Erich von Dänikens geflügelte Worte – Zum 80. Geburtstag von EvD

geflügelte worteKein anderer Sachbuchautor hat die Archäologie dermaßen durcheinander gewirbelt wie Erich von Däniken. Sein Buch Erinnerungen an die Zukunft, erschienen 1968, wurde über Nacht zum Bestseller. Seitdem veröffentlichte EvD 40 weitere Bücher, die sich mit der Frage beschäftigen, ob unsere Vorfahren Kontakt mit außerirdischen Wesen hatten. Damit begründete der erfolgreichste deutschsprachige Sachbuchautor zugleich die grenzwissenschaftliche Disziplin der Paläo-SETI-Forschung.

Erich von Dänikens Theorien wurden vor allem von Archäologen stark kritisiert. Man kann zu EvDs Theorien stehen wie man möchte, nur eines ist sicher: EvD machte offensichtlich, dass es historische Rätsel gibt, für die bisher keine Erklärungen vorhanden sind und dass manche Experten versuchen, alternative Lösungsvorschläge nicht zur Geltung kommen zu lassen. Somit ist auch EvDs Tätigkeit als Kritiker der Akteure der herkömmlichen Wissenschaft nicht zu unterschätzen.

Zu seinem 80. Geburtstag hat nun der mit ihm befreundete Autor und Illustrator Reinhard Habeck ein Buch veröffentlicht, das eine Vielzahl von Erich von Dänikens Zitaten enthält. Die Zusammenstellung ist überaus liebevoll gestaltet und zeigt von Däniken als einen Menschen, der etwas zu sagen hat. Die Sammlung umfasst EvDs Gedanken über seine Arbeit als Forscher und Autor, seine Träume und Wünsche, seine Gedanken über Politik und seine unzähligen Reisen. Doch die Sammlung geht sogar noch weiter, gibt Einblicke in von Dänikens ganz private Welt. Bei all seinen Aussagen erweist sich EvD zugleich als ein äußerst humorvoller Mensch, der gekonnt Pointen setzen kann.

Reinhard Habeck hat das Buch mit witzigen Illustrationen ausgestaltet, sodass die „Geflügelten Worte“ nicht nur ein reines Lese-, sondern zugleich ein optisches Vergnügen darstellen. Das Buch wird jedem gefallen, der sich mit EvD auseinandersetzt, egal ob als Befürworter oder als Kritiker.

Reinhard Habeck: Erich von Dänikens geflügelte Worte. Kopp Verlag 2015, 160 Seiten, 9,95€, ISBN: 978-3-86445-205-5

 

Steinzeit-Astronauten – Hatten unsere Vorfahren Kontakt mit Außerirdischen?

steinzeitastronautenHatten prähistorische Menschen Kontakt zu Besuchern von fremden Planeten? Diese Frage scheint zunächst äußerst skurril. Je mehr man sich mit steinzeitlichen Funden beschäftigt, desto mehr wird diese Frage jedoch zu einer historischen Möglichkeit. Der bekannte Grenzwissenschaftler Reinhard Habeck geht in seinem neuesten Buch „Steinzeit-Astronauten“ eben diesem Problem nach.

Den Schwerpunkt seiner Untersuchung bildet der Alpenraum und dort speziell das Camonica-Tal. Besonders in diesem Gebiet gibt es eine Unmenge an steinzeitlichen Felsbildern, deren eigentliche Bedeutung wohl für immer verborgen bleiben wird. Dennoch versuchen Archäologen, das Geheimnis dieser Bilder zu entschlüsseln. Interessant hierbei ist, dass manche Bilder Menschen darstellen, die heutigen Astronauten gleichen. Auch Bilder, die auf mysteriöse Himmelserscheinungen schließen lassen, finden sich regelmäßig. Kombiniert man diese unterschieldichen Felsbilder, so ergibt sich ein mögliches Szenario: Die frühzeitlichen Menschen im Alpenraum hatten Kontakt mit Personen, die nicht von dieser Erde stammten.

Skeptiker bringt diese Vermutung nicht selten zum Lachen. Doch Reinhard Habeck zeigt, dass diese Theorie keineswegs mehr eine exotische Randerscheinung ist, sondern zunehmend auch von Archäologen in Betracht gezogen wird. Bei seiner Suche nach möglichen Beweisen für einen solchen Kontakt, versucht Habeck nicht, dem Leser eine bestimmte Meinung aufzudrängen. Er bleibt objektiv, stellt die Annahmen der klassischen Archäologie den Theorien der Paläo-SETI-Forschung gegenüber. Dabei liest sich das Sachbuch so spannend wie ein Kriminalroman.

Was hat es mit diesen „Steinzeit-Astronauten“ auf sich? Habeck zeigt, dass diese Bilder überall auf der Erde zu finden sind. Hielten die Frühmenschen unabhängig von einander ähnliche Ereignisse fest? Was ist von den einarmigen Menschen zu halten, die immer wieder unter den Felszeichnungen zu finden sind? Auch diese Figuren tauchen in verschiedenen Kulturen unter ähnlichen Zusammenhängen auf: ein unbekanntes Volk, das einen Jahrtausende großen Entwicklungsvorsprung vor den prähistorischen Menschen gehabt haben musste.

Reinhard Habeck argumentiert wissenschaftlich. Er lässt sowohl Skeptiker als auch Befürworter der Annahme über die „Steinzeit-Astronauten“ zu Wort kommen. Der Leser erhält dadurch einen hoch interessanten Einblick in die Erforschung von steinzeitlichen Felsbildern und den aktuellen Stand der Felsbildforschung. Doch letztendlich muss jeder Leser für sich entscheiden, welche Theorie er für richtiger hält.

Reinhard Habeck: Steinzeit-Astronauten. Felsbildrätsel der Alpenwelt. Pichler Verlag 2014, 207 Seiten, 24,99€, ISBN: 978-3-85431-670-1