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Das haben sich die Produzenten wohl anders vorgestellt. Das Drehbuch von Jason Fuchs, der meistens als Co-Autor in Erscheinung tritt, über die Vorgeschichte Peter Pans galt als äußerst viel versprechend. Doch das Einspielergebnis war dann doch mehr als nur ernüchternd, kam dieses doch gerade mal auf die Hälfte der Produktionskosten.

Die Handlung dreht sich um den Jungen Peter, der während des Zweiten Weltkriegs als Waisenkind in ein zwielichtiges Internat gebracht wird, in dem sadistische Nonnen das Regiment führen. Von dort aus wird er eines Nachts zusammen mit anderen Jungen von Captain Blackbeard und seinen Leuten auf sein fliegendes Schiff entführt und nach Neverland gebracht, um dort festzustellen, dass er ein halber Elfe ist und fliegen kann. Zusammen mit James Hook und der Eingeborenen Tiger Lilly versucht er, Blackbeard das Handwerk zu legen.

Was Regisseur Joe Wright mit „Pan“ ablieferte, beginnt in der Tat viel versprechend. Das Set-Design und die ersten Minuten besitzen einen sehr schönen, klassisch angehauchten Touch, der an alte Kinderbücher erinnert. Der Höhepunkt des interessanten und durchaus sehenswerten Anfangs besteht in dem originellen Pirateneinsatz, wenn Captain Blackbeards Leute sich auf Seilen kopfüber in den Schlafsaal des Internats lassen, um auf diese Weise die Kinder zu stehlen.

Doch bereits danach beginnt das Desaster. Joe Wright schafft es tatsächlich, den Film ab da vollkommen uninteressant weiter zu führen, sodass man nur mehr halbherzig der Handlung folgt. Diese erweist sich nach dem oben erwähnten Pirateneinsatz als alles andere als originell, sondern ergeht sich in einem konfusen Actionspektakel, in dem hauptsächlich nur noch geschrien wird.

Man fragt sich die ganze Zeit über, was an diesem Drehbuch denn so toll sein soll, dass man es hatte unbedingt verfilmen wollen. Denn von dem witzigen Kinderabenteuer, das der Anfang versprochen hat, bleibt nichts anderes mehr übrig, als reine und uninspirierte Oberflächlichkeit. Joe Wright konzentriert sich nicht mehr auf die Figuren und schon gar nicht mehr darauf, eine gelungene Handlung zu erzählen, sondern setzt auf Farbenrausch und ein nicht enden wollendes Effektgewitter, das den Zuschauer jedoch keineswegs packt, sondern eher zu einer distanzierten Beobachtung führt.

Zwar blitzen hier und da noch Merkmale des klassischen Abenteuerfilms hindurch, doch werden diese auf eine radikale Weise von der leeren Effektparade in den Hintergrund gedrängt, so als wollte Wright geradezu mit Absicht den Karren gegen die Wand fahren. Es ist kein Wunder, dass den Film kaum einer sehen wollte. „Pan“ fehlt es an Gefühl und an Einfallsreichtum. Doch immerhin hat er eines geschafft: sich in die Reihe der größten Flops der Filmgeschichte einzuordnen.

Pan. Regie: Joe Wright, Drehbuch: Jason Fuchs, Produktion: Greg Berlanti, Paul Webster, Darsteller: Hugh Jackman, Garret Hedlund, Rooney Mara, Levi Miller, Adeel Akhtar. USA 2015, 111 Min.

 

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