Horror de Luxe: Die Prophezeiung (1979)

Pu der Bär einmal anders; „Die Prophezeiung“ (1979); © Paramount Pictures

Als „Die Prophezeiung“ von Regisseur John Frankenheimer 1979 in die Kinos kam, wurde er von manchem Kritiker als schlechtester Film aller Zeiten bewertet. Frankenheimer selbst schob damals alles auf seine Alkoholprobleme. Und dennoch: „Die Prophezeiung“, wobei in dem Film überhaupt nicht klar wird, was das eigentlich für eine Prophezeiung sein soll, ist Unterhaltung pur.

Einerseits verhaftet im typischen Tierhorror der 70er Jahre, geht der Film noch einen Schritt weiter, indem er keine „normalen“ Tiere zeigt, die es auf die Menschheit abgesehen haben, sondern einen mutierten Monsterbären, der durch die Wälder Maines streift und Wanderern und Holzfällern eines auf die Rübe gibt.

Während die dort ansässigen Indianer einer Papierfabrik die Schuld für diverse Todesfälle geben, weist Isley, der Chef der Fabrik, sämtliche Schuld von sich. Schließlich soll der Mediziner Robert Verne untersuchen, ob durch die Fabrik Giftstoffe in die Erde bzw. ins Wasser gelangen. Zusammen mit seiner Frau macht er jedoch unliebsame Bekanntschaft mit einem Monsterbären, der Jagd auf sie macht …

Wie gesagt, der Film ist Unterhaltung pur. David Seltzer, der das Drehbuch zu „Das Omen“ verfasst hat, schrieb auch das Skript für diese Mischung aus Trash und Öko-Horror-Thriller. In dem Monsterbärenkostüm steckte Kevin Peter Hall, der Ende der 80er Jahre auch in die Ganzkörpermaske des Predator schlüpfte. Leider wollte John Frankenheimer, dass das Monster mehr wie ein Bär als wie ein echtes Monster aussehen soll, was dem Aussehen der Kreatur ein wenig schadet.

Was den Film letztendlich so bemerkenswert macht, ist, dass hier eine teils tolle Optik mit teils albern gefilmten Situationen kombiniert wurde – ein echtes Paradoxon, aber Frankenheimer und sein Team haben es geschafft. Dies führt dazu, dass manche Szene, in der das Monster seine Opfer angreift, unfreiwillig komisch wirkt. So zum Beispiel die Szene, in der ein Junge in einem Schlafsack davonhüpft und dabei eines von dem Monsterbären verpasst bekommt, sodass er gegen einen Felsen geschleudert wird. Obwohl die Szene ernst gemeint war, fällt man jedes Mal, wenn man sie sieht, vor Lachen halb vom Stuhl.

Die Öko-Botschaft scheint den Machern von „Die Prophezeiung“ auch nicht so wichtig gewesen zu sein. Sie brauchten nun mal einen Aufhänger, um damit den Monsterfilm besser vermarkten zu können. Das Augenmerk liegt ganz klar auf Monster-jagt-Menschen-durch-den-Wald. Von Anfang an legt der Film dabei ein rasantes Tempo vor. Wenn man einen Vergleich mit einem anderen Film suchen müsste, so würde mir daher als erstes „Komodo“ (1999) einfallen, der nicht weniger eine Mischung aus Trash, guter Optik und rasanter Handlung aufweist.

„Die Prophezeiung“ hat es jedenfalls geschafft zu einer Art Trash- und Monsterklassiker zu werden. Damals war der Film ein großer Erfolg, trotz aller schlechter Kritiken. Zugleich war „Die Prophezeiung“ einer der ersten Hollywoodfilme, der in Kanada gedreht wurde und die dortige Filmwirtschaft ankurbelte.

Die Prophezeiung (OT: The Prophecy). Regie: John Frankenheimer, Drehbuch: David Seltzer, Produktion: Robert L. Rosen, Darsteller: Talia Shire, Robert Foxworth, Armand Assante, Richard Dysart. USA 1979, 98 Min.