Virtuality – Ein Pilotfilm zu einer Serie, die es nie gab

virtualityBereits fünf Jahre vor „Interstellar“ hatte man mit „Virtuality“ die Idee einer Weltraumodyssee, auf der nach einem bewohnbaren Planeten für die Menschheit gesucht werden soll. Allerdings setzte man andere Schwerpunkte als in dem oben genannten Film. Ein weiterer Unterschied liegt darin, dass „Virtuality“ fürs Fernsehen produziert wurde. Es handelte sich dabei um den Pilotfilm einer TV-Serie, die jedoch nicht realisiert wurde. Also strahlte man den Film als eigenständige Produktion aus.

Es geht darin um die Besatzung der Phaeton auf der Reise in ein anderes Sonnensystem. Um soziale Konflikte auf dieser langen Reise zu verhindern, steht der Crew neueste Technologie zur Verfügung, mit der sie in virtuelle Realitäten eintauchen kann. Zudem wird der Alltag an Bord als Reality-Soap wöchentlich im Fernsehen ausgestrahlt. Doch plötzlich kommt es zu eigenartigen Fehlern im Bordprogramm.

Für einen Fernsehfilm ist „Virtuality“ durchaus hochwertig. Regisseur Peter Berg liefert kein Weltraumgeballer ab, sondern setzt auf ein mögliches Zukunftsszenario. Da die Welt durch zunehmende Naturkatastrophen immer unbewohnbarer wird, ist das Weiterleben der Menschheit abhängig vom Erfolg der Mission. Die zwölf Mitglieder der Besatzung können unterschiedlicher nicht sein. Vom bärbeißigen Ersatzkommandanten über eine Ex-Marine bis hin zu einem Medienspezialisten und Psychologen ist alles dabei. Trotzdem es die Möglichkeit zum Abreagieren mithilfe der virtuellen Realität gibt, entstehen dennoch immer wieder Streitigkeiten an Bord. Die Situation ist also im gewissen Sinne angespannt, besonders dadurch, da niemand so recht weiß, was sie auf der Mission erwartet.

Schauspielerisch ist diese Extremsituation sehr gut umgesetzt. Auch das eigentliche Problem mit der fehlerhaften Technik wird recht gut in die Handlung eingewoben: zunächst als eine einfache Bemerkung, schließlich zu einer lebensbedrohlichen Tatsache. Die Thrilleraspekte werden nicht als Schockmomente präsentiert, sondern wirken teilweise unterschwellig, bauen sich dadurch langsam auf und sorgen für eine dichte und bedrohliche Atmosphäre.
„Virtuality“ ist weit davon entfernt, Filme wie „Alien“ oder „Event Horizon“ nachzuahmen. Peter Berg versucht, sein eigenes Konzept durchzuführen, wobei er auf Zitate völlig verzichtet. Dies ist einerseits schade, andererseits aber sorgt dies für den notwendigen rationalen Hintergrund, durch welche die Idee funktioniert.

Trotz Pilotfilmkonzept, schafft es der Film, größtenteils für sich zu stehen. Die Handlung ist kurzweilig und spannend und Peter Berg sorgt zudem für eine hervorragende Regie. Das Resultat ist ein durchaus interessanter SF-Film.

Virtuality – Killer im System, Regie, Produktion: Peter Berg, Drehbuch: Ronald D. Moore, Darsteller: Nikolaj Coster-Waldau, Kerry Bishè, Joy Bryant, Jimmy Simpson. USA 2009, Laufzeit: 98 Min.