während die Shamisen-Spielerin Beni Ninagawa ihrer Laute Klänge entlockt, so als spiele sie auf einer E-Gitarre.

Diese außergewöhnliche Mischung liegt in den Biografien der einzelnen Mitglieder begründet, vor allem bei der Sängerin Yuuko Suzuhana, die die Band gegründet hat. Schon als Kind lernte sie das Spielen sowohl von westlichen als auch von japanische Instrumenten, was letztendlich zu der Idee führte, einen Stil zu gründen, der beide Elemente beinhaltete. Bei der Komposition der einzelnen Stücke, ist jedes Bandmitglied involviert, sodass jeder Song eine Gemeinschaftsarbeit darstellt.

Die Mischung aus Tradition und Moderne ist Programm; © Avex Trax

Bekannt wurde die Band durch ihre Videoclips, die sie seit 2012 auf Youtube veröffentlichte. Innerhalb von nur vier Tagen wurde ihre Debut-Single „Tengaku“ über 200.000 mal angesehen. Ihr Song „Senbonzakura“ wurde mehr als 50 Millionen mal angeklickt. Dennoch beschränken sich die stets ausverkauften Konzerte hauptsächlich auf Japan. Bisher trat die Band lediglich in den USA und ein weiteres Mal in Frankreich auf.

Inzwischen hat die Band drei Alben veröffentlicht und plant eine Tour durch Asien. Bis die Band auch mal nach Deutschland kommen wird, wird es sicherlich noch einige Zeit dauern.