FuBs Fundgrube: „Der Mahlstrom“ von Frode Granhus

Frode Granhus‘ Debut „Der Mahlstrom“ zeigt, wie man es eher nicht machen sollte. Granhus bedient sich verschiedener Ideen, die bereits auf ähnliche Weise in zwei anderen Romanen bekannter Krimiautoren („Todeshauch“ und „Erlöse mich“) vorkamen, vermischt sie mit ein bisschen Konfusion und schon war er damit fertig.

Die Grundidee ist dabei eigentlich gar nicht schlecht. Immer wieder werden alte Porzellanpuppen an den Strand gespült. Was zunächst recht kurios erscheint, nimmt auf einmal schreckliche Züge an, als eine Frau, die wie eine Puppe gekleidet ist, tot am Strand gefunden wird.

Der Roman spielt an zwei verschiedenen Orten. An dem einen geht es um die Porzellanpuppen, an dem anderen um eine bizarre Mordserie. An dem einen Ort geht der Polizist Niklas Hultin dem Fall nach, an dem anderen der Ermittler Rino Carlsen. Frode Granhus führt beide Ermittler mit dem Schmiedehammer zusammen, was allerdings nicht wirklich die beiden Fälle auf einen Nenner bringt und eigentlich auch zu sonst nichts führt.

Bevor ich hier weiter herummeckere, sei gesagt, dass Frode Granhus sehr flüssig und unterhaltsam schreibt, sodass man den Roman trotz seiner eindeutigen und vielen Schwächen bis zum Schluss liest. Das Problem bei „Der Mahlstrom“ ist im Grunde, dass Granhus einfach mal drauf los schreibt und sich erst im Nachhinein Gedanken macht, wie er alles irgendwie zusammenbringen kann.

Das Ergebnis ist ein konfuses Hin und Her, wobei die einzelnen Motive nicht wirklich überzeugen. Zwar gelingen dem Autor gegen Ende durchaus überraschende Wendungen, doch zu viele Aspekte des Romans laufen einfach ins Leere und sind nicht wirklich nachvollziehbar, sodass der Roman insgesamt wie ein krampfhaft zusammengeschustertes Set unterschiedlicher Ideen wirkt.

Schade ist auch, dass Frode Granhus so gut wie gar nicht auf das Leben der Bewohner dieser abgelegenen Gegend in Norwegen, den Lofoten, eingeht. Dies hätte dem Roman gut getan und ihn auf eine feste Grundlage gestellt.

Ich habe den Roman antiquarisch erstanden, daher wurde er zum Fall für unsere Fundgrube. Damals habe ich auch Frode Granhus‘ zweiten Roman „Tödliche Brandung“ mit auf den Bücherstapel gelegt. Mal schauen, ob dieser genauso konfus ist wie sein Debut.

Frode Granhus. Der Mahlstrom. BTB Verlag 2012, 383 Seiten